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 Jagd in der Presse 2020 

meinbezirk.at vom 03.06.2020

Die Jungbauern sagen Nein zum Wolf

Osttirol (red). Aufgrund der aktuellen Ereignisse sieht sich die Osttiroler Jungbauernschaft/Landjugend gezwungen, zum Thema „Wolf“ klar Stellung zu beziehen. Mit über 1800 Mitgliedern handelt es sich um die größte Jugendorganisation im Bezirk.

„In Gesprächen mit Vereinsmitgliedern, Freunden und Bekannten hört man eines sehr deutlich heraus: Die Sorge ist groß. Das beginnt bei den Jungbauern, die überlegen, ob sie ihre Schafe, Ziege und Kühe heuer überhaupt auf die Alm bringen können“, berichtet Bezirksobmann Simon Staller aus Matrei.

Schutzmaßnahmen sinnvoll?

Von Seiten des Landes wird empfohlen, die Tiere mit Elektrozäunen zu schützen. Weiters soll das Vieh in der Nacht im Stall untergebracht werden. "Wer aber die Situation vieler unserer Weidehalter kennt, der weiß, dass dies kaum umsetzbar bzw. zuzumuten ist. Die Problematik beim Herdenschutz geht aber noch viel weiter. Da eine Einzäunung auf vielen Almen gar nicht denkbar ist, bleibt nur die Möglichkeit, die Herden mittels Herdenschutzhunden zu schützen. Ohne hier auf die ganze Kostenproblematik einzugehen, bleibt auch noch ein anderes nicht unwesentlicheres Problem, nämlich der Tourismus. Können Touristen in Zukunft noch ohne weiteres in unseren Bergen wandern? Von den notwendigen Herdenschutzhunden geht nämlich eine weitere Gefahr aus. Ganz zu schweigen davon, wie unsere Almen und Berge aussehen, wenn sie nicht mehr von den Nutztieren abgegrast werden", so die Bezirksobleute Simon Staller und Manuela Leiter.

Weitreichende Folgen

„So kann sich nun jeder selbst die Frage stellen, ob ein Miteinander von Landwirtschaft, Tourismus und Wolf in Osttirol möglich ist. Wollen wir weiterhin gepflegte Almlandschaften, die auch touristisch genutzt werden können?“, gibt Leiter zu bedenken. Eine Ausbreitung des Wolfes habe zur Folge, dass die Bauern früher oder später die Almen nicht mehr bewirtschaften. So komme es zu einer kompletten Verwilderung der Almen und infolge wahrscheinlich auch ganzer Talschaften.

„Die Osttiroler Jungbauernschaft/Landjugend ist klar gegen eine Ausbreitung des Wolfes im Bezirk und fordert von den Interessensvertretern eine zeitnahe Lösung des Problems“, beziehen die Bezirksobleute Stellung. „Denn hier geht es um unsere Bauernfamilien, Hofübernehmer sowie den Osttiroler Tourismus und nicht zuletzt um die gesamte ländliche Bevölkerung.“

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krone.at vom 31.05.2020

Tiroler Petition: „Schutzstatus von Wolf senken“

Die Wolfssichtung im Tiroler Zillertal und Wolfsrisse in Nord-, Ost- und Südtirol sorgen für große Verunsicherung unter den Bauern. Schließlich steht der Auftrieb auf die Hochalmen, wo viele Schafe weiden, kurz bevor. VP-Nationalrat Hermann Gahr startete nun eine Petition mit dem Ziel, den Schutzstatus des Raubtieres zu senken.

„Die Situation mit den Wölfen wird jedes Jahr dramatischer, wir müssen uns dieses Problems jetzt annehmen, bevor es uns über den Kopf wächst“, mahnt Hermann Gahr. Derzeit gebe es in Österreich drei nachgewiesene Wolfsrudel und zahlreiche Einzelwölfe, die durch das Land streifen. „Die Reproduktionsrate der Raubtiere liegt derzeit bei rund 30 Prozent, das bedeutet: Alle drei Jahre verdoppelt sich ein Wolfsrudel. Das heißt, in sechs Jahren haben wir dann zwölf Wolfsrudel“, rechnet Gahr vor.

 
„Almwirtschaft gefährdet“

„Die Rückkehr der Wölfe gefährdet die Tiroler Almwirtschaft. 76.000 Schafe und Ziegen grasen auf den Tiroler Hochalmen, sie sind die ersten Opfer der Wölfe. Fehlen die Almschafe, verwildern die Weiden, wodurch vermehrt Muren und Lawinen abgehen“, erklärt Josef Lanzinger, Obmann des Tiroler Almwirtschaftsvereins.

Maßnahmen „unumgänglich“

„Die Senkung des Schutzstatus auf europäischer Ebene sowie die unbürokratische Entnahme von Problemwölfen ist unumgänglich, sonst haben wir in Tirol bald keine Alm- und Berglandwirtschaft mehr, sondern Wolfsreviere“, betonen beide. „Zudem fordern wir zur Erhaltung der traditionellen Weide- und Almwirtschaft, die nachweislich das Tierwohl fördert, die Schaffung von wolfsfreien Zonen.“

Die Petition - es ist übrigens die dritte von Gahr in dieser Sache - kann auf www.parlament.gv.at unterstützt werden.

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martinballuch.com vom 24.05.2020

Osttiroler Bürgermeister will Wolf töten: offener Brief

Eine Sichtung eines Wolfs, schon muss wieder ein alteingesessener ÖVP-Bürgermeister, diesmal von Matrei in Osttirol, den Abschuss des Tieres fordern. Seiner Ansicht nach wird die Gefahr durch Wölfe in Indien und den USA (!) immer größer. Ah ja. Er könne nicht die Verantwortung übernehmen, wenn einmal in Osttirol etwas passieren würde. Übrigens: Bienen töten jedes Jahr etwa 10 Menschen in Österreich. Wer übernimmt die Verantwortung? Und Rehe verursachen per Autounfall jedes Jahr für 3-4 Menschen den Tod. Und Giftschlangen gibt es auch noch bei uns. Dabei ist Matrei eine Nationalparkgemeinde. Ein Nationalpark, der seinen einzigen Wolf abknallt? Grund genug, einen offenen Brief zu schreiben.




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osttirol-online.at voraussichtlich vom Mail 2019

Vermisstes Schaf in Matrei tot aufgefunden - Mayerl will Lösungen

Nach dem vermeintlichen Wolfsriss gestern in Matrei, wurde nun auch das noch abgängige Schaf tot aufgefunden. Die Zahl der toten Schafe in Matrei hat sich somit auf drei erhöht. Es wurde ebenfalls vom Amtstierarzt begutachtet. Anhand des Rissbildes und der dokumentierten Wolfspräsenz sei davon auszugehen, dass die Schafe von einem Wolf gerissen worden sind, erklärt Martin Janovsky, Beutegreifer-Experte des Landes Tirol. Keinen Hinweis auf einen Wolfsriss gibt es hingegen beim toten Kalb in Gerlos. Bezirksbauernbundobmann LA Martin Mayerl äußert in Hinblick auf die bevorstehende Almsaison Bedenken fordert Lösungen, gebe es europaweit über 30.000 Wölfe. „Diese Tatsache bedeutet, dass der Wolf keineswegs mehr vom Aussterben bedroht ist. Bei allem Gegenwind der dazu zu erwarten ist, brauchen die Bauern praxisnahe Lösungen des Problems. Das kann nur durch eine erleichterte Entnahme von auffälligen Wölfen und Problemwölfen erreicht werden“, so Mayerl in einer Aussendung.

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ots.at vom 05.05.2020

Yildirim: „Sind ausländische Jagdpächter in Corona-Zeiten systemrelevant?“

SPÖ-Justizsprecherin ortet Sonderregeln für „Gleichere“ auch in Corona-Krise. Kritik an Vorgehen bei Einreiseregelungen

Wien (OTS/SK) - „In Österreich gelten aufgrund der Corona-Krise strenge Regeln für die Einreise. Dass diese für ausländische Jagdpächter nun außer Kraft gesetzt werden, ist ein mehr als eigenartiges Signal. Ich frage mich schon, ob die Jägerinnen und Jäger systemrelevant sind“, kritisiert SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim das Vorgehen.

„Das Signal, das damit ausgesendet wird, lautet: wer Geld und Macht hat, kann es sich richten. Offensichtlich gibt es auch in der Corona-Krise gleiche und gleichere Menschen. Die Jagdpächter dürfen ohne ärztliches Attest und ohne Quarantäne-Auflagen einreisen, während andere seit Monaten ihre PartnerInnen nicht treffen dürfen. Das ist für mich nicht hinnehmbar. Abschussplan und Jagdsaison hin oder her“, so Yildirim.

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ots.at vom 05.05.2020

Wiener Tierschutzverein: Junge Wildtiere schützen

So herzig kleine Wildtiere auf viele Menschen auch wirken mögen: Die Hintergründe, wieso oftmals verlassene Jungtiere ohne Mutter gefunden werden, sind oft äußerst dramatisch.

Vösendorf (OTS) - Die Muttertiere werden oft ein Opfer des Straßenverkehrs und die Jungtiere bleiben alleine zurück. „Oder sie sind - was fast noch öfters vorkommt - ein Opfer der Jagd“, sagt Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (WTV). Im dazugehörigen Tierschutzhaus in Vösendorf finden viele dieser Wildtiere kompetente Pflege, so wie jüngst das Wildschweinjunge „Berta“.

Leider gibt es gerade im Osten Österreichs nach wie vor Regelungen, die für zivilisierte Menschen mit Herz - und auch für viele redliche Jägerinnen und Jäger selbst - untragbar und unverständlich sind. So existieren etwa in Niederösterreich für kleine Raubtiere wie Füchse, Marder, Mausmarder, Iltisse oder Wiesel, aber auch für Wildschweine, Wildkaninchen oder Waschbären nach wie vor gar keine Schonzeiten. Ein Beispiel: Fuchs-Mütter, die aktuell ihre Jungen im Bau zu versorgen haben, können quasi immer abgeschossen werden. Dieser Umstand wirkt sich besonders schlimm auf die Jungtiere der genannten Tierarten aus, die ohne Mutter qualvoll und langsam an Hunger, Durst oder Kälte sterben. Der WTV hat gegen diese Barbarei bereits vor einigen Jahren eine Petition gestartet. „Leider wurden bisher auch alle Anträge gegen diese Praktiken im NÖ Landtag stets abgelehnt“, so Petrovic. Der zuständige Landtagsabgeordnete meinte einst dazu, dass anständige Jäger das ohnehin nicht täten. Logisch gedacht könnte es dann aber auch ohne weiteres ein Verbot geben.

„Tatsache ist leider, dass es sehr wohl passiert. Erst vor wenigen Tagen haben wir vergeblich um die Rettung des letzten noch lebenden Fuchsbabys gekämpft, dessen Mutter erschossen worden war. Leider haben Spaziergängerinnen das wimmernde Baby erst entdeckt, als es schon total dehydriert und verloren war. Die Geschwisterchen waren schon vorher verendet. Entspricht dies einem modernen Jagdrecht? Ich denke eher nicht“, sagt Petrovic.

Sonderfall Wildschweine

Apropos Jagdrecht: Bei Wildschweinen ist die Situation besonders fragwürdig. Denn Muttertiere, die Babys haben - so genannte „führende Bachen“ - dürfen zwar eigentlich nicht bejagt werden, aber wenn zuerst die Frischlinge (für die es keine Schonzeiten gibt) erlegt werden, kann danach die auch Mutter, die ja dann keine Babys mehr hat, getötet werden. Das alles ist laut Gesetz legal. „Es mag legal sein, aber es ist und bleibt ein moralischer Frevel und eine menschliche sowie politische Bankrotterklärung“, so Petrovic.

Die WTV-Präsidentin ortet daher dringenden Handlungsbedarf: „Es wird höchste Zeit für ein modernes Jagdrecht, das auch das Wohl der Tiere berücksichtigt und nicht die Vorteile einiger unredlicher Menschen in der Jägerschaft, die Wildtiere immer noch als unliebsame Jagdkonkurrenz sehen“, so Petrovic. Und die WTV-Präsidentin ergänzt: „Ja, so ein kleiner Frischling ist süß. Die Geschichte dahinter aber fast sicher eine Tragödie und ein Verstoß gegen alles, was eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung als rechtlich zulässig erachtet“.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. (FH) Oliver Bayer
Pressesprecher

Wiener Tierschutzverein
Triester Straße 8
2331 Vösendorf

Mobil: 0699/ 16 60 40 66
Telefon: 01/699 24 50 - 16
oliver.bayer@wiener-tierschutzverein.org
www.wiener-tierschutzverein.org

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kleinezeitung.at vom 12.04.2020

Wildtiere drängen in die Stadt

Das Reh auf der Keplerbrücke und die Wildsau in Eggenberg

Goldschakal und Gämsen sind schon da, der Biber pirscht sich an, der Dachs regiert den Schloßberg. In der Corona-Krise drängen Wildtiere auch ins Zentrum.


Es war eine Begegnung der ungewöhnlichen Art, die eine Grazerin am 2. April via Facebook öffentlich gemacht hat. Ihr Eintrag ins globale Logbuch unserer Alltagserlebnisse: „Mir ist ein Reh begegnet. Auf der Keplerbrücke.“

Foto? Leider Fehlanzeige: „Das ging alles zu schnell“, erzählt uns die Grazerin, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte: „Gegen 6.30 Uhr sprang es auf Seite Wickenburggasse über die Straße und weiter in die Körösistraße.“

Rehe im Stadtgebiet sind nicht ungewöhnlich, in Randbezirken sind sie oft ungebetene Gäste in Gärten, die Gemüsebeete leerfressen. Aber mitten im Zentrum sind sie nicht alltäglich, weiß Bezirksjägermeister Stephan Moser: „Dass sie sich soweit vorwagen hat sicher mit der Corona-Krise zu tun.“ Da Auto- und Fußgängerfrequenz deutlich gesunken seien, fehle die Abschreckung.

Doch es ist - frei nach Erich Kästner - nicht nur eine Corona-Konferenz der Wildtiere in Graz. Schon seit Jahren dringen neue Arten und Kulturfolger in den urbanen Raum ein. „Im Westen haben wir es vermehrt mit Schwarzwild zu tun“, ortet Moser schon eine bedenkliche Wildschweinpopulation, die man unter Kontrolle halten müsse: „Hier gab es auch Wildschwein-Sichtungen in Gärten von Eggenbergs Einfamilienhäusern.“

Abschüsse in Graz 2019/20

Das Jagdjahr geht bis 31. März. Bezirksjägermeister Moser zieht Bilanz: In Graz wurden drei Wildschweine erlegt (in Thal waren es rund 20), 100 Füchse, 20 Dachse (sie werden nicht im Innenstadt-Bereich bejagt), 10 Gämsen, 40 Hasen – vor allem am Areal der Liebenauer

Gemüsegärtner parallel zum Autobahnzubringer, wo es eine „Hasenplage“ gab. Erlegt wurden auch 380 Rehe, rund 100 davon waren Fallwild – von Hunden gehetzt und getötet oder in Zäunen verendet.

Ebenfalls im Westen gibt es eine Grazer Besonderheit: Entlang der Hügelkette Plabutsch-Buchkogel sind Gämsenheimisch, die die Ruhe am Feliferhof genießen. Von Südosten wandern Goldschakale ein, von Süden machen sich Biber an der Mur auf, um das Revier Graz zu erobern, legt Moser Baumfotos als Beweis bei.

Dachse werden am Schloßberg eingefangen

Bereits ein Problem sind die Dachse auf dem Schloßberg. Vor Jahren amüsierte man sich in der Stadt über Franz I. – den Dachs im Burggarten, benannt nach dem dem damals amtierenden Landeshauptmann Franz Voves. Die Erben von Franz I. bevölkern nun den Schloßberg, wo mancher Dachsbau Wege untergräbt und ein Sicherheitsrisiko ist. Moser: „Wir fangen sie mit Lebendfallen und siedeln sie aus.“ Hundebesitzern rät der Jäger auf ihre Vierbeiner aufzupassen. Wenn ein Hund auf einen Dachs zugeht, könne das für ihn durchaus sehr schmerzhaft enden.

Kopfzerbrechen um anderen Kulturfolger

So wie der Dachs, der sich auf Futtersuche schon einmal über Mistkübel hermacht, ist auch die Stadttaube als Kulturfolger im urbanen Raum nahe am Menschen. Derzeit aber sind sie in der leergefegten Innenstadt kaum zu sehen und es läuft - wie auch in Deutschland - eine Debatte, ob ihnen der Hungertod drohe.

Nach wie vor problematisch ist in Graz der Fuchsbestand, weil sich die tödliche Fuchsräude nach wie vor hält: „Der Erreger sind Milben die auch Hunden gefährlich werden können, dazu braucht es nicht einmal den direkten Kontakt“, warnt Moser, der auch einen Fall kennt, wo ein räudiger Fuchs, befallen Tiere verlieren ihre Scheu, auf der Terrasse eines Einfamilienhauses gesichtet wurde.

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derstandard.at vom 08.04.2020

Mensch laut Studie an Verbreitung neuer Viren schuld

Pandemien durch krankmachende Viren, die eigentlich von Tieren stammen, können laut einer neuen Studie in Zukunft häufiger auftreten. Verantwortlich dafür ist demnach der Mensch selbst, der durch die Jagd auf wilde Tiere, den Handel mit ihnen und die zunehmende Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume die Tiere zu immer größerer Nähe zum Menschen zwingt. Je enger der Kontakt wird, desto größer wird auch die Gefahr, dass Krankheitserreger vom Tier auf den Menschen überspringen. Rund 70 Prozent der menschlichen Krankheitserreger sind zoonotisch, das bedeutet, sie machen wie im Fall des neuen Coronavirus den Sprung ("Spillover") vom Tier auf den Menschen.

Für ihre am Mittwoch in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlichte Studie untersuchten US-Forscher um Christine Johnson von der University of California mehr als 140 Viren, von denen bekannt ist, dass sie vom Tier auf den Menschen übertragen wurden. Es zeigte sich auch, dass die Gefahr einer Übertragung am größten ist, wenn eine Tierart durch übermäßigen Konsum durch den Menschen und Lebensraumverlust bedroht ist. "Wir verändern die Landschaft durch Abholzung, Ackerbau oder Viehzucht sowie durch den Bau oder Ausbau unserer Siedlungen", sagt Johnson. "Damit nehmen auch Häufigkeit und Intensität des Kontakts zwischen Menschen und Wildtieren zu - und das schafft die perfekten Bedingungen für das 'Spillover' der Viren."

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orf.at vom 14.03.2020

Nationalpark: Vereinbarung ergänzen

Das neue Übereinkommen zwischen dem Nationalparkfonds und der Kärntner Jägerschaft sieht vor, dass Großraubtiere, dass diese Tiere nicht erhalten und beforscht werden sollen. Das sorgte bei Umweltverbänden, aber auch bei der Nationalparkverwaltung für heftige Kritik. Jetzt soll die Vereinbarung ergänzt werden.

Anders als etwa der Yellowstone Nationalpark in den USA oder der Triglav Nationalpark in Slowenien befindet sich der Nationalpark Hohe Tauern fast zur Gänze in Privatbesitz. Der Park selbst pachtet die Jagdreviere, die zusammen eine große Wildruhezone bilden. Die herkömmliche Jagd ist eingeschränkt.

Großwild von Schutz ausgenommen

Jetzt sorgt die neue Vereinbarung zwischen dem Land Kärnten und der Jägerschaft für Kritik, heißt es dort dich unter anderem, „Bär, Wolf, Luchs, Goldschakal und Fischotter werden ausdrücklich von erhaltenden und unterstützenden Maßnahmen in den Nationalparkrevieren ausgenommen“ – mehr dazu in Raubwild im Nationalpark nicht willkommen (kaernten.ORF.at; 20.3.2020).

Diese Einschränkung könnte sogar die internationale Anerkennung des Nationalparks gefährden, sagt der Wildbiologe Wolfang Schröder, der den Nationalpark wissenschaftlich berät. „Diese vorliegende Vereinbarung entspricht nicht dem Nationalparkgeist in Österreich. Die charakteristische biologische Vielfalt soll in diesem Nationalpark erhalten werden. Das spiegelt diese Vereinbarung nicht wider, weil sie ein paar Arten von dieser Erhaltung ausschließt.“

Regierung: Internationale Anerkennung nicht in Frage stellen

Nationalparkreferentin Sara Schaar (SPÖ), die den Vertrag für den Nationalparkfonds unterschrieben hat, will die Formulierung nicht zurücknehmen. Mit Nationalparkdirektor Peter Rupitsch habe man sich bereits darauf geeinigt, dass gemeinsam zusätzliche Erläuterungen zu dem Übereinkommen geschrieben werden, sagte Schaar.

„Diese Erläuterungen arbeiten wir gerade gemeinsam mit dem Nationalparkdirektor aus, um fachlich alles außer Streit stellen zu können.“ Die internationale Anerkennung dürfe auf gar keinen Fall in Frage gestellt werden, sagte Schaar.

Nationalpark: Momentan kein Großwild vorhanden

Nationalparkdirektor Peter Rupitsch geht davon aus, dass das Jagdmanagement wie bisher fortgeführt werden kann. Großraubtiere seien im Nationalpark Hohe Tauern kein Problem. Der Nationalpark habe sich schon vor Jahren dazu bekannt, keine proaktive Wiederansiedlung von großen Beutegreifern durchzuführen, sagte Rupitsch.

„Und zum anderen müssen wir davon ausgehen, wie der Rechtszustand ist, und der ist dergestalt, dass momentan die großen Beutegreifer Bär, Luchs und Wolf, gar nicht im Gebiet vorhanden sind und deshalb auch nicht für einen, günstigen Erhaltungszustand‘ gesorgt werden kann. Das heißt mit anderen Worten: Solange die Tiere nicht da sind, gibt es auch keinen Handlungsbedarf. Wenn sie da sind, wird von Fall zu Fall zu entscheiden sein.“ Dass sich Bär oder Luchs hier ansiedeln, sei so gut wie ausgeschlossen, sagte Rupitsch.

Rupitsch: „Einzig mögliche Gefahr von Wolf“

Die einzige „Gefahr“ komme vom Wolf, wenn man das so betrachten wolle, und das sei aus Sicht der Landwirtschaft verständlich, sagte Rupitsch. Wenn der Wolf tatsächlich und nachweislich verstärkt auftauchen sollte, werde man sich mit den einzelnen Fällen zu befassen haben. Eine Bejagung von Wölfen im Nationalparkgebiet sei „in Ausnahmesituationen möglich“, sagte Rupitsch, „aber einfach wird das ganz sicher nicht“.

Regierung: Ergänzungen in nächsten Tagen fertig

Mit den Erläuterungen soll der Schutzstatus für solche Tiere festgeschrieben werden. Schon in den nächsten Tagen sollen die Ergänzungen im Jagdübereinkommen fertig gestellt sein, kündigte Umweltlandesrätin Schaar an. Die internationale Anerkennung des Nationalparks sei dem Land wichtig, diesen Status gelte es unbedingt zu erhalten.

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orf.at vom 12.03.2020

Polizeioberst muss für Köperverletzung zahlen

Ein hochrangiger Polizist ist am Donnerstag am Bezirksgericht Hermagor wegen Körperverletzung verurteilt worden. Wie Gerichtssprecher Christian Liebhauser-Karl bestätigt, fasste er eine Geldstrafe von 9.000 Euro aus.

Dem Mann war vorgeworfen worden, eine Spaziergängerin geschlagen zu haben, weil diese ihre Hunde nicht angeleint hatte. Der Jäger, der selbst mit einem frei laufenden Hund unterwegs war, war mit ihr in Streit geraten. Er bekannte sich vor Gericht nicht schuldig: „Ich sehe mich als Opfer einer böswilligen Verleumdung“, hatte er schon am ersten Verhandlungstag im Februar vor Richterin Andrea Wetschnig gesagt. Die Richterin betrachtete jedoch die Aussagen der Zeugen als glaubwürdig.

In ihrer Urteilsbegründung sagte Wetschnig, sie halte die Aussagen der Zeugen für glaubwürdig – sowohl die des Opfers, als auch der Personen, die der Frau nach dem Vorfall im Wald begegnet waren. Ein Gutachten hatte ergeben, dass die Verletzung an der Wange der Frau eindeutig durch eine stumpfe Gewalteinwirkung zustande gekommen sei. Das Urteil, 120 Tagessätze in Höhe von jeweils 80 Euro, ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte legte Berufung ein.

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orf.at vom 23.02.2020

136 Vögel: Niederösterreich als Adlerparadies

Die Zahl überwinternder Seeadler bleibt laut Naturschutzorganisation WWF konstant hoch. Im Zuge der Winterzählung wurden bundesweit 176 Vögel beobachtet. 136 und damit mehr als drei Viertel wurden in Niederösterreich gesichtet. Hier finden sie ideale Bedingungen.

In Niederösterreich überwintern mit 136 Individuen die meisten Seeadler. 56 wurden in den March-Thaya-Auen, 41 im Waldviertel, 31 in den Donau-Auen ober- und unterhalb von Wien sowie acht im Weinviertel gezählt. Schutzgebiete wie der Nationalpark Donau-Auen bieten dem Seeadler ideale Rahmenbedingungen. „Hier finden sie Horstbäume und beruhigte Bereiche für die Brut, ebenso Gewässerzüge für ihre Jagd auf Fische und Wasservögel. Neben den Wintergästen sind bis zu sechs Brutpaare ganzjährig im Nationalpark anzutreffen“, sagt Nationalparkdirektorin Edith Klauser.


Aufwärtstrend setzt sich fort

„Vor 20 Jahren galt der Seeadler hierzulande noch als ausgestorben“, sagt Christian Pichler, Greifvogelexperte des WWF Österreich. Mittlerweile würden die jahrelangen Schutzbemühungen Wirkung zeigen: „Die letzte Brutsaison war mit 46 Jungvögeln die erfolgreichste seit seiner Rückkehr. Die gleichbleibend hohe Zahl überwinternder Seeadler bestätigt diesen Aufwärtstrend. Österreichs Wappentier ist zurückgekommen, um zu bleiben.“

Auch das Burgenland ist wichtiges Überwinterungsgebiet: 19 Seeadler wurden auf der Parndorfer Platte, neun im Seewinkel (inklusive Grenzgebiet zu Ungarn) und neun im Südburgenland und der Ost-Steiermark gezählt. In Oberösterreich wurden drei der Vögel am Unteren Inn gesichtet.

Ziel der Tierschützer noch nicht erreicht

Trotz der mittlerweile sehr gut etablierten Population sei das Ziel, das Überleben der Tiere in Österreich dauerhaft zu sichern, noch nicht erreicht, heißt es. „Verbotene Abschüsse und Vergiftungen stellen eine laufende Gefahr und die größte Bedrohung für Seeadler dar“, betonte Pichler. Die Weiterführung von länderübergreifenden Schutzmaßnahmen bei gleichzeitiger Bekämpfung der illegalen Verfolgung sei entscheidend.

Im Vorjahr hatte etwa ein Jogger im Bezirk Waidhofen an der Thaya nahe der tschechischen Grenze einen toten Seeadler gefunden. Das Tier war mit einem verbotenen Pestizid vergiftet worden. Gegen einen Jäger wurde in dem Fall vor kurzem Anklage erhoben – mehr dazu in Giftköder ausgelegt: Anklage gegen Jäger (noe.ORF.at; 13.2.2020).

Der Seeadler gehört mit einer Flügelspannweite von bis zu 230 Zentimetern zu den größten Adlern Europas. Nach seiner Ausrottung war er laut WWF jahrzehntelang aus unseren Breiten verschwunden. Gesamteuropäische Schutzbemühungen führten zu seiner erfolgreichen Rückkehr. Österreich bietet aktuell etwa 35 bis 40 Brutpaaren Lebensraum.

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orf.at vom 21.02.2020

Raubwild im Nationalpark nicht willkommen

Im Nationalpark Hohe Tauern ist Raubwild künftig nicht mehr willkommen. Das wurde ausdrücklich im neuen Jagdübereinkommen zwischen Politik, Jägerschaft und Grundstücksbesitzern berücksichtigt. Raubtiere sind von „erhaltenden und unterstützenden Maßnahmen“ in den Nationalparkrevieren ausgenommen.

Wölfe und Bären würden sich nicht an Reviergrenzen halten, so Jagdreferent Martin Gruber (ÖVP). Daher sei auch im Nationalpark ein aktives Wildtiermanagement in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft notwendig. Bär und Wolf, aber auch anderes Raubwild wie Luchs, Goldschakal und Fischotter sind im Nationalpark Hohe Tauern nicht willkommen. Im neuen Jagdübereinkommen zwischen Politik, Jägerschaft und Grundstücksbesitzern sind diese Wildarten deshalb namentlich von den Erhaltungs- und Wiederansiedlungsmaßnahmen im Nationalpark ausgenommen.

Jagdbeirat wird eingerichtet

Das heißt, auch wissenschaftliche Untersuchungen und Gelder werden nicht in diese Tierarten investiert. Sie werden allerdings weder bejagt noch vergrämt. Nicht betroffen sind die laufenden Projekte für Bartgeier und Steinböcke. In der Vertragsvereinbarung sind auch die Grundbesitzer miteinbezogen. Das sei ein wichtiges Signal für die Zusammenarbeit von Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz, so Gruber. Für die Beratung des Kärntner Nationalparkfonds wird ein Jagdbeirat aus elf Personen eingerichtet. In diesem Beirat sind ab sofort auch die Grundbesitzer vertreten. Das Übereinkommen gilt bis 2030.

Nationalparkdirektor übt Kritik

Nationalparkdirektor Peter Rupitsch hat das Übereinkommen nicht unterschrieben. Grund dafür ist, dass Beutegreifer wie Wolf, Bär, Luchs, Goldschakal und Fischotter namentlich von den Erhaltungs- und Wiederansiedlungsmaßnahmen im Nationalpark ausgenommen sind. Dieses Jagdübereinkommen sei ein falsches Signal, so Rupitsch. Er sieht darin einen Widerspruch zum Nationalpark-Gedanken und glaubt, dass „das letzte Wort in dieser Causa noch nicht gesprochen“ sei. Vielleicht sei das Ganze etwas übereilt überzeichnet worden. Es gebe auch noch einige andere Punkte, die im Jagdübereinkommen zu hinterfragen seien, so Rupitsch.

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orf.at vom 15.02.2020

Entsetzen über Massenabschuss von Rotwild

In Kaisers im Lechtal (Bezirk Reutte) sind in der Nacht in einem Wildgatter 33 Stück Rotwild abgeschossen worden. Die Behörde rechtfertigt den Massenabschuss mit TBC-Bekämpfung, laut Landesveterinärdirektion war der Abschuss tierschutzgerecht. Die Bürgermeister der Region sprechen von Massaker und Tierquälerei.

Die Tiere wurden schon seit Längerem im Jagdrevier von Kaisers in einem offenen Gehege angefüttert. Am Sonntag in der Nacht wurde das Gatter dann geschlossen und 33 Tiere abgeschossen. Der Kaiserer Bürgermeister Norbert Lorenz erhebt diesbezüglich Vorwürfe gegen die Landesveterinärdirektion. Statt wie angekündigt 20 wurden 33 Tiere abgeschossen. „Sie halten den eigenen Bescheid nicht ein und sprechen groß von tierschonenden Maßnahmen. Dass man 33 Stück Rotwild in einem Massaker niedergemetzelt hat, hat nichts mit Seuchenbekämpfung zu tun. Es kann nicht sein, dass man solche tierquälerischen Maßnahmen unter dem Deckmantel der Seuchenbekämpfung vollzieht.“ Monatelang hätte man gegen den Gatterabschuss gekämpft und vorgeschlagen, die notwendigen Stück jagdlich zu erlegen.

Zweifel an „sanften Methoden“

Unterstützung bekommt er von Bürgermeisterkollegen Markus Gerber in Elbigenalp. Die Fehlerquote bei Maßnahmen dieser Art sei sehr hoch – nur ein kleiner Teil der erschossenen Tiere sei wohl an TBC erkrankt: „Auf der anderen Seite der Welt verhungern die Menschen, und bei uns wird das beste Fleisch entsorgt!“ Diese Vorgehensweise sei sehr infrage zu stellen, so Gerber. „Sie haben immer von sehr sanften Methoden gesprochen, in zwei Minuten sei alles erledigt. So hat man es versucht der Bevölkerung zu verkaufen. Dass das ganze Lug und Trug war, hat sich gestern Nacht bestätigt.“ Auch nach 45 Minuten seien noch nicht alle Tiere tot gewesen, so Gerber.

Auch Landesjägermeister skeptisch

Skeptisch zeigt sich auch Tirols Landesjägermeister Anton Larcher. Er will sich die Vorgangsweise genau anschauen: „Wenn ich sehe, dass die Zaunlatten und Pflöcke voller Blut, also voller Schweiß, sind, dann ist hier Panik ausgebrochen. Man hat aber gesagt, dass man mit Schalldämpfern dafür sorgen wird, dass keine Panik unter den Tieren ausbrechen wird. Das sieht eigentlich ein Blinder. Aber ich möchte nicht vorverurteilen.“

Behörde spricht von tierschutzgerechter Aktion

Die Veterinärbehörde hat am Montag in einer Aussendung einmal mehr von einer tierschutzgerechten Aktion gesprochen, durchgeführt von einem erfahrenen Team, innerhalb einer Viertelstunde. Zudem sei ein Regulierungsgatter eine jagdfachlich anerkannte Methode. Außerdem habe es sich beim Abschuss im Gatter um eine vom Landesverwaltungsgericht vorgegebene Vorgangsweise gehandelt – mehr dazu in Massenabschuss von Rotwild im Außerfern. Der Bürgermeister von Kaisers kündigte eine Anzeige gegen die Landesveterinärbehörde an.

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orf.at vom 15.02.2020

Massenabschuss von Rotwild im Außerfern

Der TBC-infizierte Wildbestand in Kaisers im Außerfern macht einen Abschuss von mehr als 20 Stück Rotwild notwendig. Derzeit bereitet man sich darauf vor, die Tiere in einem Wildgatter abzuschießen, um die Gefahr einer Übertragung von Tuberkulose auf Weiderinder und damit auch auf Menschen zu reduzieren.

Im Jagdrevier von Kaisers wird schon seit längerem Rotwild in einem offenen Gehege angefüttert. In den nächsten Wochen wird in einem dieser Gatter eine drastische Maßnahme notwendig, auch weil die ansässigen Jäger die vorgeschriebene Abschussquote bis heute nicht erfüllt haben. Durch das Futter werden die Tiere in den abgezäunten Bereich gelockt, erklärte Paul Ortner, stellvertretender Veterinärdirektor, die Vorgehensweise. Wenn man dann sehe, dass sich die richtige Anzahl an Rotwild mit der richtigen Geschlechterverteilung im Gatter befindet, werde dieses per Knopfdruck geschlossen.

Unbeliebte aber „tierschonende Maßnahme“

Aus 50 bis 70 Metern werde das Rotwild dann getötet. Laut Ortner handelt es sich bei diesen Abschüssen um eine tierschonende Maßnahme. Das Erlegen aus nächster Nähe erhöhe die Treffsicherheit. Zudem verhindern Schalldämpfer Panik in der Gruppe, betonte Ortner. Landesjägermeister Anton Larcher bezeichnete die Vorgehensweise als „einzige Möglichkeit, TBC im Wildbestand in den Griff zu bekommen“. Es sei im Interesse der Jägerschaft, dass die Krankheit zumindest eingegrenzt wird, besser noch verschwindet.

Den Jägern in Kaisers, die ihre Abschussquote nicht erfüllt haben, will Larcher keinen Vorwurf machen. Der sonnige Herbst habe die Jagd dort ungemein erschwert. Gerade an schönen Tagen seien sehr viele Freizeitsportler unterwegs, das Wild ziehe sich dadurch zurück und werde nachtaktiv. Es entziehe sich dadurch den Abschussmöglichkeiten der Jäger. Auch in anderen Tiroler Revieren könnten die Rotwildquoten heuer nicht erfüllt werden. Weitere Gatterabschüsse seien jedoch nicht notwendig, versicherte der Landesjägermeister.

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orf.at vom 14.02.2020

Giftköder ausgelegt: Anklage gegen Jäger

Vor einem Jahr hat ein Jogger im Bezirk Waidhofen an der Thaya nahe der tschechischen Grenze einen toten Seeadler gefunden. Das Tier war mit einem verbotenen Pestizid vergiftet worden. Nun wird laut Staatsanwaltschaft Krems ein 69-jähriger Jäger beschuldigt, vergiftete Köder ausgelegt zu haben.

Wegen Tierquälerei soll dem Mann aus dem Bezirk Waidhofen an der Thaya demnächst der Prozess gemacht werden, bestätigte Staatsanwältin Susanne Waidecker vom Landesgericht Krems einen „Kurier“-Bericht. Der Jäger soll Giftköder ausgelegt und so artgeschützte Vögel gequält und getötet haben.

Kriminalisten forschten den Mann aus. Bei einer Hausdurchsuchung wurde bei ihm nicht nur das verbotene Nervengift Carbofuran gefunden. In einer Tiefkühltruhe stießen die Ermittler auch auf Kadaver eines Uhus sowie mehrerer Füchse und Marder. In den Tieren wurde Carbofuran nachgewiesen. Sie dürften als Köder für Greifvögel vorgesehen gewesen sein.

WWF begrüßt intensive Ermittlungen

Carbofuran ist ein Pestizid, dessen Verkauf und Anwendung seit 2008 in Österreich verboten ist. Es kann auch für Menschen und Haustiere gefährlich sein. Bei der Naturschutzorganisation WWF begrüßte man, dass das illegale Töten von geschützten Tieren nicht mehr als Kavaliersdelikt gesehen werde. „Durch intensive Ermittlungen wurde der Fall aufgedeckt und kann nun vor Gericht verhandelt werden“, sagte Artenschutzexpertin Christina Wolf-Petre gegenüber noe.ORF.at. Insgesamt dokumentierte die Naturschutzorganisation in ihrer Datenbank in Niederösterreich für das Jahr 2019 50 illegal durch Abschuss oder Gift getötete Wildtiere.

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orf.at vom 05.02.2020

Körperverletzung: Polizeioberst vor Gericht

Am Mittwoch hat sich ein Kärntner Polizeioberst vor dem Bezirksgericht Hermagor wegen des Verdachts der Körperverletzung verantworten müssen. Er soll eine Spaziergängerin geohrfeigt haben, weil diese ihre Hunde nicht angeleint hatte. Ein Gutachter wird bestellt, es wurde vertagt.

Zu dem Vorfall kam es am 1. März 2019 auf einer Waldlichtung in Kirchbach im Gailtal. Der Polizist ist auch Jagdaufseher und war mit seinem Hund unterwegs. Er traf eine Spaziergängerin, die seit Kurzem im Gailtal lebt und sagte ihr, sie solle ihre beiden Hunde anleinen. Die Frau konterte, dass auch er seinen Jagdhund an die Leine nehmen solle. Es kam in der Folge zu einem Streit. Die Frau sagt, der ihr damals unbekannte Mann habe sie ins Gesicht geschlagen, sie habe eine Jochbeinprellung erlitten. Von der Verletzung gibt es Fotos. Dass aber der Polizist der Täter ist, bleibt unbewiesen, es gibt keine Zeugen, nur Indizien.

Polizist: Nicht geschlagen

Nach der Ermittlung der Polizei Kötschach-Mauthen kam zuerst das Landeskriminalamt Kärnten ins Spiel und dann das steirische. Auch die Staatsanwaltschaft Graz wurde eingeschaltet, um Befangenheit zu vermeiden. Der angeklagte Polizist sagte, er habe die Frau nicht geschlagen. Er wolle aber den Prozess, um den Verdacht aus der Welt zu räumen.

Die Frau, die in diesem Fall Zeugin und Privatbeteiligte ist, nahm sich Alexander Todor-Kostic als Anwalt. Dieser sagte, er rechne mit einem kurzen Verfahren – ebenso der Anwalt des Polizisten, Philipp Mödritscher. Dass vor der Bezirksrichterin verhandelt wird, hat mit der geringen Schwere der Tat zu tun.

Verteidiger spricht von Medienhatz

Der Verteidiger sprach bei der Verhandlung von einer Medienhatz gegen seinen Mandanten, der Angeklagte selbst von böswilliger Verleumdung. Richterin Andrea Wetschnig wollte, dass er selbst sein Naturell beschreibt. Er sagte, er sei ruhig und einfühlsam, würde aber von manchen Personen als barsch empfunden. Auf die Frage, ob er „auszucke“, sagte er, dann sei er bei der Polizei fehl am Platz, wenn das in so einer Situation passiere.

An besagtem 1. März, dem letzten Tag seines Krankenstandes, ging er mit dem Jagdhund seines Sohnes auf die Suche nach Fallwild. Da sei ihm ein Staffordshire-Terrier entgegengekommen, den er als Kampfhund erkannt habe. Er habe Angst gehabt, gab er zu Protokoll. Kurz darauf traf er die Frau mit einem zweiten Hund, einem Rhodesian Ridgeback, ebenfalls ohne Leine. Er habe sich bei der Frau samt seinem Polizeirang vorgestellt und sie aufgefordert, die Hunde anzuleinen, das ohne Aufregung. Die Frau sei aber nach kurzer Diskussion davongegangen, ohne die Hunde anzuleinen. „Bei allem, was mir heilig ist, gewatscht habe ich sie nicht“, sagte er aus. Das habe er noch nie gemacht.

Frau blieb bei Aussagen

Die 53-jährige Frau wurde von der Richterin belehrt, dass eine Falschaussage zu einer mehrjährigen Haftstrafe führen könnte. Diese blieb aber bei ihrer Version, ein fremder Mann sei auf sie zugekommen und habe sie aggressiv aufgefordert, die Hunde anzuleinen. Plötzlich habe sie seine Hand auf der linken Wange gespürt. Ein Arzt bestätigte eine Jochbeinprellung. Wegen der Schmerzen und Verfärbungen gehe sie von einem Faustschlag aus. Etliche Tage später, nach einer Anzeige bei der Polizei und Ermittlungen, sei erst klar geworden, um wen es hier gehe. Sie habe nicht glauben können, dass ein Polizeioffizier so etwas tun würde, sagte die Frau.

Der Verteidiger legte noch in die Waagschale, dass die Frau im Internet eine Petition gegen die Jagd unterschrieben hätte. Ja, sie sei dagegen, dass frei laufende Hunde erschossen werden, sagte die Slowakin, die mit ihrem Mann vor einigen Jahren ins Gailtal gezogen war. Nun muss die Richterin entscheiden, denn weiterhin steht Aussage gegen Aussage.

Tatrekonstruktion von Richterin abgelehnt

Die Verhandlung am Mittwoch wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Bis zur Fortsetzung des Verfahrens soll nun ein medizinisches Gutachten die Verletzung und die Darstellungen überprüfen. Außerdem soll die Ärztin aussagen, welche die Frau am Vorfallstag untersucht hatte. Anträge des Verteidigers auf einen Ortsaugenschein samt Tatrekonstruktion sowie ein Hunde-Verhaltensgutachten lehnte die Richterin ab. Das seien „unzulässige Erkundungsbeweise“.

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