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 Jagd in der Presse 2006 

orf.at vom 28.12.2006 

Die meisten Jäger sind Borreliose-gefährdet

Jäger sind hoch gefährdet, an der durch Zecken verursachten Borreliose zu erkranken. Eine neue Studie aus dem Burgenland zeigt, dass die meisten Weidmänner bereits mit den Erregern in Kontakt gekommen sind.

54 Prozent

Im Durchschnitt 54 Prozent der Jäger sind mit den Erregern in Kontakt gekommen. Das ist das Ergebnis der Studie aus dem Burgenland.

Bakterielle Infektion

Neben der potenziell lebensgefährlichen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) können Zecken auch die per Antibiotika behandelbare, aber bei chronischen Verläufen ausgesprochen unangenehme Borreliose übertragen. Diese bakterielle Infektion erfolgt oft ohne größere Symptome.

Europa als Region

"Laut einem Bericht der WHO aus dem Jahr 1995 sollte ganz Europa als eine Region gesehen werden, in der die Lyme-Borreliose vorkommt, obwohl die Zahl der Infektionen von Land zu Land und von Region zu Region variiert", schrieben jetzt Dr. Emel Cetin vom Institut für Hygiene der Medizinischen Universität Wien und seine Co-Autoren in der Wiener Klinischen Wochenschrift.

"1.000 pro 100.000 Einwohner und Jahr"

"Die Krankheit kommt relativ häufig in Südskandinavien, den Niederlanden, Teilen Deutschlands, Tschechiens, der Slowakei, Österreichs und Slowenien vor. (...) In Österreich beträgt die Häufigkeit pro Jahr in kleinen Gebieten bis zu 1.000 pro 100.000 Einwohner und Jahr", so Cetin.

Hohe Dunkelziffer

Die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Das einzige ziemlich charakteristische Frühzeichen eine Borrelien-Infektion ist das Erythema migrans, eine ringartige Hautrötung einige Tage nach dem Zeckenstich. Eine Borreliose sollte möglichst frühzeitig per Antibiotika behandelt werden, um Spätsymptome zu verhindern. Sie können bis zu Herzmuskelentzündungen und schweren Gelenksproblemen reichen. Besonders gefährdet sind jene Menschen, die sich oft und lange in Wäldern aufhalten.

Blutproben ausgewertet

Die Wiener Wissenschafter sammelten deshalb Blutproben von 1.214 Jägern im Alter zwischen 18 und 89 Jahren und von 39 Jägerinnen im Alter zwischen 21 und 69 Jahren und untersuchten sie im Labor auf Antikörper gegen die Borrelien. Die Probanden stammten aus acht burgenländischen Bezirken. Das Ergebnis laut den Autoren: "Insgesamt wurden bei 673 Serum-Proben (54 Prozent) IgG-Antikörper auf Borrelia burgdorferi nachgewiesen: 663 davon kamen von Männern (55 Prozent Antikörper-positiv) und zehn von Frauen (26 Antikörper-positiv). Eine solche Seropositivität war klar vom Alter der Person und von der Dauer der Beschäftigung mit der Jagd abhängig. Die Häufigkeit betrug 33 Prozent bei Personen unter 29 Jahren und 83 Prozent bei Personen über 70.

Mehr Infektionen im Süden

Regional ergeben sich für das Burgenland auch starke regionale Unterschiede, die auf mehr Infektionen im Süden hindeuten. Die Durchschnittswerte des Nachweises von Borrelien-Antikörpern im Blut der Jäger nach den Herkunftsbezirken:

 - Neusiedl: 39 Prozent
 - Eisenstadt: 52 Prozent
 - Eisenstadt-Umgebung: 53 Prozent
 - Mattersburg: 59 Prozent
 - Operpullendorf: 56 Prozent
 - Oberwart: 57 Prozent
 - Güssing: 58 Prozent
 - Jennersdorf: 65 Prozent

Häufigkeit steigt mit Dauer der Jagdtätigkeit

Die Dauer der Jagdtätigkeit ist offenbar besonders aussagekräftig: Weidmänner bzw. Weidfrauen mit bis zu zehn Jahren Praxis waren zu 33 Prozent Antikörper-positiv. In der Gruppe der "älteren" Jäger, die ihrem Hobby schon 21 bis 30 Jahre lang nachgingen, schnellte die Häufigkeit bereits auf 61 Prozent hinauf.  41 bis 50 Jahre Jagderfahrung ließen das Risiko bei 75 Prozent ankommen. Nach fünf Jahrzehnten "Halali" war schließlich fast jede Person, nämlich 95 Prozent, schon mit den Borrelien in Kontakt gekommen.

APA vom 12.12.2006

EU-Verfahren gegen illegale Vogeljagd in Niederösterreich

Mahnbrief aus Brüssel auch wegen Mängel bei Deponie-Richtlinie

Brüssel (APA) - Die EU-Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich wegen illegaler Vogeljagd in Niederösterreich eröffnet. Wie die Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte, habe Niederösterreich die Vogelschutzrichtlinie verletzt, indem es Jagd auf Habichte und Bussarde zulasse.
 
Diese beiden Greifvögel dürfen nach der EU-Vogelschutzrichtlinie nicht gejagt werden. Wenn die nationalen Stellen eine Jagd dennoch für erforderlich erachten, müssen sie dies begründen. Nach Ansicht der EU-Kommission hat Niederösterreich für eine derartige Ausnahme nicht ausreichend Gründe dargelegt.
 
Einen weiteren Mahnbrief sendete die EU-Kommission an Österreich neben sechs anderen EU-Staaten wegen mangelhafter Umsetzung einer Richtlinie zu Abfalldeponien. Die Mängel betreffen unter anderem eine unzureichende Unterscheidung der Arten von Müll und Ausnahmebestimmungen. Die EU-Kommission kann nach einem ersten Mahnbrief die EU-Staaten zu einer detaillierten Stellungnahme auffordern. Andernfalls drohen den Ländern Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof.

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"Niederösterreichische Nachrichten" vom 11.12.2006

Jäger weist alle Vorwürfe zurück

Wegen angeblicher Tierquälerei muss ein Jäger nun vor Gericht.

EGGENDORF / Der Verein "Tierasyl International" verklagt einen Jäger aus dem Jagdverband Eggendorf wegen Tierquälerei. Ihm wird vorgeworfen, seinen Hund mit einem verbotenen Elektroschockhalsband zu züchtigen. Auf Anfrage der NÖN verteidigte sich der Betroffene: "Die Vorwürfe sind absoluter Blödsinn. Ich konnte mit dem Kläger noch keinen Kontakt aufnehmen, bereite aber bereits eine Klage wegen Rufschädigung vor." Illegale Trainingsmethoden habe er nie angewandt: "Ich trainiere meinen Hund nur mit legalen Mitteln - und das weiß jeder!" Der Verein "Tierasyl International" beruft sich auf Zeugenaussagen, die ihm jedoch unrechtmäßiges Handeln unterstellen. "Ich habe bereits mit einem Zeugen gesprochen, der mir erzählt hat, dass er die belastenden Aussagen nicht getätigt hat", verteidigte sich der Jäger gegenüber der NÖN.

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"Salzburger Nachrichten" vom 11.12.2006 

Salzburgs Jäger schießen zu wenig Hirsche, der Wald leidet. 

Die Bundesforste bangen um Millionen. Etliche Pächter werden ihre Reviere verlieren.
Salzburg (SN). In Salzburgs Wäldern tummelt sich das blühende Leben. Vor allem Hirsche gibt es reichlich - zu viele, wie die Österreichischen Bundesforste meinen. Auch das Land Salzburg spricht von einem Überhang von 5000 Tieren. Schuld seien viele der 8000 Jäger im Land, die ihre Abschussquoten nicht konsequent genug erfüllen würden. Etliche sollen dafür jetzt mit dem Revierentzug bestraft werden.


17.000 Stück Rotwild gibt es schätzungsweise in Salzburg, 12.000 wären die Wunschvorstellung der Land- und Forstwirtschaftsabteilung. Warum wird nicht mehr geschossen? "Wenn ich das wüsste, wäre mir um vieles leichter", sagt deren Leiter Hans Schlager. Der Beamte vermutet, dass die meist hohen Kosten für die Revierpacht mitverantwortlich sind.

"Wer viel bezahlen muss, wird darauf achten, dass die Bühne voll ist. Mehr Tiere bedeuten, dass auch mehr besonders schöne Geweihträger dabei sind. Und die sind es, die für viele Waidmänner den eigentlichen Reiz ausmachen." Nun will das Land Konsequenzen ziehen und die Abschussquoten weiter erhöhen: 2007 müssen dann 5856 Stück Rotwild erlegt werden, gut 800 mehr als heuer. Ob die Verschärfung der Jäger-Pflicht zum Erfolg führt, ist allerdings fraglich.

Die Bundesforste, größter Besitzer von Jagden in Salzburg, sehen die Schmerzgrenze beim Wuchern beim Tierbestand längst erreicht. "Wir hatten seit 2002 enorme Schäden durch Windwurf und Borkenkäfer. Um das zu kompensieren, wurde eine Million Jungbäumchen gesetzt. Das waren zigtausend Arbeitsstunden. Die Investitionen betrugen knapp zehn Millionen Euro - die wir gefährdet sehen", sagt Bundesforste-Sprecher Bernhard Schragl. Der Grund ist klar: Je mehr Hirsche es gibt, desto stärker werden die schmackhaften Setzlinge angeknabbert.

Für viele Jagdpächter wird dies nun bittere Konsequenzen haben: Sie werden ihre Stammreviere nicht mehr bekommen.

"Davon dürften am Ende aber weniger als zehn Prozent unserer 270 Salzburger Reviere betroffen sein. Vielleicht sogar weniger als zwanzig. Derzeit laufen mit 70 Pächtern Verhandlungen", sagt Schragl. Er hofft auf eine abschreckende Wirkung.

Für Landesjägermeister Sepp Eder sind die Vorwürfe von Land und Bundesforsten haltlos: "Wir haben überhaupt noch nie so viel Rotwild geschossen wie in den vergangenen drei Jahren." Eder verspricht, dass der Wildbestand bis 2009 wieder auf dem Soll-Stand sein werde.

"Wir schießen jedenfalls sehr brav. Das Problem der Bundesforste ist in Wirklichkeit, dass sie ihre Jagden nicht mehr anbringen - da geht es gar nicht um Abschussquoten. Das ist auch kein Wunder: Sie sind viel zu teuer."

Dass Salzburg zu den teuersten Jagdgebieten Österreichs gehört, bestätigen auch die Bundesforste. Unter 15 Euro pro Hektar sei kein einziges Revier zu haben. Die teuersten Jagden kosten laut Bernhard Schragl bis zu 35 Euro je Hektar.

Große Jagden werden da schon einmal um 300.000 Euro pro Jahr verpachtet, Immobilien und Hilfspersonal inklusive. Die günstigste Gelegenheit zum Schießvergnügen in freier Natur gibt es um 10.000 Euro im Jahr.

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orf.at vom 11.12.2006 

Rotfuchsbevölkerung steigt an

"Fuchs du hast die Gans gestohlen" - heißt es in einem bekannten Kinderlied. Eine Liedzeile, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. Denn die Rotfüchse vermehren sich in Oberösterreich laut Jagdverband stark.

7.500 Abschüsse jährlich

krone.at vom 07.12.2006 

Neunjähriger bei Treibjagd angeschossen

Bei einer Treibjagd in Krennach in der Steiermark ist am Wochenende ein neunjähriger Bub von einem Projektil im Gesicht getroffen worden! Die Kugel wäre dem Buben um ein Haar ins rechte Auge eingedrungen, sie musste später im Krankenhaus herausoperiert werden. Die Identität des Schützen ist noch nicht restlos aufgeklärt.

Vierzig Waidmänner hatten am Samstag an der Treibjagd teilgenommen. Gegen Mittag wurden die Jäger vom neunjährigen Florian und seiner Mutter mit einer Jause versorgt. Plötzlich spürte der Bub einen "Brenner" im Gesicht. Nur eineinhalb Zentimeter unterhalb des rechten Auges war ein Blutstropfen zu sehen - wie sich herausstellte wer neben der Nase des Kindes eine Schrotkugel eingedrungen.

Florian wurde in das Feldbacher Landeskrankenhaus gebracht und danach in die Grazer Kinderklinik überstellt, wo das Projektil, das in der Wange steckte, operativ entfernt wurde. Zum Glück durfte der Bub das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Unfallhergang noch nicht geklärt

Die Jäger zeigten den Unfall nicht an, die Polizei wurde erst am Montag eingeschaltet - vom Feldbacher Bezirkshauptmann Wilhelm Plauder: "Mir hat der Bezirksjägermeister erzählt, was passiert ist. Da habe ich sofort die Riegersburger Polizei mit den Ermittlungen beauftragt."

Diese ergaben, dass der Unfall angeblich zu einem Zeitpunkt passierte, als die Jagd unterbrochen war. Plötzlich soll jedoch ein Fasan aufgeflogen sein und einer der Jäger hätte auf ihn geschossen. Möglicherweise wurde der Bub von einem Querschläger getroffen. Es kann aber auch sein, dass das Projektil aus einer anderen Waffe stammt.

"Niederösterreichische Nachrichten" vom 05.12.2006

Jagdsaison: Schlechtes Jahr beim Niederwild 

BILANZ / Der Raubwildbestand ist hoch, beim Rehwild gibt es keine Probleme, aber bei Hasen und Fasanen ist ein starker Rückgang zu verzeichnen.

REGION NEULENGBACH / "Was das Niederwild betrifft, war es ein schlechtes Jahr", zieht Ing. Josef Hinterkirchner, Präsident der Jagdgilde Neulengbach, Ollersbach und Umgebung, Bilanz über das heurige Jahr. Das Niederwild ist stark zurückgegangen, bestätigt auch Bezirksjägermeister Josef Petschko.

Bei den Hasen ist ein Rückgang von bis zu 50 Prozent zu verzeichnen, bei den Fasanen um 25 Prozent.

In vielen Jagdgebieten wurde Niederwild gar nicht gejagt: "Ab 50 bis 100 Hasen pro Hektar kann man jagen gehen, wir haben, wenn es gut geht, zehn Hasen auf einem Hektar, da wäre es unverantwortlich, dann noch zu jagen", so Hinterkirchner.

Zurückzuführen ist der Rückgang beim Niederwild darauf, dass heuer kein Mäusejahr war. Wenn es für Füchse und Raubvögel keine Mäuse gibt, müssen sie sich von anderen Tieren ernähren, dann muss das Niederwild dran glauben.

Der Raubwildbestand ist hoch, jetzt werden verstärkt Fuchs und Marder gejagt, der Hasenbesatz wird geschont. Beim Rehwild gibt es keine Probleme, der Bestand ist laut Ing. Hinterkirchner sehr konstant.

Wildschweine gibt es zwar, erlegt wurden heuer aber wesentlich weniger als im vergangenen Jahr. Josef Petschko: "Wir haben heuer im Vergleich zum Vorjahr nur ein Drittel erlegt."

Wenig Schäden durch Wildschweine

Die Schäden durch Wildschweine sind heuer fast gänzlich ausgeblieben.
Hinterkirchner: "Im ganzen Bezirk hat es kein Verfahren wegen Schäden durch Wildschweine gegeben. Kleinere Probleme gibt es zwar immer wieder, aber da kann man sich mit den Grundbesitzern abreden."

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orf.at vom 03.12.2006 

Treiber bei Absturz schwer verletzt

Ein 45-jähriger Urlauber aus den Niederlanden machte am Samstag in der Gemeinde Obervellach als Treiber bei einer Jagd mit. Dabei stürzte er zehn Meter ab und wurde schwer verletzt.

orf.at vom 03.12.2006 

Jäger stürzte bei Gams-Pirsch ab

Im Hochstadl-Graben (Bezirk Liezen) ist Samstagmittag ein Jäger bei der Gams-Pirsch abgestürzt und dabei schwer verletzt worden.

orf.at vom 02.12.2006 

Jäger bei 80-Meter-Absturz schwer verletzt

Nach einem 80-Meter Absturz bei Großarl (Pongau) liegt ein deutscher Jäger seit Freitag mit schweren Kopfverletzungen auf der Intensivstation der Christian-Doppler-Klinik.

Auf Jägersteig ausgerutscht

Der 59-Jährige aus Essen dürfte beim Abstieg von der Tennalm auf einem nicht markierten Jägersteig ausgerutscht und dann über einen steilen, felsigen Hang abgestürzt sein. Sein Pirschführer, ein 43-jähriger Pongauer, alarmierte die Rettung.
Der schwer Verletzte musste vom Hubschrauber aus mit einem Seil aus dem unwegsamen Gelände geborgen werden.

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orf.at vom 02.12.2006 

Jäger stirbt bei Absturz, Brand im Hochgebirge

Ein Jäger ist am Samstag im Hochgebirge bei Mittersill (Pinzgau) bei einem Absturz gestorben. Sein Tod hat einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Ein Signalfeuer, das sein Jagdkamerad angezündet hatte, geriet außer Kontrolle.

Unglück in rund 2.400 Meter Seehöhe

Der 46-jährige Forstmeister aus Mittersill stürzte bei der Gamsjagd in rund 2.400 Meter Seehöhe rund 400 Meter weit ab. Sein Kamerad alarmierte per Handy die Hilfskräfte und machte das Signalfeuer, um besser sichtbar zu sein. Das Feuer geriet aber außer Kontrolle und verursachte einen Flächenbrand, sagt der Mittersiller Feuerwehrkommandant Georg Scharler.

Frost löschte die Flammen

Den Brand zu löschen "ist nur mit Hubschrauber möglich", sagt Scharler. "Es ist alpines Steilgelände." Wegen der rasch hereinbrechenden Dunkelheit kam der Hubschrauber am Samstag aber nicht mehr zum Einsatz. In der Nacht löschte dann der Frost die Flammen - das zeigte eine Inspektion am Sonntag.

Bergung zu Fuß unterwegs

Die Bergrettung stieg am Samstagnachmittag zu Fuß auf - sie brachte den Toten gegen 19.30 Uhr schließlich ins Tal. Der Jagdkamerad - der Pächter der Jagd im Felbertal - war über einen anderen Steig zu einer Forststraße begleitet worden. Dort holten ihn andere Jäger ab.

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"Kurier" vom 30.11.2006 

Jäger soll mit Elektroschocks Hund stundenlang quälen

Zillingdorf - "Ich habe dauernd den armen Hund vor mir." Norbert Marschall hat nicht lange gefackelt und Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt erstattet. Dem Obmann des burgenländischen Vereins "Tierasyl International" liegen grausame Schilderungen vor. Ein passionierter Jäger und Hundezüchter aus Zillingdorf soll seinen Vierbeiner mit einem Elektroschock-Halsband regelmäßig quälen. "Bei der vergangenen Jagd brachte der Hund einen Fasan zerfledert zurück . Die Folge waren stundenlange Qualen auf sadistische Manier", schildert der Zeuge gegenüber dem KURIER.

Vereinzelt würden auch Jagdkollegen protestieren. Der Hund soll sich danach vor Angst nur mehr kriechend fortbewegt haben, schildert der Zeuge.

Der beschuldigte Zillingdorfer bestreitet die Vorwürfe. "Das Ganze ist eine miese Verleumdung", erwidert er. Die Vorwürfe sollen der Jägerschaft, die ohnehin keinen guten Ruf genießt, noch mehr schaden, so sein Verdacht. Ein derartiges Halsband sei bei einem seiner (verstorbenen) Hunde bereits eingesetzt worden. "Aber das war in Deutschland durch einen Abrichter, und dort ist das erlaubt. Auch die Polizei arbeitet in Deutschland damit", so der Hundezüchter, der sich rechtliche Schritte offen hält. "Ich lasse mich und die Jägerschaft nicht in den Dreck ziehen und in Verruf bringen", möchte der Zillingdorfer die Anschuldigung nicht auf sich sitzen lassen.

Behörden sind aktiv

Der Zeuge beschwört hingegen, mit eigenen Augen den Vorfall beobachtet zu haben. Die Behörden wurden bereits eingeschaltet. Bezirkshauptmann Heinz Zimper: "Wir werden der Sache sofort nachgehen. Die Anzeige ist noch sehr abstrakt, deshalb müssen wir die Umstände prüfen."

Elektroschock-Halsbänder sind gesetzlich verboten und laut Amtstierarzt Michael Gneist "verpönt". Für den Veterinärmediziner ist der Einsatz derartiger Bänder "eine mittelalterliche Methode, die in der Jägerschaft nur sehr selten vorkommen."

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"Kurier" vom 29.11.2006

Sextäter war auch Wilderer

Oberösterreich - DNA-Spuren belasten einen aus dem Bezirk Gmunden stammenden Mann schwer. Der 44-Jährige soll in den vergangenen zwölf Jahren drei junge Frauen missbraucht haben.

Im Haus des Mannes fand die Polizei auch Gams-, Hirsch- und Reh-Trophäen sowie Gewehre, Pistolen und einen Schalldämpfer. Aus Sicht der Beamten besteht der Verdacht, dass der mutmaßliche Sextäter auch als Wilderer aktiv war. In nahe liegenden Revieren wurden mehrmals erlegte Tiere gefunden, bei denen Geweihe oder der Kopf fehlten.
Den entscheidenden Hinweis hatte ein Passant geliefert: Ihm war auf einem Parkplatz ein blaues Auto aufgefallen. Dort war in der selben Nacht eine 18-jährige Frau in einen Wagen gezerrt, nach einem Fluchtversuch neuerlich entführt und dann vergewaltigt worden.

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"Niederösterreichische Nachrichten" vom 27.11.2006

Angst vor Schrot berechtigt?

WILDENTENJAGD / Alle Jahre wieder bekommen die Bewohner von Rennersdorf Bleikörner ab, die es regelrecht auf die Dächer regnet und auch Menschen treffen.

OBER-GRAFENDORF / Wie Hagelkörner regnet es zur Wildenten-Jagdzeit die Schrotkörner auf die Häuser in Rennersdorf. Kaum zu glauben, aber wahr: Immer wieder erwischen sie auch Bewohner. Abgefeuert werden sie von den Jägern linksseitig der Pielach und haben beim Auftreffen zwar nur mehr marginale Kraft, unangenehm sind sie trotzdem.

"Ich habe momentan gar nicht gewusst, wie mir geschieht, als es plötzlich auf meiner Wange brannte. Es ist aber etwas auf die Terrasse gefallen. Am nächsten Tag, bei Tageslicht, habe ich dann die Schrotkörner gefunden, denn geschossen wurde ja in der Dämmerung", so Aloisia Secnicka.

Die Anrainerin mag sich gar nicht ausmalen, wenn etwas passiert, zum Beispiel ein Kind was ins Auge kriegt, oder ein Autofahrer auf die Winschutzscheibe. Im ersten Schreck könnte so manches passieren."

Jagdleiter Johann Figl sind die Probleme bekannt. Er bittet die Bewohner im Haus zu bleiben und appelliert an die Jäger höher zu schießen, damit die Körner in der Au niedergehen.

Das ruft wiederum den Österreichischen Tierschutzverein und Marion Löcker auf den Plan: "Die Jäger bedenken offensichtlich nicht, was Bleischrot in der Natur anrichtet. Wildtiere bekommen davon schwere Bleivergiftungen, wenn sie die Schrotkörner fressen, ein unhaltbarer Zustand aus Umwelt- und Tierschutzgründen."

Für den Chef der Polizeiinspektion Franz Prankl ist das Problem mit den Schrotkörnern nichts Neues, es gab auch schon Erhebungen: "Die Körner werden beim Fallen durch den Wind vertragen und fallen in einem steilen Winkel zu Boden. Die Verletzungsgefahr für Menschen ist aber gering."

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"Kurier" vom 27.11.2006 

Der Luchs kehrt nach Niederösterreich zurück

Scheu, anmutig und selten zu sehen. Luchse sind auch in freier Wildbahn in heimische Gefilde zurückgekehrt. Fünf bis zehn Tiere durchstreifen auf ihren Wanderungen Gebiete im nördlichen Ober- und Niederösterreich. Angst braucht niemand zu haben: Die Großkatze meidet Menschen und sucht Deckung, um ihre Beute - bevorzugt Rehe - jagen zu können. Luchse sind ganzjährig geschützt und gelten als vom Aussterben bedroht.

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"Neue Kärntner Tageszeitung" vom 26.11.2006

Der WWF fürchtet, dass - wie erst jüngst in der Schweiz passiert - ...

Der WWF fürchtet, dass - wie erst jüngst in der Schweiz passiert - auch hierzulande Wölfe zum Abschuss freigegeben werden könnten.

Der Wolf wurde in unseren Breiten bis vor wenigen Jahrzehnten als unkontrollierbare Bedrohung angesehen - was letztendlich zu seiner beinahe vollständigen Ausrottung in Mitteleuropa führte. Erst seit kurzem stoßen Wölfe wieder in den Alpenraum vor. Doch: Jetzt wurden in der Schweiz zwei Exemplare erlegt, die Nutztiere gerissen haben sollen. Der WWF ist deshalb in Sorge, denn die Wolfspopulation in Europa ist noch äußerst instabil. Noch dürfe, so die Tier- und Naturschutzorganisation, der Schutz für die Wölfe nicht aufgehoben werden. Da sich die Ahnen unserer Hunde in Slowenien, der Slowakei und Italien in den vergangenen Jahren wieder stark ausgebreitet haben, ist auch Österreich (und damit auch Kärnten und Osttirol) mit der Zuwanderung der Tiere konfrontiert. Der WWF fürchtet nun, dass auch Österreich - dem Beispiel der Schweiz folgend - Wölfe zum Abschuss freigeben wird, wenn sie Nutztiere wie beispielsweise Schafe reißen.

"Alpenweite Anstrengungen zum Schutz dieser faszinierenden Tiere sind daher auch in Zukunft von besonderer Bedeutung", unterstreicht der WWF- Artenschutzbeauftragte Gerald Dick die gesamteuropäische Dimension des Wolfsschutzes. Die Freigabe zum Abschuss sei eine "Niederlage der Artenvielfalt".

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"Salzburger Nachrichten" vom 22.11.2006 

Jägerschaft: Hirschen droht Hungertod

Weil ein Bannwald im Nationalpark Kalkalpen geschützt werden soll, wurden Fütterungsstellen abmontiert

Heftige Kritik kommt von den Jägern, die mit ihren Jagdgebieten an den 22.000 Hektar großen Nationalpark Kalkalpen im oberösterreichischen Sensen- und Hintergebirge angrenzen. Der Anlass: Zwei große Fütterungsstellen, die im Winter etwa 75 Hirsche anziehen, wurden abmontiert. Eine Stelle befand sich im Bereich des Hengstpasses, die zweite im Bodinggraben.

"Das ist eine furchtbare Sache. Viele Tiere werden im Winter verhungern", wetterte Bezirksjägermeister Robert Tragler aus Pettenbach im Bezirk Kirchdorf an der Krems im SN-Gespräch. Die Gesellschaft des Nationalparks Kalkalpen wolle offensichtlich mit allen Mitteln den Tierbestand reduzieren.

Alois Polt, Jäger aus St. Peter in der Au und Jäger in Laussa, bekräftigte die Kritik: "Im Nationalpark gilt das Jagdgesetz nicht. Es wird nahezu das ganze Jahr über geschossen, aber offenbar nicht genug erlegt. Jetzt werden einfach die Fütterungsstellen aufgelassen."

Andreas Gärtner, Leiter des Naturmanagements im Nationalpark, wollte gegenüber den SN eine angestrebte deutliche Reduzierung des Wildbestands gar nicht dementieren. Er nannte die Gründe für diese Maßnahme: "Durch den hohen Bestand und Verbiss ist ein Bannwald oberhalb des Hengstpasses in Gefahr. Diesen gilt es zu erhalten. Zudem sind wir mit einer Besonderheit konfrontiert: An der Grenze im Süden existiert ein ,eiserner Vorhang. Das ist ein sechs Kilometer langer, mit Strom geladener Zaun, der eine Abwanderung des Wildes in die Steiermark verhindern soll."

Nach Darstellung von Gärtner soll in den kommenden fünf Jahren zumindest die Hälfte dieses Zauns abgetragen werden. Das sei von den zuständigen Stellen in der Steiermark zugesichert worden. Er verstehe die Kritik der lokalen Jägerschaft und deren Ängste, dass Tiere im Winter verhungern würden. Die Bestrebungen des Nationalparks seien allerdings die Rückführung des derzeit zu hohen Wildbestands auf einen natürlichen.

"Wenn es 100 Stück Rotwild weniger gäbe, wäre das für den Park sicherlich gut", skizzierte der Naturmanager die Vorstellungen. Dass die erfolgte Demontage der beiden, etwa 15 Kilometer Luftlinie von einander entfernten Fütterungsstellen auch finanzielle Ersparnisse für den Nationalpark bringe, wollte Andreas Gärtner nicht bestreiten. Ausgenommen bei einer Schaufütterung werde im Nationalpark ausschließlich Heu verfüttert: Pro Tag und Tier rund zwei Kilogramm. Dazu kommen die Personalkosten.

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"Niederösterreichichsce Nachrichten" vom 20.11.2006

„Leise rieseln die Schrotkörner. . .“ können die Bewohner von Rennersdorf alle Jahre wieder singen.

OBER-GRAFENDORF / Schon Gewohnheit ist es für die Randsiedlung von Ober-Grafendorf, dass im November im Bereich der Au Enten gejagt werden. Aber nicht im Bereich von Rennersdorf, sondern in Wantendorf am gegenüberliegenden Pielachufer.

Eine Bewohnerin (Name der Redaktion bekannt): „Es klingt wie ein Graupelschauer, wenn die Schrotkörner auf unser Hausdach niederprasseln, es ist eigentlich jedes Jahr das gleiche. Zum Erschrecken ist es aber immer wieder.“ Zum Glück ist noch nichts passiert, außer einem roten Gesicht. Anrainerin Aloisia Secnicka: „Ich habe momentan gar nicht gewusst wie mir geschieht, als es plötzlich auf meiner Wange brannte. Es ist aber was auf die Terrasse gefallen. Am nächsten Tag, bei Tageslicht, habe ich dann die Schrotkörner gefunden, denn geschossen wurde ja in der Dämmerung. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn ein Kind so etwas ins Auge kriegt, oder ein Autofahrer auf die Windschutzscheibe. Im Erschrecken könnte da so manches passieren.“

Die Schrotkörner haben in Rennersdorf natürlich nur mehr marginale Kraft, unangenehm sind sie trotzdem, wenn sie jemand abkriegt. Jagdleiter Johann Figl: „Ich muss den Jägern wieder sagen, sie müssen höher schießen, dann geht das ‚Fallschrötl‘ in der Pielachau nieder. Außerdem muss ich die Bewohner von Rennersdorf bitten, so lange geschossen wird, eher in den Häusern zu bleiben.“

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Jägerzeitschrift PIRSCH vom Dezember 2006

Ursache der Wildschwein-Misere: Die Jäger

Auszüge aus einem Kommentar von Hans-Joachim Duderstaedt

"Abschließend muss grundsätzlich die Frage erlaubt sein, was wir im Zusammenhang mit der Schwarzwildhege denn nun eigentlich wollen? Bei allen jagdlichen Freuden, die uns das Schwarzwild beschert, sind wir leider nicht in der Lage - und zwar republikweit -, so mit den Sauen umzugehen, dass man von sozialbiologischstabilen Beständen sprechen könnte.
Trotz Schwarzwildringen, Hegegemeinschaften und Ähnlichem, die bedauernswerterweise häufig nur auf dem Papier funktionieren, kann wohl gegenwärtig kaum irgendwo der Nachweis einer nachhaltigen Altersklassenhege erbracht werden. Dazu gehören eine befriedigende Anzahl an Leitbachentypen und reifen Keilern (ab 5 Jahre). Wo bleibt die Verpflichtung nach § 1 BJG zur Hegepflicht?
Unsere Schwarzwildbestände sind (oder waren sie?) hoch, sozialbiologisch desorganisiert, in ihrer Struktur eher "Kindergärten"! Der Begriff asozial ist wohl am treffendsten, denn die Sozialstrukturen sind zerstört.
Reife Keiler sind die seltene Ausnahme, "Kinder gebären Kinder" und die damit provozierte Verzwergung der Bachen schreitet dramatisch fort.
Wir Jäger (!) haben dabei zudem einen Schwarzwildbestand geschaffen, der höchst anfällig ist."

"Den Nimbus, der um diese alten Bassen schwebt, haben wir Jäger geschaffen. Seine Schläue, Urigkeit und Unberechenbarkeit haben ihn für viele Jäger zur begehrtesten Beute in unseren Wäldern und Revieren werden lassen."

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alpmedia.net vom 16.11.2006

Italien fordert besseren Schutz der Großraubtiere in den Alpen

Wandern Wölfe von Italien, wo sie einen umfassenden Schutz genießen, in die Schweiz oder nach Frankreich, droht ihnen oft der Abschuss. Dieser Missstand wird vom italienischen Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio hart kritisiert.

An der IX. Alpenkonferenz in Alpbach/A hat Scanio die Notwendigkeit erläutert, die bestehende paradoxe Situation mit Hilfe eines grenzüberschreitenden Abkommens zu verbessern. Er fordert das Engagement der Unterzeichner der Alpenkonvention für ein gemeinsames Programm zum Schutz der Großraubtiere. 

Scanio stellt fest, dass die EU-Richtlinien und internationalen Abkommen für den Schutz der großen Beutegreifer Bär, Luchs und Wolf zu wenig wirksam sind. Die Herausforderung bestehe darin, die menschlichen Aktivitäten mit den Bedürfnissen der Raubtiere in Einklang zu bringen. Die betroffenen Länder, so der Minister, müssen kooperieren, die gesammelten Erfahrungen anderer Länder berücksichtigen und ein gemeinsames Konzept entwickeln. Ziel sollte nicht sein, Schutzgebiete weiter zu entwickeln, sondern die Verbindung des bestehenden Netzwerks der Schutzgebiete mit Korridoren. 

Quelle: Öffentliche Erklärung des italienischen Umweltministers Alfonso Pecoraro Scanio, Alpbach 8./9. November 

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"Tiroler Tageszeitung" vom 13.11.2006

Jäger fordern Fairness gegenüber Tieren ein

BREITENWANG (lm). Aus dem bilderbuchähnlichen Jagdgebiet Schwarzwasser (Weißenbach) stammt der Außerferner Hubertushirsch dieses Jahres. Der Jagdpächter dieses Reviers, Francois Schwarzenbach, betonte in seiner Rede vor dem Veranstaltungszentrum, dass nachhaltige Jagd nütze und auch schütze. Er erwähnte, dass es bei der Jagd nicht nur um die Trophäen gehe, denn diese hätten nichts mit einem großen Jäger zu tun. "Fairness gegenüber den Tieren ist äußerst wichtig", erklärte auch Bezirksjägermeister Eckhart Posch. Während der Messe wurde der Hubertushirsch gesegnet.

Ein erfolgreiches Jagdjahr wurde am Samstag mit der Hubertusfeier in Breitenwang abgeschlossen.

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"Kurier" vom 10.11.2006

Angeschossenes Reh verendete qualvoll 

Irgendwann in der Zeit zwischen Dienstag und Donnerstag schoss zwischen dem Weiler Aberg in Oberau und dem Mühltal ein Unbekannter auf eine drei vis vier Jahre alte Rehgeiß. Das Tier wurde aber offenbar nicht richtig getroffen und im Bereich des rechten Vorderlaufes schwer verletzt. Das Reh konnte sich bis zu einem Bauernanwesen im Mühltal schleppen, wo es am Donnerstag Morgen verendete. Der Kadaver wurde von den Bewohnern des Hofes gefunden. Tatwaffe dürfte ein Jagdgewehr gewesen sein. Hinweise zu der Wilderei erbittet die Polizeiinspektion Oberau.

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orf.at vom 05.11.2006

Oststeirer von Schrotkugel getroffen

Bei einer Treibjagd in der Oststeiermark ist am Samstag ein Pensionist von einer Schrotkugel im Gesicht getroffen worden. Der Mann kam aber glimpflich davon.

Streifschuss durch Querschläger
Der 70-jährige Oststeirer aus Sebersdorf im Bezirk Hartberg beteiligte sich Samstagvormittag an der Treibjagd in St. Magdalena am Lemberg.

Dabei wurde er von einem Querschläger an der Wange getroffen. Der Pensionist hatte aber Glück: Die Kugel streifte ihn nur.

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"News" vom 02.11.2006 

Vergessen Sie den Dürer-Hasen ...

Christopf Wagner. Der beste Weg vom Wald in die ewigen Jagdgründe führt noch immer über den Esstisch.

Professor Rudolf Winkelmayer ist mein Fachbeirat für alles Tierische. Denn die Zeiten, in denen man Fleisch einfach zart und perfekt gegart oder überwürzt und zäh fand, sind vorbei. Heute muss der Braten auch tierethisch einwandfrei sein, aus kontrollierter Landwirtschaft stammen und möglichst sanft zu Tode gestreichelt worden sein. Oder, wie Professor Winkelmayer sagt: "Wir sind es den Tieren, wenn wir sie schon essen, schuldig, ihnen nach dem bestmöglichen Leben einen Tod zu gewährleisten, den sie am besten gar nicht merken."

Der Tierarzt und leidenschaftliche Waidmann Winkelmayer ist auch überzeugt, dass der beste Weg ins ewige Gehege über einen geübten Jäger führt, "weil das Wild schon tot ist, bevor es überhaupt noch den Schuss hört". Nicht zuletzt aus diesem Grund hat Professor Winkelmayer gemeinsam mit Jagdfreund und Kochlehrer Walter Pschill ein Wildkochbuch geschrieben.

Wilde Theorie. Das Werk heißt "Alles vom Wild" und ist allein schon deshalb bemerkenswert, weil der Rezeptteil erst auf Seite 80 beginnt. Davor geht es um "wilde Theorie" und noch mehr Praxis. Dass dabei auf manchen Seiten weniger der Ästhet als der Jack the Ripper in uns angesprochen wird, ist nur folgerichtig: Wie sollte man einem Laien auch die Teilung des Wilds anders erklären als dadurch, dass man die Teile anschaulich zeigt.

Der Tierprofessor und sein Koch wollen mit ihrem Werk nämlich nicht mehr und nicht weniger, als jener Nüsschen-und Brüstchenküche zu Leibe rücken, "die die besten Teile des Wilds übersieht und obendrein das Budget der Hausfrau schädigt". Tatsächlich ist Wild nämlich keineswegs das teuerste, sondern das billigste Fleisch. Man bekommt "um den Preis von Rücken und Keule schon ein ganzes Reh, wenn man es beim Jäger einkauft oder bei einem Fleischer seines Vertrauens vorbestellt." Auf diese Weise gelangt man etwa auch in den Besitz eines Hirschtafelspitzes, der, richtig zubereitet, den klassischen Rindstafelspitz problemlos auf Platz zwei verweist.

Hase statt Pute. Was Winkelmayer, der als Tierarzt selbst ein leidenschaftlicher Tierschützer ist, besonders anprangert, ist auch eine falsch verstandene Affenliebe zu Bambi & Co. "Dieselben zarten Gemüter, die es nicht übers Herz bringen, ein Reh oder einen Hasen zu essen, haben kein Problem mit Putenbrustsalat. Dass den Puten in der Zuchtendphase unter ihrer Fleischeslast die Oberschenkel brechen, weiß kaum jemand." Genauso wenig ist andererseits bekannt, "dass jährlich allein aus Landschaftsschutzgründen 100.000 Hasen in Österreich gejagt werden müssen, weil Wölfe, Luchse und Greifvögel diese flurbereinigende Aufgabe zum Schutz von Äckern und Weingärten heute nicht mehr übernehmen". In der Gastronomie wird der Hase allerdings kaum noch angeboten, weil er angeblich "bei den Gästen nicht geht". Also setzen Sie bitte, wenn Sie das nächste Mal vor einer Wildkarte sitzen, Ihr wildestes Lächeln auf, verkneifen Sie sich den Gedanken an den entzückenden Dürer-Hasen, und lassen Sie sich von Meister Lampes Geschmacksvielfalt verwöhnen. Nicht nur Ihr Gaumen wird es Ihnen danken.

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orf.at vom 30.10.2006

Mehr Wildschweine geschossen als im Vorjahr

Die Jägerschaft zeigt sich mit dem seit Jahresbeginn geltenden neuen nö. Jagdgesetz zufrieden. Seitdem wurden wesentlich mehr Wildschweine erlegt als etwa im Vorjahr. Das Gesetz erleichtert die Jagd auf die Tiere. 

"Neue Methoden sind erfolgreich"
Heuer wurden in Niederösterreich wesentlich mehr Wildschweine erlegt als im Vorjahr. Aus Sicht der Jäger ein Erfolg. Die Schäden, die Wildschweine in der Landwirtschaft verursacht hätten, seien deutlich zurückgegangen.

Das treffe vor allem auf das südliche Waldviertel und den Dunkelsteinerwald zu, sagt Landesjägermeister Christian Konrad.

"Wir haben immer noch viel Schwarzwild in unseren Revieren. Und so einfach wird es nicht sein. Wildschweine sind vor allem nachtaktiv. Daher ist die Bejagung schwierig. Aber die Jägerschaft hat sich eine Reihe neuer Methoden einfallen lassen und die sind erfolgreich" 

Gesetz schafft Erleichterungen
Zu diesen Methoden zählt etwa der Einsatz künstlicher Lichtquellen, die das neue Jagdgesetz gestattet.
 
Erleichtert haben das Erlegen der Wildschweine aus Sicht der Jäger auch die revierübergreifende Treibjagden in Gebieten, die besonders unter einer Wildschweinplage leiden.
 
Insgesamt sollen heuer etwa 20.000 Wildschweine erlegt werden. Das soll das natürliche Gleichgewicht im Wald erhalten, heißt es von der Jägerschaft. 

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Nachrichten.at vom 27.10.2006

Junger Gastwirt wollte zur Jagd und löste Geisterfahrer-Unfall aus

LINZ. Schrecklicher Geisterfahrerunfall am Nationalfeiertag auf der Mühlkreisautobahn (A 7). Der Gastwirt Roland Pilz (22) prallte mit seinem VW Polo frontal gegen ein ARBÖ-Pannenfahrzeug. Pilz und sein gleichaltriger Freund Heinz G. starben an der Unfallstelle.

Vergeblich wartete Gastwirt Helmut Pilz Donnerstagfrüh in Mönchdorf bei Königswiesen (Bezirk Freistadt) auf seinen jüngsten Sohn Roland. Die beiden wollten am Nationalfeiertag auf die Jagd gehen. Dazu kam es nicht: Sein Sohn verursachte gegen 6.10 Uhr einen schrecklichen Geisterfahrerunfall auf der A 7 in Linz und starb.

Die beiden waren bei der Hafenstraße falsch aufgefahren und Richtung Freistadt unterwegs. Das beobachtete ein Polizist auf dem Heimweg. Die Geisterfahrerwarnung im Radio kam zu spät. Kurz vor der Voest-Abfahrt prallten die jungen Männer im Polo frontal gegen einen Pannenwagen.

Pannenhelfer hatte Glück

ARBÖ-Mitarbeiter Hans-Peter Richtsfeld saß am Steuer des Klein-Lkw. Der Pannenhelfer aus Herzogsdorf hatte einen Schutzengel und konnte sich selbst aus dem Wrack des Abschleppwagens befreien. "Ich sah nur Lichter, dann krachte es", sagte der 26-Jährige zur Polizei. Er erlitt eine Fraktur im Mittelfinger, Fußverletzungen, Schnittwunden und wurde ins UKH Linz gebracht. Die Kollegen beim ARBÖ sind geschockt. Wäre Richtsfeld nicht mit dem größeren Mercedes-Transporter unterwegs gewesen, sondern mit dem Toyota RAV 4 gäbe es einen dritten Toten, sagen sie.

"Die Tachonadel des Geisterfahrerautos blieb bei 135 km/H stecken", berichtet Polizeieinsatzleiter Heinz Felbermayr. Warum sich die jungen Männer bei der Autobahnauffahrt irrten und fast vier Kilometer in die falsche Richtung rasten, ist rätselhaft.

Zeitnot könnte eine Erklärung sein. "Vielleicht wollte Roland seinen Freund nach Hause bringen", vermutet der Vater des Geisterfahrers. Sein Sohn hat den elterlichen Gastbetrieb und die Discothek "Romantica" übernommen. Der Freund, ein gleichaltriger Arbeiter aus Asten, kellnerte im Gasthaus. Nach Lokalschluss machten sich die beiden auf in Richtung Linz. Roland Pilz hatte am Vorabend alles für den Jagdausflug vorbereitet.

Sein Vater ist verzweifelt. Der Junior sollte 2007 auch als Außendienstmitarbeiter bei der OÖ-Versicherung in seine Fußstapfen treten.

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"F.A.Z." vom 26.10.2006

König der Jäger

Die wunderliche Geschichte von dem spanischen Jägerkönig Juan Carlos, der im Sommer in Rußland den zahmen Bären Mitrofan mit einem Schuss erlegt haben soll, hat jetzt in Madrid noch ein parlamentarisches Nachspiel gehabt. Ein Vertreter der katalanischen Regionalnationalisten - das sind keine Freunde der Monarchie - hätte vor dem Hohen Haus gern die Frage gestellt, ob der König überhaupt einen Waffenschein habe - und, falls nicht, ob er nicht einen brauche. Das hätte auch die ebenfalls eher republikanischen grünen Kommunisten interessiert.

Aber zu deren Ärger praktizierten die Sozialisten und die oppositionellen Konservativen ihren bewährten „Pakt des Schweigens“, was das Königshaus angeht. Die Mehrheit ließ die Frage der Minderheiten nicht zu: Die Verfassung sehe keine Kontrolle des Monarchen vor. Private Aktivitäten von Juan Carlos entzögen sich der Zuständigkeit der Regierung. Da der König vorzugsweise im Ausland jagt, weil dort seine Leidenschaft, die daheim nicht sehr populär ist, weniger auffällt, dürfte auch beim nächsten parlamentarischen Anlauf nichts aus dem Waffenscheinbegehren werden.

Eine „lächerliche“ Bärensage

Mitrofan, der mit einem Cocktail aus Wodka und Honig vor seinem Tod trunken gemacht worden sein soll, zählt inzwischen auch die Tierschützerin Brigitte Bardot zu seinen postumen Fürsprechern. Die empörten Hüter des Bären, welche die Sache in den russischen Medien publik machten, versicherten den spanischen Medien, daß der König gewiß nicht gewußt habe, wen er da in welchem Zustand vor seiner Flinte hatte. Bei Hofe wurde die Bärensage als „lächerlich“ eingestuft, ohne daß man Juan Carlos' Teilnahme an der Jagd bestätigen oder dementieren wollte.

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"Niederösterreichische Nachrichten" vom 25.10.2006

Mehr Füchse als Hasen erlegt

HUBERTUSFEIER / Beim Erntedankfest der Jäger freute sich Bezirksjägermeister Albin Haidl: "Die Jäger sind eine Gemeinschaft - wir halten zusammen."

PFAFFENSCHLAG / Die Hubertusfeier der Jäger fand am 21. Oktober in Pfaffenschlag statt. Nach der heiligen Messe, die von der Jagdhornbläsergruppe Groß Siegharts umrahmt wurde, folgten im Pfarrhofgarten die Wildsegnung und die Streckenlegung mit dem Verblasen des Wilds. Mit heimischen Wild-Spezialitäten in Pfaffenschlags Gasthäusern endete die Veranstaltung.

In seiner Festrede zum Jäger-Erntedank hob Bezirksjägermeister Albin Haidl hervor, dass die Jägergilde 2005 mehr Füchse als Feldhasen geschossen hat.

"Der Fuchs stellt nicht nur eine Bedrohung für den Artenschutz mancher Nutztiere dar", auch die Tiere der Bauern werden vom Fuchs immer wieder gerissen. Auf den Menschen übertragbare Krankheiten wie den Fuchsbandwurm zeigte Haidl als größte Gefahr auf: Der Bandwurm kann für den Menschen tödlich enden.

"Die Jäger sind eine Gemeinschaft - wir halten zusammen. Umso mehr freut es mich, dass wir auch zusammen feiern können", kommentierte Haidl den menschenvollen Platz. Viele Hundeführer und auch Nicht-Jäger durfte Haidl an diesem Abend begrüßen, was ihn umso mehr freue, da es ein Zeichen des Interesses an der Jägerschaft sei.

"Das Schießwesen muss große Verantwortung übernehmen. Die Jäger müssen wissen, wo man ein Tier treffen muss, und es auch dort treffen", so Haidl weiters, der die Jäger für die äußerst zahlreiche Teilnahme an den Schützenveranstaltungen lobte. Dass man sich im Bezirk der großen Verantwortung bewusst ist, hob Haidl noch mit einem Beispiel aus dem letzten Winter hervor: "Es war nicht einfach, bei den enormen Schneelagen das benötigte Futter für die Wildtiere auszubringen." Die Tiere konnten dennoch ausreichend versorgt werden.

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kleine.at vom 24.10.2006

Kinder erlebten qualvolles Ende einer Katze

Haustier wurde im Bezirk Spittal an der Drau zuerst von einem Hund gebissen und dann von Jäger mit einer Axt erschlagen.

Grausame Szenen spielten sich am Montag vor einem Gasthaus in der Gemeinde Obervellach im Kärntner Mölltal ab: Ein Jagdhund verletzte eine Katze durch Bisse schwer, kurze Zeit später wurde das Tier von einem Jäger mit einer Axt erschlagen. Den Gasthausbesuchern, welche die Szene mitansahen, dürfte der Appetit gründlich vergangen sein.

Hund attackierte Katze

Laut Polizeiangaben fuhr ein 52-jähriger deutscher Jagdgast mit seinem Hund im Auto vor dem Gasthaus vor. Als er die Hecktüre öffnete, sprang der Jagdhund heraus und verfolgte die Katze der Gastwirtin. Das Tier wollte sich auf einen Baum retten, doch der Hund konnte es durch einen Sprung auf einem niedrig hängenden Ast erreichen. Der Jagdhund biss derart zu, dass die Katze innere Verletzungen sowie ein gebrochenes Rückgrat erlitt.

Brutal getötet

Kurz darauf kam ein ortsansässiger Jäger, ein 68-jähriger Pensionist aus Obervellach, zum Gasthof. Er sah das verletzte Tier am Boden liegen, ergriff es und schlug ihm mit einer Axt zwei Mal auf den Kopf. Daraufhin verendete die Katze. Der ganze Vorfall ereignete sich vor mehreren Gästen - Erwachsene und Kinder -, die sich über die Brutalität der Tötung beschwerten. Die beiden Jäger werden wegen Verdachts der Tierquälerei angezeigt.

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"Oberösterreichische Nachrichten" vom 20.10.2006

Tierschützer aus Bayern nehmen unsere Jäger unter Beschuss

FREINBERG/PASSAU. Tierschützer aus Bayern wollen im Innviertel Fallen mit lebenden Lockvögeln entdeckt haben. Die Aktivisten fordern eine strenge Untersuchung.

Es handelt sich um ein brisantes Revier: Die "Soldatenau" gehört zur Innviertler Gemeinde Freinberg, ist aber im Besitz der Stadtwerke Passau.

Als Trinkwasserreservoir für die Passauer gedacht, gilt für Privatpersonen ein strenges Zutrittsverbot - ausgenommen ist die Freinberger Jägerschaft, die das Jagdrecht innehat.

Angebliche Lebend-Tierfallen sorgen bei der Passauer Tierschützerschaft jetzt für helle Empörung. Auf Bildern sei junges Geflügel zu sehen, das Marder und Krähen in die Falle locken soll. Vor der Falle sei Gefieder verendeter Tiere zu sehen. "Ich habe das Gefühl, dass die Jäger in Österreich noch weitaus mehr dürfen als bei uns in Deutschland", sagt Gerda Machowetz von der Tierschutzbewegung Ostbayern. "Wir wenden uns an die österreichischen Kollegen vom Verein gegen Tierfabriken. Sie sollen prüfen, ob die Fallen überhaupt erlaubt sind."

Die Freinberger Jägerschaft spricht von künstlicher Aufregung.

Selbstverständlich werden die geltenden Gesetze streng befolgt. "Ich selbst habe nichts von Fallen gesehen", sagt Freinbergs Amtsleiter Franz Konrad Stadler. "Außerdem stellt sich die Frage, wer die Fotos in einer Zone gemacht hat, wo der Zutritt streng verboten ist."

Die bayerischen Tierschützer wollen nicht locker lassen. "Die Jäger versuchen zu verharmlosen. In Österreich gibt es sogar noch Hinweisschilder, auf denen vor Fallen gewarnt wird. Die sind bei uns längst verschwunden."

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"Neue Vorarlberger Tageszeitung" vom 19.10.2006

Auch tot noch ein Problem: Bär Bruno an geheimem Ort 

Ständige Journalisten-Fragen, Drohungen von Tierschützern: Nun wird der tiefgefrorene Braunbär Bruno vom Uni-Institut für Tieranatomie an einen geheimen Ort gebracht, um Druck vom Institutsleiter zu nehmen.

Braunbär "Bruno" sorgt auch knapp vier Monate nach seinem Abschuss für Aufregung. Das tiefgefrorene tote Tier wird nun von einem Institut der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) an einen geheimen Ort gebracht. Ein Sprecher des bayerischen Umweltministeriums hat entsprechende Informationen des Magazins "quer" im Bayerischen Fernsehen am Mittwoch bestätigt.

Man wolle damit den Druck von dem Uni-Institut für Tieranatomie nehmen.Dessen Leiter sei bisher nicht nur ständigen Journalisten-Anfragen, sondern auch Drohungen von militanten Tierschützern ausgesetzt.

Präparate von "Brunos" Knochen und Organen sollen interessierten Wissenschaftern zur Verfügung gestellt werden. Deshalb soll der Bärenkörper weiter tiefgefroren aufbewahrt werden, um entsprechende Anfragen auch nach einiger Zeit noch befriedigen zu können, sagte Ministeriumssprecher Roland Eichhorn. "Der Ötzi war ja auch 5000 Jahre eingefroren."

Fell eingesalzen

Dem toten Bären wurde unterdessen bereits das Fell über die Ohren gezogen.

In einer ersten Schutzmaßnahme wurde es eingesalzen, damit die Haare nicht ausfallen. Sowohl Fell als auch Körper von "Bruno" sollen nun an den neuen Ort gebracht werden. Ob und wann das Fell weiter präpariert wird, damit "Bruno" wenigstens in ausgestopfter Form in einem Museum weiterleben kann, ist noch unklar.

Der aus Norditalien stammende "Bruno" war über Österreich nach Bayern eingewandert und nach anfänglicher Freude von Naturschützern sowie Behörden dann aber als "Problembär" eingestuft worden. Wegen mangelnder Scheu vor menschlichen Siedlungen war er wiederholt aufgefallen und unter anderem sogar in einen Hühnerstall eingedrungen.

Pilgerstätte

Deshalb war das Tier von Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) zum Abschuss freigegeben worden, am 26. Juni wurde der bärige Einwanderer erlegt. Die Kümpfl - Alm im Rotwand-Gebiet, wo der junge Bär erschossen wurde, ist mittlerweile eine Pilgerstätte für "Bruno"-Anhänger - seine Fans stellen dort immer wieder Holzkreuze auf.

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"Kurier" vom 19.10.2006

Bayern: Bär Bruno an geheimen Ort gebracht

Braunbär Bruno sorgt auch knapp vier Monate nach seinem Abschuss für Aufregung. Das tiefgefrorene tote Tier wird nun von einem Institut der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität an einen geheimen Ort gebracht. Man wolle damit den Druck von dem Uni-Institut für Tieranatomie nehmen. Dessen Leiter sei laufend Drohungen von militanten Tierschützern ausgesetzt, hieß es.

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"Niederösterreichische Nachrichten" vom 18.10.2006 

Leserbrief

"Perverse Tierquälerei?" über den Einsatz von Krähenfallen 

Es ist richtig, dass der Einsatz von Lebendfallen erlaubt ist. Noch, denn in Brüssel hat man das endgültige Urteil noch nicht gefällt, hier geht es um die Vogelschutzrichtlinie und die Selektivität der Krähenfalle. Diese ist keinesfalls gegeben, denn es lässt sich nicht verhindern, dass auch andere Vögel Opfer der Falle werden. Der Österreichische Tierschutzverein hat eine Petition in den Ausschuss der EU eingereicht, diese wurde als behandlungswürdig eingestuft, das Ergebnis steht noch aus. Tierschützer werden weiter dafür kämpfen, dass diese grausamen Jagdmethoden verboten werden.

Marion Löcker, Österreichischer Tierschutzverein

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"Niederösterreichische Nachrichten" vom 11.10.2006

"Perverse Tierquälerei"?

KRITIK AN TÖTUNGSMETHODE / Tierschützer kritisieren den Einsatz von Krähenfallen, die aber im Jagdgesetz erlaubte Lebendfangfallen sind.

BEZIRK ZWETTL / Ins Kreuzfeuer der Kritik geriet anlässlich des Welttierschutztages, der in der Vorwoche begangen wurde, der Krähenfang.

Krähenfallen seien eine "besonders perverse Art der Tierquälerei", prangert ein Tierschützer an, der eine solche Falle im Zuge eines Spazierganges auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig entdeckt haben will.

Ein toter Marder diene in diesen Fallen als Köder, ein lebende Krähe, "die in Todesangst ihr Leben fristen muss", sei der Lockvogel. Anschließend würden die Tiere mit einem Prügel erschlagen. "Eine bestialische und herzlose Quälerei".

Revierförster und Berufsjäger am TÜPl seien berechtigt, den Krähenfang zu betreiben, erklärt Forstmeister Herbert Auer von der Heeresforstverwaltung.

Das Fangen und Töten der Rabenvögel sei im Sinne der Jagd und des Naturschutzes. Das bestätigt auch Bezirksjägermeister Gottfried Kernecker:

"Der Krähenfang ist eine im Jagdgesetz erlaubte Lebendfangmethode!"

Krähenfang im Sinne des Naturschutzes

"Am Truppenübungsplatz ist das letzte außeralpine Birkenwild Österreichs beheimatet, außerdem ist es Natura 2000-Gebiet. Da ist der Krähenfang notwendig", so Auer. Birkhuhn, Wachtelkönig usw. sind Bodenleger, die Krähen wiederum sind Nesträuber, gefährden das Gelege und die Jungtiere. Es werde, so Forstmeister Auer, bei den Krähenfallen aber immer darauf geachtet, dass die Lockvögel artgerecht gehalten werden, stets Futter (der tote Marder ist Futter und nicht Köder) und frisches Wasser bekommen.

Und wie werden die angelockten Krähen letztendlich getötet? "Sie werden mit Schrot erschossen", so Kernecker. Das wiederum wird von Auer nicht befürwortet, die Unfallgefahr durch Schrot sei zu groß, wenn ein Tier angeschossen, aber nicht getötet wird, leide es erst recht. Auf dem TÜPl werden die Krähen der Jagdverordnung entsprechend "mit geeigneten Mitteln und unter Vermeidung von Qualen kurz und schmerzlos getötet", nämlich erschlagen

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"Kronen Zeitung" vom 11.10.2006 

Landesjagd nicht mehr zeitgerecht

Als unnötigen, nicht mehr zeitgerechten Luxus sieht LA Erich Rappold, Obmann des Kontrollausschusses, die Landesjagd Pitztal. "In Zeiten, in denen jeder Cent drei Mal umgedreht werden muss, ist eine Landesjagd, die dem Steuerzahler alleine im Vorjahr 200.000 Euro gekostet hat, nicht mehr tragbar", sagt der Oberländer. Ähnlich sieht das auch ein Landesrechnungshof-Bericht, der heute in der Fragestunde zur Sprache kommt.

Der Tiroler Landtag trifft sich heute ab 10 Uhr zu seiner Oktober-Sitzung. 28 Punkte umfasst die Tagesordnung. Davor steht aber noch die Fragestunde auf dem Programm. Eine der Fragen beschäftigt sich mit dem Bericht des Landesrechnugshofes über die Landesjagd Pitztal. Besagter Bericht weist einige sehr kritische Passagen auf. Ein Punkt betrifft den hohen Pachtzins. Der Rechnungshof kommt sogar zum Schluss, dass "eine Verpflichtung des Landes für die Weiterführung der Landesjagd nicht besteht." LA Rappold nimmt den Bericht zum Anlass, um den zuständigen LR Anton Steixner nach seiner Meinung zu fragen. In den Augen von Rappold ist eine Landesjagd nicht mehr zeitgemäß. "Kontakte werden nicht mehr bei einer Jagd gepflegt. Das sieht man an der Anzahl der Ehrenabschüsse - im Vorjahr waren es zwölf. Kontakte werden heute auf dem Golfplatz gepflegt", glaubt Rappold. Außerdem ist ihm der Abgang der Landesjagd viel zu hoch. 2005 lag er bei 200.000 Euro, 2004 betrug er sogar 270.000 Euro. "In Zeiten, in denen alle sparen müssen und jeder Cent drei Mal umgedreht wird, kann sich das Land so einen Luxus nicht leisten", glaubt Rappold.

Das Land argumentiert auch damit, dass man in der 22.000 Hektar umfassenden Landesjad ein Wiederansiedelungsprogramm für seltene Tiere (Stein- und Muffelwild) erfolgreich gestartet hat. Auch das lässt Rappold nicht gelten: "Nur weil ich jeden Tag einen Liter Milch trinke, kaufe ich mir nicht eine Kuh. Es gibt genügend andere Jagdreviere, wo man solche Programme starten kann!"

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"Kronen Zeitung" vom 10.10.2006

Zuchthirsche erschossen

Flucht aus Gehege: Verhängnisvoll endete der Ausbruch zweier Zuchthirsche in Eggelsberg: Schon kurz nach ihrer Flucht wurden sie unweit des Geheges vom ortsansässigen Jagdpächter erschossen. Dieser wird nun vom Besitzer der Hirsche angezeigt, weil flüchtige Tiere erst nach 41 Tagen zum Abschuss freigegeben sind. Doch das Jagdfieber war wohl zu groß, obwohl der Jäger laut Kollegen wissen musste, dass es Nachkommen des Weltrekordhirschen waren. Schaden: 6000 Euro.

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"Salzburger Nachrichten" vom 05.10.2006

Hubschrauberverjagen das Gamswild

Bauern und Jäger lehnen im Lungau Überflüge während der Gamsjagd ab. Die Hubschrauber würden das Wild verjagen. Sie fürchten um ihr Geld.

Für Debatten sorgen im Lungau die geplanten Hubschrauberflüge einer Goldbergbaufirma in Muhr. Jäger und Grundeigentümer lehnen die zwei- bis dreiwöchigen Überflüge während der Gamsjagd bis Mitte Dezember ab. "ORD Resources" will die Erzuntersuchungen aus der Luft aber unbedingt noch im heurigen Jahr über die Bühne bringen.

"Es geht nicht nur um eine Beeinträchtigung der Jagd, die Befliegung tut auch dem Gamswild weh", sagt Peter Pürgy, Bundesforste-Revierleiter in Muhr und Zederhaus. Das Wild flüchte kilometerweit.

Die Goldfirma will den Goldbergbau in Hintermuhr wiederbeleben. Bei den Überflügen geht es darum, mit einem Magnetometer die Erzadern im Berg aufzuspüren.

Betroffen ist ein Gebiet von 3500 bis 4000 Hektar mit mehreren Jagden, beispielsweise Rotgülden, Altenberg und Reiterberg. Die größte Eigenjagd dort hat der Papierindustrielle Thomas Prinzhorn, der scheidende dritte Nationalratspräsident.

"Da ist viel Geld dahinter", sagt Heinz Lammer von der Bezirksbehörde Tamsweg. Betroffen seien vor allem die Bauern, für sie sei die Jagd eine der Haupteinnahmequellen. "Prinzhorn hat eine andere Jagdmethode, er schießt den Großteil bereits bei der so genannten Grafenjagd im August."

In den genannten Jagdrevieren lebt eine Gamspopulation von 50 bis 100 Tieren. Rund 20 sind für den Abschuss freigegeben. Für eine Gams zahlt der Jagdgast zwischen 1000 und 1500 Euro.

"Wenn es jagdliche Schäden gibt, muss die Goldfirma mit Schadenersatzforderungen rechnen", betont Revierleiter Pürgy. Die Region stehe hinter den Bergbauplänen, "aber man muss schauen, wie man das unter einen Hut bringt".

Nach Meinung der Experten wäre der beste Zeitpunkt für die Befliegung von Mitte bis Ende Dezember. "Aber auch dann muss geprüft werden, ob das Wild in der Schonzeit nicht zu sehr beunruhigt wird", sagt Lammer. Fest steht für ihn: "Wenn die Flüge während der Jagdsaison stattfinden, gibt es einen Aufstand im Lungau."

Anfang November soll eine Besprechung mit den Betroffenen stattfinden.

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APA vom 04.10.2006

"Bruno" drei Monate tot - Bär liegt in Kühlkammer auf Eis

Italiener prüfen Untersuchungsbedarf

München/Schliersee (dpa) - Was soll nur mit "Bruno" geschehen:

Schon zu Lebzeiten bereitete der Braunbär aus dem italienischen Trentino den bayerischen Behörden Kopfzerbrechen. Mit dem toten Tier haben sie es nicht viel leichter. Ein Vierteljahr nach seinem Abschuss liegen Fell und Tierkörper noch immer bei minus 20 Grad in einer Kühlkammer auf Eis. Dabei könnte Bruno schon ausgestopft im Museum stehen - eine Präparation dauert etwa drei Monate. Skelett und Organe sollten der Wissenschaft als Lehrobjekte überlassen werden.

"Die Italiener wollen prüfen, ob sie weiter Untersuchungsbedarf an dem Tier haben", erläutert Andrea Kinateder, Sprecherin des bayerischen Umweltministeriums, den Verzug. "Bis auf Weiteres gibt es deshalb keine Ausstellung und keine Präparation." Die Italiener hatten empört auf den Abschuss reagiert. Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio verlangte die "Auslieferung" des toten Tieres. Bayern lehnte ab, den Bären mit offiziellem Namen "JJ1" - Erstgeborener von Vater "Jose" und Mutter "Jurka" - herzugeben. "Er ist Eigentum des Freistaates", betonte Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) im Juli.

Seitdem hat sich nichts getan.

"Ich habe keine weitere Weisung", sagt Hans-Georg Liebich, Vorstand des Instituts für Tieranatomie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Ihm waren Fell und Tierkörper seinerzeit überstellt worden. Das Fell sei eingesalzen worden, andernfalls könnten die Haare ausfallen - mehr sei nicht geschehen.

Eile sei nicht geboten. Denn gefroren kann Bruno noch sehr lange aufbewahrt werden. Weder Fell noch Skelett nehmen Schaden. "Ötzi hat 5.000 Jahre im Eis gelegen", sagt der Wissenschafter.

Spekuliert wird, dass "Bruno" noch eine ganze Weile kaltgestellt bleiben könnte. Denn die Wogen haben sich noch nicht geglättet. Der Bär soll keine diplomatischen Verwicklungen auslösen. Rom hatte zwar keine alternative Verwendung angeboten, sich aber dagegen verwahrt, dass "Bruno" im Museum zur Touristen-Attraktion wird.

Vor drei Monaten war der junge Bär im Rotwandgebiet nach wochenlangem Katz- und Maus-Spiel in Tirol und Bayern erlegt worden.

"Bruno" hatte mit seiner Dreistigkeit immer wieder Sympathien auf sich gezogen. Seelenruhig rastete der auf Solidaritäts-T-Shirts auch "JJ Guevara" genannte Bär unter den Augen von Lokalgästen vor einer Polizeiwache - um sich aus dem Staub zu machen, bevor die für viel Geld aus Finnland eingeflogenen Bärenjäger mit ihren Hunden nahten.

Während die Verantwortlichen Expertenrunden einberiefen und Pressekonferenzen gaben, marschierte "Bruno" durch alpenländische Ferienorte, erschreckte Urlauber, verspeiste Schafe und Hühner, knackte Bienenstöcke und stahl kiloweise Honig.

Die Behörden fürchteten ein gefährliches Zusammentreffen mit Menschen und beschlossen den Abschuss. Die darauf folgende Welle der Empörung gipfelte in Morddrohungen gegen die Schützen, Schnappauf und Ministeriumsmitarbeiter. Inzwischen hat die Stiftung für Bären in Thüringen den Todestag Brunos, den 26. Juni, zum "Bärengedenktag" ausgerufen. Aus der "Bärenjagd" im Internet - eine Art Moorhuhn-Spiel mit Bär - wurde "Brunos Rache", bei dem der Bär mit Engelsflügeln von der Wolke herunter Honig auf seine Peiniger kippt.

Als Fortschritt sehen Experten, dass in Bayern nun zusammen mit Italien, Österreich und der Schweiz mit Hochdruck an einem Konzept zum Bärenmanagement gearbeitet wird. Der nächste Bär könnte im Frühjahr wieder auf den Freistaat zuwandern. Dann suchen männliche Jungbären ein eigenes Revier - und in den Bärengebieten in Italien und Österreich gibt es etwa ein Dutzend Jungtiere.

Brunos" Mutter "Jurka" im Trentino, deren Erziehungsstil als Ursache für das dreiste Auftreten ihres Nachwuchses gilt, hat kürzlich einen elektronischen Sender bekommen. So kann sie geortet und vertrieben werden, sobald sie sich Siedlungen nähert. "Ziel ist, zu verhindern, dass ihre heutigen Jungen so frech wie JJ1 werden", sagt der Bärenanwalt für das Trentino, Alberto Stoffella. "Man soll nicht meinen, dass vom Trentino immer Problembären losgehen."

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"Niederösterreichische Nachrichten" vom 02.10.2006

Frau trauert um Kater: "Er wurde abgeknallt"

OBER-GRAFENDORF / Maria Kollermann aus Rennersdorf ist verzweifelt: "Mein treuer Kater Nico ist vor kurzem erschossen worden!"
In der Gegend rund um Ober-Grafendorf sollen bereits zehn Katzen erschossen worden sein.

Kollermann kam gerade vom Einkaufen nach Hause, als sie von ihrer Nachbarin Maria Vogl, Gattin des Bürgermeisters, alarmiert wurde: "Hast Du das gerade gehört? Da ist ein Schuss gefallen!" Kollermann schwante Böses, denn: "Das passierte nicht zum ersten Mal. Schätzungsweise zehn Katzen sind in den vergangenen Wochen abgeknallt worden."

Wenig später bestätigte sich der fürchterliche Verdacht: "Nico" lag tot auf einer Wiese, keine 200 Meter vom Anwesen der Kollermanns entfernt. Seit damals ist nichts mehr so, wie es früher einmal war: "Er war so treu, so anhänglich, hat mich immer zum Wäsche-Aufhängen begleitet und sich dabei ganz lieb an mich geschmiegt."

Maria Kollermann hat den Vorfall angezeigt. Sie verdächtigt einen Jäger, der das Tier erschossen haben soll. "Dabei kann von Herumstreunen gar keine Rede sein. ,Nico‘ war so faul, so träge, er hat sich nie weit vom Haus entfernt."

Es ist übrigens schon der zweite Schicksalsschlag, den die Frau verkraften muss: "Vor einigen Jahren wurde unsere Katze ,Minka‘ angeschossen. Sie kam zum Tierarzt, der zunächst das verwundete Bein amputierte. Aber schließlich ging es nicht mehr anders, und ,Minka‘ musste eingeschläfert werden."

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"Kronen Zeitung" vom 02.10.2006

Die Leutascher Familie Ripfl ist fassungslos:

Die Leutascher Familie Ripfl ist fassungslos: "Am Samstag Abend wurde unser Hirtenhund ,Prinz, der mit Wanderern an der Leine unterwegs war, eiskalt abgeschossen. Ein Jägerkollege hat ihn an einen Baum gebunden und exekutiert", schildert Josef Ripfl. Die Polizei ermittelt, Zeugen werden noch gesucht.

Seit fast 14 Jahren ist "Prinz" der treue Gefährte von Alfred Ripfl (23), der im Sommer auf einer Alm im Leutascher Gaistal die Tiere betreut. Vor gut einer Woche aber wurde der Hirtenhund ins Tal gebracht, wo er von Eltern und Bruder betreut wird. Und die gaben "Prinz" am vergangenen Samstag Wanderern mit, die auf die Meilerhütte gingen. "Auch dort kennt man unseren Hund und die Wirtin rief mich gegen 18 Uhr an, dass Prinz da sei und dass sie ihn einer Frau mitgeben werde", erzählt Bruder Josef Ripfl (27).

"Die Frau nahm den Hund mit, übergab ihn aber später zwei jungen Wanderern", schildert Ripfl. Dann soll sich Folgendes zugetragen haben, wie Ripfl
erzählt: "Ein Jägerkollege von mir nahm den beiden Burschen den Hund ab, führte ihn in den Wald, band ihn an einen Baum und erschoss ,Prinz dann eiskalt!"

Josef Ripfl meldete den Vorfall der Seefelder Polizei, die den beschuldigten Jäger telefonisch befragte. "Er hat dem Beamten gegenüber alles zugegeben, sogar, dass er das tote Tier liegen ließ", weiß Ripfl, der beim Telefongespräch dabei war. Für die " Krone" war der Betroffene nur kurz erreichbar: "Da müssen Sie sich an andere wenden", sagte er und legte auf.

Die Polizei, die sich zu diesem Vorfall auch nicht äußern wollte, ermittelt. Nun werden jene beiden jungen Wanderer gesucht, die den Hund führten.

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krone.at vom 01.10.2006:

Reh steckt fest: Feuerwehr befreit das Tier

Ein Reh auf einem Waldweg – das sehen Spaziergänger gerne. Einem der Tiere wurde bei Graz die Nähe zu Menschen-Siedlungen beinahe zum Verhängnis. Es versuchte, durch ein Gartentor zu schlüpfen, blieb aber zwischen zwei Metallstäben stecken und konnte nicht mehr vor oder zurück.

Die beiden Jungtiere, die mit dem erwachsenen Tier unterwegs gewesen waren, konnten leicht durch den Stäbe schlüpfen. Ihre Mutter aber war eindeutig zu groß. Trotz verzweifelter Versuche, sich zu befreien, blieb sie fest stecken.

Passanten alarmierten die Feuerwehr, die das Tier rettete. Die Metallstäbe wurden gedehnt und das Tier vorsichtig befreit. Es konnte – bis auf die Abschürfungen, die es sich bei seinen Befreiungsversuchen zugezogen hat - unverletzt wieder in die Freiheit entlassen werden.

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"Kleine Zeitung" vom 30.09.2006 

Wildfleisch reist um die halbe Welt

Für viele Gourmets gehört das Wildbret auf den herbstlichen Speiseplan. Das Fleisch kommt aus heimischen Revieren, wird aber auch importiert. Dabei könnte sich der Bezirk leicht selbst versorgen.

Der Geschmack von gekochtem Wildfleisch ist nicht jedermanns Sache. Und dennoch drückt der herbstliche Speiseplan aus, dass in den Erntemonaten das Wildbret Hochsaison hat. Reh, Hirsch, Wildschwein, Hase: das Angebot ist vielfältig und besonders viele Gaststätten bewerben ihre Wildgerichte - "Wildwochen" heißt das Schlagwort.

"Das Rehwild setzt im Mai, bekommt also Nachwuchs. Dieser ist im Herbst ausgewachsen und darf erlegt werden", führt Erwin Falkner, Bezirksjagdmeister von Hartberg, fachmännisch aus. Das Fleisch sei dann nämlich hochwertig, reif und genießbar, setzt der Altbürgermeister von Kaindorf nach.

Das Fleisch von Wildtieren ist bekannt für seinen geringen Fettanteil.

Obwohl Wildfleisch immer beliebter wird, verzehren die Österreicher weitaus mehr Schweinefleisch. Jeder Österreicher verspeiste 2002 - statistisch betrachtet - ein halbes Kilogramm Wildfleisch. Hingegen aber rund 40 Kilo Schweinefleisch (siehe Infokasten).

Überwiegend Reh

Zum Wildbret zählen aber nicht nur die Schalenwildtiere wie Hirsch und Reh, sondern auch alle Niederwildarten - etwa Hase, Fasan und Ente. Den Hauptanteil des Speiseplans besitzt das Rehwild, was sich auch in den Abschussplänen des Bezirks zeigt. Heuer dürfen in den 116 Bezirksjagdrevieren 5665 Stück Rehwild geschossen werden. Im Vorjahr wurden

5669 Rehe im Bezirk erlegt, etwas mehr als der Abschussplan vorsah. Davon wurden 3661 als Wildbret weiterverwertet - gingen in den Handel oder wurden von den Jägern selbst zerlegt. Rund 2000 Tiere fielen dem Verkehr zum Opfer oder starben auf andere Weise.

"Nur erlegte Rehe
dürfen weiterverarbeitet werden. Auf gar keinen Fall jene Tiere, die durch den Verkehr getötet wurden", betont der Vizepräsident des Steirischen Jagdschutzverbandes, Franz Gruber. Der Jäger aus Schildbach erklärt auch, dass es eigens ausgebildete Jäger gibt, "die prüfen ob ein erlegtes Wild in den Handel darf oder nicht."

Erst am vergangenen Wochenende wurden 80 Jäger zu solchen Wildbretbeschauungsorgane ausgebildet. "Diese Kurse sind ganztägig und schließen mit einer schriftlichen Prüfung ab", fügt Bezirksjagdmeister Erwin Falkner an. Man sei bedacht darauf, nur einwandfreies Fleisch weiter zu geben, bemerkt Falkner. Jeder Abschuss wird mit einer Marke gekennzeichnet, auf der verzeichnet wird, wie das erlegte Tier weiterverarbeitet wird.

Der Bedarf an Wildfleisch im Bezirk kann leicht von den heimischen Jäger gedeckt werden, erklärt Falkner, der sogar von einem Überschuss spricht.

"Es könnte ohne weiteres mehr verspeist werden", schmunzelt der Altbürgermeister, derseit mehr als 60 Jahren Jäger ist. Dennoch wird importiert. Das weiß auch Vizepräsident Franz Gruber. "Bis vor zwei bis drei Jahren gab es noch gute Preise für Wildfleisch", erklärt der Schildbacher, "aber seitdem wird viel importiert. Sogar aus Neuseeland". Die Tiere werden in großen Mengen gezüchtet und verschifft. "Das haut natürlich den Preis runter", bescheinigt der Schildbacher. Gleichzeitig räumt er aber ein, dass die Qualität der Einfuhr nicht schlechter als heimisches Wild ist, "aber es ist trotzdem kein Wildfleisch, weil es ja eingesperrt ist."

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Vorarlberg Online vom 25.09.2006:

Bluttat in Kärnten 

Auch am Montag sind die Hintergründe für die Bluttat in St. Paul im Lavanttal im Dunkel geblieben. Fest stand, dass ein 30 Jahre alter Elektriker seine Frau mit einem Jagdgewehr erschossen hat.

Die Polizei muss aber mit der Einvernahme noch warten, der Mann wurde in die psychiatrische Abteilung des Landeskrankenhauses Klagenfurt eingeliefert, wie der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Gottfried Kranz, gegenüber der APA bestätigte. Der 30-Jährige war vorerst nicht vernehmungsfähig.

Der Elektriker, der mit seiner fünf Jahre jüngeren Frau in einem Haus mit seinen Eltern lebt, litt an schweren Depressionen und befand sich bereits seit mehreren Wochen in Behandlung. Am Sonntagabend nahm er ein Gewehr - sowohl er als auch sein Vater sind passionierte Jäger - und erschoss seine 25-jährige Ehefrau, mit der er zwei Kinder hat. Das Projektil traf die Frau aus nächster Nähe in die Brust. Angeblich war dem Schuss ein Streit vorangegangen.

Als die Polizei am Tatort eintraf, lag die junge Frau blutüberströmt am Boden. Ihr Mann stand neben der Sterbenden, er wirkte völlig apathisch und ließ sich widerstandslos abführen. Der Notarzt versuchte das Opfer zu retten, seine Bemühungen blieben jedoch vergebens. Der 30-Jährige wurde von Sanitätern unter Aufsicht der Polizei ins Spital gebracht.

Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an, der Leichnam der 25-Jährigen wurde nach Graz gebracht, die Untersuchung war für Montag angesetzt. Mit der Bluttat sind die beiden Söhne des Paars zu Halbwaisen geworden, sie sind fünf bzw. drei Jahre alt. Sie werden, ebenso wie die Eltern des Elektrikers, psychologisch betreut.

In der Nachbarschaft herrschte großes Rätselraten, wie es zu dem Verbrechen hatte kommen können. Noch am Samstag habe die Schwester des Elektrikers geheiratet, wird erzählt. Es sei eine sehr schöne und fröhliche Familienfeier gewesen, umso überraschender sei dann dieser tödliche Gewaltausbruch gekommen.

Die Polizei wurde von der Staatsanwaltschaft mit den Erhebungen beauftragt, bis wann genauere Ergebnisse vorliegen werden, stand vorerst nicht fest.

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kleinezeitung.at vom 15.09.2006:

Peinlicher Fehlschuss: Ein Kalb wurde erlegt

Ein Schütze hat Kalb mit Wildtier verwechselt. Bauer könnte jetzt auf Schaden sitzen bleiben.

Ein scheues Reh oder doch ein kräftiges Kalb? Ein Schütze auf der Schneegrubenalm im Gemeindejagdgebiet Winkl/Reichenau täuschte sich und drückte zu schnell ab. Kein Wild, aber ein fünf Monate altes Kalb erlegte er. Der Vorfall ereignete sich in der Zeit von Samstag bis Mittwoch. "Das ist ein Wahnsinn", ärgert sich Besitzer und Landwirt Rudolf Huber, der acht weitere Tiere auf der Alm hat. "Dem Schützen sollte man den Jagdschein nehmen, der schießt offensichtlich auf alles, was sich bewegt", fordert Huber.

Vermutlich ein Jäger
Ob es sich aber tatsächlich um einen Jäger handelt, ist bislang nicht bewiesen: "Der Vorfall wird untersucht", sagt Ewald Pertl, der Jagdleiter von Winkl. "Rein theoretisch könnte schon jeder geschossen haben", sagt ein Beamter der Polizeiinspektion Patergassen. Rein praktisch liegt aber die Vermutung nahe, dass es ein Jäger war. "Wilderer gibt es in der Region nicht und irgendwer muss ja geschossen haben", sagt der Beamte.

Schadensbegleichung unklar
Das Geschoss wurde nicht gefunden. "Das Beweisstück liegt irgendwo auf der Alm, das Kalb ist nach dem Schuss noch weitergelaufen und dann erst verendet", sagt der Beamte. Wer jetzt für den Schaden aufkommen soll, ist unklar. "Das Kalb war zwischen 800 und 1000 Euro wert", sagt Huber. Darüber hinaus ist noch nicht geklärt, ob es womöglich mit dem Hubschrauber abtransportiert werden muss.

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"Wiener Zeitung" vom 14.09.2006 

Aufregung um Abschüsse im Lainzer Tiergarten 

Lainz als Dorado für Trophäenjäger Gäste zahlen für Wildschweinschießen. Über 1000 Jagdlizenzen in ganz Wien. Grüne: "Skandal"

Wien. Die Wildschweinfütterung gehört für viele zu einem Fixpunkt bei einem Besuch im Lainzer Tiergarten. Dass die putzigen Frischlinge später mal zur Trophäenjagd für zahlende Jagdgäste aus dem In- und Ausland freigegeben werden, wissen wohl die Wenigsten. So wurde fast ein Viertel der 2004/2005 in Lainz abgeschossene 1236 Wildschweine von nicht-amtlichen Jägern erlegt.

Dies geht aus einer Anfragebeantwortung der zuständigen Umweltstadträtin Ulli Sima (S) hervor, die der "Wiener Zeitung" vorliegt. Weiters ergibt sich aus bislang unter Verschluss gehaltenen Dokumenten, dass bei Privaten die Jagd in den Wiener Gebieten, die bis NÖ reichen, sehr beliebt zu sein scheint: Im Vorjahr gab es mehr als tausend Jagdlizenzen für Private (941 Jahreskarten und 212 Gastkarten) - jedoch nur 27 hauptamtliche Berufsjäger.


Eine Million lukriert

Besonders brisant erscheinen den Grünen die hohe Zahl der Gastkarten - und dass 81 Jahreslizenzen ans Ausland vergeben wurden: "Es ist eigentlich ein Skandal, dass die Stadt Wien hier aktiv Trophäenjagd anbietet, offenbar um möglichst viel Geld zu erhalten", kritisiert Umweltsprecher Rüdiger Maresch.

Er vermutet, dass etwa Auslandsgästen aus dem Nahbereich des Rathauses Abschüsse offeriert werden. Immerhin werden mittlerweile knapp eine Million Euro durch die Privat-Jagd eingenommen: "Das hat nichts mit Jagdbewirtschaftung zu tun, um den Bestand gering zu halten. Hier werden offensichtlich Wildschweine für die Jagd gezüchtet", sagt Maresch.

FP-Gemeinderat Kurth-Bodo Blind bezweifelt, dass alle Gastkartenbesitzer zur Jagd befugt und ausgebildet sind. Da den Parteien bislang dazu Auskünfte verweigert würden, "müssen wir annehmen, dass etwas nicht in Ordnung ist".

Forstdirektor Andreas Januskovecz war für keine Stellungnahme erreichbar.

Aus dem Simas Büro hieß es zuletzt, dass es wegen des strengen Winters heuer nur mehr 800 Abschüsse in Lainz geben werde.

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"Tiroler Tageszeitung" vom 01.09.2006:

Südtirol: Die Rache eines toten Hirschen

Ein 63-jähriger Jäger aus dem Schnalstal wurde vom Geweih eines getöteten Hirschen schwer am Bein verletzt.

Mehrere Wochen lang musste Eduard G. aus dem Schnalstal warten, bis ihm im Pfossental der Abschuss eines Kapitalhirschen gelang. Die Freude über den Abschuss währte aber nur kurz. Als der 63-Jährige und seine fünf Jagdkameraden die Trophäe stolz zu Tal tragen wollten, schlug der tote Hirsch zu.

Eduard G. kam beim Abstieg ins Stolpern und stürzte zu Boden. Dabei rutschte der Hirsch von seinen Schultern und die Spitze eines Geweihendes bohrte sich in seinen Fuß. Die tiefe Wunde blutete so stark, dass die Jagdkameraden die Rettung alarmieren mussten. Nach einer Erstversorgung an der Unfallstelle wurde der Jäger mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus nach Meran geflogen. Da die Wunde genäht werden musste, dürfte der Jäger noch lange an die Rache des Hirschen erinnert werden.

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"Kronen Zeitung" vom 07.09.2006:

Eine delikate "Wilderer-Gschicht"

Eine delikate "Wilderer-Gschicht" hat sich Ende August im hinteren Ötztal abgespielt. Der landesweit bekannte Top-Unternehmer Alban Scheiber sen., der in Obergurgl die Agrar-Eigenjagd gepachtet hat, erlegte nämlich am helllichten Nachmittag ein Murmeltier. Nichts Ungewöhnliches, wenn er das Tier nicht mitten im Untergurgler-Agrar-Jagdgebiet geschossen hätte. Kein Jägerlatein, was sich nach dem angeblichen "Wildfrevel" abspielte: Um eine 3000 Euro-Spende hätte der geschädigte Jagd-Pächter die "Wilderei" in Form eines außergerichtlichen Vergleiches hinter einen Busch gekehrt.

An Murmeltieren herrscht im Hinterötztal Überschuss. So gravierend, dass der italienische Pächter der Untergurgler Agrar-Eigenjagd heuer den Grundbesitzern im Jagdgebiet den Abschuss eines Murmeltieres schenkte. Auch Alban Scheiber sen. besitzt Grundstücke im Revier und durfte daher kostenlos eine, auf gut ötztalerisch "Fermente", schießen. Das tat er am Samstag, 26.
August gegen 14 Uhr. Vom Auto aus erlegte er bei Hochgurgl das Murmeltier.

"Ich fuhr zu einer Baustelle und habe auf dem Weg dorthin den versprochenen Abschuss getätigt", gibt Scheiber zu. Drei Jäger die ihn beobachtet hatten, waren prompt zur Stelle. Jagdleiter Reinhard Scheiber wurde verständigt, Alban Scheiber gab das erlegte Tier zurück und entschuldigte sich später beim italienischen Jagdpächter. "Der Pächter nahm die Entschuldigung an, für mich war der Fall damit erledigt", so Alban Scheiber.

Doch die Rechnung machte er ohne den Wirt, in diesem Falle den Pächter.

"Eine 1000-Euro-Spende für die Wildfütterung sollte ich zahlen, dann wäre der Fall erledigt, teilte mir der Jagdleiter nur wenig später am Telefon mit. Zwei Tage später erhöhte sich die Summe plötzlich auf 3000 Euro!"

Angesichts der, wie er sagt, erpresserischen Methoden, schaltete Alban Scheiber auf stur. Was Folgen haben könnte: Denn der Gurgler Top-Unternehmer hätte das Murmeltier nicht ohne Begleitung eines im Untergurgler Revier beschäftigten Jagdaufsichtsorgans bzw. nicht ohne ausdrücklichen Berechtigungsschein erlegen dürfen. "Laut Jagdgesetz war der Vorfall ein Eingriff in fremdes Jagdrecht und fällt unter Wilderei", erklärte Bezirksjägermeister Norbert Krabacher der "Tiroler Krone" gegenüber. "Mir ist bewusst, dass ich dem Jagdgesetz nach einen Fehler gemacht habe, aber der Wilderei kann man mich nicht bezichtigen. Ich habe in meinem Revier 50 überschüssige Murmeltiere, die ich abschießen könnte", versucht sich Alban Scheiber aus der Affäre zu ziehen.

Die "Wilderei" wurde Dienstag zur Anzeige gebracht. Geldstrafen und ein Disziplinarverfahren könnten nun folgen.

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"Kronen Zeitung" vom 04.09.2006:

Leserbrief: 
Warten, bis der Rehbock qualvoll verendet?

Das Haus des Herrn N. steht etwas außerhalb einer Ortschaft im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich. Wenn Herr N. beim Frühstück aus dem Fenster schaut, kommt es nicht selten vor, dass draußen im Gemüsegarten auch gefrühstückt wird. Hasen, Rehe, ...

"Ich wohne hier, und rundherum ist nur Natur. Freilich weiß ich - und das muss ja auch wohl so sein - dass diese Tiere einmal abgeschossen werden." Ein Sonntag. Herr N. spaziert zum Zeitungsstandel. Bei der Rückkehr sieht er einen Jäger, der in einem Auto (!) sitzt und auf einen Anblick wartet. Da tauchen eine Geiß und ein Bock auf. Der Jäger kann sie nicht sehen. Ein anderer Waidmann schon. Er holt den Gefährten, und sie fahren zu einer Stelle, wo sie das Wild beobachten können.
Der Bock weicht eben zurück in ein Sonnenblumenfeld, und die Geiß bleibt stehen. Da kommt der Bock wieder heraus, und als er für die Jäger gut sichtbar wird, knallt es. Der Bock fällt. Er ist aber nicht tödlich getroffen. Er bäumt sich immer wieder auf und sackt wieder zusammen. Die Jäger sehen einfach zu! Herr N. reißt die Terassentür auf und schreit: "Ist Euch schade um eine Kugel, dass Ihr den Bock so leiden lasst?" Jetzt geht der Jüngere von den beiden hin und gibt den Gnadenschuss. Endlich. Und vorher? War das waidmännisch, war das menschlich?

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nachrichten.at vom 04.09.2006:

Jagdhund biss Jäger

HERZOGSDORF. Ein Jagdhund hat am Sonntagabend sein Herrchen gebissen. Der zehnjährige Münsterländer hatte während der Suche nach einem Rehkitz einen Schwächeanfall erlitten. Als ihm der Jäger helfen wollte, sprang das Tier plötzlich auf und biss den 49-jährigen in die Lippe und ins Gesäß.

Der verletzte Weidmann rief einen anderen Jäger herbei, der in der Nähe unterwegs war. Dieser kam seinem Kollegen zu Hilfe und alarmierte die Rettung. Der 49-Jährige wurde ins Unfallkrankenhaus Linz eingeliefert.

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kleinezeitung.at vom 31.08.2006:

Deutscher Jäger stürzte in Osttirol 250 Meter in den Tod

Der 43-Jährige starb nach Angaben der Polizei noch am Unglücksort.

Mit dem Tod hat am Donnerstag die Jagd für einen Deutschen in Osttirol geendet. Der 43-Jährige stürzte laut Polizei 250 Meter in die Tiefe. Er starb am Unglücksort.

Steinwild 
Der Mann aus Bergisch-Gladbach (Nordrhein-Westfalen) war zu Mittag in Begleitung eines Pirschführers im Teischnitztal im Bereich des Hohen Guldanoa (Gemeide Kals am Großglockner) unterwegs gewesen, um Steinwild zu jagen.

Bergung mit Hubschrauber
Als beide in 2.600 Metern Höhe eine steile Wiese querten, wurde dem Deutschen übel. Er stürzte daraufhin über den teils mit Felsen durchsetzten Hang ab. Die Leiche wurde mit einem Hubschrauber geborgen.

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"Kronen Zeitung" vom 29.08.2006:

Trophäen-Tourismus

Von mafiösen Verflechtungen auch in Oberösterreich sprechen Jagd-Insider in Sachen Trophäen-Tourismus: Es gehe um Millionen Euro. Hirsche, die bei uns in Gehegen aufwachsen, laufen in Tschechien, Bulgarien oder Österreich als "Wildtiere" vor die Flinte. Wie der 65.000-Euro-Rekordhirsch aus Eggelsberg.

Wie exklusiv berichtet, hatte ein deutscher Baron den 42-Ender in Bulgarien als "Wildtier" schießen dürfen. Aufgewachsen war der Hirsch aber im Innviertel. Umweltkriminalisten deckten den Schwindel auf.

522 Betriebe in Oberösterreich züchten Geweihträger - offiziell zur Wildbret-Erzeugung. "Aber es gibt schwarze Schafe, die ältere Hirsche mit entsprechendem Geweih teuer für die Jagd verkaufen. Ob da jeder Jäger weiß, dass er ein zahmes Tier erlegt, darf bezweifelt werden", so ein Insider, der wissen will, dass der nächste Rekord-Hirsch für Bulgarien schon bei uns bestellt ist. Illegale Mittel, die den Geweihwuchs fördern, fand man bei den Ermittlungen übrigens nicht.

"Ohne Zusatzfutter gibts solche Geweihe aber nicht. In der Wildnis sind schon 14-Ender bei Rotwild selten", sagt Christopher Böck, Wildbiologe beim oö. Landesjagdverband. In 950 oberösterreichischen Revieren gehen 18.032 Jäger auf die Pirsch, davon 339 Ausländer. Vier Reviere sind an Ausländer verpachtet. "Bis zu 10.000 Euro sind hierzulande für einen Hirsch üblich. Genaue Zahlen gibts nicht. Trophäen-Tourismus hält sich aber bei uns in Grenzen", so Böck.

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"Kleine Zeitung" vom 27.08.2006: 

Mann drohte Hund zu töten 

TREFFEN. Eine Juristin (42) aus Wien ließ gestern Nachmittag ihren Mischlingshund auf der Gerlitzen frei vor sich herlaufen. Auf Höhe der alten Bergstation der Kanzelbahn stand auf einem Wandersteig ein noch unbekannter Mann mit einer Faustfeuerwaffe in der Hand. Als er den frei laufenden Hund erblickte, richtete er die Waffe in Richtung Frau und deren Hund und drohte ihr, den Hund zu erschießen, wenn sie ihn nicht an die Leine nimmt.

Daraufhin nahm die Wienerin ihren Hund an sich und flüchtete. Die Fahndung nach dem Mann verlief bislang ergebnislos.

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kleinezeitung.at vom 26.08.2006:

Jäger abgestürzt und tödlich verunglückt

Samstagmittag kam es bei einem Jagdausflug im Kapoiniggraben zu einem tragischen Unfall.

Am Samstag gegen Mittag stieg eine sechsköpfige Gruppe von Jägern in den so genannten "Kaponiggraben" in Obervellach im Bezirk Spittal, ab.

Auf nassem Felsen ausgerutscht
Ein 48-jähriger Jäger aus Wien rutschte dabei auf dem nassen Steig aus und stürzte in Folge etwa 50 Meter über felsdurchsetztes Waldgelände ab. Der Mann wurde bei dem Sturz tödlich Verletzt.

Bergung 
Der Tote wurde von der Bergrettung Fellach, der Alpinen Einsatzgruppe Spittal und dem Hubschrauber des Innenministeriums geborgen.

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kleinezeitung.at vom 23.08.2006:

Jäger traf seinen Bruder

70-Jähriger vergaß, Gewehr zu sichern. Dienstag wurde er wegen Körperverletzung verurteilt.

Zwei Brüder (70 und 67) gingen gemeinsam auf die Jagd. "Seit dem ist nichts mehr wie früher", klagt der Ältere. Denn aus seinem Gewehr löste sich ein Schuss - und traf den jüngeren Bruder. Dieser wurde schwer verletzt, der Schütze wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.

Schneller Hirsch 
"Eigentlich wollte ich einen Hirschen erlegen, der vor mir aus dem Wald gesprungen ist", erzählt der 70-Jährige dem Richter. "Aber ich war zu langsam." Oder der Hirsch zu schnell. Egal. Als das Tier aus dem Blickfeld war, wollte der Jäger jedenfalls wieder zurück zu seinem Bruder, mit dem er gemeinsam auf der Burgstallbergeralm oberhalb von Krems unterwegs war.

Bruder getroffen 
"Komischerweise konnte ich den Bruder aber nirgends mehr sehen." Dieser lauerte nämlich selbst hinter einem Gebüsch. "Während ich weiter Ausschau nach ihm hielt, rutschte ich aus", erinnert sich der Beschuldigte, "und aus meinem Gewehr brach ein Schuss". Kurz nachdem es gekracht hatte, hörte er die Stimme seines Bruders. "Hilfe Du hast mir beide Hände abgeschossen!" ertönte es aus dem Wald. Der Beschuldigte sagt: "Da habe ich einmal blöd geschaut."

Wie eine Bombe 
Sein Projektil hatte den Bruder aus 15 Metern Entfernung in beide Ellbogen getroffen. "Es ist alles meine Schuld. Leider, leider hatte ich vergessen das Gewehr zu sichern", bedauert der 70-Jährige. Der Prozess trifft den Jäger hart. "Seit 50 Jahren gehe ich auf die Jagd, seit 50 Jahren schieße ich mit dem selben Gewehr. Nie hätte ich gedacht, dass mir so was passiert." Das Opfer erzählt: "Ich habe gerade durch das Fernglas geschaut. Plötzlich glaubte ich, neben mir schlägt eine Bombe ein." Seine Arme kann der 67-Jährige bis heute nicht richtig bewegen.

Unentschuldbar 
"Was ich da getan habe, ist unentschuldbar", klagt der 70-Jährige. "Das Verhältnis zu meinem Bruder wird nie wieder gut sein," bedauert er. Der Richter verurteilt den Mann zu 1800 Euro Geldstrafe. Denn: "Ein erfahrener Jäger müsste vorsichtiger sein." Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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"Oberösterreichische Nachrichten" vom 22.08.2006:

Leserbrief: 
Gamsbart-Sheriff

Man stelle sich vor, ein Normalbürger würde, so wie die OÖN vom Samstag berichteten, seinen Hund als Waffe auf Kommando auf ein anderes Tier hetzen, es "immer und immer wieder beißen lassen", während Kinder daneben stehen und flehen, er möge aufhören. Und er grinst nur. Militante TierschützerInnen würden über ihn herfallen, die Behörde würde ihn als kranken Sadisten einstufen und ein Waffen- und Hundehaltungsverbot verhängen, und wenn er auch noch alleinerziehender Vater wäre, hätte er am nächsten Tag das Jugendamt im Haus. Aber es war ja ein Jäger. Und nur eine Katze. Im Maisfeld. Das ist "Gleichheit vor dem Gesetz" in diesem Land. Wann ruft endlich jemand die Hilfssheriffs im Gamsbart zur Ordnung?!

Dr. Sigmar Stadlmeier,
Haid

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www.orf.at vom 21.08.2006:

Damhirsche fressen Gärten leer

In Moorbad Harbach im Waldviertel sorgen zwei Damhirsche für Aufregung. Sie fressen bei ihren nächtlichen Besuchen seit Wochen Blumen- und Gemüsebeete leer. Scheu vor Menschen scheinen sie nicht zu haben.

Vorliebe für fast aufgeblühte Rosen
Im Garten von Rudolf Pollak sind die Spuren der nächtlichen Damhirsch-Besuche deutlich. Die Gemüsepflanzen und die Rosenstauden sind angeknabbert, erzählt der Gartenbesitzer.

 "Fast aufgeblühte Rosen fressen sie besonders gern. Und vor zehn Tagen haben sie Blumenkisterl runtergerissen, das in eineinhalb Metern Höhe montiert war. Der Inhalt scheint ihnen auch geschmeckt zu haben"


Keine Scheu vor Menschen
Die Damhirsche dringen beinahe jeden Tag, bzw. vorzugsweise fast jede Nacht, in das Wohngebiet von Harbach vor. Sie zeigen keine Scheu vor Menschen. Auch die Anwesenheit der Harbacher hält sie nicht von ihren Fressausflügen ab.

 Vor dem Haus von Herbert Pöschl, dem Harbacher Ortsvorsteher, dürften sie sich öfter aufgehalten haben. "Gestern am Abend hat man sie direkt vor unserem Haus gesehen. Sie waren jeden Tag da. Da gibt es zum Beispiel einen Jungbäumewald, wo sie auch am Tag geäst haben, obwohl nur 15 Meter entfernt Holz geschnitten wurde. Die haben sich nicht vertreiben lassen"

Hirsche aus Gatter entflohen?
Diesen Umstand erklärt man sich in Harbach damit, dass die Hirsche vermutlich keine Wildtiere im engeren Sinn sind. Die beiden dürften aus einem Gatter ausgebrochen sein, lautet die am häufigsten geäußerte These zur Herkunft der Tiere. "Diese Tiere haben durch die Gatterhaltung ihre Scheu vor dem Menschen verloren und zeigen ein völlig untypisches Verhalten", sagt Franz Wielander, Jagdleiter aus Harbach.

Gegenmaßnahmen erst ab September möglich
Der Ortsvorsteher fordert, dass die Tiere betäubt und in ein Gehege gebracht werden. Dieser Forderung dürfte nicht sofort entsprochen werden können. Laut Jagdgesetz ist Schonzeit.

"In der Schonzeit ist nicht nur das Erlegen verboten sondern auch das Jagen und Fangen. Wir haben von der Rechtslage her vor dem 1. September weder in die eine noch in die andere Richtung eine Möglichkeit her einzugreifen", sagt Wielander.

Bis dahin werden sich die Harbacher ihre Gartenpflanzen mit den Hirschen teilen müssen. Ob sie wollen oder nicht.

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Oberösterreichische Nachrichten vom 19.08.2006:
 
Jagdhund biss Katze vor den Augen kleiner Kinder fast zu Tode
 
ROHRBACH. Ein Jagdhund biss im Bezirk Rohrbach vor den Augen kleiner Kinder eine Katze fast zu Tode - auf Befehl eines Jägers, klagen Augenzeugen an. Von Andreas Kremsner

Es hätte ein gemütlicher Nachmittagsspaziergang werden sollen. Zwei Ehepaare trafen sich mit ihren vier kleinen Kindern auf einem Parkplatz im Bezirk Rohrbach. Als sie aufbrechen wollten, schrie eines der Kinder: "Mami, schau was der Hund mit der Katze macht."

"Dann wurden wir Zeugen einer grausamen Tat", sagt Beate U. Der Hund hielt die Katze im Maul und schüttelte sie kräftig durch. "Dann hat der Jäger ihm Befehl gegeben, die Katze immer und immer wieder zu beißen", sagt die Frau, noch immer geschockt. Als der Hund endlich aufhörte, nahm der Jäger (Name der Redaktion bekannt) einen Stock, erschlug die Katze und warf sie auf den Misthaufen. "Unser Schreien und Flehen hat nichts genützt. Im Gegenteil, der Mann hat uns nur angegrinst", sagt U. "Und das alles vor den Augen unserer Kinder. Sie haben geweint und geschrien und wir konnten nichts tun."

Beate U. wollte den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen und erstattete Anzeige bei der zuständigen Polizeidienststelle. Die Beamten machten ein Foto von der toten Katze. Der Fall wird noch bearbeitet und geht dann weiter zum Bezirksgericht Rohrbach.

Der Jäger rechtfertigt sich damit, dass der Hund die Katze in einem Maisfeld aufgestöbert habe, und er sie nur von ihrem Leiden erlösen wollte, so das Protokoll. Doch der Jäger - er ist auch Jagdleiter - ist bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft kein Unbekannter. Im Vorjahr hat er einen "wildernden" Hund erschossen. Der Fall wurde aber zu den Akten gelegt.

Forderung nach Ehrengericht
"Ich weiß nicht, was passiert ist, das müssen die Behörden entscheiden. Aber ich fordere ein Ehrengericht für solche Fälle", sagt Bezirksjägermeister Hieronymus Spannocchi. Dann könne man innerhalb der Jägerschaft entscheiden, ob unehrenhaftes Verhalten vorliegt.

Derzeit könne in Oberösterreich die Jagdberechtigung nur dann entzogen werden, wenn es eine gerichtliche Verurteilung gibt.

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nachrichten.at vom 19.08.2006:
 
Wildernder Bär darf weiterleben: "Keine Gefahr für die Menschen"

LINZ. "Der Bär wird nicht zum Abschuss frei gegeben", sagt Jagdlandesrat Josef Stockinger. Die betroffenen Bauern beharren auf ihrer Forderung.

"Der Bär gehört einfach nicht in unsere Zivilisation und muss weg", sagt Landwirt Franz Rodlauer, Besitzer des jüngsten Opfers des wildernden Bären, im Gespräch mit den OÖN.

Seit das Raubtier ein Stierkalb aus seiner Herde gerissen hat, fürchtet er um das Leben und die Gesundheit seiner restlichen Tiere. Vor allem jene 50 Rinder, die sich weiterhin auf seiner Alm in Unterlaussa befinden, seien seit der Attacke des Bären total verstört: "Unser Stier war immer zutraulich, jetzt kann ich mich ihm nicht einmal nähern."

"Raubtiere müssen weg"

Die Schuld für die Vorkommnisse sucht Rodlauer aber nicht bei dem ortsansässigen Bären: "Es liegt in seiner Natur, hin und wieder ein Schaf oder Kalb zu reißen." Und eben deshalb fordert der Landwirt auch, endlich die Konsequenzen zu ziehen: "Die Verantwortlichen müssen einsehen, dass die Zeit der Großraubtiere vorbei ist." Wie mehrere Vorfälle in vergangenen Jahren zeigen würden, sei ein friedliches Zusammenleben von Menschen und Bären einfach nicht möglich. Der Landwirt spricht dabei aus eigener Erfahrung: Auch er ist dem wildernden Bären bereits Aug in Aug gegenübergestanden.

"Bär darf Kälber reißen"

Jagdlandesrat Josef Stockinger (VP) sieht auf Anfrage der OÖN trotz allem keinen Grund, zu handeln: "Der Bär stellt keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung dar und verhält sich artgerecht." Dazu gehöre auch, dass er alle paar Jahre ein Schaf oder Kalb reißt. Den dadurch entstehenden finanziellen Schaden bekämen die betroffenen Landwirte über eine Versicherung ersetzt. Wann ein Bär geschossen werden darf, sei überdies in einem "Bärenmanagementplan" genau geregelt.

Die Ansiedlung weiterer Bären fordert indes neben der Tierschutzorganisation WWF auch der Bärenanwalt Walter Wagner: Oberösterreichs Bären würden an einem akuten "Frauenmangel" leiden, die Population sei daher auf Dauer nicht gesichert.

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Salzburger Nachrichten vom 19.08.2006:

Amoklauf im Wald

Als "schwarze Komödie im grünen Rock" präsentiert die Theaterachse zum Sommertheater in der Stiegl Brauwelt das Stück "Waidmannsheil!".

Niko Wahl Salzburg (SN). Als "Strecke" bezeichnen Jäger die Gesamtzahl der erlegten Tiere - die Jagdbeute also. Wenn in einer Strecke nun Steine, Gräser, Wolken und einige Menschen aufscheinen, ist Verwunderung angebracht. Thomas Schächl und Christian Scharrer von der "Theaterachse" bringen als Jäger im Stück "Waidmannsheil" eine derartige Strecke zu Wege. Die Premiere fand Donnerstagabend in der Stiegl Brauwelt in Salzburg statt.

Die Handlung begleitet zwei Jäger durch einen Tag am Hochstand. Die Wartezeit aufs Wild schlagen die beiden mit Jagdgeschichten, Probeschüssen und Angebereien tot. Das Jägerlatein birgt eine gewisse Komik, wenn der eine dem anderen glaubhaft zu machen versucht, dass er seine verfehlten Schüsse absichtlich umgelenkt habe - weil ein Grashalm plötzlich das bessere Ziel gewesen sei als ein Wildschwein.

Die Gespräche auf dem Hochsitz entlarven die schlechten Eigenschaften der beiden. "In der Natur weißt du nie, ob du Jäger oder Gejagter bist", sagt Schächl und leitet damit eine erschreckende Wende der Handlung ein: Aus den beschränkt wirkenden Jägern werden paranoide Amokläufer, die von Menschen wie von der Natur nur Böses erwarten. Mit der Naturidylle ist es vorbei. Je weiter der Abend fortschreitet desto blutrünstiger wird es. Neben einer Hochzeitsgesellschaft wird eine junge Frau erjagt, und die Jäger beobachten sie genüsslich bei den letzten Zuckungen. Beide können es kaum erwarten, sie "abzuschwarteln", also zu zerstückeln.

Parallel dazu zeigen die Jäger in linkischer Art mehr und mehr Gefühl. Die individuelle Sensibilität, die zugleich mit den Grausamkeiten zu Tage tritt, wirkt stellenweise komisch, großteils aber tragisch und erschreckend. Das Komödienhafte geht gegen Ende verloren, an seine Stelle treten abgründige Überlegungen über das Leben.

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kleinezeitung.at vom 18.08.2006:

"Ziegenkrieg" auf Alm: Jäger schoss

Aufregung in Großkirchheim: Bergbauer ersuchte einen Jäger, fünf entlaufene Ziegen zu erlegen, da ihm wegen der Weiderechte eine Besitzstörungsklage drohte.

Für Aufregung sorgt bei Dorfbewohnern von Großkirchheim ein Vorfall, der sich vor Kurzem ereignet hat: Ein Jäger habe auf der Bergweide in der Zirknitz fünf Ziegen erschossen, empört sich ein "Leser-Reporter" gegenüber der Kleinen Zeitung. Jetzt sei er "damit beschäftigt, in den Gasthäusern mit Fotos über die erlegten Tiere zu prahlen".

Mangelnde Weiderechte
Nachforschungen in dem Mölltaler Ort ergeben, dass sich der "Ziegenkrieg" tatsächlich zugetragen hat. Doch die Schüsse auf die Tiere haben einen handfesten Hintergrund: Es geht um Weiderechte im Hochgebirge, wo ergiebige Weide Mangelware ist. Die fünf Ziegen - ein Bock, zwei Geißen, zwei Kitze - trieben sich auf Privatflächen umher, ließen sich nicht einfangen. Das war ihr Todesurteil - ihrem Eigentümer drohte eine Besitzstörungsklage.

Eigenwillige Ziegen
"Die betroffene Agrargemeinschaft ,Hochalpe Groß- und Kleinzirknitz' hat im Einvernehmen mit Agrarbezirksbehörde und Grundbesitzern eine Auftriebsregelung erstellt, die die Weiderechte für Rinder, Mutterkühe, Ochsen, Stiere, Schafe, Ziegen regelt", erklärt Großkirchheims Bürgermeister Peter Suntinger. "Zirka 30 Ziegen durften Bauern, die nicht der Gemeinschaft angehören, auftreiben." Es kam zu Problemen: Bekanntlich sind Ziegen eigenwillig und sie sind Feinschmecker. "Die Böcke schlagen mit ihren Hörnern den Stacheldrahtzaun der Rinderweiden zu Boden, um zum saftigen Grün zu gelangen", berichtet Suntinger. "Über den kaputten Zaun gehen die Rinder durch und sind in steilem, gefährlichen Gelände unterwegs." Im Frühsommer kam die Aufforderung, die Ziegen von den Flächen der Agrargemeinschaft zu entfernen. "Das haben alle getan und ihre Tiere woanders ausbruchssicher eingezäunt", so Suntinger. "Nur die fünf Tiere eines Bergbauern ließen sich nicht einfangen."

Ziegen abgeschossen
Dieser ersuchte einen Jäger, die Tiere zu erlegen. "Das habe ich nach Versuchen, die Ziegen doch noch einzufangen, getan", bestätigt der Jäger. "Ich bin selber Bauer - und es ist mir wirklich nicht leicht gefallen, auf die Haustiere zu schießen." Mit Fotos habe er nie geprahlt: "Sie sind mein Beweis, dass ich eine nahe Jagdgrenze nicht tangiert habe."

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Kurier vom 17.08.2006:

Gerissenes Kalb - Braunbär "P" als Täter

Sorge vor weiteren Übergriffen in Oberösterreich / Bärenanwalt: "Er ist kein Problembär"

Es war ein Bär, der am Wochenende auf einer Alm bei Unterlaussa, OÖ, ein Stierkalb gerissen hat. Innereien und Schlögl waren weggefressen. Jetzt sind die Bauern besorgt, dass das Raubtier wieder zuschlagen könnte.

"Wegen eines gerissenen Kalbes sofort einen Problembären zu erfinden, ist in höchstem Maße unfair" ,ärgert sich Bärenanwalt Walter Wagner, der für OÖ, Salzburg und Tirol zuständig ist. Nach dem Fund des verendeten Kalbes waren Stimmen laut geworden, die den als Täter vermuteten Petz "P" mit dem Risikobären "JJ1" alias "Bruno" verglichen.

"Es kommt immer darauf an, wo ein Bär seine Beute schlägt", betont Wagner. "Passiert es mitten in einer Siedlung, ist das problematisch- gescheit es auf einer abgelegenen Alm so ist das völlig unbedenklich."

Die vom Landwirteehepaar Franz und Eva Rodlauer bewirtschaftete "Menauer Alm" liegt auf etwa 1100 Meter Höhe und ist rund drei Kilometer von der nächsten menschlichen
Behausung entfernt.

Keine Beweise 
Das 90 Kilo schwere Stier kalb dürfte in der Nacht zum Samstag gerissen worden sein. Rodlauer entdeckte den Kadaver am Sonntag und alarmierte die Polizei. Konkrete Bärenspuren wurden nicht gefunden.

"Wir können es nicht zu 100 Prozent beweisen - es hat tagelang stark geregnet. Doch wir sind sicher, dass ein Bär der Täter war. Der Bauer wird den Schaden ersetzt bekommen", verspricht Wagner.

Der Bärenexperte geht davon aus, dass der vierjährige "P" das Jungtier gerissen hat. "Er hält sich seit zweieinhalb Jahren in dem Gebiet auf und ist mehrmals gesichtet, ein Mal sogar fotografiert worden" (Bild). Vor zwei Jahren dürfte ihm schon ein Kalb auf der Nachbaralm
zum Opfer gefallen sein. "P's Streifgebiet umfasst 250 Quadratkilometer.

"Was kann ein Raubtier dafür, dass es ab und zu auch Appetit auf Fleisch hat?", meint Wagner. Bären seien nur zu 75Prozent Vegetarier. "Das
nötige Eiweiß holen sie sich aber meist von verendeten Wildtieren oder von Fröschen." Gämsen oder Hirsche kommen als Jagdbeute nicht in Frage. "Bären verhalten sich äußerst

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www.orf.at vom 10.08.2006:

Gemeinde zum Sperrgebiet erklärt

Die Gemeinde Oberloisdorf wurde zum Tollwutsperrgebiet erklärt, nachdem vergangene Woche dort ein tollwütiger Fuchs von einem Jäger erschossen wurde. Erste Maßnahmen wurden bereits gesetzt.

Bevölkerung informiert
Die Bevölkerung von Oberloisdorf (Bezirk Oberpullendorf) sei bereits über die Maßnahme informiert worden, sagte Bürgermeister Walter Schlögl.

Eingesperrt
"Für die Gemeinde heißt das, dass alle Hunde eingesperrt sind, auch die Katzen müssen eingesperrt bleiben", sagte Schlögl. "Für Hunde herrscht außerdem Beißkorb- und Leinenpflicht."

Auffälliger Fall
Laut Landesjägermeister Friedrich Prandl nimmt die Zahl der Füchse im Burgenland ab. Und deswegen ist dieser Fall in Oberloisdorf auffällig.

Jeder Jäger, der einen Fuchs erschießt, sei aufgefordert, diesen zur Tollwutuntersuchung einzusenden, so der Landesjägermeister.

Aktion mit Impfködern
Neben dem Abschuss der Füchse gibt es im Burgenland eine Impfköderauslage, um das Tollwutrisiko zu minimieren. Impfköder werden dabei aus dem Flugzeug flächendeckend über dem Burgenland abgeworfen.

Es funktioniere meistens, die Füchse so gegen Tollwut immun zu machen, so Prandl. "Wir haben eine Untersuchung gemacht, die hat gezeigt, dass rund 75 Prozent der Füchse im Impfgebiet mit dem Köder in Kontakt gekommen sind, damit waren sie immunisiert."

Fall in der Steiermark sorgte für Schlagzeilen
 Bricht die Tollwut beim Menschen aus, so kann sie innerhalb von 48 Stunden zum Tod führen. Im Burgenland ist in letzter Zeit kein Tollwutfall bei einem Menschen aufgetreten.

Für Schlagzeilen sorgte im vergangenen Jahr der Fall eines Steirers, der sich im Urlaub mit der Krankheit infizierte und starb.

Impfung kann sinnvoll sein
Eine Impfung gegen die Tollwut für den Menschen ist sinnvoll, wenn man häufig mit Tieren in Kontakt ist oder von einem Tier gebissen worden ist.

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"Oberösterreichische Nachrichten" vom 08.08.2006

Josef im Glück: Jäger trifft den Rehbock des Lebens

WAIZENKIRCHEN. Kaum läutet das Waldhorn die Jagdsaison ein, zieht sich der Landwirt Josef Steinböck den Walkjanker an und stiefelt los, um den Rehbock seines Lebens zu schießen. Von Sabine Kölbl

Der dichte Morgentau liegt noch auf den Feldern des Ortes Inzing. Viele Bewohner sind noch tief in ihren Träumen versunken. Einer sicher nicht: Landwirt Josef Steinböck vulgo "Mittermair".

Er ist drauf und dran,seinen Traum, einen guten abnormen Rehbock zur Strecke zu bringen, wahr werden zu lassen. "Der Bock ist mir schon vorher aufgefallen", erzählt der passionierte Jäger. Also wirft er sich den Walkjanker über, zieht festes Schuhwerk an, schultert sein Gewehr und macht sich auf den Weg zur Morgenpirsch in sein Revier.

Sein Hund ist immer dabei

Steinböck will nicht allein sein, wenn er den Schuss seines Lebens macht. Sein Begleiter, Spürnase "Cliff vom Mair in der Bruck", weicht auf dem Weg über Stock und Stein nicht von der Seite seines Herrls.

Die sensiblen Jägerfühler ausgestreckt, marschieren sie durch den von der aufgehenden Sonne beleuchteten Wald. Jedes Knarren der Äste lässt Josef Steinböck vermuten, dem Rehbock auf der Spur zu sein, jedes Geräusch, das sein Hund von sich gibt, verursacht Angst, die Jagdbeute zu verschrecken.

Wie auf dünnem Eis bewegt sich der Jäger auf dem festen Waldboden. Der Blickwinkel weitet sich auf einen rotierenden 360¡-Panoramablick aus, der immer auf der Suche nach dem Rehbock ist.

Endlich! Kurz vor dem Markt Waizenkirchen, in den so genannten "Markthölzern", spürt der Freund mit der kalten Schnauze das Rotwild auf. Jetzt stehen sie sich gegenüber: Jäger und Rehbock. So etwas Mächtiges hat Steinböck in seiner 36-jährigen Jägerlaufbahn noch nie gesehen: Im Jägerjargon ein so genannter ungerader "Zehner", wegen der speziellen Geweihform. "So etwas findet man sehr selten, noch dazu in seinem eigenen Revier", berichtet der stolze Weidmann.

Der lang ersehnte Schuss

Er legt das Gewehr an, zielt auf das imposante Tier und binnen weniger Sekunden liegt das Rotwild vor seinem festen Schuhwerk. Josef Steinböck streift seinen Walkjanker ab, tritt näher an die "Waizenkirchner-Rarität" heran und kann jetzt sein Jägerglück begreifen.

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"Kronen Zeitung" vom 08.08.2006:

"Unserer Puppi passiert nichts"

SECHS JAHRE war sie alt, die Katze Puppi. Zuhause bei der Familie P. in Pöttsching, im nördlichen Burgenland an einem See.

Frau Margarete P.: "Puppi war zutraulich zu uns, aber sonst scheu. Hörte sie von weitem ein Auto, lief sie davon. Sie ließ sich von keinem Fremden streicheln, nahm keine Leckereien. ,Unserer Puppi passiert nichts, hatten wir immer gesagt."

Natürlich machte Puppi ihre nächtlichen Ausflüge und brachte stolz die Mäuse nach Hause. Wenn die Familie mit dem Auto weggefahren war und heimkehrte, kam Puppi schon gelaufen und begrüßte ihre Menschen lauthals.

Kürzlich war Frau Margarete mit ihrem Mann bei Freunden. Es wurde 23 Uhr, bis das Paar heimkam. Keine Puppi weit und breit!

Ab vier Uhr Früh suchte man die Katze. Auf einem Hügel, hundert Meter vom Haus entfernt, wo die Felder schon abgerntet sind und viele Mäuse zu erwischen waren, fand Herr P. die Katze. In der Wiese neben dem Feld - erschossen!

In der Nacht um 21.15 Uhr hatten die Leute im Ort einen Knall gehört. Kinder schreckten auf, Hunde schlugen an. Der "Jäger" dürfte sich davongeschlichen haben . . .

Es gibt immer wieder Waidmänner, die auf "streunende" Katzen das Gewehr anlegen und gnadenlos schießen. In unmittelbarer Umgebung einer Ortschaft höchst problematisch und vor allem herzlos.

So ein Tier kann Menschen sehr viel bedeuten. Alle Jäger sollten das wissen. Und auch beherzigen.

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orf.at vom 07.08.2006

Jagdunfall: 64-Jähriger schoss sich Finger weg

Ein 64-jähriger Jäger hat sich mit der eigenen Waffe den linken Zeigefinger weggeschossen. Der Unfall ereignete sich am Sonntagabend in Jochberg im Tiroler Unterland.

Ungewohnte Waffe

Der Landwirt war in der Gemeindejagd unterwegs, als er auf 1.200 Metern Seehöhe zwei Hirsche erblickte. Er nahm sein neues und noch ungewohntes Jagdgewehr und entfernte mit der linken Hand den Mündungsschoner.

Dabei löste sich aus der Waffe ein Schuss, wodurch der Zeigefinger an der Wurzel komplett abgetrennt wurde. Sein Mittelfinger und der Daumen wurden ebenfalls getroffen.

Der Jäger konnte noch selbständig mit seinem Pkw talwärts fahren, ehe er von der Rettung in das Krankenhaus St. Johann eingeliefert wurde. Den Zeigefinger konnte man dort nicht mehr retten.

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orf.at vom 02.08.2006

Marterl für versehentlich erlegten Geißbock

Das Schicksal eines Ziegenbocks hat es einem Jagdpächter im Rofangebirge offenbar angetan. Er ließ für das versehentlich geschossene Tier einen Gedenkstein errichten.

Ein Jagdgast war der Übeltäter

Normalerweise wird in Tirol auf die Pirsch gegangen, um Reh, Hirsch oder Auerhahn zu erlegen. Dass einem Jagdgast kürzlich der Ziegenbock "Hansi" vor die Flinte lief, hat den Jagdpächter nun dazu bewogen, ein so genanntes "Marterl" aufstellen zu lassen.

Eine Ode auf den Ziegenbock


"Waidmanns Heil! Von zwei Jägern hinterrücks erschossen, fand man den Ziegenbock Hansi hinter diesem Boschen. Zwischen Felsen und Gestein, ging er in die ewigen Jagdgründe ein. Hätt's den Bock doch leben lassen, müssten wir sein Schicksal nicht in Verse fassen. Die Moral von dieser G'schicht: Bockig sind die Jäger nicht! Waidmanns Dank!" steht auf dem Marterl zu lesen, das der Tiroler Autor Martin Reiter verfasst hat.

Jagdgast kam nicht zur feierlichen Weihe


Das Marterl ist im Rofangebirge unweit der 1.468 Meter hoch gelegenen Altbühelalm zu finden. Dort stürzte auch der getroffene Ziegenbock Hansi in den Tod. Der 150 Jahre alte Granitstein stammt von einem historischen Tiergrab in Rattenberg (Tirol) und wurde lange Zeit in der Sagzahnschmied in Kramsach gelagert.

 Der Jagdgast war übrigens zu der kuriosen Feier nicht zu überreden und blieb der feierlichen Einweihung am Dienstag fern.

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derStandard.at 01.08.2006

Neue Runde im Streit um "Bruno"

Ein Dutzend Beschwerden gegen Entscheidung, kein Ermittlungsverfahren einzuleiten.

München - Mehr als einen Monat nach dem Abschuss von Braunbär "Bruno" geht der juristische Streit um das damalige Vorgehen Bayerns in eine weitere Runde. Bei der Staatsanwaltschaft München sei knapp ein Dutzend Beschwerden gegen die Entscheidung eingegangen, kein Ermittlungsverfahren gegen die für den Abschuss Verantwortlichen einzuleiten, sagte Behördenleiter Rüdiger Hödl am Dienstag der dpa.

Die Beschwerden sollten "in den nächsten Tagen" an den Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht München weitergeleitet werden. "Wir könnten das Ganze wieder aufnehmen - aber das tun wir nicht, weil wir davon überzeugt sind, dass unsere Entscheidung richtig ist", sagte Hödl.

165 Anzeigen

Nach "Brunos" Tod waren 165 Strafanzeigen unter anderem gegen Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU), dessen Mitarbeiter sowie die öffentlich nicht bekannten Schützen eingereicht worden. Die Anklagebehörde entschied jedoch, es gebe keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine Straftat.

Der aus Norditalien stammende "Bruno" war Ende Juni nahe dem oberbayerischen Schliersee erschossen worden. Zuvor waren zweiwöchige Versuche gescheitert, den im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet umherstreunenden Jungbären zu fangen. (APA/dpa)

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Kronen Zeitung 27.07.2006

Wer ist Kärntens "Bärenboss"? 

Tierschutzlandesrat Strutz und Jagdreferent Martinz streiten:

Der Bär ist los! Doch nicht in den Wäldern, sondern in der Landesregierung, denn gleich zwei Politiker fühlen sich plötzlich für "Meister Petz" zuständig. Auf einer Seite Tierschutzreferent Martin Strutz und auf der anderen Jagdreferent Josef Martinz. Jetzt müssen sich sogar die Verfassungsjuristen damit beschäftigen.

Für die Bären ist "Tierschützer" Strutz derzeit zuständig. Doch das passt dem Jagdreferenten nicht. 

Martinz: "Der Bär ist eine geschonte Wildart und unterliegt damit dem Jagdgesetz." Der VP-Chef hat die Verfassungsbehörde beauftragt, zu klären, wer für unsere Braunbären zuständig, quasi der Boss, ist.

Natürlich will sich Strutz die zotteligen Gesellen aber nicht wegnehmen lassen und kontert: "Martinz tut die Hitze wohl nicht gut, er soll sich lieber um die Dürre und die Bauern kümmern, statt die Juristen mit solchen Sachen zu belästen. Es gibt andere Probleme."

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Tirol Online vom 24.07.2006:

Wieder ein Bär im Anmarsch - auf dem Weg nach Nauders 

Noch ist kein Gras über den Tod von JJ1 gewachsen, schon steht der nächste Bär vor der Haustüre. 

Für WWF-Bärenanwalt Georg Rauer wäre es ein Wunder, wenn es sich um den schon totgesagten JJ2 handeln würde: "Letztes Jahr hat man ihn in einer Woche gleich mehrere Male gesehen und heuer wäre es das erste Mal. Es ist nicht denkbar, dass es JJ2 ist."

"Wir brauchen eine DNA-Analyse der Bärenhaare. Dann könnten wir Genaueres sagen", meint Roberto Stoffella vom Naturpark Adamello Brenta.

Für den Experten ist es nicht unmöglich, dass JJ2, der letztes Jahr in Tirol war, noch lebt. "Wir sehen Bären oft länger als ein Jahr nicht. Das ist keine Seltenheit. Aber es ist schon sehr seltsam, dass ein eher auffälliger Bär nicht früher gesehen wurde. So schnell kann der Bär gar nicht erwachsen geworden sein. Sobald wir eine Haarprobe von dem Bären haben, wissen wir, ob es JJ2 ist."

Keine 20 Kilometer vor der österreichischen Grenze wurde ein Bär gesehen. Ein Südtiroler Kuhhirte in der Schweiz hat am Mittwochvormittag einen Bären im Münstertal erblickt. Der Südtiroler bewachte seine Herde oberhalb der Alp Champatsch in der Schweiz. Plötzlich erblickte er etwas Ungewöhnliches, griff zum Feldstecher und konnte es nicht glauben, was er sah: Einen Braunbären. eine Stunde hatte er den Bären beobachtet.

Das Amt für Jagd und Fischerei in Zernez bestätigte mittlerweile die Sichtung. Genau vor einem Jahr war in diesem Gebiet JJ2 unterwegs, bis er Ende August nach Tirol kam.

Wieder ein Bär vom Trentino

"Es könnte ein junger Bär von Daniza sein, die auch drei Junge im Alter von JJ1 hat", meint Bärenexperte Alberto Stofella vom Naturpark Adamello Brenta im Trentino. "Ich habe schon vor Wochen gesagt, dass das passieren wird", meint Stoffella. "Vor allem für männliche Bären wird der Platz im Trentino knapp."

Der Bärenexperte sieht die Sichtung mit gemischten Gefühlen. "Einerseits ist es gut, dass Bären so weit wandern. Anderseits besteht außerhalb Italiens die Gefahr, dass sie abgeschossen werden, weil niemand weiß, wie man mit Bären richtig umgehen soll", so Stoffella.

WWF-Bärenanwalt Georg Rauer war über diese Informationen sehr überrascht. "Das gibt es doch gar nicht", meint Rauer am Telefon. "Wir werden der Sache auf den Grund gehen und die Wanderung, so weit es uns möglich ist, verfolgen."

Nauders wartet auf den Bär

"Wenn der Bär nur noch 20 Kilometer von Nauders entfernt ist, kommt er sicher zu uns", meint Bürgermeister Robert Mair, der letztes Jahr JJ2 des Öfteren gesehen hat.

"Es wäre toll, wieder einen Bären in unseren Wäldern zu haben. Und wegen ein paar gerissener Schafe werde ich ihn nicht abschießen lassen", so Mair, der wieder an den letzten Sommer denkt: "Vielleicht ist es aber doch unser JJ2. Das wäre noch besser, weil ich den schon kenne."

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Kronen Zeitung 23.07.2006:

Storch kreiste über St. Florian mit verbotener "Schlagfalle" am Bein 


Unglaublich, welchen Gefahren bei uns Störche ausgesetzt sind: In Groß St. Florian wurde ein Adebar gefangen, der mit einer Schlagfalle am Bein über dem Ort gekreist war! Den Storch hat es vermutlich bei einem der vielen Fischteich erwischt, wo wegen der Bisamratten und anderer Räuber verbotene Schlagfallen aufgebaut werden.

Zwei Jäger und ein Gemeindearbeiter hatten den Storch in St. Florian gefangen und zum Tierarzt Dr. Thummerer gebracht, der ihn von der Falle befreite, die ihn fast das Leben gekostet hätte. Der Tierarzt verständigte das "Aktiven Tierschutz", der das Tier in einer Arztpraxis in Kaindorf an der Sulm bringen ließ. Dort wird nun versucht, das Bein des "Meister Adebar" zu retten.

Der "Tierschutz"-Obmann Herbert Oster fährt gegen die Fallensteller schwere Geschütze auf: "Jeder weiß, dass die Fallen bei uns verboten sind, trotzdem werden sie verwendet. Nicht auszudenken wäre neben der Gefahr für andere Tiere, wenn ein Kind in so eine Falle käme." Oster kündigt rechtliche Schritte an: Erst will er gegen Unbekannt Anzeige erstattet. Sobald ein konkreter Verdacht auf Fallensteller besteht, dann namentlich.

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networld.at vom 22.07.2006:

Brunos böse Brüder auf Beutejagd: NEWS-Lokalaugenschein im italienischen Trentino 

Nun gehen JJ1's Geschwister auf die Jagd nach Beute
Droht ihnen das selbe Schicksal wie ihrem Bruder?

Aufregung herrscht im Trentino: Die Geschwister des vor einigen Wochen erlebten Braunbären "Bruno" machen sich nun selbst auf die Jagd nach Beute. Droht ihnen das selbe, tödliche Schicksal wie ihrem Bruder? Ein NEWS-Lokalaugenschein berichtet über "Brunos böse Brüder".

Die Wand in Michele Chiusoles Wohnzimmer ist voll mit Geweihen, kaum ein Fingerbreit ist Abstand zwischen ihnen. In der Mitte ein mächtiges Hirschgeweih, das weit in den Raum reicht. Rechts davon, in einem Kasten, stehen knapp nebeneinander vier Gewehre.

Links, ganz in der Ecke, eine gerahmte Fotografie von 1920: Sie zeigt drei Männer, aufgestützt auf ihren Büchsen. Zu ihren Füßen liegt ein toter Bär, der letzte, der im Trentino - offiziell - geschossen wurde. Der Mann in der Mitte des Photos ist der Bruder des Großvaters von Michele Chiusole.

Begegnung mit einem Bären

Michele Chiusole ist Jäger aus Leidenschaft - und Musiklehrer, damit verdient er seinen Lebensunterhalt. Sein früher schwarzes Haar ist mit den Jahren schon fast durchgehend weiß geworden und hängt ihm in Strähnen ins Gesicht. Michele hatte immer Angst vor Bären - auch wenn er das nie wirklich zugeben wollte. Seit gestern, sechs Uhr morgens, hat er keine mehr. Denn um diese Zeit sah er seinen ersten Bären.

Live, sozusagen, nicht nur auf der alten Fotografie in seinem Wohnzimmer. "Bevor ich ihn vor Augen hatte", erzählt der 44-Jährige, "habe ich ein gewaltiges Schnaufen gehört. Ich bin vor einer Kurve auf dem Waldweg gestanden, neben mir ist es gut 20 Meter steil bergab gegangen, als der Bär plötzlich vor mir stand."

Der schmale Forstweg befindet sich auf knapp 2.000 Meter Höhe, weit und breit keine Menschenseele. Michele wollte eigentlich Rehe beobachten - mit einem Bären hatte er an diesem Tag, zu dieser Zeit, auf diesem schmalen Weg nie und nimmer gerechnet.

,Der Bär hatte mehr Angst als ich.'

"Ich habe mir gedacht ,uff'", erzählt er jetzt, knapp 36 Stunden später bei einem Glas Rotwein in seinem Wohnzimmer - und gibt zu, doch ein bisschen Angst gehabt zu haben. Zumindest anfangs. "Der Weg war zu schmal für uns beide, um auszuweichen. Ich bin ganz an den Rand gegangen, der Bär, es ist ein männlicher gewesen, kam bis auf drei Meter zu mir und lief dann den Abhang hinunter. Eigentlich lief er nicht, er rutschte, so steil war es, also hatte der Bär doch mehr Angst vor mir als ich vor ihm", sagt er lächelnd.

Jurka und ihre Kinder auf Raubzug

Die Bewohner der kleinen Dörfer am Fuße des "Parco Naturale Adamello Brenta" in der Provinz Trient machen fast jede Woche Bekanntschaft mit Bären.

Nicht mit irgendwelchen - sondern mit Jurka, der Mutter von JJ1 alias "Bruno" und (dem wahrscheinlich bereits gewilderten) JJ2. Nun geht sie mit ihren drei Jüngsten, die vor einem knappen halben Jahr geboren wurden, auf Raubzüge.

Roberto Calvetti arbeitet für den Forstdienst und zeigt die jüngsten Schäden der Problembärin und ihres Nachwuchses. Ein geplünderter Mistkübel am Waldrand, drei gerissene Hühner im Stall von Signora Antonella.

Um drei Uhr früh wurde die resolute Italienerin durch das Bellen ihres Hundes und das Gegackere der Hühner aufgeweckt. Bärendame Jurka und deren Kinder bekam sie nicht zu Gesicht - aber die Überreste von den gerissenen Hühnern. Mehr als die Klauen haben die Bären nicht übrig gelassen.

"Vergangenes Jahr ist Jurka zweimal da gewesen, ich habe Angst vor ihr. Wenn ich in den Wald muss, gehe ich nur mit einer Freundin", erzählt Signora Antonella.

Nun hat ihr Sohn eine Alarmanlange gebaut. Wenn ein schmaler, gespannter Faden, der um die Umzäunung des Hühnerstalles gespannt ist, bewegt wird, geht die Sirene los. Gespeist wird das Gerät durch eine Autobatterie.

Wildhüter auf der Suche nach Bärenspuren

Roberto Calvetti nimmt die Schäden auf, sammelt die Bärenhaare ein, die sich in den Holzzäunen verfangen haben und sucht nach Tatzenabdrücken im Boden. Seine Hauptaufgabe ist aber die Aufklärung der Bevölkerung und das Beruhigen der Emotionen.

Roberto Calvetti kennt Jurka und ihre Familiengeschichte von Anfang an und ist überzeugt, dass die Bärin und ihre Kinder keine Gefahr für Menschen sind.

"Seit Hunderten von Jahren gehen Bären in den Müll und suchen nach Nahrung. Immer, wenn sich Bär und Mensch gegenübergestanden sind, hat der Bär Fersengeld gegeben."

Die Problemfamilie der Bärendame

Seit sechs Jahren allerdings gönnen Jurka und ihr Nachwuchs Roberto Calvetti und seinen Kollegen keine Verschnaufpause. Warum die Bärendame missraten ist, liegt an einem Vorfall, der schon Jahre zurückliegt. Um zu verhindern, dass Bären den Menschen zu nahe kommen, werden sie vergrämt. Vergrämen heißt, dass mit Gummigeschoßen auf die Wildtiere geschossen wird. Das ist auch bei Jurka passiert - jedoch nicht nachhaltig genug.

Jurka wurde nämlich orts-, aber nicht auf Menschen bezogen vergrämt. Deswegen lässt sie nun oft gerissene Tiere liegen und kommt nicht zu ihrer Beute zurück. Zu allem Überfluss hat sie auch noch ihren Sender verloren, der es einfach machen würde, sie für weitere Vergrämungsaktionen aufzuspüren.

Ganz Mutter, gibt sie ihr Verhalten an ihre Kinder weiter - genau das wurde ihrem Sohn Bruno vor knapp drei Wochen in Bayern zum Verhängnis.

Auch ihren drei jüngsten Kindern droht nun dasselbe Schicksal. Gelingt es nicht alsbald, sie zu "disziplinieren", also zu vergrämen, dürften sie in spätestens eineinhalb Jahren ähnlich agieren - wie Bruno. Dann werden sie nämlich das Alter erreicht haben, in dem männliche Bären beginnen, auf Wanderschaft zu gehen, und könnten so rasch auf den Abschusslisten der Behörden ganz oben stehen.

Die Arbeit des ,Bärenmannes'

Alberto Stoffela wird in der Region nur "l'uomo d'orso" - "Bärenmann" - genannt. Er arbeitet mit Roberto Calvetti zusammen und kennt Jurka und all ihre Familienmitglieder von Geburt an. In seinem Büro im Touristenort Andalo hängt über seinem Schreibtisch ein Bild - es zeigt ihn mit einem betäubten Bären am Waldboden. Für den Wildhüter ist die Geschichte Brunos ein Drama: "JJ1 war auf kei-nen Fall gefährlich, es ist eine Grundsatzentscheidung: Wenn man Bären will, muss man Toleranz üben."

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ktz.at vom 16.07.2006:

Konflikt: Jäger zielte statt auf Vögel auf Anrainerin 

Eine Lavanttalerin fühlte sich durch Krähenjagd gefährdet und beschwerte sich. Weidmann richtete Gewehr auf sie und drohte abzudrücken. Da kam Ehemann zu Hilfe. Handgreiflichkeiten.

ST. ANDRÄ, KLAGENFURT. Wilde Szenen in St. Andrä: ein Aufsichtsjäger bedrohte eine Anrainerin mit dem Gewehr, deren Mann würgte daraufhin den Weidmann, der den Gegner schließlich mit einem Faustschlag abschüttelte.

Der 68-jährige Pensionist aus St. Stefan begab sich nach St. Andrä auf "Krähenjagd". Im leicht verbauten Gebiet feuerte er auf die Vögel. Doch davon fühlte sich eine 54 Jahre alte Hausfrau bedroht. Sie verließ ihr Haus und stellte den Weidmann zur Rede. Dann eskalierte die Situation: "Willst etwa ah an Schuss hab´n?", drohte er und richtete seine Waffe direkt auf die Frau.

Die 54-Jährige rief nach ihrem Mann, der ihr zu Hilfe eilte, den Jäger am Riemen seines Fernglases packte und würgte. In Folge versetzte der Pensionist dem Maurer (51) einen Faustschlag ins Gesicht.

Der Pensionist wurde angezeigt, gegen ihn ein vorläufiges Waffenverbot verhängt.

Schüsse mitten im Ort

Geschossen wurde auch in Viktring. Ein Luftdruckgewehrschütze hatte im Ort Zielübungen gemacht. Dabei verfehlte er zwei Radfahrer (49 und 47 Jahre) nur knapp. Als sie ihn zur Rede stellten, ergriff der Schütze die Flucht. Ein Karosseriespengler (20) aus Klagenfurt konnte als Täter ausgeforscht werden.

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Die Presse 13.07.2006:

Häupl verteidigt Jagd in Lainz: "Der Mensch muss regulieren" 

LAINZER TIERGARTEN. 1200 Schweine werden pro Jahr erlegt.

WIEN. Das Rätsel um die genaue Zahl der Abschüsse von Wildschweinen im Lainzer Tiergarten ist gelöst. Nachdem sich das Forstamt monatelang geweigert hat, exakte Zahlen zu nennen, greift Bürgermeister Michael Häupl persönlich in die Debatte ein. "Zuletzt wurden 1200 Wildschweine pro Jahr abgeschossen, jetzt haben wir das auf 800 reduziert", sagt Häupl im Gespräch mit der "Presse". Und auch zu zahlenden privaten Jägern nimmt er Stellung: "Die Stadt Wien nimmt knapp eine Million Euro aus solchen Jagden ein. Ich denke nicht daran, auf das Geld zu verzichten." 

"Ich habe striktest angeordnet, ein ökologisches Wald-Wild-Verhältnis herzustellen." Michael Häupl 

Häupl begründet die Jagd in Lainz mit dem fehlenden ökologischen Gleichgewicht zwischen Wald und Wild. Der Tiergarten sei ein ehemals kaiserliches Jagdrevier, das von Mauern umgeben ist und wo kein Austausch mit der Umgebung stattfinde. Dadurch entstehe dort eine Überpopulation von Wildschweinen, die keine natürlichen Feinde haben. "Man muss sich vorstellen, dass die Wildschweine in Lainz - bei einem Bestand von etwa 2500 Tieren - rund 800 bis 1000 Nachkommen pro Jahr zeugen. Der Mensch muss hier unbedingt regulierend eingreifen."

Häupl betont, dass er selbst schon vor drei Jahren "striktest" angeordnet hat, dass im Lainzer Tiergarten ein ökologisches Wald-Wild-Verhältnis herzustellen sei. "Wir müssen das auch im Nationalpark Donauauen machen, wo die Überpopulation von Wildschweinen ein zunehmendes Problem wird. Denn wenn im Nationalpark keine Jagd stattfinden kann, wird er zerstört."

"Wenn jemand unbedingt 15.000 Euro für einen Hirschen zahlen will, nehmen wir das Geld gerne." Michael Häupl

Und wie steht der studierte Biologe Häupl zu zahlenden privaten Jägern? "Selbstverständlich bin ich dafür." Wien sei schon vor längerer Zeit von den "Jagdpachtverträgen" auf Abschussübereinkommen umgestiegen. Damit obliege die Wildhege jetzt der Stadt und ihren Jägern. Verkauft werden nur die Trophäen, also die Hauer von Wildschweinen oder die Geweihe von Rotwild.

"Wenn irgend jemand meint, 15.000 Euro für einen Prachthirschen zu zahlen, um sich nachher das Geweih aufhängen zu können, dann verzichten wir auf das Geld natürlich nicht." Das eingenommene Geld werde für Waldpflege zur Verfügung gestellt.

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Die Neue 11.07.2006:

Bayern verfrühte laut Tiroler Landesrat heimlich Bruno-Abschussbefehl 

Schon drei Tage vor Ablauf der Fangaktion sollten die
finnischen Bärenjäger Bruno "aktiv erlegen"


Innsbruck (APA) - Einen angeblichen "Geheimplan" der Bayern zum Abschuss des Braunbären JJ1 alias "Bruno" hat der Tiroler Landesrat Anton Steixner (V) in der Sonntagsausgabe der Tiroler Tageszeitung "Die Neue" verraten. Schon drei Tage vor dem Ablauf der Fangaktion rund um den Bären sei der Fangbescheid heimlich geändert worden. "Die finnischen Bärenjäger, die JJ1 nur zum Selbstschutz in einer Gefahrensituation auch erschießen hätten dürfen, bekamen den Auftrag, den Bären aktiv zu erlegen", sagte Steixner.

"Wir in Tirol haben bei dieser Aktion aber nicht mitgemacht", sagte der Landesrat. In Tirol habe weiterhin nur die Notwehrklausel gegolten. "Die Bayern haben von Beginn an einen großen Reisgang vor dem Bären gehabt", fuhr Steixner fort. Sie hätten ihn gleich erschießen lassen wollen. Auf Grund der Tiroler, die JJ1 14 Tage lang eine Chance gaben, dass er gefangen werden könnte, hätten auch die Bayern mitgezogen, hieß es.

"Die Bayern haben uns immer wieder erklärt, dass jeder Tag, an dem der Bär am Leben ist, eine Gefahr sei. Ich war mir bewusst, dass ein Restrisiko besteht, aber ich habe nicht geglaubt, dass der Bär gleich am nächsten Tag ein Kind fressen wird. Auf Tiroler Seite haben wir das immer viel gelöster gesehen", meinte Steixner.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat mittlerweile bekannt gegeben, dass sie wegen des Bärenabschusses kein Ermittlungsverfahren gegen Politiker oder Jäger einleiten wird. In ihrer Begründung bestätige die Staatsanwaltschaft indirekt "den von Steixner aufgedeckten Geheimplan". Sie nenne in ihren Ausführungen als Datum des bayrischen Abschussbescheides den 23. Juni. Dies sei exakt drei Tage vor dem offiziellen Ende der Fangaktion, hieß es in "Die Neue".

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http://oe3.orf.at/sendungen/stories/119598/ 09.07.2006:

Antal Festetics über die Hysterie um "Bruno"

Er ist Wildbiologe aus Neigung und Naturschützer aus Not, ist Verhaltensforscher und war einer der führenden Kämpfer gegen das Kraftwerk in der Hainburger Au. Im Ö3 "Frühstück bei mir" sprach er über die Faszination von Braunbär "Bruno" und unseren Deutschland-Komplex.

"Das ganze ist kein Bärenproblem sondern ein Menschenproblem", meint Festetic zur Jagd auf JJ1, "Natürlich ist genug Platz da in den Alpen". In Österreich und Deutschland füllte das Thema "Bär" und dessen angeblichen Bösartigkeiten über Wochen die Titelseiten. Prof. Festetics dazu im Ö3-Interview: "Es gibt keine abartigen Bären, jeder Bär hätte genau so reagiert wie Bruno. Der Bär tötet niemals aus Lust. Wenn er drei Schafe reißt und nur zwei frisst, liegt das an der Situation. So wie der Hecht im Karpfenteich." Auch zu den Jägern hat der Verhaltensforscher eine Meinung: "Dass die Jäger den Wald gesund halten ist ein Schmäh. Wir haben in Österreich 110.000 Jäger, die schießen doch nicht unentwegt auf kranke Tiere. Jagd ist eine Lusthandlung."

Antal Festetics hat immer versucht, den Zusehern zu einem ökologischen Gewissen zu verhelfen. Kein Wunder, ist der 69-Jährige doch Gründer des WWF Österreich. "Wildbiologe bin ich aus Neigung. Naturschützer aus Not. Die evolutive Vielfalt von Gestalten und Verhaltensweisen begeistert mich. Und eben diese Vielfalt ist weltweit akut durch eine einzige Spezies gefährdet", sagte er 2004 in einem "Kurier"-Interview.

Kurz-Porträt

1937 in Budapest geboren hat Festetics seine Jugend in Wien verbracht, wo er auch das Studium der Zoologie absolviert hat. Seine Leidenschaft zur Natur hat er schon früh entdeckt. "Seit ich fünf Jahre alt war, wollte ich Biologe werden". Sein besonderer Einsatz gilt der Wiederansiedelung heimischer Tiere in ihren ursprünglichen Lebensräumen. 1968 hat er den Nationalpark Hortobagyi-Puszta initiiert und 1971 den Grundstein für den Zweistaaten-Nationalpark Neusiedler See gelegt. Für seine Leistungen wurde er mit dem Staatspreis für Umweltschutz, dem Konrad-Lorenz-Preis und der Platin Romy für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

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Kronen Zeitung 06.07.2006:

Gailtaler Bauern fordern: "Jäger, schießt mehr Wildschweine!" 

Die Tiere verwüsten die Almböden Schwarzwild-Invasion

Sie sind wieder da, die Wildschweine auf den Gailtaler Almen! Und die Rotten bereiten Bauern und Grundbesitzern immer mehr Kopfzerbrechen. Denn die Tiere graben Wiesen und Felder um, hinterlassen ein Bild der Verwüstung. Die Jäger sind gegen die Plage wohl machtlos; das Schwarzwild ist offenbar zu schlau.

"Wenn einmal die Kugel pfeift, da sieht man einige Wochen lang kein Wildschwein mehr", so Bernhard Seidl von der Kärntner Jägerschaft: "Die Wildschweine sind nämlich sehr schlau, äußerst vorsichtig und nachtaktiv. Das macht die Jagd sehr schwierig."

Außerdem fehle es den Jägern in Kärnten an Erfahrung, was die Bejagung des Schwarzwildes betrifft. 400 Tiere wurden alleine im Vorjahr bei uns geschossen.

Trotzdem vermehren sie sich rasant und die Population explodiert, was die Bauern und Grundstücksbesitzer immer mehr zur Verzweiflung bringt.

Nicht leicht haben es derzeit die Gailtaler, denn erst kürzlich zog wieder einmal eine Rotte über ein Grundstück auf der Achomitzer Alm her. "Der ganze Boden war umgegraben", ärgert sich der betroffene Landwirt und fordert mehr Abschüsse. Übrigens: Die Säue, die über unsere Almen und Wälder herfallen, stammen zum Großteil aus einem riesengroßen Revier in Oberitalien, welches dem Vatikan gehört.

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Neue Kärntner Tageszeitung 05.07.2006:

Das Jägerlatein verschossen ...

Parallele zum tödlichen Schuss auf Braunbär "Bruno": Ein Jäger "erlegte" den Labrador einer Lavanttaler Familie. Strafverfahren gegen den "Todesschützen" wurde kurioserweise eingestellt.

KLAGENFURT. Auch knapp eine Woche nach dem tödlichen Schuss auf den Braunbären "Bruno" herrscht in weiten Teilen Europas tiefe Betroffenheit. Das Schicksal des zotteligen Gesellen ließ in einer Lavanttaler Familie wieder Erinnerungen wach werden - die Viererbande betrauert den Tod ihrer Labradorhündin. Das Rassetier fiel einem Kärntner Jäger zum Opfer.

Die Familie aus Unterkärnten unternahm Anfang Dezember 2004 mit dem Vierbeiner einen Spaziergang im nahe gelegenen Wald. Die Labradorhündin geriet für einen kurzen Augenblick außer Sichtweite. Ein Schuss fiel in nächster Nähe. Die Kärntner befürchteten das Schlimmste. Und wie es sich später herausstellte: Mit einem Schuss hatte ein Jagdaufseher das Familienmitglied auf vier Pfoten "erlegt".

Das weidmännische Vorgehen zog auch juristische Konsequenzen nach sich. Ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung und Tierquälerei wurde von der Staatsanwaltschaft jedoch eingestellt. Der Schuss wurde dennoch "bestraft": Der Jäger wurde von der Kärntner Jägerschaft für zwei Jahre ausgeschlossen.

Grundsätzlich verboten

"Ein solches Verhalten ist inakzeptabel", stützt sich der Klagenfurter Rechtsanwalt Wilhelm Eckhart auf das Kärntner Jagdgesetz. "Laut diesem ist das Schießen von Jagdhunden, selbst wenn sie Wild hetzen, verboten." Auch die Rasse der Labradors zählt zu den Begleitern der Jäger.

Der Jagdaufseher berief gegen das Urteil - ohne Erfolg. Die Rechtsmeinung des Disziplinarrates der Jägerschaft hielt auch beim Unabhängigen Verwaltungssenat wie auch beim Verwaltungsgerichtshof. "Ein Jäger hat einen Jagdhund von einem anderen Rassehund zu unterscheiden", führt Eckhart aus. Vor dem Disziplinarausschuss hatte der Jäger ausgesagt, er hätte gedacht, es handle sich um einen Mischlingshund.
Für einen Jäger, der auf einen Hund schießt, haben wir von der Jägerschaft kein Verständnis.

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www.orf.at  04.07.2006:

Krähen hacken Schafen die Augen aus

Bauern kritisieren EU-Vogelschutz

Krähen werden zur Plage für manche Bauern. Durch ein Vogelschutz-Gesetz der EU dürfen die Tiere nicht gejagt werden. Landwirte fordern nun Abschüsse, wenn sich die Zahl noch stark erhöhen sollte.

Blinde Schafe als Resultat

Von Zwischenfällen mit aufsässigen Krähen weiß neben anderen Berufskollegen auch der Goldegger Bergbauer Rupert Gratz ein Lied zu singen: "In der heutigen Zeit gibt es zu viele Krähen. Ich habe 30 Schafe in allen Größen bunt gemischt.

Heuer habe ich schon mehrfach beobachtet, dass Krähen sich direkt auf die Schafe setzen und ihnen die Augen auspicken. Das Resultat sind immer mehr blinde Schafe."

Berichte aus Goldegg, Kuchl und Dienten

Vier Schafe hat Rupert Gratz heuer bereits verloren, weil sie wegen schwerer Verletzungen durch Krähen geschlachtet werden mussten. Auch zwei Bauern in Dienten und Kuchl beklagen, dass Krähen ihre Schafe immer öfter attackieren würden.

Bei Landesjägerschaft und Landwirtschaftskammer sind bisher keine derartigen Fälle gemeldet worden. Der Salzburger Zoologe Leopold Slotta-Bachmayr spricht von Einzelfällen:

"Lämmer einige Tage im Stall lassen"

"Wenn Schafe tipptopp gesund sind, dann sollte das eigentlich nicht regelmäßig passieren. Neugeborene Lämmer sind natürlich gefährdet, das ist keine Frage. Dem kann man entgehen, wenn man die Lämmer zumindest einige Tage im Stall lässt. Dann müsste das funktionieren."

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Kurier  02.07.2006:

"Urlaub in Bayern? Nö!"

Braunbär Brunos Abschuss könnte Ferienorte in Oberbayern teuer zu stehen kommen: Es hagelt Urlauber-Stornos.

Der Abschuss von Braunbär Bruno in den bayerischen Alpen sorgt immer noch für heftige Emotionen: In Schliersee gingen bis dato 35 Urlaubs-Stornierungen ein, berichtet der Leiter der Kurbetriebe, Matthias Schrön. Dabei sei die Gemeinde an der Entscheidung zum Abschuss Brunos nicht im Geringsten beteiligt gewesen: "Wir fühlen uns wie die Prügelknaben, die den Kopf hinhalten müssen, obwohl wir nicht dabei waren." Der Bär habe sich bei seinen Wanderungen im österreichisch-bayerischen Grenzgebiet zufällig gerade in der Region aufgehalten.

Tatsächlich war Bruno am Montag im Morgengrauen nicht einmal auf Schlierseer Gebiet erlegt worden, sondern auf dem direkt angrenzenden Gebiet der Gemeinde Bayrischzell. In Schliersee fand allerdings die Pressekonferenz nach dem Abschuss des aus dem italienischen Trentino stammenden Bären mit dem offiziellen Namen "JJ1" statt. Beide Gemeinden hätten mit der Abschussgenehmigung des Umweltministeriums und dem Abschuss durch ein staatlich beauftragtes Sicherheitsteam nichts zu tun gehabt, so Matthias Schrön.

Schöne Kirche

Dennoch häufen sich in den Internet-Gästebüchern der beiden oberbayerischen Ferienorte wütende Einträge. "Urlaub in Bayern? Nö!", ist dort zu lesen, und: "Bei Mördern wollen wir kein Urlaub machen. Wir reisen ab - und kommen nie wieder!" Andere Stimmen mahnen hingegen zu Mäßigung: "Was kann denn die Gemeinde Schliersee dafür, dass "JJ1" geschossen wurde! Also lasst mal die Kirche im Dorf und besucht weiter Bayern! Und Schliersee hat eine schöne Kirche!"

Es gebe allerdings auch Touristen, die nach dem Abschuss erleichtert seien - sie hätten Angst gehabt, sagt Schrön. Erst in etwa einem Jahr werde absehbar sein, ob in Schliersee tatsächlich ein wirtschaftlicher Schaden entstanden sei. Schliersee zählt im Jahr durchschnittlich 500.000 Übernachtungen.

Anzeigen, Demos

Gegen Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU), seine Mitarbeiter und die Jäger gibt es wegen Brunos Abschuss eine Reihe von Strafanzeigen. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft München II, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, wird frühestens Ende der kommenden Woche fallen.

In Berlin demonstrierten am Samstag rund 300 Bruno-Fans für die Abschaffung der Jagd. Es sei eindeutig, dass der Bär zu Unrecht erschossen wurde, sagte Demonstrationsleiter Kurt Eicher. Er warf der bayerischen Regierung vor, mit dem Abschuss gegen das Artenschutzabkommen verstoßen zu haben.

Bruno, dessen Kadaver derzeit tiefgefroren aufbewahrt wird, soll ausgestopft in ein Museum kommen. Sein Skelett und die präparierten Organe werden wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Das Tier war vergangenen Montag im Morgengrauen erlegt worden, nachdem wochenlange Fangversuche gescheitert waren. Bayern hatte den Abschuss mit der wachsenden Gefahr für den Menschen begründet. Proteste von Tierschützern und Bruno-Fans aus aller Welt gegen die Pläne waren erfolglos geblieben.

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Der Standard 02.07.2006:

Urlauber stornieren aus Protest Buchungen

35 Absagen in Schliersee - "JJ1" wurde eigentlich in der Gemeinde Bayrisch-Zell abgeschossen - Protestzug in Berlin

Schliersee - Der Abschuss von Braunbär "Bruno" in den bayerischen Alpen sorgt weiter für heftige Emotionen. Urlauber stornierten ihren Urlaub in Schliersee, wie der Leiter der Kurbetriebe, Matthias Schrön, am Samstag bestätigte. Bis Freitag seien 35 Absagen eingegangen. Dabei sei die Gemeinde an der Abschussentscheidung nicht im Geringsten beteiligt gewesen.

"Prügelknaben"

Wir fühlen uns wie die Prügelknaben, die den Kopf hinhalten müssen, obwohl wir nicht dabei waren." Der Bär habe sich bei seinen Wanderungen im österreichisch-bayerischen Grenzgebiet zufällig gerade in der Region aufgehalten.

Tatsächlich war der Bär am Montag im Morgengrauen nicht einmal auf Schlierseer Gebiet erlegt worden, sondern auf dem direkt angrenzenden Gebiet der Gemeinde Bayrischzell. In Schliersee fand allerdings die Pressekonferenz nach dem Abschuss des aus dem italienischen Trentino stammenden Bären mit dem offiziellen Namen "JJ1" statt. Beide Gemeinden hätten mit der Abschussgenehmigung des Umweltministeriums und dem Abschuss durch ein staatlich beauftragtes Sicherheitsteam nichts zu tun gehabt, unterstrich Schrön.

"Bei Mördern wollen wir kein Urlaub machen"

Dennoch häufen sich in den Internet-Gästebüchern der beiden oberbayerischen Ferienorte wütende Einträge. "Urlaub in Bayern? Nö!", ist dort zu lesen, und: "Bei Mördern wollen wir kein Urlaub machen. Wir reisen ab - und kommen nie wieder!" Andere Stimmen mahnen hingegen zu Mäßigung: "Was kann denn die Gemeinde Schliersee dafür, dass "JJ1" geschossen wurde! Also lasst mal die Kirche im Dorf und besucht weiter Bayern! Und Schliersee hat eine schöne Kirche!"

Wirtschaftlicher Schaden nicht absehbar

Es gebe allerdings auch Touristen, die nach dem Abschuss erleichtert seien - sie hätten Angst gehabt, sagte Schrön. Erst in etwa einem Jahr werde absehbar sein, ob in Schliersee tatsächlich ein wirtschaftlicher Schaden entstanden sei. Schliersee zählt im Jahr durchschnittlich 500.000 Übernachtungen.

Gegen Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU), seine Mitarbeiter und die Jäger gibt es wegen "Brunos" Abschuss eine Reihe von Strafanzeigen. Die Staatsanwaltschaft München II will frühestens Ende der kommenden Woche entscheiden, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

Berlin: "Bruno"-Fans demonstrierten gegen die Jagd

Fans von "Bruno" haben am Samstag außerdem in Berlin demonstriert. Nach Veranstalterangaben zogen etwa 300 Menschen vom Berliner Dom zum Gendarmenmarkt, um dort die Abschaffung der Jagd zu fordern. Nach Polizeiangaben waren es hundert Teilnehmer.

Die Beweiskette sei eindeutig, dass "Bruno" alias "JJ1" zu Unrecht erschossen wurde, sagte Demonstrationsleiter Kurt Eicher auf Anfrage. Er warf der bayerischen Staatsregierung vor, mit dem Abschuss gegen das Artenschutzabkommen verstoßen zu haben. An der Spitze begleitete ein Mann im Bärenkostüm den Demonstrationszug.

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www.orf.at  02.07.2006:

Umherirrende Kuh von Jäger erschossen

In Gratwein im Bezirk Graz-Umgebung ist am Samstag eine Kuh erschossen worden. Das Tier ist im Ortsgebiet umhergeirrt und wurde schließlich von einem Jäger erlegt. 

Betäubung funktionierte nicht

Bereits Samstagfrüh war die 400 Kilogramm schwere Kalbin in Rhein von der Weide ausgebüxt. Der Besitzer versuchte den Vormittag über vergeblich, das Tier einzufangen. 

Tier völlig verunsichert und aggressiv


Gegen Mittag trabte die Kuh schließlich ins Ortsgebiet von Gratwein. Durch die vielen Autos war sie völlig verängstigt und wurde immer aggressiver. Schließlich attackierte sie jeden, der versuchte sie einzufangen. Polizisten und Feuerwehrmänner brachten sich hinter Autos und Bäumen in Sicherheit. Im Bahnhofsbereich versuchte schließlich ein Tierarzt die Kuh mit einem Narkosegewehr zu betäuben. Drei Schüsse gab er ab, aber das Serum wirkte nicht. 

Kuh drehte durch - Jäger schoss

Die Kuh wurde stattdessen immer aggressiver. Da laut Polizei Allgemeingefährdung gegeben war, wurde ein Jäger alarmiert. Er gab der Kalbin schließlich den Fangschuss. 

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Kurier 29.06.2006:

"Bruno war nur ein kecker, neugieriger Halbstarker"

Kärntner Experte übt Kritik an der Hatz und ist überzeugt: "Der Bär hätte nicht erschossen werden müssen"


"Ein Bär, der jemanden verletzt und gefährlich ist, gehört weg. Der Mensch steht immer im Vordergrund", stellt Hans-Peter Sorger klar, stützt sich auf seinen Stock, rückt seinen Crocodile-Dundee-Hut zurecht und erklärt weiter:
"Aber Bruno hat nie einen Menschen bedroht, alle, die ihm begegnet sind, haben erzählt, dass er friedlich war und geflüchtet ist. Er hätte nicht erschossen werden müssen."

Sorger weiß, wovon er spricht, er beschäftigt sich seit 41 Jahren mit Bären. Er hat in Kanada, Alaska, im Iran, in Rumänien und in Finnland ihre Spuren vermessen und ihr Verhalten studiert. "Bei den Indianern in Alaska habe ich mehr über Bären gelernt als auf jeder Uni", berichtet er. 1995 hat er in Weißensee in Kärnten den Verein "Respect to Wildlife" gegründet, der durch Spenden finanziert wird.

Der Abschuss Brunos war für ihn das letzte Kapitel einer langen Geschichte von Missverständnissen und Fehlern. Begonnen hat laut Sorger alles schon mit Jurka, der Mutter von Bruno. Sie wurde falsch konditioniert. "Sie hat wahrscheinlich ein Schaf gerissen. Als sie zu ihrer Beute zurückkehrte, hat man sie mit Gummischrot beschossen. Dadurch wurde ihr aber nur klar gemacht, dass nicht das Reißen des Schafes für sie gefährlich ist, sondern die Rückkehr zur Beute", glaubt Sorger. Dieses Verhalten gab Jurka an Bruno weiter. Der war nach Sorgers Ansicht kein "Problembär", sondern nur "ein kecker, neugieriger Halbstarker", der von seiner Mutter verstoßen wurde und ein neues Revier suchte. In dem hatte er sich noch nicht zurechtgefunden. Er wusste nicht, wo die Himbeeren wachsen, wo sich die Ameisenhaufen befinden und die verdaubaren Gräser wachsen. Außerdem ist der Bär ein bequemes Tier.

"Warum soll er einem Reh hinterherjagen, wenn irgendwo ein Schaf rumsteht, warum soll er Insektenlarven suchen, wenn er einen Bienenstock ausräumen kann?" fragt sich Sorger und fragte sich wahrscheinlich auch Bruno.

Den Umgang der Verantwortlichen vor Ort betrachtet Sorger als "konfus und ratlos", die Jagd mit den finnischen Hunden als "lächerlich", die Aussagen der Experten als "bedenklich".

Todesurteil

Er wäre mit Bruno anders umgesprungen: "Ich hätte ihn mit einem Geruch angelockt und ein zwei Leuchtraketen rechts und links neben ihm in den Boden geschossen. Das hätte ihn scheu gemacht und eine Ruh wäre gewesen."

So hätten unqualifizierte Äußerungen von Experten und mangelnde Aufklärung der Bevölkerung zu Angst und Panik geführt. "Das war das Todesurteil für Bruno", ist Sorger überzeugt.

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Kleine Zeitung 29.06.2006:

Leserbriefe
Nachrufe für Bär Bruno

Lieber Bruno, das hast du nun davon! Was hast du dir bloß dabei gedacht, als Bär dich solcherart zu verhalten? Mach's gut, Bruno!

Ferdinand Woschnak, Villach

Früher waren die Jäger Heger und Pfleger, von dem ist wohl nichts mehr übrig geblieben. Heute sind es oft trunksüchtige Perverslinge, die einem unschuldigen Tier in die Augen sehen können und abdrücken. Vielfach sogar vom Auto aus! Wie krank muss es sein, ein Hochgefühl zu haben, wenn man eine Waffe betätigt.

Alexandra Setz, Maria Rain

Das war eine echte "Glanzleistung". Mit einem Jagdschein hat man nun einmal das Recht, herumzuballern. Diesmal blieb wohl der Verstand auf der Strecke! Wirklich die dümmste aller Lösungen!

Barbara Novits, Hermagor

Über den Bären Bruno wird viel berichtet. Wie schaut es aber mit den Jagdvorschreibungen in unseren Revieren aus? Bei der Landesjägertagung wurde ein Beschluss gefasst, dass schon ab 1. Juli beim Rotwild wegen Schälschäden Kälber zum Abschuss frei gegeben werden. Diese sind dann aber erst 6 bis acht Wochen alt. Waidmannsheil!

Ruth Santner, Klagenfurt

Ein Mörder ist ein Mörder, wenn er das, was er tötet, nicht gänzlich aufisst, vom Fassungsvermögen seines Magens wird nicht gesprochen. Also war der Bär, welcher aus Ernährungsgründen schon zwei Schafe gerissen hatte und diese nicht völlig verschluckt hatte, ein Mörder und darum musste er getötet werden. Frage: Was für einen Magen musste jener Jäger gehabt haben, der Bruno tötete und trotzdem kein Mörder sein will?

Gerald Kleczkowski, Klagenfurt

Ich begrüße es sehr, dass Bruno ins Museum kommt: ein Museum in dem alle negativen Erscheinungen der Jagd aufgezeigt werden. Die Größe des naturhistorischen Museums würde dafür kaum ausreichen!

Dipl.Ing. Andrea Spendier, Maria Saal

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APA 27.06.2006:

Italienische Regierung protestiert wegen Abschusses von "Bruno"
Protestbrief von Umweltminister Pecoraro Scanio an Pröll und Gabriel

Rom (APA) - Die italienische Regierung protestiert offiziell gegen den Abschuss von Braunbär "Bruno", der Montag früh von drei Jägern in Absprache mit dem bayerischen Umweltministerium gezielt erlegt worden ist. Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio hat in einem Brief an Landwirtschaftsminister Josef Pröll (V), an dem deutschen Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und an EU-Umweltkommissar Stavros Dimas Bedauern über den Abschuss des Tieres geäußert. "Die italienische Regierung hätte sich eine stärkere Koordinierung zur Rettung des Lebens des Bären erwartet", schrieb der Minister, Parteichef der italienischen Grünen.

"Italien kann nicht dulden, dass die Kontrolle der alpinen Bärenbevölkerung durch den Abschuss von Tieren erfolgt. Der Abschuss des Bären Bruno ist ein negatives Zeichen für all jene, die sich für den Schutz dieser Tiere einsetzen. Wir haben alles getan, um die Tötung des Bären zu vermeiden", heißt es in dem Brief.

Der Minister fordert eine stärkere grenzüberschreitende Koordinierung zum Schutz der Bären. Er bekundete seinen Einsatz, um mit Österreich, Deutschland und der Schweiz über ein System zu diskutieren, das die Bären von Dörfern fern halten solle.

Pecoraro hat für Anfang Juli in Trient zu einem Treffen mit Experten der Umweltministerien aus Österreich, der Schweiz und Deutschland geladen, um die Frage zu diskutieren. In den vergangenen Tagen wurden 250.000 Euro zur Verfügung gestellt, um neue Zäune und Sicherheitssystems einzurichten, mit denen man die Bären unter Kontrolle halten will.

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T-Online.de 26.06.2006:

Bayern gibt Identität des Todesschützen nicht preis 

Petzi ist tot. Der Braunbär habe aber nicht leiden müssen, sagte Bayerns Umweltstaatssekretär Otmar Bernhard auf einer Pressekonferenz. Der erste Schuss auf das Tier aus rund 150 Meter Entfernung sei tödlich gewesen. "Jagdkundige Personen" hätten den Bären am frühen Montagmorgen in der Nähe des Spitzingsees im Landkreis Miesbach erschossen. Wer Petzi getötet hat, soll aus Gründen des Personenschutzes geheim bleiben. "Diese Dinge werden nicht öffentlich gemacht", so Bernhard. Petzi streunte seit Wochen im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet umher.

Morddrohungen eingegangen
Zu den Fragen nach den Bärenjägern sagte auch Ministeriumssprecher Roland Eichhorn: "Es sind Jagdkundige, und dabei bleibt es." Er sagte auch nichts zu dem Gerücht, dass ein Polizist an der Abschussaktion beteiligt war. "Der, der den Bären geschossen hat, ob Polizist, Jäger oder Berufsjäger, wird sicherlich nicht sehr froh damit werden", sagte ein Sprecher des Jagdverbands. Denn es seien bereits zahlreiche Beschimpfungen und Morddrohungen eingegangen.

"Der Bär ist tot, es leben die Mörder",

Verbandssprecher Thomas Schreder sagte, er werde wegen der Drohungen die Justiz einschalten. "Ich leite das weiter an die Staatsanwaltschaft." In einer eMail hieß es: "Der Bär ist tot, es leben die Mörder." Ein anderer eMail-Schreiber habe sich nach Namen und Adressen der Jäger erkundigt, die den Bären "ermordet" hätten. "Das Gleiche soll nun mit denen geschehen."

Keiner will der Täter sein

"Ich war es nicht", sagte der Leiter der bayerischen Forstdienststelle Spitzingsee, Siegmar Wüst. Der stellvertretende Betriebsleiter am Forstbetrieb Schliersee ergänzte: "Es war kein Berufsjäger oder Förster der bayerischen Staatsforsten vom Forstbetrieb Schliersee." In dem Gebiet gebe es auch Gemeinschaftsjagdreviere der umliegenden Gemeinden, in denen teils Jagdpächter und teils Berufsjäger zuständig seien.

"Keine leichte Entscheidung"

Bayern verteidigte den Abschuss. "Es war keine leichte Entscheidung", sagte Bernhard. "Aber wegen der möglichen Gefahrenlage für Menschen war es notwendig, ihn zu erschießen". Wegen der mangelnden Scheu vor Menschen habe man das Tier als gefährlichen Risikobär eingestuft. In der Abwägung zwischen Artenschutz und Sicherheit habe es keine andere Lösung als den Abschuss gegeben.

"Coolheit" wurde Petzi zum Verhängnis

Dem Bären wurde seine "Coolheit gegenüber Menschen" zum Verhängnis, sagte Bayerns Bärenbeauftragter, Manfred Wölfl. "Das einzig Positive ist, dass es beim Abschuss keine direkte Konfrontation zwischen Bär und Mensch gab."

Ausgestopft ins Museum

Nach einer genetischen Untersuchung soll Petzi präpariert und im Münchner Museum "Mensch und Natur" im Schloss Nymphenburg ausgestellt werden. Dort ist auch der letzte vor rund 170 Jahren in Bayern erlegte Braunbär zu finden.

Hintergrund

Früher gab es Braunbären in ganz Europa. Aber die Zunahme der Bevölkerung, die großräumige Entwaldung und die direkte Verfolgung haben die Tiere fast verschwinden lassen. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Braunbären in Mitteleuropa durch den Einsatz von Umweltschutzorganisationen wieder gewachsen. 1989 startete WWF die Wiederansiedlung der Braunbären in den österreichischen Alpen. Heute leben etwa 25 bis 30 Exemplare in Österreich.

Gastwirt alarmierte Polizei

Der Braunbär war am Sonntagabend gegen 20.30 Uhr am 1700 Meter hoch gelegenen Rotwandhaus gesehen worden. Er marschierte nur wenige Meter an der Hütte vorbei. Der Wirt alarmierte daraufhin die Polizei. Die Gäste hätten gerade beim Abendessen gesessen, sagte Hüttenwirt Peter Weihrer. "Ich habe die Leute beruhigt und gebeten, nicht aus dem Haus zu gehen." Schließlich sei er selbst vor die Türe gegangen und habe den Bären angeschrieen, der daraufhin flüchtete. "Er hat vor uns Angst gehabt."

"Dümmste aller Lösungen"

Naturschützer kritisierten den Abschuss: Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl sagte, "das ist die dümmste aller Lösungen". Die Deutschen hätten gelassener auf den ersten eingewanderten Bären reagieren müssen: "Ich bin tief traurig" über den Abschuss, sagte Weinzierl. In anderen Ländern lebten Bär und Mensch friedlich zusammen. "Nur in Deutschland wird er liquidiert." Nun bleibe nur zu hoffen, dass die Artgenossen des Bären einen Bogen um Deutschland machen. "Bären der Welt, meidet Bayern", sagte Weinzierl. Die Jugendorganisation des Bund Naturschutz (BN) in Bayern nannte es eine "Tragödie für den bayerischen Naturschutz" und warnte: "Der nächste Bär kommt bestimmt." Bis dahin müssten die Behörden sich besser vorbereiten.

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Oberösterreichische Nachrichten 23.06.2006:

Pensionist erschlug Hundebaby und hängte Kadaver auf Schulzaun

KOPFING. Weil es sich angeblich um ein Weibchen handelte, soll ein Pensionist aus Kopfing ein kleines Hundebaby brutal erschlagen haben. Kinder waren bestürzt, weil der Kadaver offenbar am Zaun der Schule aufgehängt wurde.


Die Quälerei soll sich vor wenigen Tagen abgespielt haben. "Mir wurde von dem Fall erzählt. Wenn ich da gewesen wäre, hätte es ordentlich gestaubt", sagt Bürgermeister Otto Strassl, der bei Papst Benedikt XVI. Audienz hatte. "Inzwischen redet ganz Kopfing von dem Vorfall. Normalerweise müssten jene Leute, die das mitbekommen haben, Anzeige erstatten. Dem Rohling gehört eine Gewaltige auf den Sender."

Hundebaby eiskalt getötet

Eiskalt soll der Pensionist das Baby seiner Jagdhündin erschlagen haben. Offenbar deshalb, weil es sich um ein Weiberl handelte. Den Kadaver des Hündchens soll er angeblich nach der Tat auf den Gartenzaun der Schule gehängt haben. Die Hundemutter soll laut Auskunft eines aufmerksamen OÖN-Lesers völlig verzweifelt am Zaun entlanggelaufen sein. Winselnd habe sie um ihr Baby getrauert.

Schulkinder sollen die grausame Aktion mitbekommen haben. "Sie waren außer sich und total betroffen", so der Schulwart. Er habe sich an die Angehörigen des Pensionisten gewandt. "Denen war der Vorfall total zuwider."

Der Pensionist selbst soll sich anfänglich geweigert haben, den Tierkörper zu entfernen. Ein junger Bursch sei dann damit beauftragt worden.

Täter aus der Jägerschaft?

"Offenbar handelt es sich bei dem Mann um einen Jäger. Mit dem Vorfall wird der Ruf der Waidmänner wieder in ein völlig falsches Licht gerückt", so Otto Strassl, der versichert, dass es sich um einen "absoluten Ausnahmefall" handle.

Der Pensionist - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Bürgermeister Otto Strassl: "Wer Hundebabys etwas antun kann, muss ein Rohling sein."

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Niederösterreichische Nachrichten 06.06.2006:

Jäger erschoss Kätzchen

Ressort: STADT AMSTETTEN AMS Amstettner Zeitung 

UNVERSTÄNDLICH / Weil er sich von einer Katze belästigt fühlte, erschoss sie der Mann. Besitzerin benachrichtigte Polizei, einigte sich dann aber mit dem Jäger.

HAUSMENING / Selbstjustiz übte ein Mann, der auch als Jäger tätig ist, in der Vorwoche an einer Katze. Er fühlte sich zum wiederholten Male von dem Tier belästigt, das sich in seinem Garten aufhielt. "Er hat es daher kurzerhand in sein Auto verfrachtet und zu einer Wiese gebracht", berichtet ein Polizeibeamter. Dort ließ der Mann das Tier laufen und erschoss es kurzerhand.

Die Besitzerin der Katze erfuhr von diesem Vorfall und benachrichtigte die Polizei, die sogleich den Täter und die Geschädigte befragte. "Wir haben den Mann ermahnt und gefragt, was das soll. Da sich die Besitzerin der Katze und der Jäger aber ausgesprochen und auf nachbarschaftlichem Weg geeinigt hatten, ist die Sache für uns erledigt", berichtete ein Beamter der NÖN.

Die nicht ganz verständliche Aktion des Mannes rief auch einige Tierfreunde auf den Plan, die von dem Fall Wind bekommen hatten. "Das Tier hat keinem Menschen etwas getan. Es ist einfach unverständlich, dass der Täter einfach so ungeschoren davonkommt - und das, obwohl er doch ein Jäger ist", meinte ein schockierter Nachbar.

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Die Presse 29.05.2006:

Rote Karte für Jäger, der Labradorhündin erschoss

Rasse macht Jagdhund

Jäger dürfen Wild hetzende Hunde töten - nach dem Kärntner Jagdrecht aber nur dann, wenn die Hunde nicht als Jagdhunde gekennzeichnet oder erkennbar sind. Auf den Einsatz als Jagdhund oder die Ausbildung dazu kommt es hingegen nicht an.

Aus diesem Grund muss sich ein Kärntner Jäger mit dem Ausschluss aus der Landesjägerschaft für zwei Jahre abfinden. Er hatte als Jagdschutzorgan eine schwarze Labradorhündin erschossen, die Wild gehetzt hatte. Mit seiner Beschwerde gegen die Disziplinarstrafe drang der geschasste Jäger nicht durch. Schon die entsprechende Rasse mache einen Hund zum Jagdhund im Sinne des Kärntner Jagdgesetzes, so der VwGH, eine zusätzliche jagdliche Ausbildung sei nicht erforderlich (2006/03/0049). Dass dies in der Steiermark und in Tirol anders sein mag, kann bei einem in Kärnten gesetzten Delikt nichts ändern.

Auch der Umstand, dass ein Strafverfahren gegen den Jäger wegen Sachbeschädigung und Tierquälerei geprüft und eingestellt worden ist, hilft ihm nicht: Das verfassungsrechtliche Verbot der zweifachen Verfolgung wegen derselben Tat schließt eine Bestrafung wegen eines spezifischen "disziplinären Überhangs" nicht aus.

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Die Presse 27.05.2006:

Jagdfieber in Wien: Wildschwein im Visier

Jagd. Zuletzt wurden jährlich 1854 Tiere in Wien erlegt - Tendenz steigend. Grund: Überangebot an Nahrung.

WIEN. Österreich ist auf der Pirsch. Während Bevölkerung und Politiker im Westen einem Braunbären hinterher stellen, haben die Jäger im Osten andere Probleme: Die Zahl der Wildschweine (und die durch sie verursachten Schäden) ist in den letzten Jahren explodiert. Entsprechend hoch sind die jährlichen Abschüsse.

In Wien wurden laut Statistischem Jahrbuch 2006 zuletzt 1854 Tiere erlegt, in Niederösterreich 22.000. Insgesamt wurden in Österreich 33.370 Stück Schwarzwild geschossen. Zum Vergleich: 1980 waren es 3600 Stück, im Jahr 2000 25.000. Steigen die Bestände im gleichen Tempo weiter, prognostiziert Friedrich Reimoser von der Veterinärmedizinischen Universität Wien für das Jahr 2015 bis zu 65.000 erlegte Wildsauen.

Auf Pirsch in Niederösterreich

"Das Problem ist das Nahrungsangebot", sagt Hans-Friedmann Zedka von der Zentralstelle der Österreichischen Landesjagdverbände. Früher hätten Eichen und Buchen - die Hauptnahrungsquelle der Wildschweine - nur alle paar Jahre Eicheln bzw. Bucheckern getragen. Heute passiere das fast jährlich. Als Grund dafür vermuten Experten die Klimaerwärmung.

Die 1000 Wiener Jagdkarten-Inhaber bejagen in den 32 Jagdgebieten (darunter auch der Zentralfriedhof und der Golfplatz am Wienerberg) jedoch auch andere Tiere: Hirsche, Rehe oder Hasen.

"Mehr als 100 Stück Rotwild pro Saison sind es jedoch nicht", sagt Landesjägermeister Günther Sallaberger. Wegen des begrenzten Angebots jagen die meisten Wiener im Umland. Sallaberger: "Über 6000 Wiener besitzen eine Jagdkarte für Niederösterreich."

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www.orf.at  26.05.2006:

Suche nach Spuren des Bären 

Vorerst kein Schießbefehl in Kufstein
Ist der Bär tatsächlich in Tirol oder nicht? Diese Frage hält die Bärenanwälte des WWF in den letzten Tagen auf Trab. Denn immer mehr Menschen melden sich, die den Bären gesehen haben wollen.

Zwei Sichtungen plausibel
Zwei solcher Bärensichtungen scheinen nach Ansicht der Experten aber durchaus plausibel. Jene in Thiersee und eine weitere in Brandenberg/Aschau.

Sicher ist es noch nicht, ob der jetzt gesichtete Bär, auch jener aus Bayern ist. Wenn ja, scheint er, nach seinem kurzen Abstecher wieder endgültig zurück nach Tirol gekommen zu sein.

Identität noch nicht sicher
Nach den Beobachtungen in Thiersee klingen die Hinweise, dass der Bär im Rofan sei plausibel, sagt Toni Vorauer vom WWF. Die Bärenanwälte haben im Moment jedenfalls alle Hände voll zu tun, um die Spuren zu überprüfen. Erst wenn die Spuren ausgewertet sind, kann man Rückschlüsse auf die Identität des Bären ziehen.

Dann ist sicher, ob es sich um den Problembären aus Bayern handelt oder nicht. Bis dahin wird auch laut Landesrat Anton Steixner der fürs Außerfern bestehende Abschussbefehl nicht auf die übrigen Bezirke ausgedehnt. Wenn der Bär also wirklich in Gemeindegebiet von Brandenberg/Aschau unterwegs, dann befindet er sich auf sicherem Terrain.

"Bär einsperren ist Tierquälerei"
Den Bären einzufangen und in ein Gehege zu sperren sei Tierquälerei, sagte am Freitag Michael Martys, Direktor des Innsbrucker Alpenzoos, der zwei Bären beheimatet. Das Karwendelgebirge sei als Lebensraum für den Bären durchaus geeignet.

Martys geht davon aus, dass es sich bei dem Bären um jenes Tier handelt, das zuvor in Vorarlberg, im Außerfern und in Bayern für Aufregung gesorgt hat. Der Zoodirektor hält es für durchaus möglich, dass der Bär so weit gewandert ist.

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Oberösterreichische Nachrichten 26.05.2006:

Leserbrief: Problembären

Vor einigen Jahren hat in Oberösterreich ein Bär vermeintlich einige Hühner gefressen oder Bienenstöcke geplündert. Eifrige und aufrechte Jäger haben ihn zur Strecke gebracht und in seinem Magen dann nur Grünzeug gefunden.

Auch damals gab es schon Problembanken und Problembänker, Problemgewerkschaften und Problemgewerkschafter, gab es Problembürgermeister und Problembären.

Seither hat sich unsere Gesellschaft angeblich weiterentwickelt; eines ist jedoch gleich geblieben. Zum Abschuss freigegeben werden immer nur die Problembären. Und so sterben die Bären aus. Das ist das wahre Problem! Der Artenschutz behütet die Falschen.

Dr. Rudolf Leikermoser, Linz

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www.orf.at  25.05.2006:

Bär ist zurück

Vorerst kein Schießbefehl in Kufstein
Der Bär ist wieder in Tirol. Michael Bischofer, Jagdpächter in Langkampfen, hat den Bären Mittwochabend in einem Wald oberhalb von Thiersee gesehen. Im Bezirk Kufstein gibt es vorerst keinen Schießbefehl.

"Er hat mich angebrüllt"
Der Jagdpächter Michael Bischofer wollte eigentlich einen Auerhahn suchen, traf dann aber völlig überraschend gegen 20.00 Uhr auf den Bären. 

"Ich hab ihn zuerst nicht bemerkt. Dann hat er mich angebrüllt. Zuerst bin ich weggelaufen, weil ich mich nicht ausgekannt hab, was das war. Dann bin ich noch mal zurück, und dann ist er neben mir vorbeigegangen. Er war ca. 50 Meter von mir entfernt."

"Auf jeden Fall ein riesiger Bär"
Der Bär sei dann wieder zurück in den Wald verschwunden. "Ich kann nicht sagen, ob es der Bär aus Bayern ist. Es war auf jeden Fall ein riesiger Bär", so Bischofer.

Zu aufgeregt für ein Foto
Freilich habe er Angst gehabt, so Bischofer. "Ich wollte eh noch ein Foto machen, aber ich war zu aufgeregt", so der Mann, der dem Bären gegenüberstand.

WWF sucht private Helfer
Der WWF hat am Donnerstag an private Helfer appelliert, sich an der Bärensuche zu beteiligen. Die Fangversuche sollen zudem mit einer zweiten Falle ausgeweitet werden. Gesucht wurde außerdem ein Zugfahrzeug, mit dem eine 2. Bärenfalle in den Raum Kufstein transportiert werden kann. Interessierte sollten sich an die Hotline unter der Telefonnummer +43/676/83488256 wenden.

Am Freitag wird Vorgangsweise entschieden
Indess wurde der im Bezirk Reutte geltende Schießbefehl vorerst nicht auf den Bezirk Kufstein ausgeweitet, erklärte der zuständige Landesrat Anton Steixner (ÖVP).

Die Bärensichtung bei Thiersee vom Mittwochabend werde Ernst genommen, betonte Steixner. Über Haarvergleiche würden Experten des WWF derzeit prüfen, ob es sich um ein und dasselbe Tier handle. Erst am Freitag werde über die weitere Vorgangsweise entschieden.

Unterschiedliche Situation
Die Situation in den beiden Bezirken sei völlig unterschiedlich, begründete der Landesrat seine Haltung. Im Raum Kufstein sei die Sichtung nicht in der Nähe von Siedlungen erfolgt. Außerdem gebe es keine Meldungen über Schäden. Daher sei die Gefahr geringer einzustufen.

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Kurier 25.05.2006:

Schüsse auf Haustiere: Akt geht ans Gericht 

Für große Aufregung hatten vor rund zwei Wochen in Steinbrunn Schüsse auf drei entlaufene Haustiere gesorgt. Ein Jäger soll einen Hund erschossen, einen weiteren Hund und eine Katze schwer verwundet haben. Mittwoch wurden die Ermittlungen der Polizei Neufeld an der Leitha abgeschlossen. "Der Jäger war verpflichtet zu schießen", hieß es von der Polizei. Die Tiere hätten sich im Jagdgebiet aufgehalten, die Katze sei 420 Meter außerhalb des bewohnten Gebietes getroffen worden, für Hunde gibt es laut Polizei keine vorgeschriebene Schutzzone. Der Anwalt der betroffenen Familie, Othmar Slunsky, sieht die Sache anders: Er hatte Anzeige wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung erstattet. Der Akt wird laut Polizei nun an die Bezirkshauptmannschaft bzw. das Gericht übermittelt.

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Neue Vorarlberger Tageszeitung 25.05.2006:

Leserbrief
Schonzeit für Wildtiere

Die Bezirkshauptmannschaft Dornbirn hat nach dem Amtsblatt vom 6. Mai des Jahres eine Verordnung erlassen, nach der in den Jagdgebieten EJ Auer-Ried , GJ Lustenau und GJ Dornbirn Ried-Nord zum Schutz der Wiesenbrüter die Schonzeit für Fuchs, Dachs, Steinmarder und Hermelin für 3 Jahre aufgehoben wird. Ausgenommen sind Alttiere während der Aufzucht der Jungen.

Kein Jäger kann jedoch beim bloßen Anblick erkennen, ob dieses Tier vielleicht Junge führt oder im Bau hinterlassen hat. Beim Abschuss eines Muttertieres müssen die Jungen kläglich verhungern.

BirdLife Vorarlberg distanziert sich daher nachdrücklich von solchen Methoden zum Schutz von Brutvögeln. Zum natürlichen Lebensraum einer Art gehören auch die Prädatoren, die als heimische Wildtiere ebenfalls Anspruch auf Schonung während der Fortpflanzungszeit haben.

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www.orf.at  24.05.2006:

Braunbär - Abschussauftrag: 150 Jäger auserkoren

Seit Dienstag ist es fix. Sollte der Braunbär wieder nach Tirol kommen, wird er erschossen. Ein Abschussauftrag gibt vor, wer auf den Bären Jagd machen darf und wer nicht. Die Jäger, die den Bären erlegen sollten, haben mit diesem Auftrag keine Freude.

Zweifelhafte Ehre
Nicht jeder Jäger darf den Bären erlegen. 150 Aufsichts- und Berufsjäger sind es, die auserkoren wurden, den Braunbären zu schießen. Eine zweifelhafte Ehre, meint der Bezirksjägermeister von Reutte, Eckhard Posch.

Rechtlich dazu verpflichtet
"Wir sollen die Drecksarbeit für andere machen", sagt Posch. Er und seine Jägerkollegen hätten mit dem Abschussauftrag jedenfalls keine Freude. Rein rechtlich gesehen sind die Jäger jedoch verpflichtet, auf den Bären zu schießen, sollte er ihnen vor den Lauf kommen.

Wer bekommt Trophäe?
Wer im Falle eines Abschusses die Trophäe bekommt, ist nicht ganz geklärt. Nach dem Jagdgesetz gehört jedes erlegte Tier dem Jäger, der es getötet hat. Ob der Bär aber für wissenschaftliche Untersuchungen herangezogen wird, steht noch nicht fest. "Egal", meint dazu Landesjägermeister Paul Steixner. "Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor man ihn erlegt hat."

Briten kommen für Schäden auf
Ein britischer Versicherungsunternehmer will den Braunbären in Bayern retten und Schäden durch das Tier in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro bezahlen. "Wir wollen verhindern, dass der Bär abgeschossen wird", sagte Simon Burgess, Geschäftsführer von British Insurance, am Mittwoch. Die Versicherung würde jeden entschädigen, bei dem der Bär künftig Schaden anrichte, erklärte Burgess. Mit dieser Art Haftpflichtversicherung wolle Burgess einen Anreiz liefern, den Bär lebend einzufangen.

Keine Spur mehr vom Braunbären
Vom Braunbären in Bayern fehlt schon seit zwei Tagen jede Spur. Es scheint geradezu, als lasse sich der Bär nicht mehr blicken, seit er zum Abschuss freigegeben wurde.

Keine Hinweise aus Tirol oder Bayern
Nach seinen Beutezügen vom Wochenende ist der Braunbär in Bayern zum Abschuss freigegeben, seither fehlt von dem Tier allerdings jede Spur. Die bayerischen Behörden vermuten, der Bär könnte schon wieder auf Tiroler Boden zurückgekehrt sein. Aber auch im Außerfern gab es vorerst keine Hinweise auf das Tier.

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www.orf.at  23.05.2006:

Keine Schonung in Tirol 

Tierschützer protestieren gegen Abschuss
Nicht nur in Bayern, sondern auch in Tirol droht dem seit Tagen herumziehenden Braunbären der Abschuss. Sollte das Tier, das sich derzeit offenbar noch in Deutschland aufhält, wie von Experten erwartet nach Tirol zurückkehren, wird er auch hier zum Abschuss freigegeben. Das sagte der zuständige Landesrat Anton Steixner (ÖVP) am Dienstag gegenüber ORF Radio Tirol.

"Offenbar gefährlich"
Der Bär sei offenbar gefährlich, so Steixner. Eine entsprechende Sitzung findet am Dienstagnachmittag mit dem Bezirkshauptmann von Reutte und dem Bärenanwalt in Reutte statt. Geschossen werden darf der Bär nur von autorisierten Jägern, betonte Steixner - mehr dazu in tirol.ORF.at.

Erinnerung an "Nurmi"
Für die letzte große Aufregung in Österreich hatte 1994 "Nurmi" gesorgt. Nachdem er mehrere Schafe gerissen hatte, war auch er zum Abschuss freigegeben worden, die Diskussion wurde zum Politikum. 

Geändert hat das aber nichts: Ein Jäger tötete den Bären schließlich in Oberösterreich - nicht ohne posthumen Ruhm für "Nurmi": "Problembär" wurde zum Wort des Wahres.

Betäubung statt Abschuss?
Vor allem in Deutschland empören sich aber bereits Tierschützer über den von Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) ausgegebenen Schussbefehl.

Die Erlaubnis sei ungeheuerlich und empörend, sagte die Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, Brigitte Rusche, der "Berliner Zeitung". In Deutschland rege man sich über jeden Elefanten auf, der von armen Bauern in Afrika erschossen werde, um die Ernte zu schützen. "Aber selbst fällt uns nichts besseres ein, als einen Bären sofort abzuschießen."

"Typisch deutsch"
Der Bund Naturschutz in Bayern wertete die Entscheidung als "Kapitulation" und forderte, die Behörden sollten zu Betäubungswaffen greifen und den Bären fangen, statt ihn zu töten. Die Landtags-SPD warf dem Minister Hysterie vor.

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl, meinte gar, die Entscheidung Bayerns sei "typisch deutsch". "Wir machen uns weltweit lächerlich."

Blutige Spur durch Bayern
Die Naturschutzorganisation WWF hatte den Bären ursprünglich in eine Falle locken und ihn mit einem Sender ausstatten wollen. Ziel einer solchen Maßnahme ist es, ein Tier orten und eingreifen zu können, falls es sich menschlichen Siedlungen nähert. Doch sämtliche Fangversuche schlugen bisher fehl.

Nachdem das Tier in den vergangene Tagen aber alleine zwölf Schafe und mehrere Hühner im Grenzgebiet gerissen hatte, hieß es von den Behörden, das Risiko sei mittlerweile auch für Menschen unkalkulierbar.

Wildbiologe hat Verständnis für Abschuss
Das sieht auch der Wildbiologe der Vorarlberger Landesregierung, Hubert Schatz, so: "Ein Bär, der die menschliche Nähe überhaupt nicht mehr scheut, ist durchaus ein Bär, der als Risikobär einzustufen ist." Er habe daher Verständnis für die Abschussgenehmigung.

Das könne dem Bären nur schwer wieder abgewöhnt werden. Dazu müsste das Tier mit Gummischrot beschossen oder durch Knalleffekte abgeschreckt werden, sobald es sich Menschen nähere. "Das klingt leichter und einfacher, als es letztendlich draußen vor Ort ist."

Wenig sinnvoll sei es, den Bären einzufangen und in ein Gehege zu sperren, sagte der Experte. Das "würde sowohl für den Bären als auch für den Menschen große Probleme bringen" - - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

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Kurier 21.05.2006:

"Bär ist gefährlich" - Hosp für Abschuss Außerferner Braunbär: 

Tiroler Landesrätin schlägt "vorbeugende Maßnahme" vor und fordert ehrliche Debatte


Es war kein offizielles Thema beim Tiroler Jägertag am Samstag in den Innsbrucker Raiffeisensälen. Am Rande der Vollversammlung drehte sich aber vieles um den Braunbären, der derzeit durch das Außerfern im Grenzgebiet zu Bayern streift. Mit unmissverständlich Worten ließ dabei Landesrätin Anna Hosp (VP) aufhorchen. Die passionierte Jägerin, die auch Vorstandsmitglied des Jägerverbandes ist, kann den Bären-Hype in Tirol keinesfalls verstehen.
"Ich weiß , dass es politisch nicht opportun ist, das zu sagen: Doch vom Bären geht eine nicht zu unterschätzende Gefahr aus. "

GEFAHR
Wenn sich Bären in Siedlungsgebieten herumtreiben, "dann haben wir es mit einem atypischen Verhalten zu tun", argumentiert Hosp. Es sei nicht auszudenken, wenn es zu einem Zwischenfall komme, bei dem womöglich ein Mensch Schaden erleide. "Dann wird sofort der Zeigefinger erhoben und die Politik lautstark mit Vorwürfen überhäuft, warum sie nichts gegen den Bären unternommen hat."

Unterstützt wird Hosp von Tirols Alt-Jägermeister Rudolf Wieser. "Natürlich ist das eine sensible Frage. Ich glaube schließlich selbst nicht daran, dass ein Jäger vorbeugend einen Schuss auf den Bären abfeuern würde. Doch Faktum ist: Der Bär ist gefährlich." Dass dieser in den Wäldern nicht genügend zum Fressen finde, sei alarmierend. "Es ist leicht gesagt, sich bei einem möglichen Zusammentreffen rasch auf den Boden zu legen. Ich weiß jedoch nicht, wie und wie rasch etwa Kinder reagieren würden."

Für Hosp ist ein vorbeugender Abschuss des Braunbären vorstellbar. "Wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, ist es meistens schon zu spät." Sie sieht im herumvagabundierenden Außerferner Bären keinen "Meister Petz", sondern ein Raubtier, der scheinbar jegliche Scheu verloren habe. Agrarlandesrat Anton Steixner wie seinem Bruder Landesjägermeister Paul Steixner gehen Hosps Aussagen aber zu weit.

STEIXNERS GEGEN ABSCHUSS
"Wir haben mit dem Bärenanwalt und dem World Wide Fund For Nature (WWF) eine klare Vorgangsweise vereinbart. Zuerst soll der Bär eingefangen und betäubt werden. Dann erhält er einen Sender und man kann ihn mit Gummigeschossen verscheuchen, wenn er in Siedlungsnähe auftaucht. Erst in letzter Konsequenz, bei Gefahr in Verzug, wird er zum Abschuss frei gegeben." Von einem vorbeugenden Abschuss hält Steixner nichts. Sein Bruder stellte auch klar, der Bär werde nicht gejagt .

Die Suche nach dem Braunbären ging indessen am Samstag weiter. Zuletzt wurde eine ausgeräumte Bienenhütte in Pflach entdeckt. Der WWF vermutet jedoch, dass der herumstreunende Braunbär bereits die Grenze nach Bayern überschritten haben könnte.

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Kronenzeitung 21.05.2006:

Bambi-Mutter-Mörder auf Platz 20 der größten Schurken der Filmgeschichte 

Bambi - ein absolut zeitloser Film. 

Deshalb brachte man wohl nun eine Fortsetzung in die Kinos. Was 1942 erstmals begeisterte, und als Videokassette oder DVD mittlerweile in keinem Kinderzimmer fehlen darf, soll in neuer Optik die Kleinsten erfreuen. Der erste Film schrieb Animationsgeschichte. Nie zuvor wurde so detailgetreu gezeichnet und waren die Bewegungen so realistisch. 

Allerdings auch die gerade laufende Fortsetzung, "Bambi 2", nährt einen Irrtum, der im ersten Teil seinen Anfang nahm: Bambi im Film ist kein Rehkitz, sondern der Nachwuchs eines Weißwedelhirsches . . . 
Das kam so: Der "Erfinder" Bambis war der Österreicher Felix Salten. In seinem Buch "Bambi - ein Leben im Walde" lässt er die Tiere in den ihm vertrauten österreichischen Wäldern herumtollen. An dieser Stelle sei dieses Werk übrigens als Alternative zum Fernseher den Eltern ans Herz gelegt. Hauptperson ist das Rehkitz Bambi. Dann kauften die Disney-Studios Ende der 30er Jahre die Rechte am Buch. Nur standen sie vor dem Problem, dass Rehe in den USA eher selten verbreitet sind. Kurzerhand machten sie aus Bambi, dem Reh, ein Weißwedelhirschkalb. Der Nachwuchs der Rehe und der Weißwedelhirsche - die häufigste Hirschart Nordamerikas - sind sich zum Verwechseln ähnlich. So fing schließlich alles an. In der deutschen Synchronfassung blieb dann Bambi, das Weißwedelhirschkalb, aber ein "kleines Reh" - mit einem Hirschen als Vater. Aber man ist ja so beeindruckt von dieser einen herzzerreißenden Szene, dass diese "Nebensächlichkeiten" in den Hintergrund geraten: Der hallende Schuss aus einer Jägerflinte, aufgeschreckte Krähen und dann dieses verzweifelte tollpatschige Tier auf der Suche nach seiner Mutter. Millionen Kinder weinten bei dem Anblick.

Obwohl, wenn man es genau nimmt, sieht man ihren Tod nicht. Man hört zwar Schüsse, aber weder sieht man das sterbende Tier, ein Gewehr, noch den Jäger. Vielleicht zählt gerade deshalb dieser Filmtod zu den berühmtesten überhaupt. Skurrilerweise wurde der "Schütze" auf Platz 20 der größten Schurken der Filmgeschichte gewählt. Zu tief saß eben der in der Kindheit erlittene Schmerz . . . 
Die Familienkonstellation rund um Bambi gibt es in der freien Natur nicht. Bambi ist eigentlich ein Kunstprodukt. Aus so manchem Kindermund hört man auch den Satz: "Die Frau vom Hirsch ist das Reh." Die Fehler bleiben fast immer unerkannt. Wer möchte schon seinen Nachwuchs während des Filmes aufklären. Leider wissen aber auch einige Eltern nicht, welchen Bären sie da aufgebunden bekommen. Biologielehrer stört das schon eher. Sie müssen die falschen Familienverhältnisse wieder ins rechte Licht rücken. Auch dass Hirsche nicht die "Herren der Wälder" sind. Von Natur aus ziehen sie eher offene Landschaften dem dichten Wald vor. Mit ihrem imposanten Geweih tun sie sich in der Steppe auch leichter.

In den Wald hat sie der Mensch "gezwungen", damit Felder und Äcker verschont bleiben. Hier sind sie aber nicht immer willkommen. Auf ihrem Speiseplan steht vorrangig Gras. In Österreichs Wäldern ernährt sich die größte geweihtragende Hirschart, das Rotwild, aber auch von jungen Baumknospen und Sträuchern. Leider machen sie auch nicht vor Baumrinden halt. Die natürlichen Feinde wie Wolf oder Luchs, die dem Einhalt gebieten könnten, gibt es in unseren Wäldern fast nicht mehr. Das Leben im Wald ist nicht immer so idyllisch, wie es uns der Zeichentrickfilm zeigt.

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www.orf.at  16.05.2006:

Nach Schüssen auf Haustiere Grüne für Jagdgesetznovelle

Grüne für Jagdgesetz-Novelle
Nach einem Zwischenfall vergangene Woche in Steinbrunn (Bezirk Eisenstadt-Umgebung), bei dem ein Jäger einen entlaufenen Hund erschossen hat, fordern die Grünen eine Änderung des Burgenländischen Jagdgesetzes.

"Schießwütige Jäger"
Dieses gestatte es "schießwütigen Jägern, Haustiere als Freiwild zu behandeln", erklärte Tierschutzsprecher Landtagsabgeordneter Josko Vlasich.

"Gehört schleunigst novelliert"
Bei dem Vorfall wurden auch ein zweiter Hund und eine Katze schwer verletzt.

"Wenn es das Burgenländische Jagdgesetz zum Zwecke der Abwehr von Verletzungen der Wildtiere gestattet, Katzen außerhalb einer 200 Meter-Zone und Hunde überhaupt ohne jegliche Schutzzone umzubringen, so gehört dieses Gesetz schleunigst novelliert," so Vlasich.

Forderungen
Das Mindeste, was man verlangen müsse, sei die Ausweitung der Schutzzonen von 200 auf mindestens 1.000 Meter und die Hereinnahme der Hunde in diese Schutzzonen, so Vlasich.

Es könne auch nicht sein, dass ein Jäger einfach ohne Vorwarnung Haustiere in der Nähe von Wohnhäusern abschießen darf, sagte der Tierschutzsprecher.

"Erst nach einem erwiesenen Tatbestand des Wilderns und darauf erfolgter wiederholter Ermahnung der Haustierbesitzer sollten die Jäger auch strengere Maßnahmen setzen dürfen".

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www.orf.at  15.05.2006:

Schüsse auf Haustiere - Landesjägermeister meldet sich zu Wort

Am Wochenende sorgte der Fall eines Jägers, der auf drei Haustiere geschossen und eines davon getötet hatte, für Aufregung. Nun meldet sich Landesjägermeister Friedrich Prandl zu Wort.

"Bedauere Vorfall grundsätzlich"
Er bedauere diesen Vorfall grundsätzlich, weil er zu einer großen Emotionalität geführt habe, sagt Landesjägermeister Friedrich Prandl gegenüber dem ORF Burgenland. Er wolle zur Versachlichung des Themas ein paar Feststellungen tätigen.

Frühjahr als kritische Zeit
"Wir sind momentan im Frühjahr in einer sehr kritischen Zeit, weil das Jungwild kommt. Es gibt Rehkitze und Junghasen und hier ist absolute Ruhe, also eine störungsfreie Zeit in den Revieren oberstes Gebot. Das ist die eine Seite.

Die zweite Seite ist, dass sowohl der Jagdausübungsberechtigte als auch der Jagdaufseher auf Grund unseres Jagdgesetzes berechtigt ist, dass er Hunde, die sich der Einwirkung ihrer Führer oder Halter entzogen haben, töten darf - auch innerhalb der 200-Meter-Zone", so der Landesjägermeister.

200-Meter-Zone für Katzen
Diese 200-Meter-Zone gelte nur für Katzen, so stehe es im Jagdgesetz, sagt Friedrich Prandl.

Im Gesetz genau definiert
"Es ist im Gesetz ganz genau definiert, dass sich die Katzen, soweit sie vom Jagdaufseher beseitigt werden können, in einer Entfernung von mindestens 200 Meter von Haus und Gehöften befinden müssen", so Prandl.

Ein toter Hund, zwei verletzte Tiere
Ein Jäger aus Steinbrunn hatte am Wochenende drei Haustiere angeschossen. Ein Hund war sofort tot, ein anderer Hund und eine Katze wurden durch Schüsse schwer verletzt und mussten notoperiert werden.

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www.orf.at  14.05.2006:

Schock über Schüsse auf Tiere sitzt tief

Bei jener Familie in Steinbrunn, deren Tiere von einem Jäger angeschossen wurden, herrscht noch immer Aufregung. Der Schock über die Schüsse sitzt tief. Ein Hund ist tot, die anderen Tiere sind schwer verletzt.

Entsetzte Tierbesitzer
Die Schüsse auf die zwei Hunde und die Katze fielen in der Nähe des ehemaligen Esterhazy-Jagdschlosses bei Steinbrunn, wo die Besitzer der Tiere wohnen.

Ein Hund war sofort tot, der zweite Hund und die Katze sind schwer verletzt und mussten notoperiert werden. Die Hundebesitzer sind über die Schüsse hier im Wald in unmittelbarer Nähe ihres Grundstücks entsetzt.

"Ein Drittel der Katze war weg"
"Plötzlich haben wir einen Schuss gehört. Ich bin dann in die Richtung gelaufen, aus der der Schuss kam. Auf dem Weg habe ich den Jäger getroffen, er ist mir entgegenkommen und hat gesagt: 'Da liegt Ihr Hund.' Ein paar Stunden später ist die zweite Hündin gekommen, sie war voll mit Schrotkugeln. Und in der Früh ist der Kater gekommen ohne Bein, also ein Drittel der Katze war weg", sagt Hundebesitzerin Ditta Tomaszewski.

Jäger angezeigt
Die Tiere seien zwei bis drei Mal im Jahr ausgerissen, hätten aber niemals Wildtiere getötet, sagen die Hundebesitzer. Sie haben den Jäger angezeigt.

"Metzger statt Jäger"
"Ich habe nichts gegen Jäger, mein Vater war auch Jäger. Aber es gibt Menschen und Menschen, Jäger mit Ethik und es gibt einfach Metzger. Das ist für mich kein Jäger, das ist ein Metzger", sagt Ditta Tomaszewski.

Familie: "Schüsse in 200-Meter-Zone"
Nach Darstellung der Familie fielen die Schüsse nur 135 Meter vom verbauten Grundstück entfernt - und damit innerhalb der 200-Meter-Zone, in der laut burgenländischem Jagdgesetz nicht auf streunende Haustiere geschossen werden darf.

Jäger: "230 Meter Entfernung"
Der Jäger erklärte hingegen in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem ORF Burgenland, er habe in 230 Metern Entfernung vom Haus - und damit völlig gesetzeskonform - geschossen.

Zu einem Fernsehinterview war der Jäger allerdings nicht bereit.

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www.orf.at  14.05.2006:

Jäger schoss auf Haustiere: Anzeige

Anzeige gegen einen Jäger hat eine Familie in Steinbrunn (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) erstattet. Der Jäger hatte auf drei ausgerissene Haustiere geschossen und einen Hund dabei getötet.

Von Schrotkugeln getroffen
Die zwei Hunde und die Katze wurden von Schrotkugeln getroffen. Ein Hund starb sofort, ein Hund befindet sich nach einer Notoperation in Lebensgefahr, der Katze musste ein Bein amputiert werden.

Hund lag tot auf Waldweg
Unweit des Anwesens der Familie krachten am Donnerstagabend Schüsse. Als die Hausbewohnerin nachschaute, fand sie Boxermischling Foxi tot auf einem Waldweg, der an das Grundstück grenzt.

Später entdeckte sie auch die schwer verletzte Katze Maxi und den ebenfalls angeschossenen zweiten Boxer Agathe.

Jäger weist Vorwürfe zurück
Das Grundstück liegt außerhalb der Ortschaft, mitten in einem Jagdrevier. Der Jäger betont, die Tiere hätten sich nicht innerhalb des gesetzlichen Schutzgebietes befunden, in dem sie sich frei bewegen dürfen.

"Haben noch niemandem was getan"
Laut der Besitzerin komme es zwei, drei Mal pro Jahr vor, dass die Tiere entlaufen, aber sie hätten noch niemandem etwas getan. Warum es zu dem Vorfall kam und ob die Tiere gewildert hatten, ist nicht bekannt.

Anzeige erstattet
Die Familie hat Anzeige bei der Polizei erstattet und einen Rechtsanwalt eingeschaltet.

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www.orf.at  04.05.2006:

Todesschuss für bärigen Ausreißer

Im Cumberland-Wildpark in Grünau im Almtal hat ein Jäger einen der drei Braunbären erschießen müssen. Die zweijährige Bärin hatte sich unter dem Käfiggitter durchgegraben und war plötzlich im Besucherbereich herumgelaufen.

Der gefährliche Zwischenfall war bereits am Ostersonntag passiert, wurde aber erst jetzt bekannt. Dem besonderen Datum ist es auch zu verdanken, dass nur wenige Besucher im Grünauer Wildpark waren, als der Vorfall passierte. 

Besucher in Sicherheit gebracht
Trotz doppelter Sicherung hatte sich die zweijährige Bärin aus dem Gehege befreit und war plötzlich im Besucherbereich herumgelaufen. Die Mitarbeiter des Wildparks reagierten blitzschnell, sie brachten die Besucher in Sicherheit. 

Unter dem Käfiggitter durchgegraben
Die Situation war so brenzlig, dass an ein Einfangen nicht mehr zu denken war. Die Bärin musste von einem Jäger erschossen werden. Wie das Tier ausgebrochen war, ist mittlerweile geklärt.
 
Es hatte sich an einer schwer einsehbaren Stelle unter dem Käfiggitter durchgegraben. Das Bärengehege wird jetzt aufwändig verstärkt.

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www.orf.at  17.04.2006:

Besserer Schutz für Wild und Natur

Land und Jäger starten Aufklärungsprojekt

Gemeinsam mit dem Land starten Salzburgs Jäger jetzt eine Aufklärungskampagne zum besseren Schutz von Wild und Natur. "Respektiere Deine Grenzen" nennt sich das Projekt, das sich beispielsweise an Wanderer, Radfahrer und Tourengeher richtet.

Vorbild Vorarlberg

"Respektiere Deine Grenzen" ist keine Salzburger Erfindung: das Land Vorarlberg hat bereits vor einiger Zeit ein gleichnamiges Pilotprojekt gestartet, das Salzburg jetzt übernimmt, sagt Landesjägermeister Sepp Eder:

"Es geht dabei nur um jagdbares Wild, sondern um die Natur überhaupt. Der Bevölkerung soll erklärt werden, warum zum Beispiel Wanderer, Radfahrer, Jogger oder Sifahrer zu bestimmten Zeiten gewissen Plätze meiden soll.

Das ganze ist kein Verhinderungsprojekt, sondern ein reines Aufklärungsprojekt, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass man mit der Aufklärung der Bevölkerung mehr erreicht als mit Verboten."

Birkhahn als Opfer von Tiefschnee-Fahrern

Wenn zum Beispiel ein Wanderer den markierten Steig verlässt und dadurch eine Hirschkuh, die ein Kalb säugen muss, während der Fütterungszeit beim Fressen überrascht, dann flüchtet diese Hirschkuh, was zu einem bedrohlichen Nahrungsmangel sowohl für das Muttertier als auch sein junges führen kann.

Landesjägermeister Eder nennt noch ein drastisches Beispiel: "Der Birkhahn gräbt sich jetzt im Winter im Schnee ein. In seinem 'Iglu' sinkt sein Pulsschlag ganz tief ab-auf einen Schlag pro Minute.

Wenn dann ein Skifahrer im Tiefschnee - nichts ahnend - über den 'Iglu' drüber fährt, dann wird der Birkhan dermaßen erschreckt, dass sein Puls aufhört zu schlagen und das Tier tot ist - und das ganze nur aus Unwissenheit des Skifahrers."

Broschüre ab kommendem Winter erhältlich

Spätestens bis zum Beginn der nächsten Skitouren-Saison sollen eine Informationsbroschüre fertig und dann beim Land erhältlich sein.

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www.krone.at  17.04.2006:

16-Jähriger stirbt bei Wildfütterung

Ein überaus tragischer Unfall hat sich am Ostersonntag im Tiroler Außerfern einem 16-jährigen Schüler das Leben gekostet. Wie die Polizei mitteilte, war der Bursche mit seinem Vater zum Vilsalpsee im gefahren, um Rehe zu füttern. Während der 46-jährige Jäger die Tiere im Tal versorgte, stieg sein Sohn zu der auf 1.300 Meter gelegenen Wildfütterung auf. Dort legte er sich unter die Materialseilbahn, schlief ein und wurde vom Heu begraben...

Während sein Sohn geschlafen hat, lud der Vater im Tannheimer Tal die Transportkiste der Materialseilbahn und ließ diese zu Berg fahren. Oben angekommen, leerte sich die Kiste von selbst. Dabei wurden Kopf und Oberkörper des 16-Jährigen von der mindestens 200 Kilogramm schweren Ladung verschüttet.

Jede Hilfe kam zu spät
Nachdem der Vater des Burschen eine weitere Ladung Heu und Kraftfutter nach oben geschickt hatte, stieg er zur Bergstation der Materialseilbahn auf. Obwohl er seinen Sohn sofort befreite, den Rettungshubschrauber verständigte und Wiederbelebungsversuche unternahm, konnte der Notarzt nicht mehr helfen - der junge Mann war bereits tot.

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Neue Kronenzeitung 16.03.2006:

Hund erschossen, Familie trauert 

Liebestoller Collie deckte unerlaubt Hündin eines Jägers - Streiche waren zuviel:

In Fiss ist derzeit ein erschossener Hund Dorfgespräch Nummer eins: Ein Jäger, der seine Familie und seine Haustiere durch den "Streuner" gefährdet sah, hatte zur Selbsthilfe gegriffen und das Tier in einer Scheune im Dorf getötet. "Vier Kinder haben einen treuen Gefährten verloren", trauert die Familie um den vierbeinigen Freund.

Der Collie hatte dem Jäger in der Vergangenheit mehrere (kostspielige) Streiche gespielt: Einmal biss er Ponys ins Bein und jagte sie von der Weide, ein anderes Mal scheuchte er die Katzen durchs Haus, wobei allerlei zu Bruch ging. Der Gipfel der Dreistigkeiten aber war ein tierisches "Schäferstündchen" in der Jägerstube: "Der Hund hat mehrmals meine reinrassige Jagdhündin gedeckt." Auf den Folgekosten, sprich der Tierarztrechnung, sei er sitzen geblieben. Auch andere Hunde in Fiss seien vor dem liebestollen Collie nicht sicher gewesen: "Urlaubsgäste haben sich mit ihrem Hund schon gar nicht mehr auf die Straße getraut. Es gab zahlreiche Beschwerden beim Tourismusverband."

Nachdem alle Appelle an den Hundehalter nichts gefruchtet hätten, habe er die Sache selbst in die Hand genommen. "Ich stehe dazu", sagt der Jäger, der namentlich nicht genannt werden will: "Meine Familie fühlte sich durch den aufdringlichen Streuner bedroht." Er habe genügend Zeugen. Der Fall liegt bei der Polizei.

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Kurier 09.03.2006:

Jäger fordern Polizeischutz bei illegalen Anti-Jagd-Demos

Tierschützer kündigten Störung von Jagden an / Morgen "Gipfel" bei Agrarlandesrat Josef Plank

Hochrangige Vertreter des NÖ Landespolizeikommandos, der Landwirtschaftskammer und des Landesjagdverbandes treffen morgen, Freitag, mit Agrarlandesrat Josef Plank zusammen. Ein Grund für das Treffen ist unter anderem eine nicht angemeldete Demonstrationen von Tierschützern, die im vergangenen November eine Jagd in Böheimkirchen derart gestört hatten, dass der Jagdleiter die Jagd schließlich abbrechen musste.

32 Jäger wollten damals vor allem Wildschweine bejagen. Bekanntlich sind die Jäger gesetzlich dazu angehalten, da die Wildschweinbestände auch in NÖ in den letzten Jahren dramatisch zugenommen haben. Jagdrevierinhaber, die die Wildschweinjagd nicht forcieren, müssen damit rechnen, dass die Bezirksverwaltungsbehörden derartige Jagden anordnen.

Jugendliche

"Nach dem dritten Trieb - wir machten gerade Mittagspause - kamen mehrere Pkw angefahren, denen 35 meist jugendliche Demonstranten in gelben Signaljacken und mit Regenschirmen bewaffnet entstiegen", erinnert sich Jagdgast Heinz Syllaba. Sofort sei jeder der Demonstranten mit einem der Jäger auf Tuchfühlung gegangen. "Wir haben uns aber von den Demonstranten weder zu Verbalattacken noch zu irgendwelchen Rempeleien hinreissen lassen", so Syllaba.

Da die Tierschützer weitere derartige Störaktionen angekündigt haben, haben die Weidmänner Landeshauptmann Erwin Pröll um "aktive Unterstützung bei weiteren Störmanövern durch militante Naturschützer " gebeten.

"Ziel des Gipfels ist", so Peter Lebersorger vom NÖ Landesjagdverband, "die Jägerschaft, Grundbesitzer und Exekutive klar über die Straftatbestände in solchen Fällen zu informieren. Viele glauben, dass die Störung einer Jagd eine Bagatelle ist. Tatsache ist jedoch, dass jeder, der eine Jagd stört, Straftaten begeht." Die Jäger erwarten laut Lebersorger in Hinkunft bei derartigen Zwischenfällen die volle Unterstützung der Exekutive.

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APA 07.03.2006:

Sorge um Jagdrecht: Vogelgrippe - Blankes Unverständnis in Nickelsdorf

Quarantänestation am Grenzübergang sorgt für Aufregung - Bürgermeister tobt: "Miese Vorgangsweise"

Nickelsdorf (APA) - Trügerische Ruhe herrscht am Dienstag auf der Hauptstraße von Nickelsdorf. Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Zentrum des Zorns ist seit Montagabend das Gemeindeamt.

Dort tobt Bürgermeister Gerhard Zapfl (S). Grund für seinen Ärger ist die "Übersiedlung" von 170 Katzen aus dem Grazer Tierheim "Arche Noah" in die Veterinärgrenzkontrollstelle Nickelsdorf. Die Tiere waren unter Quarantäne gestellt worden, nachdem man bei drei Tieren den gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 diagnostizierte.

"Ich hab von dieser Husch-Pfusch-Aktion von Gesundheitsministerin (Maria, Anm.) Rauch-Kallat aus den Nachrichten erfahren", will sich Zapfl einfach nicht beruhigen. "Bei den Leuten hier herrscht völliges Unverständnis. Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum man die Katzen gerade zu uns gebracht hat", ärgert sich der rote Bürgermeister grün und blau. Für ihn ist diese "miese Vorgangsweise" eine "Vergewaltigung der Bevölkerung". Zapfl: "Nicht einmal der Amtstierarzt des Bezirks wurde informiert."

Rund zwei bis drei Kilometer von Nickelsdorf entfernt, hinter dem alten Grenzübergang zu Ungarn, werden die 170 Katzen derzeit durchgecheckt. Unter den 1.600 Einwohner des Grenzortes herrscht Verunsicherung. "Ich leiste Aufklärungsarbeit", lacht die Trafikantin. "Die meisten Menschen im Dorf wissen gar nicht, dass die Katzen in der Quarantänestation untergebracht sind. Sie glauben, die Tiere laufen irgendwo im Ort herum. Deshalb trauen sich viele nicht, ihre Haustiere ins Freie zu lassen."

Dennoch steht laut Bürgermeister Zapfl nicht so sehr die Angst im Vordergrund: "Es ist der unglaubliche Ärger darüber, dass man überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gestellt wurde." Über den genauen Zeitpunkt der Ankunft des Tiertransportes aus Graz wusste das Gemeindeoberhaupt ebenso wenig, wie über die Dauer des Aufenthaltes der ungebetenen Gäste. Auch in der Bäckerei Kovac herrscht Ungewissheit: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass etwas passiert, schließlich ist die Quarantänestation drei Kilometer weit weg. Man muss keine Angst haben - glaube ich", sagt die Verkäuferin.

Zapfl befürchtet hingegen auch einen wirtschaftlichen Schaden für seine Gemeinde: "Wir haben hier hochwertige Jagdgebiete - und im Moment laufen die Verhandlungen mit einem neuen Pächter." Der Bürgermeister will kämpfen. "Man darf diese Entscheidung der Bundesregierung nicht einfach so hinnehmen. Ich werde alles dran setzen, dass die 170 Katzen so rasch als möglich wieder aus Nickelsdorf verschwinden."

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Niederösterreichische Nachrichten 01.03.2006:

Stier entlaufen 

FRAUENHOFEN. 600 kg schwer war der Stier, der einem 84-jährigen Fleischer aus Frauenhofen am 21. Februar entlief. Das aggressive Tier rannte entlang der Taffa Richtung Horn. Die Polizei, ein Jäger und ein Tierarzt wurden verständigt.

Der Versuch, das Tier mit einem Narkosegewehr zu betäuben, scheiterte. Ein Jäger erlegte den Stier mit zwei gezielten Schüssen.

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Kleine Zeitung 25.02.2006:

Jäger nehmen das Raubwild ins Visier

Fuchs, Marder, Iltis und Dachs stehen auf der Abschussliste ganz oben. Grund: Das Niederwild in Osttirol soll sich so wieder erholen.

Vielfach verzerrt ist das Bild von der Jagd, da meist Schalenwild als Beute im Mittelpunkt steht. Doch nicht nur Hirsch, Reh, Gämse oder Rauhfußhühner geraten ins Fadenkreuz der Grünröcke.

Die Jagd auf das Raubwild wurde in den letzten drei Jahren in Osttirol stark forciert. Fuchs, Iltis und Marder geht es an den "Pelzkragen" und auch der Dachs ist vor der Flinte nicht sicher. "Wir müssen etwas für das Niederwild wie Hasen oder den Birkhahn tun", argumentiert Bezirksjägermeister Martin König. Erste Erfolge gibt es bereits: "Es sind im Bezirk wieder mehr Hasen zu sehen", freut sich der Jägermeister.

Reiche Beute

Das meiste Raubwild wird in den Nächten um den Jänner- und Febervollmond zur Strecke gebracht. "Die Nacht des Fuchses" nennt sich diese Jagdaktion, ausgerufen vom Bezirksjägerverband. Die Grünröcke - im Jagdjargon auch "Fuchspasser" genannt - bewiesen im Vorjahr bei den Nachtansitz-Jagden gutes "Sitzleder". Sie machten im Rahmen der Fuchsnacht-Aktion beachtliche Beute: 350 Stück Raubwild wurden erlegt.

Beliebtes Ritual

Zur "Nacht des Fuchses" gehört auch die Streckenlegung. Dabei wird die Beute in einzelnen Talschaften des Bezirkes präsentiert. "Sozusagen als letzte Ehrerweisung für das Wild", lässt König wissen. Das erlegte Raubwild wird nach einem eigenen Muster aufgelegt. Nicht dabei sein dürfen krankheitsverdächtige Tiere.

Am kommenden Samstag ist es wieder soweit: Die Osttiroler Jäger legen Strecken vom erlegten Raubwild in Tristach (Dolomitenhof), in Matrei-Feld (Landgasthof Steiner) und in Sillian beim Schießstand - Beginn jeweils um 19.30 Uhr. Nach diesem Ritual werden die Tiere abgebalgt und verwertet.

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Oberösterreichische Nachrichten 24.02.2006:

Vogel-Jagdverbot trifft Bauern und Fischer

LINZ. Das österreichweit verfügte Vogel-Jagdverbot verhindert Zwangsabschüsse von Ringeltauben, Kormoranen und Rabenkrähen. Das führt laut Experten zu Problemen.

Ob das am Montag bis Ende Mai verlängerte Federwild-Jagdverbot eine sinnvolle Maßnahme gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe ist, wird laut dem Wildbiologen Christopher Böck vom Landesjagdverband die Zukunft zeigen. So gut wie sicher seien negative Auswirkungen für Bauern, Fischer und Jäger.

Böck: "Für den Gemüsebau - zum Beispiel bei Erbsen - sind durch die Ende März in großen Scharen ins Land kommenden Ringeltauben beträchtliche Schäden zu erwarten. Die Wildtauben haben sich in den vergangenen Jahren in Europa sehr stark vermehrt."

Da die bisher von den Behörden angeordneten Zwangsabschüsse wegen des Jagdverbots wegfallen, können die Ringeltauben die landwirtschaftlichen Kulturen weitgehend ungestört plündern. Böck: "Da Jäger solche Schäden in der Landwirtschaft ersetzen müssen, können sie nur versuchen, die Tauben mit Vogelscheuchen zu vertreiben."

Diese ließen sich aber nicht so leicht schrecken. Als Vogelscheuchen am wirksamsten seien bisher in Streifen geschnittene Müllsäcke gewesen, die in 20-Meter-Abständen befestigt worden seien.

Wegen des Vogel-Jagdverbotes müssten auch Kormorane und Graureiher keine Zwangsabschüsse fürchten. Böck: "Die Gefahr, dass seltene Fische wie die Äsche weiter dezimiert werden, ist groß. Die Jäger dürfen den Fischern aber bis Ende Mai nicht helfen."

Mehr gefiederte Eierdiebe

Rabenvögel wie die Rabenkrähe und die Elster dürfen laut Böck in Gebieten, in denen sie andere Tierarten gefährden, im Februar und März gejagt werden. Heuer ist das nicht möglich. Böck: "Wenn es zu viele Rabenvögel gibt, werden mehr Eier aus Gelegen von Rebhühnern und Fasanen geholt. Rabenkrähen schlagen dann auch wesentlich mehr Junghasen." Die im Mai vorgesehene Birkhuhnjagd fällt heuer aus. Damit müssen die oberhalb der Waldgrenze meist von Bergbauern betreuten Reviere auf Einnahmen durch die begehrten Abschüsse verzichten. Ende März sollte die Jagd auf Waldschnepfen beginnen. Böck: "Diese Wildart ist bei Jägern sehr beliebt, weil sie gut schmeckt und gern präpariert wird. Aber auch die Schnepfen haben wegen des Jagdverbots Schonzeit."

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Neue Kronenzeitung 02.02.2006:

Wilde Wildsau biss Holzfäller!

Auch Jäger musste vor mächtigem Schwein Flucht ergreifen.

70 Kilo pure Wut schnaubten in einer Au bei Strengberg (NÖ) auf einen Jäger zu! Dem blieb nur eines - die Flucht vor der wilden Wildsau! Zuvor hatte das Schwein einen Holzfäller in die Hand gebissen und ihn obendrein noch die Hose zerfetzt.

Eine einzige Patrone hatte der Jäger noch im Lauf - und die verfehlte ihr Ziel! Der Knall machte die Sau noch aggressiver - sie galoppierte auf den Waidmann los. In Panik rettete sich der Schütze in sein Auto - Rückwärtsgang und im Vollgas aus der Au. Schon zuvor hatte das Wildschwein eine Attacke gestartet. Blitzschnell bis der im Unterholz überraschte Vierbeiner einen Holzfäller in die Hand. Der Mann verlor seine Hose. Die Spur des Wildschweins hat sich mittlerweile in den Waldestiefen verloren. Zuletzt wurde es in der Donau schwimmend beobachtet.

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Neue Kronenzeitung 01.01.2006:

Jäger zeigten Tierretter wegen "Wilderei" an! 

Gericht ließ kleinkarierte Weidmänner abblitzen:

Schon peinlich, wenn man so kleinkariert ist! Wegen Eingriffs in fremdes Jagdrecht zeigten Weidmänner in Nußbach einen Tierretter an. Sein "Verbrechen": Er hatte ein schwer verwundetes Reh zu einer Ärztin gebracht, die es einschläferte. Streitwert: 40 Euro. Das Gericht stellte den Unfug ab.

Der "Jagdfrevel" war Anfang Dezember in der Nussbacher Ortschaft Jageredt passiert. Ein Autofahrer hatte ein Reh angefahren. Das verwundete Tier blieb am Straßenrand liegen, der Lenker verständigte die Polizei, welche dem Jäger Bescheid gab. Aber in zwischen war der Tierretter Harald Hofner (50) aus Steinbach am Ziehberg zufällig bei der Unfallstelle aufgetaucht. Er brachte das vor Schmerzen brüllende Reh zur Kirchdorfer Tierärztin. Dort musste das Wildtier eingeschläfert werden. 

Die Jägerschaft fühlte sich um das Wildbret betrogen, erstattete Anzeige wegen Wilddiebstahls. Doch das Kirchdorfer Bezirksgericht stellte das ziemlich absurde Verfahren nun ein.

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