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 Jagd in der Presse 2013 

kurier.at vom 18.12.2013

Bär, Fuchs, Gewehre: Polizei zeigt Wilderer-Sammlung 

Ermittler erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Raubzüge des Vierfachmörders von Annaberg.

Nach dem Vierfachmord von Annaberg (Bezirk Lilienfeld) am 17. September und dem anschließenden Selbstmord eines mutmaßlichen Wilderers dauern die Ermittlungen der niederösterreichischen Kriminalisten seit inzwischen drei Monaten an. Das Bundeskriminalamt hat nunmehr Fotos sichergestellter Gegenstände - mutmaßliches Diebesgut - veröffentlicht. Hinweise sind erbeten.

Unter www.bmi.gv.at sind etwa 40 Gegenstände zu finden, die auf dem Anwesen des Mannes in Großpriel (Bezirk Melk) gefunden wurden. Dabei handelt es sich u.a. um Gewehre ebenso wie um eine Armbrust, Ganzkörperpräparate eines Auerhahns und eines Rotfuchses, vier Hirschgeweihe mit gekapptem Schädel oder ein Bärenfell mit präpariertem Kopf und grüner Einfassung.

Ebenfalls sichergestellt und noch nicht zugeordnet wurden etwa eine Ikone „Madonna mit Kind", eine Knopfharmonika, mehrere Bilder, Silberbesteck, eine Geige sowie eine Zither.

Hinweise sind an das Landeskriminalamt NÖ (Tel. 059133 - 30 3333) zu richten. Dort hatte es zu Monatsbeginn auf Anfrage geheißen, dass mit einem Abschluss der Ermittlungen erst nach dem Jahreswechsel zu rechnen sei. Auf dem Anwesen des Beschuldigten wurden u.a. mehr als 300 Waffen sichergestellt. Dem mutmaßlichen Wilderer sind bereits Delikte mit Schaden in Millionenhöhe zugeordnet worden.


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mieming-online.at vom 16.12.2013

Seltener Jagderfolg in Obermieming – Thomas Holzeis erlegt Bache im “Stoaneck”

Das letzte Wildschwein wurde in Mieming 1957 erlegt. Der Mieminger Jäger Thomas Holzeis feierte somit am vergangenen Sonntag, dem 15. Dezember 2013 einen sehr selten Jagderfolg. Der 45jährige passionierte Jäger erlegte in einer Vollmondnacht, gegen 22.30 Uhr, im Jagdrevier “Stoaneck” in Obermieming mit einem gezielten Schuss eine ca. vier bis fünf Jahre alte Bache. Das Wildschwein war ca. 65 Kilogramm schwer. Jagdpächter Franz Pirktl beglückwünschte den erfolgreichen Jäger noch in der gleichen Nacht.

Seit 56 Jahren hatte kein Jäger mehr im Mieminger Revier einen solchen Jagderfolg. Das Schwarzwild gilt als Allesfresser, ernährt sich aber überwiegend von Bucheckern, Eicheln, Wurzeln, Knollen, Feldfrüchten, Mais, Weizen, Hafer, Kartoffeln, Rüben. Aber auch von Jungwild, Aas, Schnecken, Würmern, und Mäusen. In unseren Jagdrevieren wird Schwarzwild eher selten gesehen, weil hier die Futterbedingungen für die Tiere nicht ideal sind.

Jäger Thomas Holzeis freute sich über umso mehr über diesen Jagderfolg. Dazu gehört eine große Ausdauer. Das Wild ist nachtaktiv und meistens in Vollmondnächten zu sehen. Das Schwarzwild richtet im Wald keinen Schaden an, weil es mit dazu beiträgt, dass sich die Samen verbreiten können. Anders ist das im landwirtschaftlichen Feld. Man sagt, eine Bache richtet dort in kürzester Zeit mehr Schaden an als vergleichsweise zehn Hirsche.

Zum Foto-Termin, am vergangenen Montag, wurde zu Ehren des Wildes und seinem Jäger das Signal “Sautod” geblasen. Die erlegte Bache wurde noch am Sonntag-Abend waidmännisch ausgenommen und wird ihr ruhmreiches Ende als Wildbret finden.



Kommentar zu diesem Artikel

Ich finde es sehr beschämend diese Tat als Jagderfolg zu bezeichnen! Wer gibt eigentlich den Jägern das Recht auf jedes Tier zu schießen? Jetzt hatte sich mal nach Jahrzehnten ein Wildschwein wieder in die Gegend getraut und statt dies als Bereicherung der Artenvielfalt kund zu tun, wird es gleich erschossen. Und da lässt man sich noch stolz fotografieren und feiern.

Hat der abscheuliche Vorfall der Gamsjagd in Leutasch und vor allem die blamable Reaktion samt den lächerlich milden Strafen der Jagdbehörde nicht schon genug Schaden für unser Land gebracht?

Vielleicht sollte man nicht immer den steinzeitlichen Urinstinkten folgen und mal den Verstand einschalten, bevor man den Abzug betätigt. Dann würden evtl. die Tiroler im Ausland nicht mehr so oft als primitives Bergvolk bezeichnet werden.

Pronatura 22.12.13


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kurier.at vom 15.12.2013

Verhandlung nach Abschuss von Hund beendet

Jäger muss Gutachten und Bußgeld bezahlen.

Wir können jetzt dieses traurige Kapitel abschließen“, erklärt Gerhard Kasper im  KURIER-Gespräch. Wie berichtet wurde am Ostersonntag der Hund der Familie von einem Jäger auf einem Spazierweg in Pinkafeld, Bezirk Oberwart, erschossen.  „Knapp hinter uns wurde Snoopy mit Schrot hingerichtet“, sagt Kasper, der bei dem Vorfall auch seine Familie gefährdet sah.

Am Freitag wurde der Fall nun bei der Hauptverhandlung  vor Gericht beendet. Der Schütze war ein Jäger aus Pinkafeld, der dachte der Hund würde alleine jagen. „Ein von uns beantragtes ballistische Gutachten bestätigte jedoch, dass wir  bei der Schussabgabe gefährdet waren, weil die Schussrichtung entlang des Weges erfolgte und uns nur das Glück vor einem Treffer der Schrotmunition bewahrt hatte“, erklärt Kasper.

Weil sich der Jäger auf Ratschlag seines Anwaltes einsichtig zeigte und seine Fehler eingestand, einigte sich die Familie auf eine Diversion und sieht von weiterer Strafverfolgung ab. „Bei der nächsten Jagdversammlung wird der Jäger den Vorfall aufzeigen, damit sich so etwas nicht mehr wiederholt“, sagt Kasper. Zwei Jahre darf sich  der Pinkafelder nichts zu Schulden kommen lassen und er muss  Bußgeld zahlen, sowie die Kosten für das Gutachten übernehmen.

Die Familie hofft, mit diesem richterlichen Beschluss mehr Verantwortungsbewusstsein erwirkt zu haben, „vor allem bei denjenigen Jägern, denen es daran mangelt“. Mittlerweile ist ein neuer Beagle bei den Kaspers eingezogen. „Wir haben seit Juni wieder einen Hund, der unserem Sohn hilft, das Trauma zu verarbeiten“, sagt Kasper.


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heute.at vom 07.12.2013

Jäger (84) schoss bei Mordversuch seine Frau an

Mit einem Schrotgewehr attackierte ein niederösterreichischer Jäger seine Ehefrau und traf sie in den Oberschenkel. Der Mann wurde wegen Mordversuchs in Korneuburg in Untersuchungshaft genommen.

Die Bluttat ereignete sich am Samstag in Ritzendorf (Bezirk Mistelbach). Der 84-Jährige schoss offenbar in Mordabsicht auf seine 52-jährige Ehefrau und traf sie in den Oberschenkel. Die Frau wurde dabei schwerst verletzt, ihr Zustand ist lebensbedrohlich. Der Sohn (30) des Ehepaars, der mit seiner Freundin im selben Haus schlief, entdeckte das Drama und schlug bei der Polizei Alarm.

Sohn entriss Vater die Waffe

Er konnte seinem Vater die Waffe entreißen. Der Jäger wurde festgenommen, seine Frau ins Spital eingeliefert. Zwischen den Eheleuten war es in ihrem Haus in einer Gemeinde im Bezirk Mistelbach zu einer zunächst verbalen und dann auch tätlichen Auseinandersetzung gekommen. In der Folge flüchtete die Frau aus dem Zimmer, und der Mann soll ihr mit einem Jagdgewehr nachgeschossen haben.

Durch die Holztüre geschossen

Die 52-Jährige wurde durch die geschlossene Holztür hindurch getroffen Im Haus wurden verschied
ene Jagd- und Faustfeuerwaffen sichergestellt, für die es keine waffenrechtlichen Dokumente gab. Gegen den Mann wurde ein Waffen- und Betretungsverbot verhängt.


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kurier.at vom 07.12.2013

Reger Zulauf bei Jägerschaft

Die Landesverbände verzeichnen seit Jahren steigende Mitgliedszahlen.

Die Jagd ist Passion und kein Sport“, stellt Roman Leitner, Bezirksjägermeister von Neusiedl am See, klar. Mit dieser Passion können viele Österreicher nichts anfangen, werden doch Wildtiere getötet. Initiativen zur Abschaffung der Jagd wurden gegründet und in die Schlagzeilen schaffen es die Jäger meist nur, wenn sie Kühe mit Wildschweinen verwechseln oder gar ein Pony erlegen.

„Gibt es ein schwarzes Schaf unter der Jägerschaft, sind es immer gleich alle, die in Verruf geraten“, meint der burgenländische Landesjägermeister Peter Prieler. Das Image sei nicht immer das beste. Davon unbeeindruckt zeigen sich aber die angehenden Jungjäger in Österreich. Verbuchen die Landesverbände doch seit Jahren einen Zuwachs an neuen Waidmännern (siehe Zusatzbericht).

Büchse und Hochsitz

Die Natur ist schon jetzt das Revier von Stefan Kappel: „Ich gehe gern wandern und im Winter Skitouren“, sagt der Südburgenländer. Nun sollen Büchse und Hochsitz das Repertoire erweitern.

Der 19-Jährige besucht gerade den Jungjägerkurs des nö. Landesjagdverbandes in Wien. „Der Türöffner zur Jagd war ein guter Freund“, schildert Kappel, der am 19. Dezember seine theoretische Prüfung hat. „Der Stoff ist sehr umfangreich“, erklärt der Student. Wild- und Forstökologie, Jagdbetrieb, Hundewesen, Jagdgesetz und der Umgang mit der Waffe werden vermittelt. 28 Leute sitzen mit ihm im Kurs, im Alter zwischen 19 und 60 Jahren.

Prüfung

Andreas Andert hat die Prüfung schon erfolgreich bestanden. Im Kurs war er bei Bezirksjägermeister Roman Leitner und hat die Passion als Jungjäger vermittelt bekommen. „Zum Glück“, sagt Leitner, habe er im vergangenen Kurs keine „Schießer“ ausgebildet, alle seien sehr interessiert gewesen.

„Vielen Leuten ist nicht bewusst was ein Jäger macht, die denken der fährt mit dem Auto herum, schießt Tiere und geht ins Wirtshaus“, sagt Kappel. Dieses Bild sei nicht zeitgemäß. „Für mich ist die Jagd aktiver Natur- und Umweltschutz.“

Durch die Jagd könne man die Natur nachhaltig nutzen, „es kann Spaß machen den artenreichen Wildbestand zu hegen, aber ein Jäger will auch ernten“, sagt Prieler. Das Töten gehöre da eben dazu, um das Wildfleisch auf den Markt zu bringen. Auch andere Argumente würden für die Jagd sprechen, wie die Bekämpfung des Wildschadens oder die Erhaltung der Artenvielfalt.

„Vor allem in Wien wissen die Leute oft nicht, dass die Jagd auch notwendig ist“, sagt Andert, der in der Bundeshauptstadt arbeitet. Für ihn sei der Ansitz in der Natur der beste Ausgleich zum Stadtleben. „Ob ich etwas schieße oder nicht ist nebensächlich“.

Statistik - Mehr Frauen üben die Jagd aus

„Der Jagdverband verjüngt sich stark“, sagt Landesjägermeister Peter Prieler. Er freut sich über den Nachwuchs. Kamen doch 2013 allein im Burgenland 258 Jagdprüfungsabsolventen dazu. Seit 2004 geht der Trend bergauf. Interesse von Jung und Alt bestätigen auch alle anderen Jagdverbände. „Jährlich absolvieren in der Steiermark zwischen 600 und 700 Kandidaten die Jungjägerprüfung positiv“, erklärt Karl Sirowatka von der steirischen Jägerschaft. Der nö. Jagdverband hat im Vorjahr 862 bestandene Jungjägerprüfungen gezählt. Mehr als 180 Frauen haben die Prüfung positiv absolviert, das seien 22 Prozent der Absolventen. In Salzburg gab es heuer 269 positiv abgelegte Prüfungen und in Kärnten 335, wovon 27 Prozent Frauen waren.

Allgemein zieht es immer mehr Frauen in den Wald und zur Jägerschaft. „Wir haben einen steigenden Anteil und heuer sensationelle 30 Prozent Frauen bei den Jagdprüfungen“, sagt Jörg Gerstendörfer Leiter der Vorarlberger Jägerschule, die den höchsten Anteil Österreichs verzeichnet. Auch in den anderen Bundesländern gibt es einen Anstieg bei weiblichen Absolventen, die aktiv die Jagd ausüben.

In Österreich hat es 2013 insgesamt mehr als 126.000 gültige Jagdkarten gegeben.


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orf.at vom 06.12.2013

Wildverbiss sorgt für Diskussionen

Laut einer aktuellen Studie sind zwei Drittel des heimischen Waldes von starkem Wildverbiss an Jungpflanzen betroffen. Es gibt eine Willenserklärung der Jäger und Förster, die Situation gemeinsam nachhaltig zu verbessern. Nicht immer ist man sich jedoch einer Meinung.

Junge Eiche, Tanne, Rotbuche oder Esche stehen auf der Speisekarte des Wildes ganz oben, Fichten mögen sie gar nicht. Sie gedeihen daher ungestört und bringen für den Gesamtzustand des Waldes entscheidende Nachteile.

Wolf: „Fichtenwaldbestände problematisch“

„Reine Fichtenwaldbestände sind problematisch, weil sie sehr anfällig für den Borkenkäfer und für Windwürfe sind. Mehr Kahlflächen bedeuten weniger Wasserspeicherkapazität in den Böden, Auswirkungen auf das Hochwassergeschehen, letztlich auch auf das Lawinengeschehen und auf Murgeschehen“, so Landesforstdirektor Walter Wolf.


Über 83.000 Stück Reh-, Rot- und Gamswild wurden in der vergangenen Saison in OÖ erlegt. Speziell bei Rot- und Gamswild werden die Abschusspläne nicht erfüllt.

Brandmayr: „Schuld nicht bei den Jägern“

Landesjägermeister Sepp Brandmayr sieht die Schuld nicht bei den Jägern. Es werde immer schwieriger. „Am Tag ist es so, dass das Wild durch verschiedene Dinge beeinflusst wird. Da appelliere ich auch an die Bevölkerung, das Wild in den Einständen nicht zu beunruhigen“, so Brandmayr.

Wolf: „Zu später Abschussbeginn“

Es werde in der Regel zu spät mit dem Abschuss begonnen, entgegnet Wolf. Die mögliche Jagdzeit werde nicht ausgenützt. „Andere Abschusszeiten halte ich für nicht notwendig“, kontert Brandmayr. „Denn wir haben die Abschusszeit von 1. Mai bis 31. Dezember und in der Zeit, wo die weiblichen Tiere hoch beschlagen (Anmerkung: trächtig), dort werden wir sicher nicht jagen“.

Förster kritisieren Winterfütterung

Tatsache ist: Auch bei 100-prozentiger Erfüllung der Abschusspläne würde das Ausmaß der Schäden lediglich reduziert. Die Förster kritisieren die verpflichtende Wildfütterung. Die Wintersterblichkeit, die für eine natürliche Eindämmung des Wildbestandes sorgen würde, gäbe es nicht mehr. Das diesbezügliche Gesetz stammt aus den 60er-Jahren, damals war der Wildbestand sehr niedrig.

Es gebe sicher Bereiche, wo man auf eine Fütterung von Wildtieren verzichten könnte, etwa in sehr waldreichen Gebieten, sagt Wolf. Brandmayr hält nicht viel davon. „Ich bin grundsätzlich für die Fütterung, stehe dazu, halte sie für unbedingt notwendig. Aber richtig füttern, das ist das Problem“, betont der Landesjägermeister.

Jäger als Trophäensammler?

Dazu wird der Jägerschaft vorgeworfen, hauptsächlich wegen der Trophäen zu füttern. In Ländern wie Frankreich oder Schweden kennt man die Verbissproblematik nicht. Dort sind die Jäger auch nicht verpflichtet Trophäen zu sammeln, wie etwa im deutschen Sprachraum. Dieses Gesetz stammt noch aus der Kaiserzeit und wurde in der NS-Zeit unter Reichsjägermeister Hermann Göring aus rassischen Gründen hochgehalten. Uralte Gesetze die zur geliebten Tradition geworden sind? Sind viele Jäger heute hauptsächlich Trophäensammler?

Jagen für gesundes Fleisch

Die Öffentlichkeit habe ein falsches Bild, so der Landesjägermeister. „In erster Linie jagen wir, weil wir gesunde Wildbret-Nahrungsmittel aus dem Wald holen wollen und weil wir jagen müssen, damit auch das Wald-Wild-Verhältnis passt. Wenn es dann eine gute Trophäe gibt, zu der man sich bekennt und Freude hat, dann soll das auch erlaubt sein“.

Insgesamt sehen sich Förster und Jäger auf einem guten gemeinsamen Weg. Messbare Ergebnisse dürfe man sich allerdings nicht von heute auf morgen erwarten. Bis Traditionen und Ökologie flächendeckend zusammengefunden haben dürfte es noch die eine oder andere Jägergeneration brauchen.


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orf.at vom 02.12.2013

Tierschützer: Falsche Wildschweinjagd

Dass die Wildschweine zur Plage geworden sind, dafür macht der Tierschutzverein die starke Bejagung verantwortlich. Weil meist die Leitbache geschossen werde, die die Geburtenkontrolle in einer Rotte regelt, gebe es mehr Wild als je zuvor, so die Kritik.

Wird die „Chefin“ einer Wildschweinrotte geschossen, dann explodiert die Population. Denn ohne ihre Kontrolle entstehen viele kleine Wildschweinrotten, in denen alle Bachen mehrmals im Jahr unkontrolliert trächtig werden.

Deshalb wirft der Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins, Christian Hölzl, den Jägern vor, dass sie die Wildschweinplage jagdtechnisch nicht in den Griff bekämen, weil meist die stärksten Tiere geschossen würden. Die erhöhten Wildbestände seien hausgemacht. Die ganzjährige massive Zufütterung tue ein Übriges, so der Vorwurf.

Lebersorger: Jäger verschonen Leitbache

Die Kritik will der Generalsekretär des niederösterreichischen Landesjagdverbandes, Peter Lebersorger, nicht gelten lassen. Denn seit vielen Jahren würde man predigen, dass die Leitbache verschont bleiben muss - und die Jäger halten sich laut Lebersorger auch daran.

Die Ursachen der starken Vermehrung von Wildschweinen sieht er beim intensiven Maisanbau und den immer milderen Wintern. Außerdem wurden im Vorjahr 32.000 Wildschweine in Niederösterreich abgeschossen: mit dem Resultat, dass heuer in fast allen Bezirken die Population um 30 Prozent verringert worden sei - mit Ausnahme von Gmünd, wo das tschechische Schwarzwild über die Grenze komme.


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regionews.at vom 01.12.2013

Jäger (22) von Schrotkugel getroffen

Ein Jagdkollege wollte auf einen Hasen schießen - dabei wurde die Schrotkugel offensichtlich abgelenkt.

FELDKIRCHEN AN DER DONAU. Bei einer Treibjagd im Gemeindegebiet von Feldkirchen an der Donau, Bezirk Urfahr-Umgebung, wurde am Sonntag ein 22-jähriger Jäger von einer abgelenkten Schrotkugel getroffen. Der Mann wurde dadurch leicht verletzt.

Ein 66-jähriger Jäger aus Feldkirchen schoss gegen 10.30 Uhr mit einer Schrotflinte auf einen Hasen. Dabei wurde offensichtlich eine Schrotkugel abgelenkt und traf den abseits der Schusslinie stehenden 22-jährigen Jäger aus Goldwörth im Gesicht. Er wurde im UHK Linz ambulant behandelt.


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nachrichten.at vom 29.11.2013

Jäger richtete Gewehr auf Passanten

RIED/BRAUNAU. Angeklagter und Bedrohter reichten sich am Mittwoch im Gerichtssaal die Hände.

"Mein Mandant bereut seine Tat zutiefst. Er kann sich selbst nicht erklären, was in ihn gefahren ist. Es tut ihm alles irrsinnig leid", sagt Anwalt Gernot Lehner und bittet um diversionelles Vorgehen gegen den Angeklagten.

Der Verteidiger des passionierten Jägers stößt bei Richter Andreas Rumplmayr im Rieder Landesgericht auf Verständnis. Da der Beschuldigte bis vor kurzem unbescholten war, verhängt er 1000 Euro Geldbuße, die der Angeklagte sofort an der Amtskasse einzahlt.

Zuvor reicht der 56-jährige Innviertler jenem Unternehmer aus dem Bezirk Braunau, dem er vor Wochen den Schrecken seines Lebens eingejagt hatte, die Hand und entschuldigt sich.

Der Unternehmer hatte am 24. Oktober in der Rieder Innenstadt plötzlich in den Lauf der Jagdwaffe des Weidmannes gesehen. Der Jäger rastete aus, weil ihn der 50-Jährige darauf aufmerksam gemacht hatte, dass er gegen die Einbahn gefahren sei. Wie sich gestern im Gericht herausstellte, war die Flinte jedoch nicht schussbereit.

Minuten darauf trafen beide zufällig in einem Lokal noch einmal aufeinander, und wieder kam es zu einer Drohung. Der Unternehmer alarmierte die Polizei, wenig später rückte die Sondereinsatzgruppe Cobra an.


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kurier.at vom 28.11.2013

"Kuh-Schütze": Jagdkarte los und Waffenverbot 

Der Jäger, der drei Kühe anstatt von Wild erschossen hat, ist nun bekannt und wurde bestraft.

Jener Jäger, der, wie der KURIER berichtet hat, bei Prigglitz im Bezirk Neunkirchen nächtens „irrtümlich“ drei Kühe statt Wild erlegt hat, wurde ausgeforscht. Es soll sich dabei um einen 60-Jährigen aus dem Bezirk handeln. Dem Schützen wurde die Jagdkarte entzogen und ein Waffenverbot verhängt.

Passiert ist der Vorfall bereits am 11. November im Eigenjagdrevier Ternitz III bei Pottschach. Eigentümer der Kühe war Franz Teix, der Bürgermeister von Prigglitz. Teix soll von dem Jäger inzwischen eine Entschädigung in der Höhe von mehreren Tausend Euro erhalten haben.

Alexandra Grabner-Fritz, die Bezirkshauptfrau von Neunkirchen, hat den Vorfall inzwischen zur Chefsache erklärt. Der Schütze soll angegeben haben, dass er auf ein Wildschwein schießen wollte, dieses jedoch verfehlt habe. Und er soll sich darüber beklagt haben, dass er kein Nachtzielgerät verwenden durfte. Die Behörde hat scharf reagiert: Grabner-Fritz bestätigte, dass „als erste Konsequenz“ dem Mann die Jagdkarte entzogen und ein Waffenverbot verhängt wurde.

Öko-Jagd

Passiert ist der Vorfall in einem Revier, in dem vor allem Anhänger der sogenannten „Öko-Jagd“ aktiv sind. Die Öko-Jäger treten unter anderem für eine massive Reduzierung der Wildbestände ein. Das bekommen auch die Pächter von Nachbarrevieren massiv zu spüren, die sich bereits in der Vergangenheit wegen der Entwertung ihrer Reviere mit einer Petition samt einer umfangreichen Unterschriftenliste an die BH Neunkirchen gewandt haben.

Offene Fragen

Scharf ins Gericht mit dem Schützen und den Anhängern der Öko-Jagd geht Peter Lebersorger, der Generalsekretär der Österreichischen  Landesjagdverbände:  „Tiere ohne Regeln töten, mitten in der Nacht auf schwarze Flecken schießen und sich ein ökologisches Feigenblatt umhängen, beleidigt jede Jägerin und jeden Jäger.“

Lebersorger stellt zudem die Frage nach der  Rolle des Jagdaufsehers und des Jagdleiters, die Meldung an die BH hätten machen müssen: „Wieso dauerte es 14 Tage, bis über Recherchen des KURIER plötzlich die Zungen locker wurden und endlich ein Verfahren in  Gang kam?


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kurier.at vom 28.11.2013

120 illegale Waffen im Keller von „tickendem Pulverfass“ 

Mann drohte nach Verurteilung, seine mit ihm verfeindeten Nachbarn zu töten.

Ein jahrelang andauernder Nachbarschaftsstreit wegen krähender Hähne ist im Triestingtal, Bezirk Baden, dramatisch eskaliert. Ein 52 Jahre alter Mann hat nach einer (nicht rechtskräftigen) Verurteilung und einem Bericht in der ORF-Sendung „Am Schauplatz“ die Nerven verloren und angekündigt, seine Nachbarn zu ermorden. Beim Zugriff in seinem Haus entdeckte die Spezialeinheit Cobra ein Arsenal von 120 illegalen Waffen – und das, obwohl gegen den früheren Jäger seit Jahren ein Waffenverbot besteht.

Begonnen hat der Nachbarschaftsstreit, als sich der 52-Jährige und seine Frau vor ein paar Jahren Hähne anschafften. „Ab diesem Zeitpunkt wurden wir jede Nacht zwischen drei und vier Uhr Früh geweckt“, schildern die Nachbarn Gabriela und Manfred T. Aus der guten Nachbarschaft wurde eine erbitterte Feindschaft. Ein Gerichtsgutachter stellte fest, dass die Hähne tatsächlich zu laut seien. Nach monatelangen Beschimpfungen attackierte Norbert Sch. seinen Nachbarn bei einer Tankstelle. Dieser filmte den Angriff mit seinem Handy. Sch. wurde deshalb am Landesgericht Wr. Neustadt wegen Körperverletzung und Nötigung verurteilt.

Molotowcocktail

Nach der Ausstrahlung der ORF-Sendung spitzte sich die Lage vor wenigen Tagen dramatisch zu. Norbert Sch. soll angekündigt haben, das benachbarte Ehepaar zu töten und das Haus mit einem Molotowcocktail in die Luft zu jagen. Nachdem die Nachbarn von der Polizei in Sicherheit gebracht worden sind, stürmte die Cobra das Haus und stieß auf das Waffenarsenal. Beamte sprechen von einem „tickenden Pulverfass“.

„Die Waffen wurden von uns sichergestellt. Da wir nicht ausschließen können, dass es sich um illegalen Waffenhandel handelt, laufen die Ermittlungen weiter“, berichtet ein Beamter des Landesamtes für Verfassungsschutz. Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft.


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merkur-online.de vom 28.11.2013

Bei Tierquälerei zugeschaut: Tiroler Jäger muss büßen


Leutasch/Landkreis - Harte Strafe: Weil er zusah, wie ein russischer Jagdgast eine blutende Gams über ein Geröllfeld zog, hat der Verband einem Tiroler Jäger eine strengen Verweis ausgesprochen. Der Entzug der Jagderlaubnis droht...

Der strenge Verweis ist das höchste Strafmaß unter den Waidmännern. Bis zu drei Jahren könnte der Mann seine Jagderlaubnis verlieren. Er hatte dabei zugesehen, wie ein russischer Jagdgast im August in seinem Revier am Scharnitzjoch eine angeschossene, blutende Gams über ein Geröllfeld schleifte. Erst Minuten später erlöste jemand das Tier von seinen Qualen. „So etwas habe ich in 30 Jahren, die ich auf die Jagd gehe, noch nie erlebt“, sagt Tirols Landesjägermeister Anton Larcher. Hohe Wellen hatte der Vorfall geschlagen, weil ein niederländischer Urlauber die abscheuliche Tat gefilmt und auf Youtube hochgeladen hatte.

Die Staatsanwalt Innsbruck ermittelt noch gegen den Russen wegen Tierquälerei, der Jägerverband, dessen Chef Larcher ist, hat im Disziplinarverfahren ein deutliches Urteil gefällt. Denn der strenge Verweis hat für den Jagdpächter zwei drastische Folgen: Zum einen wird das Ergebnis der entsprechenden Behörde mitgeteilt, die Jagderlaubnis muss er wohl einige Zeit abgeben. „Ein lebenslanger Entzug ist juristisch aber nicht möglich“, betont Larcher. Zum anderen wird der Fall im Infoblatt des Tiroler Landesjagdverbands sowie auf seiner Internetseite öffentlich gemacht - „mit Namen und allen Details“, bekräftigt der Chef. „Das ist die härteste Strafe. Der Betroffene steht in der gesamten Jägerschaft am Pranger und wird zeitlebens damit konfrontiert.“

Rechtskräftig wird dieses Urteil allerdings erst, wenn der Beschuldigte dieses akzeptiert. Er habe allerdings schon Berufung angekündigt, sagt Larcher. In diesem Fall muss ein Gericht über die Schuld entscheiden.

Ein weiterer Jäger, gegen den ebenfalls ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden war, wurde freigesprochen. „Er war nachweislich weit weg und konnte nicht eingreifen“, bekräftigt Larcher.

Derzeit sorgen grausame Vorfälle mit Wild auch im Landkreis immer wieder für Entsetzen. Sei es das Reh, das ein freilaufender Hund am Staffelsee übel zugerichtet hatte. Oder die Hirschkuh, der ein Unbekannter die Hinterläufe durchschossen hatte und die sich tagelang durch den Wald quälte, bevor sie ein Landwirt in Oberau fand. In beiden Fällen ermittelt die Polizei.

Doch die Gerüchteküche brodelt schon. Im Fall der Hirschkuh werden auch die Bayerischen Staatsforsten ins Spiel gebracht. In einer Pressemitteilung stellt Meinhard Süß, Leiter des Forstbetriebs Oberammergau, darum klar: „Die Verletzung des Rotwilds steht in keinerlei Zusammenhang mit dem staatlichen Jagdbetrieb.“ Der Forstbetrieb habe im „fraglichen Zeitraum in der angrenzenden Staatsjagd keine Bewegungsjagd durchgeführt. Es wurden auch keine Schüsse bei der Ansitzjagd oder Pirsch abgegeben.“ Er wird noch deutlicher: „Der Forstbetrieb wird jeden, der öffentlich einen Zusammenhang zwischen dem Vorfall und der staatlichen Jagd herstellt, juristisch belangen.“


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kurier.at vom 26.11.2013

Jäger irrte gewaltig: Kühe des Ortschefs statt Hirsche erlegt 

Zur folgenschweren Verwechslung kam es bei einer Jagd: Statt Wild wurden Kühe geschossen.

Dass ein Jäger einen Hirsch mit einem Elch verwechselt hat, ist schon vorgekommen. Auch dass Jäger zwei Haflinger mit Hirschen oder was auch immer verwechselt haben, ist bekannt. Neu hingegen ist, dass ein Jäger drei Milchkühe für Hirsche hielt und auf sie das Feuer eröffnete. Zwei Kühe brachen tödlich getroffen zusammen. Das dritte Nutztier wurde angeschossen. Unter Umständen muss es wegen der Schwere seiner Verletzungen eingeschläfert werden.

Passiert ist die unerklärliche Kuh-Jagd vor zwei Wochen in einem Eigenjagdrevier bei Pottschach im Bezirk Neunkirchen. Doch erst seit gestern ist der Zwischenfall der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen bekannt. „Der Geschädigte hat Anzeige erstattet. Die Polizeiinspektion Gloggnitz führte bereits erste Erhebungen durch“, sagt Bezirkshauptfrau Alexandra Grabner-Fritz auf Anfrage des KURIER.

Die Viehweide befindet sich in dem rund 200 Hektar großen Revier (Eigentümer ist ein Landwirt). Dort grasten bis vor Kurzem auch die glücklichen Milchkühe von Franz Teix, dem Bürgermeister der Gemeinde Prigglitz.

Bis zu jener Nacht, in der die Schüsse fielen. Bürgermeister Franz Teix war trotz mehrmaliger Versuche leider für keine Stellungnahme erreichbar.

„Mitten in der Nacht landwirtschaftliche Nutztiere mit Rotwild (Hirsche, Anm.) zu verwechseln, verstößt so ziemlich gegen alles, was die Jagd in Niederösterreich ausmacht“, sagte Peter Lebersorger, der Generalsekretär der Landesjagdverbände. So etwas passiere laut Lebersorger nur dann, wenn auf Jäger ein enormer Druck ausgeübt werde, die Wildbestände massiv zu reduzieren.

Öko-Jagd

Bei dem Schützen könnte es sich laut Insidern um einen Anhänger der sogenannten „Öko-Jagd“ handeln. Diese Jäger haben einen eigenen Jagdverband gegründet und einen 24-Punkte-Katalog aufgestellt, mit dem sie die Jagd in Österreich grundlegend reformieren möchten. Unter anderem wollen sie die Abschusszahlen erhöhen. Dieser Druck könnte auch zu dem Zwischenfall in Pottschach geführt haben.

„Das ist eine ganz hinterhältige Verleumdungskampagne. Ich klage jeden, der so etwas behauptet“, reagierte Ökojagd-Fan Franz Puchegger vom Büro für Waldmanagement auf diese Mutmaßungen. Er war bis kurz vor dem kuriosen Vorfall Jagdaufseher jenes Revieres.


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tierschutzverein.at vom 26.11.2013

Offener Brief an Landesjägermeister DI Pröll  

Sehr geehrter Herr Landesjägermeister DI Pröll,

das Bekenntnis des Jagdleiters von Gaindorf, bereits viele Katzen in seiner „Jagdkarriere“ geschossen zu haben, löste österreichweit einen Sturm der Entrüstung aus. Mindestens gleich irritierend: Sie haben als „oberster“ Jäger Niederösterreichs immer noch nicht auf dieses unrühmliche „Outing“ reagiert. Die beliebte österreichische Methode des Totschweigens von Missständen funktioniert nicht immer: Jagdunfälle, fünf von Jägern erschossene Personen allein in Niederösterreich und totgeschossene Haustiere am Fließband sind keine „Einzelfälle“, sondern trauriger Alltag. Rund 30.000 pro Jahr erlegte Haustiere in Österreich sprechen Bände.

Ihr Schweigen lässt sich vielseitig deuten: Auch Sie befürworten den Abschuss von Haustieren. Oder Sie haben vor jenen kapituliert, die mit aller Gewalt versuchen, das ramponierte Image der Jägerschaft noch weiter zu beschädigen. Vielleicht sind Sie auch hoffnungslos im Sumpf der armseligen Klientelpolitik gefangen – ohne Mut zu sachorientierten Entscheidungen und zur längst überfälligen Reform eines antiquierten Jagdgesetzes. 

Ihr Schweigen zeichnet jedenfalls ein bedenkliches Sittenbild der Jägerschaft und signalisiert der Bevölkerung, dass man Missstände in den eigenen Reihen negiert. Die „Sippenhaftung“ trifft somit auch die besonnenen Jäger. Gleichzeitig ermutigen Sie auch jene unter Ihren Jägern, denen die nötige emotionale Intelligenz fehlt, dazu, weiterhin Haustiere abzuschießen.

Paradox: Die (legale) Tötung von Haustieren ist im Jagdgesetz unter dem Begriff „Jagdschutz“ aufgeführt. Der Jägerschaft und dem Gesetzgeber geht es de facto nicht um Wild- oder Tierschutz, sondern um den Schutz der Jagd(beute). Man schützt also etwas (vor Haustieren), nur um es im Anschluss erlegen zu können. 

Jeder Schuss auf ein Haustier (innerhalb oder außerhalb der 300m-Grenze) zeigt schonungslos das eigentliche Motiv für die Jagd auf – nämlich die pure Lust am Töten. Ein plakatives Beispiel also, um mit den gängigen Rechtfertigungen der „Heger und Naturschützer“ für ihr Hobby aufzuräumen. Der Abschuss von Haustieren greift massiv in die emotionale Beziehung von Familien zu ihren Tieren ein. Eine Umfrage zeigt, dass sich 86% (!) der ÖsterreicherInnen unter 30 Jahren für ein Haustier-Abschussverbot aussprechen.

Sehr geehrter Herr DI Pröll, nutzen Sie die Zeichen der Zeit und setzen Sie sich für ein Abschussverbot von Familienmitgliedern ein. Das sollte genauso selbstverständlich sein wie die gesetzliche Verankerung eines Alkoholverbotes bei der Jagd und verpflichtende psychologische Tests (gerade auch) für Jäger.

Viele werden sich abschließend fragen, welche Qualifikationen die Funktion eines Landesjägermeisters eigentlich erfordert. Leisten Sie Ihren Beitrag, diese Funktion endlich mit Verantwortungsbewusstsein, Mut, Mitgefühl und Sozialkompetenz auszufüllen!

Mag. Christian Hölzl, Sprecher
Österreichischer Tierschutzverein

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"Österreich" vom 22.11.2013

Katzen-Killer verliert Lizenz zum Töten – Waffenpass bald weg

Jagdleiter gestand, Haustiere zu schießen Jäger distanzieren sich, die BH prüft. Jetzt wird geprüft, ob der Katzen-Killer seinen Jagdschein behalten darf.

NÖ. Es wird eng für den schießwütigen Katzen-Killer von Hollabrunn: Jetzt laufen Ermittlungen gegen Jagdleiter Anton W. (62), der öffentlich damit geprahlt hat, Haustiere abzuknallen - ÖSTERREICH berichtete. Es sieht so aus. als sei der Oberjäger schon bald die Lizenz zum Töten los.

Das Geständnis, seit Jahrzehnten Katzen zu schießen. löste im ganzen Land eine Welle der Empörung aus. Selbst Jagdkollegen wurden der selbstherrliche Auftritt und die Aussagen von Anton W. zu viel. „Das war nicht förderlich für das Image der Jäger", sagte Bezirksjägermeister Karl Wittmann. Er hat sich den Katzen-Killer inzwischen kräftig zur Brust genommen.

Der Vorfall schlug Wellen bis in den Landtag, ein Abgeordneter sprach dem Jagdleiter indirekt „soziale Intelligenz" ab - sehr zum Gefallen des Österreichischen Tierschutzvereins.

Zuverlässigkeit des Jägers wird untersucht

Der Jagdverband hat Anton W. jetzt offiziell einen Maulkorb verpasst. Weitere Interviews zur Katzen-Jagd wurden ihm untersagt.

Derweil ermittelt die Bezirkshauptmannschaft in der Causa. „Da muss man genauer hinschauen. ob die Person noch die Zuverlässigkeit mitbringt, um eine Waffe zu tragen". sagte Bezirkshauptmann Stefan Grusch der NÖN. Er wird demnächst entscheiden.

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meinbezirk.at vom 20.11.2013

Jäger im Visier eines Lasseers


Eine Treibjagd nahe des Erholungsgebiets treibt einen Anrainer auf die Barrikaden.

LASSEE. "Wenn das nächste Mal die Schüsse krachen, muss ich mich wohl auf den Boden werfen und die Polizei rufen."
Der Lasseer Robert Capsky formuliert seinen Zorn drastisch. Im Wald in der Nähe des Lasseer Erholungsgebiets wird jährlich eine Treibjagd veranstaltet. Vergangenes Jahr wurden Fenster eines Hauses durch Schotkugeln beschädigt.

Capsky droht jetzt mit Anzeige, er bittet die Behörde, die geplante Jagd am 12. Dezember zu unterbinden: "Sollte dies nicht geschehen und die entsprechenden Paragrafen des Jagdgesetzes nicht eingehalten werden, sehe ich mich gezwungen, Anzeige zu erstatten." Er weist auf die Gefahr hin, der die Anrainer ausgesetzt seien. Laut Jagdleiter Georg Zettel ist die Jagd rechtens. "Das hat auch Peter Lebersorger vom Landesjagdverband bestätigt."

Zettel ist seinerseits verärgert: "Dass Herr Capsky behauptet, wir würden Richtung Siedlung schießen, ist absolut falsch." Getrieben werde parallel zur Siedlung, geschossen ausschließlich von der Siedlung weg. Und weiter: "Das beschädigte Haus steht weit, weg von der Siedlung, mitten im Wald. Zu behaupten, die Siedlungshäuser oder gar die Menschen seien in Gefahr, ist vollkommener Unsinn."
Die Anrainer werden bisher nur über die Aushänge in den Schaukästen der Gemeinde über die Jagdtermine informiert. Zettel überlegt nun, am Jagdtag zusätzliche Warnschilder aufzustellen.
Gejagt werden in diesem Gebiet laut Zettel hauptsächlich Füchse - "so verhindern wir die Ausbreitung von Tollwut oder dem Fuchsbandwurm" - außerdem Fasane und Hasen.

NÖ Jagdgesetz

An Orten, an denen die Jagd die öffentliche Ruhe oder Sicherheit stören, oder das Leben von Menschen gefährden würde, darf nicht gejagt werden. In der nächsten Umgebung von Orten ... und einzelnen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden darf das Wild zwar aufgesucht und getrieben, aber nicht beschossen werden.
Werden in einem Jagdgebiet ... Treibjagden durchgeführt, so sind diese ... für die Dauer solcher Jagden mit der Wirkung gesperrt, dass jagdfremde Personen das Gebiet abseits von öffentlichen Wegen und Straßen ... nicht betreten dürfen.


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meinbezirk.at vom 19.11.2013

Chef-Jäger schießt Kollegen statt Hasen


Treibjagd in Röschitz: Jagdfreund im Maisfeld mit sechs Kugeln getroffen

RÖSCHITZ. Samstag, vor zehn Tagen, hat sich in Röschitz ein Jagdunfall ereignet. Dabei wurde ein 42-jähriger Jäger von seinem 49-jährigen Kollegen irrtümlich angeschossen. Der Schütze erstattete Selbstanzeige.
Sechs Schrotkugeln blieben im Unterschenkel des Getroffenen stecken und mussten von einem Arzt im Klinikum entfernt werden. Ursprünglich war im Rahmen der Treibjagd ein Hase neben einem Maisfeld das Ziel der Begierde. Allerdings wurde der Jagdkollege im Maisfeld übersehen und getroffen.
Es wurde Anzeige an die Staatsanwaltschaft Krems wegen fahrlässiger Körperverletzung erstattet. Der Hase soll den Vorfall unbeschadet überstanden haben.


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salzburg24.at vom 18.11.2013

Kaprun: Jäger nach Sturz am Lechnerberg gerettet

Nach einem Sturz am Lechnerberg in Kaprun (Pinzgau) musste ein 54-jähriger Jäger aus Zell am See am Sonntag von der Bergrettung geborgen werden.
 
Gegen 18.00 Uhr kam der 54-jähriger Jäger aus Zell am See am Lechnerberg in Kaprun etwas oberhalb der Falkenbachhütte auf einer Seehöhe von ca. 1.300 Meter zu Sturz. Dabei verletzte er sich am rechten Sprunggelenk.

Von Bergrettung geborgen

Da ein selbstständiges Absteigen nicht mehr möglich war, verständigte sein Begleiter die Bergrettung Kaprun, welche mit 18 Mann die Bergung des Verletzten durchführte. Er wurde anschließend zur ärztlichen Versorgung in das Krankenhaus Zell am See gebracht, berichtet die Polizei.

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kurier.at vom 16.11.2013

Jäger bei Treibjagd abgestürzt 

Der Unfall ereignete sich auf der Nordflanke Gamssteins. Der Mann mit einer Bein-Fraktur ins Spital.

Ein Jäger ist am Freitagnachmittag bei einer Treibjagd auf der Nordflanke des 1.774 Meter hohen Gamssteins (Bezirk Amstetten) abgestürzt: "Die Jagd war in einem Schneebereich. Es war glatt, und da dürfte der Mann ausgerutscht und mehrere Meter abgestürzt sein", berichtete Einsatzleiter Hans Haslinger von der Bergrettungsortsstelle Hollenstein. Der Jäger erlitt eine Fraktur am Bein und wurde ins Spital gebracht.

Der Unfall ereignete sich im Bereich des Schläggrabens auf etwa 1.100 Meter Höhe. Der Mann war zuvor von der Gamssteinjagdhütte mit Kameraden zur Jagd aufgebrochen.

Der Abtransport des Verletzten gestaltete sich laut Bergrettung schwierig, da aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit keine Hubschrauberbergung mehr möglich war. Der Mann musste mehrere hundert Meter im extrem steilen Gelände abgeseilt werden.


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ots.at vom 15.11.2013

Haustierabschüsse: Skandalöse Gesetzgebung spielt schussgeilen Jägern in die Karten 

Jährlich werden in Österreich mind. 30.000 Haustiere von Jägern abgeschossen. Österreichischer Tierschutzverein fordert überfälliges Abschussverbot.

Wien (OTS) - Aktuell sorgen Katzen, die von einem Unbekannten im Bezirk Hollabrunn (Niederösterreich) erschossen wurden, für Aufregung. Zu allem Überfluss setzt sich dabei ein Jagdleiter medial in Szene und brüstet sich, in seiner Jagdkarriere bereits viele Katzen erschossen zu haben. Fast zeitgleich schießt ein Jäger in Traun (Oberösterreich) einen Hund auf einem Spazier- und Radfahrweg nieder.

Die Vorfälle sind genauso alarmierend wie die Zahlen: Laut Statistik Austria stieg die Gesamtzahl der Abschüsse von Wildtieren im Jagdjahr 2012/13 im Vergleich zum Wert der vorangegangenen Saison um 8% auf knapp 890.000. Die Anzahl der von Jägern erschossenen Haustiere findet sich in dieser Statistik nicht wieder: Die Jägerschaft ist nicht verpflichtet, den Abschuss von Hunden oder Katzen zu melden. "Aus gutem Grund", weiß Mag. Christian Hölzl, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins. "Haustierabschüsse sind in der Öffentlichkeit ein hochsensibles Thema. Erschossene Haustiere werden in der Regel verheimlicht. Schießen, Schaufeln, Schweigen ist die Devise. Negative Publicity schadet dem Bild des Jägers."

Die Anzahl der hierzulande abgeschossenen Haustiere lässt sich trotz Fehlens einer Meldepflicht in Österreich mit einem Blick über die Grenze nach Deutschland dennoch leicht abschätzen. In einigen deutschen Bundesländern wurde in der Vergangenheit eine Streckenstatistik über erschossene Hunde und Katzen geführt. So kamen etwa in Nordrheinwestfalen (NRW) im Jagdjahr 2008/09 laut Streckenliste über 17.000 Katzen und 176 Hunde durch Jägerhand zu Tode. Rechnet man diese (offiziellen) Zahlen auf Österreich um (die Alpenrepublik ist 2,5 mal größer und hat um 60% mehr Jagdkartenbesitzer im Vergleich zu NRW), dann kann man davon ausgehen, dass heimische Jäger jedes Jahr mindestens 30.000 (!) Haustiere töten. Die Dunkelziffer ist mit Sicherheit weitaus höher.

Der eigentliche Skandal: Die Jäger bekommen Rückendeckung von den Gesetzgebern. Im niederösterreichischen Jagdgesetz etwa sind Jagdschutzorgane berechtigt und verpflichtet (!), "wildernde Hunde sowie Hunde, die sich erkennbar der Einwirkung ihres Halters entzogen haben und außerhalb ihrer Rufweite im Jagdgebiet umherstreunen, ... zu töten". Das Gleiche gilt für Katzen, die in einer Entfernung von mehr als 300 m von Wohngebäuden umherstreifen.

Paradox: Die Tötung von Haustieren ist im Jagdgesetz unter dem Begriff "Jagdschutz" aufgeführt. Hier zeigt sich einmal mehr in plakativer Weise, dass es der Jägerschaft und dem Gesetzgeber nicht um Wild- oder Tierschutz, sondern ausschließlich um den Schutz der Jagd(beute) geht.

Hölzl bringt es auf den Punkt: "Der legalisierte Haustier-Abschuss wurzelt in der völlig übertriebenen Angst der Jäger, "streunende" Haustiere könnten die Strecke, also die Anzahl der erlegten Wildtiere, schmälern. Man schützt also etwas, nur um es im Anschluss selbst erlegen zu können. Der Schutz der Jagd(beute) reicht soweit, dass sogar der Tod von Haustieren in Kauf genommen wird. Das ist so nicht hinzunehmen."

Der Abschuss von Haustieren greift in das Eigentumsrecht von Haustierbesitzern und auch massiv in die emotionale Beziehung von Familien zu ihren Tieren ein. Die Jagdgesetze sind längst nicht mehr zeitgemäß. Der Haustierabschuss wird auch von der Bevölkerung strikt
abgelehnt: laut einer Umfrage aus dem Jahr 2008 sprachen sich 86% der ÖsterreicherInnen unter 30 Jahren für ein Haustier-Abschussverbot aus.

Aus all den genannten Gründen fordert der Österreichische Tierschutzverein die Landesgesetzgeber auf, die Jagdgesetze dringend zu reparieren und ein generelles Abschussverbot von (vermeintlich) wildernden Haustieren festzuschreiben. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, startete der Österreichische Tierschutzverein vor kurzem mit der Plattform "Initiative zur Abschaffung der Jagd" eine intensive Zusammenarbeit. Beide Organisationen beraten geschädigte Haustierbesitzer und erstatten Strafanzeige.

Weitere Informationen und Abgabe von Unterstützungserklärungen unter www.tierschutzverein.at sowie www.abschaffung-der-jagd.at.


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heute.at vom 15.11.2013

Shitstorm gegen "Katzen-Jäger" von Niederösterreich

Wunsch nach Gesetzesänderung. Heftige Reaktionen löste das "Katzenmörder"-Outing von Anton Winkler aus Gaindorf (Hollabrunn) aus. Der niederösterreichische Tierschutzverband fordert jetzt ein allgemeines Katzen-Jagdverbot, Tierschützer eine Änderung des Jagdgesetzes. Zahlreiche Wut-E-Mails erreichten die "Heute"-Redaktion, und auch auf unserer Facebook-Seite gingen die Wogen hoch.

Das Geständnis des passionierten Jägers, der sein Treiben mit dem Gesetz und dem Rebhuhn-Schutz in seinem Revier rechtfertigt, löste bei vielen Lesern Unverständnis und in weiterer Folge teilweise hochemotionale Reaktionen aus.

"boutique" etwa schreibt: Alles wird sich rächen. eines tages wird der jäger der gejagte sein, für jedes tier das er elegt hat wird ihm dasselbe gebühren in seinem nächsten leben.

"Red60": Frustriert, nichts im Leben erreicht, gewalttätig, betrunken, randalierend...davon gibts überreichlich! Und man kann sie leider nicht dezimieren! Nur zurückschicken in die Macho-Neandertal-Höhlen und hoffen, dass sie aufhören, normale, mitfühlende Wesen mit ihren unnötigen Sprechblasen zu belästigen! Husch-husch!

"tina martine": Ich hoffe nur sein Hund läuft einmal ohne Leine herum und wird dann von einem netten Jagdkollegen abgeschossen!!!!

In der ersten Wut gab es auch etwas weniger sachliche Stimmen, die hier nicht wiedergegeben, aber auf unserer Facebook-Seite nachgelesen werden können.

Aber es gibt auch solche, die sich gegen die "Tierschützer" stellen:
"mane47": Was hier für ein Theater um die Katzen gemacht wird.
Diese "Tierschützer" würden am liebsten die Jäger verbieten. Das ist sehr dumm und kurzsichtig! Leider haben wir von solchen Menschen auch einen Überbestand!

Drastisch nimmt ein User gegen die Tiere Stellung:
"skipper63": Es gibt einfach schon zu viele Katzen. Sie gehören dezimiert.

Ruf nach Gesetzesänderung

Der Grundtenor der meisten User ist allerdings eindeutig. Anton Winkler sei ein herzloser Mensch, der nicht an die Menschen hinter den Katzen und an das Unglück denke, das er vielen Leuten mit dem Krummmachen seines Zeigefingers bereitet. Viele wünschen sich eine Änderung der Gesetze, dass das Schießen von Stubentigern, auch wenn diese herumstreunen, verbietet.

Der Jäger selber sieht sich im Recht und lässt auch die Wut und die Kritik der felinophilen Menge an sich abperlen. Solange es ihm der Gesetzgegeber erlaube, werde er auch weiterhin Katzen in seinem Revier ins Visier nehmen.


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nachrichten.at vom 14.11.2013

Jäger schoss auf dem Traunuferradweg auf einen Hund

TRAUN. Diesen Spaziergang wird Alexander H. wohl sein Leben lang nicht mehr vergessen. Als er mit dem Hund seiner Lebensgefährtin auf dem Traunuferweg Gassi ging, schoss ein Jäger auf den Neufundländermischling und verletzte ihn schwer. Der Schütze hatte den Vierbeiner wahrscheinlich mit einem Wildtier verwechselt.

Diesen Spaziergang vergisst Alexander H. wohl sein Leben lang nicht mehr. Als er am Montagnachmittag mit dem Hund seiner Lebensgefährtin auf dem Traunuferradweg Gassi geht, lässt er den Neufundländermischling namens Milan von der Leine.

"Ich habe ein Auto bemerkt und den Hund gerufen. Er ist zu mir zurückgelaufen, da hat es auf einmal einen Schnalzer gemacht. Ich habe mich zuerst nicht ausgekannt, was los ist", sagt Alexander H. Der Hund sackt zusammen, rappelt sich wieder auf und legt die restlichen Meter zu dem Linzer zurück. "Da habe ich gesehen, dass er eine große Wunde am Bauch hat."

Stundenlange Operation

Wie sich kurze Zeit später herausstellte, hatte ein Jäger den drei Jahre alten Neufundländermischling aufgrund der Dunkelheit offenbar mit einem Wildtier verwechselt und auf den Hund, vermutlich mit einem Gewehr, geschossen.

Der Jäger, der sich gegenüber den OÖNachrichten nicht zu dem Vorfall äußern wollte, half bei der Erstversorgung des Tieres, das fünf Stunden operiert werden musste und nach wie vor in Lebensgefahr schwebt, mit. "Er hat sich Tausend Mal entschuldigt", sagt H. Das Unverständnis des Linzers über die Aktion des Schützen ist dennoch groß.
"Es kann nicht sein, dass er hier im Finstern schießt. Auf dem Traunuferradweg sind ja auch viele Spaziergänger und Radfahrer unterwegs."

Die Besitzerin des schwer verwundeten Tieres und ihr Lebensgefährte haben nach dem Vorfall die Polizei eingeschaltet. "Wir können den Vorfall bestätigen. Wir können aber noch nicht mehr dazu sagen, da die Ermittlungen noch andauern", hieß es gestern bei der Pressestelle der Landespolizeidirektion Oberösterreich. Außerdem wurde der oberösterreichische Landesjagdverband informiert. "Wir werden mit den Behörden kooperieren. Ein solches Verhalten eines Jägers findet keine Deckung von uns", sagt Geschäftsführer Christopher Böck.

Die Angelegenheit wird in den kommenden Tagen wohl auch die Bezirkshauptmannschaft Linz-Land beschäftigen. Dem Schützen droht der Entzug seiner Jagdkarte, dazu könnte er wegen Gemeingefährdung bei der Staatsanwaltschaft angezeigt werden.


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noen.at vom 14.11.2013

Leserbrief zu "Schäden durch Wildschweine sind groß. Waidmänner und Bauern suchen nach Lösung." 

„Schwarzkittel“ graben Nacht für Nacht die Äcker um. In der Tat sind Schäden durch Wildschweine groß, der Ärger der Landwirte durchaus berechtigt. Nun wird sogar der Einsatz von Nachtsichtgeräten als Pilotprojekt diskutiert. Wenn es darum geht, noch mehr Wildtiere abzuschießen, war die Jägerschaft immer schon erfinderisch. Man will nicht wahrhaben, dass die Ursachen für die Bestandsexplosion nicht nur in der Klimaänderung und im verbesserten Nahrungsangebot liegen. Tatsächlich gibt es heute gerade wegen der Jagd mehr Wild als je zuvor. Studien belegen eindeutig: Eine starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. In Gebieten mit weniger Jagddruck ist die Vermehrung der Tiere hingegen deutlich geringer. Wildschweine haben außerdem eine sehr empfindliche Sozialstruktur. Wird die „Rotte“ durch Abschuss der „Leitbache“ zersprengt, brechen die führungslosen Tiere in die Felder ein, alle Bachen werden mehrmals im Jahr fruchtbar und vermehren sich völlig unkontrolliert. Insofern löst die Jagd keine ökologischen Probleme, sondern schafft sie erst. Es ist erstaunlich, dass die Jägerschaft nicht erkennt, dass die Populationsdichte jagdtechnisch niemals in den Griff zu bekommen ist. Die Jägerschaft muss ihre eigenen Interessen hintanstellen. Denn: nicht alles, was man abschießt, wird weniger ...

Mag. Christian Hölzl, Sprecher
Österreichischer Tierschutzverein

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noen.at vom 13.11.2013

Schäden durch Wildschweine sind groß. Waidmänner und Bauern suchen nach Lösung. 

BEZIRK ZWETTL / Langsam ziehen sich Wolken über die Mondsichel, gleichsam kehrt die nächtliche Kälte in den Ansitz. Der Rest des letzten Mondlichts gibt wenig preis. Da ein Schmatzen und Rascheln – eine Rotte Wildschweine macht sich geräuschvoll bemerkbar. Kein Schuss bricht.

Soll und darf nicht brechen, denn die Situation erlaubt es nicht. Szenen wie diese gibt es von Waidmännern oft zu hören. Sie sitzen Nacht für Nacht auf ihren Hochständen und warten auf die Gelegenheit, die Zahl der Wildschweine im Bezirk zu dezimieren.

Doch sind ihre Mittel eingeschränkt und der Ruf der Landwirte laut und berechtigt. Graben doch die Schwarzkittel Nacht für Nacht die Äcker der Bauern um. Ruinieren Grünflächen, damit kein Futter für die Tiere gewonnen werden kann, graben in Erdäpfelfeldern die Knollen aus – sind dabei aber wählerisch, denn nicht alle Sorten stehen auf ihrem Speiseplan und „arbeiten“ sich durch ganze Maisfelder. Was tun?

Verbotene Waffe und nicht waidgerecht

Bezirksjägermeister Gottfried Kernecker setzt sich bereits seit einiger Zeit für den Einsatz von Nachtsichtgeräten bei der Schwarzwildbejagung ein, um den Bestand der Wildschweine zu dezimieren – im Sinne der Landwirte und der Jagdpächter. Nur ist dieser ein schwieriger, denn vom NÖ Landesjagdverband und Landesrat Stephan Pernkopf wird darauf verwiesen, dass diese Nachtsichtgeräte zum einen als verbotene Waffen im Sinne des Waffengesetzes gelten und zum anderen, dass die Jagd mit solchen nicht waidgerecht sein kann. Außerdem kann diese Öffnung für Nachtsichtgeräte Auswirkungen auf andere Bereiche (zum Beispiel Rotwildbejagung) haben, und das wäre zu gefährlich.

Bezirksjägermeister Kernecker dazu: „Ich bin kein Kämpfer für generelle Freigabe!“ Ihm schwebt aber eine Ausnahmeregelung für die Verwendung von Nachtzielgeräten auf zwei Arten vor. Eine Variante wäre, als eine Art Pilotprojekt – ein solches existiert bereits in Bayern – auf zwei bis drei Jahre beschränkt, den Einsatz dieser Nachtsichtgeräte freizugeben und dabei eine statistische Erfassung parallel dazu laufen zu lassen.

Die zweite Variante, die der Bezirksjägermeister als Möglichkeit sieht, die Wildschweinpopulation zu dezimieren, wäre in Zusammenarbeit mit der Bezirksverwaltungsbehörde – zeitliche und auch örtliche Begrenzung und nur auf bestimmte Personen bezogen. Dem sollte ein Ansuchen des Jagdleiters vorausgehen und der betroffene Landwirt sollte dies auch bestätigen.

Wildschäden würden sinken

Ob nun dieser Einsatz wirklich zu einer höheren Abschussquote führen kann, ist freilich offen. Ein Argument der Befürworter ist, dass die Wildschäden sinken, also dass es einen Vergrämungseffekt gibt.

Die Gebiete, die im Bezirk Zwettl von den Schwarzkitteln betroffen sind, sind laut Bezirksjägermeister das Gebiet beim TÜPl-Großhaslau, der Gürtel um den Weinsbergerwald, der Raum angrenzend an den Waidhofner Bezirk – Göpfritz/Wild und auch in Richtung Weitra – Groß Gerungs und Wurmbrand. Vergangenes Jahr gab es eine Strecke (erlegte Stücke) von etwa 2.000 Wildschweinen. Heuer ist das Jagdjahr noch nicht zu Ende.

Landwirte für Nachtsichtgeräte

Seitens der Waidmänner sind jedenfalls Vorschläge auf dem Tisch, um der Wildschweinpopulation vielleicht doch noch Herr zu werden…

Schützenhilfe bekommen die Jäger von den Landwirten, die sich – wie auch bei der jüngsten Bauernkammerversammlung deutlich zum Ausdruck kam – ebenfalls für den Einsatz von Nachtsichtgeräten bei der Wildschweinbejagung einsetzen. „Immerhin geht es dabei um unsere Schäden“, wie ein Bauer zusammenfasste.


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orf.at vom 13.11.2013

Wirbel um erschossene Katzen in Gaindorf

Große Aufregung herrscht in Gaindorf (Bezirk Hollabrunn) um einen „Katzenmörder“, so die lokale Presse. Innerhalb eines Monats wurden drei Hauskatzen erschossen. Streunende Katzen müsse er schießen, um Wildtiere zu schützen, sagt ein Jäger.

Eigentlich ist Gaindorf, eine Katastralgemeinde von Ravelsbach, ein ruhiges Dorf. Die Katzenbesitzer sind aber beunruhigt, denn sie fürchten um das Leben ihrer Katzen, sagt Sabine Windberger: „Leider gibt es einen Tierhasser, der uns die Katzen abknallt, der sagt, Katzen sind eine Gefahr für sein Wild, das finde ich nicht richtig.“

 „Katzenmörder“ war in einer Zeitung zu lesen. Mit den jüngsten drei Fällen habe er nichts zu tun, sagt Anton Winkler, der Jagdleiter von Gaindorf. Allerdings habe er schon etliche streunende Hauskatzen erschossen.

Jagdleiter: „Habe Katzen geschossen, so wie Füchse“

„Katzenmörder? Wenn ich schon ein Mörder bin, dann bin ich ein Rehmörder, ein Hasenmörder, ein Mausmörder, Sie können es sich aussuchen, alles getötet. Ich fühle mich nicht als Mörder, aber ich habe schon Katzen geschossen, genauso wie Füchse und ähnliches Getier“, so Jagdleiter Winkler.

 „Wenn ich so etwas höre, krieg‘ ich solche Kabeln. Wirklich! Ich meine, was glauben denn die, die Jäger“, regt sich Katzenbesitzer Heinz Robatiz auf. „Ich lasse mir einreden, der Jäger erwischt eine Katze, wenn sie gerade einem Tier nachrennt. Aber nicht einfach so, dass sie da läuft, und dann darf ich sie abknallen. Das finde ich nicht richtig“, meint Sabine Windberger.

Jagdgesetz gibt klare Richtlinien vor

Das Gesetz gibt dem Jäger Recht, denn im Paragraph 64 des Niederösterreichischen Jagdgesetzes heißt es, dass die Jagdorgane berechtigt sind, Katzen, welche in einer Entfernung von mehr als 300 Metern von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden umherstreifen, zu töten. „Die Freiheit der Katze endet nach 300 Metern laut Gesetz - und dann beginnt die Freiheit des Wildes. Und dafür bin ich zuständig“, erklärt Jagdleiter Anton Winkler.

Bis zu einer Entfernung von 300 Metern sind Katzen als Heimtiere geschützt, wenn sie von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden weiter entfernt sind, dann gelten sie juristisch als sogenanntes Raubzeug.

Weil Katzen von Natur aus streunen würden und diese Grenze nicht erkennen könnten, fordert der Niederösterreichische Tierschutzverband ein allgemeines Katzenjagdverbot. Der Niederösterreichische Landesjagdverband sieht keine Notwendigkeit einer Gesetzesänderung. In einer Stellungnahme heißt es: „Tierschutz kann nicht beim Heimtier enden“.


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heute.at vom 13.11.2013

Jäger bekennt: Warum ich auch Katzen schieße

Dieser Mann ist der personifizierte Albtraum von Tierschützern: Kommt Anton Winkler (62) aus Gaindorf im Weinviertel (NÖ) eine Katze in freier Wildbahn vor die Flinte, kennt er kein Erbarmen: "Die schicke ich sofort in den Katzenhimmel."

Fast stolz bekennt der Revier- Jagdleiter, schon mehrere Katzen erlegt zu haben, erst vor Kurzem hat er wieder eine erwischt. Winkler steht dazu: "Ich habe nichts gegen Katzen, aber sie sind Räuber, ich schütze nur mein Wild, es gibt schon zu wenig Rebhühner." Laut Gesetz ist der "Katzenjäger" sogar im Recht: Entfernt sich ein Stubentiger mehr als 300 Meter vom Wohngebiet, darf er abgeschossen werden.


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oe24.at vom 12.11.2013

Katzen-Killer ist ein Jäger

Hollabrunn. Ein Jäger hat zugegeben, seit Jahren immer wieder Katzen erschossen zu haben.

Lange Zeit ging unter den Katzenhaltern im Bezirk Hollabrunn die Angst um: Immer wieder verschwanden Haustiere auf mysteriöse Weise, vom Katzenhasser berichteten die örtlichen Medien. Alle
rätselten, auf welche Weise die Hauskatzen verschwunden waren.

Das Rätseln hat ein Ende

Nachdem einer älteren Dame aus Gaindorf kürzlich zwei Katzen abhandengekommen waren und ein drittes Tier durch einen Schuss verletzt wurde, ging sie an die Öffentlichkeit. Die Berichterstattung über den Katzenkiller sorgte für Aufsehen. Jetzt meldete sich der Jäger Anton W. (60) bei der örtlichen Presse: „Ich bin der Katzenmörder“, sagte er sarkastisch. Und er versuchte zu rechtfertigen,
warum er seit Jahren skrupellos Jagd auf die Tiere machte. „Eine Katze hat ihre Freiheiten zu Hause. Bis zu 300 Meter vom Wohngebiet entfernt gibt ihr der Gesetzgeber Schutz. Danach beginnt die Freiheit meiner Tiere“, sagt Anton W. Er meint sein Jagdwild und bedauert: „Rebhendln gibt’s eh fast keine mehr, da muss ich einfach gegen die Katzen vorgehen.“

„Die Katzen gehen sowieso niemandem ab“

Ein Katzenmörder will er trotzdem nicht sein: „Ich gehe seit 45 Jahren auf die Jagd. Dann müsste ich auch ein Reh- oder Hasenmörder sein“, sagt der örtliche Jagdleiter. An Zynismus ist der Katzenkiller kaum zu überbieten: „Die Tierheime sind voll mit Katzen. Die meisten sind Streuner und gehen keinem ab“, sagt Anton W. Rein rechtlich scheint der Mann auf der sicheren Seite zu sein.


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krone.at vom 12.11.2013

Steinadler erschossen - Geldstrafe für Jäger

Lediglich sechs bis sieben Steinadler sollen nach Schätzungen im hinteren Ötztal in Tirol ihre Kreise ziehen. Kein Wunder, dass der prächtige Vogel streng geschützt ist. Im Juni 2012 war die Aufregung deshalb besonders groß, als eines der Tiere durch die Kugel eines Jägers getötet wurde. Der 28- jährige Schütze wurde am Dienstag am Innsbrucker Landesgericht nicht rechtskräftig zu einer Geldstrafe in der Höhe von 960 Euro verurteilt.

Ein lauter Knall, der am 13. Juni 2012 durch das steinige Gebirgstal nahe Vent hallte, versetzte eine deutsche Wandergruppe in Aufruhr. "Da hat einer eiskalt einen Steinadler abgeknallt", lautete sinngemäß die Anzeige bei der Polizei.

Angeklagter: "Wollte Adler mit Schuss vertreiben"

Alpinpolizisten rückten aus und trafen auf den in Tirol lebenden Südtiroler, der im Jagdgebiet seines Onkels unterwegs war. "Ich habe die Laute eines Rehkitzes gehört und sah den Adler, den ich mit dem Schuss nur vertreiben wollte", erklärte der Jäger. Ein anderes Tier außer den prächtigen Vogel, der durch einen direkten Durchschuss getötet wurde, sahen die Wanderer allerdings nicht.

Mit dem Abschuss des Adlers hatte der 28- Jährige laut Gericht mindestens 20 Prozent des Brutvorkommens der Steinadler im europäischen Vogelschutzgebiet "Ötztaler Alpen" beeinträchtigt.

Bereits im Februar hatte ein Prozess gegen den Mann mit einer Diversion in der Höhe von 2.000 Euro geendet. Weil dem Staatsanwalt dies zu milde war, wurde der Südtiroler nun wegen vorsätzlicher Schädigung des Tierbestandes und Tierquälerei zur Geldstrafe in der Höhe von 960 Euro verurteilt. Auch den Jagdschein ist er mittlerweile los. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.


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orf.at vom 11.11.2013

Jäger stürzte in den Tod

Bei der Suche nach einer erlegten Gämse ist am Sonntagabend im Ennstal ein Jäger tödlich verunglückt. Der Mann war im unwegsamen Gelände des Hammergrabens abgestürzt und erst bei einer großangelegten Suchaktion gefunden worden.

Der 58-Jährige war mit drei Jagdkameraden im Hammergraben bei Kleinreifling (Bezirk Steyr-Land) auf der Pirsch und die Männer hatten eine Gämse angeschossen. Die vier Waidmänner verteilten sich im unwegsamen Gelände zur Nachsuche nach dem verletzten Tier.

Große Suchaktion in der Dunkelheit

Als der 58-jährige Mann nach einer Weile nicht zum vereinbarten Treffpunkt zurückkehrte, suchten seine Freunde nach ihm, allerdings erfolglos. Gegen 20.00 Uhr alarmierten die Jäger die Einsatzkräfte und eine großangelegte Suchaktion mit 33 Feuerwehrleuten aus Kleinreifling und Weyer und Suchhunden begann.

Der Vermisste wurde schließlich um 21.00 Uhr von Feuerwehrleuten gefunden. Der 58-Jährige war bei der Suche nach dem angeschossenen Tier im Hammergraben abgestürzt und hatte dabei tödliche Verletzungen erlitten. Es kam jede Hilfe zu spät.


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kleinezeitung.at vom 04.11.2013

"Jagd war schon in der Antike weiblich"

Petra und Elia Schneeweiß aus St. Oswald sind die Herausgeberinnen des Magazins die Jägerin. Europas erste Jagdillustrierte speziell für Frauen ist seit der ersten Ausgabe 2011 eine Erfolgsgeschichte. Doch wie passt Jagd und Frau zusammen? Kleine.tv im Gespräch mit den passionierten Jägerinnen.

Waidmannsdank: Heute feiern Jäger ihren Schutzpatron. Vom Hegen, Pflegen und Erlegen.


Die Hunde Charlie und Ilvy balgen sich im Kofferraum des Geländewagens, der sich gerade einen steilen Forstweg im Kärntner Jagdgebiet St. Oswald hochackert, während Mutter und Tochter auf der Vorderbank nur Augen für den Wegesrand haben, "Schau, da sinds', die Teifln!" Beide zücken ihre Gucker, die in den Taschen auf der Rückseite der Sitze verstaut sind. Über die Mittelkonsole ragen zwei lange, schmale Taschen - ihre Gewehre. Blaser und Sauer, Markennamen, die wohl nicht jeder Frau geläufig sind.

Petra und Elia Schneeweiß aus Bad Kleinkirchheim haben Witterung aufgenommen. Zumindest Sichtkontakt. "Wir sind Frauen und wir jagen gerne", werden sie am Ziel angekommen - einer Lichtung mit gnadenloser Aussicht - erklären. So wie sich die beiden oft erklären müssen: Zum Beispiel, dass Jägerinnen selbst schießen und warum das alles überhaupt sein muss. Gerade in Zeiten, in denen das Image des Jägers waidwund ist.

Elia, 28 Jahre, Betriebswissenschaftlerin und mit ihrer Mutter Herausgeberin der "Jägerin", der ersten Jagd-Zeitschrift für Frauen - die Hälfte der Abonnenten ist jedoch männlich - hat heuer die Jagdprüfung abgelegt. Beide Frauen haben den Umgang mit dem Gewehr so lange geübt bis er ihnen in Fleisch und Blut übergegangen ist. Der Wind seufzt durch die Bäume, in deren Schatten die beiden Frauen in Grün und Beige nur schwer auszumachen sind. "Dem Jäger geht es aber in erster Linie ums Hegen, um Fütterungen, Salzlecken oder darum, Hochsitze zu bauen", so Elia, die wie ihre Mutter in einer "jagdlichen Familie aufgewachsen" ist. Beide waren von klein auf immer dabei. Bei Familie Schneeweiß steht man zum Beispiel auf, bevor es Tag wird. In die Dunkelheit des Zuschauerraums Hochsitz gehüllt, sieht man der Natur mit Fern-, statt Operngläsern bei ihrem Schauspiel zu. Und wenn es sein muss, greift man ein. Dem Abschussplan entsprechend.

"Wir jagen für den Kühlschrank"

Und der bestimmt auch was daheim auf den Tisch kommt. Ob "Saures Rindfleisch" vom Hirsch oder Filet vom Auerhahn. "Wir jagen nicht wegen der Trophäe. Wir jagen für den Kühlschrank." Und genau jetzt wären wir beim Heiligen Hubertus angelangt, setzt Petra, die Hotelfachfrau nach. "Wenn ich ein Tier erlegt habe, nehme ich mir Zeit, um mich zu bedanken."

Auch mit Vegetariern und Veganern in ihrem Freundeskreis haben die Frauen viele Gespräche geführt. "Die Tiere leben im Freien, ohne Antibiotika, ohne Stress", so Petra, die sich wieder einmal erklären muss. "Ja, wir töten, aber wir verwerten alles", so die Tochter. Auch das "Aufbrechen", das Ausnehmen des Wildes, übernehmen sie selbst. Es sei auch die Aufgabe des Jägers Seuchen einzudämmen, "kranke und schwache Stücke zu erlegen", sagen sie auf dem Weg zum Hochsitz, dessen Leiter später unter den Stiefeln knarzen wird. "Es geht um das Zusammenspiel der Natur", so Petra. Meistens gehen Mutter und Tochter gemeinsam auf die Jagd. Dann sitzen sie schweigend oben am Hochsitz, in diesem dunklen Zuschauerraum zwischen Himmel und Erde.


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kurier.at vom 04.11.2013

Jäger drohte Eltern von Freundin mit Umbringen 

26-Jährige wollte sich trennen - Verdächtiger soll daraufhin gefährliche Drohung ausgesprochen haben.

Ein 26 Jahre alter Mann ist am Sonntagabend in Wien-Ottakring festgenommen worden, nachdem er gedroht haben soll, die Eltern seiner Freundin zu erschießen, sollte sie sich von ihm trennen. Die Mutter der 26-Jährigen alarmierte die Einsatzkräfte. Die Polizei stellte in der Wohnung des Verdächtigen - einem Jäger - zahlreiche Schusswaffen und Munition sicher.

Kurz vor 23.00 Uhr alarmierte die 46 Jahre alte Frau die Polizei. Sie gab an, dass sie telefonisch vom Freund ihrer Tochter mit dem Umbringen bedroht wurde. Der 26-Jährige und die junge Frau befanden sich zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung des Mannes in der Zöchbauerstraße. Gegen 23.00 Uhr verließ die 26-Jährige unversehrt die Wohnung des mutmaßlichen Täters. Kurz darauf öffnete der Mann selbst die Tür, er wurde von WEGA-Beamten festgenommen.

In der Vernehmung bestritt der 26-Jährige die gefährliche Drohung. Die Polizei stellte sieben Jagdwaffen, einen Elektroschocker und große Mengen Munition sicher.

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orf.at vom 04.11.2013

Intensive Jagd auf Wildschweine beginnt

Wildschweine haben sich in Niederösterreich stark vermehrt. Daher hat der Landesjagdverband die Jägerinnen und Jäger jetzt dazu aufgerufen, das Schwarzwild noch intensiver zu bejagen.

Die Wildschweine finden in Niederösterreich offenbar perfekte Bedingungen vor. Große Maisflächen dienen als Futterquelle, das Klima kommt den Tieren entgegen, um sich zu vermehren.

„Ausgewogener“ Tierbestand als Ziel

Jetzt sollen die Jäger wieder einen ausgewogenen Tierbestand herstellen, sagt Landesjägermeister Josef Pröll: „Vor allem beim Schwarzwild, den Wildschweinen, muss das Tempo im November und Dezember erhöht werden. Wir hoffen auf Schnee, dann ist die Riegeljagd deutlich erfolgreicher. Wir lassen hier nicht locker.“ Im Vorjahr wurden in Niederösterreich 31.500 Wildschweine erlegt. Heuer sollen es mindestens genau so viele, wenn nicht mehr, sein.

Mehr Sicherheit durch öfteres Übungsschießen

Zugleich will man die Sicherheit bei der Jagd weiter erhöhen und setzt dabei auf regelmäßige, freiwillige Übungsschießen, die von den Jägern auch gut angenommen werden, heißt es beim Landesjagdverband. Diese Schießen verpflichtend einzuführen, sei daher kein Thema. Die Jagdsaison ist heuer bislang unfallfrei verlaufen, im Vorjahr gab es ein Todesopfer bei einer Treibjagd.

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nwzonline.de vom 02.11.2013

Bejagung nicht notwendig   

Peter Höffken, Zoologe und Wildtierexperte der Tierschutzorganisation Peta, über Argumente gegen die Jagd als Freizeitvergnügen.
 
Frage: Was spricht gegen die Jagd in der heutigen Form?
Höffken: Vor allem sprechen wildbiologische Gründe dagegen. Verschiedene Studien belegen, dass eine Bejagung nicht notwendig ist, weil die Tierpopulation durch Witterung, Nahrungsmangel und andere natürliche Umstände im Zaum gehalten wird.
 
Frage: Aber die Jagd wird doch oftmals mit Bestandskontrolle begründet. Stimmt das nicht?
Höffken: Nein, der Bestand wird nicht explodieren, wie oft von den Jägern beschrieben. Im Gegenteil gibt es Untersuchungen, die belegen, dass die Bejagung die Sozialstruktur etwa von Wildschweinen stört. Wird das Leittier erlegt, beginnen auch andere Sauen, die normalerweise nicht gebären würden, sich zu vermehren.
 
Frage: In Berliner Vororten stromern Wildscheine immer häufiger durch die Straßen – auch, weil ihnen der natürliche Lebensraum fehlt. Wie sollte man hiermit umgehen?
Höffken: Jedes Jahr werden in deutschen Wäldern etwa fünf Millionen Tiere erschossen. Die wenigen hundert Tiere, die in urbane Lebensräume vordringen, sind dabei zu vernachlässigen. Wenn es denn zum Aufeinandertreffen von Mensch und Tier in solchen Situationen kommt, gibt es andere Möglichkeiten, die Tiere zu vergrämen, als sie sofort zu erschießen. Solche Vorfälle dürfen kein Vorwand sein, die Jagd allgemein zu rechtfertigen. Ähnlich ist es mit der Tollwut, die als Argument für die Fuchsjagd angeführt wird. Es gab seit Jahren keine Fälle von Tollwut bei Füchsen mehr, trotzdem schüren Jäger weiter Angst vor Füchsen mit Schaum vorm Mund, die auf Kinderspielplätzen auftauchen, um die Jagd auf diese Tiere zu rechtfertigen.
 
Frage: Bald finden wieder viele Hubertusjagden statt. Was hat Ihre Organisation dagegen an Aktionen geplant?
Höffken: Wir müssen den Kirchen in diesem Fall einen großen Vorwurf machen. Es wird noch immer der kirchliche Segen für Menschen erteilt, die Tiere aus Spaß töten.Das widerspricht aus meiner Sicht ganz klar der christlichen Achtung vor dem Leben. Wenn wir von solchen Segnungen erfahren, werden wir lokal die Verantwortlichen darauf ansprechen.

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"Bezirksblätter Mödling" vom 30.10.2013

Keine Spur von der Waldesruh´  

Die Jagd sorgt für Zündstoff. Wir haben einen Skeptiker und den Bezirksjägermeister befragt.

MÖDLING. Die Jagdsaison ist in vollem Gange und somit auch der Streit zwischen Gegnern und Befürwortern, Die Bezirksblätter Mödling baten Bezirksjägermeister Hans Taschler und Jagdskeptiker Felix Hnat zum Gespräch. Felix Hnat sieht die Jagd sehr skeptisch, weil sein Vater von einem Jäger mit den Worten "Ihr habts im Wald nix verloren" mit seinem Mountainbike vom Weg abgedrängt wurde.

"Ich habe viele Beka
nnte, denen es ähnlich ergangen ist, und die Aggression geht zumeist von den Jägern aus", so Hnat. Dem widerspricht Taschler: "Viele Menschen haben ein anderes Naturverständnis. Das sorgt für Probleme. Wir bemühen uns die. Leute aufzuklären, um den Lebensraum für das Jungwild zu ermöglichen.

Immer wieder Probleme

Felix Hnat sieht das anders. Vor allem Gefährdung oder - wie zuletzt in Kaltenleutgeben
- Tötung, von Hunden und Katzen sorgt immer wieder für Streit und Anzeigen. "Schätzungen zufolge werden im Bezirk Mödling 40 Katzen und 3 Hunde pro Jahr erschossen." Für ihn zählt auch nicht, dass das Wild deshalb geschossen wird, weil es eine Überpopulation gibt. "Die kommt zustande, weil das Wild im Winter gefüttert wird. Tiere würden von sich aus im Winter nicht so aktiv sein", so Hnat, der zu berichten weiß, dass Futterrüben und Getreide regelmäßig in den Wald gebracht werden. Auch diesbezüglich widerspricht Hans Taschler klar. "Die Jäger hegen und pflegen das Wild das ganze Jahr über. Der Feldhase wird an einem einzigen Tag im Jahr bejagt. Im Bezirk Mödling gibt es mehrere Reviere, die heuer ganz auf die Hasenjagd verzichten", so Taschler im Gespräch. Ohne Jäger und Bauern wäre, so Hans Taschler, "in unserer Region überhaupt kein Lebensraum für Wild mehr möglich."

Kein Feind der Jäger

"Ich kritisiere die Jagd und sehe sie skeptisch, aber ich bin keinem Jäger böse. Ich verurteile die Menschen nicht", so Felix Hnat. Was wäre sinnvoll, um in Zukunft Konflikte zu vermeiden. "Ich bin für die Abschaffung der Zucht, dafür, dass die Jagd in das Tierschutzgesetz aufgenommen wird und vor allem dafür, dass Jäger sich auch einem psychologischen Test unterziehen müssen", so Hnat. "Für die Jagdgegner ist der Jäger nur einer, der mit dem Gewehr unterwegs ist und jederzeit Wild erlegt. Das ist nicht richtig. Wir bemühen uns um den Schutz und die Erhaltung der Natur, um das Wild zu schützen und ihm einen Lebensraum zu schaffen" so Bezirksjägermeister Taschler. In Holland ist die Jagd außer auf Rehe und Hirsche gänzlich verboten.

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"Bezirksblätter Neulengbach/Wienerwald" vom 30.10.2013

Pflege oder Mord: Jäger im "Visier" 

Die Jagd sorgt für Zündstoff. Wir haben einen Skeptiker und den Bezirksjägermeister befragt.

Die Jagdsaison i
st in vollem Gange und somit auch der Streit zwischen Gegnern und Befürwortern.

BEZIRK ST. PÖLTEN (mh), Franz-Ioseph Plank, Gründer und Obmann des Tierschutzvereines „Animal Spirit" in Laaben, hat eine bekannt kritische Haltung zur Jagd: "Spaziergänger oder Radfahrer werden immer wieder von den grünberockten selbst ernannten Herren des Waldes angepöbelt".

Psychotests für Jäger

Seit der Durchsetzung des Wegerechts durch Bruno Kreisky in den 197oer
-Jahren dürfe jedoch jeder Mensch im Wald spazieren gehen, weil er als Erholungsgebiet gilt, so Plank, der "im Märchen von der Hege und Pflege und den guten Jägern" eine Reihe von Lügen sieht. "Die Bestände wild lebender Tiere regeln sich in Gebieten ohne menschliche Störung durch Straßen und Siedlungsgebiete selbstständig. Doch man lässt Wölfen, Luchsen und Bären ja keine Chance. Wenn es wieder einmal einer in unsere Gegend schafft, wird er sofort von irgendeinem schießwütigen Jäger illegal abgeknallt." Hobby- und Trophäen-Jäger sind Plank ein besonderer Dorn im Auge: "Das sind Städter, die sich ohne Bezug zur Natur mit sehr viel Geld einkaufen, damit sie sich das tolle Geweih oder andere Leichenteile zu Hause an die Wand hängen können." Der Fall von Alois Hubers Amoklauf (die Bezirksblätter berichteten) habe zudem gezeigt, wie wichtig die Einführung eines Psychotests für Jäger sei. "Bei uns kann jeder, der die Jagdprüfung gemacht hat, ein Mordinstrument legal bei sich zu Hause haben - das gehört einmal hinterfragt", fordert Franz Joseph Plank. Alles andere als ein Hobby sieht Johannes Schiesser - ab Anfang November neuer St. Pöltner Bezirksjägermeister - in der Jagd: "Für mich ist sie eine Berufung". Die Natur sich selbst zu überlassen, sei in Österreich und damit auch im Zentralraum von St. Pölten schwierig, so der Waidmann aus Hilpersdorf bei Traismauer. "Durch die Autobahnen und Schnellstraßen, die dichte Besiedelung und die land- und forstwirtschaftliche Nutzung haben die Wildtiere nicht mehr den Lebensraum, den es früher gegeben hat. Das kann man in Alaska oder Sibirien verwirklichen, aber 'nicht bei uns", sagt Schiesser.

Jagd ist "nachhaltig"

"Der eine oder andere Bär. oder Wolf wird schon sein Plätzchen finden, aber so wie
sich das manche vorstellen, wird das nicht funktionieren, weil die Rückzugsmöglichkeiten für Großraubwild nicht vorhanden sind." Jäger müssen - so Schiesser - die Möglichkeit haben, Biotope zu schaffen, in denen sie Bestände aufhegen können. Nur so gebe es Jahr für Jahr eine "Ernte" und dadurch werde auch die eine oder andere Wildart. erhalten, die nicht jagdbar sei. "Du greifst nur so viel ein, dass du eine Population erhältst und immer wieder den Zugang abschöpfen kannst. Jagd ist eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen nicht auf Kosten der Natur, sondern mit der Natur", ist Johannes Schiesser überzeugt.

ZUR SACHE

Auf die 2200 Jagdkarten-Besitzer im Bezirk St. Pölten kommen pro Jahr rund 5500 Abschüsse auf Rehwild (zusätzlich sterben 2300 bei Verkehrsunfällen), 1800 auf Schwarzwild und 100 auf Rotwild, wie uns Noch-Bezirksjägermeister Josef Petschko in seiner letzten Funktionswoche mitteilte.

PRO

Dr. Josef Pröll, NÖ Landesjägermeister

Der Jäger sorgt für Ausgewogenheit
"Gerade heute, in Kultur- und nicht Naturlandschaften, wo der Mensch aus eigennützigen Interessen schon massiv eingegriffen hat, ist eine Regulierung bestimmter Wildtierbestände notwendig.
Nichts regelt sich bei uns noch "von selbst", ein Auge auf die richtige Ausgewogenheit von Wildvorkommen im verfügbaren Lebensraum zu werfen, macht Sinn. Das ist aber nur ein Standbein der Jagd, denn nicht alle Wildarten müssen reguliert werden. Das zweite Standbein der Jagd ist die Nutzung von selbst nachwachsender Ressourcen. Wir Jäger nutzen Wildbestände, die sich von selbst erneuern und vergrößern."


CONTRA

Martin Balluch, Obmann Verein gegen Tierfabriken  

Jagd in meisten Fällen unnötig
"Bei vielen Tieren wie Fuchs, Dachs und Vogel trifft eine Notwendigkeit zur Bejagung überhaupt nicht zu. Auch bei Paarhufern hat man festgestellt, dass ohne ganzjährige Fütterungen, sich auch der Bestand von selbst in Grenzen halten würde.

Wir lehnen besonders die Treibjagden auf überfütterte Paarhufer, importierte Hasen oder gezüchtete Vögel ab. Es ist ja nicht so, dass die alle gegessen werden. Eine Untersuchung ergab, dass drei Viertel aller Fasane nicht gegessen werden. Sie werden ganz einfach nach dem Abschuss eingegraben."
 

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nachrichten.at vom 28.10.2013

„Auf einmal hab’ ich in den Lauf von seinem Jagdgewehr geschaut“  

RIED. Weil ihn ein Zeuge wegen eines Verkehrsdelikts zur Rede stellte, bedrohte ihn ein Jäger in der Rieder Innenstadt mit dem Jagdgewehr. Wenig später trafen die beiden in einem Lokal erneut aufeinander. Die Einsatzgruppe Cobra verhängte gegen rabiaten Weidmann ein Waffenverbot.

Mitten in der Rieder Innenstadt musste am Donnerstagabend die Sondereinsatzgruppe Cobra ausrücken. Wie erst gestern bekannt wurde, soll ein Jäger aus dem Bezirk Ried einen 50-jährigen Unternehmer aus dem Bezirk Braunau mit einem Jagdgewehr bedroht haben. Wenig später trafen die beiden in einem Innenstadtlokal erneut aufeinander. Die Einsatzkräfte nahmen dem Weidmann die Waffe ab, er leistete keinen Widerstand.

Laut Auskunft des Braunauers war der Jäger mit hohem Tempo verkehrt in eine Einbahn gefahren. Dann soll er reversiert haben und hielt seinen Wagen neben dem 50-Jährigen an. „Ich habe ihn gefragt, ob er bemerkt hat, dass er gegen die Einbahn gefahren ist“, berichtet der Braunauer. Daraufhin soll ihn der Weidmann, der erheblich betrunken gewirkt habe, verbal bedroht haben, „und auf einmal hab’ ich in den Lauf von seiner Waffe geschaut.“ Anschließend gab er Gas und brauste davon.

Unliebsames „Wiedersehen“

Für den 50-Jährigen war der Albtraum damit aber noch nicht ausgestanden. Nachdem er bei einer kurz danach eintreffenden Polizeistreife seine Aussage zu Protokoll gegeben hatte, betrat er gegen 22 Uhr ein nahes Innenstadtlokal. Vier Gäste waren noch im Schankraum. Der Braunauer ging an die Bar – und traute seinen Augen nicht: Vor ihm saß der Amokfahrer und begrüßte ihn mit einem hämischen „Servus!“

Der 50-Jährige verließ fluchtartig das Lokal und alarmierte die Einsatzkräfte. Der Verdächtige soll dann noch zu den anderen Gästen gesagt haben, „das is’ der, dem i die Puff’n hing’halten habe“, verbunden mit einer erneuten Drohung gegen den Zeugen. Dann verließ er das Lokal. Auf dem Weg zum Auto hielten ihn die Cobra-Beamten an. Gegen den Weidmann wurde ein vorläufiges Waffenverbot verhängt, auch seinen Führerschein ist er los.

Da der Staatsanwalt laut Ermittlern keinen Handlungsbedarf sah, wurde von einer Festnahme des Mannes Abstand genommen.


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orf.at vom 23.10.2013

Gamsvideo: Jagd teils ohne Jagdkarten

Ein Video über eine grausame Gamsjagd in der Leutasch sorgte vor drei Monaten österreichweit für Entsetzen. Jetzt werden weitere Details bekannt: Die maßgeblichen Tiroler Jäger hatten damals offenbar keine gültige Jagdpapiere. Ihnen droht nun der Entzug der Jagdkarten.

Das Entsetzen über ein youtube-Video war im August österreichweit groß. Ein russischer Jagdgast hatte eine Gams im Beisein mehrerer Tiroler Jäger angeschossen und das Tier lebend minutenlang über Geröll geschleift - mehr dazu in Video: Jagdgast aus Russland quält Gams. Gegen den Russen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Tierquälerei. Die Tiroler Jäger müssen Mitte November vor den Disziplinarausschuss.

Keiner hatte Berechtigung für die Jagd

Die Jagdgesetze sind in Österreich klar geregelt: Wer hier jagen will, braucht eine Jagdkarte, den „Führerschein“ für Jäger. Wer als ausländischer Gast jagen will, braucht eine Jagdgastkarte. Wer in Österreich ein Jagdgebiet pachtet und selbst jagt, muss eine gültige Jahresjagdkarte besitzen.

Die Tiroler Jäger, die den russischen Jagdgast an jenem 15. August begleitet haben, dürften die österreichischen Jagdgesetze schlicht außer acht gelassen haben: Aus gut informierten Jagdkreisen hört man, dass der Jagdpächter zu dieser Zeit keine gültige Jahresjagdkarte hatte. Der Jagdleiter, der der Sohn des Pächters ist, hatte keine gültige Jagdkarte. Nur der Russe hatte eine gültige Jahresgastkarte, die der Jagdleiter ausgestellt hatte.

Ein Jagdaufseher, der nicht gehen kann

Zudem ist für jedes Revier gesetzlich zwingend ein Jagdaufseher, ein sogenanntes Jagdschutzorgan vorgesehen. Jener Aufseher, der in der Leutasch gemeldet war, wusste angeblich nicht, dass ihn der Pächter nominiert hatte. Der Aufseher ist in Frühpension, da er seit einigen Jahren aufgrund eines Unfalls nicht mehr gehen kann, so hört man.

Die betroffenen Jäger müssen im November vor den Disziplinarausschuss des Tiroler Jägerverbandes. Sie haben sich mittlerweile gültige Jagdkarten beschafft. Ihnen droht aber seitens des Jägerverbandes der Entzug der Jagdkarten.


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allgaeuhit.de vom 23.10.2013

Rentner erschießt schwerkranke Ehefrau und sich selbst

Familiendrama im Kleinwalsertal - Die Polizei musste gestern Abend zu einem Tötungsdelikt ins Kleinwalsertal ausrücken. Ein 75-jähriger Mann hat seine 73-jährige Frau, welche an den Folgen einer schweren Krankheit litt, erschossen und anschließend sich selbst gerichtet. 

Der 75-Jährige hatte seine Frau gestern Nachmittag gegen 16 Uhr aus einem Seniorenheim im benachbarten Oberallgäu abgeholt. Anschließend waren sie nach Hause gefahren. In der Garage des Wohnhauses in Hirschegg begang er die Tat mit einem Jagdgewehr, das er legal besessen hatte. Um 18:22 Uhr fand der Sohn des Ehepaars die Leichen seiner Eltern und verständigte die Einsatzkräfte.

Das Landeskriminalamt führt in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Kleinwalsertal die weiteren Ermittlungen - nach derzeitigem Stand gibt es aber keine Hinweise auf eine Beteiligung weiterer Personen. Unabhängig davon wird in den nächsten Tagen eine Obduktion stattfinden.

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kurier.at vom 18.10.2013

Hutmacher Nagy holte sich ausgestopften Puma zurück 

Hutmacher-Legende Leo Nagy bekam von der Kripo die Beute des Todesschützen zurück.

Mir jagt es heute noch einen Schauer über den Rücken, wenn ich daran zurück denke, dass der Amokschütze 2003 Gast in unserer Jagdvilla war“, sagt Hutmacher Leo Nagy senior. Wie in etliche andere Jagdvillen in Niederösterreich und der Steiermark kam der Vierfachmörder Alois Huber auch in Nagys Anwesen in Gutenstein als Einbrecher und Brandstifter.

Am Donnerstag konnte sich der passionierte Weidmann einen Teil der in Hubers Geheimbunker sichergestellten Beute aus dem Landeskriminalamt (LKA) in St. Pölten abholen.

Der 88-Jährige konnte seinen Augen nicht trauen, als er eine Halle im LKA betrat und da plötzlich vor den hunderten Beutestücken des Todesschützen stand. „Ein Wahnsinn, einfach unglaublich“, rang der rüstige Pensionist nach Worten. Zusammen mit seiner Cousine verfrachte er die Stücke schließlich in seinen Geländewagen.

Im Gespräch mit dem KURIER erinnerte sich Nagy an einen besonders schicksalhaften Tag zurück, der ihm erst nach den vielen Berichten über den Amokläufer wieder in Erinnerung kam. „Ich habe jedes Jahr ein Jägertreffen mit einer Abordnung aus einem Bezirk gemacht. 2003 war der Bezirksjägermeister aus Melk, Johann Egger, mit einigen Jägern eingeladen. Wie wir jetzt wissen, war auch Alois Huber dabei“, sagt Nagy.

Bei einer Führung am Anwesen konnte sich der Wilderer ein genaues Bild vom Gebäude, den Sicherheitsvorkehrungen sowie den wertvollen Trophäen im Haus machen. „Er hat es sicher damals schon ausspioniert“, glaubt Nagy.

Insider

Im Jahr darauf, am 27. August 2004, geschah der Einbruch und das verheerende Feuer. Ein Großteil des Hauses wurde zerstört.

Nagy kann sich an diesen Tag noch genau erinnern: „Meine Frau und ich hatten an dem Abend eine Einladung zu einem Benefizkonzert. Wir haben überlegt, nach Gutenstein zurück zu fahren, haben dann aber zum Glück in Wien geschlafen, weil das näher war. Wer weiß was sonst passiert wäre, wenn er uns zu Hause angetroffen hätte?“, sagt der Grandseigneur der Hutmacher-Dynastie.

„Ich habe mir immer gedacht, dass es ein Jäger ist oder jemand der mit der Jagd eng verbunden ist“, schildert Leo Nagy senior.

Mehrere Hundert ausgestopfte Tiere und Trophäen sowie 305 gestohlene Gewehre und Pistolen aus Hubers Haus liegen im Polizeikeller. Die Zuordnung aller Gegenstände wird noch viele Wochen in Anspruch nehmen.

Bei Nagy war es leicht: Der Wilderer hatte aus dem Jagdhaus einen markanten, ausgestopften Puma, zahlreiche Hirsch-Trophäen sowie ein Gewehr, Feldstecher und mehrere Armee-Pistolen mitgehen lassen. Nicht alles passte in den Kofferraum.

„Es war von Anfang an merkwürdig. Er hatte es nur auf außergewöhnliche Tiere und den Waffenschrank abgesehen. Alle anderen Laden und Kästen im Haus hat er nicht aufgemacht. Er hat auch kein Geld gesucht“, schildert Nagy. In gewisser Weise war Huber sogar ein Insider.

Der finanzielle Schaden sei durch eine Versicherung gedeckt gewesen. „Der ideelle Schaden bleibt aber“, so Nagy. Deshalb sei er auch froh, seinen Puma wieder zu haben. Das Tier hat er 2000 in Kanada geschossen. Jetzt will er die Trophäe wieder zu Hause an die Wand hängen.


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orf.at vom 16.10.2013

Jäger stürzte von Hochsitz - schwer verletzt

Beim Sturz von einem Hochsitz ist am Dienstag im Gemeindegebiet von Gaal im Bezirk Murtal ein Jäger schwer verletzt worden. Der 66-Jährige wollte am Abend vom Hochsitz steigen und stürzte dabei drei Meter in die Tiefe.

Der 66-Jährige dürfte beim Abstieg ausgerutscht sein und stürzte zu Boden; dabei erlitt er einen offenen Bruch am Fußgelenk.

Schwierige Bergung

Der Verletzte verständigte telefonisch einen Bekannten, der dann die Einsatzkräfte alarmierte. Der Einsatz gestaltete sich in dem unwegsamen Gelände als schwierig - der Verletzte musste gut zwei Stunden bis zu seiner Rettung ausharren.


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oe24.at vom 15.10.2013

Jagdunfall: Top-Banker im Koma

Drama um Ex-Landesbanker Ludwig Scharinger: Er stürzte auf der Jagd, liegt im Koma.

Bangen um einen der profiliertesten Bankmanager des Landes: Der legendäre Ex-General der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, Ludwig Scharinger (70), ist bei einem Jagdunfall in Russland schwer verunglückt. Er liegt auf der Intensivstation im künstlichen Koma.

Scharinger war privat in der Nähe von Jekaterinburg unterwegs, als das Unglück geschah. Nach einem Ausflug zur Jagd auf den sibirischen Rehbock, rutschte er auf einer Stiege aus, verlor das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Der mächtige Ex-Banker, den sie auf Grund seiner Machtfülle König Ludwig nannten, brach sich die Schulter und einen Arm und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma.

Zunächst wurde Scharinger in ein Spital nach Jekaterinburg eingeliefert. Nach der ersten ärztlichen Versorgung wurde er am Wochenende mit einem Ambulanzjet in seine Heimatstadt Linz ausgeflogen. Dort kam er sofort auf die Intensivstation und wurde in künstlichen Tiefschlaf versetzt.

Auch als Pensionist noch in vielen Aufsichtsräten

Lebensgefahr besteht laut Ärzten der Landesnervenklink Wagner Jauregg nicht, der Zustand des Managers wird als stabil bezeichnet.

Ludwig Scharinger war bis April 2012 Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank, die er mehr als ein Vierteljahrhundert geführt hatte. In dieser Funktion gehörte er zu den einflussreichsten Managern Österreichs.

Noch heute sitzt Scharinger in zahlreichen Aufsichtsräten und ist Präsident der Österreichisch-Russischen Freundschaftsgesellschaft.

König Ludwig baute ein Raiffeisenimperium auf

Ludwig Scharinger gehörte und gehört nach wie vor zu den größten Netzwerkern Österreichs. Experten zählten den umtriebigen Banker bis zu seiner Pensionierung sogar zu den Top 3 des Landes.

Sein Spitzname: König Ludwig. Tatsächlich baute Scharinger in mehr als einem Vierteljahrhundert ein Imperium auf. Seine Raiffeisenlandesbank soll an 528 Unternehmen im In- und Ausland direkt oder indirekt beteiligt gewesen sein.

Durch seine Nähe zur Politik geriet er allerdings auch immer wieder in die Kritik.


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wirtschaftsblatt.at vom 13.10.2013

Österreicher schießen deutlich mehr Wild

Wien. Österreichs Jäger waren heuer wieder fleißig, wie aktuelle Daten der Statistik Austria zeigen: Im Jagdjahr 2012/13 lag die Gesamtzahl der Abschüsse mit 889.000 um 8,0 Prozent über dem Wert der letzten Saison. Die Stückzahl an Haarwild stieg deutlich an (+12,1 Prozent auf 679.000 Stück), während sie bei Federwild zurück ging (-3,6 Prozent auf 210.000 Stück).

Insgesamt wurden im abgelaufenen Jagdjahr 416.000 Stück (+12,3 Prozent) an Schalenwild erlegt, darunter 282.000 Stück Rehwild (+4,4 Prozent), 59.000 Stück Rotwild (+20,8 Prozent), 49.700 Stück Schwarzwild (+88,5 Prozent) und 20.700 Stück Gamswild (-3,0 Prozent). An Niederwild (+11,9 Prozent auf 263.000 Stück) blieben unter anderem 126.000 Hasen (+4,5 Prozent), 69.900 Füchse (+24,4 Prozent), 24.700 Marder (+14,5 Prozent) und 17.400 Wiesel (+25,3 Prozent) auf der Strecke.

Bei der zahlenmäßig bedeutendsten Gruppe des Federwilds, den Fasanen, ergaben 104.000 Abschüsse ein Minus von 6,6 Prozent. Auch Wildenten mit 73.200 Stück (-1,0 Prozent), Schnepfen mit 3.100 Stück (-2,1%), Wildgänse mit 2.200 Stück (-6,1 Prozent) und Blässhühner mit 877 Stück (-17,8 Prozent) wurden weniger geschossen, während die Anzahl der Abschüsse bei Wildtauben auf 17.400 Stück (+4,6 Prozent) und Rebhühner auf 7.100 Stück (+0,3 Prozent) anstiegen.

Mehr Fallwild

Neben den Wildabschüssen kommt es auch stets zu Wildverlusten aufgrund des Straßenverkehrs, wegen ungünstiger Witterungsverhältnisse oder Krankheit. Für das Jagdjahr 2012/2013 wurden insgesamt 134.000 solcher Verluste gemeldet, um 2,6 Prozent mehr als zuletzt. Allein dem Straßenverkehr fielen unter anderem 38.700 Stück Rehwild (+8,0 Prozent), 24.300 Hasen (-1,8 Prozent) und 8.800 Fasane (-3,3 Prozent) zum Opfer.

Bundesweit übten 20.100 Jagdschutzorgane, davon 639 Berufsjägerinnen und Berufsjäger (-11,5 Prozent) sowie 19.400 sonstige Jagdschutzorgane (-0,8 Prozent) ihren Dienst in den Revieren aus. Die Anzahl der insgesamt gültigen Jahresjagdkarten erhöhte sich mit 126.000 Stück (+2,7 Prozent) geringfügig. Darüber hinaus wurden 11.900 Jagdgastkarten (+0,6 Prozent) ausgegeben.

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oe24.at vom 12.10.2013

Radler getötet: U-Haft für Jäger

Hinterhältig versuchte ein Jäger aus NÖ, einen Unfall zu vertuschen.

Der Crash ereignete sich am Sonntag nahe der Stadt Körmend. Johann P., Jäger aus dem Bezirk Neunkirchen und Beamter in Wiener Neustadt, machte in einem Augenblick alles falsch, was man als Autofahrer falsch machen kann: Der 47-Jährige überholte im absoluten Überholverbot viel zu schnell ein Auto und rammte dabei einen mit Warnweste gut gekennzeichneten Radler, der ihm entgegenkam. Der ungarische Biker flog mehr als 70 Meter weit und starb an der Unfallstelle. Der Niederösterreicher beging Fahrerflucht.

Mit blutigen Kennzeichen über Grenze gebracht


Zwei Tage später war der Familienvater ausgeforscht - obwohl er alles daran gesetzt hatte, nicht erwischt zu werden. Als er nach dem Unfall merkte, dass die Grenzen dichtgemacht wurden, versteckte Johann P. (es gilt die Unschuldsvermutung) seinen demolierten Suzuki Grand Vitara im Stall eines Jägerfreundes in Hegyhathodasz. Dann setzte er sich (mit den blutigen Kennzeichen und wohl mithilfe des Kumpans) nach Österreich ab. Und suchte sogleich per Internet einen baugleichen Vitara.

Um 15.000 € baugleichen Geländewagen gekauft


Am Montag meldete er in Neunkirchen seinen alten Wagen ab und den neuen, den er um 15.000 Euro erstanden hatte, an. Damit wollte er dann in sein Revier fahren. Doch kurz darauf stand die Polizei vor seiner Tür und nahm den Jäger fest. Er wurde nach Ungarn überstellt -wo jetzt die U-Haft verhängt wurde.

Seine Ausrede, geglaubt zu haben, nur ein Wildschwein oder einen Hirsch angefahren zu haben, glaubt ihm angesichts seiner perfiden Vorgangsweise niemand.


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salzburg.com vom 03.10.2013

Salzburger SPÖ fordert Psychotests für Jäger

Das Wilderer-Drama von Annaberg, bei dem vier Menschen getötet wurden, hat auch in Salzburg Konsequenzen. Die SPÖ forderte nun, dass der Zugang zu Waffen und die Kontrolle verschärft werden.

Waffenbesitzer sollen psychologische Tests absolvieren müssen. Das will die Salzburger SPÖ. Der Salzburger Sozial- und Gesundheitsausschuss hat sich am Mittwoch mit dem Antrag der Sozialdemokraten beschäftigt. ÖVP, FPÖ und Team Stronach sprachen sich allerdings dagegen aus. Dafür wurde ein Abänderungsantrag einstimmig angenommen. Angehende Jäger werden in Zukunft von den Bezirksbehörden zumindest auf vergangene Gesetzesübertretungen überprüft.

Unterschiedliche Ansichten der Parteien

Landtagsabgeordneter Othmar Schneglberger (SPÖ) argumentierte, bei der Jagdprüfung werde auf die Fertigkeit der Waffenhandhabung, aber nicht auf die psychologische Eignung Wert gelegt. Auch könne sich die psychologische Eignung eines Menschen im Lauf der Jahre ändern. Abgeordnete Kimbie Humer-Vogl (Grüne) berichtete von einer sehr hohen Selbstmordrate bei Schusswaffenbesitzern, je mehr Tests es gebe, desto besser sei es. Josef Schöchl von der ÖVP betonte hingegen, dass auch laufende verpflichtende Tests könnten tragische Vorfälle nicht sicher ausschließen könnten. Für Ernst Rothenwänder (FPÖ) gibt es bereits jetzt ausreichend rechtlich abgesicherte Gründe, um Personen den Schusswaffenbesitz zu untersagen.


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meinbezirk.at vom 02.10.2013

Jäger nach Beinbruch von Bergrettung geborgen

GSCHNITZ (cia). Die Bergrettung Steinach-Trins-Gschnitz hat am Dienstag, dem 1. Oktober, ausrücken müssen um einen Schweizer zu bergen. Wegen starken Nebels war der Einsatz des Hubschraubers nicht möglich. Acht Mann der Bergrettung und ein Notarzt stiegen zu Fuß auf und fanden den Verletzten nach einer etwa zweistündigen Suche. Sie versorgten ihn und brachten ihn in ca. zweieinhalb Stunden ins Tal zurück

Der Jagdgast war am Nachmittag Jagdhütte am Kuhberg in Richtung der „Schwarzen Wand“ unterwegs. Er rutschte auf einer nassen Steinplatte aus und brach sich das Sprunggelenk, als er mit dem Fuß zwischen zwei Steine geriet. Der 42-Jährige setzte selbst über die Schweizer Rettungsflugwacht „REGA“ den Notruf ab, die ihrerseits die Leitstelle Tirol von dem Unfall in Kenntnis setzte.

Der Verletzte wurde im Landeskrankenhaus Hall ambulant behandelt und anschließend in die häusliche Pflege entlassen.


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orf.at vom 02.10.2013

Wilderer: Ermittlungen werden ausgeweitet

Seit dem Vierfachmord durch Alois H. durchkämmt die Spurensicherung das Haus des Täters. Dabei stoßen die Ermittler auf immer mehr Details und untersuchen, ob die Gegenstände anderen Straftaten zugeordnet werden können.

Die Ermittlungen ziehen immer weitere Kreise und werden wohl noch Monate dauern. „Wir haben den Radius der Straftaten, was Wilderei und Einbrüche in Jagdhäuser usw. betrifft, ausgedehnt in die anliegenden Bundesländer Steiermark und Oberösterreich“, sagt Polizeisprecher Johann Baumschlager, „dort fordern wir jetzt Akten an.“ 15 Jahre will man zurückgehen und hofft so weitere bisher ungeklärte Straftaten zu lösen.

Zusammenhang mit anderen Straftaten ermittelt

In dem Haus des Täters sind bereits Gegenstände und Waffen gefunden worden, von denen die Polizei weiß, dass sie im Zusammenhang mit Straftaten stehen - mehr dazu in Wilderer: Gestohlene Motorräder gefunden, Wilderer: Einbrüche und Diebstähle begangen? und Wilderer-Waffenlager: Langwierige Ermittlungen. Ob Alois H. diese selbst begangen hat oder ob er Mitwisser hat, darüber lässt sich laut Baumschlager zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen - mehr dazu in Wilderer: Keine Hinweise auf Mittäter.


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salzburg.com vom 01.10.2013

Jäger teilt "Watsch'n" aus: Prozess in Salzburg

Ein Jäger hat am 19. Mai drei Jugendliche aus seinem Revier im Flachgau mit Stockschlägen und zwei "Watsch'n" vertrieben. Der Deutsche musste sich deswegen am Dienstag in Salzburg vor Gericht verantworten.

Er sei provoziert worden und habe deshalb "überreagiert", gestand der Angeklagte ein. Der Prozess wurde zur außergerichtlichen Einigung im Rahmen eines Tatausgleiches vertagt. Der Beschuldigte soll an zwei Opfer insgesamt 300 Euro an Schmerzensgeld und 150 Euro als Pauschalkostenbeitrag zahlen.

Der Angeklagte hatte sich an jenem Spätfrühlingsabend auf die Bockjagd gefreut, doch als er mit einem Salzleckstein um 17.30 Uhr in die Nähe seines Ansitzes kam, saßen da drei Burschen neben ihren Mopeds auf dem Boden und verspeisten ihr Eis. Auf seine Aufforderung, sie mögen sich rasch und leise aus seinem Revier entfernen, hätten sie ihm nur eine "Gosch'n" angehängt und geantwortet, sie könnten sich überall im Wald aufhalten, der sei öffentlich, schilderte der Jäger. "Da ist die Situation eskaliert. Ich wurde zornig und habe überreagiert." Der Rückzug der Eindringlinge ging dem Jäger zu langsam vor sich, er half mit dem Stock nach. Zwei Burschen bekamen jeweils einen Hieb ab. Laut Strafantrag haben die beiden Prellungen erlitten.

Die Auseinandersetzung verlagerte sich zu einem Holzlagerplatz am Rande des Reviers. Dorthin hatten die Jugendlichen ihre Mopeds hingeschoben, um eine Pause einzulegen. Der Jäger fühlte sich wieder provoziert, weil sie sein Jagdgebiet immer noch nicht verlassen hatten. Einer der Burschen habe zu ihm gesagt, er solle sich schleichen. "Da habe ich ihm eine Watsch'n gegeben, und als er sagte 'fick dich', hab ich ihm noch einmal eine Ohrfeige gegeben", erzählte der Angeklagte, Eisenbahndirektor von Beruf. Dass er zu den Jugendlichen noch "schleicht's euch, sonst brenn' ich euch eine nach" geschrien habe, bestritt der Angeklagte ebenso wie die Angaben der Burschen, er habe eine Langwaffe getragen. "Das Gewehr ist im versperrten Auto gelegen", beteuerte der Jäger.

Die Verteidigerin des Deutschen regte eine diversionelle Einigung an. Einzelrichterin Daniela Segmüller wie auch Staatsanwalt Robert Holzleitner waren mit dem Vorschlag einverstanden. Neben der Schadenswiedergutmachung müsse sich nun der Angeklagte in Gesprächen mit Vertretern des Vereins Neustart über die Folgen seiner Tat auseinandersetzen, er solle auch mit den Opfern alles durchbesprechen und sich bei ihnen entschuldigen, erläuterte die Richterin den drei Burschen, die als Zeugen geladen waren. Mit dem Vorschlag war der 16-jährige Jugendliche, der die Ohrfeige kassiert hatte, "eigentlich nicht" einverstanden, wie er betonte, seine zwei Freunde schon. Nach dem Prozess am Landesgericht Salzburg zeigten sich die drei Teenager enttäuscht über den vom Gericht angestrebten Tatausgleich. Ein Vater sagte, der Prozess sei eigentlich umsonst gewesen. Sollte der Tatausgleich scheitern, wird weiterprozessiert.


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kleinezeitung.at vom 23.09.2013

Ehefrau bedroht: "Dich erschieß' ich auch einmal"

Nach Drohung nahm Cobra 54-jährigen Jäger aus Graz bei seiner Freundin in Bruck fest. Ausgelöst wurde der Einsatz durch einen Streit in einer Grazer Wohnung. Der 54-jährige Jäger und seine 60-jährige Ehefrau leben in Scheidung.

Nach dem Massaker in Annaberg, Niederösterreich, sind auch die steirischen Sicherheitskräfte sensibilisiert. Das bestätigte sich Samstagnacht. Nachdem ein Jäger aus Graz 26 Stunden vorher seine Frau mit dem Umbringen bedroht hatte, rückte die Spezialeinheit Cobra aus, um den Mann festzunehmen. Ausgelöst wurde der Einsatz durch einen Streit in einer Grazer Wohnung. Der 54-jährige Jäger und seine 60-jährige Ehefrau leben in Scheidung. Deshalb kam es zwischen dem Ehepaar in der Nacht auf Samstag, gegen 1.15 Uhr, zu einer Auseinandersetzung. Ein Wort ergab das andere.

Verspätete Anzeige

"Ich versteh jetzt den Wilderer. Dich erschieß' ich auch einmal", soll der Jäger seiner Frau gedroht haben. So steht es zumindest in der Anzeige, die die Ehefrau erst Samstagabend um 21.15 Uhr bei der Polizei erstattet hatte. Laut ihren Angaben soll sich der Gatte nach der Drohung zum Kleiderschrank begeben haben, wo er seine Schrotflinte aufbewahrt hatte. Sie flüchtete zu ihrer Mutter, die im selben Haus wohnt.

Doch der Jäger dürfte sich lediglich Kleider aus dem Schrank geholt haben, denn er fuhr wenig später zu seiner Freundin nach Bruck. Als die Frau Anzeige erstattete, wusste die Polizei nicht, dass der Gesuchte die Wohnung in Graz ohne Schrotflinte verlassen hatte. Man ging davon aus, dass er bewaffnet sein könnte, und schickte das Einsatzkommando Cobra los. Um vier Uhr früh wurde er bei seiner Freundin festgenommen und in die Justizanstalt Graz-Jakomini gebracht.


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orf.at vom 22.09.2013

Wahnsinnstaten: Image-Schaden für Jäger

Auch Salzburgs Jägerschaft hat nach den Morden und Wahnsinnstaten in Niederösterreich bessere Zeiten erlebt. Harte Debatten, Kritik und das Image von Jägern und Wilderern beschäftigen Salzburgs Waidmänner und Frauen aber schon länger.

Auch beim Informations- und Schmankerlstandl der Salzburger Jägerschaft mit Wildfleisch auf dem Rupertikirtag in der Altstadt ist der vierfache Mord im niederösterreichischen Großpriel nicht nur ein heißes Thema. Er ist ein heikles Thema.

Wandel beim Image stark spürbar

Das Image der Jäger leidet darunter - aber auch wegen anderer Vorfälle in diesem Jahr; bundesweit und im Land Salzburg. Auch dieses blieb schon vor Monaten von einigen heftigen Debatten über die Ökologie, Jägerschaft, ihre Lobby, Wünsche, Pläne und Positionen nicht verschont.

Schwerstens gequälte Gams

Zum Beispiel, als ein Jagdgast in Tirol eine angeschossene, vor Schmerz schreiende Gams auf - für viele Beobachter - barbarische Art über Geröll ins Tal zu zerren versuchte. Einheimische Jäger sollen seelenruhig und längere Zeit zugesehen haben, bis dann jemand die schwer gequälte Gams mit dem Messer tötete und erlöste. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht nur in diesem Fall.

Funktionäre verweisen auf positive Rollen

Die Jägerei sei aber weit mehr als einfach Tiere zu erlegen, betonen Jäger und Funktionäre ihrer Verbände. Für viele Männer und Frauen im Waidwerk ist es eine besondere Leidenschaft, die Natur zu beobachten, aber auch das Wild zu pflegen und die Population im Zaum zu halten.

Denn vor allem das Rotwild vermehrt sich im Land Salzburg sehr stark. Ist der Bestand zu hoch, verursachen die Tiere durch Verbiss schwere Schäden in den Wäldern. Sie fressen auch junge Bäume bei der Wiederaufforstung.

Auch Salzburger Debatten

Heuer sind die Jäger schon mehrfach heftig in die Kritik geraten, auch in Salzburg: Im April verkündet die Jägerschaft, den Schneehasen, das Schneehuhn und auch das Haselhuhn wieder gesetzlich zum Abschuss freigeben zu wollen. Die Landesumweltanwaltschaft protestierte und sprach von Rückschritt und Trophäenjagd. Die endgültige Entscheidung in dieser Frage durch die Politik wird vermutlich nach der Nationalratswahl fallen.

Im August 2013 soll dann ein Salzburger Wanderer von einem Kärntner Jäger attackiert und gewürgt worden sein. Die zwei Jagdkollegen sollen zugesehen und nicht geholfen haben. Auch in diesem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft. Dazu kommen nun die Schwer- und Schwerstverbrechen in Niederösterreich mit vier Morden - drei toten Polizisten und einem ehrenamtlichen Rotkreuz- und Bergrettungssanitäter - sowie dem folgenden Selbstmord des mutmaßlichen Wilderers bzw. Jägers, der diese Menschen ins Visier nahm.

Landesjägermeister weist Kritik zurück

Der Salzburger Landesjägermeister Sepp Eder betont, solche Taten hätte allesamt nichts mit der Jägerschaft oder Leuten zu tun, die aktuell Besitzer von gültigen Jagdscheinen wären. Eder lehnt auch eine gesetzliche Pflicht zu psychologischen Tests für Leute ab, die die Jagdprüfung erfolgreich abgelegt hätten. Denn die Waffenkunde würde in dieser Ausbildung viel besser gelehrt, als es jeder psychologische Test machen könne, sagt Eder im ORF-Interview. Andererseits weisen unabhängige Experten und Fachleute der Polizei auf technische Gegebenheiten hin. Demnach seien Jagdwaffen mit ihrer modernen Zieloptik, Präzision, Mündungsgeschwindigkeit der Projektile, Durchschlagskraft und oft großen Reichweite vergleichbar mit Kampfgewehren von militärischen und polizeilichen Spezialisten und Scharfschützen (Sniper). Solche Gewehre seien zum Teil wesentlich gefährlicher und leistungsfähiger als Faustfeuerwaffen, die sehr streng reglementiert sind über amtliche Zulassungen  und Waffenpässe. Bei diesen Verfahren gibt es seit langer Zeit auch die Pflicht zu psychologischen Tests.

Links:

Salzburg/Elsbethen: Wilderer in Stadtnähe unterwegs (salzburg.ORF.at; 26.08.2013)
Jäger soll Salzburger Wanderer gewürgt haben (kaernten.ORF.at; 28.08.2013)
Gequälte Gams sorgt für große Empörung (tirol.ORF.at; 27.08.2013)
Brutale Gamsjagd erschüttert steirische Jäger (steiermark.ORF.at; 27.08.2013)
Jäger wollen wieder Schneehasen schießen (salzburg.ORF.at; 07.04.2013)
Steirischer Jäger wegen Wilderei verurteilt (steiermark.ORF.at; 12.04.2013)
Hund erschossen: Jäger nicht angeklagt (burgenland.ORF.at; 08.05.2013)
Treiber erschossen: 14 Monate Haft für Jäger (noe.ORF.at; 15.04.2013)
Rehbock gequält: Jägerschaft weist Vorwürfe zurück (ooe.ORF.at; 26.10.2012)
Hirschplage durch zu viel Futter (salzburg.ORF.at; 23.11.2012)
Immer mehr gehen auf die Jagd (salzburg.ORF.at; 04.04.2012)
Jäger werben für gesundes Wildbret (salzburg.ORF.at; 24.09.2012)


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noen.at vom 17.09.2013

Alois H.: Weitere Taten?

Bezirke Melk/Lilienfeld | Ein Wilderer hat in der Nacht auf Dienstag im Bezirk Lilienfeld vier Menschen getötet, sich in seinem Haus bei Melk verschanzt und wurde in der Nacht auf Mittwoch tot gefunden. Er könnte für weitere Taten verantwortlich sein.

Der 55-jährige Alois H., der am Dienstag bei einem Polizeieinsatz wegen Wilderei ein Blutbad angerichtet hat, könnte für weitere Verbrechen verantwortlich sein.

"Es wurden Gegenstände im Haus sichergestellt, die auf vorangegangene Straftaten schließen lassen", sagte ein Polizeisprecher. Dazu zählen laut Sprecher Johann Baumschlager Langwaffen und mehrere gestohlene Kennzeichen.

Der niederösterreichische Polizeisprecher Johann Baumschlager betonte, dass nach allen Seiten hin ermittelt werde. Möglich scheint der Zusammenhang mit mehreren ungeklärten Fällen von angezündeten Jagdhäusern, wo auch Jagdgewehre und Trophäen entwendet wurden.  Gegenstände dieser Art fand man auch im Bunker von Alois H. Zu diesen Taten zählen der Brand eines Jagdschlosses im Steinbachtal bei Göstling (Bezirk Scheibbs) im Winter 2002 und eine niedergebrannte Jagdvilla im Oktober 2004 in Gutenstein bei Wiener Neustadt.

Identität der verbrannten Leiche wird geklärt

Mittels DNA wird nun geklärt, ob es sich bei dem in dem Gebäude entdeckten Toten tatsächlich um den Schützen handelt. Die Polizei geht jedoch "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" davon aus.

Die Leichen der Opfer werden obduziert, die sichergestellten Projektile analysiert. Die akribische Aufarbeitung werde einige Zeit dauern, so Baumschlager. Zahlreiche Ermittler des Landeskriminalamtes und der Tatortgruppe waren seit den Nachtstunden im Haus im Einsatz.

Pressekonferenz um Mitternacht gab Ende des Amoklaufs bekannt

Am Mittwoch kurz nach Mitternacht hatte die Polizei eine Pressekonferenz abgehalten, in der Details über das Ende des Amoklaufs bekanntgegeben worden waren.

Laut deren Informationen hatte die Exekutive ein Geheimversteck entdeckt, in dem eine verbrannte Leiche lag. Bei dieser ist laut Polizei davon auszugehen, dass es sich um den Täter handelt.

Wilderer hatte in seinem Versteck Feuer gelegt

Durch begleitende Ermittlungsarbeit während der laufenden Durchsuchung des weitläufigen Anwesens hatte die Polizei Kenntnis von dem Versteck erhalten. In einem Gang ließ sich eine Wand wegdrücken, wodurch man in den Geheimraum gelangte.

"Die Einsatzkräfte haben die Tür geöffnet und wollten in den Raum eindringen, im Raum selbst hat es aber gebrannt", so Polizeisprecher Roland Scherscher bei der Pressekonferenz in Melk.

Der zuströmende Sauerstoff hatte die Flammen zusätzlich angefacht. Als das Feuer gelöscht wurde "konnte eine verbrannte männliche Leiche entdeckt werden", sagte Scherscher.

Erleichterung über Einsatz-Ende nach 24 Stunden

Die stark verbrannte Leiche befindet sich laut Polizei in einem "entsprechenden Zustand". Obwohl es kaum Zweifel gibt, dass es sich dabei um den 55-Jährigen handelt, wurde dadurch die Feststellung der Identität und der Todesursache erschwert. "Wir sind froh, dass wir den Einsatz nach 24 Stunden beenden konnte", sagte Scherscher.

Insgesamt standen 135 Beamte der Cobra und 200 Exekutivkräfte im Einsatz. Die Durchsuchung des Anwesens war äußerst kompliziert und risikoreich. Der Täter hätte "hinter jeder Ecke lauern können".

Das Feuer dürfte gelegt worden sein, und habe bereits längere Zeit gebrannt, als die Cobra den Geheimraum entdeckte. Dieser befand sich im Kellergeschoß. Wozu der Raum genutzt wurde, konnte Scherscher nicht sagen.

Verdächtiger war alleinlebender Mann

Zuvor waren drei gepanzerte Fahrzeuge des Bundesheeres auf dem zur Ortschaft Großpriel gehörenden Vierkanthof vorgefahren. In zwei Schützen- und einem Pionierpanzer aus der Kaserne Melk befanden sich Cobra-Kräfte, die das weitläufige Anwesen nach dem Verdächtigen durchsuchten. Die Panzerfahrzeuge wurden eingesetzt, weil sie den besten Schutz bei der Annäherung boten.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen alleinlebenden Mann, einen Jäger, der legal mehrere Waffen, vor allem für die Jagd, besaß. Er sei bisher nie polizeilich auffällig gewesen. Mittlerweile gilt als belegt, dass es sich bei dem 55-Jährigen um einen Wilderer handle, der seit längerem in der Gegend sein Unwesen getrieben haben soll.

Warum der Jäger heimlich gewildert habe, erklärte ein Sprecher so: "Weil er in seinem eigenen Revier keine Hirsche hat." Zuvor habe gegen den Transportunternehmer aber kein Verdacht bestanden, die Ermittlungen liefen gegen unbekannte Täter.

Hinweise auf weitere Straftaten

Mittwoch früh waren Ermittler mit der Spurensicherung im Anwesen des 55-jährigen Schützen beschäftigt. "Es wurden Gegenstände im Haus sichergestellt, die auf vorangegangene Straftaten schließen lassen", sagte ein Polizeisprecher. Ob es sich dabei ausschließlich um Wilderei handelt, konnte der Sprecher nicht sagen, dies "ist Gegenstand der Ermittlungen".

Ebenfalls unklar blieb zunächst, welche Waffen im Vierkanthof des 55-Jährigen sichergestellt worden sind. Zahlreiche Ermittler des Landeskriminalamtes und der Tatortgruppe waren seit den Nachtstunden im Haus im Einsatz, "noch laufen in dem Gebäude die Ermittlungen", so der Sprecher. Die Polizei hatte direkt bei der Einfahrt zum Hof eine Sperre errichtet, auf Anordnung der Staatsanwaltschaft durften die dutzenden Medienvertreter, die vor dem Vierkanthof Stellung bezogen hatten, nicht auf das Areal.


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orf.at vom 17.09.2013

Blutbad: Wilderer erschießt drei Polizisten und einen Sanitäter

Ein von der Polizei wegen Wilderei gesuchter Mann hat in der Nacht auf Dienstag in Niederösterreich ein Blutbad angerichtet: Der Verdächtige erschoss drei Polizisten und einen Sanitäter. Seit Stunden verschanzt sich der Täter auf seinem Hof. Gegen 23.30 Uhr gab ein Cobra-Sprecher bekannt, dass sich keine weiteren Geiseln in der Gewalt des 55-Jährigen befinden dürften.

In dem Haus, in dem sich der mutmaßliche Schütze in Großpriel bei Melk in Niederösterreich verschanzt hat, dürften keine weiteren Geiseln gefangen gehalten werden. „Es sind keine weiteren Personen gefährdet“, sagte Detlef Polay, Sprecher des Einsatzkommandos Cobra. Die Durchsuchung des Hauses, die am Dienstag am späten Abend noch im Gange war, gestaltete sich schwierig.

In dem Haus sei es sehr ruhig, es seien keine weiteren Schüsse gefallen. Doch der 55-jährige mutmaßliche Täter, der in der Nacht auf Dienstag vier Menschen erschossen hat, wurde von den Cobra-Leuten bisher nicht gefunden - mehr dazu in Cobra-Sprecher: „Sehr brutaler Täter“.

Bisher letztes Lebenszeichen gegen 17.30

Gegen 18.20 Uhr begann die Cobra mit dem Zugriff auf dem Gehöft. Zuvor waren Panzerfahrzeuge vor dem Bauernhof vorgefahren. Die Cobra führe eine „gesicherte Durchsuchung“ des weitverzweigten und verwinkelten Anwesens durch, erklärte die Polizei gegenüber der APA. Die Eigensicherung der Beamten gehe vor, die Aktion könne noch dauern. Derzeit seien mehrere Dutzend Polizisten unmittelbar auf dem Gelände im Einsatz.

Das bisher letzte Lebenszeichen des Verdächtigen habe es gegen 17.30 Uhr gegeben, als ein einzelner Schuss aus dem Bauernhof abgegeben worden sei, erfuhr die APA von den Einsatzkräften. Zuvor hatte der 55-jährige Mann immer wieder Schüsse aus dem Gehöft heraus abgefeuert.

Polizei wollte verdächtigen Wilderer kontrollieren

Seinen Ausgang nahm das Blutbad in der Nähe von Annaberg (Bezirk Lilienfeld): Die Polizei war in der Nacht verständigt worden, dass ein amtsbekannter Wilderer wieder unterwegs sei. Eine Straßensperre wurde errichtet, und zwei Cobra-Beamte stoppten den Wagen des Verdächtigen.

Die Sondereinheit war nach den jahrelangen schweren Wildereidelikten in der Gegend in die Fahndungsmaßnahmen nach illegalen Schützen eingebunden - mehr dazu in Amokläufer soll gesuchter Wilderer sein.

Tödliche Schüsse bei Straßensperre

Einer der Beamten wurde vom Verdächtigen angeschossen, er starb etwa zwei Stunden später in einem Krankenhaus. Während der Versorgung des Schwerverletzten noch am Tatort durch die Rettung eröffnete der Mann erneut das Feuer. Der Fahrer des Rotkreuz-Wagens wurde tödlich getroffen, der zweite Cobra-Polizist verletzt.

Wilderer nahm einen Polizisten als Geisel

Der mutmaßliche Wilderer flüchtete danach zu Fuß. Einige Kilometer weiter, an einer Kreuzung der Bundesstraßen 20 und 28 in Richtung Puchenstuben, stieß der Mann auf einen Streifenwagen und feuerte erneut. Einer der Beamten, ein Polizist aus dem Bezirk Scheibbs, starb - mehr dazu in Ministerium bestätigt drei Todesopfer. Dessen Kollege wurde zur Geisel des Verdächtigen, der mit dem Polizeiauto zu seinem Bauernhof bei der Ortschaft Großpriel bei Melk flüchtete.

Mann verschanzte sich in seinem Bauernhof

Dort verschanzte sich der mit umfangreicher Munition ausgestattete Mann in seinem auf einer Anhöhe gelegenen Vierkanthof. Rund 100 Polizisten umzingelten seit etwa 7.00 Uhr das Anwesen, die Umgebung wurde großräumig abgesperrt - mehr dazu in Polizei fordert Bundesheerpanzer an.

Die Polizei bestätigte, dass der Verdächtige immer wieder aus dem Bauernhaus heraus Schüsse abgab. Die Polizei hatte auch Angehörige des Verdächtigen beigezogen, die offenbar erfolglos versucht hatten, ihn auf seinem Handy zu erreichen. Die Versuche, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen, blieben aber fruchtlos.

Zur Lage an Ort und Stelle hieß es am späten Nachmittag gegenüber der APA zunächst noch: „Unverändert. Der Verdächtige wird im umstellten Gebäude vermutet. Wir gehen davon aus, dass er allein ist.“ Zuvor war kurz Rauch aus dem Vierkanthof gedrungen, die Ursache war zunächst unklar.

Kontaktherstellung wird als schwierig bezeichnet

Tief bewegt berichteten die Polizei und das Rote Kreuz um 17.00 Uhr bei einer Pressekonferenz in Lilienfeld über den Einsatz: Der 55-Jährige, der verdächtigt wird, seit 2009 in Niederösterreich und der Steiermark gewildert zu haben, befand sich am späten Nachmittag immer noch verschanzt in seinem Haus nahe Melk, sagte Roland Scherscher vom Landespolizeikommando Niederösterreich. Eine Verhandlungstruppe sei an Ort und Stelle, eine Kontaktherstellung mit dem Mann gestalte sich jedoch schwierig.

Polizei: „Einer der schwärzesten Tage“

Dass sich Sprengstoff im Haus befinde, konnte der Ermittler nicht bestätigen, der Entminungsdienst sei als Vorsichtsmaßnahme hinzugezogen worden. Der Nahbereich um das Anwesen wurde großräumig evakuiert. Der Mann erschoss auf seiner Flucht vier Menschen , drei Polizisten und einen 70-jährigen Rettungssanitäter des Roten Kreuzes. „Es ist einer der schwärzesten Tage“, so Scherscher. „Niederösterreich trauert um unseren Mitarbeiter. Wir wollen den Angehörigen tiefes Mitgefühl aussprechen“, sagte Josef Schmoll, Vizepräsident des Rotes Kreuzes.

Faymann: „Tief empfundene Anteilnahme“

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) zeigte sich tief betroffen über den gewaltsamen Tod der Einsatzkräfte in Niederösterreich: „Mein volles Mitgefühl und meine tief empfundene Anteilnahme gilt in diesen Stunden den Angehörigen und den Kolleginnen und Kollegen der zu Tode gekommenen Einsatzkräfte“, sagte Faymann.

Mikl-Leitner: „Bin zutiefst erschüttert“

„Ich bin über den Tod der Polizisten und des Rettungssanitäters zutiefst erschüttert. Sie haben ihr Leben gelassen für unsere Sicherheit“, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Ihr aufrichtiges Mitgefühl gelte den Familienangehörigen und den Kolleginnen und Kollegen der Getöteten, so Mikl-Leitner.

Pröll: „Mein tiefes Mitgefühl gehört den Angehörigen“

Die tiefe Anteilnahme des Landes Niederösterreich gelte „den Angehörigen der Opfer der Mordtragödie in unserem Land“, sagte Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP). Die Brutalität der Tat erschüttere alle: „Wenn Menschen in Ausübung ihres Dienstes in der Exekutive oder im Rettungswesen nicht mehr nach Hause zurückkehren, verdient das ein besonderes Innehalten, die Angehörigen brauchen unsere gemeinschaftliche Zuwendung und unser Mitgefühl“, so der Landeshauptmann. Pröll ordnete die Trauerbeflaggung der öffentlichen Gebäude in Niederösterreich an.

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heute.at vom 11.09.2013

Jäger erschoss Hund. Jetzt trauern die Kinder um ihren "Fagus"

Zwei Schüsse eines Jägers im Wienerwald bei Kaltenleutgeben (NÖ) machten eine ganze Familie unglücklich. "Fagus", ein reinrassiger zweijähriger Rhodesian Ridgeback, lag danach tot im Wald.

 Ein Spaziergang von Peter Rosenkranz und seinem Hund "Fagus" durch den herbstlichen Wienerwald endete am Wochenende dramatisch. Statt angeleint – wie vom Landesjagdverband vorgeschrieben – tollte "Fagus" frei und nur mit einer fünf Meter langen Schleppleine am Halsband durch den Forst. Plötzlich zwei Schüsse. Ein Wiener Jagdpächter hatte den Vierbeiner an einer Futterstelle, nur wenige Meter vom Herrl entfernt, gestellt und niedergeschossen.

Rosenkranz: "Seine Rechtfertigung war, er sei dazu berechtigt, außerdem seien seit zwei Wochen wildernde Hunde im Revier unterwegs." Der Jäger wurde angezeigt, die BH untersucht jetzt den Fall.


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orf.at vom 07.09.2013

Jäger für Wild nicht mehr witterbar

Ein Osttiroler Jäger hat ein Deo erfunden, das einen Menschen für Wildtiere unriechbar macht. Das Parfüm verdeckt den menschlichen Geruch und enthält verschiedene Gerüche, die im Wald vorkommen und dem Wild vertraut sind.

Der Weidmann Stefan Unterweger leitet ein Unternehmen in Osttirol, das auf Düfte und Öle spezialisiert ist. Da lag es nahe, mit den hauseigenen Chemikern eine geruchliche Tarnung zu entwickeln.

„Das Deo riecht nach verschiedenen Koniferen, nach Kiefer Tanne, Latsche und Zirbe. Diese Sachen kennt das Wild und sie sind ihm vertraut, es funktioniert sehr gut“, so der Erfinder.

Parfümör fand die richtige Mischung

Ein ausgebildeter Parfümör musste für dieses Deo die richtige Mischung finden. Zur Vorgehensweise sagt der Parfümör und Chemiker Alin Bosilcov, alles Mögliche sei Inspirationsquelle, „er spaziert durch den Wald und fängt die verschiedensten Düfte ein, das müssen nicht angenehme Düfte im allgemeinen Verständnis sein.“

Der Geruchsverdecker wird bereits in größeren Mengen hergestellt und unter der Jägerschaft angepriesen. Wenn auch noch die Skepsis überwiegt, schwört der Erfinder auf die Wirkung. Das Wild merke, dass der Geruch intensiver sei als normal, es bleibe stehen, rieche und merke, dass alles vertraut sei, beruhige sich und ziehe weiter.


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tt.com vom 05.09.2013

Sorge um Jagdreviere im Bezirk

Nach dem Siemenskonzern gibt jetzt auch Stahlriese Thyssen-Krupp die Jagd im Zillertal auf. Für die Gerloser ein herber Verlust, da der Konzern über die Jahrzehnte mehr als großzügig war.

Schwaz – Es gehört zur Tradition vieler Weltfirmen, sich in Tirol eine Großjagd zu leisten. Auch im Bezirk Schwaz haben so manche Industrielle sowie Vertreter des Hochadels Jagden gepachtet. In der Hinterriß etwa pirschte jahrzehntelang die belgische Prinzessin Liane de Rethy, auch Baulöwe Fröschl ist im Bezirk Schwaz auf der Jagd. „Wir wissen natürlich, dass wir ein begehrter Platz für Großunternehmen sind. Grund dafür ist sicher auch unser gutes Jagdgesetz“, sagt Landesjägermeister Anton Larcher.

Doch die Wirtschaftskrise hat auch im Bezirk ihre Spuren hinterlassen. In den vergangenen Jahren gab es so manch prominenten Abgang von Jagdpächtern. Auch das Antikorruptionsgesetz hat Auswirkungen. „Anfüttern“, also das Einladen von Jagdgästen u. a. aus der Politik, ist demnach kein Kavaliersdelikt mehr.

Bereits vor vier Jahren nahmen die Manager von Siemens Abschied aus dem Zillertal – der Elektronikriese hatte im Zillergrund 6000 Hektar Jagd gepachtet. Inzwischen ist eine weitere Hiobsbotschaft durchgesickert – der Thyssen-Krupp-Konzern hatte in der Zillertaler Gerlos seit Jahrzehnten ein 16.000 Hektar großes Revier gepachtet. Neben der Wirtschaftskrise ist das Fehlen von Waidmännern im Vorstand des Stahlriesen Grund für die Einsparung. Acht Berufsjäger – fünf in Tirol, drei auf Salzburger Seite – stehen bei Thyssen-Krupp in Lohn und Brot. Hausangestellte und die örtlichen Gastwirte sind aber ebenso Nutznießer der prominenten Jagdpächter. Bis 2017 läuft zwar noch der Pachtvertrag mit den Bundesforsten, doch die Stimmen werden immer lauter, dass schon früher Schluss sein könnte. Für die Gerloser ein herber Verlust. Der langjährige Chef von Thyssen-Krupp, Berthold Beitz, der erst vor Kurzem verstarb, war ein Förderer der Region. Mit dem Bau der Isskogel-Bahn legte Beitz und damit Thyssen-Krupp den touristischen Grundstein. Verlasse Thyssen-Krupp tatsächlich die Gerlos, sei das für die Gemeinde sehr bitter, sagt Bürgermeister Andreas Haas. „Wir hatten über die Jahre eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit, vor allem mit Berthold Beitz. Die Berufsjäger lagen ihm sehr am Herzen, zahlreiche Jägerlehrlinge wurden bei uns ausgebildet“, schildert Haas. Der Konzern finanzierte neben dem Doppelsessellift den Ankauf eines Tanklöschfahrzeuges für die Feuerwehr mit und spendierte u. a. ein Röntgengerät für die örtliche Arztpraxis. Auch die Wiederansiedlung des Steinwildes Mitte der siebziger Jahre war maßgeblich dem Stahlriesen zu verdanken. „Um es auf den Punkt zu bringen: Thyssen-Krupp hat uns viel gebracht und nie etwas gefordert“, bedauert Haas den Abgang.

Für Bezirksjägermeister Otto Weindl ist die Situation, in relativ kurzer Zeit gleich zwei prominente Pächter zu verlieren, ebenfalls keine angenehme: „Es ist einfach ein gewisser Unsicherheitsfaktor, was die Berufsjägerstellen betrifft, die jedoch unbedingt erhalten bleiben müssen.“ Die Befürchtung besteht, dass, wie auch schon bei der Siemens-Jagd geschehen, die Jagd in mehrere Teile gegliedert wird und die Berufsjägeranzahl so gesenkt werden kann. Denn erst ab einer gewissen Größe (3000 Hektar) ist ein Revier berufsjägerpflichtig, werden die Revierteile kleiner, reicht auch ein nebenberuflicher Aufsichtsjäger aus. Tirolweit ist gerade in den vergangenen Jahrzehnten die Zahl der Berufsjäger kontinuierlich gesunken – so sind im Bezirk Schwaz gerade einmal noch rund 20 Berufsjäger engagiert.

„Mein Herz schlägt für die Berufsjäger, ich werde alles dafür tun, die Stellen zu erhalten“, betont Weindl, „Dazu muss man auch klar und deutlich sagen, dass ein großes Revier nicht unbedingt wildreicher ist, allerdings ist der Sozialklassenaufbau, auch dank der Bewirtschaftung durch Berufsjäger, sehr viel gesünder.“


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tt.com vom 02.09.2013

Das Geschäft mit der Jagd 

Fast 35.000 Wildtiere lassen in den Tiroler Bergen pro Jahr vorzeitig ihr Leben. Ein Millionengeschäft, kritisiert ein Berufsjäger. Mit manchmal barbarischen Folgen, wie kürzlich ein Jagdvideo zeigte.

Innsbruck – Ein „Einser-Steinbock“ – mindestens zehn Jahre alt und mit einem möglichst eindrucksvollen Gehörn ausgestattet – ist quasi der Rolls Royce unter den Tiroler Wildtieren. Wer den Kopfschmuck eines kapitalen Steinbocks in seine Stube hängen will, muss etwa 10.000 Euro lockermachen. Mindestens, es können auch 15.000 Euro sein. Es sei denn, der Abschuss erfolgt auf Einladung. Günstiger ist ein Hirsch: „Schöne Exemplare kosten von 4000 bis 10.000 Euro“, sagt ein Hobbyjäger, der allerdings ungenannt bleiben will. Rehwild fällt im Vergleich dazu beinahe schon in die Schnäppchenkategorie, für den Jagdtod eines Tieres kassieren die Revierpächter ein paar Hunderter. „Im Höchstfall einen Tausender, wenn’s ein besonders schöner Rehbock ist.“

Rund 34.000 Wildtiere werden in den 1400 Tiroler Jagdrevieren pro Jahr von Jägern erlegt – 17.000 Rehe, 8000 Gämsen, 9000 Hirsche, 300 Steinböcke. Ein Millionengeschäft, versichert ein Berufsjäger, der aus Angst um seinen Job anonym bleiben will. Einer von derzeit noch 140, „vor 20 Jahren hatten wir 250 Berufsjäger“, ergänzt Franz Krösbacher vom Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Jagd und Fischerei.

Der Aderlass bei den Profi-Waidmännern hat wohl auch finanzielle Gründe: Sie sind teuer, haben einen guten Kollektivvertrag. „Daher gibt’s den Trend, die großen Jagdreviere, die einen Berufsjäger erfordern, zu teilen“, sagt ein Mitglied dieses langsam aussterbenden Berufsstandes.

An ihre Stelle treten Aufsichtsjäger. Keine Profis, sondern Amateure mit unterschiedlichsten Brotberufen, die von den Jagdpächtern eingesetzt werden. „Es gibt gute und schlechte Aufsichtsjäger“, sagt der Profi-Kollege: „Als Befähigung müssen sie fünf Jahre den Jagdschein besitzen und einen Kurs absolvieren, mehr ist dazu nicht nötig.“ Ein Kurs, der eine profunde Jagdausbildung nicht immer garantieren kann: „Ich war zum Beispiel mit einem Aufsichtsjäger unterwegs, der ein Reh nicht von einer Gams unterscheiden konnte“, erzählt der Profi.

Abseits der Ausbildung ist es aber die Einstellung zur Jagd, die der Berufsjäger kritisiert: „Meine Kollegen und ich, wir kennen jedes einzelne Tier in unseren Revieren und haben eine enge Bindung. Wir berücksichtigen bei unseren Abschüssen die sozialen Gefüge innerhalb der Populationen.“

Anders die Situation in so manchen Kleinrevieren: „Ich weiß von Aufsichtsjägern, die nur auf dem Papier die Aufsicht haben, woanders wohnen und ‚ihr‘ Revier kaum kennen.“ Dementsprechend werde mancherorts „wild drauf los“, aber nicht selektiv geschossen. Auch aus einem Neidgefühl – „die Tiere halten sich nicht an die engen Reviergrenzen. So mancher Schuss falle aus Angst, dass am nächsten Tag der Reviernachbar den schönen Rehbock erlegen könnte.“

Landesjägermeister Anton Larcher ist anderer Ansicht, verteidigt das geltende System: „Auch wenn die Aufsichtsjäger keine Profis sind, so haben doch 95 Prozent die gleiche Einstellung wie die Berufsjäger.“

Eine immer größere Rolle spielt auch in Tirol der Jagdtourismus. So erreichte ein Internetvideo, das unter dem Titel „Jagen in Tirol – Hunting-Reserve Tyrol“ mit idyllischen Tieraufnahmen die heimischen Jagdmöglichkeiten bewirbt, bisher 16.000 User.

Darunter vielleicht auch jenen Russen, der am 15. August auf ebenso dilettantische wie barbarische Weise eine Gams in der Leutasch angeschossen, aber eben nicht getötet hat. Vor den Augen mehrerer heimischer Jäger, die tatenlos zusahen, wie der Gast das schwer verletzte Tier an den Hinterläufen rücksichtslos über eine Geröllhalde zerrte. Erst nach Minuten erbarmte sich ein heimischer Jäger und setzte dem Leben des Tieres mit einem Messer ein Ende. Dann überreichte er dem stolzen Russen die blutige Trophäe.

Die Jagd als Touristenattraktion – für so manchen Jagdpächter ein willkommenes Zubrot. „Es gibt einige Pächter, deren finanzielle Möglichkeiten der Pachtzins eigentlich übersteigt“, weiß ein Insider. Und zwar in einem Ausmaß, dass sie ihr Revier kaum noch selbst nutzen, sondern die Abschüsse größtenteils verkaufen. Immerhin sind bereits für ein kleines Revier 5000 Euro jährlich fällig, große Prestige-Reviere können die Pächter eine halbe Million Euro per anno kosten. „Wenn ich mir die Berufe der Pächter so anschaue, frage ich mich oft, wie sie sich das leisten können“, sagt ein Insider. Mit dem Verkauf der Abschüsse, lautet die einfache Antwort. Je nach Wildbestand ein gutes bis sehr gutes Geschäft – Rot- und Steinwild machen den Unterschied.

Das Angebot für die Touristen hat teils pauschalen Charakter. Die Buchung umfasst nicht nur den Abschuss, sondern auch das Hotelzimmer inklusive Verpflegung und Jagdbegleitung. Die Veranstalter stellen oft sogar die Waffen zur Verfügung.

Nur das Wild kann zicken und einfach nicht auftauchen, wenn der Tourist auf die Pirsch geht. Dagegen hilft die Trickkiste – anfüttern (Tiere mit Futter locken) heißt das Zauberwort. Das ist zwar verboten, beschäftigt aber zunehmend die Behörden. Allein der Unabhängige Verwaltungssenat hat als Berufungsinstanz mit 40 bis 60 angeblichen Jagdverfehlungen jährlich zu tun, Tendenz steigend. „Das liegt aber auch daran, dass das Anfüttern zwar schon immer verpönt war, aber erst seit 2006 verboten ist“, sagt Larcher.

Der Landesjägermeister verteidigt das Pachtsystem: „Allein der Pachtzins, der in Tirol jährlich entrichtet wird, liegt bei 13 Millionen Euro.“ Die Pächter würden auch eine gemeinnützige Aufgabe erfüllen. „Ohne sie müssten wohl um die 1000 Berufsjäger beschäftigt und von der Allgemeinheit finanziert werden“, gibt Larcher zu bedenken.


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orf.at vom 02.09.2013

Wald-Königsleiten: Empörung über Jagd 

Der Abschuss eines Hirschen in unmittelbarer Nähe einer Siedlung in Wald im Pinzgau hat große Aufregung ausgelöst. Die Bewohner werfen dem Schützen vor, er habe grob fahrlässig gehandelt und Menschen gefährdet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Der Vorfall ist erst jetzt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Der Vorfall ereignete sich am 4. August kurz vor 20 Uhr in der Ringsiedlung in Wald-Königsleiten. Viele Einheimische und Urlauber saßen zu diesem Zeitpunkt auf den Balkonen oder im Garten. Im angrenzenden Wald zog - wie fast jeden Abend - ein 16-jähriger Hirsch vorbei, erzählen Anrainer, und zwar rund acht Meter von der Grundstücksgrenze und gut zehn Meter von einem Haus entfernt.

Schuss zerriss die sommerliche Abendstimmung

Plötzlich zerriss ein Schuss die sommerliche Abendstimmung. Die Anrainer schreckten hoch, ein paar Menschen schrien laut. Der Hirsch lief noch ein paar Meter, dann stürzte er tödlich getroffen zu Boden.

Abschlussbericht liegt bei der Staatsanwaltschaft

Die Aufregung bei den Bewohnern ist groß, denn der Schuss wurde aus dem Wald in Richtung Siedlung abgefeuert. Ein Hausbesitzer zeigte den Vorfall bei der Polizeiinspektion Neukirchen an. Nun liegt der Abschlussbericht bei der Staatsanwaltschaft, sagt Sprecher Marcus Neher. Die Anzeige lautet auf Gefährdung der körperlichen Sicherheit.

Aufsichtsjäger lehnt Stellungnahme ab

Was die Anrainer zusätzlich erzürnt, ist der Umstand, dass niemand den Namen des Schützen bekannt gibt. Diesen wollen die Anrainer nämlich auch zivilrechtlich klagen. Radio Salzburg hat Aufsichtsjäger Franz Blaser mit dem Vorfall konfrontiert, Blaser hat jedoch eine Stellungnahme abgelehnt.


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tt.com vom 02.09.2013

„Ethik und Gewissen müssen Grundlage sein“

Ernst Rudigier, stellvertretender Landesjägermeister und Buchautor, tritt für den Ausbau der Jagdpädagogik in der Ausbildung ein.

Innsbruck – Es muss wohl immer erst etwas passieren, damit etwas geschieht. So versucht Ernst Rudigier, stellvertretender Landesjägermeister, Buchautor und seit 50 Jahren auf der Pirsch, die „unvorstellbaren und ekelhaften“ Vorkommnisse bei einer Jagd in der Leutasch, die auf Video gebannt für Aufregung sorgten, in eine bessere Zukunft zu lenken. Man müsse die aktuelle Diskussion deshalb als Chance nutzen, um alte Strukturen aufzubrechen.

Noch immer fehlen Rudigier die Worte, wenn er sich an das Video erinnert. Er spricht von „Abscheu“ und dass solche Menschen in den Reihen der Jäger nichts verloren hätten. Und Rudigier spricht von Jagdethik, die das Verhalten der Jägerschaft als oberstes Gebot überwacht. „Da geht es um das Verhalten des Jägers, gegenüber seiner Umwelt, gegenüber einem Tier. Das ist die Grundlage, dass jeder mit Anstand seinem Gewissen folgt.“ Genau diese ethischen Grundsätze sollen für den erfahrenen Jäger vor allem „zeitgemäß und zukunftsweisend“ sein. „Dabei ist die Grundhöhe von Sitte und Moral unverändert.“

Rudigier tritt gemeinsam mit Landesjägermeister Toni Larcher auch für den Ausbau der Jagdpädagogik ein. „Damit bin ich nicht zufrieden. Das war auch schon vor diesem Vorfall so. Wir müssen die Ausbildung hier verändern“, sagt Rudigier, der dabei an jene für Berufsjäger, aber vor allem an jene für Jagdaufseher denkt. Hier wird derzeit ein Konzept erstellt, doch aktuell ist man in Tirol noch an das Jagdgesetz gebunden. Dieses schreibt nämlich vor, dass die Ausbildung zwei Wochen umfassen darf. Rudigier will sich bei einer allfälligen Jagdgesetznovelle keinem zeitlichen Rahmen mehr unterwerfen.

Es brauche in Zukunft nicht mehr Jäger, sondern mehr verantwortungsvolle Jäger. Rudigier weist auch auf einen „Werteverlust in der Gesellschaft hin, der auch vor der Jagd nicht Halt gemacht hat.“

Was dem stellvertretenden Landesjägermeister ein Dorn im Auge ist: Jagdverpachtungen und die Kommerzialisierung. Auch dies seien Probleme, die schon vor dem Vorfall mit dem russischen Jagdgast in der Leutasch bekannt waren. „Von derartigen Vorkommnissen muss man sich in aller Deutlichkeit distanzieren.“ Für den Ablauf der Jagd sei in jedem Fall einzig das Jagdschutzorgan verantwortlich.


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kleinezeitung.at vom 01.09.2013

Fangschuss für das Jäger-Image

Schreckensbilder und Jagdunfälle - auch die steirische Jägerschaft ist über die jüngsten Vorfälle erzürnt. Dabei feilt man schon lange am neuen Image.

Da wird auch der sonst so besonnene Landesjägermeister laut: "Sie müssen einmal die Empörung intern hören. Die Leute sagen: ,Schmeißt die Hals über Kopf raus aus der Jägerschaft, damit wir endlich einmal eine Ruhe haben!'", klagt Heinz Gach. Deutlich ist ihm der Ärger anzuhören über die brutale Gamsjagd im Tiroler Leutasch, die via Youtube-Verbreitung ganz Österreich erschaudern ließ.

Der oberste steirische Jäger, seit sieben Jahren auch Präsident der internationalen Jagdkonferenz, widmet nach eigenen Angaben 70 Prozent seiner Tätigkeit den gesellschaftlichen Fragen rund ums Waidwerk. Doch die Imagepolitur will nicht so recht klappen, weil Zwischenfälle in den eigenen Reihen regelmäßig für mediales Echo sorgen.

Von der Serie schwerer Jagdunfälle zu Jahresanfang - einer davon tödlich und mit Alkoholbeteiligung - über Schüsse auf Pferde und streunende Haustiere bis hin zu Jäger-Attacken auf Wanderer: Die Sympathien liegen meist nicht aufseiten der Frauen und Männer in den grünen Röcken.

"Die Tier- und Naturschutzorganisationen sind vergleichsweise professionell organisiert. Da haben wir Nachholbedarf, müssen viel besser informieren", räumt Gach ein. Er sieht gerade in der aktuellen Heimat- und Volkskulturwelle die große Chance. "Das sind ja in Wahrheit jene Werte, die Jäger immer gelebt haben." Aber zu lange habe man sich in die Gräben zurückgezogen und Kritiker nur als Feindbild gesehen.

Konfrontation

Zum direkten Aufeinandertreffen mit Feindbild Nummer eins wird es wohl schon bald in der Treibjagdsaison kommen. Aktivisten wie jene vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) kündigen bereits wieder Störaktionen an (siehe Interview). Der VGT lehnt die Jagd generell ab, stößt sich aber speziell an der angeblich gängigen Praxis bei der Fasanenstrecke: Dies sei nur ein gesellschaftliches Ereignis, die Population würde durch Aussetzen von Niederwild künstlich hochgehalten, nur um die reine Jagdlust zu befriedigen.

Das streitet die steirische Jägerschaft zwar ab, will aber derartige Fälle in jüngerer Vergangenheit nicht ausschließen. "Heute traut sich das keiner mehr. Da haben die Aktionen der Tierschützer schon ein Umdenken bewirkt", räumt sogar der Landesjägermeister ein.

Schwarze Schafe werden in einer eigenen "Paralleljustiz" diszipliniert, rund 60 Verfahren gibt es jährlich in der Steiermark. Keine große Sache ist hierzulande der Jagdtourismus. Von den 1024 Jagdgastkarten gingen im Vorjahr die meisten an Österreicher. Nur 14 Eigenjagden sind an Ausländer verpachtet.


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kleinezeitung.at vom 01.09.2013

"Man schaut genau hin"

Interview mit Landesjägermeister Gach

Wie sehr schädigt der Vorfall in Tirol dem Image der Jäger?


HEINZ GACH: Das ist ein unermesslicher Schaden für die Jägerschaft. Ich kenne kaum andere Bereiche, wo die Handlung Einzelner so auf die ganze Organisation durchschlägt.

Worauf führen Sie das zurück?

GACH: Auf bestimmte Bereiche schauen die Gesellschaft und der Zeitgeist besonders. Dort, wo auch Töten stattfindet, schaut man besonders genau hin. Dann hat sich auch die Mensch-Tier-Beziehung gravierend geändert. Und wir tragen außerdem noch einen Rucksack an Vorurteilen aus der Feudalzeit mit.

Die Jagd als Privileg der Noblen und Reichen?

GACH: Ja, wobei wir gerade in der Steiermark 41 Prozent Arbeiter und Angestellte unter den Jägern haben. Obwohl wir sozial gut "eingenischt" sind, bemerken wir ein radikales Stadt-Land-Gefälle.

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kleinezeitung.at vom 01.09.2013

"Es ist Tierquälerei"

Interview mit David Richter, Tierschützer (VGT)

Sind Jagd und Tierschutz für Sie unvereinbar?


RICHTER: Im Prinzip ist es gegensätzlich, ja.

Ist im Herbst wieder mit Störaktionen bei Treibjagden zu rechnen?

RICHTER: Natürlich. Primär geht's uns darum, zu dokumentieren, was dort passiert. Wenn sich die Jäger durch uns davon abhalten lassen, ist es uns recht.

Was macht die Tierschützer so wütend bei diesen Treibjagden?

RICHTER: Treibjagden sind eine gesellschaftliche Praxis, die Tierquälerei verursacht. Den Argumenten, dass nur der Bestand reguliert wird, widersprechen wir. Wenn man Fasane vorher aussetzt, um sie dann zu beschießen, hat es nichts mit Regulieren zu tun.

Die Jäger streiten das aber vehement ab.

RICHTER: Selbst innerhalb der Jäger gibt es verschiedene Ansichten. Dass ausgesetzt wird, bestreitet niemand. Nur, dass dies unmittelbar davor geschieht. Das haben wir aber auch schon dokumentiert.

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orf.at vom 28.08.2013

Jäger soll Wanderer attackiert haben

Für Aufregung sorgt eine Anzeige bei der Polizei in Rennweg, wonach ein Wanderer aus Salzburg von einem aggressiven Jäger attackiert worden sein soll. Der Jäger soll den Mann gewürgt und gegen einen Baum gedrückt haben.

Der Mann aus Salzburg war abseits des markierten Weges mit seinem Hund unterwegs, den er an der Leine hatte. Ein Jäger, er soll um die 40 Jahre alt sein, soll den Salzburger nach einer verbalen Auseinandersetzung am Hals gepackt, und ihn gegen einen Baum gedrückt haben.

Der aggressive Jäger soll von zwei Kollegen begleitet worden sein, die jedoch tatenlos zugesehen haben sollen. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Der Urlauber aus Salzburg hatte ein ärztliches Attest vorgelegt.


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dietiwag.at vom 27.08.2013

Gamsjagd in Leutasch, die Zweite

Seit 1. August ist die Schonzeit für Gemsen vorbei und es kracht wieder im ganzen Land. Unweit jener Stelle, an der eine schwerverletzte Gams unsäglich gequält worden ist und von hier aus europaweit für Entsetzen gesorgt hat, ist offenbar fast gleichzeitig ein weiterer Wildfrevel begangen worden. Im sogenannten Trauchtelt beim Steinernen Hüttl in Leutasch wurde eine Gais samt mit ihrem etwa drei Monate alten Kitz geschossen. Der Gais wurde die Trophäe abgetrennt, die beiden Kadaver wurde in einer Wasserrinne liegen gelassen, aus dem die Weidetiere trinken müssen.

Der Wirt der nahe gelegen Hütte informiert daraufhin die Bundesforste als Eigentümer der Jagd, den Amtstierarzt und die BH Innsbruck-Land. Aber es passiert nichts! Als der Hirt der Alm die beiden Kadaver aus dem Tränkwasser herauszieht (Bild unten), wirft sie der Wildfrevler (Name ist Wahro bekannt) am selben Tag wieder hinein.


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heute.at vom 27.08.2013

Brutaler Gams-Schütze aus Video wurde identifiziert

Ein Video über eine brutale Gamsjagd in Tirol schockt ganz Österreich. Jetzt geht es den Jägern an den Kragen, wie der Landesjägermeister im Gespräch mit Heute.at bestätigt. Bereits identifiziert wurden bisher drei Personen, darunter der grausame Schütze.

Das am Montag publik gewordene Video zeigt, wie eine angeschossene, blutende Gams in absolut beschämender Art und Weise über Felsen gestreift wird. Der Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher kündigt nun im "Heute.at"-Gespräch harte Strafen für die Jäger an:

"Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um die Verantwortlichen in Rechenschaft zu ziehen", empört sich der Jäger im Gespräch mit Heute.at. "In den 30 Jahren meines Berufs habe ich noch nie etwas derart Barbarisches gesehen", so Larcher weiter.

Jäger identifiziert


Inzwischen wurde das Video vom Tiroler Jägerverband und vom zuständigen Bezirksjägermeister Thomas Messner analysiert. Dabei konnten einige der Beteiligten identifiziert werden. Der Schütze soll ein russischer Jäger sein. Insider zweifeln jedoch an dieser Version. "Da putzt man sich an einem Ausländer ab", so der Tenor.

"Ich gehe davon aus, dass der Schütze im Besitz einer Jagdkarte ist. Ich werde jedenfalls alles in meiner Macht stehende tun, dass jemand, der so agiert, nie mehr wieder in Tirol jagen wird", stellt Landesjägermeister Larcher in einer Aussendung fest.

Strenge Strafen drohen

Die Jäger werden wohl alle ihre Jagdkarten verlieren, so Larcher. Wetiers gibt es bereits eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Und: Ein Disziplinarverfahren wird eingeleitet. Die Jäger müssen zudem mit einer saftigen Geldstrafe rechnen, dem Pächter droht die Auflösung des Jagdpachtvertrages. Zudem will Larcher die Namen der Verantwortlichen veröffentlichen.

Fakt ist: Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben bleiben dem Jagdpächter 10 Tage ab Erlegung einer Gams, bis diese der Behörde zu melden ist. Larcher: "Sobald wir weitere Details und Fakten vorliegen haben, werden wir diese schauerlichen Aktionen mit aller zu Gebote stehenden Schärfe und Härte ahnden. Ich konnte den Jagdpächter des betroffenen Jagdgebietes bis dato nur telefonisch zur Rede stellen. Man kann allerdings davon ausgehen, dass neben dem Schützen auch der Jagdleiter des betroffenen Reviers sowie alle beteiligten Personen rechtlich zur Verantwortung gezogen werden."

Tierschützer: Kollegen deckten Tierquäler

Nach Meinung des Österreichischen Tierschutzvereins haben die Jagdkollegen den Tierquäler tagelang gedeckt, bis das Video online gestellt wurde. Die Tierschützer fordern, dass ihr Untätigbleiben im konkreten Fall als Tatbeteiligung zu qualifizieren ist.


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heute.at vom 26.08.2013

Skandal am Berg: Brutales Gamsjagdvideo erschüttert Österreich

Schockierende Szenen zeigt ein Video von einer Gamsjagd in Tirol, das am 15. August von einem Amateurfilmer aufgenommen wurde. Eine Gruppe Männer schießt nahe dem Scharnitzjoch in der Leutschach erst eine Gämse an, zieht das blutende und schreiende Tier hinter sich über spitze Steine und tötet es erst nach langer Zeit mit einem Messer. Tirols Landesjägermeister zeigte sich entsetzt und will rechtlich gegen die Verantwortlichen vorgehen. Das Video wurde am späten Montagnachmittag gesperrt.

Dieses Video, das ein holländischer Tourist von einer Gruppe sich unbeobachtet fühlenden Jägern gefilmt hat, ist nichts für schwache Nerven! Auf dem Amateurfilm ist zu sehen, wie eine Gämse nach einem nicht tödlichen Schuss zu Boden geht und dann von einem Jäger rund eine Minute lang brutal über Felsen und Steine gezogen wird. Das stark blutende Tier schreit vor Schmerzen.

Das scheint dem Jäger anscheinend wenig auszumachen. Nach einer endlos erscheinenden Sequenz kommt ein weiterer Mann ins Bild, der das Tier mit einem Messer "erlöst" und dem Schützen den blutigen Gamsbart als schockierende Trophäe überreicht. Danach macht sich die Jagdgruppe fröhlich auf den Weg ins Tal - zurück bleiben blutverschmierte Felsen und Vögel, die sich über die Überreste hermachen.

Schwere Strafen drohen

Tirols Landesjägermeister Anton Larcher zeigt sich entsetzt und kündigte rechtliche Schritte an: "Wir propagieren, dass wir den Tierschutz großschreiben. Das wird in diesem Video nicht präsentiert." Das Tier hätte mit einem Schuss in den Hals erlegt oder sofort mit einem Stich ins Genick getötet werden müssen. Am liebsten würde er den betroffenen Personen ihre Jagdlizenzen lebenslang entziehen, meinte Tirols oberster Jäger.

Gegen die Jäger ist noch am Montag ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Ihnen droht nun der befristete Entzug der Jagderlaubnis. Zudem wolle Larcher wegen Tierquälerei eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft einbringen: "Wir gehen nämlich davon aus, dass es sich bei dem Vorfall auch um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz handelte".

Derzeit sei man vonseiten des Jägerverbandes dabei, die handelnden Personen auszuforschen. Jener Mann, der das schwer verletzte Tier über die Steine schleifte, sei zumindest einem Bezirksjägermeister bekannt, erklärte Larcher. Das Video wurde am späten Montagnachmittag gesperrt.

"Läuft einem kalt über den Rücken"

Nach der am Montag bekannt gewordene Videoaufnahme von einer Gamsjagd in Tirol hat auch Kritik aus der Politik gegeben. Der Klubobmann der ÖVP im Tiroler Landtag, LAbg. Jakob Wolf, sprach in einer Aussendung von einer "reinen Tierquälerei". "Wenn man diese Bilder sieht, läuft es einem kalt über den Rücken", erklärte Wolf, der laut eigenen Angaben selbst aktiver Jäger ist. Die Tiroler Jägerschaft werde mit derartigen Methoden in ein "Tierquälereck" gestellt und erleide dadurch einen "großen Imageschaden".

Die betroffenen Jäger hätten den hunderten Tiroler Jägern, die waidgerecht jagen, einen "Bärendienst" erwiesen, meinte der ÖVP-Klubobmann. Personen, die "so barbarisch in Tirol jagen", sei sofort die Jagdkarte zu entziehen, forderte Wolf. Der ÖVP-Politiker verlangte zudem, unter anderem eine Anzeige wegen Tierquälerei zu erstatten.

Beteiligte offenbar identifiziert

Laut Angaben des Tiroler Jägerverbandes konnten mittlerweile einige der Beteiligten identifiziert werden. Der Jagdpächter des betroffenen Jagdgebietes sowie jener Mann, der die Gams schließlich mit dem Messer tötete, seien dem Jägerverband bekannt, sagte Landesjägermeister Anton Larcher der APA. Jene Person, die die schwer verletzte, zappelnde Gams rund zwei Minuten an den Beinen über spitze Steine talwärts schleifte, sei hingegen noch nicht ausgeforscht, erklärte Larcher.

Ursprünglich hatte man geglaubt, auch diesen Mann identifiziert zu haben. Vermutlich handle es sich um einen ausländischen Jagdgast. "Ich nehme an, dass er auch der Schütze war", sagte der Landesjägermeister. Der Jäger soll in den nächsten Tagen identifiziert werden. "Ich werde jedenfalls alles in meiner Macht stehende tun, dass jemand, der so agiert, nie mehr wieder in Tirol jagen wird“, meinte Larcher. Den Jagdpächter habe er bis dato "nicht persönlich zur Rede stellen" können.

"Null-Toleranz und keinen Pardon"

Tirols oberster Jäger kündigte an, dass sich der Jägerverband mit den weiteren beteiligten Behörden eng abstimmen und für volle Aufklärung sorgen werde. „Wir werden auch innerhalb der Jägerschaft dieses Problem aufarbeiten. Für so etwas gibt es für mich Null-Toleranz und keinen Pardon bei der rechtlichen Verfolgung", erklärte Larcher. Er gehe davon aus, dass das Ergebnis des eingeleiteten Disziplinarverfahrens nur der Entzug der Jagdkarte sein werde.


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kurier.at vom 18.08.2013

Hunderttausende Waffen bald illegal 

Die Mehrheit der Waffenbesitzer hat das neue Gesetz bisher ignoriert. Die Frist läuft 2014 ab.
               
Mehr als die Hälfte der Frist für die neue Meldepflicht von Langwaffen (Gewehre) ist verstrichen. Doch bisher sind erst rund 62.000 Meldungen eingelangt. Die Zahl, die das Innenministerium dem KURIER bekannt gab, ist für Insider ein Schock. Stimmen die Schätzungen nur annähernd, dass die Österreicher rund eine Million Gewehre daheim liegen haben, dann sind bisher nur wenige Prozent der Besitzer ihrer Meldepflicht nachgekommen. Zehntausende nähern sich einer Deadline, hinter der die Illegalität wartet.

In letzter Sekunde

„Ich warte vorerst einmal ab, wahrscheinlich bis knapp vor Ende der Frist, und entscheide mich dann“, vertraut ein Betroffener, der anonym bleiben will, dem KURIER an. Ein Jäger gibt offen zu: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich alle Gewehre melde oder nur jene, mit denen ich regelmäßig zur Jagd gehe.“ Der Mann ist kein Einzelfall. Viele Waffenbesitzer befürchten eine Waffensteuer, sobald alle Langwaffen erfasst sind.

„Viele warten zumindest die Nationalratswahl im Herbst ab. Wenn die FPÖ zukünftig mitreden kann, wird sie die Vorschrift lockern und eine Amnestieregelung einführen, wie ich sie schon seit Langem fordere“, sagt Georg Zakrajsek, Sprecher der Interessensgemeinschaft liberales Waffenrecht, der von mindestens einer Million Langwaffen in Privatbesitz ausgeht.

Die Waffenhändler sorgen sich bereits: Sollten sich zu viele Waffenbesitzer erst knapp vor Ablauf der Frist im Juni 2014 für die Registrierung entscheiden, werde es ein Anmeldechaos geben. „Ich fürchte, dass sich ein großer Teil der Besitzer erst sehr spät zur Registrierung entschließt, die die meisten Leute beim Waffenhändler vornehmen. Dann kann es sein, dass wir nicht alle Registrierungen innerhalb der gewünschten Zeit durchführen können“, sagt Robert Siegert, Bundesgremialvorsteher des Waffenhandels.

Das wäre noch die harmlose Variante. Dramatischer wäre es, wenn eine große Zahl an Besitzern das Gesetz gänzlich ignoriert und sich in die Illegalität begibt. Sollten sie später eine Waffe verkaufen, haben sie nur noch zwei Möglichkeiten. Entweder riskiert man im Zuge der nachträglichen Anmeldung eine Strafe, oder die Waffe landet auf dem Schwarzmarkt. Der hätte dann plötzlich ungeahnte Quellen. Und Österreich bekäme mit einem Schlag weitere Besitzer von illegalen Waffen. „Eigentlich ist das Projekt schon in die Hose gegangen“, sagt Waffen-Lobbyist Zakrajsek.

Optimismus

Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums, gibt sich trotzdem optimistisch: „Es ist noch Zeit bis Juni 2014. Ich gehe davon aus, dass die Betroffenen ihre Waffen melden werden.“

Personen, die die Frist versäumen, machen sich in jedem Fall strafbar, betont er. „Es ist eine Verwaltungsübertretung, wenn man die rechtzeitige Registrierung unterlässt“, erklärt Grundböck. Die werde vermutlich mit einer Geldstrafe bedroht. Genau ist das noch nicht geregelt.

„Wenn jemand Zweifel haben sollte, wie damit umzugehen ist, kann er sich an den Waffenhandel wenden“, rät Grundböck. Der Tipp ist außerordentlich wertvoll. Denn auf der Homepage des Innenministeriums sind Information zur Meldepflicht schwer zu finden.

Auf Information setzt auch Rudolf Slamanig. Der Landespolizei-Vizedirektor und ehemalige Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung in NÖ, sagt: „Die Schützen und Jäger sind bestens informiert. Es gibt aber auch Leute, die beispielsweise Waffen geerbt haben und auf dem Gebiet nicht so viel Sachkenntnis haben. Die muss man versuchen zu erreichen.“

Natürlich habe eine zentrale Waffenregistrierung Vorteile, weil die Polizei vor einem Einsatz in Erfahrung bringen kann, ob es in einem Haushalt Waffen gibt.


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orf.at vom 13.08.2013

Tote Luchse: Kritik an Behörde

In der Ysper im Bezirk Melk sind Anfang August zwei tote Luchse gefunden worden. Sie waren in einem Plastiksack verpackt und mit Steinen beschwert. Im Umgang mit der Straftat wurden allerdings „unverzeihliche Fehler“ gemacht, kritisiert der WWF.

Die Naturschutzorganisation WWF fordert die Aufklärung der Straftat, denn Luchse sind streng geschützt. Die Bezirkshauptmannschaft Melk übergab die toten Tiere jedoch an die Tierkörperverwertung. „Für uns ist das sehr schockierend, dass zwei Tiere, die einer geschützten Tierart angehören, tot aufgefunden werden und der Fall nicht weiter untersucht wird“, sagt Christina Reisenbichler vom WWF.

„Rückschlüsse auf Täter kaum noch möglich“

Bei den toten Tieren handelt sich um eine Mutter mit ihrem Jungen. Dass sie illegal getötet wurden, steht sowohl für den WWF als auch für die Bezirkshauptmannschaft außer Frage. Laut WWF habe die Behörde jedoch Beweismittel vernichtet. Rückschlüsse auf den oder die Täter seien kaum noch möglich.

Der stellvertretender Bezirkshauptmann Gottfried Hagel verteidigt die Vorgehensweise: „Aus Sicht der Bezirkshauptmannschaft Melk hat die Freigabe erfolgen können, da keine verwertbaren Spuren bei dem Tier mehr feststellbar waren.“ Unklar sei auch, wo die Luchse getötet worden waren. Abgeschlossen sei der Fall trotzdem nicht: Hinweise werden jederzeit entgegengenommen.

„Luchse fassen nach Ausrottung erst wieder Fuß“

Die Luchse wurden in einem mit Steinen beschwerten Plastiksack an der Mündung der Ysper in die Donau gefunden. Eine Passant hatte wegen starken Verwesungsgeruchs die Polizei verständigt. "Die Luchs-Population ist noch sehr klein und äußerst verwundbar. Jedes einzelne Tier zählt“, verweist Reisenbichler darauf, dass die österreichischen Luchse nach ihrer vollständigen Ausrottung gerade erst dabei seien, wieder bei uns Fuß zu fassen.

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donaukurier.de vom 06.08.2013

Strafbefehl nach dem Jagddrama

Ingolstadt/Neuburg (DK) Die Justiz setzt den Schlusspunkt unter den tragischen Jagdunfall von Burgheim bei Neuburg. Der 68-jährige Österreicher, der Anfang März seinen Kameraden erschossen hatte, erhält wegen fahrlässiger Tötung einen Strafbefehl über 4500 Euro.

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat den Strafbefehl beantragt, das Amtsgericht Neuburg hat ihn bereits erlassen. Nun geht er per Post an den 68-jährigen Beschuldigten im Tiroler Pitztal. 180 Tagessätze zu 25 Euro soll der Mann zahlen. Mit einem Einspruch wird nicht gerechnet. Erst in diesem Fall käme es zu einer Gerichtsverhandlung in Neuburg.

Das Jagdgewehr des Tirolers zieht die Justiz ein. „Der Schuss ist mit absoluter Sicherheit aus diesem Gewehr abgegeben worden, das steht für uns fest“, erklärt der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walter. Sämtliche Untersuchungen und das ballistische Gutachten ließen kein anderes Ergebnis zu.

Mit der deutlichen Höhe von 180 Tagessätzen ahnden Staatsanwalt und Gericht „die Schwere der Pflichtverletzung“. Die Tagessatzhöhe liegt mit 25 Euro für den Rentner niedrig. Der 68-jährige Jäger schoss nach eigener Aussage aus einem Bauwagen am Waldrand, während sein 45-jähriger Kamerad 360 Meter entfernt schräg gegenüber in einer Ansitzhütte saß. Allein diese Konstellation mit gegenläufigem Ansitz entspreche nicht den Sicherheitsregeln, „das muss jedem Jäger bekannt sein“, so Behördenchef Helmut Walter.

Außerdem dürfe nur in gesicherter Richtung mit einem „Kugelfang“ im Hintergrund geschossen werden. Das Drama am Leitenbach zwischen den beiden zu Burgheim gehörenden Dörfern Straß und Leidling habe seinen Lauf genommen, weil diese klaren Grundregeln nicht beachtet worden seien. Der Strafbefehl schließe den Unglücksfall rechtlich ab, so der Oberstaatsanwalt, mit der moralischen Schuld müsse der Schütze fertig werden.

Die beiden Tiroler Jäger kannten sich seit zehn Jahren und waren mehrmals gemeinsam auf Wildschweinjagd in Leidling gewesen. „Das waren Freunde, einen Streit habe ich zu keiner Zeit bemerkt“, erzählt ein Reviernachbar. Den Jagdschein dürfte der Unglücksschütze verlieren, wenn der Strafbefehl rechtskräftig wird.

Ungeklärt bleibt wohl, ob der 68-Jährige nach dem Schuss, den er nachts zwischen ein und drei Uhr abgegeben habe, mit der Nachschau wirklich bis zum Morgengrauen gewartet hat. Oder hat er doch früher nachgesehen und die Katastrophe entdeckt? Der 45-jährige Freund war in den Bauch getroffen worden und innerlich verblutet. Nach Einschätzung von Medizinern wäre er auch bei sofortiger notärztlicher Behandlung nicht zu retten gewesen.

Die „äußerst unglücklichen Umstände“, wie Kripo und Staatsanwalt immer wieder betonten, sind begründet in der großen Distanz von 360 Metern und im spitzen Schusswinkel. Die Kugel müsse das stehende Opfer durch den vorderen Ausguck getroffen haben. In den Wänden der Erdkanzel fand sich kein Einschuss.

Im Leidlinger Revier ist nichts mehr geblieben, wie es war. Die Kanzel ist zerlegt worden, die alten Hochsitze und der Bauwagen sind weg. Der Jagdpächter aus Augsburg hat das Revier aufgegeben und einem Freund überlassen. Er hat einen Pensionär aus Rain als Jäger beauftragt, der bei Bedarf schnell an Ort und Stelle sein kann.

Im Sommer seien in Leidling fünf Wildschweine erlegt worden, wissen Reviernachbarn. Frischlinge und sogenannte Überläufer dürfen ganzjährig bejagt werden. Landratsamt und Hegeringe drängten auf revierübergreifende Jagden, um Schäden in der Landwirtschaft niedrig zu halten. Die erste größere Gemeinschaftsjagd zwischen Sinning, Leidling, Straß und Unterhausen ist auf 2. November terminiert.

Neuburgs Landrat Roland Weigert, selbst Waidmann, verlangte nachdrücklich größte Sorgfalt bei der Jagdausübung. Der ehemalige Pächter aus Augsburg reagierte empfindlich auf die harte Kritik und hat den Landrat auf Unterlassung verklagt. Dabei geht es auch um das Jagdhaus am westlich gelegenen Hügel. Wenn keine klare Nutzung als Abstellhütte zur Bewirtschaftung nachgewiesen werden könne, will das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen die Beseitigung verfügen, hieß es.


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kleinezeitung.at vom 05.08.2013

Jäger von Stein getroffen und schwer verletzt

Beim Absteigen vom Rauchbichl in Osttirol wurde Montag früh ein 53-jähriger Jäger von einem etwa zehn Kilogramm schweren Stein getroffen. Der Mann wurde schwer verletzt ins Bezirkskrankenhaus Lienz geflogen.

Montag am frühen Morgen führte ein 53-jähriger Aufsichtsjäger einen 54-jährigen Jagdgast im Gebiet des Rauchbichl, Winklertal, Untertilliach auf die Hirschjagd. Dabei führte er auch seinen Jagdhund mit. Die Jagd war erfolgreich, der erlegte Hirsch stürzte in den steilen Graben des sogenannten "Eggenbachl".

Der Aufsichtsjäger und sein Jagdgast stiegen daraufhin gemeinsam ab, brachen den Hirsch auf und gingen gegen 9.15 Uhr über den Graben talwärts. Da das dortige Gelände sehr steil und mit hohem Gras sowie Sträuchern bewachsen ist, ging der Aufsichtsjäger im Abstand von etwa zehn Metern voraus, dahinter folgten sein Gast und der Jagdhund.

Auf einer Geländekante lockerte der Jagdhund plötzlich einen etwa zehn Kilogramm schweren Stein, der talwärts in Richtung Jäger rollte. Der Jagdgast, der hinter dem Hund ging, schrie sofort "Steinschlag", um den Jäger zu warnen, doch dieser wurde vom Geröll getroffen und schwer verletzt.

Der Jagdgast leistete dem Mann Erste Hilfe, bis die Besatzung des Notarzthubschraubers Christophorus 7 eintraf und den Schwerverletzten in das Bezirkskrankenhaus Lienz transportierte.


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diepresse.com vom 05.08.2013

Steiermark: Jäger in Hütte von Baum erschlagen

In der Obersteiermark ist ein 51-jähriger Jäger in einer Hütte von einem umstürzenden Baum erschlagen worden.

Die Unwetterfront am Sonntagabend hat in der Obersteiermark ein Todesopfer gefordert: Ein 51-jähriger Jäger ist in einer Hütte von einem umstürzenden Baum erschlagen worden. Seine Lebensgefährtin konnte sich selbst befreien und kam mit Verletzungen davon, teilte die Landespolizeidirektion Steiermark am Montag mit.

Der 51-jährige Weidmann aus Radmer (Bezirk Leoben) hat den Sonntag mit seiner 39-jährigen Lebensgefährtin im sogenannten Finstergraben verbracht. Er hielt sich mit ihr in einer Ansitzhütte (kleine Hütte mit Sichtfenster für Jäger, Anm.) auf. Gegen 19.30 Uhr zog der Gewittersturm mit orkanartigen Windböen auf. Als die beiden den Verschlag verlassen wollten, stürzten gleich mehrere etwa 20 Meter hohe Fichten auf den Ansitz.

Während der Jäger unter den Hüttenteilen eingeklemmt wurde, konnte sich die Frau befreien. Doch da ihr Mobiltelefon kein Netz hatte, lief sie etwa drei Kilometer weit bis zum nächstgelegenen Anwesen. Von dort alarmierte sie die Einsatzkräfte. Als der Notarzt eintraf, konnte er nur noch den Tod des Jägers feststellen. Die Lebensgefährtin wurde mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Krankenhaus gebracht.


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kleinezeitung.at vom 30.07.2013

Jäger in Tirol auf Hochstand vom Blitz getroffen

Ein Jäger ist am Montagabend im Tiroler Kaunertal vom Blitz getroffen worden. Der Mann habe sich während eines Gewitters auf einem Hochstand befunden, als dort ein Blitz einfuhr, berichten die Ö3-Nachrichten des ORF-Radio. Der Mann sei kurze Zeit bewusstlos gewesen, habe aber dann selbst den Notruf verständigen können, hieß es. Er wurde in das Krankenhaus Zams im Bezirk Landeck eingeliefert.

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kleinezeitung.at vom 22.07.2013

Zwei Jäger stürzten in den Tod 

Laut Polizei zufolge stürzten zwei Jäger bei Arbeiten an einem Hochstand im Tiroler Außerfern (Bezirk Reutte) über steiles Gelände ab. Für sie kam jede Hilfe zu spät.
 
Zwei Jäger sind am Montag bei Arbeiten an einem Hochstand in Pinswang im Tiroler Außerfern (Bezirk Reutte) in den Tod gestürzt.
 
Nach Angaben der Polizei führten der 66-Jährige und sein 57-jähriger Kollege letzte Nagelarbeiten durch, als der an einer Geländekuppel stehende Holzverschlag umkippte. Für die beiden Einheimischen, die über steiles und felsendurchsetztes Gelände in die Tiefe schlitterten, kam jede Hilfe zu spät.

Ein 74-jähriger Begleiter des Duos hatte den Unfall mitangesehen. Der Mann wollte zunächst selbstständig zu den Verunglückten absteigen und setzte, nachdem er einen der beiden tot aufgefunden hatte, die Rettungskette in Gang. Die zweite Leiche wurde von den Einsatzkräften aus dem steilen Gelände geborgen.

Der Unfall hatte sich gegen 14:00 Uhr ereignet. Das Trio wollte einen bestehenden Hochstand im sogenannten Adlergschwendt im Gemeindegebiet von Pinswang erneuern. Einer der beiden Verunglückten stürzte laut Polizei rund 25 Meter, der andere an die 100 Meter ab. Im Zuge der Erhebungen konnte Fremdverschulden ausgeschlossen werden.


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kurier.at vom 22.07.2013

Arzt überlebt bereits den zweiten Jagdunfall 

Sonntagfrüh kostete Michael Hahn eine Kugel aus seinem eigenen Jagdgewehr beinahe das Leben.

Vor einigen Jahren war es ein wild gewordener Büffel, der den 66-jährigen Radiologen auf einer
Jagdreise in Afrika attackierte und schwer verletzte. Sonntagfrüh kostete Michael Hahn eine Kugel aus seinem eigenen Jagdgewehr beinahe das Leben. Das Projektil zerfetzte dem Mediziner aus Wiener Neustadt (NÖ) die linke Hand.

„Ich weiß, das hätte auch ganz anders ausgehen können.“ Der leidenschaftliche Jäger sitzt im Spitalsbett des Meidlinger Unfallkrankenhauses, wo Ärzte in einer Notoperation zumindest drei Finger der linken Hand retten konnten. Hahn war am Sonntag wie berichtet mit seiner Tochter und einem weiteren Jäger in einem Revier in Seebenstein,  Bezirk Neunkirchen auf die Pirsch gegangen. Er saß dabei mit seinem Hund auf einem Hochstand und hatte das Gewehr mit dem Lauf nach oben neben sich stehen. „Im Aufstehen habe ich die Hundeleine in die Höhe gezogen. Diese hat den  Sicherungshebel gelockert. Dann ist das Gewehr weggerutscht“, schildert Hahn. Der Mediziner griff reflexartig nach. Dabei ging der Schuss los.

„Im ersten Moment habe ich gedacht, jetzt ist die Hand total kaputt. Ich war überhaupt nicht geschockt, weil ich wusste, dass meine Tochter und ein anderer Jagdfreund auch auf einem Hochstand sitzen.“ Hahn wurde mit dem Hubschrauber nach Meidling geflogen, wo nach der Not-OP weitere Eingriffe anstehen. „Es sind rekonstruktive Operationen notwendig, um die Greiffunktion an den verbliebenen Fingern wieder herzustellen“, schildert Primar Christian Fialka.


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orf.at vom 21.07.2013

Jäger bei Jagdunfall schwer verletzt

Bei einem Jagdunfall im Bezirk Neunkirchen ist ein 66-jähriger Mann Sonntagfrüh schwer verletzt worden. Eine Hundeleine war in den Abzug seines Gewehres geraten. Daraufhin löste sich ein Schuss - der traf ihn in die linke Hand.

Laut Polizei hatte der Jäger gegen 4.50 Uhr mit seinem Jagdhund einen Hochstand in Seebenstein bestiegen. Um das Weglaufen des Tieres zu verhindern, verriegelte er die Tür des Hochstandes mit einem dafür vorgesehenen Haken. Dabei dürfte die Hundeleine in den Abzug seines Gewehres geraten sein, berichtete die Landespolizeidirektion.

Schuss zerfetzte linke Hand

Daraufhin löste sich ein Schuss, der Großteil der linken Hand des Mannes wurde zerfetzt. Der 66-Jährige verständigte noch selbst einen Jagdkollegen, der wiederum die Rettungsmannschaften alarmierte. Der Mann wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Landesklinikum Wiener Neustadt transportiert.

Immer wieder Jagdunfälle in Niederösterreich

Immer wieder kommt es in Niederösterreich zu Zwischenfällen auf der Jagd. Erst im Jänner wurde in Unterolberndorf (Bezirk Mistelbach) ein Treiber von der Kugel eines alkoholisierten Jägers getroffen, der junge Mann starb - mehr dazu in 21-Jähriger bei Treibjagd getötet. Der beschuldigte Jäger wurde schließlich zu 14 Monaten Haft wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen verurteilt - mehr dazu in Treiber erschossen: 14 Monate Haft für Jäger.

Nicht zuletzt deshalb stand der Landesjägertag in Asparn an der Zaya im April ganz im Zeichen der Sicherheit. Dabei wurde angekündigt, dass es für Jagdleiter künftig eigene Schulungen geben und das freiwillige Übungsschießen forciert werden soll - mehr dazu in Jäger rufen zu mehr Sicherheit auf.

Links:
Jäger von Schrotkugel am Kopf getroffen (noe.ORF.at; 16.12.2012)
Jäger stürzen mit Hochstand in die Tiefe (noe.ORF.at; 21.12.2012)
Jäger bei Treibjagd angeschossen (noe.ORF.at; 3.12.2012)
Jäger durchschießt eigene Hand (noe.ORF.at; 18.11.2012)


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Presseaussendung WWF und Landesjagdverband Niederösterreich vom 11.07.2013

WWF: Wieder Giftanschläge in Niederösterreich

Nervengift für Menschen und Wildtiere gefährlich

Wien, am 11. Juli 2013 - Die erschütternde Serie von Vergiftungsfällen in Niederösterreich hat jedes akzeptable Maß überschritten. In den letzten Wochen fielen in Niederösterreich neuerlich mehrere geschützte Greifvögel illegalen Giftlegern zum Opfer. Dr. Peter Lebersorger von der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände ist aufgrund dieser negativen Entwicklungen höchst alarmiert. „Um gemeinsam neue Lösungen für die Problematik der zunehmenden illegalen Verfolgung geschützter Wildtiere zu finden, lade ich NGOs und Behörden zu einem runden Tisch ein“, kündigt Lebersorger an.

In Höflein im Bezirk Bruck an der Leitha wurden eine tote Rohrweihe und ein toter Mäusebussard neben zwei präparierten Stockenten gefunden, die das gefährliche und längst verbotene Nervengift Carbofuran enthielten. Nur wenige Kilomenter davon entfernt, im Nachbarrevier Scharndorf, wurden drei tote Rohrweihen und ein toter Mäusebussard entdeckt. In Zistersdorf im Bezirk Gänserndorf wurde zuletzt sogar ein seltener und streng geschützter Kaiseradler mit Carbofuran vergiftet.

Es gibt bei den aktuellen Fällen starke Hinweise dafür, dass die Täter aus der Jägerschaft stammen. Beide Stockenten, die mit Gift präpariert wurden und als Köder dienten, waren zuvor mit Schrot erlegt worden. Daher fordert WWF-Experte Christian Pichler die Bezirks- und Landesjagdbehörden auf, endlich wirksame Durchgriffsmöglichkeiten gegen Giftleger zu schaffen. Das Besitz- und Anwendungsverbot von Carbofuran müsse lückenlos befolgt und Vergehen mit empfindlichen Strafen belegt werden.

WWF-Experte Pichler ist über die nicht enden wollende Giftserie entsetzt: „Diese Giftlegerei muss ein Ende haben. Wir haben in Österreich derzeit 15 Seeadlerbruten. In den letzten zehn Jahren sind 15 Seeadler vergiftet oder abgeschossen worden. Wir könnten einen wesentlich besser abgesicherten Bestand haben, gäbe es die illegale Verfolgung nicht.“

Bereits seit 2008 sind Besitz und Verwendung des Pestizids Carbofuran EU-weit verboten. Offenbar verschaffen sich rücksichtslose Personen dennoch auf illegalem Weg Zugang zu dem auch für den Menschen tödlichen Nervengift, um es gegen Wildtiere einzusetzen.

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heute.at vom 05.07.2013

Hochstand eingestürzt: zwei Jäger verletzt  

Beim Einsturz eines Hochsitzes sind am Donnerstagabend im Bezirk Voitsberg zwei Jäger verletzt worden. Die Polizei geht von einem technischen Gebrechen bzw. Materialermüdung als Ursache aus.

Keine Sabotage!" Zwei Jäger, 80 und 74 Jahre alt, hatten gegen 21.00 Uhr in der Kanzel des Hochsitzes Platz genommen, als diese plötzlich zusammenbrach. Die beiden Senioren stürzten aus etwa acht Metern Höhe auf die Gemeindestraße.

Während der 80-Jährige aus dem Bezirk Graz-Umgebung schwer verletzt ins LKH Graz gebracht wurde, erlitt sein 74-jähriger Kollege aus dem Bezirk Voitsberg Verletzungen unbestimmten Grades und wurde ins LKH Voitsberg eingeliefert. Die Polizei schließt ein Fremdverschulden aus.


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krone.at vom 29.06.2013

Tiroler (45) bei Jagd getötet: Gutachten bestätigt Unfall  

"Das ballistische Gutachten ist eindeutig" - der zuständige Chef des Kriminalamtes bereitet den wild kursierenden Mordgerüchten ein Ende. Mit einem tödlichen Schuss aus 360 Metern Entfernung riss - wie berichtet - ein 68- Jähriger im März bei einer Jagd in Bayern seinen Tiroler Kameraden Hannes G. aus dem Leben.

"Eine Verkettung unglücklichster Umstände. Das Gutachten bestätigt, dass weder ein Dritter im Spiel gewesen sein könnte noch, dass hier jemand vorsätzlich ermordet wurde", so Ermittler Alfred Grob.

Ein Gutachten, das beim Schützen selbst kaum für Erleichterung sorgen dürfte. Die Schuldgefühle sollen den 68- jährigen Tiroler - er hatte nach der Tragödie seinen Selbstmord angekündigt und wurde psychiatrisch behandelt - völlig zermürben.

Zumal er weiß, dass er mit einem Fehlschuss nicht nur einen Freund getötet, sondern auch eine Frau zur Witwe und drei Kinder zu Halbwaisen gemacht hat. Hannes G. hinterlässt eine 16 Jahre alte Tochter, einen 22 Monate alten Sohn und ein weiteres Kind, das im August auf die Welt kommen soll.

Waidmann gab nur einen einzigen Schuss ab

Der tragische Vorfall geschah in der Nacht auf den 4. März, als das spätere Opfer mit seinen Kameraden in Bayern auf Wildschweinjagd ging. In der Dunkelheit gab der 68- Jährige von einem Hochstand einen einzigen Schuss auf eine anvisierte Sau ab, die sich auf einer freien Wiese befand.

Die Kugel traf jedoch nicht das Wildschwein, sondern den 45-Jährigen, der sich in einer Jagdhütte auf die Lauer gelegt hatte. Hannes G. erlitt einen Bauchdurchschuss, sein Tod wurde erst in den Morgenstunden von seinem 68- jährigen Jagdkollegen bemerkt. Die Tochter des Toten lag da nur unweit des Unglücksortes in einem Bauwagen und schlief. Sie hatte ihren Vater bei der Jagd begleitet.

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regionews.at vom 27.06.2013

Jäger (69) stürzte 8 Meter von Hochstand – Schwer verletzt

Der Oberkärntner wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus Spittal/Drau gebracht

BEZIRK SPITTAL/DRAU. Ein 69-jähriger Jäger ist am Mittwochabend in Steinfeld an der Drau (Bezirk Spittal/Drau) 8 Meter von einem Hochsitz gestürzt. Er erlitt dabei schwere Verletzungen und wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Am Mittwochabend kurz nach 20:00 Uhr stieg ein 69-jähriger Jäger aus Kleblach-Lind in der Nähe der  Ortschaft Fellbach (Gemeinde Steinfeld an der Drau) auf einen Hochsitz. Die Jagdkanzel war in acht Metern Höhe  auf einer Esche aufgebaut. Als der Jäger versuchte, den mit einer Holzlatte gesicherten Zugang zur Kanzel zu öffnen,  verlor er das Gleichgewicht und stürzte mitsamt seiner Jagdausrüstung von der Leiter. Weil  er mit dem Rücken auf dem Wiesenboden aufschlug, dämpfte der umgeschnallte Rucksack den Aufprall.

Der 69-Jährige erlitt bei dem Sturz schwere Verletzungen und wurde nach Erstversorgung durch das Rote Kreuz Greifenburg und einen praktischen Arzt sowie das Notarztteam des Rettungshubschraubers C 7 mit dem Hubschrauber in das Krankenhaus Spittal/Drau geflogen.

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orf.at vom 03.06.2013

Hochsitz umgestürzt: Jäger schwer verletzt

Ein Hochsitz ist Sonntagfrüh in Hürth im Bezirk Südoststeiermark samt zwei Jägern umgestürzt. Ein Befestigungsseil hatte sich gelöst. Einer der Männer wurde schwer, ein zweiter leicht verletzt.

Insgesamt drei Jäger stiegen in der Früh auf den Hochsitz in Hürth in der Gemeinde Halbenrain. Zwei Männer hatten die Plattform bereits erreicht, der dritte befand sich noch auf halber Höhe auf einer Leiter.

Befestigungsseil gerissen

Plötzlich riss ein an einem Baum angebrachtes Befestigungsseil und der Hochsitz stürzte um. Ein 49 Jahre alter Mann musste schwer verletzt in das LKH Feldbach gebracht werden. Der Jäger, der sich noch auf der Leiter befand, wurde leicht verletzt. Der Dritte, ein 53-Jähriger, blieb unverletzt. Warum das Stahlseil gerissen ist, ist noch unklar.

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kurier.at vom 30.05.2013

Gesprächsgipfel nach anonymer Anzeige

Vorwürfe wegen illegaler Abschüsse auf Gut Brunntal.
Die Verwalter dementieren.


Seitdem der russische Milliardär Rashid Sardarov etwa 25 Millionen Euro in ein 500 Hektar großes Jagd-Refugium in Rohr im Gebirge gesteckt hat, sind er und seine Verwalter mit anonymen Anzeigen konfrontiert. Im jüngsten Fall erging eine an die Finanz und die Bezirkshauptmannschaft (BH): Demnach soll der Abschuss exotischer Himalaya-Tahre illegal auf Gut Brunntal an Jäger verkauft worden sein. Dies wird entschieden dementiert. Diese Woche fand zu diesem Zweck ein Gipfelgespräch zwischen dem Gutsverwalter Otto Schreier sowie seinen Söhnen und den Fachleuten der BH statt.

Rashid Sardarov hat zwei Jagdgebiete in Rohr im Gebirge und Gutenstein zu einem etwa 500 Hektar großen Jagdgatter (eingefriedete Eigenjagd) zusammen gefasst und sie 2009 im großen Stil mit Wildtieren bestückt: Neben Rot-, Sika-, Dam-, Muffel-, Schwarzwild und Davidhirschen wurden gut 20 Stück Himalaya-Tahre ausgesetzt. Die Tiere haben sich jedoch rasant vermehrt und richteten jede Menge Waldschäden an. Als „nicht jagdbares“ Wild durften sie nicht bejagt werden. Schließlich entschied man sich 2012 dazu, die ohnedies nicht heimischen Tahre wieder aus dem Gatter zu entfernen. Nachdem ein Lebendfang beziehungsweise eine Narkotisierung der scheuen Tiere nicht mehr möglich war, stimmte die BH dem Abschuss zu. Um eine Trophäenjagd zu verhindern, schrieb die Behörde die Tötung der Tiere ausschließlich durch betriebseigenes Personal vor.

Wildbret

Außerdem mussten die erlegten Tahre per Bescheid der Tierkörperverwertung übergeben und durften auch nicht für das Wildbret verwendet werden. „Das ist auch nachweislich so passiert. Bis November 2012 waren alle Tiere erlegt und übergeben“, erklärt Schreier, der sich über die anonymen Anzeigen der vergangenen Jahre zutiefst ärgert. „Glauben sie mir, Herr Sardarov ist einer der reichsten Menschen. Den interessieren ein paar Tausend Euro für irgendwelche Abschüsse nicht im Geringsten.“

Auf der Bezirkshauptmannschaft muss man naturgemäß den Vorwürfen nachgehen. „Das Ganze ist noch ein offenes Verfahren“, gibt sich Bezirkshauptmann Andreas Strobl bedeckt.

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kurier.at vom 30.05.2013

Aufregung um erschossene Katze 

Mit Kugeln und Gift wurden mehrere Katzen getötet. Ihre Besitzer suchen nach Tätern.

Die Aufregung ist groß bei Bewohnern einer Siedlung in Brunn im Felde, Bezirk Krems: Die Siamkatze „Foxi“ wurde erschossen. Besitzer Werner Ringsmuth fand das tote Tier direkt am Zaun seines Gartens. „Wenn die Katze hier erschossen wurde, ist das unverzeihlich. Es geht nicht nur um unsere Katze. Da spielen Kinder auf dem Weg und in der angrenzenden Strauchzeile.“ Jagdleiter Josef Haiderer ist überzeugt, dass beim Abschuss der geforderte 300-Meter-Abstand zu verbauten Gebiet eingehalten wurde. Das glauben einige Anrainer nicht.

„Montag Früh habe ich die Katze gefunden, die laut Tierärztin einen Durchschuss hatte“, erzählt Ringsmuth.

„Ich habe Sonntagabend auf meiner Terrasse den Knall und das Pfeifen eines Geschoßes gehört“, berichtet Christian Krammel, ein Nachbar von Ringsmuth. Was Krammel beunruhigt: „Fünf von unseren Katzen sind spurlos verschwunden.“ „Dass der Schuss weiter als 300 Meter entfernt von den Häusern gefallen ist, kaufe ich dem Jäger nicht ab“, betont auch Jürgen Sonnleitner, ein weiterer Nachbar. „Ich hatte ein sachliches Gespräch mit dem Jagdleiter und habe ihm gesagt, ich fühle mich und meine Kinder gefährdet“, sagt er.

„Wenn die Katze weiter als 300 Meter vom Siedlungsgebiet entfernt war, hat der Jäger sogar die Pflicht sie zu erlegen. Die sind zäh und kommen weit. Wenn jemand eine Kugel pfeifen hört, muss er froh sein, dass er nicht liegt. Ich würde schauen, ob nicht in der Nachbarschaft jemand schießt“, erklärt Jagdleiter Haiderer.

Belohnung

Auch in der Stadt Gmünd wird nach einem mutmaßlichen Katzenmörder gefahndet. Um den Täter rascher ausfindig machen zu können, hat der Verein „Pfotenhilfe“ eine Belohnung von 500 Euro für den entscheidenden Hinweis ausgeschrieben. Wie berichtet, wurden bereits vier Katzen seit 2008 in der Passauergasse in Gmünd getötet. Zuletzt traf es vor Kurzem den Kater „Noel“, der offenbar mit einem Schuss aus einem Luftdruckgewehr getötet wurde.

„Bitte geben Sie uns Bescheid, wenn Sie in unmittelbarer Nähe des Harabruckteiches in Gmünd etwas beobachten konnten“, sagt Sonja Weinand, die Sprecherin des Vereins „Pfotenhilfe“. Sie hofft, dass der mutmaßliche Tierquäler schnellstens gefasst wird. Hinweise unter: 059/133-3400.

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martinballuch.com vom 08.05.2013

Wenn ein begeisterter Jäger Vegetarier wird!

NÖ. Er ist auch Amtszierarzt, dabei trägt er den Titel „wirklicher Hofrat“, und Professor, wenngleich nicht an der Universität, vielmehr hat ihm der derzeitige Bundespräsident Heinz Fischer diesen Titel laut Wikipedia im Jahr 2006 für „besondere kulturelle Leistungen“ verliehen. Aber Winkelmayer ist für seine jagdliche Tätigkeit bekannt, als deren Vertreter ich auch mit ihm in argumentative Konflikte geriet. Er stammt aus einer Jägerfamilie, wie er selbst sagt, hat die Jagd selbst sehr lange praktiziert und viel darüber geschrieben. Zu den Publikationen in diesem Bereich, siehe http://www.winkelmayer.at/pub.htm, gehören Bücher über Jagdsafaris und die Jagd auf Büffel in Afrika genauso, wie viele Artikel in den einschlägigen Jagdzeitschriften. Man kann Winkelmayer sicher als einen Sprecher der Jägerschaft bezeichnen.

Und dieser Rudolf Winkelmayer hielt am Donnerstag, dem 2. Mai 2013, einen Vortrag zum Thema „Das Töten im Rahmen von Jagd und Fischerei“ auf der Österreichischen Tierärztetagung an der Veterinärmedizinischen Uni Wien. Dabei überraschte er zunächst mit einigen jagdkritischen Äußerungen, wie z.B.:

* Die Jagd […] ist […] eine Freizeitbeschäftigung

* Wird Farmwild […] in ein Jagdgatter oder in die freie Wildbahn ausgebracht, was nicht selten erfolgt, wird es zu jagdbarem Wild. […Es gibt] zweifelhafte bis abzulehnende Praktiken wie etwa „Gatterjagd“, Abschießungen von eigens zum Zweck des Abschusses ausgesetztem Wild, Überhege (z.B. in vielen Wintergattern)

* Tötungsarten, wie sie z.B. bei Riegeljagden (Treibjagden) auf Schalenwild […] oder bei eigens für den Zweck ausgesetztem Flugwild (lebenden Zielscheiben) vorkommen, die ausschließlich der Belustigung dienen, sind am treffendsten mit „Abschießbelustigungen“ zu bezeichnen

* [Bei einer Studie von Treibjagden auf] Wildschweine gab es den Blattschuss nur bei 25-35%. Der Rest hatte Weidwund-, Keulen- oder Laufschüsse

* Beim Schrotschuss […] sind partielle Fehlschüsse – und damit natürlich Verletzungen – wesentlich häufiger als beim Kugelschuss (auf Schalenwild)

Winkelmayer kritisierte auch die Jagd auf monogame Tierarten wie Gänse und Krähen, weil der zurückgelassene Partner leide, die Jagd auf schwangere Tiere, die „faire Jagd“, bei der nur auf fliegende und laufende Tiere geschossen wird, sowie das Aussetzen von Fischen zum Angeln bzw. das wieder Freilassen von an der Angel gefangenen Fischen. Doch dann kam er auf den wesentlichsten Punkt seines Vortrags zu sprechen, den er mit der Bemerkung einleitete, dass nachgewiesen ist, dass auch Fische leiden können: Immer mehr Menschen sind mittlerweile zwar vorsichtig mit Fleisch, halten es aber für unbedenklich, Fisch zu essen. Wenn diese nun erkennen, dass der Fisch gar nicht so verschieden von den Säugetieren ist […] dann wird sich vermutlich auch die Einstellung der Konsumenten ändern. Es könnte dazu führen, dass aufgeklärte, gebildete, rational denkende Menschen nicht nur (weitgehend) auf Fleisch sondern auch auf Fisch verzichten.

Damit begann er eine Diskussion der Tötungsfrage von Tieren, sprach dabei von nichtmenschlichen Tieren und erklärte sogar: Wie anders, als durch Speziesismus, ist es aber schlüssig erklärbar, zumindest höhere Tiere (Wirbeltiere) nicht in diese moralische Gemeinschaft [der Menschen, in der es ein absolutes Tötungsverbot gibt] aufzunehmen?

Und sein Ergebnis: Meine persönlichen Schlussfolgerungen im Sinne einer liberalen Moral, die ohne metaphysische Annahmen über Werte operiert, sind: […] Es gibt dafür, dass der Tod dem Tier schadet, bis dato keine Letztbegründung – aber ich lasse mir […] auch von niemandem ausreden, dass dem nicht so wäre. Für mich bleibt jedenfalls ein tiefes moralisches Unbehagen hinsichtlich der Tötung von Tieren (zumindest derer, von denen wir annehmen, dass sie über Bewusstsein verfügen) bestehen. Als Tierarzt – mit über 30 jähriger Berufserfahrung – fällt mir die Entscheidung leicht: Ich bin im Zweifelsfalle für das Tier – im Zweifelsfalle für das Leben!

Und mit diesen Worten erklärte er öffentlich, dass er nicht mehr jagen werde und ab jetzt vegetarisch lebe!!!

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orf.at vom 07.05.2013

Hochsitz brach zusammen

Am Montagabend ist ein Hochsitz in Moosburg zusammengebrochen. Zwei Jäger, die sich darin befanden, wurden verletzt. Die Rettung war wegen des unwegsamen Geländes schwierig.

Auf dem Jagdhochsitz befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalles zwei Jäger, ein 59-jähriger Mann und eine 43-jährige Frau aus Klagenfurt. Sie stürzten etwa 3,50 Meter zu Boden und wurden schwer verletzt. Die Frau erlitt Rippenbrüche, der Mann kam mit Platzwunden davon.

Unwegsames Gelände

Die beiden konnten noch selbst die Rettungskräfte alarmieren. Der Hochsitz befand sich in unwegsamem Gelände, was die Bergung und Versorgung der Verletzten erschwerte. Beide wurden in das Klinikum Klagenfurt gebracht.

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orf.at vom 06.05.2013

Mehr Giftköder: WWF hat Jäger im Visier

In Niederösterreich sind in den vergangenen Monaten besonders viele Tiere durch illegale Giftköder getötet worden. Vor allem Greifvögel sind häufig Opfer. Den Tätern auf die Spur zu kommen gestaltet sich schwierig, heißt es beim WWF, man vermute einen jagdlichen Hintergrund.

Das Gift Carbofuran ist seit 2008 verboten. Erst vor kurzem wurde es aber in Mannersdorf am Leithagebirge in geöffneten Hühnereiern gefunden, daneben ein toter Greifvogel, der die vergifteten Köder gefressen hatte. Gut zwei Monate zuvor wurden ein Fuchs und ein Mäusebussard in Paasdorf bei Mistelbach getötet. Dieses Mal waren Fleischbrocken mit Carbofuran vergiftet. Vergangenes Jahr wurden im Weinviertel drei Seeadler vergiftet - mehr dazu in Dritter Seeadler in Folge vergiftet. Offenbar wird das für Mensch und Tier tödliche Nervengift illegal gehandelt.

60 Prozent der Vergiftungen in Niederösterreich

60 Prozent solcher Giftvorfälle passieren in Niederösterreich, und insbesondere seit dem vergangenen Jahr häufen sich die Meldungen. Bei den jüngsten Ereignissen deute vieles auf einen jagdlichen Hintergrund der Täter hin, heißt es beim WWF, oft blieben die Fälle aber ungeklärt, unter anderem, weil die toxikologischen Untersuchungen bei Verdachtsfällen sehr lange dauern. Der Besitz und die Anwendung von Carbofuran müssten hart bestraft werden, fordert der WWF.

Peter Lebersorger vom Landesjagdverband fordert die Jägerschaft dazu auf, keine illegalen Aktionen in ihren Revieren zu dulden. „Die Hoffnung auf höhere Niederwildstrecken darf niemanden zu offenem Rechtsbruch verleiten", sagt Lebersorger. Der Gifteinsatz sei nicht nur verboten, sondern widerspreche allen Grundsätzen der Weidgerechtigkeit.

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orf.at vom 30.04.2013

Jäger soll illegal gejagt haben

Einen Schuss im Jagdrevier aus dem Auto noch dazu in der Schonzeit - diesen Sachverhalt will ein Hobby-Ornithologe im Seewinkel beobachtet und gefilmt haben. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen eine Gruppe italienischer Jagdpächter in Apetlon. Die Jäger sehen das völlig anders.

Der Amateurfilm, der dem ORF Burgenland vorliegt, zeigt einen Schuss aus einem fahrenden Geländeauto mit italienischem Kennzeichen. Vogelbeobachter Wolfgang Trimmel aus Niederösterreich hat die Szenen seinen Angaben zufolge am vergangenen Freitag gegen 20.00 Uhr bei der Hottergrube nahe des Darscho im Gemeindegebiet von Apetlon beobachtet und gefilmt. Trimmel vermutet, der Jäger könnte auf Vögel geschossen haben - mitten in der Schonzeit.

Schüsse aus dem Auto sind verboten

Darüber hinaus ist ein Schuss zu Jagdzwecken aus einem Auto ohnehin grundsätzlich verboten. Sollten die Vorwürfe zutreffen, wären das schwere Vergehen, für die Strafen zwischen 72 und 3.600 Euro verhängt werden können, zusätzlich kann auch die Jagdkarte entzogen werden.

Der örtliche Jagdleiter der beschuldigten italienischen Jagdpächtergruppe wollte zwar kein Interview geben, stellte den Sachverhalt aber völlig anders dar: Krähen oder Gänse seien hier vertrieben worden. Das wäre prinzipiell zwar zulässig, aber nur in Gebieten mit landwirtschaftlichen Kulturflächen, so der Bezirkshauptmann von Neusiedl am See, Martin Huber. „Ob dafür die Verwendung einer Schusswaffe oder einer Schreckschusspistole erlaubt ist, das werden wir noch prüfen“, so Huber.

In der näheren Umgebung kennen aber selbst Ortskundige keine gefährdeten landwirtschaftlichen Kulturen. Die Bezirkshauptmannschaft hat jedenfalls bereits ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet.

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vorarlbergernachrichten.at vom 20.04.2013

Hund erschossen – Jäger verdächtigt

73-Jähriger soll nächtliches Hundegebell mit einem Schuss aus der Flinte beendet haben.

Schruns. Der junge Mischling kämpfte eine Nacht lang mit Tod. Er lag auf einer Wiese in Schruns, in seinem Leib eine Kugel. Als ihn seine entsetzte Besitzerin nach langer Suche früh morgens fand, gab es nur noch einen Ausweg, um das Tier von seinen Qualen zu erlösen: Einschläfern durch den Tierarzt.

Noch am selben Morgen forschte die örtliche Polizei den verdächtigen Schützen aus: Ein 73-jähriger Landwirt, der gerade aus dem Hühnerstall kam, sah sich vor seinem Haus den Beamten gegenüber. Der Mann, als Jäger bekannt, war sogleich seinen Jagdschein los. Bei der Spurensicherung stellten die Polizisten noch fünf Gewehre in einem Schrank im Haus des Verdächtigen sicher.

Gestern fand der Fall ein erstes Nachspiel vor dem Schrunser Bezirksrichter Thomas Walter. Wegen des Vergehens der Tierquälerei angeklagt, wies der Landwirt jede Schuld von sich, eisern und standhaft: „Ich war es nicht! Ich könnte nie auf einen Hund schießen. Ich habe selber einen“, beschwörte er, und: „Ich bin alles andere als ein Hundehasser!“ Er habe zum Tatzeitpunkt um Mitternacht auf seiner Couch geschlafen. Und dabei keinen Hund draußen vor der Tür bemerkt. Und schon gar kein lästiges Gebell.

Letzteres hatte jedoch einen jungen Nachbarn in unmittelbarer Nähe aus dem Schlaf gerissen. Als Zeuge geladen, gab er zu Protokoll: „Während des Gebells nahm ich plötzlich eine Männerstimme war. Nach einem ersten ,Pscht‘ wurde diese immer lauter und schrie: ,Verschwind, sonst erschieß ich dich!‘ Und dann hörte ich den Knall.“ Auch wenn er damals nichts gesehen habe, so war er sich dennoch sicher: „Es war die Stimme des Beschuldigten, des Jägers.“ Kopfschüttelnd lauschte der Angeklagte dieser Aussage und bemerkte: „Zu dieser Zeit schlich schon seit Tagen ein Reh in dieser Gegend herum. Es könnte deshalb auch ein anderer Jäger aufgetaucht sein und den Hund erschossen haben.“

Als weitere Zeugin erschien auch die Besitzerin des getöteten Vierbeiners. Noch immer sichtlich aufgewühlt, beschwor sie: „Mein Hund hat nie gebellt. Diese Gegend, wo herumgeschossen wird, ist extrem gefährlich. Ich bin in eine neue Wohnung gezogen.“

Vollkommen überzeugt von der Unschuld des Landwirtes gab sich jedoch dessen Verteidiger, Rechtsanwalt Andreas Mandl. Hätte sich sein Mandant nämlich zu der Tat bekannt, hätte man immer noch zu einer diversionellen Möglichkeit, also etwa einem gerichtlichen Tatausgleich, finden können. Und sich das ganze Verfahren erspart. „Diversion war schon in ganz anderen Fällen möglich. Da hat schon einer dem anderen die Pistole an die Schläfe gehalten, wie ein Fall im Landesgericht Feldkirch zeigte“, beteuerte er. All dies war dem Richter noch zu wenig, um zu einem Urteil zu finden. Er folgte dem Antrag von Bezirksanwalt Erich Berthold, auch die ermittelnden Polizeibeamten als Zeugen zu vernehmen. Die Verhandlung wurde auf Oktober vertagt.

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orf.at vom 20.04.2013

Jäger rufen zu mehr Sicherheit auf

Beim Landesjägertag in Asparn an der Zaya ist am Samstag zu mehr Sicherheit bei der Jagd aufgerufen worden. Für Jagdleiter soll es künftig eigene Schulungen geben, das freiwillige Übungsschießen soll forciert werden.

Erst im Jänner war bei einer Jagd im Weinviertel ein tödlicher Zwischenfall passiert: Ein Treiber wurde von der Kugel eines alkoholisierten Jägers getroffen, der Mann starb. Anfang dieser Woche wurde der Beschuldigte im Landesgericht Korneuburg nicht rechtskräftig zu 14 Monaten Haft wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen verurteilt - mehr dazu in
Treiber erschossen: 14 Monate Haft für Jäger.

Schulungen, Schießübungen und Sicherheitskleidung

Das Thema Sicherheit war nicht zuletzt deshalb beim 67. Landesjägertag in Asparn an der Zaya im Weinviertel vorherrschend. Der Verband führte bereits vor sechs Jahren freiwillige Schießübungen ein, dennoch gibt es offenbar Nachholbedarf. „Wir werden Jagdleiterschulungen einrichten und gerade im Hinblick auf Sicherheit massiv forcieren, Sicherheitsbekleidung neu überdenken und diskutieren und wir werden das freiwillige Übungsschießen stärker forcieren, als wir das bisher getan haben“, sagte Landesjägermeister Josef Pröll.

„Bei den Übungsschießen haben wir einen Stand erreicht, der nicht mehr besser wird: Rund 39 Prozent aller Jägerinnen und Jäger gehen zum freiwilligen Übungsschießen. Ich denke, dass wir hier einen Zahn zulegen müssen“, so Pröll. Er betonte außerdem, dass Alkohol vor und während der Jagd nichts verloren habe. Klare Worte dazu fand auch Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP): „Wenn sich jemand nicht an die Gesetze und Vorschriften hält, heißt es nur: Null Toleranz und strenge Strafen.“

Bezirksjäger schließen sich Forderungen an

Nachholbedarf sieht man auch in der Jägerschaft. Gottfried Klinghofer, Bezirksjägermeister in Mistelbach, forderte eine Verbesserung der Ausbildung der Jungjäger. Bernhard Egger, Bezirksjägermeister in Melk, plädierte ebenfalls dafür, dass die Schulungen vorangetrieben werden und das Thema Sicherheit verstärkt ins Visier genommen wird.

Abgesehen vom Sicherheitsappell zog Landesjägermeister Josef Pröll eine positive Bilanz über sein erstes Jahr in dieser Funktion. Veränderungen kommen in diesem Jahr auf die Jägerinnen und Jäger in Sachen Wildbret zu. Neue Vorschriften sollen zu Verbesserungen und Fälschungssicherheit führen. Neue Vorschriften sollen beim Wildbret Verbesserungen bringen.

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orf.at vom 17.04.2013

Tierschützer fordern Fallenverbot

Kärntner Tierschützer sammeln Unterschriften für ein Verbot der „Totschlagfallen“. Anlassfall ist der Hund einer Wolfsbergerin, der letzten Winter in einer solchen Falle verendete. Für die Seuchenbekämpfung seien diese Fallen in manchen Gebieten unverzichtbar, sagen hingegen die Jäger.

Das Kärntner Landesjagdgesetz erlaubt der Jägerschaft, Tiere mit Fallen zu töten. Die Petition gegen die so genannten „Totschlagfallen“ oder „Abzugseisen“ in Kärnten wurde auf Initiative der Kärntner Tierschutz-Ombudsfrau Ingrid Fischinger gestartet. Gefordert wird auch ein Verbot von Fallensteller-Kursen, die nächsten werden in Kärnten bereits Ende April angeboten. Ziel der Petition ist eine Gesetzesänderung. Dazu müsste ein Landtagsabgeordneter oder einen Regierungsmitglied einen entsprechenden Antrag im Landtag einbringen.

Anlassfall: Durch Falle getöteter Hund

Die Idee zu der Petition kam von Nicole Jank aus Wolfsberg. Ihr Vierbeiner wurde im letzten Dezember durch ein Abzugeisen getötet. Jank war an diesem Tag auf dem Weg zur Arbeit, ihren belgischen Schäferhund Gerry setzte sie unterwegs bei den Schwiegereltern am Bauernhof im Granitztal ab. Der Hund rannte ohne Aufsicht in den angrenzenden Wald und geriet dort in ein Abzugeisen, das ein Jäger für die Fuchsjagd aufgestellt hatte. Der Hund war sofort tot. Nicole Jank musste eine Verwaltungsstrafe zahlen, weil der Hund ohne Aufsicht war.

Das Abzugeisen war von der Kärntner Jägerschaft bewilligt, auch die nötigen Hinweistafeln waren angebracht. Der Jäger habe nach den Vorschriften gehandelt, sagt Freydis Burgstaller-Gradengger von der Jägerschaft. Wie im Gesetz vorgesehen, verlor der Jäger durch den Vorfall trotzdem seine Bewilligung zum Aufstellen von Totschlagfallen.

Fischinger: Großes Verletzungsrisiko

Der Vorfall ließ die Hundebesitzerin aber nicht zur Ruhe kommen. Zusammen mit Tierschutz-Ombudsfrau Ingrid Fischinger kam ihr die Idee zur Petition. Mehr als 200 Menschen unterschrieben bisher online. Die Fallenjagd sei eine problematische Methode, meint Fischinger: „Für mich haben diese Fallen ein großes Verletzungsrisiko. Mit den Fallen ist keine selektive Jagd möglich, auch Haustiere und Tierarten, die unter Naturschutz stehen, werden darin gefangen.“ Die Tiere würden in den Fallen mitunter qualvoll verenden. Aufzeichnungen darüber, wie viele Haustiere in Fallen sterben, gibt es nicht.

Und auch für Menschen könnten diese Fallen zur Gefahr werden, meint die Tierschutz-Obfrau. Zwar seien die Jäger angehalten, die Fallen sehr gut zu sichern, in Oberösterreich sei aber einmal ein Mädchen in eine solche Falle geraten. Fischinger: „Darauf will ich in Kärnten nicht warten.“

Jägerschaft: Nur 25 Bewilligungen

Die Fallenjagd oder Fangjagd, wie sie im Fachjargon bezeichnet wird, ist im Kärntner Jagdgesetz streng geregelt. Es gebe ein „Konvolut an Auflagen“, sagt Freydis Burgstaller-Gradenengger, die auch Kurse für Fallensteller hält. Die Abzugeisen werden hauptsächlich für Raubwild wie Mader, Fuchs oder Iltis verwendet. Die Jäger müssten nicht nur den Kurs besuchen, die Fallen seien zum Beispiel mehrfach geprüft und müssten zwei Mal täglich vom Jäger kontrolliert werden.

Von den rund 13.000 Jägern in Kärnten haben laut Burgstaller-Gradenegger 25 eine Bewilligung zum Aufstellen von Abzugeisen. Nur wenige Jäger suchen wegen der strengen Auflagen um Bewilligung an. Für die Tierseuchenbekämpfung in Kärnten seien die Fallen jedenfalls unverzichtbar, sagt Burgstaller-Gradenengger. In manchen Gebieten sei die Seuchenbekämpfung mit der konventionellen Jagd nicht möglich, weil das Gebiet zum Beispiel unzugänglich ist.

„Hundebesitzer für ihre Tiere verantwortlich“

Dass auch Haustiere in den Fallen landen könnten, will die Sprecherin der Jägerschaft nicht gelten lassen: „Die Hundehalter sind gesetzlich verpflichtet, ihren Hund sicher zu verwahren.“ In den letzten zehn Jahren hätten sich nur zwei Haustiere in die Abzugeisen verirrt - der Hund von Nicole Jank und eine Katze. Obwohl der Fehler in beiden Fällen nicht bei den Jägern gelegen habe, seien ihnen sofort die Bewilligung entzogen worden.

Auf der anderen Seite würden jährlich Hunderte Rehe von frei herumlaufenden Hunden gerissen, sagt Burgstaller-Gradenengger. Aus tierschutzrechtlicher Sicht sei dies das wesentlich größere Problem.

Links: Petition gegen Fallenjagd

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kurier.at vom 15.04.2013

Treiber erschossen: 14 Monate unbedingt für Jäger 

Der Jäger will das Opfer mit einem Wildschwein verwechselt haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Alois P. hat geglaubt, er sieht ein Wildschwein. Deshalb gab der 55-jährige Jäger aus Unterolberndorf, Bezirk Mistelbach, bei einer Jagd am 19. Jänner einen Schuss aus 15 Metern Entfernung ab. Nur war es kein Wildschwein, das P. getroffen hat, sondern sein 21 Jahre alter Jagdkollege Christian Trenner. Er starb noch an der Unfallstelle. Wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen wurde Alois P. deshalb gestern, Montag, am Landesgericht Korneuburg der Prozess gemacht.

Alkohol und keine Sicht

„Es hat geheißen ,Sau hoch‘ und herunten hab ich einen dunklen Fleck gesehen. Da hab ich geschossen“, schildert P. dem Richter den Tathergang. „Haben Sie genau gesehen, worauf Sie schießen?“, wollte der vom Angeklagten wissen. „Nein.“ „Warum schießen Sie dann?“ „Es tut mir sehr leid“, entschuldigte sich der 55-Jährige. Ein Alkotest zwei Stunden nach der Tat ergab 0,46 Promille Alkohol im Blut. „Das heißt, zum Tatzeitpunkt hatten Sie mindestens 0,7 Promille“, rechnete Richter Martin Bodner vor.

„Ich hab im Gasthaus ein Bier getrunken“, sagte P. Da sei es zirka 8.30 Uhr gewesen. Auf die Frage des Richters, warum P. so früh ein Bier trinke, antwortete dieser: „Es war halt ein Fehler.“ Auch auf Nachfrage des Staatsanwalts, ob sich P. sicher sei, dass es bei 0,46 Promille nur ein Bier getrunken habe, antwortete dieser: „Ich hab glaubt, ich ess noch ein Gulasch, aber dann sind wir gegangen und ich hab keines mehr gekriegt.“

Alois P. wurde am Montag zu 14 Monaten unbedingter Haft verurteilt. „Es wäre vermeidbar gewesen, was hier passiert ist. Wenn Sie sich an die Grundregel der Jagd gehalten hätten, nämlich, dass Sie sehen, wo Sie hinschießen, wären wir heute nicht hier und Christian Trenner noch am Leben“, erklärte Richter Martin Bodner sein Urteil. Dass P. zum Tatzeitpunkt alkoholisiert war, kam erschwerend hinzu. Er muss nun dem Vater und der Schwester des Toten 21.500 Euro Schmerzensgeld und Begräbniskosten zahlen.

Für Verteidiger Walter Anzböck ist das Urteil „nicht gerechtfertigt“: Berufung.

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noen.at vom 13.04.2013

Jäger wegen fahrlässiger Tötung in Korneuburg vor Gericht

Eine Kugel traf den 21-jährigen Treiber bei der Wildschweinjagd im Weinviertel aus 15 Metern.

Über einen tödlichen Jagdunfall im Weinviertel wird am Montagnachmittag am Landesgericht Korneuburg verhandelt. Bei dem Jäger, der einen Treiber (21) erschossen hatte, wurden laut Staatsanwaltschaft 0,46 Promille festgestellt. Dem 55-Jährigen, der sich vor einem Einzelrichter verantworten muss, wird fahrlässige Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen vorgeworfen. Der Strafrahmen für das Delikt beträgt bis zu drei Jahre.

Treibjagd in Mistelbach

An der Wildschweinjagd in Unterolberndorf (Bezirk Mistelbach) hatten am 19. Jänner rund 40 Personen - Jäger und Treiber - teilgenommen. Nach damaligen Polizeiangaben trugen alle Signaljacken. Gegen 11.00 Uhr wurde im Bereich eines Güterwegs von den Jägern ein Korridor gebildet, die Treiber sollten das Schwarzwild dorthin drängen.

Der 55-Jährige aus dem Bezirk Korneuburg nahm den Ermittlern zufolge plötzlich einen "dunklen Fleck" hinter einem Gebüsch wahr und feuerte einmal in dessen Richtung. Dabei handelte es sich allerdings nicht um ein Wildschwein, sondern um einen jungen Treiber, der von der Kugel getroffen wurde. Der 21-Jährige starb noch am Unfallort, der Notarzt konnte nichts mehr für ihn tun.

Die Obduktion ergab, dass das aus etwa 15 Metern Entfernung getroffene Opfer innerlich verblutete. Der Schusskanal ging quer durch den Körper.

Alkoholisierung des Schützen

Die leichte Alkoholisierung des Schützen - mit 0,46 ein Grad unter der Promillegrenze von 0,5 für Autofahrer - löste in der Folge eine Diskussion aus. Die NÖ Grünen und der Tierschutzverein forderten null Promille bei der Jagd. Niederösterreichs Landesjägermeister Josef Pröll sprach sich im "Standard" klar gegen Alkohol vor oder während Gruppenjagden aus. Gesetzlich vorgeschriebenes Alkoholverbot gebe es keines, allerdings eine Unfallverhütungsvorschrift vom Landesjagdverband, der zufolge Alkohol bei der Jagd verboten ist, hieß es.

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kleinezeitung.at vom 12.04.2013

Steirer wegen Wilderei verurteilt

44-Jähriger wollte ehemaligen Jagdkollegen das Wild vertreiben und schoss trotz Verbots auf Rehe. Am Freitag setzte es dafür 900 Euro Geldstrafe.

Weil man ihn aus der Jagdgesellschaft ausgeschlossen hat, hat ein Steirer auf Rache gesonnen: Er schoss im Vorjahr trotz Verbots auf Rehe, traf einige auch, ließ sie aber liegen. Es ging ihm vor allem darum, sie zu verjagen, damit die anderen Jäger leer ausgingen. Am Freitag wurde er im Grazer Straflandesgericht wegen mindestens sechs verbotener Abschüsse zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt.

"Nicht verkraftet"

"Ich war Jäger mit Leib und Seele, den Ausschluss habe ich nicht verkraftet", rechtfertigte sich der 44-Jährige bei der Verhandlung in Graz. Der Ausschluss erfolgte, weil es Streit um einen Bock gegeben hatte, den er nicht hätte schießen sollen, wobei er seiner Meinung nach aber im Recht war. "Ich hab' gesagt, wenn er die Grenze überschreiten, schieß ich", erzählte der Angeklagte, und fügte hinzu: "Es gibt auch unter den Jägern Neid".

Nachdem er offiziell nicht mehr schießen durfte, machte er "aus Frust" trotzdem weiter. "Ich hab' auf ein Reh geschossen und in Kauf genommen, dass ich auch treffe", formulierte er es vor Gericht. "Wie viele Tiere waren es denn?", fragte Richterin Susanne Haas. "Bei drei bin ich mir sicher, bis zu fünf können's gewesen sein", kam die vorsichtige Antwort. Es sei ihm vor allem darum gegangen, "die Rehe zu vergrämen", damit die anderen Jäger nichts zum Schießen vorfinden. "Manchmal hab' ich nur Schweizer Kracher verwendet", betonte er.

Bei der Hausdurchsuchung wurden bei ihm mehrere Waffen und "irre viel Munition" gefunden, so die Richterin. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Vernichtung, der Angeklagte verhandelte mit dem Gericht so weit, dass man ihm zumindest sein Zielfernrohr wieder geben wird. Als Geldstrafe muss er 900 Euro zahlen, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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orf.at vom 12.04.2013

Zahmer Rehbock attackierte Mädchen

In Göriach in der Gemeinde Lurnfeld ist ein Mädchen von einem zahmen Rehbock attackiert und im Gesicht und am Oberschenkel verletzt worden. Der Rehbock wurde als „Findelkind“ mit der Flasche aufgezogen und soll nach dieser Attacke nun getötet werden.

Das Tier war seinem Besitzer ausgerissen und rund einen Kilometer weggelaufen. Das Mädchen kannte den Rehbock von klein auf. Als Rehkitz wurde der Bock von Jäger und Gastwirt Alfred Pucher mit der Flasche aufgezogen. Pucher sagte, das Tier habe in den letzten Tagen Hörner bekommen und sei aggressiv geworden. Das Mädchen wurde im Krankenhaus Spittal an der Drau behandelt. Der Rehbock soll getötet werden, denn man dürfe ihn nicht einsperren - das entspreche nicht den Haltebedingungen. Man könnte das Tier allerdings auch kastrieren lassen, so Experten.

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noen.at vom 07.04.2013

"Das hat mit Jagd nichts mehr zu tun"

Im Gespräch: Nina Zinnenburg, Obfrau des Kremser Tierschutzvereins, hält ein Abschussverbot von Hunden und Katzen durch Jäger für notwendig.

Nachdem am Ostersonntag ein Jäger im Burgenland einen angeblich wildernden Hund erschossen hat, fordert der Österreichische Hundehalterverband ÖHV jetzt ein generelles Abschussverbot von Hunden und Katzen durch Jäger.
 
NÖN: Was sagen Sie zur Forderung des ÖHV? Halten Sie ein Abschussverbot für sinnvoll?
Zinnenburg: Als Tierschützer ist uns natürlich das Wohl aller Tiere ein Anliegen und wir setzen uns sowohl für Haus- als auch für Wildtiere ein. Die Landesjagdgesetze bedürfen aber dringend einer Novellierung und stehen in manchen Punkten sogar in direktem Gegensatz zum Bundestierschutzgesetz. Wie paradox und willkürlich dieses Gesetz ist, zeigt sich schon darin, dass sich sogar die Abschussdistanzen in den einzelnen Bundesländern unterscheiden. Das Abschiessen von Hunden und Katzen ist eine Frage der Ethik und verursacht nur Tierleid und in den meisten Fällen sehr traurige Tierbesitzer. Vor allem Katzen schleppen sich immer wieder mit Schrotkugeln im Körper nach Hause oder verschwinden spurlos. Das hat mit Jagd auch nichts mehr zu tun. So ein Mensch ist allgemein gefährlich und sollte mit Waffen nichts zu tun haben. Im Übrigen wäre es längst an der Zeit ein generelles Alkoholverbot sowohl vor und während der Jagd auszusprechen. Die schrecklichen Vorkommnisse der letzten Zeit machen dies mehr als deutlich. Ein Abschussverbot für Haustiere, gekoppelt mit einem Alkoholverbot während der Jagdausübung, würde auch den Ruf der Jägerschaft deutlich verbessern.

Sollten auch die Hundehalter vermehrt in die Pflicht genommen werden?
Ein verantwortungsbewusster Hundebesitzer sorgt für ausreichende Bewegung und Beschäftigung seines Tieres, sodass ein Herumstreunen unattraktiv wird. Auch die Kastration trägt dazu bei, dass Hunde und Katzen ihr Umfeld kaum verlassen. Trotz aller Vorkehrungen kann ein Hund einmal entlaufen, dies bedeutet aber nicht automatisch, dass er gleich wildert. Es gibt auch ganz wenige Fälle, wo ein Hund tatsächlich ein Wildtier gerissen hat. In so einem Fall ist auch der Tierhalter hart zu bestrafen. Erwähnenswert ist allerdings, dass unter den herrenlosen, streunenden Hunden auch viele Hunde von Jägern sind.

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noen.at vom 07.04.2013

Sollen Jäger frei laufende Hunde und Katzen erschießen?

PRO & KONTRA

PRO:
Peter Lebersorger, Geschäftsführer NÖ Landesjagdverband, aus Wien


Tierschutz ist von allen Menschen zu respektieren! Daher darf ein frei laufender Hund nicht „einfach so“ abgeschossen werden! Tierschutz kann aber nicht beim Haustier enden, er muss auch für das Wildtier gelten. Darum gibt es im NÖ Jagdgesetz klare Regeln: Wildernde Hunde und Hunde, die sich abseits von öffentlichen Wegen außerhalb der Rufweite ihres Halters erkennbar dessen Einwirkung entzogen haben, dürfen getötet werden. Ausgenommen sind Hunde, die wegen ihrer Größe, Rasse oder Schnelligkeit keine Gefahr für das Wild sind, sowie Diensthunde und Jagdhunde, die sich vom Dienst „kurz verabschiedet“ haben. Den Hundehalter trifft auch eine Pflicht, sein Tier zu verwahren und es nicht zum Streuner zu machen.

KONTRA:
Hans Mosser, Präsident Österreichischer Hundehalterverband, aus Maria Anzbach


Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass Jäger durch Landesjagdgesetze in Art einer Selbstjustiz (vermeintlich) wildernde Haushunde und Katzen abknallen dürfen. Sie töten geliebte Sozialpartner und zerstören brutal Mensch-Tier-Beziehungen. Lt. Landesjagdgesetz werden Haushunde und Katzen „Raubzeug“ gleichgestellt, wie Fuchs oder Dachs. Tatsächlich aber ist eine Rechtsgüterabwägung erforderlich, weil ein vierbeiniges Familienmitglied nicht Fuchs oder Dachs gleichgestellt werden darf! Wir fordern ein Abschussverbot von Haustieren durch Jäger! Natürlich hört Tierschutz nicht beim Hund auf. Daher sollen die Halter von Hunden und Katzen, die tatsächlich wildern, auch mit einer Geldstrafe belegt werden und ggf. Schadenersatz leisten.

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orf.at vom 07.04.2013

Jäger wollen wieder Schneehasen schießen

Salzburgs Jägerschaft möchte wieder Schneehasen abschießen. Seit 20 Jahren sind sie ganzjährig geschont - wie Schnee- und Haselhühner. Nun wird das Jagdgesetz novelliert. Und in anderen Regionen wird das Thema viel lockerer gesehen.

Die Jägerschaft möchte, dass die drei Wildtier-Arten wieder auf die Abschussliste gesetzt werden. Kritik übt die Landesumweltanwaltschaft.

Jäger sagen, sie wollen landesweit pro Jahr jeweils zehn bis 20 Stück dieser Arten schießen. Das seien geringe Mengen. Eine Gefährdung der Arten sei damit ausgeschlossen.

Jägerschaft contra Umweltanwalt

Und anders - als oft von Laien angenommen - könne eine kontrollierte Jagd die Erhaltung der Wildtiere sogar fördern, sagt Josef Erber von der Salzburger Jägerschaft: „Dadurch steigt das Interesse an der Wildart und an den Lebensräumen. Jäger leisten einen wertvollen Beitrag in der Landeskultur, weil mehr Informationen vorliegen.“

Anderswo schon immer bejagbar

Anders sieht das Sabine Werner von der Landesumweltanwaltschaft: „Das wäre ein Rückschritt, weil es keine fachlichen Gründe gibt, diese Tiere zu bejagen. Es wäre eine reine Trophäenjagd.“

In Vorarlberg, Tirol, Kärnten und Oberösterreich ist die Jagd auf Schneehasen immer schon erlaubt. Auch Schneehuhn und Haselhuhn sind in anderen Bundesländern in den Abschussplänen integriert. Ob das auch bald in Salzburg der Fall sein wird, bleibt fraglich.

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tierschutznews.ch vom 04.04.2013

Russland berät über totales Jagdverbot

In Russland könnte die Jagd bald ganz verboten werden.

Nur die Einheimischen in den sehr ländlichen Gegenden und zertifizierte Wildhüter sollen von dem Verbot ausgenommen werden. Politiker Oleg Mikheyev sagte am Montag, dass er einen entsprechenden Vorstoss für die Duma vorsieht.

Mikheyev erklärt: "Jagen sei unnötig und unmoralisch, egal ob es jemand als Sport, Freizeitvergnügen oder Industrie sieht. Was viele Leute heute unter Jagen verstehen, ist eher brutales Abschlachten und hat nichts mehr mit der alten Kunst eines fairen Wettbewerbes zwischen Mensch und Tier zu tun."

Der Politiker weist darauf hin, dass Bussgelder das Problem nicht lösen können, weil sie zu klein sind und aufgrund der Korruption im Jägermilieu.

Der Gesetzesvorstoss beinhaltet auch Ausnahmen für die ländlichen Einwohner weit im Norden und Sibirien, solange die Jäger traditionelle Waffen benutzen. Jagdquoten sollen auch für die Waldrangers beibehalten werden. Diese müssen sich aber in Zukunft einem psychologischen Test unterziehen, bevor sie eine Jagderlaubnis erhalten.

"Menschen die Freude empfinden, wenn sie Tiere erschiessen, kann man nicht als normal bezeichnen. Das neue Gesetz kann in der Früherkennung von Geistesgestörten und Mördern helfen." zitierte die Zeitung Izvestia den Politiker.

Mikheyev weist auf die Afrikanischen Ländern wie Zambia und Botswana hin, welche eine ähnliche Entscheidung getroffen haben. Man setzt dort auf den Safaritourismus. Im Sinne des Tierschutzes wurde die Jagd weitgehend verboten.

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orf.at vom 01.04.2013

Jäger erschießt „Streuner“-Hund

In Pinkafeld (Bezirk Oberwart) hat ein Jäger einen vermeintlich streunenden Hund erschossen. Beagle „Snoopy“ war nach Wildereivorfällen für einen Streuner gehalten worden. Die Besitzer des Hundes hörten den Schuss. Sie erstatteten Anzeige.

Eine Spaziergängerin hatte einen Hund am Abend des Ostersonntag außerhalb des verbauten Gebietes frei herumlaufen gesehen. Sie glaubte einen Streuner vor sich zu haben, denn in den vergangenen Tagen hatte ein streunender Hund die Gegend unsicher gemacht und mehrere Rehe gerissen beziehungsweise verletzt.

Die Frau verständigte daher den Jäger, der sich unverzüglich auf den Weg in sein Jagdrevier machte und den siebenjährigen Rüden auf einem Begleitweg zur Bahnlinie entdeckte. Ob Snoopy jener Hund war, den die Frau gesehen hatte, bezweifeln die Besitzer.

Besitzer hörten Schuss

Snoopys Besitzer, die Frau 51, der Mann 48 Jahre alt, waren in unmittelbarer Nähe des Hundes, als der folgenschwere Schuss fiel. Zu dieser Zeit sei der Hund zirka 20 bis 30 Meter hinter dem Ehepaar gelaufen, erzählt Hundebesitzer Gerhard Kasper.

„Er hat dort eine interessante Schnüffelstelle gefunden. Dann hörten wir einen Schuss. Wir haben uns umgedreht und den Hund laut jaulend davonlaufen gesehen. Ich habe ihn dann gerufen. Er wollte zurück zu mir und ist dann direkt vor mir auf dem Weg verendet“, so der Hundebesitzer.

Das Ehepaar traf schließlich auf den ihm bekannten Mann. „Der Jäger ist auch ganz in der Nähe gestanden, ich habe ihn sofort erkannt. Und er hat auch gesagt, dass er einen stehenden Hund auf dem Weg geschossen hat. Auf die Frage, warum er den Hund erschossen hat, hat er gesagt, dass er eine Telefonnachricht von einer Frau bekommen hat, die angeblich einen wildernden Hund irgendwo gesehen hat - in einer anderen Gegend“, sagt Gerhard Kasper.


Anzeige wegen Gefährdung

Nach einer kurzen Aussprache gingen die drei Beteiligten zur Polizei. Die Hundebesitzer erstatteten Anzeige, weil sie sich offensichtlich gefährdet gefühlt hatten. Dass sich die Besitzer in unmittelbarer Nähe aufgehalten haben, sei nicht ersichtlich gewesen, sagte der Jäger später gegenüber der Polizei.

Nach Abschluss der Erhebungen werde eine Sachverhaltsdarstellung an das Gericht erfolgen, heißt es von der Polizei.

Hundehalterverband fordert Abschussverbot

Der Österreichische Hundehalterverband (ÖHV) fordert nun neuerlich ein generelles Abschussverbot von Hunden und Katzen durch Jäger. Die Situation sei unerträglich geworden, sagt ÖHV-Präsident Hans Mosser.


Er verweist auf die Unterschriftenaktion des Verbandes gegen den Abschuss von Hunden und Katzen durch Jäger, in der insgesamt 12.404 Unterschriften gesammelt wurden. Das Anliegen wurde in einem offenen Brief an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer gerichtet.

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krone.at vom 18.03.2013

Jagd-Tragödie in Bayern gibt Polizei weiterhin Rätsel auf

Ein Fehlschuss mit tödlichen Folgen: Wie berichtet, wurde der Tiroler Hannes G. (45) auf einer Pirsch in Oberbayern von seinem 68- jährigen Jagdkollegen getötet. Während die Urne des Kfz-Mechanikers bereits in seiner Heimat in Imst beigesetzt wurde, stehen Angehörige und Ermittler noch vor vielen Rätseln.

"Uns kommt das alles sehr komisch vor" - nicht nur für die Familie von Hannes G. bleibt der Fall mysteriös. Auch die Ermittler stehen noch vor vielen Ungereimtheiten. Die Männer kannten die Örtlichkeit – und warum stellten sie sich genau gegenüber auf? Selbst für Hobby- Jäger unverständlich.

Auch der Treffer selbst wirft Fragen auf: Laut Rekonstruktion der Flugbahn drang die Kugel, die der 45- Jährige aus einem in der Nähe stehenden Bauwagen abgefeuert hatte, durch den Ausguck der Jagdhütte ein und traf den Tiroler im Unterleib. Dafür müsste Hannes G. aber bei der Pirsch gestanden sein – hätte dadurch aber keine Sicht nach draußen gehabt.

Dass der Todesschütze erst Stunden nach dem Schuss Nachschau hielt, ist ebenfalls mehr als ungewöhnlich. Dies und die Tatsache, dass der 68- Jährige überhaupt in Richtung Ort schoss, sorgt vor allem bei den ansässigen Jägern für Kopfschütteln: "Das Dorf liegt nur Hunderte Meter hinter dem Ansitz, wo die Kugel einschlug."

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derstandard.at vom 13.03.2013

Der Wolf soll künftig in Österreich Rudel bilden

Ein neuer "Managementplan" soll künftig in den Bundesländern helfen, Mensch und Raubtier zu schützen

Wien - Kaum ein Tier wurde in Österreich so brutal gejagt wie der Wolf (Canis lupus). 1882 war das blutige Gemetzel vollendet, in der Steiermark erlosch das letzte Rudel der Tiere. Die Tage des wilden Urahns des Hundes waren in dem Moment gezählt, als er sich an den Haustieren der Menschen vergangen hatte. Dabei geschahen die Übergriffe aus schierer Not: Die sich rapide ausbreitende Landwirtschaft machte auch vor den Revieren der Raubtiere nicht halt, und die Wölfe fanden in leergejagten Wäldern kaum mehr Beute.

Transitroute Österreich

Doch nun scheint mit entsprechend scheuen Schritten ein Stück Wildnis heim nach Österreich zu kehren. In fast allen Nachbarländern gibt es bereits aufblühende Wolfpopulationen - was auch zu vermehrten Wolfsichtungen in Österreich führt. Nachgewiesen wurden 2010 sieben einzelne Individuen, 2011 waren es drei. Noch wird Österreich von den Wölfen vorwiegend als Transitroute genutzt. Doch Experten rechnen damit, dass sich in den kommenden Jahren mehr und mehr Wölfe auch bei uns wieder "rudelwohl" fühlen werden. Beweis dafür ist etwa jener "Wiener" Wolf, der seit gut zwei Jahren in dem Gebiet rund um den Schneeberg daheim ist.

Um dem Wolf keinen Bärendienst zu erweisen, hat nun die "Koordinierungsstelle für den Braunbären, Luchs und Wolf" (KOST) - ein länderübergreifendes Gremium, bestehend aus Wildbiologen, Vertretern der Jägerschaft und der Politik - einen speziellen "Wolfs-Managementplan" erarbeitet. Ziel ist es, Strukturen und Maßnahmen für ein möglichst konfliktfreies Zusammenleben von Mensch und Wolf zu schaffen. "Der Wolf steht vor der Haustüre. Keiner kann sagen, wie weit wir vom ersten österreichischen Wolfsrudel entfernt sind. Daher war es sinnvoll, sich jetzt einen entsprechenden Maßnahmenkatalog zu überlegen", erläutert Georg Rauer, Wildbiologe, Bärenanwalt und Wolfsbeauftragter.

Eine entsprechende Betreuung sei unbedingt notwendig. Rauer: "Als Fleischfresser, der sich vor allem von Wild, aber manchmal eben auch von einzelnen Nutztieren ernährt, sind Konflikte programmiert. Die Gefahr von Rissen ist beim Wolf sicher deutlich höher als beim Bär." Die neuen Leitlinien sollen daher helfen, die Bundesländer auf möglichst alle vierbeinigen Eventualitäten vorzubereiten: rechtliche Grundlagen, Artenschutzbestimmungen, Präventionsberatung, Monitoring, Umgang mit möglichen Schäden. Und vor allem auch Aufklärungsarbeit bei der Bevölkerung.

Problem Mensch

Eine Rückkehr des Wolfes würde auch Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal, Mitbegründer des Wolf Science Center (WSC) in Ernstbrunn in Niederösterreich, begrüßen: "Wir sehen, dass überall dort, wo Wölfe leben und einigermaßen in Ruhe gelassen werden, die Wildbestände gesünder sind. Wölfe haben sehr wohl eine ökologische Funktion."

Aber ein gedeihliches Miteinander zwischen Mensch und Wolf sei ein " Riesenproblem". Kotrschal: "Das Problem ist nicht der Wolf, sondern der Mensch. Diverse Interessengruppen haben eben wenig Freude mit dem Wolf." Was "einfach nur lächerlich" sei, sagt Kotrschal: "Wir muten Asiaten und Afrikanern zu, für uns die Elefanten zu schützen." Dabei kämen jährlich " viele Menschen um durch diese Viecher". "Und wir wären bei uns nicht fähig, mit heimischen Beutegreifern wie Wolf oder Bär zu leben."

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kleinezeitung.at vom 11.03.2013

Nach Zwischenfall bei Treibjagd: Polizist vor Gericht

Ein Polizist muss sich am Montag in Graz wegen Freiheitsentziehung vor Gericht verantworten. Er hatte im Zuge eines Einsatzes einen Tierschützer fixiert und leicht verletzt.

Der Vorfall passierte im 5. Dezember in Kainbach bei Graz. David Richter, VGT-Aktivist, Grünen-Politiker und beim Tierschützerprozess im Mai 2011 in Wiener Neustadt freigesprochen, wollte eine Treibjagd filmen, die seines Erachtens unerlaubterweise in einem Wohngebiet stattfand. Die Jäger holten die Polizei, zwischen Richter und einem der Beamten kam es im Zuge der Identitätsfeststellung zu einem Gerangel - der Uniformierte fühlte sich angegriffen, Richter wurde am Boden fixiert und vorübergehend festgenommen. Beide Akteure trugen leichte Verletzungen davon. Gegen den Tierschützer wurde Anzeige wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung erstattet.

Fehlleistung

Der von Richter angerufene UVS erkannte nun, dass der Polizist sich "zu einer emotionalen Fehlleistung" hinreißen lassen habe, weshalb der Beschwerde Berechtigung zukomme und die Verfahrenskosten von rund 750 Euro zu übernehmen seien. Der Senat stellte außerdem fest, dass die Polizei den Tierschützer in seinen Rechten auf persönliche Freiheit und darauf, nicht erniedrigend behandelt zu werden, verletzt habe. Wie es in der Aussendung hieß, forciere der VGT jetzt seine Anzeige gegen den Polizisten wegen Körperverletzung und plane eine Amtshaftungsklage auf Schadensersatz für Beschädigungen an Brille, Navigationsgerät und Videokamera. "Immer wird Polizeiwillkür gerechtfertigt, indem man Tierschützer Straftaten andichtet", kommentierte VGT-Obmann Martin Balluch.

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donaukurier.de vom 09.03.2013

Tod am Waldrand

Burgheim (DK) „Eins zu einer Million“, sagt der Hauptkommissar. Wenn man nachstellen wollte, was sich in der Nacht zum Montag auf einer Wiese in Leidling zugetragen hat, würde so ein Schuss kaum gelingen. Ein fataler Schuss. Ein 68-jähriger Jäger aus Tirol soll in dunkler Nacht auf ein Wildschwein gezielt haben. Doch der Schuss traf seinen 45 Jahre alten Freund, der 350 Meter von ihm entfernt in einer kleinen Ansitzhütte saß.

Über den Tod des Tirolers hat unsere Zeitung ausführlich berichtet. Jetzt gibt es neue Details. Der Schütze – er befindet sich weiter in der Psychiatrie des Klinikums Ingolstadt – hatte am Montag nach der erschütternden Entdeckung keinerlei Alkohol im Blut. Das ergab die Blutentnahme, die von der Kripo veranlasst worden war.

Die beiden Österreicher waren am Freitag vorletzter Woche mit der 16-jährigen Tochter des Opfers nach Oberbayern gereist, um im Donautal bei Leidling westlich von Neuburg Schwarzwild zu jagen. Der Revierpächter, ein Unternehmer aus Augsburg, hatte sie eingeladen, weil er selbst offenbar nicht immer Zeit zur Sauenjagd hat. Die örtlichen Landwirte drängen aber darauf, weil sie keine Flurschäden haben wollen.

In der ersten Nacht hatte der Ansitz Erfolg: Die Gastjäger erlegten ein Wildschwein. Derzeit dürfen nur junge Überläufer geschossen werden, für Keiler und Bachen ist Schonzeit. In der letzten Nacht ihres Aufenthaltes hofften die Waidmänner auf weitere Erfolge. Der 45 Jahre alte Kfz-Mechaniker aus dem Pitztal versprach Jagdvorsteher Johann Baumgartner „ein Wildschwein zum Jagdessen“. Gegen 0.30 Uhr sollen die beiden Jäger ihren Wohnwagen am Anwesen des Jagdvorstehers verlassen und den Ansitz begonnen haben. Die Tochter blieb im Wohnwagen zurück. Nach bisherigen Erkenntnissen nahmen beide Jäger ihre Ansitze ein, wussten also jeweils, wo sich der Kamerad befand. Beide hatten Handys dabei. Der 45-Jährige blieb auf freiem Feld in einer kleinen Holzhütte am Weiherbach, der ältere Freund setzte sich in einen etwa 350 Meter entfernten Bauwagen am Waldrand.

Aus dem kleinen Fenster des grün angestrichenen Wagens kam der tödliche Schuss. Der Jäger soll ihn, angeblich gegen drei Uhr in der Früh, auf ein Wildschwein abgegeben haben. Er habe aber nicht nachgesehen, ob und was er getroffen habe. Erst morgens um 7.15 Uhr will er seinen ungewöhnlichen Ansitz verlassen haben und zum Unterstand am Bach gegangen sein. Der Freund kauerte leblos in der Hütte, zwei Gewehre standen geordnet in der Ecke.

Der 68-Jährige, so heißt es, habe an Herzinfarkt gedacht. Er rief die Rettungsleitstelle an. Sanitäter und der Notarzt aus Burgheim konnten für das Opfer nichts mehr tun. Erst als man die Ortsfeuerwehr verständigt hatte, um den Toten aus der beengten Lage zu bergen, erkannte man die wahre Todesursache: Der Tiroler Jäger starb durch Bauchschuss. Er war verblutet. Das Geschoss war am Gesäß wieder ausgetreten – ein grausamer, langsamer Tod in einer Holzhütte. Dann lief die Maschinerie an: Kripo, Spurendienst, Staatsanwaltschaft. Ein Notfallseelsorger kümmerte sich um die Tochter, ihre Mutter wollte man nicht anreisen lassen. Als dem Schützen gedämmert sei, was passiert war, sei er dem Zusammenbruch nahe gewesen. Er ließ sich freiwillig in die Psychiatrie bringen.

Die Obduktion des Opfers in der Rechtsmedizin München ergab eindeutig: Fernschuss aus größerer Distanz. Das Geschoss und das Gewehr des 68-Jährigen passten zusammen. „Dieser Unfallverlauf war möglich“, heißt es. Ein Experte des Landeskriminalamtes prüfte beim Ortstermin Distanzen und Schusswinkel. Sein Gutachten steht noch aus. Aber die tödliche Kugel könnte angeblich so geflogen sein.

Wenige Zentimeter links oder rechts – und der Tiroler Jäger könnte noch leben. Die Ansitzhütte steht schräg versetzt vom Standort des Schützen. Ein Einschussloch in der Bretterwand fehlt. Aus spitzem Winkel ergab sich nur eine minimale Öffnung. „Wir gehen davon aus, dass die Kugel durch den vorderen Ausguck eingedrungen ist“, so Helmut Walter, der Leitende Oberstaatsanwalt in Ingolstadt. Der Behördenchef war beim Ortstermin dabei. „Wir ermitteln wegen fahrlässiger Tötung“, so Walter, „aber man ist ergebnisoffen“. Der Oberstaatsanwalt spricht von einem „üblen Zufall“.

Ob auch die österreichische Polizei eingeschaltet wurde, ist nicht bekannt. Die Medien im Nachbarland griffen das Thema auf. „Jäger erschoss Tiroler Jagdfreund“, titelte etwa die „Kronen-Zeitung“ aus Wien. Das Boulevardblatt listete eine Reihe tödlicher Jagdunfälle in Österreich auf.

Der mysteriöse Todesfall beschäftigt die Jägerschaft in der Region. Ein Jurist und Waidmann bot sich als Verteidiger des Schützen an. Der Neuburger Kreisjäger Hans Eisenschenk urteilt, einiges sei falsch gelaufen: Der Bauwagen sei falsch gewesen, der gegenläufige Ansitz sowie die Revierbetreuung durch auswärtige Pächter aus der Großstadt.

„Der Kugelfang muss gesichert sein“, das sieht auch der Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher als Grundregel an. Das heißt, die abgefeuerte Kugel dürfe keinen Schaden anrichten, wenn sie das Wild verfehle. Larcher: „Ein Jäger muss alle Vorgaben auch um vier Uhr in der Früh beherrschen“.

Ein Schuss kann tausende Meter weit reichen. Dass der 68-Jährige Richtung Leidling gezielt habe, weist Jagdvorsteher Baumgartner energisch von sich: „Der Schuss wäre in die freie Landschaft Richtung Sinning gegangen.“ Die Tiroler hätten die deutsche Jagderlaubnis besessen und seien verantwortungsvoll gewesen. Im Winter seien sechs Österreicher zur Drückjagd in Leidling gewesen. 28 Wildschweine hätten sie erlegt.

Landrat Roland Weigert, selber Jäger, und Jagdberater Franz Eller wollen Revierpächter und Jagdvorsteher jetzt zum Krisentreffen ins Landratsamt holen. Eller hält es für sehr unglücklich, wenn Revierpächter aus großer Entfernung anreisen müssen, um ihren Abschuss zu erfüllen. Gleichzeitig übten Landwirte permanenten Druck aus, um das Schwarzwild zu dezimieren. Eller: „Die Bauern müssen jetzt einen Gang zurücknehmen“. Der Tod des Waidkameraden überschatte alles, so Franz Eller, aber: „Dass man nachts ohne Mond schießt, das kann nicht sein.“

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orf.at vom 05.03.2013

Von Jagdfreund versehentlich erschossen

Nach dem tödlichen Jagdunfall in Burgheim in Oberbayern hat die Obduktion am Dienstagnachmittag neuere Erkenntnisse gebracht. Der 45-jährige Tiroler dürfte laut Polizei von einem Schuss aus größerer Entfernung getroffen worden sein.

Als wahrscheinliche Tatwaffe wurde das Gewehr des 68-jährigen Jagdfreundes sichergestellt. Die Polizei geht weiterhin von einem Unfall aus. Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Oberbayern-Nord sagt, es seien Jagdfreunde gewesen, die nicht zum ersten Mal hier auf Schwarzwildjagd gewesen seien. Der Mann dürfte wohl von einem verirrten Schuss getroffen worden sein. Das Kaliber 7/62 traf den Mann im Bauch.

Jagdfreund steht unter Schock

Um die genauen Umstände des Jagdunfalles zu klären, ist jetzt ein Waffensachverständiger hinzugezogen worden. Außerdem soll eine Tatrekonstruktion stattfinden. Der Jagdfreund steht unter Schock und wird ärztlich betreut, so Kammerer.

Die Leiche des 45-jährigen Jägers aus dem Pitztal war am Montagmorgen von einem Jagdkollegen auf einem Jagdstand in der Nähe von Burgheim in Bayern gefunden worden. Der Mann wies eine Schussverletzung auf, der alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

Tödlicher Jagdunfall in Niederösterreich

Erst am 19. Jänner ist bei einer Treibjagd im Weinviertel in Niederösterreich ein 21-jähriger Mann getötet worden. Er wurde von einer Kugel eines alkoholisierten Jägers getroffen.

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heute.at vom 28.02.2013

Skurriler Vorschlag - Jäger wollen Detektive auf Tierschützer hetzen  

Ein heftiger Brief ging nun an die Landwirtschaftskammer, Fleischhauer, Kürschner und Jagdvereine. Rudolf Gürtler, Spross der Sacher-Dynastie, lässt als passionierter Jäger seinem Zorn über die Aktivitäten heimischer Tierschützer freien Lauf und präsentiert einen skurrilen Vorschlag:

Waidmänner und alle anderen natürlichen Feinde der Aktivisten sollen ein eigenes Konto einrichten. Aus diesem Topf können dann künftig Privatdetektive bezahlt werden. Und diese sollen die vielen Tierschutzorganisationen bespitzeln. Gürtlers perfider Plan: Es sollen Infos für Medienkampagnen gegen die Aktivisten und pro Jäger gesammelt werden. Er selbst wäre bereit, aus eigener Tasche "10.000 Euro in den Fonds einzubringen".

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krone.at vom 22.02.2013

Feuerwehrchef in Tirol gibt Schüsse ab - Cobra-Einsatz

Dramatische Szenen haben sich – wie erst jetzt bekannt wurde – am Samstagabend im 437- Seelen- Ort Gschnitz im hinteren Tiroler Gschnitztal abgespielt. Den Anfang machte ein Familienstreit, am Ende stand ein Polizeigroßaufgebot samt Einsatz der Cobra an. Es fielen sogar Schüsse, ehe der im Haus verbarrikatierte Mann (43) nach Stunden aufgab.

So einen Großeinsatz hat die kleine Gemeinde Gschnitz noch nie erlebt. Logisch, dass er nach wie vor das Dorfgespräch ist. Was war passiert? Der Kommandant der Feuerwehr verbarrikadierte sich nach einem Familienstreit – angeblich ging es dabei auch um die anstehende Neuwahl bei der Feuerwehr und seine Nichtwiederwahl – in seinem Haus. Er drohte auch, sich umzubringen.

Nachdem alles Zureden von Freunden und Familie nicht half, rückte die Polizei an. Die Situation eskalierte aber. Und zwar dermaßen, dass der Feuerwehrchef – er ist auch Jäger – durch ein offenes Fenster mehrere Schüsse aus einer Kleinkaliberpistole abgab. "Für diese Waffe hatte er keinen gültigen Waffenschein", so Christoph Kirchmair, Bezirkspolizeikommandant Innsbruck- Land.

Erst der Verhandlungsgruppe der Polizei, die auf derartige Konflikte spezialisiert ist, gelang es, den 43- Jährigen nach stundenlangen Verhandlungen gegen 0.25 Uhr zu überreden, sich zu stellen sowie in ärztliche Behandlung zu begeben.

Der Vorfall wird aber noch ein gerichtliches Nachspiel haben. Unter anderem wird der Mann wegen gefährlicher Drohung sowie Fremdgefährdung bei der Staatsanwalt angezeigt.

Gemeindeamtsleiter Manuel Heidegger bestätigte der "Krone", dass die Feuerwehrversammlung am Samstag trotz des Vorfalles stattfinden wird. Allerdings wird es dabei keine Neuwahlen geben.

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nachrichten.at vom 22.02.2013

"Wir Jäger müssen uns öffnen, gesellschaftsfähig sein"

Wels. Der scheidende Bezirksjägermeister Alexander Biringer appelliert an seine Jagdkollegen, mit Kritikern des Weidwerks im Gespräch zu bleiben.

Welser Zeitung: Heger und Pfleger oder doch Bambimörder? Weshalb ist das Image der Jäger so umstritten?

Biringer: (zögert): Weil zur Jagd die ungute Tatsache gehört, dass man Tiere erschießt. Bambimörder halte ich für einen veralteten Begriff. Wir haben aufgrund der Abschusspläne Verpflichtungen gegenüber der Land- und Forstwirtschaft.

Jäger füttern doch Rehe nur, damit sie die Tiere dann erlegen können.

Wir sind nach dem oö. Jagdgesetz verpflichtet, in Notzeiten die Tiere zu füttern. Es stimmt also zu einem gewissen Grad. Aber ohne Hege sterben manche Arten aus – besonders beim Federwild. Das Rebhuhn wird nicht mehr bejagt und verschwindet mehr oder weniger rasch. Beim Rehwild oder den Wildschweinen ist das nicht der Fall. Rehe kommen in unserer Gegend durch. Richtig angewandte Fütterung – also nicht energie-, sondern rohfaserreich – ist Ablenkung, damit sie sich nicht den jungen Trieben der Bäume widmen müssen.

Es gibt dennoch Wildverbiss: Leben bei uns zu viele Rehe?

Vielleicht teilweise; grundsätzlich ist der Rehwildstand in den vergangenen Jahren auf ein erträgliches Maß reduziert worden. Es kann aber Schwerpunkte geben. Wenn sich Rehe zurückziehen und konzentriert ankommen, sind dort sehr wohl zu viele.

Auch Wildschweine richten große Schäden an Fluren an.

Als Standwild (Tiere, die im Winter in der Region leben, Anm.) haben wir sie Gott sei Dank nicht. Pro Jahr werden bis zu zehn Schweine geschossen, die vom Hausruck oder Kobernaußerwald zu uns kommen. Wildschweinfleisch ist aber etwas Besonderes und sehr gut.

Viele schimpfen auf das Weidwerk, schätzen aber Wildspezialitäten – wie begegnen Jäger diesem Widerspruch?

Durch das Gespräch: Wir Jäger muss uns öffnen, gesellschaftsfähig sein. Die Jagd wird zwar dann immer noch nicht von allen verstanden, aber von den meisten. Wildspezialitäten zeichnen sich durch hochwertige Fleischqualität aus.

Wo erhält ein Hobbykoch erstklassiges Wildbret?

Die meisten Jagdgesellschaften haben Kühl- und Zerlegeräume eingerichtet und bieten in der erlaubten Form der Selbstvermarktung Wildbret an. Am besten ist, am Wohnort mit Jägern Kontakt aufzunehmen.

In Niederösterreich erschießt ein alkoholisierter Jäger einen Treiber. Ist bei Jägern übermäßiger Alkoholkonsum ein Problem?

Nein. Früher ist Schnaps getrunken worden: Fast jeder Zweite hat einen Flachmann im Rucksack gehabt. Der Jagdtag ist anders geworden – und der Weg nach Hause kommt ja auch noch dazu.

Welche Zukunft hat das Weidwerk im dicht besiedelten Wels und Wels-Land?

Das ist eine gute Frage: Grundsätzlich geht es nur durch ein Miteinander. Wir müssen uns mit anderen Naturnutzern so gut es geht verständigen. Entscheidend wird sein, dass wir Lebensräume für das Wild schaffen und verbessern. Denn der natürliche Lebensraum wird täglich weniger: Wir brauchen Hecken, gepflegte Wildäcker, Äsungs- und Deckungszonen, damit das Wild nicht in Wald flüchten muss. Freilich ist auch der erholungssuchende Mensch angesprochen, nicht überall herumzugehen.

Gibt es bei den Jägern genügend Nachwuchs?

Grundsätzlich ja: Es gibt viele Jagdanwärter als Quereinsteiger ab dem 45. Lebensjahr. Die Jugend bleibt aus: Aber Leute zwischen 18 und 25 sind mit Schul- und Berufsausbildung ohnehin im Gedränge und haben wenig Zeit für andere Ausbildungen.

Laufen Frauen den Männern den Rang ab?

Nein, von den etwa 1000 Jagdkartenbesitzern bei uns sind nur etwa fünf Prozent Frauen.

Wie wird man Jäger?

Nach einer etwa 240 Stunden umfassenden Ausbildung zwischen November und April tritt der Kandidat vor die Prüfungskommission mit Bezirksjägermeister, je einem Vertreter des Landes- und Bezirksjagdverbandes sowie einem Juristen (Magistrat od. Bezirkshauptmannschaft, Anm.). Nach der theoretischen Prüfung wird beim Schießstand in Roitham die Handhabung des Gewehres inklusive Zielschießen mit Kugeln und Schrot geprüft. Oberste Devise ist die sichere Handhabung.

Was zeichnet einen guten Jäger aus?

(lächelt): Dass er die Tätigkeiten eines Jägers Andersdenkenden mit den richtigen Worten mitteilen kann: Es geht um das Miteinander. Nur im eigenen Saft braten, hat keinen Sinn – da sitzen wir am kürzeren Ast.

Sie sind seit März 2001 Bezirksjägermeister: Was waren Ihre größten Herausforderungen?

Verständnis bei traditionellen Jägern für die Öko-Jäger aus Puchberg herzustellen, und die drastische Reduktion des Rehwildbestandes: Mir gelang ein Konsens zwischen der Jägerschaft und der Behörde.

Worüber freut sich ein Jäger besonders?

Über einen guten Anblick – das ist mindestens so schön, wie einen guten Bock oder Hirsch zu erlegen. Und man hat länger was davon.

Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger?

Dass er im Team stark bleibt und die Geschlossenheit der Jäger erhalten kann.

 
Alexander Biringer
Der Gunskirchner Land- und Gastwirt ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Das erste Enkelkind soll am 15. April das Licht der Welt erblicken – an Biringers 62. Geburtstag.
Der „Moar z´Grünbach“ wurde 2001 zum Bezirksjägermeister für Wels und Wels-Land gewählt. Er tritt beim Bezirksjägertag am 10. März ab. Einziger Kandidat für die Nachfolge ist der Lambacher Gast- und Landwirt Josef Wiesmayr (51), der seit zwölf Jahren sein Stellvertreter war.
Biringer ist seit 1996 Obmann der Raiffeisenbank Wels. Seine Hobbys: Familie, Haus und Hof und natürlich das Weidwerk: „Ich gehe direkt von meinem Hof aus auf die Pirsch“.

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orf.at vom 20.02.2013

Braunbär M13 in Graubünden abgeschossen

Niederösterreichs Jäger nehmen ihre Aufgabe, den Schwarzwildbestand einzudämmen, ernst. Das zeigt ein Blick auf die seit Dienstag vorliegende Abschussstatistik für das Jahr 2012. So wurden mehr Wildschweine abgeschossen als je zuvor.

Der Braunbär M13 ist gestern im Schweizer Kanton Graubünden abgeschossen worden. Das teilten die Schweizer Behörden mit, die das Tier als Sicherheitsrisiko eingestuft hatten.

Der Bär hatte im Herbst und nun auch nach dem Winterschlaf seine Nahrung immer wieder in Siedlungen gesucht, war Menschen am Tag gefolgt und hatte trotz wiederholter Vergrämungsaktionen überhaupt keine Scheu mehr gezeigt.

Auch in Tirol unterwegs

M13 war im vergangenen Jahr auch in Tirol unterwegs gewesen. Anfang April 2012 war M13 in Nauders am Reschenpass gesichtet worden, einige Wochen später hatte er in Pfund (Bezirk Landeck) Bienenstöcke geplündert und ein Bienenhaus zerstört. Der mit einem Peilsender ausgestattete M13 war zuvor in Südtirol unterwegs gewesen.

Der Bär hatte die Polizei im April indirekt zu einer Leiche geführt: Auch der Suche nach M13 entdeckten die Beamten in Spiss im Bezirk Landeck einen durch Gewalt ums Leben gekommenen 40-jährigen Südtiroler. Wegen Mordes müssen sich seit gestern dessen Witwe und ihr mutmaßlicher Geliebter in Ravensburg vor Gericht verantworten.

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heute.at vom 19.02.2013

Jäger schoss süße Hündin Leijka tot!

Für Studentin Gabi (23) und ihre Familie aus Oberthumeritz (NÖ) brach am Wochenende eine Welt zusammen: Hündin Leijka wurde von einem Jäger mit einem Fuchs verwechselt, angeschossen und verblutete hilflos.

Ein einzelner Schuss zerriss eine innige Freundschaft. Mit tränenerstickter Stimme erinnert sich Gabi W. im Gespräch mit "Heute" an ihre vierbeinige Partnerin: "Leijka war Teil unserer Familie. Vor zwei Jahren haben wir sie aufgenommen, als sie schwer erkrankt war und vor dem sicheren Tod gerettet – und das dankte sie uns mit bedingungsloser Liebe."

Jetzt ist der Spaniel-Mischling tot. Einsam verblutet bei einem Strohballen, hinter dem sich Leijka mit einer Kugel im Leib zum Sterben hingelegt hatte. Täglich war die Hundedame an dieser Stelle mit Frauchen spazieren – Freitagabend dann das Drama: Nur kurz war die Eingangstüre des Hauses am Ortsende offen – die neugierige Leijka nützte die Gelegenheit für einen Ausflug. Doch Minuten später fiel ein Schuss. Ein Jäger knallte das schöne Tier nur wenige Meter weiter ab – vermutlich aus seinem Auto.

Trotz ihres Schmerzes hat Gabi jetzt nur eine Sorge: "Es meinem kranken Opa zu sagen." Tag für Tag hatte Leijka den alten Mann besucht und ihm Lebensmut eingehaucht – seit Samstag wartet er vergeblich.

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orf.at vom 19.02.2013

Prozess: Diversion nach Adler-Abschuss

Der Abschuss eines Steinadlers im Ötztal vergangenen Sommer hat ein gerichtliches Nachspiel gehabt. Der Prozess gegen den Südtiroler Jäger am Landesgericht Innsbruck endete am Dienstag mit einer nicht rechtskräftigen Diversion.

Der 28-jährige Südtiroler Jäger, der in Imst lebt, soll 2.000 Euro Strafe bezahlen, dann komme er unbescholten davon, so der Richter. Der Angeklagte hat die Diversion angenommen. Der Staatsanwalt überlegt allerdings noch, ob er Berufung einlegt.

Querschläger für tödlichen Schuss verantwortlich?

Am 13. Juni 2012 fiel im Jagdgebiet des Rofentales im hinteren Ötztal, das noch dazu zum europäischen Vogelschutzgebiet zählt, ein Steinadler tot von einem Felsvorsprung. Es war ein männliches, brutreifes Tier, ein Exemplar der gefährdeten Art.

Eine achtköpfige Wandergruppe aus Bayern, die zu diesem Zeitpunkt im Gelände wanderte, beobachtete den Vorfall. Der Bergführer der Wandergruppe stellte den Jäger zur Rede und erstattete Anzeige. Dieser gab bei der Polizei an, dass er das Tier mit dem Schuss nur verscheuchen wollte. Ein Querschläger habe den Steinadler schlussendlich tödlich getroffen – mehr dazu in
Adler-Abschuss hat Konsequenzen. Ihm drohte Haft oder eine Geldstrafe.

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orf.at vom 17.02.2013

Aufregung um Tierkadaver in Fernitz

Eine Spaziergängerin entdeckte am Samstag in Fernitz mehrere Tierkadaver. Nach Angaben des Aufsichtsjägers handle es sich dabei um Köder für Füchse, die in der Gegend großen Schaden anrichten. Tierschützer erstatteten Anzeige.

Die 40 Jahre alte Grazerin war in Fernitz mit ihrem Rotweiler spazieren gewesen und nahe des örtlichen Supermarktes in einen privaten Waldweg abgebogen, der bis auf Widerruf von Spaziergängern auch genutzt werden darf.

Abgetrennte Rehköpfe und tote Erpel

Als die 40 Jährige stehen blieb, um zwei Reiter vorbeizulassen, nahm ihr Hund aber eine Fährte auf und machte die Grazerin damit auf den grausigen Fund aufmerksam. „Ich habe mich umgedreht und hab dann diese Tierkadaver entdeckt: Abgetrennte Rehköpfe, Kadaver von Rehen, Rehe mit einem Erpel zusammengebunden“, schildert die 40-Jährige das, was sie zu sehen bekam. Auch einige Plastiksäcke mit Rehfellen seien herumgelegen.

Kadaver vom Jäger als Köder abgelegt

Eine Freundin der Grazerin veständigte daraufhin den aktiven Tierschutz, dieser wiederum erstattete bei der Polizei Anzeige. Im Zuge der Befragung stellte sich allerdings heraus, dass die Kadaver vom zuständigen Aufsichtsjäger absichtlich abgelegt wurden, um Füchse zu ködern.

Denn diese seien rund um Fernitz zur regelrechten Plage geworden, sagt Ernst Kölly, Aufsichtsjäger im Revier: „Im Tierpark haben sie schon irrsinnig viel Schaden angerichtet, seine ganzen Pfauen, die vom Gehege rausfliegen, hat der Fuchs umgebracht. Hühner hat er viele und da brechen sie zu den Hühnern oft ein, und graben unter dem Tierpark durch. Da müssen wir jetzt verstärken schauen, dass wir die Füchse in den Griff bekommen.“

Köderauslegung vom Jagdrecht erlaubt

Auch vom Jagdrecht wird das Auslegen von Kadavern zum Ködern grundsätzlich erlaubt - sofern dies abseits von öffentlichen Wegen geschieht. Inwieweit das in diesem Fall auch im Sinne des Gesetzes erfolgt war, habe laut Polizei nun die Bezirkshauptmannschaft als zuständige Behörde zu klären.

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orf.at vom 12.02.2013

Rekord bei Wildschweinjagd

Niederösterreichs Jäger nehmen ihre Aufgabe, den Schwarzwildbestand einzudämmen, ernst. Das zeigt ein Blick auf die seit Dienstag vorliegende Abschussstatistik für das Jahr 2012. So wurden mehr Wildschweine abgeschossen als je zuvor.

31.545 Wildschweine wurden im vergangenen Jahr in Niederösterreich erlegt, das bedeutet nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2011 und zugleich die höchste bisher erzielte Strecke. „Die Jäger haben umgehend und verantwortlich auf die hohe Wildschweinpopulation, die sich nach dem milden Winter 2011 eingestellt hatte, reagiert“, sagt dazu Landesjägermeister Josef Pröll.

„Wildschweinbestände werden weiter reduziert“

Die vermehrten Abschüsse seien auch aus Gründen der Verminderung und Verhütung von Wildschäden auf landwirtschaftlichen Flächen notwendig gewesen. "Wir werden gerade jetzt nicht locker lassen, um die Wildschweinbestände weiter zu regulieren“, so Pröll. Auch bei den anderen Wildarten gab es eine Zunahme der Abschüsse: Beim Rehwild um sechs Prozent auf 75.741 Stück, beim Rotwild um 22 Prozent auf 8.490 Stück und beim Feldhasen um 21 Prozent auf 63.110 Stück.

Allerdings: Immer öfter es in Niederösterreich zuletzt zu folgenschweren Zwischenfällen bei der Jagd gekommen. In Unterolberndorf (Bezirk Mistelbach) kam im Jänner ein 21-Jähriger bei einer Treibjagd ums Leben. Der Mann wurde aus einer Entfernung von 15 Metern von einer Kugel getroffen - mehr dazu in
21-Jähriger bei Treibjagd getötet.

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kurz-und-buendig.at vom 11.02.2013

Leserbrief zu "Jagdunfälle", erschienen in der KW 6

Mein Mitleid mit dem erlegten jungen Treiber in NÖ hält sich in Grenzen, denn ein altes Sprichwort besagt: wer sich in Gefahr begibt, muss damit rechnen, dass er darin umkommt!

In meiner beruflichen Tätigkeit bei Waffen und Sprengstoff (Polizei) saßen mir oft genug schwer bewaffnete Alkoholiker (Jäger) gegenüber, die mich zum Tierfreund machten. Denn es handelt sich bei dieser Spezies – mit Hang zum reinen und brutalen Abschlachten der hilflosen Tierkreaturen mit modernsten Waffen - nur um ein primitives Ausleben des schwachen Selbstwertgefühles bzw. Minderwertigkeiten in der Jagdgesellschaft “Mordmannsheil“.

Miro Preisler, St. Pölten

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kurz-und-buendig.at vom 04.02.2013

Jagdunfälle: Jahr 2013 startet traurig für NÖ

2012: 7 Tote und 19 Verletzte in Österreich. Tierschützer fordern Alkoholverbot. bei der Jagd. Herbst und Winter sind die Hauptsaison der Treibjagd.

Ein einziger Schuss kann so vieles verändern, wie sich am 19. Jänner in Unterolberndorf im Bezirk Mistelbach im Weinviertel zeigt. Ein 21-jähriger Treiber wurde von einem 55-jährigen Jäger, mit knapp 0,5 Promille Alkoholgehalt im Blut, erschossen. Dieser dachte laut Angaben, es würde sich um ein Wildschwein handeln und schoss - ohne es sicher zu wissen - ins Gebüsch. Der junge Mann wurde an der Hüfte getroffen und verblutete binnen weniger Minuten. Der rasch eingetroffene Notarzt konnte nur mehr den Tod des Treibers feststellen.

Den Todesschützen erwartet nun ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Umständen.

Fehlverhalten von Jägern

Jagdunfälle wie diese oder andere passieren öfter, als man denkt. Im Jahr 2012 gab es in Österreich aufgrund von Jagdunfällen sieben Tote und 19 Verletzte. Peter Lebersorger, Geschäftsführer vom NÖ Landesjagdverband, weist aber darauf hin, dass es keine genauen Statistiken über Jagdunfälle gibt. „Jagdunfälle passieren dann, wenn einzelne Jäger ein Fehlverhalten setzten, indem sie Weisungen des Jagdleiters oder Sicherheitsregeln missachten“, gibt Lebersorger an. „Des öfteren kommt es zu Zwischenfällen bei der Jagd und Jäger verwechseln ihre Kollegen, Spaziergänger, Hunde oder Katzen mit Wild“, stellt Nittmann fest. Vor allem wenn in Gebieten, wo sich auch andere Menschen bewegen, gejagt wird. „Über die Zahl der Abschüsse werden genaue Statistiken geführt. Wie viele Haustiere jährlich vorsätzlich oder „aus Versehen“ bei der Jagd umkommen, ist unbekannt“, kritisiert Christian Nittmann von der Initiative zur Abschaffung der Jagd. Die Schätzungen gehen von jährlich 40.000 Katzen und 3.000 bis 4.000 Hunden aus, die jedes Jahr in Österreich von Jägern erschossen werden. Lebersorger dazu: „Ein Jäger kann nie mit Wild verwechselt werden - wenn kein menschliches Versagen vorliegt.“ Aufpassen sollte man jedoch dann trotzdem, wenn Jagdsaison ist. „Jagdunfälle passieren dann, wenn vermehrt gejagt wird - also im Herbst und Winter häufiger als im Frühjahr und Sommer“, warnt Lebersorger.

Alkohol und Jagd passen nicht zusammen

Aktuelles Thema bei der Jagd ist das geforderte Alkoholverbot von heimischen Tierschützern. Peter Lebersorger von den Landesjagdverbänden: „Bei Gesellschaftsjagden hat der Alkohol nichts verloren, da gibt es auch eine klare Empfehlung des Landesjagdverbandes. Alkohol und Jagd lassen sich in diesen Punkt überhaupt nicht vereinbaren.“ Inwieweit Tierschützer sich hier durchsetzen werden, wird man sehen.

Wissenswertes

Im Jahr 2012 wurden in Österreich bei der Jagd 19 Menschen verletzt und 7 getötet (Stand 21.12.2012).
Quelle: www.abschaffung-der-jagd.at

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kurier.at vom 02.02.2013

"Alkoholisiert“ ist Ansichtssache

Jägermeister haben sich auf eine Vorschrift geeinigt. Tierschützern ist das zu wenig.

Bei uns gehen Telefon und Mailbox über“, sagt Christian Hölzl vom Österreichischen Tierschutzverein. Die Bevölkerung sei verunsichert. Man wisse nicht mehr, ob man ruhigen Gewissens im Wald spazieren gehen könne. Es könnte ja ein Jäger mit verschwommenem Blick und der Waffe im Anschlag am Hochstand lauern. Solche Ängste mögen übertrieben sein, aber für Hölzl sind sie das Resultat einer Reihe von Jagdunfällen, die in den vergangenen Monaten durch die Medien kursiert sind.

Im November 2012 wird ein Spaziergänger im Bezirk Braunau von Schrotkugeln getroffen. Im Dezember muss ein 52-Jähriger nach einem Treffer am Herz notoperiert werden. Im Jänner schießt ein 61-jähriger Jäger seinem Bruder bei der Fuchsjagd aus Versehen mit Schrot ins Gesicht. Der Unfall endet relativ glimpflich, während am selben Tag, es ist der 20. Jänner, ein 21-jähriger Jagdhelfer in Niederösterreich tödlich getroffen wird.

Polemische Zurufe

„Wir sind keine schießwütigen Psychopathen und Alkoholiker“, wehrt sich der oö. Landesjägermeister Sepp Brandmayr gegen die polemischen Zurufe an seinen Berufsstand. Weil der Todesschütze aus Niederösterreich alkoholisiert war, wurde der Ruf nach einem Alkoholverbot bei der Jagd laut. Davon halten die Weidmänner freilich wenig.

Bei der Landesjägermeister-Konferenz am Montag kam man zu einem einstimmigen Beschluss, berichtet Sepp Brandmayr aus Oberösterreich: „Die Jagdausübung im alkoholisierten Zustand ist verboten.“ In Niederösterreich ist das bereits in der Jagd-Unfallverhütungsvorschrift verankert. Nun gilt sie in allen Ländern.

Nur, ob ein Weidmann nach einer, zwei oder drei Halben Bier zur Jause alkoholisiert ist, liege im eigenen Ermessen, ist Brandmayr überzeugt. „Wir können ja wohl schlecht Alkomaten im Wald aufstellen“, sagt er.

Hölzl, Jurist und Sprecher des Tierschutzvereins, pocht aber auf einer gesetzlichen Regelung: „Wo bleibt die Handhabe für die Polizei, wo die Sanktionierung? Nicht auszudenken, wenn es im Straßenverkehr auch nur ,Empfehlungen‘ gäbe.“ Trotz seiner vehementen Forderung nimmt er die Jägerschaft in Schutz: „Es hilft in der Sache nicht weiter, auf sie hinzuhauen. Eine vernünftige Lösung muss im Interesse aller sein.“

Der oö. Landesjägermeister steht der Diskussion offen gegenüber. Ob die interne Vorschrift hält oder ob der Gesetzgeber doch noch ein Alkoholverbot verankert, lasse sich nicht abschätzen. Er ist aber überzeugt: „Die Jagdprüfung ist extrem streng in Bezug auf Verlässlichkeit und eine perfekte Handhabung der Waffe . Der kleinste Fehler reicht und man fällt durch.“

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"Kronenzeitung" vom 24.01.2013

"Im Wald gibt's keinen Alkomaten"

Tierschutzverein fordert null Promille. Laut Jagdverband reichen Gesetze aus.

Da ein (wenn auch nur leicht) alkoholisierter Jäger, der versehentlich einen Treiber erschießt; dort die Tierschutzvereine, denen es jetzt vor allem um verletzte Menschen geht. Die Serie tragischer Jagdunfälle entzweit die Gemüter. Während Tierschützer Christian Hölzl Verschärfungen beim Waffenbesitz wie auch Alkoholkontrollen fordert, beißt es von Peter Lebersorger (von NÖ-Landesjägermeister und Ex-Vizekanzler Josef Pröll, der sich nicht äußern wollte, ins Rennen geschickt): "Die Gesetze reichen aus."

"Kein Imageproblem, aber schwarze Schafe“
Dr. Peter Lebersorger, NÖ-Landesjagdverband

Krone: Was
sagen die Jagdverbände zu den vielen Jagdunfällen in den letzten Monaten?
Dr. Peter Lebersorger: "Die Jägerschaft ist betroffen, dass ein Kollege einen Schuss abgeben konnte, ohne zu wissen, worauf er feuert. Wir setzen weiter auf Fortbildung und Nachschulungen. Es gibt auch kein Imageproblem, sondern nur einzelne schwarze Schafe."

Wie stehen Sie zu einem Alkoholverbot?
"In unseren Vorschriften ist geregelt, dass ein Ausüben der Jagd im alkoholisierten Zustand verboten ist. Bei Unfall oder Schaden muss sich der Weidmann vor Gericht verantworten. Wir können nicht im Wald Alkomaten aufstellen."

Was halten Sie von Psychotests?
"Jeder Jäger muss eine strenge Prüfung vor drei unabhängigen Prüfern ablegen und ist dann registriert. Nur 70 Prozent kommen auch durch. Vor Kurzschlusshandlungen gibt es keinen hundertprozentigen Schutz."

"Alkohol birgt für die Jagd Sprengstoff"
Christian Hölz, Österr. Tierschutzverein

Krone: Ein Jagdunglück nach dem anderen - sehen sich Naturschützer in ihrer Kritik bestätigt?
Hölzl: "Obwohl sie nur etwas mehr als ein Prozent der Bevölkerung ausmacht, sorgt kaum eine andere Gruppe für derart negative Schlagzeilen wie die Jägerschaft. Vom Tierleid ganz abgesehen, machen ein Toter und mehrere Schwerverletzte deutlich, dass der Wald während der Jagdsaison nicht nur für Wild ein gefährlicher Ort ist."

Warum fordern Sie ein Alkoholverbot und sogar Psychotests für die Jägerschaft?
Die Mischung aus Alkohol mit der zum Teil mangelnden psychologischen Eignung für die Waffenverwendung innerhalb der Jägerschaft birgt Sprengstoff".

Es gibt ja schon Kontrollen.
"Das System kontrolliert sich großteils selbst. So werden Tierquälereien und Probleme totgeschwiegen. Wenn Menschen zu Schaden kommen, geht das nicht mehr."

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kleinezeitung.at vom 22.01.2013

Jäger kontrollieren das Alkoholverbot selbst

Alkohol war bei dem tödlichen Jagdunfall in Niederösterreich im Spiel. Die Jägerschaft vertraut auf Verhaltensregeln.

Die Rede ist von 0,46 Promille. Auf jeden Fall ein Alkoholisierungsgrad, "bei dem noch Fahrtüchtigkeit besteht", wie Chefinspektor Leopold Etz vom Landeskriminalamt bestätigte. Die Obduktion ergab, dass der aus rund 15 Meter Entfernung getroffene Christian T. (21) innerlich verblutet ist. Der Schütze wird wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Umständen angezeigt. Ihm drohen neben jagdrechtlichen Konsequenzen drei Jahre Haft.

Den Fall nahm der "Österreichische Tierschutzverein" zum Anlass, einmal mehr eine Null-Promille-Grenze bei der Jagdausübung zu fordern. Außerdem sollten Jäger eine psychologische Verlässlichkeitsprüfung absolvieren, wie sie für andere Waffenbesitzer auch vorgeschrieben ist.

Die schwarze Serie

19. Jänner: Tödlicher Unfall bei einer Wildschweinjagd im Bezirk Mistelbach. Ein 21-jähriger Treiber wird getroffen.

18. Jänner: Im Bezirk Freistadt (OÖ) trifft ein 61-Jähriger bei einer Fuchsjagd seinen Bruder (69). Dieser wird verletzt.

10. Jänner: Zwei Steirer sind in einen Unfall bei einer Fasanenjagd in Slowenien verwickelt, ein 56-Jähriger wird von Schrotkugeln getroffen.

16. Dezember: Beim Ausladen eines Gewehres löst sich im Bezirk Scheibbs (NÖ) ein Schuss und trifft einen Jäger.

12. Dezember: In Langegg (Bezirk Leibnitz) zielt ein Jäger auf einen Hasen und trifft einen 52-jährigen Treiber in die Brust: schwerst verletzt.

3. Dezember: In Purkersdorf (NÖ) wird ein Jagdpächter (54) bei der Wildschweinjagd angeschossen.

24. November: Bei Linz trifft eine Kugel, die für einen Hasen bestimmt war, einen 46-jährigen Jäger.

29. Oktober: Für ein Wildschwein halten Jäger ein Pferd in St. Marein im Mürztal und erschießen es.

Ein gesetzliches Alkoholverbot gibt es bei Jagden nicht, "sondern wir haben Empfehlungen und Verhaltensregeln für Treibjagden hinausgegeben", erklärt Karl Sirowatka, Geschäftsführer der steirischen Landesjägerschaft. "Es gibt die klare Regel, Alkohol hat vor dem Schüsseltrieb nichts verloren." Also erst beim gemütlichen Beisammensein nach der Jagd dürfe man das Glas heben. Die Kontrolle darüber obliegt dem jeweiligen Jagdleiter.

Die meisten Jäger seien auch verantwortungsvoll, so Sirowatka, doch wie im Straßenverkehr gebe es immer wieder welche, die sich nicht an Regeln halten. "Leider Gottes haben wir heuer eine unerklärliche Häufung von Jagdunfällen. Oft passiert jahrelang nichts." Auch der letzte tödliche Zwischenfall in der Steiermark sei schon mehr als zehn Jahre her.

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orf.at vom 22.01.2013

Jagdunfall: Alkoholtest war positiv  

Der Jäger, der letztes Wochenende in Unterolberndorf (Bezirk Mistelbach) einen 21-Jährigen bei einer Treibjagd erschossen haben soll, könnte alkoholisiert gewesen sein. Die Polizei bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Kronen Zeitung“. Demnach war ein Alkotest, der durchgeführt wurde, positiv.

Noch sind die genauen Umstände des Jagdunfalles in Unterolberndorf unklar. Treibjagdopfer wird obduziert. Allerdings, der 55-jährige Mann, der den tödlichen Schuss abgegeben haben soll, hat nach Angaben der Polizei 0.46 Promille Alkohol im Blut gehabt. Beim Landesjagdverband wollte man dazu keine Stellungnahme abgeben.
Bei Verurteilung drohen drei Jahre Haft

Auf jeden Fall muss der Jäger aber mit spürbaren Konsequenzen rechnen, sagte der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Peter Lebersorger:

Das heißt Waffenabnahme, auch die Abnahme des Jagddokuments, der Jagdkarte. Juristisch ist das ein Nachspiel, das ist ein Delikt fahrlässige Tötung unter besonders schweren Umständen, da wird der Schütze sich auch verantworten müssen, in welchem Grad der Fahrlässigkeit er gehandelt hat. Und wenn sie sich das anschauen und die Entfernung, dann schaut das für den Schützen nicht gut aus, sagte Lebersorger. Der Mann soll aus etwa fünfzehn Metern auf den 21-jährigen Treiber geschossen haben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahre Haft.

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apa.at vom 19.01.2013

21-Jähriger bei Treibjagd in NÖ getötet

Mistelbach (APA) - Ein 21-jähriger Mann ist am Samstag im Weinviertel bei einer Treibjagd getötet worden. Er dürfte von der Kugel eines Jägers (55) getroffen worden sein, bestätigte die Polizei einen ORF-Bericht. Man gehe von einem Unfall aus. Der Vorfall passierte am Vormittag im Gemeindegebiet von Wolkersdorf. Ein weiterer Jagdunfall ereignete sich in Oberösterreich - ein Jäger traf seinen Bruder im Gesicht.

Zum Zeitpunkt der Schussabgabe war der 21-jährige Treiber laut Landeskriminalamt von Gebüsch und Dickicht verdeckt. Der 55-Jährige habe den jungen Mann daher nicht sehen können, als er den tödlichen Schuss abgab. Er stand in etwa 15 Metern Entfernung. Die Einvernahmen und Ermittlungen laufen noch.

Nach Angaben des ORF wurden Wildschweine gejagt. 40 Jäger und Treiber hielten sich auf einem etwa vier Hektar großen Gelände auf. Das Opfer sei an der Hüfte getroffen worden und nach wenigen Minuten tot gewesen, wurde ein Zeuge zitiert.

Der Vorfall bildet den tragischen Höhepunkt einer Serie von Jagdunfällen in den vergangenen Monaten. Vor allem in Nieder- und Oberösterreich, aber auch in der Steiermark, wurden seit November des Vorjahres vermehrt versehentlich Menschen - einmal auch ein Fohlen - angeschossen und schwer verletzt.

Ein 61-jähriger Jäger hat am Freitag in St. Oswald bei Freistadt auf einen flüchtenden Fuchs geschossen, aber seinen Bruder getroffen. Der 69-Jährige erlitt Verletzungen im Gesicht, wie die Polizei-Pressestelle Oberösterreich am Samstag mitteilte.

Die Männer hatten gemeinsam an einer Fuchsjagd teilgenommen. Der Jüngere stand bei einem Baum, als sein Bruder feuerte. Ein großer Teil der Schrotladung traf das Holz, einige Kugeln aber auch den 69-Jährigen. Wie schwer seine Verletzungen sind, war nicht bekannt.

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kleinezeitung.at vom 10.01.2013

Steirer bei Jagd angeschossen

Ein Steirer hat bei einer Fasanenjagd in Slowenien am Mittwoch versehentlich auf einen 56-jährigen Landsmann gefeuert. Dem Schützen steht laut Polizei eine Strafanzeige wegen Gefährdung der Allgemeinheit bevor.

Dobrovnik, Graz. Wieder ein Jagdunfall, diesmal in Slowenien. In der Gemeinde Dobrovnik nahe der slowenisch-ungarischen Grenze feuerte der 36-jährige Steirer Stefan K. auf einen Fasan. Die Schrotkugeln trafen einen Baum und prallten ab. Der 56-jährige Heinz U., ebenfalls ein Jäger aus der Steiermark wurde im Gesicht, an den Armen und an den Beinen verletzt. Der Verletzte musste zur medizinischen Versorgung ein Spital aufsuchen. Die Jagd, an der die beiden Steirer teilgenommen haben, wurde von der Jagdgemeinschaft "Fazan Beltinci" veranstaltet.

Erst Mitte Dezember war in Glanz an der Weinstraße der 52-jährige Karl St. aus Pößnitz schwerst verletzt. Der Weinbauer, der als Treiber mitmarschiert war, wurde von Schrotkugeln getroffen. Ursprünglich wollte der 35-jährige Schütze auf einen Hasen schießen. Der schwerstverletzte Weinbauer wurde mit dem Rettungshubschrauber in das LKH Graz geflogen und musste stundenlang operiert werden.

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orf.at vom 04.01.2013

Rehe in Drahtschlingen verendet - Anzeige

Seit Jahren sind Jäger in Schleedorf (Flachgau) mit dem mysteriösen Verschwinden von Rehen in ihrem Revier konfrontiert. Einige Tiere wurden nun tot in Drahtschlingen im Wald gefunden. Die Jäger haben einen Bauern bei der Polizei angezeigt.

Seit Jahren verschwinden im nördlichen Flachgau immer wieder Rehe spurlos. Bei einer der letzten Treibjagden in Schleedorf fanden die Jäger nun mehrere tote Rehe. Die Tiere waren jeweils in Drahtschlingen gefangen, die an einem Wildzaun befestigt waren.

Spuren führten Jäger zu einem Bauern

Die Spuren führten zum Besitzer des Waldstücks - einem einheimischen Bauern -, schildert Jagdleiter Josef Mangelberger: „Derjenige hat das eben dann zugegeben, dass er das gemacht hat. Die letzten Jahre sind etliche Stück verschwunden, die die Nachbarjäger nicht geschossen haben. Der Tatbestand ist Eingriff in fremdes Jagdrecht einerseits und andererseits natürlich Tierquälerei nach dem Tierschutzgesetz.“

Ob sich die Jäger mit dem Bauern außergerichtlich einigen, steht noch nicht fest. Auch die zuständige Polizei in Neumarkt am Wallersee ermittelt.

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