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Darstellung Wald-Wild-"Problematik" und touristische Übernutzung

Geschätzter Hr. Dr. Nittmann!

Schon seit längerem lese ich als bekennender Jäger immer wieder mal auf Ihrer Homepage abschaffung-der-jagd.at. Manche Argumentationen Ihrerseits stimmen sicherlich, doch möchte ich Ihnen im Zuge dieses Mails mal die Problematik in einem Schutzwaldrevier (zur Definition von Schutzwald lesen Sie bitte hier nach: Forstgesetz 1975 i.d.g.F. §21 (1) )aufzeigen.
Ich bemühe mich, Ihnen die Zusammenhänge sachlich und ehrlich darzulegen und hoffe dadurch, Ihnen die Problematik verständlich nahe zu bringen.
Noch kurz zu meiner Person: Ich bin im Montafon auf fast 1100 Meter über Adria aufgewachsen und schon von Kindesbeinen an mit auf die Jagd gegangen – ich stamme sozusagen aus einer Jäger- und Försterfamilie. Welche auch bis zur Erkrankung meines Großvaters eine Landwirtschaft hatte (Muttertierhaltung – heute wieder aktuell doch damals wurden wir ausgelacht).Im Alter von 15 Jahren hatte ich dann von dem engen Tal genug und ich besuchte die höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft in Bruck/Mur, welche ich im Jahr 2002 mit der Matura beendete.  Nach dem Präsenzdienst bei den Hochgebirgsjägern begann ich dann mein Studium der Kulturtechnik und Wasserwirtschaft an der Bodenkultur in Wien.

Doch nun eine Anregung zu einem Punkt auf Ihrer Homepage:
Statistische Erhebung zur Jagdabschaffung: Ist es möglich, dass diese Studie veröffentlicht wird bzw. können Sie diese online stellen? Ich frage aus einem Grund danach: Ich erstelle fast wöchentlich Statistiken in meinem Brotberuf (finanziere mein Studium komplett selber) und darum weiß ich, wie man Grundlagenerhebungen beeinflussen kann. Ich unterstelle hier dem von Ihnen beauftragten Unternehmen nichts, aber ich weiß aus Erfahrung, dass man alleine durch die Art der Fragestellungen das Ergebnis beeinflussen kann. Wie viele Personen, welche Bildungsschicht, welche Altersschicht wurde befragt und wo wurde befragt (Stadt – Land?)?
Bär Bruno: Mein Vater und ich hatten das Glück, dass wir Bruno lebend beobachten konnten, wie er die Landesgrenze zwischen Vorarlberg und Tirol überquerte. Ich sage Ihnen, das war so wahnsinnig ergreifend einen Bären in freier Wildbahn zu sehen!!! Und das bei uns! Die kürzeste Distanz zwischen Bär und uns waren 243 Meter. Doch Sie glauben nicht, was für Reaktionen aus der Bevölkerung kamen! Wir hatten das Gefühl, dass hier Urängste des Menschen geweckt wurden. Sämtliche Bauern, welche Wildschäden durch Bruno hinnehmen mussten, sagten nach der Auszahlung des „Wildschadens“ „hoffentlich kommt er nochmals, soviel bekomme ich am Markt für das Fleisch nicht!“.  Natürlich gab es auch die idiotischen Jäger, welche meinten wir hätten ihn schießen sollen – doch so viel Munition kann uns niemand geben dass wir einen Bär, Luchs oder Wolf treffen würden. Ganz im Gegenteil, mein Vater, welcher fast 3500 Hektar Hochgebirgsjagden als Jagdaufseher betreut, und ich, wären froh wenn die Großraubwildarten wieder heimisch wären. Die Bauern konnten wir mit den Hinweisen, dass in der Schweiz schon Hirtenhunde eingesetzt werden, beruhigen (sie akzeptierten die von uns ausgearbeiteten Lösungsvorschläge auch-Hirtenhunde und nachts das Vieh einbringen).
Doch dann kam das Gespräch mit den Tourismusmanagern. Als erstes wurde kundgetan, dass diese Raubwildarten für das Geschäft negativ seien, weil sich kein Mensch mehr in den Wald trauen würde (wäre ja gut, weil dann hätte das Wild – auch das nicht jagdbare, auf das wird gerne von allen Seiten vergessen – endlich Ruhe).  Drei Wochen später – sie hatten sich anscheinend über die Hirtenhunde informiert – kam deswegen eine Meldung, dass das nicht möglich sei, weil da schon Touristen gebissen worden seien. Diese Hirtenhunde wachsen schon als Welpen bei der Herde auf und sehen somit die Herde als die Ihrigen an, welche es gegen alle Arten von Bedrohungen zu schützen gibt. Und dazu zählen nun mal Personen die sie nicht kennen. Und auch die Hunde welche die Touristen mit sich führen. Wobei die Hunde leider nicht nur verletzt, sondern gleich getötet werden, weil der „degenerierte“ Stadthund die Drohgebärden nicht mehr richtig interpretieren kann.
Zur Hundeproblematik: Immer wieder kommt es im Bereich einer „Schutzhütte“ (Berghotel wäre der treffendere Begriff) vor, dass Hunde lieber Murmeltieren oder Gämsen nachrennen als ihren Besitzern. Diese Besitzer pfeifen, schreien, ja brüllen was ihre Kehle hergeben mag. Doch der Hund hat nun eine geringe genetische Gleichheit mit dem Wolf entdeckt: Die Jagd auf Beute. Und was machen wir Jäger? Wir informieren. Wir informieren die Gäste welche mit Hunden kommen und bitten sie, die Hunde anzuleinen. Es kam schon öfters vor, das Hunde tödlich verunglückten, weil sie im felsdurchsetzten Gebiet abgestürzt sind – der Hundebesitzer und ich haben dabei zugesehen. Mehrmals haben wir – erschrecken Sie bitte jetzt nicht – im Beisein des Besitzers auf Hunde geschossen; mehrere Meter neben dem Hund in das Erdreich. Hund war im Nu beim Herrchen, der war glücklich seinen Hund wieder zu haben, wir haben dann diskutiert, den Besitzer nochmals aufgeklärt und uns am Abend auf ein Glas Rotwein verabredet. Passiert bei uns öfters im Hochsommer wenn tausende Touris unterwegs sind. Selbst Einheimische klären wir immer wieder auf, wobei die hier engstirniger und sturer als mancher Tourist sind….

Doch nun zur „Problematik“ Wild-Wald:
In Österreich wachsen jährlich ca. 2% der gesamten Staatsfläche mit Wald zu. Anscheinend vergisst das die Forstwirtschaft und „schreit“ wegen erhöhten Wildschäden. Mag schon sein, doch die Abschussstatistiken  und die als Grundlage für die behördlich auferlegten Abschusszahlen jährlich durchzuführenden Wildzählungen belegen den Rückgang der Schalenwildarten im alpinen  und montanen Bereich. Gerade der montane Bereich ist wegen der o. a. Schutzwaldthematik ein heißes Eisen. Durch die Fehler der Raumplanung (in Ö gibt es die Raumplanung seit Mitte der 1970er Jahre) ist es vermehrt zur Zerstreuung der Siedlungsbereiche gekommen. Gleichzeitig hat der Tourismus – aufgrund fehlender Reglementierung – sehr stark zugenommen. Gleichzeitig verabsäumte es wieder die Raumplanung, die Gefahrenzonenpläne (in weiterer Folge GZP) in Zusammenarbeit mit dem forsttechnischen Dienst der Wildbach- und Lawinenverbauung (in weiterer Folge WLV) umzusetzen. Die WLV erstellt die GZP mit einer Unterteilung in roter, gelber und grüner Zone. Rot ist Bauverbot, im  gelben Gefahrenbereich darf mit Auflagen man bauen und im grünen Beriech darf man bauen als ob man in Wien ein Häuschen bauen würde. Nur einen Haken hat die ganze GZP-Geschichte: Der Bürgermeister hat das unter sich und das ist ein Mitgrund, warum in gelben Bereichen gebaut wurde, als ob es im grünen Bereich wäre.
Jetzt wird ein Lawinenabbruchgebiet wegen den o. a. Punkten technisch verbaut (also mit Lawinenstützkonstruktionen) und eine forstliches Flächenwirtschaftsprojekt erstellt. Dieses Flächenwirtschaftsprojekt sieht diverse forstliche Maßnahmen wie Aufforstungen vor. Doch überlegen Sie mal, in welcher Höhenlage wir uns bewegen? Es ist der hochmontane Bereich –bis über die Kampfwaldzone hinaus. Und welche Wildart steht dort im Winter ein? Hauptsächlich der Gams. Und jetzt geht es los – es werden Verbissschäden festgestellt, der Abschussplan wird nach oben hin revidiert und im worst case kommt ein Abschusskommando. Und warum? Weil der Tourist will ja lawinensicher seinem „Wintersport“ nachkommen und ganz wichtig, er will am Abreisetag auch wirklich abreisen weil morgen ist ja wieder ein Geschäftsmeeting.
Wir sind mit der Lawine noch nicht fertig – das war erst das Abbruchgebiet. Nun folgt die Sturzbahn der Lawine. Auch hier greift das Flächenwirtschaftsprojekt: Aufforstungen, Querfällungen von Bäumen um die Schneedecke am Abgleiten zu hindern. Hier steht das Rot- und Rehwild ein. Auch hier vermehrter Wildverbiss. Auch hier eine Korrektur der Abschusszahlen nach oben. Immer weiter hinauf. Jetzt sind wir mit der Lawine fertig – das kann man auch auf Steinschlag und Murenabgänge übertragen, bei Hangrutschungen ist die gesamte Thematik komplizierter.
Und jetzt kommt noch der Variantenskifahrer und der Skitourengeher und der Eiskletterer und der Schneeschuhwanderer und der Telemarkfahrer. Und alle wollen nur eines – Natur pur. Und auf wessen Rücken wird das ausgetragen? Sagen Sie es mir bitte. Ein Variantenskifahrer zahlt 20 € Strafe wenn er dabei erwischt wird wie er durch den Wald und die Aufforstungsflächen runter fahrt. Übrigens, in den Rocky Mountains zahlt man sofort 1500 USD, kann man die nicht bezahlen, dürfen die Parkranger einen bis zur nächsten Möglichkeit, wo ihn die Polizei aufnehmen kann, abführen. Ich habe es selber schon erlebt, dass manch ein Skifahrer gleich nochmals 20 € hergab und sagte, er fahre hier nochmals runter und wir konnten nichts machen.
Es gibt mehrere Studien zum Stressverhalten von Tieren. Eine sehr interessante dazu ist vom Schweizer Dominik Thiel zum Auerwild. Wie Sie sicherlich wissen, gehört das Auerwild wie das Birkwild und das Schneehuhn als die bekanntesten Vertreter  zu den Tetraoninae, also zu den Raufußhühnern. Alle drei hier genannten Arten haben dasselbe Problem: Ihre Bestandeszahlen gehen zurück. Warum? Am Anfang dieses Kapitels habe ich geschrieben, dass 2% jährlich mit Wald zuwachsen. Vor allem das Auerwild benötigt Freiflächen, sei es zur Balz (Keine Balz – keine Paarungspartner – kein Nachwuchs…), sei es zur Nahrungsaufnahme (Kücken ernähren sich vorwiegend von Insekten) oder zum Schutz von Prädatoren. Dazu kamen gravierende forstliche Fehler wie Großkahlschlagflächen in Auerwildeinstandsflächen (in Ö dürfen maximal 2 Hektar Wald geschlägert werden).  Beim Birkwild ist es die Verbuschung durch Latschen und Grünerlen, da die Almwirtschaft aufgrund der fehlenden finanziellen Unterstützungen rückläufig ist. Der Großteil der noch bestoßenen Almen ist auf den jährlichen Jagdpacht angewiesen, fällt dieser weg, wird die Alm nicht mehr mit Vieh bestoßen und es geht in weiterer Folge wieder Lebensraum verloren. Da hat der Jäger noch gar nichts getan. Aber wären Sie Herr Doktor, bereit, für österreichischen Käse sofort ein Drittel mehr zu zahlen oder greifen Sie dann lieber doch zum holländischen? Ich will Sie hier nicht persönlich angreifen, nur die Denkweise des Konsumenten aufzeigen.
Beim Auerhahn konnte THIEL nachweisen, dass der Hahn bei Störung bis zu 5 Stunden (!) danach noch einen erhöhten Stresszustand aufwies. Ich hoffe sehr, dass Sie diese Informationen nicht als Munition gegen uns Jäger verwenden, sondern ich wollte nur auf die Übernutzung der Alpen als große weite winterliche wie sommerliche Spielwiese aufzeigen. Der Autor hat die Ansicht, dass die Zunahme des Wintertourismus auf und neben der Piste ein gerüttelt Maß Mitschuld am Verschwinden der Raufußhühner in Mitteleuropa habe. Wir können Ihnen hier leider sehr viele Beispiele aufzeigen.

Ich bin einige Male von meinem eigentlichen Ziel abgekommen, aber ich hoffe, dass ich Ihnen eine neue Blickrichtung aufzeigen konnte. Mein Vater und ich fühlen uns in den von uns betreuten Revieren mittlerweile nicht mehr als wirkliche Jäger, sondern vielmehr schon als Tierschützer – schütze das Tier vor dem Unwissenden und kläre den Unwissenden auf. In Vorarlberg gibt es die Aktion „RespekTIERE deine Grenzen“. Doch bei den Hardcore-Powderschneefanaten findet dies keinen Anklang, die finden Lawinenstützen cooler als Bäume, weil man über Bäume nicht springen kann.

Weiter bedanke ich mich auch, dass Sie sich die Zeit genommen haben, dieses doch lange Mail durchzulesen. Wobei ich hier bei weitem noch nicht alle Gesichtspunkte darstellen konnte. Das würde ein Buch füllen und mich bei den vielleicht 3% uneinsichtigen Jägern in Ungnade fallen lassen, wobei ich diese Ungnade gerne auf mich nehmen würde. Und den einen oder anderen Jagdgegner vielleicht auch zur Einsicht bringen.

Mit besten Grüßen,

C. D.

PS: die Telefonnummer ist nicht mehr aktuell, ich habe vorgestern mein Handy in einem Gebirgsbach versenkt und warte auf ein neues.


Antwort von Christian Nittmann:


Sehr geehrter Herr D.,

Ihre Mail ist wahrlich reichlich umfangreich, sodass ich nicht gleich Zeit finden konnte sie zu lesen.

Dass Sie und Ihr Vater den Bär „Bruno“ gesehen und dies aus Ihrem Bericht als „wahnsinnig ergreifend“ empfunden haben, ist sehr erfreulich. Offensichtich haben Sie nicht daran gedacht das wunderbare Tier zu erlegen.
Was ich nicht verstehe, dass Sie nicht die gleiche ergreifende Empfindung bei jedem (Wild)tier haben, weil sonst würden Sie nicht jagen.

Hunde gehören natürlich an die Leine. Da bin ich ganz bei Ihnen.

Unsere Umfrage
Die Fragestellung können Sie selber auf unserer Webpage ersehen. Alleine aus professionellen Gründen hatten wir diese immer veröffentlicht (siehe Fragestellung in der Grafik http://www.abschaffung-der-jagd.at/umfrage-hobbyjagd.htm).

Repräsentativ kann die Umfrage nur sein, wenn die Stichprobe über ganz Österreich (Bundesländer, Land, Stadt etc.) und alle Gesellschaftsschichten geht. Dabei ist eine Mindestzahl von 500 Personen erforderlich, was wir natürlich – wiederum aus professionellen Gründen – haben machen lassen.

Problematik Wald und Wild
Hier versuchen Sie mit viel Kunstgriffen und Argumenten das Thema Jagd und Wildverbiss auf die Touristen und Nichtjäger zu schieben.
Es sind aber nicht die Touristen, die den erhöhten Stress bei den Wildtieren und somit Wildverbiss verursachen, sondern die Jäger selbst.
Hier nur zwei Zitate aus ganz vielen wissenschaftlichen Arbeiten:

Das Reh wird durch die Bejagung in den schützenden Wald hineingedrängt, wo es auf Knospen und Baumtrieben stößt, die keinen massiven Verbiss vertragen. Dies führte gemeinsam mit den intensiv gehegten und daher unnatürlich hohen Beständen zur heutigen Verbiss-Schadenssituation.
(Prof. Dr. Josef H. Reichholf, "Feld und Flur", 1990, S. 63 ff.)

"Außerdem bedeutet die starke Bejagung auch, dass die Tiere vermehrt Fluchtverhalten an den Tag legen müssen und so mehr Nahrung brauchen. Fluchtverhalten kostet unheimlich viel Energie, etwa 400% im Vergleich zum Stehen bzw. Äsen. Ohne dem Störfaktor Mensch (der ja weitestgehend aus dem Störfaktor Jäger besteht), können sie sich sogar in hohen Dichten normal und artgerecht ernähren, ohne forstlich oder ökologisch zum Problem zu werden. Denn sie brauchen nicht so viel Energie für nötige und unnötige Fluchten und müssen demnach weniger Nahrung aufnehmen."
(Kurt, S 260 zitiert in Thomas Winter, "Jagd - Naturschutz oder Blutsport?", 2003, S. 74)


Eigentlich bringt es der angehängte Cartoon aus dem Konsumentenschutzmagazin (Konsument) vom Mai 2011auf den Punkt.

Das Thema Wald und Wild zieht natürlich weitere Kreise und betrifft auch die unnötige, ja geradezu schädliche Winterfütterung (Hege).
Wenn nicht soviel gefüttert werden würde, gäbe es nicht so viel Wildtierbestand und weniger Wildverbiss – aber natürlich auch weniger Trophäen, oder?

Hierzu ein aufklärendes Zitat von Dr. Helmut Pechlaner:

Während wir Menschen glauben, dass die armen Rehlein im Winter Hunger leiden müssen, hat nun endlich die Wissenschaft das Gegenteil bewiesen.
Seit Jahrmillionen angepasst, schraubt der Organismus auch unserer Rehe den Nahrungsbedarf im Winter dramatisch zurück. Die Reserven, welche sich Rehe im Herbst angefuttert haben, bieten genügend Energie für den Winter. Erst im Frühjahr, wenn Trächtigkeit, Haarwechsel, Geweihwachstum und Aktivitäten der Reviermarkierung beginnen, steigt der Futterbedarf. Unter besten, geschützten Bedingungen können Rehe 20 Jahre alt werden."
("Tiroler Tageszeitung am Sonntag" vom 10.05.2009)

Auerwild
Ihre Argumentation ist auf dem ersten Blick sehr einleuchtend. Schaut man allerdings die Strecke der Jagdsaison 2009/10, die von der Statistik Austria erhoben wurde, stellt man sich wohl zu Recht die Frage, ob es nicht 434 mehr Auerwild und 1563 mehr Birkwild leben würde, wenn die Jäger nicht genau diese Zahl erlegt hätten.

Auf der einen Seite über den Rückgang jammern und auf der anderen Seite trotzdem lustig erlegen, das passt einfach nicht zusammen – außer die Jäger hätten lieber mehr Wild zum Schießen.
Sehen Sie, und genau darin liegt das Problem. Man kann mit noch soviel Argumenten und Verschönerungen versuchen das Töten der Wildtiere zu rechtfertigen zu versuchen. Verwendet man den Hausverstand und nimmt wissenschaftliche Erkenntnisse hinzu, erkennt man rasch, dass nur noch der Wunsch der Jäger nach möglichst vielen lebenden Zielscheiben übrigbleibt.
Wenn man Tiere schützen will, schießt man sie nicht.

Vermutlich haben Sie nicht mit einer solchen Antwort gerechnet, was Ihnen womöglich aufgrund der nur wenigen zitierten Stellen eigentlich klar sein musste.

Schließlich würde es mich freuen, wenn ich Sie etwas zum Nachdenken anregen konnte.
Ich selber halte mich lieber an wissenschaftliche Erkenntnisse. Diese sprechen sich klar gegen die Jagd aus.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christian Nittmann
Initiative zur Abschaffung der Jagd

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