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 Jagd in der Presse 2008 

orf.at vom 28.12.2008

Aus Langeweile: Schüsse aus Schrotgewehr - Auto beschädigt 

Durch Schüsse aus einem Schrotgewehr ist - wie erst jetzt bekannt wurde - am Heiligen Abend in Henndorf (Flachgau) ein Pkw stark beschädigt worden. Personen wurden nicht verletzt.

Autobesitzer erstattete Anzeige


Der Autobesitzer hatte die Schäden bemerkt und Anzeige erstattet. Die Erhebungen der Polizei ergaben dann, dass ein Nachbar des Geschädigten mit seinem Gewehr gespielt hatte.

Es sollte sich "etwas rühren"

Passiert ist alles am Nachmittag des Heiligen Abends: Ein 39-jähriger Jäger aus Henndorf hatte Besuch von Freunden. Als der Gruppe langweilig wurde, kamen sie laut Polizei auf die Idee, dass sich "etwas rühren" solle.

So holte der 39-Jährige seine Jagdflinte und schoss viermal in den Rasen seines Gartens. Etliche Schrotkörner wurden dabei vom Boden auf das Nachbargrundstück abgelenkt. Dort durchschlugen sie das Seitenfenster eines geparkten Autos und beschädigten zwei Seitentüren schwer.

Der Schütze und seine Freunde gaben an, davon nichts bemerkt zu haben - die Sicht auf das Auto sei durch einige Fichten verdeckt gewesen. Der 39-Jährige wurde bei der Staatsanwaltschaft und der Bezirkshauptmannschaft angezeigt.

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orf.at vom 26.12.2008

Jäger richten dringenden Appell an Skifahrer

Nach der Fütterungsaktion von Hubschraubern aus, hat sich das Rotwild wieder etwas erholt. Die Jäger bitten nun, Skitouren nur im gekennzeichneten Gelände zu machen. Stresssituationen seien für das geschwächte Wild derzeit oft ein Todesurteil.

Fütterungsaktion mit Hubschrauber

Die starken Schneefälle hatten in der Vorwoche das Rotwild so in Bedrängnis gebracht, dass sie sogar ihre natürliche Scheu aufgaben und bis in Siedlungsgebiete vordrangen.
Nachdem Heuballen im Wert von insgesamt 7.000 Euro auch an die entlegensten Stellen aus einem Bundesheerhubschrauber abgeworfen wurden, entspannte sich die Situation.

Tiere können im Schnee nicht flüchten

Nach dem Stress kann das Rotwild in Oberkärnten nun eines am wenigsten brauchen: Stress durch Skifahrer und Tourengeher, sagt Landesjägermeister Ferdinand Gorton. Die Jägerschaft ersucht deswegen eindringlich, Skitouren in den nächsten zwei, drei Wochen nur auf den gekennzeichneten Routen durchzuführen.

Gorton: "Wird das Wild durch einen Skifahrer im meterhohen Schnee zur Flucht gezwungen, kommt das für die ohnehin geschwächten Tiere einem Todesurteil gleich."

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"Tiroler Tageszeitung" vom 23.12.2008

Leserbrief: Jagd ist nicht gleich Jagd

Dr. Pechlaner hat auch Tierquälereien im Nutztiersektor angeprangert, beispielsweise wenn er im Radio gemeint hat, monatelange Ankettung von Rindern im Winter nach monatelangem Almaufenthalt im Sommer sei Tierquälerei. Trotzdem bedürfen seine Ausführungen über die Jagd einiger Ergänzungen, weil sie unvollständig sind.

Da er im Burgenland wohnt, müssen ihm die Fasanentreibjagden wohl bekannt sein. Dazu werden Fasane in grausamer Massentierhaltung gezüchtet und verstümmelt, um sie dann tötungswütigen Jägern vor die Flinte zu treiben. Die meist noch lebenden Fasane werden dann von speziellen Jagdhunden apportiert und von den Jägern entweder durch Halsumdrehen oder mit einem Messer getötet. Unter anderem hat der Ehemann unserer ehemaligen "Tierschutzministerin" Rauch-Kallat solche Fasanenzuchten besessen. Sie selbst war zwar Jägerin, hat aber bestritten, an solchen "Jagden" teilgenommen zu haben. Das Gegenteil konnte ihr nicht bewiesen werden. Diese Zuchtfasane werden übrigens lastwagenweise von Österreich nach ganz Europa exportiert. Das hat mit "Raubtierersatz" oder "biologischer Regulierung" nichts, aber mit niedrigen Trieben viel zu tun. Auch in Tirol wird die so genannte "Traxljagd" gepflegt. Dabei wird Kleinwild, besonders Hasen, durch Hunde aufgescheucht und vor die Flinte der Jäger gehetzt.

Man sieht, Jagd ist nicht gleich Jagd. Wer also die tatsächliche oder vermeintliche Notwendigkeit der Jagd herausstreicht, sollte auch deren grausame und nutzlose Auswüchse nicht verschweigen.

Dr. Bernd Haberditzl
6122 Fritzens

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"Tiroler Woche" vom 23.12.2008

Der "schlaue" Fuchs bei IB-Baustoffe

In vielen Sagen und Geschichten wird dem Fuchs eine ausgebuxte Schläue nachgesagt. Stets sucht er das Beste und den größten Vorteil für sich und seine Familie. Dass jett en solcher Fuchs im Lager der IB-Baustoffe Kitzbühel Quartier bezogen hat, ist sicher kein bloßer Zufall, denn der schlaue Fuchs weiß genau, wie der Hase läuft. 

Bereits in der Morgendämmerung gehen bei Kitzbühels Baustoffhändler Nr. 1 die Lichter an. Erste Bau- und Lagerarbeiter treffen noch verschlafen auf ihrer Arbeitsstelle ein. Es werden diverse Maschinen gestartet und für den Tagesbetrieb vorbereitet. Doch nicht nur die IB-Arbeiter sind bereits um diese Zeit rührig, seit dem Frühjahr streifte neugierig ein junger Fuchs durch das Lagergelände. Stets ist er auf der Suche nach neuen und günstigen Angeboten. So stöbert er im reichhaltigen Angebot der IB-Baustoffe und immer wird seine feine Nase fündig. Ob Rohbausstoffe, Fenster , Türen, Pflastersteine, Bedachungsmaterial, Sonnenschutz oder die komplette Inneneinrichtung, für jede "Gusto" ist da etwas dabei.

Öfters als nur manchmal kommt es zu Begegnungen der anderen Art: Fuchs und Arbeiterstehen sich überrascht aber friedlich , von Angesicht zu Angesicht gegenüber.  Solche "Zusammenstöße" waren anfangs für beide Seiten eher schreckhaft. Mittlerweile ist der junge Fuchs -liebevoll "Foxi" genannt - im IB-Lagerteam integriert und sein Anblick zaubert ein Lächeln auf die Gesichter der saisongestressten Bauarbeiter.

Für Geschäftsführer Christian Küchl steht somit fest: Foxi ist unser Team-Maskottchen, denn die Schlauesten gehen immer zum Besten.

Dem Fuchs ist das einerlei, er weiß genau wie der Hase Läuft und streift weiterhin jeden Tag durch das IB-Baustoffe-Lager auf der Suche nach günstigen Schnäppchen und leckeren Angeboten.

IB-Baustoffe - der Baustoffhändler mit Herz und Kompetenz

Aber nicht nur dem Fuchs geht's gut bei IB-Baustoffe Kitzbühel - besonders Sie als Häuslbauer und Renovierer sind wirklich in den besten Händen. Für jeden Bereich - vom Keller bis zum Dach - stehen Ihnen qualifizierte Fachleute zur Seite und beraten Sie mit den besten Tipps und Angeboten.

Machen Sie es wie der schlauche Fuchs und kommen Sie zu IB-Baustoffe Kitzbühel - es lohnt sich allemal!

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"Kronen Zeitung" vom 20.12.2008

Die EU verbietet jetzt gefährliches Seeadler-Gift!

Seltene Seeadler, Mäusebussarde, Turmfalken - Hunderte dieser edlen Raubvögel mussten sterben, ehe die EU jetzt in allen Mitgliedsländern das gefährliche Nervengift Carbofuran verbot. "Ab sofort sind Verkauf, Anwendung und Besitz des Pflanzenschutzmittels untersagt. Bisher konnte es sogar in Lagerhäusern erworben werden. Carbofuran wurde oft illegal ausgelegt", bestätigen WWF-Experte Christian Pichler und Gerald Pfiffinger von der heimischen Vogelschutzorganisation "Birdlife". Begrüßt wird die Maßnahme auch von Seiten der Jägerschaft.

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orf.at vom 19.12.2008

Jäger während Marderjagd angeschossen 

Ein 78-jähriger Jäger hat bei einer Marderjagd am Donnerstag (Bezirk Freistadt) in Schönau im Mühlkreis einen Kollegen mit der Schrotflinte erwischt.

Schrotkörner in den Oberschenkel

Der Mann hatte den Marder zuvor offenbar nur anschossen und das Tier lief weiter in Richtung Wald. Als der 78-Jährige einen weiteren Schuss aus rund 18 Metern Entfernung abfeuerte, trafen zwei Schrotkörner seinen 50-jährigen Jagdkollegen in den Oberschenkel.

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wienerzeitung.at vom 18.12.2008

Vorbei, die Romantik der Wilderei 

Die Wilderer in Österreichs Bergen gehören heute hauptsächlich organisierten Banden aus dem Ausland an. 

Trophäen werden im Ausland verkauft.
Niederösterreich führt bei Anzeigen wegen Wilderei.
Bis zu fünf Jahre Gefängnis drohen.


Wien. Ein Schuss hallt aus dem Wald
mit hoher Geschwindigkeit rast ein unbeleuchtetes Auto die Forststraße entlang, um im Dunkel der Nacht zu verschwinden. Die Wilderer von heute haben ihren romantischen Beigeschmack endgültig verloren: "Hauptsächlich kleine, organisierte Banden aus dem Ausland jagen in Österreichs Wäldern nach Rotwild, um die wertvollen Trophäen anschließend am Schwarzmarkt zu verkaufen", berichtet Peter Lebersorger, Generalsekretär und Geschäftsführer des Niederösterreichischen Landesjagdverbandes, "immerhin sind manche Geweihe einige tausend Euro wert."

Herkunft der Banden aus Nachbarstaaten

Das Jagdhorn der Wilderer wird laut Lebersorger gehäuft in grenznahen Wäldern geblasen. "Rumänen, Sinti und Roma gehören den organisierten Banden meistens an, die zum Wildern für kurze Zeit nach Österreich kommen", sagt Lebersorger. Die anschließende Rückreise müsse schnell gehen
um unentdeckt über die Grenze zurück in die Heimat zu kommen, wo die Trophäen unverzüglich verkauft werden.

"Diese illegalen Jäger bestreiten auf diese Weise ihren Lebensunterhalt", stimmt Franz Wendler, Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung der niederösterreichischen Sicherheitsdirektion, zu. Die Herkunft der meisten Wilderer- Banden in seinem Revier ortet auch er in Österreichs Nachbarstaaten.

Ebenso berichtet der Wildbiologe Christopher Böck vom oberösterreichischen Landesjagdverband über eine Wilderer-Familie aus dem Ausland. "Vor kurzem ist ein Jäger aus Bayern in Österreich auf frischer Tat ertappt worden, der mit seinem Sohn über Jahre hinweg im Bezirk Schärding in Oberösterreich gewildert hat", erzählt der Experte.
Die uneinsichtige, gebirgige Landschaft der Alpen eigne sich besonders gut, um unentdeckt auf Trophäenjagd zu gehen.

Wildernden Jägern wird die Jagdkarte entzogen

Die Wilderer-Banden, die durch Österreichs Wälder ziehen, sind meist Fachleute
vor allem im Flachland gebe es zusätzlich die Autowilderei durch einzelne Amateure, die die Tiere meist wahllos erlegten. "Die Treffer aus dem Fahrzeug heraus mit Kleinkalibergewehren und Schalldämpfer sind schlecht", weiß Böck zu berichten, "obwohl die Trophäenjäger oft mit Handscheinwerfern und sogar Nachtsichtgeräten ausgerüstet sind."

Überlebt das getroffene Wild, flüchtet es, wird deshalb nicht mehr gefunden und findet einen qualvollen Tod. Getroffenes Rotwild werde aufgrund des Geweihs enthauptet. "Zurück bleibt das blutige Wildbret", sagt der Wildbiologe. Aus Jux und Tollerei würden Feldhasen geschossen
und anschließend ebenfalls liegen gelassen.

Insgesamt 358 Anzeigen wegen Wilderei gab es im Vorjahr, wobei das Bundesland Niederösterreich mit 105 Fällen vor Oberösterreich und Tirol führt
die Tendenz ist steigend. "Der Tatbestand der Wilderei ist laut Paragraph 137 ein Eingriff in fremdes Jagd- und Fischereirecht und mit bis zu sechs Monaten zu bestrafen", erklärt Wendler, "bei einem schweren Eingriff drohen sogar bis zu drei Jahre Haft." Die längere Strafe trete dann in Kraft, wenn der Wert des Wildes 3000 Euro übersteige oder während der Schonzeit, mit Sprengstoff oder Giftköder gejagt werde.

Wendet der Wilderer Gewalt gegenüber Personen an, werde eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren gegen ihn verhängt. Die Aufklärungsquote liegt laut Wendler knapp unter 50 Prozent. Endgültige Konsequenzen hat laut Lebersorger das Wildern für ertappte Jäger: Ihnen wird die Jagdkarte entzogen.

Falls im eigenen Jagdrevier intensiv gewildert wird, kann das laut Biologe Böck für den Besitzer mit einer weiteren schwerwiegenden Konsequenz verbunden sein: Jagdpächter springen aufgrund des Verlustes an wertvollem Wild häufig ab, neue sind in einem für Wilderei bekannten Gebiet kaum zu finden.

Aufseher überwachen einige Jagdreviere

Aus diesem Grund sind in einigen Jagdrevieren mehrere Aufseher zur Überwachung unterwegs. "Mit offenen Augen und Ohren fahren sie durch den Wald, jedes ortsfremde Auto wird inspiziert", erläutert Böck. In solchen Revieren hätten die Wilderer so gut wie keine Chance.

Im Gegensatz zu früher finden diese heute wenig Unterstützung bei der Bevölkerung. "Die Auflehnung gegen die Obrigkeit
die reichen Jagdrevier-Besitzer hatte Ansehen und Anerkennung unter den Menschen genossen", erklärt Lebersorger, "daher wurden die Wilderer auch nie verraten. Das hat sich aber ins Gegenteil gekehrt." Gemeinsam mit den romantischen Erinnerungen gehören auch die kohlegeschwärzten Gesichter der illegalen Jäger der Vergangenheit an.

Auch die Hungerwilderei wie nach dem Zweiten Weltkrieg gebe es nicht mehr, so Lebersorger, "heute wird aus reiner Jagdlust und purer Trophäensucht gewildert."

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orf.at vom 17.12.2008

Jäger verzichten auf Jagd im Nationalpark 

Die Kärntner Jägerschaft verzichtet für weitere Jahre - vertraglich bis 2020 - auf die Jagd im Kerngebiet des Nationalparks Hohe Tauern. Für das Schutzgebiet bedeutet das weiterhin die Garantie der internationalen Anerkennung.

Jagdverzicht seit Jahrhundertwende

Es war harte Arbeit, die um die Jahrhundertwende vom Nationalparkdirektor Peter Rupitsch gemeinsam mit der zuständigen Landespolitik geleistet wurde. Unzählige Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern und Jägern gab es, bis man sich letztlich einigte: Jagdverzicht im Nationalpark-Kerngebiet.

Diese Kooperation Jägerschaft-Nationalpark gilt europaweit als einzigartiges Modell. Das garantierte dem Nationalpark Hohe Tauern in Kärnten die internationale Anerkennung. Inzwischen zogen Salzburg und Tirol mit ihren Nationalpark-Anteilen nach.

Vertragsverlängerung unterzeichnet

Am Mittwoch wurde der Jagdverzicht verlängert: Landesjägermeister Ferdinand Gorton und Nationalparkreferent Uwe Scheuch (BZÖ) unterzeichneten den Vertrag bis 2020. Betroffen ist das Nationalpark-Kerngebiet auf einer Fläche rund 22.000 Hektar.

Nun könne das Wildtiermanagement im Nationalpark fortgesetzt werden, sagt Wildtiermanager Klaus Eisank: "Es gibt zahlreiche Forschungsprojekte. Bestände werden beobachtet, gezählt und kontrolliert."


Gorton: "Jäger haben Auftrag für Naturschutz"

Landesjägermeister Gorton sagt, die Jägerschaft habe längst den Wert des Jagdverzichts zugunsten eines international anerkannten Nationalparks Hohe Tauern erkannt Gorton: "Die Jägerschaft hat auch einen Auftrag für den Naturschutz. Das wurde von der Jägerschaft erkannt."

Scheuch: "Wollen Yellowstone der Alpen"

Für Nationalparkreferent Scheuch ist die Vertragsverlängerung eine Chance, den Nationalpark noch besser international positionieren zu können: "Der Nationalpark soll das Yellowstone der Alpen werden."

Zur behutsamen touristischen Vermarktung des Nationalparks wurden von der Landesregierung am Dienstag 1,2 Millionen Euro an Förderung beschlossen.

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orf.at vom 16.12.2008

Kormorane dürfen nun abgeschossen werden 

Am Vorarlberger Bodensee gilt ab sofort eine Verordnung der BH Bregenz, die den Abschuss des Kormorans in einer Ausnahmeregelung erlaubt. Möglich ist das unter bestimmten Bedingungen und mit Zustimmung der Naturschützer.

Vergrämungsabschüsse sind möglich

Laut der Verordnung ist die Bejagung des Kormorans bis zum 31. Jänner 2009 analog zur Jagd auf andere Wasservögel im Naturschutzgebiet vom Land aus erlaubt.

Um die Bildung weiterer Brutkolonien zu verhindern, sind mit Zustimmung des Naturschutzvereins zudem Vergrämungsabschüsse möglich. Im Nahbereich neuer Kolonien können die Vögel etwa bis 31. Mai 2009 während der Zeit des Nestbaus geschossen werden, wenn die Nester noch nicht belegt sind.

Einzelabschüsse vom Boot aus soll es geben, wenn Kormorane Schäden an Boden- und Schwebnetzen der Berufsfischer anrichten. Diese Maßnahme ist bis zum 31. Oktober 2009 befristet, auch hier ist die Zustimmung des Naturschutzvereins nötig.

Auswirkungen werden dokumentiert

Bei allen Maßnahmen ist eine Störung geschützter Arten zu vermeiden, so die Verordnung. Die Auswirkungen der Maßnahmen auf den Kormoranbestand, die Tierwelt im geschützten Lebensraum und die Fischerei werden vom Naturschutzverein und dem Amtssachverständigen für Fischerei überprüft und dokumentiert.

Keine mengenmäßige Beschränkung

Eine mengenmäßige Beschränkung der Abschüsse sei nicht vorgesehen, so der stellvertretende Bregenzer Bezirkshauptmann Edmund Kräutler.

Durch die verpflichtende Einholung der Zustimmung des Naturschutzvereins werde Missbrauch aber vorgebeugt. Man habe die Verordnung durch Einbeziehung aller Betroffenen gut vorbereitet, erklärte Kräutler.

"Kormorane sind sehr lernfähig"

Walter Niederer, Geschäftsführer des Naturschutzvereins Rheindelta, sieht sich als Bindeglied zwischen Ornithologen und Fischern. Man werde darauf achten, dass andere Vogelarten möglichst wenig gestört werden, so Niederer. Die bestehende Kormorankolonie soll ebenfalls ungestört bleiben.

Die Vergrämungsabschüsse müssten "möglichst effektiv" gestaltet werden, indem sie etwa in den sensiblen Zeiten frühmorgens oder abends durchgeführt werden. "Die Vögel sind sehr intelligent und lernfähig", betonte Niederer. Es sei daher zu erwarten, dass sie als gute Beobachter "rasch die Grenzen kennen". "Das ist unsere große Hoffnung", so Niederer. Bei den Abschüssen an den Netzen schwebe ihm vor, dass Fischer erst Schäden durch Kormorane nachweisen, etwa durch Fotos.

Beschwerde bei EU-Kommission möglich

Einsprüche gegen die Bejagung von Vögeln in einem Vogelschutzgebiet sind laut Niederer "zu erwarten". Es sei damit zu rechnen, dass eine Beschwerde an die EU-Kommission erfolge, die dann die Angelegenheit überprüfen werde.

Ob die Verordnung auf gültigem Recht fuße und ob die Begründung des Abschusses rechtens sei oder nicht, sei fraglich, so Niederer. Aus sachlicher Sicht wolle er sich dazu aber nicht äußern, "da wir von der Behörde eine Rolle als Vollziehungsorgan zugewiesen bekommen haben".

Fischer gegen Naturschützer

Die Kormorane brüten seit 2001 im Bereich der Fußacher Bucht. Fischern sind die fischfressenden Vögel, die Netze plündern sollen, seit langem ein Dorn im Auge, während Naturschützer für seinen weiteren Verbleib am Bodensee kämpfen.

Der Sommerbestand betrug 2008 laut BH-Angaben bis zu 1.000 Tiere, verträglich wären ein Sommerbestand von 300 bis 350 Tieren. Nachdem Vergrämungsmaßnahmen wie Lärm, die Zerstörung von unbelegten Nestern und das Absägen von Schlafbäumen keinen Erfolg brachten, sah sich das Land Vorarlberg zu schärferen Maßnahmen veranlasst.

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"Wirtschaftsblatt" vom 09.12.2008

Waffen-Auktionen und Jagdreisen als neue Felder

Springer nimmt neue Märkte ins Visier.
Jagdausrüster und Waffenhändler Joh. Springer's Erben stellt sich breiter auf. Waffen-Versteigerungen  und Jagdreisen sind neue Geschäftsfelder des Familienbetriebs.

Wien. Der traditionsreiche Jagdausrüster Joh. Springer's Erben erobert neue Geschäftsfelder. "Unser wichtigstes Thema sind derzeit die Auktionen", sagt Christian Johann Springer, seit April geschäftsführender Gesellschafter der Joh. Springers's Erben Handels GmbH. Als erster österreichischer Jagdwaffenausstatter will Springer in Kooperation mit dem britischen Auktionshaus "Holt's Auctioneers" zweimal jährlich eine sogenannte "Stille Auktion" abhalten. Unter den Hammer kommen Jagd-, Sport- und Sammlerwaffen, verschiedene Jagdaccessoires, Tierpräparate und Jagdreisen.

"Bei der ersten Auktion im November haben wir 150.000 Euro umgesetzt, im Frühjahr müssten wir bereits 250.000 Euro erreichen", ist Springer zuversichtlich.

Geschäft mit Reisen

Ebenfalls neu ist die Business mit Jagdreisen, die derzeit als Pilotprojekt läuft. "Wir sind immer wieder von ausländischen Kunden gefragt worden, wo sie in Österreich af die Jagd gehen könnten", erzählt Springer. Daraus sei die Idee entstanden, Jagdreisen anzubieten. Veranstaltet werden diese zum einen in Österreich, zum anderen auch in Europa.

"Vielleicht weiten wir das Angebot auch auf Übersee aus", sagt Springer, der Wert darauf legt, dabei kein Massenprodukt zu kreieren. "Je mehr wir unser Angebot ausweiten, desto größer ist unsere Angriffskette", ist er sich allerdings des Risikos bewusst, das die zusätzlichen Geschäftsfelder bergen. "Wenn in der Kette auch nur ein kleiner Fehler ist, kann er sich auf alles auswirken." Umgekehrt sei die Umwegrentabilität, die sich durch das gesamte Portfolie ergebe, "sehr schön", so Springer, der in den nächsten drei Jahren ein Viertel des Umsatzes mit Jagdreisen erwirtschaften will.

Für das diesjährige Rumpfgeschäftsjahr von Mai bis Dezember rechnet Springer, der insgesamt 22 Mitarbeiter beschäftigt, mit einem Umsatz von 2,6 oder 2,7 Millionen €. 2009 sollen es vier Millionen € sein. Die Exportquote des Unternehmens liegt derzeit bei 25 Prozent, Tendenz steigend. Großes Potenzial sieht Springer noch in Osteuropa, im Speziellen in Russland.

Große Investitionen plant er für das nächste Jahr nicht: "Wir haben heuer 700.000 Euro in die neuen Standorte in der Wiener City und i Kagran investiert. Das ist einmal genug". Mittelfristig könne er sich jedoch vorstellen, den Standort in Wien-Josefstadt in ein kleines Museum mit angeschlossener begehbarer Werkstätte auszubauen. "Aber das ist Zukunftsmusik", so Springer.

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kleinezeitung.at vom 03.12.2008

Wilderei endet im Gefängnis 

Lavanttaler erlegte hunderte Tiere. Polizei jagte ihn jahrelang. Nun muss er als erster Kärntner Wilderer ins Gefängnis.

Das Urteil sitzt wie ein Volltreffer: Ein Lavanttaler Wilderer muss demnächst ins Gefängnis. Laut Staatsanwalt Christian Gutschi hat der Unterkärntner 100 Rehgeißen, 300 Vögel, 50 Füchse und 40 Marder erlegt. Sechs Jahre lang schlich er bei Nacht und Nebel durch die Unterkärntner Wälder und knallte Tiere ab - auch in der Schonzeit.

Berufung

Richter Christian Liebhauser-Karl verurteilte den Mann dafür zu neun Monaten Haft, drei davon unbedingt. Der Lavanttaler jagte jedoch einem Freispruch nach und legte Berufung am Oberlandesgericht Graz ein.

Vergebens

Dieser Tage wurde das Urteil rechtskräftig. In der Kärntner Jägerschaft gibt es seitdem kein anderes Thema. Soweit bekannt, ist es nämlich das erste Mal, dass ein Wilderer ins Gefängnis muss.

Größte Wilderer-Geschichte

Mit dieser richterlichen Entscheidung endet nun die größte Wilderer-Geschichte, die Kärnten je erlebt hat.

"Gerüchte, wonach der Mann wildert, gab es schon seit 15 Jahren", sagt ein ortsansässiger Polizist. "Doch es fehlten immer die Beweise." Bis es im Jahr 2007 zu einer Hausdurchsuchung kam, die sich als Schuss ins Schwarze herausstellte: Am Hof des 36-Jährigen - der damals auch durch seine Elvis-Frisur auffiel - wurden 100 Stück Jagdtrophäen, Berge von Patronen und jede Menge Gewehre gefunden. In Tagebüchern hatte er sogar penibel aufgeschrieben, wo und wann er auf der Jagd war. "Diese Aufzeichnungen lesen sich wie Memoiren", so Richter Christian Liebhauser-Karl.

Wilderer im Fasching

Die beste "Geschichte" rund um den Lavanttaler verraten allerdings nicht die Tagebücher, sondern die Einheimischen: Im Fasching vor einigen Jahren soll sich der Kärntner sogar als Wilderer verkleidet haben. Beim Umzug in seinem Dorf marschierte er ganz vorne mit und trug ein riesiges Transparent mit der Aufschrift: Lavanttaler Wilderer. Der Schuss ging jetzt - spät aber doch - nach hinten los.

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orf.at vom 27.11.2008

Jäger stürzte mit erlegtem Rehbock ab - tot

Tödlicher Jagdunfall Mittwochabend in Winklern im Bezirk Murau: Ein 67 Jahre alter Jäger aus Oberzeiring stürzte mit einem erlegte Rehbock 70 Meter ab und erlitt tödliche Verletzungen.

Nach dem Absturz auch gegen einen Zaunpfeiler geschlagen.
Wollte Tier zu Gehweg transportieren


Der Jäger erlegte den Rehbock auf der Hochalm in 1.600 Meter Höhe. Als er das Tier aus dem steilen Gelände zu einem Gehweg transportieren wollte, kam er zu Sturz und stürzte mit dem Bock 70 Meter in die Tiefe; danach schlug er gegen einen Zaunpfeiler. Der Jäger dürfte sofort tot gewesen sein; er wurde eineinhalb Stunden später von einem Kollegen gefunden.

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orf.at vom 26.11.2008

Unfälle bei Treibjagden in Oberösterreich

Zwei Unfälle hat es bei Treibjagden in Oberösterreich gegeben. In Dietach (Bezirk Steyr-Land) und Neumarkt im Mühlkreis (Bezirk Freistadt) wurden zwei Waidmänner von Schrotkugeln getroffen und verletzt.

Auf Hasen geschossen

In Dietach hatte ein teilnehmender Jäger auf einen Hasen gezielt und ihn auch getroffen - allerdings dabei auch einen 54-jährigen Landwirt aus Dietach bei Steyr.

Als der Jäger seinen Schuss abfeuerte, dürfte der Getroffene rund 25 Meter entfernt gestanden sein, der Hase sei geradewegs auf ihn zugelaufen.

Schrotkugeln trafen beinahe Auge

Eine der Schrotkugeln bohrte sich oberhalb des linken Auges ins Fleisch - wäre sie nur wenige Millimeter weiter unterhalb eingedrungen, hätte das den Mann sein Augenlicht kosten können. Eine zweite Schrotkugel traf den Landwirt beim rechten Knie, dort musste er im Steyrer Krankenhaus genäht werden.

Jägerin traf Kollegen

Auch in Neumarkt im Mühlkreis traf eine Jägerin - für die Frau war es der erste Ausgang bei einer Treibjagd – einen Jagdkollegen in den Unterschenkel. Auch dieser musste vom Arzt versorgt werden.

Ähnlicher Fall in Münzbach

Erst vor kurzem war in Münzbach im Mühlviertel ein Treiber von mehreren Schrotkugeln getroffen worden - die Jägerschaft hatte versucht, den Vorfall totzuschweigen.

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orf.at vom 26.11.2008

Geschützter Seeadler erschossen aufgefunden

Ein erschossener Seeadler ist in Hauskirchen im Weinviertel gefunden worden. Das Tier war von einem Spaziergänger neben einem Wanderweg entdeckt worden.
Mit dem Töten des Seeadlers wird die Artenvielfalt gefährdet.

Bereits drittes illegal getötetes Tier

Bernhard Kohler, Leiter des WWF-Seeadlerprojekts wies darauf hin, dass das bereits der dritte illegal getötete Seeadler innerhalb nur eines Jahres sei. Greifvogel-Verfolgung sei kein Bagatelldelikt, sondern eine schwerwiegende Gefährdung der österreichischen Artenvielfalt.

Die Polizei und der Jagdaufseher würden in dem Fall davon ausgehen, dass der Fundort nicht mit dem Abschussort identisch sei. Vermutlich wurde das Tier in einer Schlagfalle gefangen und getötet.

Dem Tier wurden die Füße abgetrennt

Die Füße des Vogels waren abgetrennt, was darauf hindeute, dass er in einer Schlagfalle gefangen und dort getötet wurde, so der WWF. Mit dem Abtrennen der Füße an den Fersengelenken könnte der Täter Beweismittel, wie etwa Kennringe, oder eine Verletzung nach illegalem Fallenfang beseitigt haben, vermutete Kohler.

Bereits im vergangenen Winter kam es zum Abschuss eines Seeadlers im Weinviertel.

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Presseaussendung vom 25.11.2008

ÖVP Wien lehnt Kirrung von Rotwild ab

Antrag der Wiener Grünen ist an unzuständigen Adressaten gerichtet

Wien (VP-Klub) - "Die Kirrung von Rotwild, also das Erlegen an eingerichteten Futterplätzen, wird von der ÖVP Wien abgelehnt", stellt ÖVP Wien Umweltsprecher LAbg. Roman Stiftner angesichts eines die Kirrung betreffenden Antrages der Wiener Grünen an den Wiener
Gemeinderat fest.

Kirren von Rotwild, im Land Wien aus gutem Grund verboten, entspreche nicht dem Prinzip der Jagd, wie ganz generell Tiere an Futterstellen zu schonen wären, betont Stiftner. Für den erwähnten Antrag der Wiener Grünen, in dem das Land Niederösterreich aufgefordert wird, die Jagdmethode der Kirrung zu verbieten, sei, so Stiftner, nicht der Wiener Gemeinderat, sondern ausschließlich das Land Niederösterreich zuständig. Daher werde die ÖVP Wien dem Antrag der Grünen nicht zustimmen, kündigt der VP-Umweltsprecher an. Vielmehr empfehle er der Grünen Fraktion, besagten Antrag an den niederösterreichischen Landtag zu richten.

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orf.at vom 25.11.2008

68-Jähriger bei Treibjagd schwer verletzt

Ein 68-Jähriger ist bei einer Treibjagd im Bezirk Baden am Sonntag schwer verletzt worden. Ein Schuss löste sich aus dem Gewehr und traf den Mann im Bereich der linken Brust, berichtete die NÖ Sicherheitsdirektion.

Mann rutsche Gewehr von der Schulter

Der Unfall passierte beim Hinabsteigen einer etwa ein Meter hohen Böschung. Der Hund des 68-Jährigen hatte an der Leine gezogen, wodurch der Jäger den Halt verlor. Dadurch rutschte dem Mann das Gewehr von der Schulter. 

68-Jähriger ins Krankenhaus geflogen

Beim Versuch die Flinte wieder nach oben zu ziehen, habe sich im selben Moment ein Ast gegen den Abzug des Schrottgewehres gedrückt, wodurch sich ein Schuss löste. Der 68-Jährige wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

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"Regionalmedien" vom 16.11.2008

Leserbrief an Regionalmedien zu "Jäger im Visier"

Es zeigt sich zum wiederholten Male, dass Erkenntnisse aus der Wissenschaft bei Jägern keinerlei Gehör finden. Stattdessen wird weiterhin auf veraltete Thesen und Jägerlatein gesetzt, wie er in diesem Artikel zuhauf vorkommt. So ist längst bekannt, dass der Wildbestand nicht durch Beutegreifer geregelt wird, sondern ganz umgekehrt sich die Zahl der Beutegreifer nach der Population der Wildtiere richtet. Im Endeffekt ist einer der wichtigsten Regulatoren für Wildtierbestände die zur Verfügung stehenden Ressourcen - und nicht die Zahl der Beutegreifer.

Dass der Jäger sich gerne als Ersatz für sogenannte "Raubtiere" darstellt, soll lediglich deren unangebrachtes totbringende Treiben rechtfertigen, die die Natur schädigt, die uns allen gehört.

Paul Parin, Ehrendoktor der Universität Klagenfurt und selbst Jäger schreibt: "Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird. [...]".

Auch die von Jägern gern bemühten Seuchen und Krankheiten sind keineswegs durch die erwähnte Überpopulationen sondern auf intensive Viehzucht zurückzuführen, wie es z.B. bei der Schweinepest nachgewiesen wurde.

Die sogenannten Wildschäden sind von Jägern hausgemacht, verursacht durch Jagddruck und künstlich durch Hege hochgezüchteten Wildbestand.

Der zitierte "fantastische Wildreichtum" würde ohne Jäger viel fantastischer sein, wenn der Jäger nicht laufend in den sich selbst regulierenden Naturkreislauf eingreifen würde.

Es dreht sich einem angesichts der von Jägern dargestellten Unwahrheiten, die von der Wissenschaft längst als solche belegt sind, der Magen um, wenn man weiß, dass hiermit der Jägerschaft möglichst lange deren blutiges Treiben im tiefen Wald vor der Bevölkerung unentdeckt bleiben sollen. Nicht umsonst versuchen Jäger mit jeglichen Mitteln ihr zurecht beschädigtes Image aufzupolieren. Das wird aber nicht mehr gelingen, da immer mehr Menschen die Jäger und ihre Lügen durchschauen. Das zeigt sich bereits deutlich in der Umfrage des österreichischen Gallup-Institutes vom Dezember 2007, in der 64% der österreichischen Bevölkerung für eine Abschaffung der Hobbyjagd sind. Die Zeit ist reif dafür, denn der Druck, der durch wissenschaftliche Erkenntnisse kommt, die eindeutig gegen die Jagd sprechen, wird immer größer.

Dr. Christian Nittmann, Wien

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"Kronen Zeitung" vom 14.11.2008

Reifen-Schlitzer sind unterwegs 

Jagdgesellschaft war auf der Pirsch Unbekannte demolierten ihre geparkten Autos:

Große Aufregung nach einem Jagdausflug in Retz: Als eine Gruppe von Waidmännern abends von der Pirsch zurückkam, waren die geparkten Autos der Männer demoliert. "Unbekannte Rowdys hatten uns die Reifen mit Messern aufgeschlitzt", sind die betroffenen Jäger empört. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Euro.

Militante Jagdgegner oder blinde Zerstörungswut? Diese Frage muss jetzt die Polizei in Retz klären. "Schon in der Vergangenheit hatten die Waidmänner Probleme mit Tierschützern. Doch bisher gab es nur friedliche Proteste und Hupkonzerte, um das Wild zu verscheuchen", sagt ein Ermittler. Dass in erster Linie die Reifen von großen, grünen Geländewagen zerstochen wurden, würde auf diese Möglichkeit hindeuten. Fakt ist: Die Täter müssen blitzschnell zugeschlagen haben. "Die Autos waren auf dem Parkplatz eines Gasthauses abgestellt, direkt neben einer belebten Straße. Trotzdem will niemand etwas gesehen haben", sind die Fahnder verwundert. Sie hoffen allerdings, dass sich eventuell Zeugen noch melden.

"Proteste schön und gut, aber schwere Sachbeschädigung, das geht eindeutig zu weit", sind die Jäger einig. Sie wollen im Revier in Retz jedenfalls auch in Zukunft auf die Pirsch gehen.

Weiter geht auch die Suche nach jenen Vandalen, die in Pitten, Bezirk Neunkirchen, Autos beschädigt haben - die "Krone" berichtete. In der Nacht waren die Rowdys durch den Ort gezogen und hatten auf ihrer Zerstörungstour gleich 23 Autoreifen zerstochen. Auch in diesem Fall gibt es bislang keine verwertbaren Spuren oder Augenzeugen. Die Gemeinde setzte daraufhin 300 Euro Belohnung für alle sachdienlichen Hinweise aus.

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az.com.na vom 13.11.2008

Ganzpräparate nach Österreich 

Knapp über ein Jahr lang arbeitete ein hiesiges Unternehmen an dem Großauftrag.
In dieser Woche werden zahlreiche Vollmontagen hiesiger Antilopen und Raubtiere in einem Container verpackt auf dem Schiffswege nach Bremerhaven transportiert. Für ein Afrika-Haus in Kärnten/Österreich sind die von einem namibischen Unternehmen präparierten Tiere bestimmt.

Manfred Gorn inmitten der zahlreichen Ganzpräparate, die in dieser Woche in einem Container verpackt nach Österreich verschifft werden sollen. Über ein Jahr hatten die Mitarbeiter von Trophäendienste an dem Großauftrag gearbeitet. Im Vordergrund ein Krokodil, welches nach einem jungen Warzenschwein schnappt.

Windhoek – Bei dem Taxidermie-Unternehmen Trophäendienste östlich von Windhoek herrschte in den vergangenen Tagen Hochbetrieb, da der für Dienstag bestellte Container am Mittwochvormittag immer noch nicht abgeliefert worden war und die Mitarbeiter weder die für Österreich bestimmten Ganzpräparate verpacken noch ihrer geregelten Arbeit nachgehen konnten. „Die Angestellten können nicht an einer Schultermontage arbeiten, auf halbem Wege aufhören weil der Container gepackt werden muss. Deshalb hängen wir alle mehr oder weniger hier herum und warten“, sagte der Eigentümer des Unternehmens, Manfred Gorn. Neben der sechs Meter hohen Vollmontage einer Giraffe wurden auch Ganzpräparate von einem Hartmanns-Zebra, einer Braunen Hyäne, einem Ellipsen-Wasserbock, einem schwarzen Springbock, einem Karakal, einem Pavian, einem Kaffernbüffel, Steinböckchen, Warzenschweinkeiler, Afrikanische Wildkatze, Kaphase, Oryxantilope, Kronenducker, Streifengnu, Kuhantilope, Weißschwanzgnu, Blessbock, Schabrackenschakal, Löffelhund, Impala, Kudu, Schuppentier, Elenantilope, Klippspringer und Damara-Dik-Dik angefertigt. Das Glanzstück sei Manfred Gorn zufolge ein Krokodil welches nach einem jungen Warzenschwein schnappt. Auch ein Leopard mit seiner Beute, einem Steinböckchen, auf einem trockenen Baum, sei wie ein Gepard der einen Springbock jagt, eine besondere Herausforderung gewesen. Über ein Jahr hätten zahlreiche Mitarbeiter an den verschiedenen Präparaten gearbeitet.

Den Großauftrag hatte Gorn von Josef Scherzer, dem Inhaber des Alpen-Wildpark Feld am See in Kärnten in Österreich, erhalten (AZ berichtete). „Einige Tiere, wie beispielsweise eine Pferdeantilope konnten wir leider nicht bekommen, aber die meisten Antilopen oder Säugetiere die auf der Bestellung waren, werden nun geliefert“, sagte Gorn. Ein Teil der präparierten Tiere sei in Kartons verpackt worden, aber viele würden am Boden des Containers festgeschraubt und anschließend, vor allem der Kopf, zum Schutz nochmals eingepackt. Es sei der bisher größte Einzelauftrag für sein Unternehmen gewesen, sagte Gorn, der das Unternehmen seit 1986 leitet. „Wir haben Josef Scherzer einen besonders guten Preis geboten und alle Tiere wurden in Namibia als Trophäentiere erlegt, einige von Scherzer selbst“, sagte Gorn.

Der Container soll auf einem Schiff am 21. dieses Monats den Walvis Bay-Hafen verlassen und am 7. Januar des nächsten Jahres in Bremerhaven ankommen. Von dort aus wird die wertvolle und einmalige Fracht aus Namibia zum Afrika-Haus in Kärnten/Österreich transportiert, wo sie im Alpen-Wildpark vermutlich Ende Januar 2009 ankommen werde.

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"Oberösterreichische Nachrichten" vom 10.11.2008

Kormoran-Jagd an Schlafplätzen bei unserem Nachbarn bald erlaubt 

LINZ. Was im deutschen Thüringen künftig erlaubt ist, würde bei uns wohl noch einen Aufschrei der Tierschützer auslösen: der Abschuss von Kormoranen in Schutzgebieten und an ihren Schlafplätzen.

Mit einer Tagesration Fisch von bis zu einem dreiviertel Kilo zählt der Kormoran bekanntlich zu unseren fleißigsten Anglern. Weil sich der Kormoranbestand in den vergangenen fünf Jahren vervierfacht hat, geht es dem schwarzgefiederten Fischräuber im deutschen Thüringen nun schwer an den Kragen: Anfang nächsten Jahres soll eine Verordnung in Kraft treten, die die Jagd auf die Vögel auch in Schutzgebieten und an ihren Schlafplätzen erlaubt.

"Nicht, dass wir das auch wollen", betont Landes-Fischermeister Karl Wögerbauer, "aber es zeigt, dass wir keineswegs die strengste Regelung haben, obwohl wir auch einen sehr starken Zuzug der Kormorane aus Deutschland verzeichnen."

Selbst innerhalb von Österreich wird gegen den Kormoran mancherorts viel schärfer geschossen als in Oberösterreich: Um die massiven Schäden durch den Fischjäger in den steirischen Fischgewässern in Grenzen zu halten, darf jetzt an den meisten steirischen Flüssen und Teichanlagen zwischen Oktober und März ohne jegliche Zählung und Begrenzung der Anzahl der Vögel der Kormoran abgeschossen werden.

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orf.at vom 07.11.2008

Hirsche setzen Hüttschlager Bergwald zu

In Hüttschlag (Pongau) gibt es große Probleme mit Hirschen, die teils schwere Verbissschäden im Bergwald anrichten. Bauern, Waldbesitzer, Jäger, Förster und Experten der BH treffen sich am Freitag, um mögliche Lösungen zu diskutieren.              
                
Einheimische füttern Hirsche an

Bei den Landesbehörden heißt es, dass möglicherweise zwei aus einem Gehege entwichene Zuchthirsche für den massiven Verbiss in Hüttschlag verantwortlich sind.
Zudem würden wilde Hirsche von den Bergen kommen, weil einige Einheimische immer wieder Essensreste am Dorfrand verteilen würden, um die Hirsche zutraulich zu machen.

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"Kleine Zeitung" vom 05.11.2008

Tierschützer störten Treibjagd 

Angeblich Schüsse auf Zuchtfasane. Polizei ermittelt.

HART-PURGSTALL. Am Wochenende gerieten in der Steiermark wieder einmal Jäger und Tierschützer aneinander. Aktivisten des "Vereins gegen Tierfabriken" (VGT) störten am Allerseelentag in Hart-Purgstall bei Graz eine Treibjagd auf Fasane. Der VGT wirft den Jägern illegale Praktiken vor: Zuvor in einer Voliere gehaltene Zuchtfasane seien nur zum Abschuss freigelassen worden. Als dann die Tierschützer auftauchten, hätten die Jäger auch in ihre Richtung geschossen. Bei der Polizei Eggersdorf bestätigte man den Vorfall und eine Anzeige der Tierschützer gegen die Jäger. Noch seien aber Ermittlungen im Laufen - auch im Zusammenhang mit einem Vorfall in der Vergangenheit. Die Jägerschaft, die ihrerseits rechtliche Schritte gegen die Tierschützer überlegt, wollte sich auf Anfrage der Kleinen Zeitung nicht äußern. Schon im Herbst 2005 hatte der VGT Treibjagden im Bezirk Weiz sabotiert.

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noen.at vom 29.10.2008

Schicksal der Biberfamilie in Eggendorf ist ungewiss 

EGGENDORF IM THALE / Wie viele Tiere derzeit noch leben, ist fraglich. Ob die Nager die nächsten Monate überleben, entscheidet demnächst die NÖ Landesregierung.

Im Göllersbach in Ortsnähe hatte sich ein Biber angesiedelt. Schon damals machten sich Anrainer Sorgen, dass es auf Grund des Biberdamms zu Überschwemmungen im Ortsgebiet kommen könnte. Mittlerweile sind nach Beobachtungen vier Biber vor Ort. Sie sollen jetzt „entfernt“ werden. Grüne-Gemeinderat Dr. Oskar Luger ist empört.
Seit dieser Zeit haben die Tiere „immer mehr Unheil angerichtet“, so Ortsvorsteher Josef Travnitschek. Denn die Biber durchbohren die Böschung in der Nähe das Kanalsystems. Dadurch entstand die Befürchtung, dass ein Kanalrohr einbrechen und dadurch der Göllersbach verunreinigt werden könnte. Dies sind, wie Ortsvorsteher Travnitschek anmerkt, die Befürchtungen der Bevölkerung.

So wurde eine Ortsversammlung einberufen, um über den Verbleib der Tiere zu diskutieren. Wichtige Diskussionsteilnehmer, wie der für den Wald zuständige Stadtrat Manfred Weigel oder StR Erwin Bernreiter, der für die Bachbette zuständig ist, haben gar nicht bzw. zu spät von dieser Versammlung erfahren.
Luger wirft dem Umweltstadtrat Leopold Hofbauer vor, „durch Abwesenheit geglänzt zu haben“. „Wäre meine Anwesenheit notwendig gewesen, dann wäre ich sicherlich zur Versammlung gekommen“, entgegnet Hofbauer.

Bei der Ortsversammlung wurde beschlossen, die Tiere schnellstmöglich aus dem Weg zu räumen. Und nun scheiden sich die Geister. Von Luger erfuhr die NÖN, dass angeblich drei der vier Biber, die im Göllersbach zwischen Kleinstetteldorf und Eggendorf im Thale leben, erschossen worden seien. Der Vierte befinde sich noch auf der Flucht. „Ich weiß das aus sicherer Quelle“, bekräftigt Luger.

Tiere werden gefangen und abgesiedelt – oder getötet
Die NÖN konfrontierte Ortsvorsteher Travnitschek mit diesen Vorwürfen. „Das ist ein Blödsinn, da haben Sie eine falsche Information. Die Tiere leben derzeit noch im Göllersbach“, betont der.
Laut Travnitschek wurde bei der Ortsversammlung beschlossen, die Tiere mit Fallen einzufangen und dann „abzusiedeln, wenn sie jemand will“. Oder sie werden getötet. Doch all dies kann erst nach einem Bescheid der Landesregierung geschehen, der an die Stadtgemeinde Hollabrunn ergeht. „Das wird rund ein bis zwei Monate dauern“, so der Ortsvorsteher. Erst als letzte Maßnahme werde der Biberdamm weggeräumt und auch einige Bäume entfernt, um zu verhindern, dass sich wieder Biber dort ansiedeln.

Bei einem Lokalaugenschein konnte sich die NÖN davon überzeugen, dass zumindest ein kleiner Biber noch am Leben ist. Denn dieser sprang noch vergnügt in den Göllersbach. Der Damm ist nur noch teilweise vorhanden. Spuren weisen jedoch darauf hin, dass bereits versucht wurde, die Dämme und auch die unterirdischen Gänge von Menschenhand bzw. durch Baggerschaufeln zu zerstören.
Über Biberleben oder -tod in Eggendorf hat nun, so scheint‘s, die Landesregierung zu entscheiden.

Biber-Gesetz

- Seit 31. Mai 2007 steht fest: Wenn Biber zu große Schäden anrichten, dürfen sie, eine Genehmigung des Landes vorausgesetzt, gefangen werden. Zuvor war eine Studie zum Erhaltungszustand der Biberpopulation in Auftrag gegeben worden. Diese kam zu dem Schluss, dass die Art in NÖ gesichert ist und somit eine Grundvoraussetzung dafür erfüllt ist, um in die Population der streng geschützten Tiere eingreifen zu können.
- In konkreten Fällen, etwa wenn Gefährdungen für Menschen bzw. Hab und Gut zu befürchten sind, können seit 1. September 2007 vom Land Ausnahmegenehmigungen zum Biberfang mittels Kasten- oder Röhrenfallen durch Jagdberechtigte erteilt werden. Sofern keine andere Lösung für den Verbleib der gefangenen Biber möglich ist, müssen diese möglichst schmerzfrei getötet werden.

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"Kleine Zeitung" vom 29.10.2008

Tierquälerei: Täter schoss auf Katze 

RADENTHEIN. Mit einer derzeit noch unbekannten Schusswaffe schoss ein unbekannter Täter am Montag zwischen 13 und 16 Uhr im Bereich von Radenthein auf die ungefähr ein Jahr alte Katze einer 50-jährigen Lehrerin aus Radenthein. Die Katze wurde dabei schwer verletzt. Sie wird derzeit laut Polizei in einer Tierklinik behandelt. Die Tat wurde von der Besitzerin des Tieres erst gestern angezeigt. Die Polizeiinspektion Radenthein ersucht um Hinweise aus der Bevölkerung.

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"Kleine Zeitung" vom 27.10.2008

Für Moritz und Djuro tickt die Uhr 

Die beiden Bären sind die letzten ihrer Art, die noch in Österreich leben. Pläne für neue Auswilderungen stoßen auf den Ärger vieler Bauern. Anders die Lage im kleinen Slowenien, wo es rund 500 dieser Tiere gibt.

Sie fristen ein einsames Dasein. Mit seinen 19 Lenzen am pelzigen Buckel streift Braunbär Djuro durch die Wälder des Ötschergebiets, tappt dann und wann in eine Bären-Fotofalle oder hinterlässt seine Spuren am weichen Erdboden. Sein siebenjähriger Sohn Moritz hat sich ins Dachsteingebiet zurückgezogen. Dort macht er vor allem deshalb von sich reden, weil ihn örtliche Landwirte beharrlich beschuldigen, Dutzende Schafe gerissen zu haben.

Einen eindeutigen Beweis für die Schuld des Bären gibt es bislang nicht (wir berichteten). Die Bärenexperten der Länder halten es zwar für prinzipiell möglich, dass Moritz im Stil des einstigen "Problembären" Bruno Schafe reißt, allerdings für nicht sehr wahrscheinlich. Zu willkommen sei der Bär als Sündenbock, wenn Schafe aus anderen Gründen abhanden kommen. Viel eher verwundert die Fachleute, dass es in Österreich wegen der letzten zwei verbliebenen Bären so viel Aufsehen gibt, während etwa das viel kleinere Slowenien mehr als 500 dieser Tiere in seinen Wäldern beherbergt.

Der südliche Nachbar hat dafür ein durchorganisiertes Management, das sich bemüht, den Braunbärenbestand zu erhalten. "Die Leute hier akzeptieren die Bären, niemand will sie loswerden", sagt Janez Kastelic vom slowenischen Umweltministerium. Diese Einstellung sei die Voraussetzung, dass das Zusammenleben mit den Tieren funktioniere.

Schäden werden ersetzt

Schafe werden von den Braunbären - die sich sonst fast ausschließlich vegetarisch und von Kleingetier ernähren - dann und wann auch in Slowenien gerissen. Die Schäden, sagt Marko Jonozovic von den slowenischen Nationalforsten, hielten sich aber in Grenzen. "Die Schafherden sind gut bewacht, wenn es dennoch Zwischenfälle gibt, werden die Schäden vom Staat ersetzt."

So funktioniert das auch in Österreich. "Wir hatten pro Jahr immer zehn- bis zwanzigtausend Euro Schadenssumme. Das waren vor allem Plünderungen von Rapsöl und Bienenstöcken", sagt Bärenanwalt Jörg Rauer. Da es nun aber nur noch zwei verbliebene Bären im Land gibt, fordern der WWF und das österreichische Bärenmanagement die Auswilderung neuer Tiere. Zuständig dafür wären die Bundesländer. Das Problem: Während sich Oberösterreich bereit erklärt hat, seinen Teil an insgesamt zehn neuen Bären beizutragen, halten sich Niederösterreich und die Steiermark zurück.

Wie die steirische Jägerschaft will auch Umweltlandesrat Manfred Wegscheider (SPÖ) vorerst lieber abwarten, bis das rätselhafte Verschwinden der übrigen österreichischen Bären geklärt ist. "Eine lückenlose Aufklärung ist aber ein Ding der Unmöglichkeit", kritisiert der WWF-Bärenexperte Christoph Walder.

Und dann sind da noch die Landwirte, die sich aus Angst um ihr Vieh teils massiv gegen eine neuerliche Bestandsstützung aussprechen. Für Walder jedenfalls steht fest: "Warten wir noch lange, stirbt der Braunbär bei uns zum zweiten Mal aus."

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"Kleine Zeitung" vom 27.10.2008

"Das wäre eine Riesenblamage"

INTERVIEW - WWF-Bärenexperte Christoph Walder will rasche Bestandsstützungen.

Herr Walder, warum soll es bei uns neue Bären geben?

CHRISTOPH WALDER: Zum ersten gibt es eine EU-Richtlinie, die vorschreibt, dass alle vorhandenen Arten in einem günstigen Erhaltungszustand bleiben müssen. Dafür hat der Staat zu sorgen. Wenn ich jetzt nur noch zwei Männchen habe, brauche ich nicht lange zu diskutieren, was zu tun ist. Zudem läuft Österreich Gefahr, das erste Land zu sein, in dem eine Art zum zweiten Mal ausstirbt. Für ein Umweltmusterland wäre das international eine Riesen- blamage.

Die steirische Politik will vor einer Entscheidung lieber abgeklärt haben, wohin unsere Bären verschwunden sind.

WALDER: Auch das ermittelnde Bundeskriminalamt wird das nicht restlos klären. In einem Fall ist ja ein illegaler Abschuss bewiesen.

Wer garantiert aber, dass die neu angesiedelten Bären nicht abermals verschwinden?

WALDER: Wir würden diesmal natürlich alle Bären besendern. Außerdem haben wir aus unseren Fehlern gelernt. Es gibt heute ein gut organisiertes Bärenmanagement mit Eingreiftruppe, wenn es wo Schwierigkeiten gibt. Außerdem: Als wir in den Achtzigern die ersten Auswilderungen gemacht haben, war die Population, mit der wir gestartet sind, zu klein.

Genügen zehn neue Bären ?

WALDER: Das würde reichen, um einen neuen Bestand aufzubauen. Auch im Trentino hat man vor zehn Jahren zehn Bären ausgewildert. Heute hat man etwa 30.

Gäbe es in Österreich dafür genügend Wildraum?

WALDER: Untersuchungen zeigen, dass in den Ostalpen Raum für 700 bis 1100 Bären wäre. Natürlich wollen wir nicht so viele Tiere. Die Frage ist, wie viel Raum es in den Köpfen der Menschen gibt.

Wie schätzen Sie die Stimmung unter den Menschen ein?

WALDER: Eine von uns in Auftrag gegebene Umfrage hat zu unserem eigenen Erstaunen ergeben, dass 77 Prozent der Menschen in den betroffenen Regionen gerne weitere Bären hätten. So eine Unterstützung ist wichtig. Wir wollen nicht, dass die Tiere als WWF-Bären begriffen werden. Die Leute müssen sagen: Das sind unsere Bären.

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noen.at vom 27.10.2008

Das Schweigen der Jäger 

BÄRENSCHWUND / Der WWF warnt vor dem Aussterben der Braunbären. Landesrat Plank hört in die Region hinein. Die Polizei legt Bericht vor: „Mauer des Schweigens in der Jägerschaft.“

In die Bären-Causa kommt Bewegung. Wie die NÖN erfuhr, ließ Naturschutz-Landesrat Josef Plank in den vergangenen Wochen die Stimmung in den betroffenen Bezirken ausloten. Der Hintergrund: Der WWF (World Wildlife Fund) will zehn slowenische Braunbären in den Nördlichen Kalkalpen wieder ansiedeln. Drei bis vier Tiere sollen im Ötschergebiet ausgesetzt werden, in dem derzeit nur mehr der 19-jährige „Djuro“ seine Runden zieht.

Polizei stieß bei Ermittlungen auf Mauer des Schweigens 

„Die Rückmeldungen gehen quer durch den Gemüsegarten. Eine militante Ablehnung gibt es aber nicht“, fasst Landesrat Plank zusammen. Eine Wiederansiedelung mache aber erst Sinn, „wenn alle Betroffenen in das Projekt einbezogen werden“.

Ungewiss ist weiterhin, wie es zu dem starken Bärenschwund kam. Von den 31 in Österreich geborenen Bären kamen laut WWF 23 auf ungeklärte Weise abhanden. Die Ermittler des Landes- und Bundeskriminalamts haben inzwischen ihren
Bären-Bericht“ fertig gestellt. Auf 27 Seiten listen sie ihre Erkenntnisse über mögliche illegale Abschüsse auf.

Die Ermittlungen seien nicht einfach gewesen, sagt Josef Friedl, Chef der Umweltgruppe des Landeskriminalamts:
Wir sind speziell in der Jägerschaft auf eine Mauer des Schweigens gestoßen.“ Auch aus der Bevölkerung habe es wenige Hinweise gegeben. In die Erhebungen waren bis zu zehn Polizeibeamte eingebunden. Friedl: Wir haben zwei Schwerpunkt-Aktionen in der Region durchgeführt.“ Es gab auch freiwillige Nachschauen.

Die Ermittler stießen dabei zwar auf etwa 20 Bärentrophäen, diese stammten aber mit einer Ausnahme
dem Fund eines Ötscherbären-Jahrlings im Bezirk Lilienfeld aus Ländern wie Kanada oder Rumänien: Das ließ sich aus DNA-Spuren oder Papieren nachvollziehen.“ Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft ruhen derzeit die Ermittlungen. Bei konkreten Hinweisen werden sie wieder aufgenommen.

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"Österreich" vom 27.10.2008

Ziel verfehlt: Drei Verletzte nach Jagdunfällen

Zu drei Jagdunfällen kam es am Wochenende bei Treibjagden - die Polizei ermittelt. 

Engelbert B. (66) hat es am schlimmsten erwischt. Der passionierte Jäger wurde am Samstag bei einer Wildschwein-Treibjagd selbst zur Zielscheibe. "Es fielen vier Schüsse und plötzlich sackte er am Feld zusammen", so die Polizei, die jetzt zunächst einmal recherchieren muss, wer von den vier Schützen statt des wilden Schweines das Knie getroffen hat. Hans Münzker, der Leiter der Treibjagd, ist einer der Verdächtigen: "Es ist mir so peinlich, dass das passiert ist, auch mir wurde das Gewehr abgenommen", so Münzker im Gespräch mit ÖSTERREICH.

Abgelenkt

Doch der Schuss ins Knie war nicht die einzige Zielverfehlung der niederösterreichischen Jagdgesellschaften am Wochenende. Auch bei zwei Hasenjagden erwischten Schrotkugeln die Jäger statt der Hasen. Einmal in Schrattenberg, wo einem Jäger in beide Unterschenkel geschossen wurde - auch er liegt im Krankenhaus Mistelbach. Und ein Opfer musste eine Jägerin in Poysdorf verzeichnen. Ihre Schrotkugeln wurde durch einen Eisensteher abgelenkt und trafen einen 35-jährigen Jäger, der im Weingarten stand. Er hatte aber als Einziger Glück und nur ein paar blaue Flecken.

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orf.at vom 25.10.2008

Wildschweinjagd: Mann von Kugel getroffen

Ein 66-jähriger Mann ist am Samstagnachmittag bei einer Wildschweinjagd im Bezirk Gänserndorf von einer Kugel getroffen worden und verletzt zusammengebrochen. Wer den Schuss abgegeben hatte, stand vorerst noch nicht fest.

66-Jähriger brach plötzlich zusammen

Nach Angaben der Polizei war die Jagdgesellschaft in der Gemeinde Spannberg unterwegs. Der auf einem Acker stehende 66-Jährige brach plötzlich zusammen. Er erlitt einen Streckschuss im rechten Knie und musste ins Krankenhaus Mistelbach eingeliefert werden.

Insgesamt sollen bei der Jagd vier Schüsse gefallen sein. Wer jenen Schuss abgegeben hatte, der den 66-Jährigen traf, steht noch nicht fest.

Die Polizei beschlagnahmte vorerst drei Jagdwaffen. Das Geschoß wird nach einer operativen Entfernung ebenfalls von der Polizei untersucht und soll Aufschluss darüber geben, wer den Schuss auf den 66-Jährigen abfeuerte.

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"Süddeutsche Zeitung" vom 23.10.2008

Braunbären in Österreich - Ausgebrummt 

Wo sind sie hin? In Österreich drohen die Braunbären zum zweiten Mal auszusterben. Auch weil Gegner die Ansiedlung neuer Tiere blockieren. Der Braunbär ist bei Bauern und Jägern als Wilderer verschrien.

Nein, es hängt kein Bärenhaar in dem Stacheldraht, der in einem Bergwald in der Steiermark zwischen drei Fichten aufgespannt ist, da kann Jörg Rauer die Haarfalle noch so genau untersuchen. Und der Plastikkübel mit Mais, der mitten im Zaundreieck hoch oben an einem Stamm befestigt ist, ist unberührt.

"Wäre Djuro da gewesen, sähe das anders aus", sagt Rauer. "Zumindest den Maiskübel hätte er mit einem Prankenschlag vom Baum gerissen." Außerdem hätte Djuro eben beim Sprung über den Stacheldraht das eine oder andere Haarbüschel hinterlassen.

Dann hätte Jörg Rauer, 51, Biologe und Bärenexperte, den Beweis, dass es Djuro gutgeht. Die letzte Spur des 19 Jahre alten Bären wurde im August gefunden - ebenfalls an einer Haarfalle. Seither fährt Rauer regelmäßig all die Orte in den Bergwäldern in Niederösterreich und der Steiermark ab, an denen Djuro umherstreifen soll, und hofft auf ein neues Lebenszeichen.

Das Weibchen Elsa: vermisst

Es ist schlecht bestellt um die Braunbären in Österreich. Noch vor zehn Jahren waren in den Revieren rund um den 1893 Meter hohen Ötscher wenigstens zwölf Exemplare der mächtigsten Raubtierart Europas unterwegs.

Seit 1972, dem Jahr, in dem nach mehr als 130 Jahren erstmals wieder ein Bär aus Slowenien nach Österreich zugewandert ist, konnte Rauer in der ebenso weitläufigen wie dünn besiedelten Bergregion sogar 35 Braunbären nachweisen. Manche Artenschützer frohlockten schon, die Population habe sich stabilisiert.

Das ist Vergangenheit. "Jetzt wissen wir nur noch von zwei Männchen", sagt Christoph Walder, Chef des Bärenschutz-Projekts, das die Naturschutzorganisation WWF in Österreich betreibt. "Eben von Djuro und von Moritz, einem siebenjährigen Abkömmling von Djuro, der im Salzkammergut lebt."

Elsa, das letzte Weibchen, wird seit mehr als einem Jahr vermisst. Es wäre eine Sensation, wenn sie noch lebte. Nur im Grenzgebiet zwischen Kärnten, Slowenien und Italien sollen noch einige Bären umherstreifen.
Wie viele es aber sein könnten und ob sie tatsächlich Reviere besetzt haben, ist völlig unklar.

Sollten Djuro und Moritz nicht bald auf gebärfähige Weibchen treffen, ist das erneute Verschwinden der Braunbären aus den nördlichen Kalkalpen so gut wie sicher. Auch weil Djuro bereits ein älterer Herr ist, der nicht mehr allzu viele Jahre vor sich haben dürfte.

"Dann wäre Österreich das erste Land in Europa, in dem eine Tierart zum zweiten Mal ausstirbt", sagt Walder. In Zeiten, in denen alle Welt gegen den Artenschwund ankämpft und sich auch Österreich verpflichtet hat, ihn bis 2010 wenigstens zu stoppen, wäre das ein denkbar schlechtes Signal.

Zumal Braunbären nicht erst seit Brunos Marsch durch Bayern und Tirol so viel Sympathie genießen wie sonst vielleicht nur Eisbären wie Knut.

Damit die österreichischen Bären kein zweites Mal aussterben, hat der WWF eine Kampagne gestartet. Das Konzept ist denkbar einfach. 300 Kilometer entfernt von Österreichs verwaisten Revieren, im südlichen Slowenien, in dessen einzigartigen Buchen- und Tannenwäldern noch einige hundert Braunbären leben, sollen ein paar eingefangen und nach Norden exportiert werden.

Solche Wiederansiedlungen sind nicht neu. Schon in den neunziger Jahren hat der WWF Bären aus Slowenien und Kroatien nach Österreich geholt.

Allerdings waren es damals nur drei. Diesmal sollen es zehn sein - verteilt auf drei Jahre. "Damit hätten wir einen Grundstock, damit unsere Population binnen zehn Jahren auf eine stabile Größe von 50 bis 70 Stück steigt", sagt Walder. "Im Adamello-Nationalpark im italienischen Trentin hat man es auch so gemacht und war sehr erfolgreich."

Doch in Österreich kommt der WWF nicht voran. Zwar sind fast drei Viertel der Bevölkerung für die Wiederansiedlung. Und mit den Bundesforsten, der Stadt Wien und dem Land Oberösterreich hat der WWF eine mächtige Bärenallianz geschmiedet, die unermüdlich für die Wiederansiedlung wirbt.

Aber in Niederösterreich und der Steiermark, den beiden entscheidenden Regionen, dreht sich die Debatte im Kreis. Vor allem die Landwirte und Jäger wollen nichts von den Raubtieren wissen. Auch wenn sie offiziell sagen, dass die Braunbären "natürlich eine wichtige Bereicherung der Artenvielfalt wären", wie das dieser Tage der Jägerfunktionär Harald Lasinger wieder getan hat, dessen Revier mitten in Djuros Streifgebiet liegt. Dennoch blockieren sie die Wiederansiedlung.

Ein Konkurrent für die Jäger

Die Landwirte fürchten um ihre Kühe und Schafe auf den Weiden. Für die Jäger ist der Bär nach wie vor ein Konkurrent im Revier - wenngleich das keiner zugibt. Jedoch halten sich hartnäckig Gerüchte, dass aus genau diesem Grund die meisten Bären keinesfalls eines natürlichen Todes gestorben, sondern bei Nacht und Nebel gewildert worden sind.

Die Gerüchte sind sogar so hartnäckig, dass das österreichische Bundeskriminalamt eine Sonderkommission gebildet hat. Tatsächlich haben die Polizisten im Hause eines Jägers einen fein säuberlich präparierten Jungbären gefunden. Wie er zu Tode kam, konnten die Fahnder freilich nicht gänzlich ermitteln. Der Jäger war bereits gestorben.

So sehr sich die Artenschützer seither in ihrem Verdacht bestätigt fühlen, so brüskiert geben sich die Jäger. "Denn von uns", so der Jägerfunktionär Lasinger in inbrünstiger Empörung, "würde doch keiner auf einen Bären schießen - diese Vorwürfe lassen wir nicht auf uns sitzen." Deshalb machen Lasinger und seine Kollegen "die lückenlose Aufklärung des Bärenschwunds" zur Bedingung für ihre Zustimmung zu dem WWF-Projekt - wohl wissend, wie WWF-Mann Walder sagt, dass sie nicht erfüllt werden kann.

"Denn dafür bräuchten wir ja zumindest die Überreste aller Bären, und die haben wir ja nur in diesem einen Fall. Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht. Denn die Landesregierungen von Niederösterreich und der Steiermark, die die Wiederansiedlung beschließen müssen, werden das nicht ohne Zustimmung der mächtigen Jagdverbände und Landwirtschaftskammern tun.

Der Bärenexperte Jörg Rauer fährt derweil die Haarfallen in den einsamen Bergwäldern der Ötscher-Region ab und sucht weiter nach einem Lebenszeichen von Djuro. "Ansonsten", so sagt er, "kann man nur hoffen, dass der Bär in Österreich eine Zukunft kriegt."

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noen.at vom 21.10.2008

Neue Bären: „Dieses Mal soll es wirklich klappen“ 

Lokalaugenschein bei Meister Petz: Die NÖN begab sich mit dem WWF auf die Suche nach Bär Djuro“.

Donnerstag, 11.30 Uhr, in einem Wald in Gußwerk. Ein Dutzend Journalisten begibt sich auf Bärensuche. Vergeblich: Der letzte verbliebene Ötscherbär, der 19 Jahre alte Djuro“, lässt sich nicht blicken. Auch das leckere Mais-Gemisch, das auf einem Baum angebracht ist und ihn zur Haarfalle locken soll, hat er nicht angerührt. Djuro“ braucht dringend weibliche Gesellschaft, sagt Bärenanwalt Jörg Rauer.
Sonst stirbt der Bär in Österreich ein zweites Mal aus. Die NÖN hat die wichtigsten Fragen zur Bären-Wiederansiedelung zusammengefasst.

1. Wie viele Bären gibt es noch im Ötschergebiet?

Djuro“ ist seit dem Vorjahr im steirisch-niederösterreichischen Grenzgebiet Alleinunterhalter. Der slowenische Bär wurde im Jahr 1993 ausgewildert, um den 1972 selbstständig zugewanderten Ötscherbären zur Seite zu stehen. Djuro“ pflanzte sich in Österreich eifrig fort (23 Nachkommen). Heute streift im Salzkammergut lediglich noch Sohn Moritz“ umher. Zum Vergleich: 1999 waren es zwölf Bären.

2. Wie viele Tiere sollen ausgesetzt werden?

Der WWF fordert die Wiederansiedelung von zehn Bären aus Slowenien. Jeweils drei bis vier Tiere sollen in Niederösterreich (Ötscherregion), Steiermark (Naturpark Gesäuse) und Oberösterreich (Naturpark Kalkalpen) ausgesetzt werden.

3. Warum hat es beim ersten Mal nicht geklappt?

Dafür gibt es laut WWF mehrere Gründe. Der Kardinalfehler lag laut WWF darin, dass nur drei der vorgesehenen zehn Bären ausgewildert wurden (der Nachschub stockte durch die Kriegswirren in Jugoslawien). So stand die Population von Anfang an auf wackligen Beinen. Hinzu kam Problembär
Nurmi“, der im Jahr 1994 die positive Bärenstimmung kippen ließ. Ein weiterer Grund für das Scheitern könnten illegale Abschüsse sein (von 31 in Österreich geborenen Bären sind 23 auf ungeklärte Weise verschwunden). Der WWF gesteht aber auch: Wir haben selbst viele Fehler gemacht.“ So habe man zu wenig den Kontakt zu den Menschen vor Ort, zu Jägern und Landwirten gesucht.

4. Wie hoch sind die Kosten für das Projekt?

Ein slowenischer Bär würde um etwa 10.000 Euro zu haben sein. Hinzu kommen Kosten für das Bärenmanagement - derzeit 90.000 Euro pro Jahr.

5. Was spricht für eine Wiederansiedelung?

Der Bär ist eine in Mitteleuropa heimische Tierart. Österreich hat sich zudem im Rahmen der weltweiten Initiative
Countdown 2010“ zum Schutz gefährdeter Arten verpflichtet. Einen weiteren Grund nennt Harald Lasinger, Bezirksjägermeister-Stellvertreter in Bruck/Mur: Der Bär ist eine Bereicherung für unsere Natur. Wir Jäger müssen aber eingebunden werden.“

6. Was spricht gegen das neue Projekt?

Es gibt keine gesicherten Informationen, warum es zum Bärenschwund kam. Kennt man die Gründe nicht, so könnte die Ansiedelung erneut scheitern.

7. Welche Schäden richtet der Bär an?

Heuer wurden Bärenanwalt Rauer zwei Schäden gemeldet (
Djuro“ stürmte Bienenhütten in Hollenstein). Problembär Nurmi“ brachte es im Jahr 1994 auf 150 Schadensfälle.

8. Wie geht es weiter in Sachen Ötscherbär?

Über eine Ansiedelung entscheiden die Länder. Oberösterreich gab grünes Licht, NÖ und Steiermark warten derzeit ab.

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"Kronenzeitung" vom 17.10.2008

Stillstand bei Bärenprojekt: Nachbarländer spreizen sich

Oberösterreichs "Moritz" weiter Single

Schwer enttäuscht gingen Oberösterreichs Bärenanwalt Walter Wagner und Christoph Walder vom WWF nach einem Treffen mit den Nachbarbundesländern Niederösterreich und Steiermark nach Hause: Erneut gab es keine Einigung darüber, ob Braunbären aus Slowenien bei uns angesiedelt werden dürfen.

Unser Bär "Moritz" wird wohl doch länger Single bleiben als geplant. Schon nächstes Jahr hätten theoretisch Bärinnen aus Slowenien für ihn umgesiedelt werden können - dort gibt es sie im Überfluss. Doch Oberösterreichs Nachbarländer spreizten sich beim Koordinierungsgespräch in Wien: "Es gab kein klares ,Ja, aber auch kein ,Nein. Bis sich unsere Nachbarn entschieden haben, sind die letzten beiden Braunbären bei uns verschwunden", ist Projektleiter Christoph Walder enttäuscht, "Wir hätten uns mehr erwartet als ein paar Sonntagsreden."

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nachrichten.at vom 06.10.2008

Ist Moritz doch kein „Schafkiller“? 

DACHSTEIN. Wie es aussieht, ist Braunbär Moritz doch kein „Schafkiller“. Zumindest nicht im großen Stil. 23 vermisste Schafe am Dachstein wurden dieser Tage wiederentdeckt und mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen.

Wie Land&Leute berichteten hatten Schafzüchter südlich und nördlich des Dachsteins Moritz für das Verschwinden ihrer Tiere verantwortlich gemacht. Doch dieser Verdacht löst sich zunehmend auf: Die 23 Tiere, die jetzt entdeckt wurden, hatten sich im unwegsamen Gelände am Dachsteinplateau nur verstiegen.

Als Verdachtsmoment bleiben allerdings noch mehrere Funde von Schafsknochen auf der Hochebene. Warum diese Tiere verendet sind, kann bisher niemand sagen. Bisswunden, die auf einen Bären verweisen würden, ließen sich nicht finden, und die DNA-Analyse einer in der Nähe gefundenen Tierlosung (die verdächtig nach Bär aussieht) steht noch aus.

Aus Kostengründen lässt man bis zu einer Untersuchung mehrere Proben zusammenkommen.

Für Bärenanwalt Walter Wagner steht nach dem Auftauchen der vermissten Schafherde jedenfalls fest: „Moritz ist kein Schafkiller“. Unterstützt wird er von Franz Hofer vom Referat Schaf/Ziegen in der OÖ.

Landwirtschaftskammer, der Braunbären ebenfalls nicht als große Bedrohung betrachtet. Immer wieder würden Tiere am Dachstein verschwinden, so Hofer. Manche von ihnen würden im Winter von Jägern bei den Wildfutterstellen gesichtet. Laut Bärenanwalt Wagner müssen die Schafbauern am Dachstein auch ohne Bären mit einem Ausfall von rund zehn Prozent rechnen.

Moritz bleibt heuer einsam

Fest steht, dass heuer keine weiblichen Bären mehr ausgesetzt werden.

Die Tiere bräuchten vor dem Wintereinbruch Zeit zum Eingewöhnen, deshalb ist eine Ansiedelung erst im nächsten Jahr möglich. Das Aussetzen von Weibchen ist notwendig, weil Braunbären sonst zum zweiten Mal vor der Ausrottung stehen. Oberösterreichs einziger Braunbär Moritz suchte bislang vergeblich ein Weibchen.

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derstandard.at vom 04.10.2008

Braunbär im Stubaital gesichtet 

Bauer traf bei Suche nach abgängigen Ziegen auf das Tier

Innsbruck - Ein Braunbär ist am Freitagnachmittag im Tiroler Stubaital gesichtet worden. Ein Bauer traf bei der Suche nach abgängigen Ziegen auf das Tier. Mit einer Digitalkamera nahm der Mann die Abdrücke des Bären im Schnee auf. Nach Angaben des Vorstandes der Abteilung Jagd und Fischerei des Landes handle es sich dabei eindeutig um Spuren eines Bären.

"Kein Problem"

Gegenüben über ORF Radio Tirol äußerte Franz Krössbacher die Vermutung, dass es sich um den Bären MJ 4 handle. Dieses Tier wurde zuletzt im Südtiroler Sarntal gesichtet. Der Bär sei vollkommen unauffällig und meide häusliche Bereiche. Wenn es dieses Tier sei, hätte man damit "überhaupt kein Problem" meinte Krössbacher.

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derstandard.at vom 02.10.2008

54-Jähriger bei Jagdunfall ums Leben gekommen

Mit ungesichertem Gewehr von Hochstand gestiegen, dabei löste sich ein Schuss.

Wiener Neustadt  - Ein 54-Jähriger ist am Mittwoch bei einem Jagdunfall in Muggendorf (Bezirk Wiener Neustadt) ums Leben gekommen. Ein Schuss dürfte sich aus dem Gewehr des Mannes gelöst haben, der Niederösterreicher wurde von dem Projektil getroffen und stürzte von einer Leiter zu Boden. Das Opfer war gerade dabei, von einem Hochstand abzusteigen um sich zu einem erlegten Tier zu begeben, als es zu dem Unglück kam.

Der Mann hatte sich am späten Mittwochnachmittag auf den Hochstand begeben, um von dort aus Hirsche zu jagen. Gegen 19.15 Uhr schoss der Mann mit einem Gewehr auf ein Tier. Die Waffe war danach ungesichert, da der Niederösterreicher diese repetiert hatte, um - falls erforderlich - einen zweiten Schuss abgeben zu können.

Das Gewehr sei ungesichert geblieben, als der Mann vom Hochstand absteigen wollte. Er lehnte die Waffe mit dem Lauf nach oben an die Vorderwand des Hochstandes, schulterte seinen Rucksack und stieg auf die erste Sprosse der Leiter. Der Mann habe danach nach dem Gewehr gegriffen, dabei habe sich ein Schuss gelöst. Der Jäger stürzte ab. Zwei Kollegen, die sich in der Nähe befunden hatten, fanden den 54-Jährigen tot vor.

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orf.at vom 02.10.2008

Bei der Jagd an Herzversagen gestorben 

Ein 58-jähriger Zahntechniker aus Kössen ist am Mittwochabend bei einer Jagd im Salzburger Pinzgau an einem Herzversagen gestorben. Seine Leiche musste von der Bergrettung über unwegsames Gelände abgeseilt werden.

Reanimation blieb erfolglos

Der Zahntechniker befand sich am Nachmittag von seinen beiden Jagdkollegen getrennt im Jagdgebiet der Saalforste in Leogang am Vorderscheidegg auf einer Seehöhe von ca. 1.300 Meter.

Gegen 18.45 Uhr hörten seine Jagdkameraden einen Schuss. Nachdem sich der Tiroler nicht mehr bemerkbar gemacht und auch nicht zu seinem Fahrzeug auf den Güterweg zurückgekehrt war, vermuteten die beiden Kollegen vorerst einen Unfall.

Sie verständigten gegen 20.30 Uhr die Bergrettung Leogang und das Rote Kreuz. Schließlich stiegen 15 Bergretter zum vermeintlichen Unfallort auf. Der 58-Jährige konnte dort nach kurzer Suche im Hochwald leblos vorgefunden werden. Der anwesende Arzt konnte trotz versuchter Reanimation nicht mehr helfen und stellte Tod durch Herzversagen fest.

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gmx.net vom 25.09.2008

Wilderer endet in Tirol vor Gericht 

Innsbruck - Weil sich ein 24-jähriger Tiroler der "Abenteuerromantik-Wilderei" hingegeben hatte, musste er sich am Dienstag vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten. Aufgeflogen war der Mann bei einer Fahrzeugroutinekontrolle der Polizei im April dieses Jahres, bei der die Beamten im Kofferraum des 24-Jährigen einen frisch erlegten Birkhahn gefunden hatten

Ein vollinhaltliches Geständnis, die bisherige Unbescholtenheit des Mannes und seine Schadenswiedergutmachung waren für Richterin Verena Offer mildernd zu werten.

Geldstrafe in Höhe von 1.200 Euro

Der Wilderer nahm das Urteil, eine Geldstrafe in Höhe von 1.200 Euro auf drei Jahre Probezeit, an. Zudem erklärte sich der Tiroler damit einverstanden, dass eine bei ihm sichergestellte "Kipplaufbüchse samt Schalldämpfer" und die dazu passende Munition eingezogen werden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Staatsanwalt Thomas Willam erkannte ebenfalls die bisherige Unbescholtenheit des Mannes, sein "lobenswertes Geständnis" und die Wiedergutmachung des durch den geschossenen Birkhahns entstandenen Schadens an, gab aber zu bedenken, dass der Eingriff in fremdes Jagdrecht in Tirol ein "sehr verpöntes Delikt" sei und der Beschuldigte sich immerhin für insgesamt drei Vergehen zu verantworten habe.

Für den Verteidiger des 24-Jährigen, Wilfried Plattner, würden "die Milderungsgründe klar den Erschwerungsgrund überwiegen". Er habe sich auf die "Abenteuerromantik eingelassen" werde die Tat aber keinesfalls wiederholen.

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kleinezeitung.at vom 22.09.2008

Getötete Schafe: Polizei tippt auf Jäger als "Täter" 

Die allein von der Alm heimkehrenden Schafe könnten bei der Jagd gestört haben.

Tödlich endete vergangenes Wochenende der Heimweg für zwei trächtige Schafe in der Gemeinde Lurnfeld. Die 70 Tiere eines 61-jährigen Nebenerwerbsbauers aus dem Ort Premersdorf hatten wie jedes Jahr wenn es kühler wird, selbstständig und ohne Begleitung den Weg von der Alm Richtung heimatlichem Hof angetreten. Dabei mussten sie auch an zwei Hochsitzen vorbei.

Verdacht

"Wir tippen auf einen Jäger, der auf einen Hirsch gewartet und aus Ärger über die plötzlich daherkommenden Schafe geschossen hat", vermutet man am zuständigen Polizeiposten in Möllbrücke. Der Landwirt hatte die toten Tiere mit den Einschusslöchern am Freitag entdeckt und am Sonntag Anzeige erstattet.

Ermittlungen 

Mit den Ermittlungen weitergekommen sei man noch nicht.
Die Projektile wurden bisher nicht gefunden. "Selbst wenn wir sie finden würden, würde uns das kaum weiterhelfen", heißt es am Polizeiposten.

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"Der Standard" vom 22.09.2008

Der Persilschein zur Dezimierung der Seeadler

Wie viel der Tierschutz in Österreich wirklich wert ist, zeigt das Urteil einer Richterin über einen Salzburger Jäger, der nachweislich einen Seeadler (vermutlich sogar noch einen zweiten) abgeschossen hat. Er wurde freigesprochen. Ihre Begründung: Der Greifvogel könnte ein "Ausländer" gewesen sein. Der zuständige Gesetzestext spreche nämlich (in enger Auslegung) vom Tierbestand des Inlandes.

Dieses Urteil kommt zu einem Zeitpunkt, da die Behörden gegen (möglicherweise radikale) Tierschützer mit der Verhängung einer mehrmonatigen Untersuchungshaft vorgegangen sind. Der verdächtige Salzburger Jäger wurde nie inhaftiert. Und die Behörden haben auch anderswo kein gesteigertes Interesse an der Aufklärung von Greifvogel-Tötungen durch das Gift Carbofuran. Es gibt eindeutige Nachweise seitens des WWF, dass Teile der Jägerschaft insbesondere den Seeadler gezielt verfolgen.

Natürlich soll es in der Rechtsordnung weiterhin trotz jüngster Forschungsergebnisse über das "Bewusstsein" von Tieren den eindeutigen Vorrang des menschlichen Lebens geben. Aber eines hat sich geändert: Tiere sind nicht mehr als "Sachen" einzustufen. Jäger (oder Wilderer), die den wertvollen Tierbestand reduzieren, müssten mit gesteigerter Härte verfolgt werden.

Das Salzburger Urteil wirkt deshalb wie ein Persilschein für jene, denen Rote Listen genauso wurst sind wie die Mühen der Wildbiologen, ausgestorbene Arten wieder anzusiedeln. Siehe Bär, siehe Luchs. Siehe gefährdete Adler.

Wie politische Macht, fehlendes Verantwortungsbewusstsein und Einfluss der Jägerschaft ineinandergreifen, zeigt auch die Anwendung der Natura-2000-Regelungen der EU. Im Nordburgenland hat man in einzelnen Gemeinden - offiziell zum Schutz der Großtrappen - weite Gebiete für Radfahrer, Jogger und Reiter gesperrt. Nicht jedoch für Traktoren der Bauern und Jeeps der Jäger. Die seien den Trappen ja gut bekannt, heißt es. Faktum ist jedoch, dass man mittlerweile an Trappen in geringer Entfernung vorbeireiten kann, ohne dass die Vögel wegfliegen. Natura 2000 ist somit ein Vorwand, dass jene Jagdpächter, die den Gemeinden hohe Summen zahlen, tun und lassen können, was sie wollen. Zum Beispiel flächendeckend Fallen aufstellen und Giftköder auslegen zu lassen. Gegen die Beutekonkurrenten. Die Weihen, die Bussarde, die Adler lassen aus dem Jenseits der Fauna grüßen.

Es wäre hoch an der Zeit für die Spitzenfunktionäre der Jägerschaft, ihre beschwichtigende Haltung aufzugeben, durchzugreifen und nicht immer von "schwarzen Schafen" zu reden, die dann plötzlich sogar Autos für Wildschweine halten. Oder irgendwann einen Paragleiter für einen Bartgeier. Die verantwortungsbewusste Jagd ist zu wichtig, als dass man sie Verrückten, Geschäftemachern und Ideologen überlassen sollte. Die Jägerschaft läuft Gefahr, irreparable Imageschäden zu riskieren.

Es gäbe wichtigere "Abschüsse": Zum Beispiel die von Krähen und Elstern, die man mit Ausnahmegenehmigungen der EU dezimieren könnte. Weil sie mittlerweile in vielen Gegenden unseren Singvogelbestand massiv gefährden.

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"Tiroler Tageszeitung" vom 20.09.2008

Jäger benötigte sechs Schüsse für eine Rehgeiß

Nach dem pannenreichen Abschuss einer Rehgeiß gehen in Kappl die Wogen hoch. Auch Arbeiter an der Lawinenverbauung fühlten sich gefährdet.

Kappl -Als in der vergangenen Woche im Bereich von Kappl-Durrich ein Schuss fiel, dachten sich die Arbeiter an der nahe gelegenen Lawinenverbauung nicht viel. Auch ein zweiter Schuss soll gleich darauf aus einer Distanz von etwa 120 Metern vom Gegenhang abgegeben worden sein. Das Zielobjekt, eine Rehgeiß, war aber bei Weitem nicht zur Strecke gebracht, sodass der Waidmann eine Stunde später das verletzte Tier mit einem so genannten Fangschuss erlegen wollte.

Jedoch auch das funktionierte offenbar nicht, denn insgesamt vier Schüsse aus nächster Nähe waren notwendig, um das Wild schließlich zu erlegen.

"Das ist Tierquälerei"

Dem Polier auf der nahe gelegenen Baustelle, selbst Jäger, standen angesichts dieser Situation die Haare zu Berge. Er will namentlich nicht genannt werden, meint aber: "Das hat mit Jagen nichts mehr zu tun. Ich bezeichne das als reine Tierquälerei und fordere den Einzug der Jagdkarte." Mehr als 20 Augenzeugen verfolgten das zweifelhafte Geschehen und sorgten sich nicht zuletzt um die eigene Sicherheit.

"Wir sind nur knapp 100 Meter oberhalb jener Stelle gestanden, wo die Rehgeiß schließlich erlegt wurde. Auch für uns war die Situation nicht ungefährlich", schimpften die Männer.

Jägermeister beschwichtigt

Bezirksjägermeister Hermann Siess erklärte gegenüber derTT: "Der betroffene Jäger hat den Vorfall unverzüglich gemeldet. Tatsächlich ist der erste Schuss von seiner Gattin, ebenfalls Jägerin, abgegeben worden, anschließend wurde versucht, das Tier unverzüglich von den Qualen zu erlösen. Dies ist durch unglückliche Faktoren leider nicht gelungen. Von Tierquälerei kann man aber wohl nur sprechen, wenn Absicht dahintersteckt."

Laut Siess kann eine Gefährdung der Arbeiter weitgehend ausgeschlossen werden. Fehlschüsse kommen zwar immer wieder vor, der Jäger sei aber in vollem Umfang um Schadensbegrenzung bemüht gewesen. Auch von Vertuschung könne keine Rede sein.

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"Kronen Zeitung" vom 18.09.2008

Hetzkampagne der Fischer gegen seltene Gänsesäger

BirdLife und Naturschutzbund kritisieren:

Jetzt reichts den Vereinen BirdLife und Naturschutzbund! Weil der Landesfischereiverband nun auch noch gegen den total geschützten Gänsesäger mobil macht, kontern die Tierschützer: "Unsere Seen und Flüsse dürfen nicht als Fischzuchtanstalten missbraucht werden." Landesweit gibts 80 Gänsesägerpaare - aber 90.000 Fischer!

"Die öffentlichen Gewässer haben vor allem ökologische Funktionen zu erfüllen, wie zum Beispiel die Erhaltung der bedrohten Artenvielfalt - und dazu gehören auch die Fischfresser. Der Landesfischereiverband verhindert mit seinem jahrelangen Kampf gegen Kormoran & Co. dringend notwendige Maßnahmen zugunsten bedrohter Tierarten", ärgern sich BirdLife-Landesleiter Martin Brader und Naturschutzbundobmann Josef Limberger. Endgültig ist ihnen der Kragen geplatzt, als der Landesfischereiverband den seltenen Gänsesäger mit einem Brutbestand von etwa 80 Paaren als "neue Gefahr für die Fischwelt" darstellte, weil auch dieser Vogel gerne Jungfische frisst.

Landesfischer Karl Wögerbauer kontert, ohne Zuchtfische wären die Gewässer leer.

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"Niederösterreichische Nachrichten" vom 16.09.2008

Wildschwein-Population nimmt zu

ST. LEONHARD / In Gassen in der Gemeinde St. Leonhard haben Wildschweine in zwei Maisfeldern ihr Unwesen getrieben. Hegering setzt jetzt auf verstärkte Bejagung.

Zwei Maisfelder in Gassen bei St. Leonhard wurden von Wildschweinen heimgesucht. „Es gibt Schäden, von einer Katastrophe kann man aber sicher nicht sprechen“, weiß Robert Wurzer, Leiter des Hegeringes St. Leonhard-Ruprechtshofen. Die Schwarzwildpopulation hat in den letzten beiden Jahren stark zugenommen.

Grund dafür sind die milden Winter. So haben die Jäger im Hegering St. Leonhard-Ruprechtshofen nur wenig Wildschweine erlegen können. „Wenn kein Schnee liegt, findet man keine Spuren und die finsteren Nächte machen die Bejagung ebenfalls schwierig“, begründet Robert Wurzer. Außerdem ist bei strengen Wintern der natürliche Verlust bei den Jungtieren größer. Bei milden Wintern ist auch das Nahrungsangebot größer. „Bucheckern und Eicheln sind besonders nährstoffreich“, weiß der Hegeringleiter.

Damit keine Überpopulation von Schwarzwild entsteht, setzen die Jäger des Hegeringes St. Leonhard-Ruprechtshofen auf verstärkte Bejagung. „Für den heurigen Winter sind revierübergreifende Bewegungsjagden geplant“, weiß Robert Wurzer.

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"Der Standard" vom 15.09.2008

Der Seeadler als Feindbild 

WWF und BirdLife sehen falsches Signal durch Freispruch nach Abschuss

Wien/Korneuburg - Die Indizien für den Abschuss zweier Seeadler waren erdrückend. Am 30. Dezember 2007 erstattete ein Augenzeuge Anzeige gegen einen Mann, der einen riesigen Vogel geschossen hatte. Die Polizei forschte den Schützen aus und sicherte Blutproben in dessen Auto. Diese stammten von einem Seeadler. Eine weitere Blutprobe aus dem Kofferraum stammte mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls von einem Artgenossen. Trotzdem wurde der mutmaßliche Schütze bei der Verhandlung am 22. August 2008 am Landesgericht Korneuburg im Zweifel freigesprochen.

"Das heißt nicht, dass Seeadler jetzt straffrei abgeschossen werden können - die Tiere sind laut Jagdgesetz ganzjährig zu schonen", erklärt Bernhard Kohler, Leiter des WWF-Seeadlerprojekts. Er hatte aber gehofft, dass der Täter wegen "anderer Gefährdungen des Tier- und Pflanzenbestandes" (§182 StGB) verurteilt werden würde. Das hätte ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine sehr hohe Geldstrafe eingebracht.

"Die Richterin wollte eine konkrete Gefährung im Sinne des §182 nur anerkennen, wenn es mit Sicherheit ein österreichischer Brutvogel war. Sie ist sehr vorsichtig vorgegangen - der Paragraf wurde in Österreich noch nie angewendet. Es wäre also ein Präzedenzfall gewesen, der vielleicht auch andere Fälle ins Rollen gebracht hätte", sagt Kohler. Gabor Wichmann von BirdLife Österreich befürchtet, "dass der Freispruch das falsche Signal für all jene ist, die meinen, sich über Naturschutzgesetze einfach hinwegsetzen zu können".

Verstoß gegen Jagdgesetz

So musste sich der Schütze auf der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach nur für den Verstoß gegen das Jagdgesetz verantworten. "Die Höchststrafe liegt in diesem Fall bei 7000 Euro", erklärt Bezirkshauptmann Gerhard Schütt. Nähere Auskünfte durfte er aufgrund der Amtsverschwiegenheitspflicht nicht erteilen. Gegen das Urteil legte der Verdächtige beim Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) Niederösterreich Berufung ein. Es sei allerdings aufgrund der großen Aktenlast erst in einigen Monaten mit einer Entscheidung zu rechnen, sagt Wilhelm Becksteiner, Vorsitzender des UVS auf Nachfrage des Standard.

Weitere Abschüsse von Seeadlern wurden in den vergangenen Jahren in Österreich nicht bekannt. Pro Jahr fällt allerdings durchschnittlich ein Tier einem Giftköder zum Opfer. Dem WWF war es gelungen, Österreich für sechs Brutpaare und etwa 120 Wintergäste attraktiv zu machen.

Einzelne Jäger scheinen Seeadler aber immer noch als Konkurrenz zu betrachten. Kohler: "Wir sind überzeugt, dass der Jäger ein Exempel statuieren wollte. Er wollte die Artgenossen der toten Seeadler verängstigen und vertreiben."

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orf.at vom 15.09.2008

Nach Schuss: Jäger droht ein Strafverfahren 

Die Lust auf die Jagd dürfte jenem Schützen, der am Wochenende in Schmiedrait beinahe ein Auto "erlegt" hatte, bis auf weiteres vergangen sein. Denn dem Schützen droht nun ein Behördenverfahren, sagte der Burgenländische Landesjägermeister Peter Prieler.

Nun sind die Behörden am Zug.
Auto mit Wildschwein verwechselt


Wie berichtet, hatte ein Jäger bei Dunkelheit ein nach einer Panne liegengebliebenes Fahrzeug mit einem Wildschwein verwechselt und glatt durch das Auto geschossen.

Lenker stand neben dem Auto

Der Fahrer stand glücklicherweise gerade neben seinem Gefährt und blieb unverletzt.

Nun sind die Behörden am Zug, die der Tatsache nachgehen müssen, dass in dem Fall auf ein Auto und nicht auf ein Tier geschlossen worden war, sagte Landesjägermeister Peter Prieler am Montag.

Mögliche Konsequenzen für den Schützen 

Die Konsequenzen können für den Schützen von einer Geldstrafe bis hin zum Entzug der Jagdkarte reichen, so Prieler.

Er verweist gleichzeitig darauf, dass folgenschwere Verwechslungen bei der Jagd zum Glück nur ganz selten vorkommen.

Grundsätzliche Schussregeln

Grundsätzlich darf ein Schuss nur dann abgegeben werden, wenn der Jäger einerseits genau weiß worauf er schießt und andererseits, dass nichts passieren kann und hinter dem Tier auch ein so genannter Kugelfang gegeben ist, sagte Prieler.

Denn wenn das Tier getroffen wird, geht die Kugel meist durch und muss sich dann im umliegenden Erdreich verfangen können.

Unüberlegtes Handeln im Halbschlaf.
Abwarten und absichern


Laut Prieler hätte der Jäger gar nicht schießen dürfen: Er hätte abwarten müssen, ob es sich tatsächlich um ein Tier handelt.

Wenn der Schütze gewartet hätte, dann hätte er rasch bemerkt, dass sich das vermeintliche Tier nicht bewegt.

Wenn er da genau geschaut hätte, hätte er rasch bemerkt, dass die Umrisse eines Wildschweines und eines Autos doch komplett anders sind, so Prieler.

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orf.at vom 14.09.2008

Jäger verwechselte Auto mit Wildschwein

Bei Schmiedrait (Bez. Oberwart) hat ein Jäger auf ein Auto eines Präsenzdieners geschossen. Das Projektil durchschlug das Fahrzeug. Der Jäger gab an, er habe das Auto für ein Wildschwein gehalten. Ein Jagdfreund nahm ihn in Schutz.

Auto war liegengeblieben


Der 19-jährige Präsenzdiener aus dem niederösterreichischen Ofenegg war gegen 22.00 Uhr mit seinem Auto, dessen Motorleistung plötzlich nachgelassen hatte, kurz vor einem Waldstück liegengeblieben.

Rund 80 Meter von der Stelle entfernt saß ein Jäger, ein 67-jähriger Steirer, gerade auf einem Hochstand.

Bruder kam zu Hilfe

Der Präsenzdiener hatte seinen Bruder verständigt, der nach wenigen Minuten auf der Zufahrtsstraße vor dem Waldstück eingetroffen war.

Schuss fiel

Plötzlich fiel ein Schuss. Die beiden jungen Männer, die rund sieben Meter vom Fahrzeug entfernt standen, hörten das Geräusch von berstendem Glas. Dieses kam vom Auto des Präsenzdieners Daniel Kader.

Er sei geschockt gewesen, schilderte der 19-Jährige im Interview mit dem ORF Burgenland.

Daniel Kader: "War geschockt".
"Habe gar nicht gewusst, was jetzt los ist"


"Wir haben uns angesehen, wo man mit dem Auto umdrehen kann. Da habe ich auf einmal einen Schuss gehört. Ich hab gar nicht gewusst, was jetzt los ist. Dann habe ich gesehen, dass alles voller Glassscherben ist neben dem Auto und die Scheibe draußen ist. Da hab ich nur mehr den Schlüssel abgezogen und bin zu meinem Bruder ins Auto gestiegen und sind weggefahren", so Daniel Kader.

Vater verständigte Polizei

Die Brüder, die das Auto wieder in Gang brachten, fuhren zunächst nach Hause. Der Vater der beiden verständigte schließlich die Polizei.

Aus dem Schlaf hochgeschreckt.
Von Blinkerglas irritiert Schuss abgegeben

Der Jäger stellte sich in der Zwischenzeit ebenfalls der Polizei.

Bei der Befragung gab er an, dass er auf dem Hochstand eingeschlafen gewesen sei. Als er aufwachte, sei er der Meinung gewesen, das abgestellte Auto sei ein Wildschwein, auch weil das Blinkerglas helles Licht abgestrahlt hätte. Da habe er den Schuss mit seinem Jagdgewehr aus dem Hochsitzfenster abgegeben

Projektil durchschlug Tür und Beifahrersitz

Das Projektil drang im Bereich der Fahrertür unmittelbar neben dem Außenspiegel in das Innere des Pkws ein. In weiterer Folge durchschlug es das Armaturenbrett beim Lenkrad und den Beifahrersitz und drang anschließend bei der Beifahrertür auf Höhe der Zierleiste aus.

Kollege nahm Jäger in Schutz

Der steirische Jäger wollte sich gegenüber dem ORF Burgenland nicht äußern. Ein zufällig beim Lokalaugenschein des ORF anwesender Jagdkollege aus Schmiedrait aber nahm ihn in Schutz.

"Es gibt keinen anständigeren Jäger als ihn. Er geht schon seit 40 Jahren jagen. Vielleicht war er erschrocken, weil er geschlafen hatte. Er hat sicherlich nicht fahrlässig gehandelt", sagte Reinhold Ulreich. "Ich glaube, dass da eine Sau war und er über sie drübergeschossen hat".

Niemand verletzt

Ein mit dem Jäger durchgeführter Alkotest verlief negativ. Verletzt wurde niemand.

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orf.at vom 13.09.2008

Egger: "Kormorane auch am Seeufer jagen"

FPÖ Landesobmann Dieter Egger wirft der ÖVP Untätigkeit bezüglich der Kormoranbejagung vor. Die fischfressenden Vögel sollten laut Egger nicht nur im Hinterland, sondern auch am Bodenseeufer bejagt werden.

"Nicht auf Entscheidung der EU warten"

Am Bodenseeufer liege die Wurzel des Problems. "Hätten die Fische einen Kuhschwanz, so hätte Agrarlandesrat Schwärzler schon lange eine Lösung gefunden", meint Egger wörtlich. Man solle in der Kormoranfrage nicht auf eine Entscheidung der EU warten, sondern den Handlungsspielraum im Land ausnützen.

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presse.at vom 12.09.2008

Kärnten: Streit um Jagd im Nationalpark Hohe Tauern

Ein Jäger bewirbt Abschüsse im Nationalpark Hohe Tauern in Kärnten. Dessen Manager sind außer sich.

HEILIGENBLUT. 170 Gämse, 140 Rehe oder 35 Stück Steinwild – für Johann Lackner und seine Gäste stehen ereignisreiche Wochen bevor: Lackner ist Jagdpächter in Heiligenblut am Fuße des Großglockners und gleichzeitig Betreiber einer Hütte in dieser Region. Er wirbt mit einem „Hüttenurlaub im Nationalpark“. Eine Woche für vier Personen „mit Abschuss“ sei schon ab 590.- € zu haben, heißt es in einem Inserat, eine „Einser-Gams“ für 1200 Euro, Murmel-Abschüsse schon ab 180.- €.

Für den Kärntner Direktor des Nationalparks Hohe Tauern, Peter Rupitsch, ein handfester Skandal. „Das ist nicht in Ordnung, absolut nicht. Recht ist uns das ganz und gar nicht!“ Es habe bereits ein Gespräch zwischen dem Jagdbetreuer des Nationalparks und Lackner gegeben, allerdings ohne konkretes Ergebnis. Jagd in Nationalparks ist nicht generell verboten, wohl aber streng reglementiert – mit dem Ziel, sie mittelfristig auslaufen zu lassen, jedenfalls in der Kernzone des Nationalparks.

Im Gespräch mit der „Presse“ lässt Lackner jedoch keinerlei Kompromissbereitschaft erkennen: „Wir schießen heuer wieder und ich werde auch die Werbung weitermachen.“

Einwände der Nationalparkverwaltung, dass Hütte und Jagdrevier nicht im Nationalpark liegen, lässt er nicht gelten. Es sei zwar richtig, räumt er ein, dass die Hütte selbst nicht direkt im Nationalpark liege, „aber dieses Eck ist nur herausgenommen worden, weil dort ein Lift steht“, so Lackner, „und die Reviere gehen sowieso in den Nationalpark hinein, das geht ineinander über.“

Rupitsch hält dagegen, dass Hütte und Jagdgebiet „nicht knapp neben dem Nationalpark, sondern weit weg sind“, eine Werbung mit dem Nationalpark-Status also ein Etikettenschwindel sei. Die rechtlichen Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, seien jedoch beschränkt, denn: „Er verwendet bei der Werbung oder auf der Homepage nicht das Logo des Nationalparks Hohe Tauern.“ Dann hätte eine Klage gute Chancen.

Lackner beruft sich auf den Abschussplan, der von der Bezirkshauptmannschaft Spittal an der Drau genehmigt sei und meint außerdem, dass es „mittlerweile auch die hohen Herren, die Studierten, kapiert haben, dass es ohne Jagd nicht geht“. Es gebe „wie bei den Menschen“, so Lackner, „auch bei den Tieren Schwächlinge“, die nicht überleben könnten.

Tatsache ist jedenfalls, dass die Jagd in Kärnten wesentlich billiger ist als auf der Salzburger Seite der Tauern – dort gebe es Abschusspreise, die bis zu dreimal so hoch sind wie in Kärnten – bedingt durch das starke Interesse „Betuchter aus dem süddeutschen Raum“, so Nationalparkchef Rupitsch.

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orf.at vom 12.09.2008

Traktor fällt Hochstand: Jäger verletzt

In Feldkirchen bei Mattighofen im Innviertel ist ein Jäger mitsamt seinem Hochstand umgestürzt. Ein Bauer war mit seinem Traktor bei Feldarbeiten rückwärts gefahren und rammte den Hochstand versehentlich.       
                
Der 71-jährige Jäger erlitt einen Oberarm- und Rippenbrüche.

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orf.at vom 11.09.2008

Österreich ist tollwutfrei

Die Tollwut ist in Österreich offenbar ausgerottet. Weder bei Mensch noch Tier hat es hierzulande in den letzten Jahren Infektionen gegeben. Regelmäßige Impfungen und Kontrollen werden aber weiter durchgeführt.

Anzeigepflicht binnen 24 Stunden - Seit Jahren keine Infektion

Am Welt-Tollwuttag (28. September) soll Österreich daher von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Tierseuchenorganisation (OIE) zum tollwutfreien Gebiet erklärt werden.

Notwendig für diesen Status ist laut Gesundheitsministerium auch die vom Burgenland bis Vorarlberg gültige Anzeigepflicht der Krankheit binnen 24 Stunden.

Steirer starb 2004 an Tollwut

Vier Jahre ist es her, dass ein Österreicher zuletzt an Tollwut erkrankte. Ein 23-jähriger Steirer wurde 2004 im Juli während seines Urlaubs in Marokko von einem Hund gebissen und angesteckt, so die Daten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Im September - wenige Wochen nach der Infektion - starb der junge Mann.

Eine Ansteckung in Österreich liegt hingegen Jahrzehnte zurück. Zuletzt wurde das Virus 1979 durch einen Fuchsbiss auf einen Menschen übertragen.

Dutzende Todesopfer

Bis 1936 kam es in Wien, dem Burgenland, der Steiermark und in Niederösterreich allerdings mehrfach zu tödlichen Infektionen bei Menschen. Von 1919 bis 1926 starben 51 Personen, von 1928 bis 1936 zehn Männer und Frauen an dem Virus. Nach einer kurzfristigen Eindämmung der Krankheit kam es nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer neuerlichen Ausbreitung der von Hunden übertragenen Tollwut. Sieben Menschen starben zwischen 1946 und 1949.

In den vergangenen Jahren sorgten besonders Tollwut-Übertragungen nach Transplantationen von Lungen und Nieren für Aufruhr. In Deutschland habe es 2005, in den USA 2004 derartige Vorfälle gegeben, so die AGES. In Österreich ist keine Ansteckung durch Organspenden bekannt.

Letzter Fall bei burgenländischem Pferd 2003

Bei Tieren kam es in den vergangenen Jahren allerdings dennoch immer wieder zu einzelnen Verdachtsfällen. Der jüngste mögliche Tollwutfall wurde im Jahr 2003 entdeckt. Bei einem Pferd im Burgenland ergab ein Labortest ein zweifelhaftes Ergebnis, laut dem eine Infektion nicht ausgeschlossen werden konnte, so das Gesundheitsministerium.

Trotz des Fehlens klassischer Symptome wurde das ältere Tier aus Sicherheitsgründen getötet und als Tollwutfall eingestuft.

Auch in den Jahren 2004 und 2006 wurden in Kärnten zwei Füchse entdeckt, bei denen man zunächst an einen Tollwutbefall glaubte. Laut Laboruntersuchungen handelte es sich jedoch nur um Tiere, bei denen der in Österreich eingesetzte Impfstamm nachgewiesen wurde, so das Gesundheitsministerium. Es wurde Entwarnung gegeben.

Fünf Jahre später gab es nur noch 95 Fälle 
1990 noch 2.091 infizierte Tiere


Die meisten Tollwutfälle gab es in den vergangenen 20 Jahren im Jahr 1990. Insgesamt 2.091 infizierte Tiere wurden in ganz Österreich gefunden, bei 76 davon handelte es sich um Haustiere.

Im Jahr darauf starteten flächendeckende Impfaktionen, bei denen Wildtiere mittels von Jägern per Hand ausgelegter Köder immunisiert wurden. Seit 1997 werden die etwa vier Zentimeter großen Fischmehlkugeln mit Antiviren von Flugzeugen abgeworfen.

Zwei Jahre nach Beginn zeigte die Impfaktion erste deutliche Erfolge. Die Zahl der infizierten Tiere sank im Jahr 1993 um knapp drei Viertel auf 675 Fälle. Bis 2001 kam es zu einer kontinuierlichen Abnahme: 1995 gab es 95 Ansteckungen, 1997 wurden nur noch acht tollwütige Tiere entdeckt. In den darauffolgenden Jahren waren es ein bis fünf Fälle pro Jahr.

2002 sorgte ein - vermutlich über die zugefrorene Drau zugewanderter - tollwütiger Fuchs allerdings für einen größeren Ausbruch der Krankheit. 24 Tiere - neben Füchsen auch Rehe, ein Hund und eine Katze - wurden infiziert. Vor Beginn der österreichweiten Impfaktion gab es vor allem in der Steiermark und in Kärnten die meisten Infektionen, ab 1991 verlagerte sich das Zentrum der Ansteckungen nach Tirol und ins Burgenland.

Tödliche Infektion

Bei der Tollwut handelt es sich um eine Zoonose. Das bedeutet, dass das Virus vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übergehen kann. Die Übertragung - akute Enzephalomyelitis - erfolgt ausschließlich mittels Speichel. Das Virus gelangt meist durch offene Wunden in den Organismus. Seltener, aber möglich ist auch eine Infektion über Schleimhäute. Über das Nervensystem gelangt der Erreger ins Gehirn und setzt sich dort fest.

Unterschieden wird anhand der Symptome zwischen zwei verschiedenen Krankheitsformen: Die "rasende" Tollwut zeigt sich beim Menschen durch Furcht, Unruhe und Hydrophobie, der Angst vor Wasser. Bei der "stillen" Wut sind hingegen depressive Verstimmungen und Bewusstseinsstörungen zu beobachten.

Die Krankheit hat einen absolut tödlichen Verlauf: Nach dem Auftreten der ersten Symptome führt eine Infektion innerhalb von zehn Tagen fast immer zum Koma oder Tod. Eine präventive Immunisierung direkt nach einem Biss ist möglich und wird mittels Impfung durchgeführt. Die Krankheit hat eine lange Inkubationszeit, noch Jahre nach einer Ansteckung ist ein Ausbruch möglich.

10.000 bis 20.000 Tiere landen jedes Jahr im Labor
Köderauslegungen und Laborkontrollen

Weite Teile Europas sind heute fast zur Gänze tollwutfrei. Vor allem im östlichen Teil gibt es laut dem Gesundheitsministerium allerdings nach wie vor Fälle. Wildtierwanderungen, die sich nicht an Grenzen halten, stellen eine laufende Bedrohung dar. In Österreich werden daher weiterhin regelmäßige Impfungen und Kontrollen in gefährdeten Gebieten durchgeführt. Seit 1991 wurden insgesamt 13,8 Millionen Köder mit Antiviren ausgelegt.

Regelmäßig geimpft wird heute noch in den gefährdeten Regionen, sprich im gesamten Burgenland sowie an der niederösterreichischen Grenze zur Slowakei und im Grenzgebiet Kärntens und der Steiermark.

Zusätzlich gibt es regelmäßige Kontrollen toter Tiere im Labor. Nach den Vorgaben der WHO müssen in tollwutfreien Bereichen jährlich pro 100 Quadratkilometer vier Füchse und in gefährdeten Regionen acht Füchse untersucht werden. Österreich erfüllt diese Kriterien laut dem Gesundheitsministerium bei weitem: 10.000 bis 20.000 Tiere landen jedes Jahr im Labor.

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"Salzburger Nachrichten" vom 05.09.2008

Fischzüchter und Bauern für Biberjagd

Mit steigender Zahl der Nagetiere nehmen auch die Konflikte zu - Umweltanwältin: "Biber sind nützlich"

Namen sind nicht immer Programm, denn am Biberhaufenweg in Wien gebe es keine Probleme mit Bibern, bestätigen die Anrainer. Umso konfliktreicher ist die Lage in Niederösterreich, wo der Biber im vergangenen Jahr sogar zum Politikum wurde. Wegen Beschwerden von Landwirten wurde damals eine Reduzierung des Bestands verlangt. Manche Politiker forderten sogar die "Ausrottung". Geeinigt hat man sich darauf, Problembiber zu fangen und zu töten.

Die rund 3000 Biber in Österreich sind allesamt Zugereiste aus Osteuropa, Deutschland und Skandinavien, denn in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der letzte österreichische Biber im Salzburger Anthering erlegt. Gejagt wurde das größte Nagetier Europas auf Grund seines kostbaren Fells und des Wildbrets, das als Fastenspeise galt.

In Wiens Auen ist der Bestand seit der Wiederansiedlung in den Siebzigern deutlich gewachsen. Angenagte und gefällte Bäume zeugen von der Anwesenheit der Nager. "Der Biber ist willkommen und nützlich", lautet die offizielle Position der Stadt Wien. Beschwerden gebe es laut Wiener Umweltanwältin Andrea Schnattinger nicht. Jogger auf der Donauinsel sind anderer Meinung: Es sei teilweise bedrohlich, bei den angenagten Bäumen vorbeizulaufen, ist von Läufern zu hören. Das Umweltschutzamt sieht die Sicherheit nicht gefährdet: Denn Förster kontrollierten regelmäßig die Standfestigkeit und in Strandbädern würden Bäume ohnehin mit Zäunen geschützt.

Zwei Drittel der Biber sind in Niederösterreich beheimatet. Von Problemen mit den Nagern kann Fischzüchter Marc Mössmer ein Lied singen. Seit Jahren kämpft er gegen eine "Biberplage" an. Die Lebendfallen seien nutzlos, klagt er. "Leichter wärs, den Jäger zu holen, anstatt wochenlang Fallen zu kontrollieren." Gerhard Hölzler vom mobilen Bibertelefon, das vom Land Niederösterreich eingerichtet wurde, hält die Bejagung für wenig sinnvoll: "Die Jagd hätte nur Sinn, wenn Männchen von Weibchen unterschieden werden könnten." Jäger hätten ebenfalls kein Interesse, den Nager ins Jagdprogramm aufzunehmen, da sie in Folge für Biberschäden aufkommen müssten.

Auch Landwirt Karl Reiner klagt: "12 Hektar Acker haben die Biber unter Wasser gesetzt." Dennoch zieht er Lebendfallen der Jagd vor. "Mir gefallen die Biber, aber das Land müsste eine Entschädigung zahlen", fordert er.

Hannes Augustin vom Salzburger Naturschutzbund versteht den Ärger und unterstützt diese Forderung. Im Gegensatz zu Niederösterreich kommt das Land Salzburg für Schäden auf. Augustin würde sich wünschen, "dass die Menschen dem Biber mehr Freiraum lassen". Das Wort Problembiber hört er nicht gerne: "Es gibt mehr Problemmenschen als Problembiber."

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"Oberösterreichische Nachrichten" vom 05.09.2008

Sollen weitere Bären bei uns angesiedelt werden?

OÖN-Umfrage

Ich persönlich unterstütze das Bärenprogramm, weiß aber, dass nicht alle Jäger bei uns so denken. Dass Bären manchmal Schafe oder Rehe reißen, ist ein Teil ihrer Natur. Wenn sie aber die Nähe von Menschen suchen, muss man sie erlegen. Das ist zu gefährlich.

Alois Mittendorfer
Bezirksjägermeister

Es ist gut wenn es wieder Bären bei uns gibt, und es wäre schade, wenn nach Moritz nichts mehr nachkommt. Uns Menschen werden sie ja nicht gefährlich, weil sie scheu sind. Dass sie Schafe fressen, kann schon sein, aber das muss man akzeptieren.

Nina Druckenthaner
HBLA-Schülerin, Altmünster

Ich sehe das zwiespältig. Einerseits habe ich keine Angst davor, von einem Bären bedroht zu werden, ich bin auch überzeugt davon, dass der Tourismus mit Bären gut leben kann. Andererseits verstehe ich auch die Nöte betroffener Schafzüchter.

Egon Höll
SP-Bürgermeister von Obertraun

Aus meiner Sicht ist es positiv, wenn es in der Natur wieder Bären gibt, auch wenn ich niemals einem begegnen will. Aber soviel ich weiß sind die ohnehin sehr scheu. Wenn Bären Schafe töten, ist das für die betroffenen Bauern sicher hart. Aber andere Raubtiere tun das ja auch.

Margit Ehrenleitner
Kassierin, Ohlsdorf

Jeder, der an Artenschutz interessiert ist, und dazu zähle ich mich auch, muss die Ansiedelung von weiblichen Bären unterstützen, sonst stirbt der Bär bei uns aus. Mensch und Bär haben Jahrtausende lang nebeneinander gelebt.

Kurt Kotrschal
Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle Grünau

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nachrichten.at vom 05.09.2008

Moritz’ unbewiesene Schafattacken gefährden weiteres Bärenprogramm 

OBERTRAUN. Der (bislang unbestätigte) Verdacht, Braunbär Moritz habe am Dachstein mehrere Schafe gerissen, hat eine Diskussion über die Zukunft des Bärenprogramms entfacht.

Noch weiß niemand, ob Moritz tatsächlich für den Tod von vier Schafen am Dachsteinplateau verantwortlich ist. Aber schon schrillen bei manchen die Alarmglocken. Die geplante Aussetzung weiblicher Jungbären (um ein zweites Aussterben der Bären in Österreich zu verhindern) stellen manche bereits offen in Frage.

Man sollte darauf verzichten“, sagte SP-Landesrat Josef Ackerl gestern im Interview mit Land&Leute in Reaktion auf die Gerüchte am Dachstein.

Wenn Bären von selbst zuwandern, ist das etwas anderes, aber eine künstliche Aussetzung halte ich für falsch. Das sind romantische Träumereien.“ Es sei zu eng in Österreich für Mensch und Bär, die Tiere würden hier mit einer verdeckt feindlichen Haltung der Menschen konfrontiert, sagt Ackerl und spielt damit auf die vielen illegalen Bären-Abschüsse in der Vergangenheit an.

Der für die Jagd zuständige VP-Landesrat Josef Stockinger plädiert für den Dialog aller Beteiligten, will sich aber nicht explizit für oder gegen die Aussetzung weiterer Bären aussprechen.
Sicher ist nur eins“, sagt er. Problembären haben keinen Platz bei uns.“ Er betont allerdings, dass er Moritz ohne entsprechende Beweise nicht vorverurteilen wolle.

WWF-Bärenanwalt Walter Wagner kämpft indessen um den Ruf von Moritz und um das Bärenprogramm, das zum Scheitern verurteilt ist, wenn es nicht zur Ansiedelung weiblicher Bären kommt. Insbesondere das Argument, dass sich Bären und der Tourismus nicht vertragen, hält er für falsch.
Auch in anderen touristisch intensiv genutzten europäischen Regionen leben Braunbären“, sagt er. Dass Bären Schafe erlegen, kann niemand ausschließen, aber dafür gibt es eine finanzielle Entschädigung.“ Dass Moritz dem Menschen zu nahe komme, sei so gut wie ausgeschlossen. Der Salzkammergut-Bär ist so scheu, dass es bislang nur einigen Jägern gelang, ihn zu sehen.

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"Kronen Zeitung" vom 04.09.2008

Bärige Sensation in Kärntens Wäldern!

Bärige Sensation in Kärntens Wäldern! "Franz" und "Herwig" waren es nicht, die im Plöckengebiet Rinder gerissen haben - die "Krone" berichtete exklusiv. "Es ist ein neuer Bär in Kärnten", jubelt Bärenanwalt Bernhard Gutleb, denn anders als die WWF-Experten behaupten, leben in Kärnten jetzt neun Braunbären.

Mittlerweile vier Mutterkühe hat ein Braunbär alleine in nur zehn Tagen auf einer Alm im Plöckengebiet bei Kötschach-Mauthen gerissen und teils verzehrt. "Das ist untypisch", wundert sich Bärenanwalt Bernhard Gutleb, denn "Risse von Rindern sind äußerst selten und dann noch gleich mehrere hintereinander."

Die Bären "Herwig" und "Franz", die seit Jahren in den Karnischen Alpen leben, schließt der Fachmann als "Täter" aus: ",Franz ist sehr heimlich, fällt kaum auf und Feinschmecker ,Herwig hats lieber auf Schafe und Honig aus Bienenstöcken abgesehen."

Der Fall ist klar: "Es ist ein neuer Bär in Kärnten!"

Gutleb: "Mehrere Risse in einer kurzen Zeit machen meistens nur jene Bären, die gerade eine längere Wegstrecke zurückgelegt haben. Nach den langen Märschen schlagen sie sich ihre Bäuche randvoll, um dann erst einmal ein bis zwei Wochen lang auszurasten."
Woher der Bär kam und andere Fragen sollen DNA-Tests klären, die in Italien durchgeführt werden.

Bär in den Nockbergen

Doch nicht nur im Gailtal fühlt sich "Meister Petz" wohl, denn bärig gehts auch in den Nockbergen zu. Gutleb: "Erstmals seit Jahren soll auch hier ein Braunbär wieder unterwegs sein."

Nur noch ein bis zwei Braunbären sollen in Österreich leben, will zumindest der WWF der Öffentlichkeit weiß machen. Doch dabei vergessen die Experten auf Kärnten, wo laufend neue Fährten oder Sichtungen von Bären bekannt werden.

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"Kurier" vom 03.09.2008

Milliardär auf die Finger geschaut 

Rohr im Gebirge. Die Behörde willgenau wissen, was auf Gut Brunntal vor sich geht. Dort baut sich ein Russe ein beachtliches Jagddomizil.

Wenn ein russischer Milliardär mit dem Hubschrauber kommt und einen ganzen Berg einzäunt, sorgt das natürlich für gehöriges Aufsehen. Auch die Bezirkshauptmannschaft Wr. Neustadt verfolgt die Pläne von Rashid Sardarov (der KURIER berichtete) mit großem Interesse. Die Forst- und Gewässeraufsicht nahm die riesige Baustelle des Russen in Rohr im Gebirge ins Visier.

Sardarov, passionierter Jäger, plant ein florierendes Geschäft mit teuren Wildabschüssen. Zu diesem Zweck hat der reiche Russe das "Gut Brunntal" bei Rohr gekauft und darüber hinaus umliegende Besitztümer gepachtet. 214 Hektar hat er drei Meter hoch einzäunen lassen. In dem Jagdgatter plant der Russe die Haltung von Rot-, Sika-, Dam-, Muffel- und Schwarzwild sowie seltener Davidhirsche.

Die radikale Einzäunung hat die Bezirksbehörde wach gerüttelt. Sardarov hatte der Behörde einen Streich gespielt und eine Gesetzeslückegenutzt: Er besorgte sich eine Genehmigung zur Tierhaltung nach dem Bundestierschutzgesetz. Die Tötung des Wildes ist daher vorerst untersagt.

Und zwar bis zur nächsten Jagdgebietsfeststellung 2010. Danach kann munter drauf los geschossen werden.

Proteste

Der Forstabteilung stößt dieses Vorgehen natürlich sauer auf. Das Gatter würde den Wildzug stören. Auch umliegende Grundstücksbesitzer fürchten enorme Wildschäden entlang des Zauns. "Es ist pervers das Wild einzusperren", sagt ein erzürnter Nachbar.

Ganz andere Sorgen hat die zuständige Gewässeraufsicht. Dort verfolgt man die rege Bautätigkeit auf "Gut Brunntal" mit großem Interesse.

Sardarov hat den alten Gutshof einfach dem Erdboden gleich gemacht. Er lässt eine moderne Jagdvilla inklusive einiger Nebengebäude und einem kleinen See errichten.

"Wir haben kontrolliert, ob das Abrissmaterial ordnungsgemäß entsorgt wird", so Bezirkshauptmann-Stellvertreter Elmar Sailer. Bei den genommenen Proben wurden bis dato keine Verunreinigungen festgestellt. Weitere Kontrollen folgen.

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orf.at vom 03.09.2008

Braunbär riss drei Kühe 

Ein Braunbär hat am Plöckenpass in den letzten zehn Tagen vier Kühe gerissen. Eine DNA-Analyse der Bärenhaare soll nun mehr über die Herkunft des Tieres verraten.

DNA-Analyse soll Herkunft klären

Immer wieder werden in den Karnischen Alpen zumindest zwei Bären gesichtet. Jetzt dürften die beiden Besuch von einem neuen Artgenossen bekommen haben - und dieser hat anscheinend Hunger. Vier Kälber sind hier in den letzten zehn Tagen getötet worden. Experten haben das eindeutig einem Bärenriss zugeordnet.

Ob es sich beim Braunbären um einen heimischen oder einen aus den südlichen Nachbarländern handelt, soll jetzt mittels einer DNA-Analyse herausgefunden werden. Dafür werden Bärenhaare herangezogen, die am Plöckenpass gefunden wurden.

Der Schaden von rund 8.000 Euro wird vom Agrarreferat des Landes und von der Kärntner Jägerschaft abgegolten.

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orf.at vom 28.08.2008

Unbekannter schießt mit Schrotflinte herum

Ein unbekannter Täter versetzt die Bewohner in den Bezirken Weiz und Fürstenfeld seit Monaten in Angst. Der unbekannte Täter schießt laut Polizei mit einer Schrotflinte durch die Gegend und verursachte bis jetzt enormen Sachschaden.

Schüsse auf Fenster und Plakatwände

Der Mann treibt seit April 2008 sein Unwesen. Laut Polizei schießt er mit einer Schrotflinte, vermutlich von einem Pkw aus auf Fenster, Plakatwände und Verkehrszeichen. Der bis jetzt entstandene Sachschaden beträgt bereits 30.000 Euro.

22 Vorfälle seit April

Zuletzt schoss der unbekannte Schütze am 22. August zwischen 3.00 Uhr und 5.00 Uhr früh in Hofstätten an der Raab auf einen Verkehrsspiegel und fünf Verkehrszeichen. Insgesamt gibt es bis jetzt 22 derartige Vorfälle seit April 2008.

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rundschau.co.at vom 22.08.2008

Verkehrsunfall mit Rennrad

VORDERSTODER/ Ein Rennradfahrer übersah einen Jäger der gerade auf Pirsch gehen wollte und stieß mit ihm zusammen.

Ein 49-Jähriger aus Vorderstoder lenkte während der Morgendämmerung sein Rennrad talabwärts auf der Gemeindestraße auf der Zufahrtsstaße zur Fröhlichsiedlung in Vordertambergau.

Dabei übersah er einen 76-jährigen Jäger, ebenfalls aus Vorderstoder, der auf Pirsch gehen wollte. Durch den Zusammenstoß wurden beide schwer verletzt und mit dem Notarztwagen in das Krankenhaus Kirchdorf eingeliefert.

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orf.at vom 21.08.2008

Betrunkener Jäger mit Auto abgestürzt

Mit 1,8 Promille Alkohol im Blut ist am Mittwochabend ein 61-jähriger Tiroler mit seinem Pkw über eine steile Böschung in Reith im Alpbachtal abgestürzt. Das Auto überschlug sich mehrmals und rollte danach in ein Bauernhaus.

Jäger verletzt, Hund blieb unversehrt

Der 61-Jährige war gegen 22.00 Uhr auf der Höhenstraße von Alpbach in Richtung Reith im Tiroler Bezirk Kufstein unterwegs gewesen. 
In einer Linkskurve geriet er über den rechten Fahrbahnrand hinaus, das Fahrzeug stürzte über eine steil abfallende Böschung und überschlug sich dabei mehrmals.

Auf einer asphaltierten Hofzufahrt kam der Jeep auf den Rädern zum Stehen und rollte rückwärts gegen das Bauernhaus. Am Geländewagen entstand Totalschaden. Der Jäger wurde verletzt ins Krankenhaus in Kufstein eingeliefert. Im Kofferraum seines Jeeps hatte der Mann seinen Jagdhund dabei. Das Tier blieb unversehrt.

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"Kleine Zeitung" vom 21.08.2008

Mediziner erschoss Hund: Noch keine Anzeige bei Staatsanwalt 

Weiterhin Diskussion um Arzt, der einen Hund erschossen hat. Bei mutwilliger Tötung von Tieren sieht Gesetzgeber eine hohe Strafe vor.

Nach wie vor für heiße Diskussionen unter Tierfreunden sorgt der Angriff eines Arztes auf den Husky-Berner Sennen-Mischling Sisko am 9. August in der Gemeinde Techelsberg. Wie die Kleine Zeitung berichtete, hatte der Mediziner den Hund eines steirischen Paares, der in der Nähe des Forstsees auf sein Grundstück gelaufen war, erschossen.

Es war übrigens nicht der erste Vorfall. Bereits im November des Vorjahres hatte der Mann einen Hund auf seinem Besitz durch einen gezielten Schuss getötet. Ein Gerichtsverfahren gegen den Arzt im Frühjahr endete mit einem Freispruch.

Laut Polizei droht dem Mediziner eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Eine solche Anzeige ist bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt allerdings bis gestern nicht eingegangen. Außerdem fordern Tierliebhaber bereits jetzt im Falle eines Prozesses und einer Verurteilung - für den Arzt gilt natürlich nach wie vor die Unschuldsvermutung - eine höhere Strafe, als sie das Gesetz bei einer Sachbeschädigung vorsieht.

Ein Jahr Höchststrafe

Strafen für das Quälen und die Tötung von Tieren sind nach dem Strafgesetzbuch im Paragrafen 222 geregelt. Seit dem Jahr 2002 gibt es bei diesem Paragrafen einen zusätzlichen Absatz. "Dieser Absatz 3 besagt, dass auch zu bestrafen ist, wer ein Wirbeltier mutwillig tötet", sagte Helmut Jamnig, Sprecher der Staatsanwaltschaft, gestern. Die Höchststrafe in diesem Fall liegt bei einem Jahr Haft. "Allerdings muss wirklich die Mutwilligkeit nachgewiesen werden", erläuterte Jamnig. Verhandelt werden solche Verfahren vor dem Bezirksgericht.

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noen.at vom 20.08.2008

Jäger: „Bin im Recht!“ 

WULTENDORF / Ein 88-jähriger Jäger macht Jagd auf Katzen. Nun wurde er angezeigt. Er soll zu nah am Ort geschossen haben.

In der Nacht auf Samstag ist bei Bundschuh (Lungau) ein 41-jährige Lungauer mit knapp zwei Promille Alkohol im Blut von einem Hochsitz gefallen. Der Mann musste von Bergrettung und Rotem Kreuz geborgen werden - er erlitt eine Unterkühlung.

Dass es hinter ihren Häusern regelmäßig knallt sind die Wultendorfer schon gewöhnt und einige haben sich damit arrangiert, dass von einem Wurf junger Kätzchen höchstens eines oder zwei das Jahr überleben, weil ein Jäger hier stets die Katzen schon bei den ersten Ausflügen abpasst.

Aber nun reichte es der Familie Greis. Als ihre Hauskatze Bauxi, die täglich stets nur einen kleinen Ausflug ins benachbarte Feld macht, um die Mittagszeit mit einer 3 cm großen Schussverletzung und zerschossenem Vorderlauf nach Hause humpelte, zeigte sie den Fall an und beschuldigte den schon lange vermuteten Schützen, einen 88-jährigen Jäger. Der hatte keine Bedenken den Schuss zuzugeben. Es sei sein gutes Recht, wildernde Katzen zu schießen.

Allerdings beginnt sein übliches Jagdrevier nicht im weiten Feld, sondern unmittelbar hinter den Häusern. Bei dem jungen Kater Bauxi diesmal vielleicht zu nahe. Denn ob er nicht sogar innerhalb der geschützten 300 Meter Grenze um Gebäude gehandelt hat, muss nun die Bezirkshauptmannschaft klären.

Dass es endlich gegen den fanatischen Schützen eine Anzeige gibt, sehen die Wultendorfer erleichtert und meinen, endlich unternehme einer was.

Über den Jäger ärgern sich viele. Außer auf Katzen mache er auch in seinem eigenen Garten Jagd auf Tauben und erschrecke damit Pferde und Reiter in der angrenzenden Koppel.

Hegeringleiter Rudolf Kober fühlt sich hilflos. Er habe ihn schon 100-mal verwarnt. Er selbst schieße Katzen nur weit draußen, wenn er sich sicher sei, dass es Wildkatzen sind. Der Schütze selbst ist nach wie vor überzeugt im Recht zu sein.

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"Kurier" vom 09.08.2008

Milliardär auf die Finger geschaut 

Rohr im Gebirge. Die Behörde willgenau wissen, was auf Gut Brunntal vor sich geht. Dort baut sich ein Russe ein beachtliches Jagddomizil.

Wenn ein russischer Milliardär mit dem Hubschrauber kommt und einen ganzen Berg einzäunt, sorgt das natürlich für gehöriges Aufsehen. Auch die Bezirkshauptmannschaft Wr. Neustadt verfolgt die Pläne von Rashid Sardarov (der KURIER berichtete) mit großem Interesse. Die Forst- und Gewässeraufsicht nahm die riesige Baustelle des Russen in Rohr im Gebirge ins Visier.

Sardarov, passionierter Jäger, plant ein florierendes Geschäft mit teuren Wildabschüssen. Zu diesem Zweck hat der reiche Russe das "Gut Brunntal" bei Rohr gekauft und darüber hinaus umliegende Besitztümer gepachtet. 214 Hektar hat er drei Meter hoch einzäunen lassen. In dem Jagdgatter plant der Russe die Haltung von Rot-, Sika-, Dam-, Muffel- und Schwarzwild sowie seltener Davidhirsche.

Die radikale Einzäunung hat die Bezirksbehörde wach gerüttelt. Sardarov hatte der Behörde einen Streich gespielt und eine Gesetzeslücke genutzt: Er besorgte sich eine Genehmigung zur Tierhaltung nach dem Bundestierschutzgesetz. Die Tötung des Wildes ist daher vorerst untersagt.

Und zwar bis zur nächsten Jagdgebietsfeststellung 2010. Danach kann munter drauf los geschossen werden.

Proteste

Der Forstabteilung stößt dieses Vorgehen natürlich sauer auf. Das Gatter würde den Wildzug stören. Auch umliegende Grundstücksbesitzer fürchten enorme Wildschäden entlang des Zauns. "Es ist pervers das Wild einzusperren", sagt ein erzürnter Nachbar.

Ganz andere Sorgen hat die zuständige Gewässeraufsicht. Dort verfolgt man die rege Bautätigkeit auf "Gut Brunntal" mit großem Interesse.

Sardarov hat den alten Gutshof einfach dem Erdboden gleich gemacht. Er lässt eine moderne Jagdvilla inklusive einiger Nebengebäude und einem kleinen See errichten.

"Wir haben kontrolliert, ob das Abrissmaterial ordnungsgemäß entsorgt wird", so Bezirkshauptmann-Stellvertreter Elmar Sailer. Bei den genommenen Proben wurden bis dato keine Verunreinigungen festgestellt. Weitere Kontrollen folgen.

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orf.at vom 09.08.2008

Mit zwei Promille vom Hochsitz gefallen 

In der Nacht auf Samstag ist bei Bundschuh (Lungau) ein 41-jährige Lungauer mit knapp zwei Promille Alkohol im Blut von einem Hochsitz gefallen. Der Mann musste von Bergrettung und Rotem Kreuz geborgen werden - er erlitt eine Unterkühlung.

Nach dreiviertel Liter Schnaps abgestürzt

Der 41-jährige Unternehmer ging gegen 21.00 Uhr zusammen mit einem 42-Jährigen aus dem Flachgau zu dem Hochsitz oberhalb der neuen Schilcheralm bei Bundschuh. Der Grund dafür ist nicht ganz klar - auf der Jagd waren die beiden auf jeden Fall nicht.

Dort angekommen, tranken der Unternehmer und sein Bekannter alkoholische Getränke. Der Lungauer brachte es bis etwa 23.30 Uhr auf einen dreiviertel Liter Zirbenschnaps.

Als die beiden den Hochsitz wieder verließen, stolperte der 41-Jährige auf der vorletzten Sprosse der Leiter und stürzte etwa zehn Meter über einen Abhang. In einem Graben blieb er benommen und für kurze Zeit nicht ansprechbar liegen.

Ins Krankenhaus gebracht

Der Begleiter des Unternehmers alarmierte mit dem Handy das Rote Kreuz. Da der 41-Jährige zu dem Zeitpunkt nicht ansprechbar war, wurde auch die Bergrettung alarmiert.

Die Helfer konnten den benommenen Mann, der mittlerweile schon wieder aufgewacht war, dann zur etwa 200 Meter entfernten Schilcheralm bringen. Dort luden sie ihn ins Rettungsauto und brachten den stark Unterkühlten aber sonst Unverletzten ins Tamsweger Krankenhaus.

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orf.at vom 05.08.2008

WWF unterstützt Bärenansiedelungsprojekt

Der WWF unternimmt wieder einen Vorstoß, um die Bärenpopulation in Niederösterreich, der Steiermark und Oberösterreich zu unterstützen. Derzeit leben im niederösterreichisch-steirischen Grenzgebiet nur noch zwei bis drei Bären.

WWF glaubt nicht an Abwanderung

Nach den Erhebungen des Bundeskriminalamtes geht man davon aus, dass auch einige der 31 Tiere, die es noch vor einigen Jahren hier gegeben hatte, illegal abgeschossen wurden.

Dass die Tiere abgewandert seien, dafür gibt es keine Hinweise, sagt Christoph Walder, verantwortlich für das Bärenprojekt das WWF. Auch eine Seuche, die die Tiere dahingerafft haben könnte, schließt er aus. Dass allerdings, wenn ein Muttertier abgeschossen wird, auch etliche Jungtiere keine Überlebenschance haben, sei leider sehr wahrscheinlich.

Nur "Problembären" hatten Sender

Die drei Bären, die sich derzeit im niederösterreichisch-steirischen Grenzgebiet, also rund um den Ötscher, aufhalten, seien alle nicht mit Sendern ausgestattet, erklärt Walder, denn das sei bisher nur bei "Problembären" geschehen.

Zurückhaltung beim Naturschutzreferat

Das Okay für den Projektstart können nur die zuständigen Bezirkshauptmannschaften geben, dort liegen entsprechende Anträge aber noch nicht auf. Seitens des Naturschutzreferates der Landesregierung gibt man sich zurückhaltend.

Der Braunbär stehe nicht auf der Liste der 50 meistgefährdeten Tiere in Europa. Außerdem sollte erst einmal zweifelsfrei geklärt werden, wohin alle Tiere verschwunden sind. Solange man das nicht wisse, könnte auch ein neuerliches Ansiedlungsprojekt zum Scheitern verurteilt sein.

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"Neue Vorarlberger Tageszeitung" vom 02.08.2008

Filmtipp: Der beste Freund des Kolkraben

Seit seiner Kindheit befasst sich Peter Schoberl mit den schwarzen Vögeln. Die Kolkraben des "Rabenvaters" leben immer in freier Wildbahn.

Schoberl selbst bemerkte auch, dass es bei Kolkraben einen Oberherren gibt. Wenn sich mehrere Vögel in Revierkämpfen befinden, kann es sein, dass ein einzelner Rabe über das Kampfgebiet fliegt und sich dominant bemerkbar macht. Dann geht es ganz schnell und alle anderen Kolkraben verschwinden in ihren Nestern.

Der Rabenvater selbst glaubt auch daran, dass seine Kolkraben vorausblicken können. "Wenn die Vögel nervös wirken, dann kann man sich sicher sein, dass am nächsten Tag ein heftiges Unwetter kommen wird", sagt Schoberl.

Für noch mehr dieser Naturgeschichten rund um den Kolkraben kann man sich jederzeit direkt an Peter Schoberl unter der Telefonnummer 0699/10776276 wenden.

Peter Schoberls Film "Der Mann, der mit Kolkraben spricht" erzählt eine ungewöhnliche Beziehung zweier Kolkraben zu einem Menschen. Dabei räumt er mit Vorurteilen wie dem "Boten des Todes" auf. Er zeigt Kolkraben aus einem völlig neuen Blickwinkel, um die Vögel den Menschen näher zu bringen. Der Film wurde im Raum Feldkirch gedreht.

Besondere Höhepunkte sind die dramatischen Revierkämpfe der Kolkraben, die im Kampfflug bis zu 250 Stundenkilometer erreichen. Einzigartige Bilder berichten vom Heranwachsen der Kolkraben, ihrem ersten Horstbau und der Aufzucht ihrer Jungen.

Den Film kann man direkt auf der Homepage von Peter Schoberl www.rabenvater.at oder unter 0699/10776276 als VHS oder DVD bestellen.

Über zwei Jahrzehnte war Peter Schoberl der "Vater" der beiden Kolkraben Achim und Cora. Das Weibchen fand er verletzt am Boden, das Männchen bekam er, um es großzuziehen.

Bevor die beiden Vögel flügge wurden, musste sie Schoberl auf dem Arm in der Umgebung herumtragen, um sie daran zu gewöhnen. Dann lernte er ihnen auf seiner Hand zu landen. Über 20 Jahre lang kümmerte er sich um die beiden. Schoberl betont immer wieder: "Die beiden lebten in kompletter Freiheit, kehrten immer wieder freiwillig zu mir zurück, ich war ein Teil ihres Lebens."

Die zwei Raben starben vor ein paar Jahren in Revierkämpfen, Achim im Herbst und Cora im Frühling.

Sein jetziger Kolkrabe ist eine Nachzucht des Paares, auch ihn nannte Schoberl Achim. Dieser wird im Herbst drei Jahre alt und wird sich noch in Revierkämpfen ein Weibchen suchen. Wenn Raben einen Partner gefunden haben, bleiben sie ihr ganzes Leben bei diesem.

Waldpolizei

Der Kolkrabe ist in freier Wildbahn eine Art Ordnungshüter des Waldes. Immer wenn ein Tier verendet ist, holt er sofort die anderen Vögel und sie fressen den Kadaver. Raben sind Aßfresser und haben daher auch einen ausgezeichneten Geruchsinn. Schoberl selbst gibt seinem Raben immer Faschiertes mit Ei und Haferflocken.

Wichtig ist auch, dass "der Kolkrabe nicht schwarz, sondern stahlblau ist", wie der "Rabenvater" immer wieder betonte. Passend zu seinem Federkleid gibt der Rabe auch tiefe und hohe metallische Laute von sich.

Gegen die Wissenschaft

Für den Experten ist besonders wichtig, dass die Menschen wissen, dass er seine Kolkraben nicht einsperrt und sie immer in freier Wildbahn leben können.

Wissenschaftler hingegen sperren die Vögel immer ein, um zu ihren Erkenntnissen zu kommen. "Dadurch werden die Vögel automatisch verhaltensgestört und die Forschungsergebnisse sind somit falsch", so Schoberl. Bei Kolkraben, die in Gefangenschaft leben, müssen dem Männchen die Flügel gestutzt werden, damit er das Weibchen in der Brunft nicht verletzt. Zusätzlich verwenden manche Personen Lederbänder, um den Kolkraben dazu zu bringen, auf die Hand zu fliegen. Diese Bilder, die immer wieder im Fernsehen auftauchen hält Schoberl für "extreme, naive Tierquälerei."

Naturerlebnisse

In Feldkirch gibt es im Abstand von etwa drei Kilometern in den Felswänden verschiedene Kolkrabenpaare, die sich, um ihr Revier zu verteidigen, oft gnadenlos bekämpfen. Dringt jedoch ein fremder Rabe von außen in eines der Reviere ein und stört ein Pärchen, dann helfen sich die Nachbarn und bekämpfen den fremden Eindringling.

Peter Schoberl ist 65 Jahre alt, was man ihm aber nicht ansehen würde. Seit er 17 ist lebt der Steirer Schoberl in Vorarlberg. Damals kam er, da es hier mehr Arbeitsplätze gab. In Feldkirch-Tisis steht sein Haus mit seiner Hobbyranch. Der gelernte Tischler hat eine 33-jährige Tochter.

Schon in seiner Kindheit befasste er sich mit den Rabenvögeln. Er selbst sagt: "Jedesmal, wenn ich irgendwo diese Vögel sah, vergaß ich alles um mich herum und war nur noch fasziniert von diesen schönen, klugen Tieren."

Schoberl ist ein großer Tierfreund. Er besitzt einen Schäferhund, ein Frettchen, viele Hühner und eine große Freivoliere mit Kleinvögeln. Jeden Tag befasst er sich fast durchgehend mit der Pflege und Betreuung seiner Tiere beschäftig. Alle Tiere haben riesige Gehege in denen sie sich frei bewegen können.

Für eine Freundin bleibt, wie er selbst sagt "auf Grund meiner Leidenschaft mit den Tieren eigentlich keine Zeit."

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"Kronen Zeitung" vom 28.07.2008

Leserbrief: Die Jagd auf Krähen

Seit 1. Juli darf wieder auf Krähen geschossen werden, angeblich wegen zahlreicher Schäden in der Landwirtschaft, wo die Tiere sich über Gemüse, Obst und Getreide hermachen.

Wie groß der tatsächliche Schaden auch sein mag, Fakt ist, dass Krähen in erster Linie Fleischfresser sind, die nur gelegentlich auf vegetarische Kost überwechseln. Nicht einmal die Saatkrähe, deren Name dafür prädestiniert scheint, ernährt sich primär von irgendeiner Art "Saat", sondern sucht sich ebenso wie die gewöhnliche Aaskrähe hauptsächlich tierische Nahrung aus dem Boden. Dies hat man lange Zeit nicht gewusst oder geflissentlich ignoriert und deswegen die Saatkrähe fast an den Rand der Ausrottung getrieben.

Rabenvögel sind im Grunde nichts anderes als Singvögel (kenntlich am Nachahmungsvermögen), die aufgrund ihrer Größe eine ähnliche ökologische Nische besetzen wie Greifvögel, die bei uns auch noch bis vor kurzem gnadenlos verfolgt wurden. Letztere erholen sich nun langsam wieder und es ist schon der Tag abzusehen, wo die Forderung nach einer "Regulierung" ihres Bestandes erhoben werden wird.

Dr. Adolf Heschl, Pöllau/Hartberg

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orf.at vom 21.07.2008

Jäger am Hochsitz durch Blitzschlag getötet

Durch Blitzschlag ist am Sonntag ein Jäger im Bezirk Landeck ums Leben gekommen. Die Leiche des 42-Jährigen wurde am Montag gegen 2.00 Uhr bei einer Suchaktion auf einem Hochsitz entdeckt.

Leiche gegen 2.00 Uhr entdeckt

Der gelernte Schlosser aus Pfunds war am Nachmittag zur Jagd im Gebiet seiner Heimatgemeinde aufgebrochen. In den späten Abendstunden entdeckte seine Frau auf der Suche nach ihrem Mann dessen Auto.

Gegen Mitternacht starteten Feuerwehr und Bergrettung eine Suchaktion. Am Hochsitz wurden schließlich Spuren des Blitzeinschlages festgestellt.

Todesursache Herzstillstand

An der Leiche fanden sich am rechten Halsbereich, auf der Brust und am rechten Oberschenkel deutliche Blitzmarken sowie Verschmorungen an der Bekleidung des Jägers. Als Todesursache stellte ein Arzt Herzstillstand durch Blitzschlag fest.

Der Mann hinterlässt seine Frau und zwei Kinder

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"Kronen Zeitung" vom 21.07.2008

27 Schrotkugeln trafen Hund: 900 Euro Geldstrafe für Jäger

Sandra Giglmayr & ihr "County vom Wolfsberg": Er überlebte!

Waidmann verteidigte die Schüsse: "Er hat Hasen gewildert"
Bei einem Pirschgang in der Salzachau erspähte ein Salzburger Jäger einen seiner Meinung nach wildernden Schäfer. Zweimal feuerte er mit seiner Schrotflinte auf den Hund und verletzte ihn schwer. Dann überließ er ihn seinem Schicksal. Am Freitag wurde der Waidmann wegen Tierquälerei zu 900 Euro Geldstrafe verurteilt.

Es war am Christtag 2005:"County vom Wolfsberg", ein ausgebildeter Lawinen- und Vermisstensuchhund, büxte von zu Hause aus. Und er geriet in der Salzachau ins Visier des Aufsichtsjägers. "Ich hab schon zwei Jahre zugeschaut, wie dieser Hund ohne Leine umhergelaufen ist. Diesmal hat er einem Hasen nachgestellt", rechtfertigte sich der 49-Jährige.

Laut Jagdgesetz hätte er den Hund erschießen dürfen. Aber nicht verletzen und quälen. Richterin Elisabeth Schmidbauer: "Bei zwei Schüssen aus 15 und 30 Meter Entfernung hätten Sie aus Ihrer über 20-jährigen Erfahrung als Jäger wissen müssen, dass ein Schrotgewehr zum Töten aus so einer Entfernung nicht geeignet ist."

Mit 27 Kugeln im Hals und im Gesäß schleppte sich "County" nach Hause. Seine Besitzerin Sandra Giglmayr: "Blutüberströmt und völlig geschwächt ist er vor uns gestanden."

Verteidiger Günther Auer führte ins Treffen: "Es stand das Leben des Hasen gegen das Leben des Hundes. Fragen Sie Kinder, die Hasen haben, wie sie entschieden hätten." Staatsanwalt Marcus Neher erwiderte: "Der Jäger hat sich eines ungeeigneten Mittels bedient und nichts getan, um die Qualen des Hundes zu beenden." Das rechtskräftige Urteil: 900 Euro Geldstrafe plus 600 Euro bedingt.

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orf.at vom 19.07.2008

OÖ: 2008 war gutes Jahr für Jäger 

Die Jäger haben über das abgelaufene Jahr eine positive Bilanz gezogen. Unzählige sensible Lebensräume konnten verbessert werden, was zu einem hohen Wildtierbestand führte.

Auch über 7.000 Füchse mussten daran glauben, deutlich mehr als in der Jagdsaison davor.

65.000 Rehe und 58.000 Feldhasen

Die Jäger brachten auch reichlich Beute nach Hause. 65.000 Rehe, 58.000 Feldhasen, 50.000 Fasane, 1.300 Wildschweine, dazu tausende Enten, Füchse, Marder und Dachse.

Wert des Wildbrets: 2,5 Mio. Euro

Der Wert des geschossenen Wildbrets beträgt rund 2,5 Millionen Euro, schätzt Landesjägermeister Sepp Brandmayr.

Wildbestände stark angewachsen

Die Wildbestände seien im Vorjahr durchwegs stark angewachsen. Grund dafür waren der milde Winter und ein besseres Nahrungsangebot.

Wildschweinplage im Land

Auch beim Schwarzwild überlebten deutlich mehr Jungtiere. So kam es in Teilen Oberösterreich regelrecht zu einer Wildschweinplage. Die Jäger erlegten drei Mal so viele Wildschweine wie im Jahr davor.

Eine gezielte Reduktion des Wildes soll Wildschäden verhindern.
                
Rückgang bei Rehen

Einzig bei den Rehen konnten die vorgegebenen Abschusspläne nicht erfüllt werden. Es dürften weniger Rehe vorhanden sein, als angenommen. Seit zehn Jahren wird der Rehbestand kontinuierlich reduziert. Das hängt mit dem Waldzustand zusammen. Derzeit gibt es fast 18.000 Jagdkarteninhaber im Land und rund 1.000 Reviere.

Nichterfüllung kann zu Strafen führen

Jeder Revierpächter ist verpflichtet, pro Jahr eine bestimmte Anzahl von Wildtieren zu schießen. Bei Nichterfüllung kann gestraft werden. Denn durch die gezielte Reduktion des Wildes sollen Wildschäden an landwirtschaftlichen Kulturen vermieden werden.

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orf.at vom 18.07.2008

Gehörnter Ehemann und Tierquäler angeklagt

Mit einem Tierquäler und einem gehörnten Ehemann beschäftigt sich am Freitag Salzburger das Landesgericht. Ein Jäger hatte mit einer Schrotflinte auf einen Hund geschossen, ein Mann seiner untreuen Frau die Schenkel verbrannt.

Bittere Rache für Seitensprung

Dem Ehemann wird schwere Körpverletzung vorgeworfen, weil er sich für die Untreue seiner Frau bitter gerächt haben soll. Der Tierquäler ist ein Revierjäger aus den Salzachauen.

Mit Schrotflinte auf Hund geschossen

Dieser Revierjäger hatte auf einen frei laufenden Schäferhund gefeuert. Das Tier war in diesem Vogelschutzgebiet unterwegs, das sich von Bergheim/Anthering bis zur oberösterreichischen Landesgrenze erstreckt.

Dort kommen seltene Vögel wie die Rohrdommel, der Mittelspecht oder der Schlagschwirl vor. Zweimal schoss der Jäger auf den Hund, mit Schrotpatronen. Der Hund wurde schwer verletzt, der Jäger hätte aber wissen müssen, dass er diesen Schäferhund mit Schrot nicht töten kann, entschied ein Gericht in erster Instanz.

So habe der Jäger dem Hund unnötige Qualen zugefügt, er wurde zu 1.750 Euro Geldstrafe verurteilt. Der Jäger meldete Berufung an, über die am Freitag entschieden wird.

Zur Strafe Schenkel mit Bügeleisen verbrannt

Der gehörnte Ehemann hatte heraus gefunden, dass ihn seine Frau betrog. Damals saß der Angeklagte gerade in Haft, weil er schon 32 Mal ohne Führerschein ein Auto gelenkt hatte, die insgesamt 160.000 Euro Strafe aber nicht bezahlen konnte.

Um seine Frau für den Ehebruch zu bestrafen, musste sie eigenhändig ihr Bügeleisen aufheizen. Mit diesem verbrannte ihr der Mann zur Strafe die Innenseite der Schenkel. Die Liebe förderte dies nicht - die Frau ließ sich scheiden.

Dem Mann drohen bis zu fünf Jahre Haft.

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orf.at vom 17.07.2008

Auf der Pirsch" im NÖ Landesmuseum 

"Die Kunst der Jagd - Auf der Pirsch in den Sammlungen des NÖ Landesmuseums" lautet der Titel einer Ausstellung, die ab 26. Juli geöffnet ist. Die Schau in St. Pölten läuft bis 23. August 2009.

Bis zu 300 Jahre alte "Schätze" zu sehen 

Für die Ausstellung "Auf der Pirsch" wurden wahre Schätze aus den vergangenen 300 Jahren aufgestöbert.
Darunter zum Beispiel Tierdarstellungen von Friedrich Gauermann und Anton Schrödl. Jagdstilleben von Carl Moll und Josef Dobrowsky. Und noch zahlreiche weitere Bilder zum Thema "Jagd".

Besonderes Augenmerk: Gauermann

Dem Biedermeiermaler Gauermann wird in der Schau besonderes Augenmerk geschenkt. In Miesenbach (Bezirk Wiener Neustadt) aufgewachsen, hat er die Jagd von Kind auf erlebt und es meisterhaft verstanden, Tiere in freier Wildbahn und in dramatischen Szenen festzuhalten.
"Diese Szenen muten unglaublich modern an, von der Bilddramatik her haben sie Hollywoodqualität im besten Sinn", so Carl Aigner, Kurator der Ausstellung.

Werkzeug aus dem 17. bis 19. Jahrhundert

Besondere Schmankerl sind weiters zahlreiche Jagdwaffen, insbesondere eine Armbrust aus der Zeit um 1600, aber auch Flinten, Büchsen, Hirschfänger und anderes Werkzeug aus dem 17. bis zum 19. Jahrhundert.

Der zweite Jagdausstellungsteil "Jäger und Gejagte" wird am 9. Oktober eröffnet.

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"Kleine Zeitung" vom 16.07.2008

Krähen erschießen - Intelligent 

Kommentar von Alexandra Weitzer

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sind Krähen unter ihren Artgenossen die Vögel mit der größten Intelligenz. Sie können, so heißt es zumindest, komplexe Handlungen im Voraus planen und zeigen sich äußerst spitzfindig, was die Futtersuche anbelangt.

Ihre liebe Not mit dem Federvieh haben Landwirte aus der Region, die große Ernteschäden hinnehmen müssen. Als letzte Konsequenz hat man die Tiere nun zum Abschuss freigegeben, was wiederum Tierschutzorganisationen auf den Plan ruft.

Es werden nun sicher keine Massentötungen an Krähen stattfinden, denn oft können die Tiere schon durch einen gezielten Schuss aus einem bestimmten Gebiet vertrieben werden, da braucht es gar nicht mehr, meinen Experten.

Außerdem werden sich die Vögel ob ihrer Intelligenz wohl auch nicht so
leicht erwischen lassen.

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"Kleine Zeitung" vom 16.07.2008

Krähen erschießen - Notlösung 

Kommentar von Franz Pototschnig

Dass Krähen jetzt wieder geschossen werden dürfen, ist durchaus verständlich. Die Tiere finden ein reiches Nahrungsangebot vor, vom Komposthaufen bis zum Maisfeld, und sie haben keine natürlichen Feinde. Kein Wunder, dass ihre Schwärme immer häufiger und größer werden.

Dass man nun mit der Schrotflinte gegen sie vorgeht, erregt trotzdem den Unmut so mancher Tierschützer. In einer Hinsicht haben sie wohl Recht, denn die feine Art ist es nie, eine Überpopulation mit jagdlichen Mitteln zu bekämpfen.

Und es ist vermutlich auch nicht zielführend. Selbst wenn man im Mürztal heuer 1000 Exemplare schießen würde, hätte man die Krähen kaum dezimiert. Und wenn sie verscheucht werden, verlagert sich das Problem nur zum Nachbarn.

Aber nicht nur die Krähen, auch Kormorane oder Wildschweine sorgen mit ihrer rasanten Vermehrung für Probleme. Dabei ist es erstaunlich, dass es heutzutage noch keine moderneren Methoden gibt, solche Probleme zu bekämpfen.

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"Niederösterreichischen Nachrichten" vom 16.07.2008

Jäger: „Ich habe keinen Seeadler abgeschossen!“  

BERNHARDSTHAL / Weil er einen geschützten Seeadler erlegt haben soll, musste sich ein 59-jähriger Jäger vor Gericht verantworten.
Ich bin überhaupt nicht schuldig“, sagt der Mann beim Prozess. Er habe absolut keinen Grund, einen Seeadler zu erlegen, er habe 100-prozentig noch nie einen Seeadler im Auto transportiert.

Und warum wurden dann Blutspuren mit der DNA des stolzen Vogels am Verbandskasten, der in der Beifahrertür deponiert war, gefunden und eine zweite Spur eines anderen Adlers an der Heckklappe des Wagens?
Beim Gutachten muss irgendetwas nicht stimmen“, so der Jäger.

Um weitere Zeugen zu hören, wird auf 22. August vertagt.

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nachrichten.at vom 16.07.2008

Verirrte Gewehrkugel durchschlug Terrassentür  

EISENSTADT. Die Gewehrkugel eines angetrunkenen Jägers, die eigentlich auf ein Reh abgezielt war, hat am Dienstagabend die Terrassentür eines Wohnhauses im burgenländischen Rudersdorf durchschlagen.

Glücklicherweise hielten sich die Eigentümer zu diesem Zeitpunkt in einem Nebenraum auf, es wurde niemand verletzt. Der Jäger, der den Schuss abfeuerte, war alkoholisiert, so die Sicherheitsdirektion Burgenland am Mittwoch.

Der 51-Jährige war in seinem Revier in Rudersdorf, als er gegen 21.15 Uhr den Schuss auf das Tier abgab. Das Projektil dürfte aber an einem Gegenstand abgeprallt sein und knallte durch die Scheibe der Terrassentür. Als die vom Ehepaar verständigte Polizei bei dem Wohnhaus eintraf, war auch der Jagdaufseher schon an Ort und Stelle. Wie sich herausstellte, hatte er über ein Promille Alkohol im Blut. Da er mit dem Auto zum Haus gefahren war, wurde ihm der Führerschein abgenommen.

Ebenso wurden seine Waffen und Dokumente sichergestellt. Der Jäger wurde wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit (§ 89 StGB) angezeigt.

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orf.at vom 13.07.2008

Jäger stürzte über Felswand: Genickbruch 

Ein 64 Jahre alter Jäger aus St. Margareten im Rosental ist Samtagabend in Metnitz 30 Meter über eine Felswand gestürzt. Er erlitt einen Genickbruch.

Ausgerutscht

Der Mann war gemeinsam mit einem Jagdkameraden auf dem Rückweg aus einem Jagdgebiet, als er ausrutschte und in die Tiefe stürzte. Sein Bekannter alarmierte die Rettung.

Das Unfallopfer wurde von den Suchmannschaften gegen 22.30 Uhr gefunden. Als Todesursache stellte der Notarzt einen Genickbruch fest.

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kleinezeitung.at vom 11.07.2008

Schwammerlsucher mit dem Hubschrauber gejagt 

In der Obersteiermark löste am Donnerstag ein Jäger eine Fahndung nach Wilderern aus. Die Verdächtigen entpuppten sich als Schwammerlsucher.

Hätte es sich bei den Verdächtigen tatsächlich um Wilderer gehandelt - sie hätten niemals entkommen können. Es war erstklassige Fahndungsarbeit der Polizei, die Donnerstagvormittag in Altenberg an der Mürz, Bezirk Mürzzuschlag, ablief. Der Haken dabei: Die vermeintlichen Wilderer entpuppten sich als Schwammerlsucher.

Großeinsatz.Es war ein Jäger, der den Großeinsatz ausgelöste. Nachdem der Waidmann im Revier - es handelt sich um die Gemeindejagd - zwei Schüsse gehört hatte, reagierte er sofort, hatte er doch erst kürzlich ein verendetes Reh gefunden. Das Wild war von Wilderern angeschossen worden. Dass in diesem Gebiet heute noch Wildschützen ihr Unwesen treiben, wurde schon mehrmals bestätigt. Am Donnerstag versuchte der Jäger, den Wilddieben auf die Spur zu kommen. Tatsächlich stöberte er im Wald einen Verdächtigen auf. Als er den Mann ansprach, sprang dieser über die Böschung und rannte zu einem geparkten Auto, in dem sich bereits drei weitere Personen befanden. Sekunden später raste der Wagen davon, Richtung Altenberg. Der Jäger nahm die Verfolgung auf, verlor den Wagen aber im Ortsgebiet aus den Augen. Er alarmiert die Polizei.

Straßensperre. Polizeistreifen sperrten die drei Ortsausfahrten. Hätten die Verdächtigen die Gegend verlassen wollen, wären sie unweigerlich in eine Polizeisperre geraten. Das Auto mit Wiener Kennzeichen wurden wenig später im Lamgraben entdeckt. Die Insassen waren verschwunden. Eine Polizei-Hubschrauberbesatzung nahm die Fahndung nach ihnen auf - mit Erfolg. Die Verdächtigen konnten tatsächlich kurze Zeit später ausgemacht und aus dem Wald "gelockt" werden. Bei der Überprüfung stellte sich heraus: Man hatte keine Wilderer im Visier, sondern es handelte sich um Schwammerlsucher aus Wien.

Schwammerln. Nicht das Wild, sondern die Schwammerln waren der Grund, dass die Familie aus Wien dem Jäger davon gefahren war. Man habe befürchtet, dass es sich um den Grundbesitzer handelt, der ihnen die Schwammerln wegnehmen wollte. Nachdem die Polizei den Fall geklärt hatte, durfte die Familie mit ihren Pilzen abreisen. Die Wilderer sind noch einmal ungeschoren davongekommen.

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oe24.at vom 28.06.2008

Von Jäger erledigt

Ein Fuchs schlich sich in Gföhl in ein Wohnhaus ein und richtet dort einen Schaden von 10.000 Euro an.

In Gföhl im Bezirk Krems hat am Freitag ein Fuchs für einiges Aufsehen gesorgt. Das Tier war in ein Wohnhaus "eingedrungen" und in den späten Abendstunden von den Besitzern im Badezimmer entdeckt worden. Es musste letztlich erlegt werden, berichtete die Polizei.

Der Fuchs war vermutlich bereits in den Nachmittagsstunden durch eine offene Tür in das Wohnhaus gelangt und hatte in der Folge erheblichen Sachschaden verursacht. Nach seiner Entdeckung alarmierten die Besitzer des Objektes zunächst die örtliche Polizei. Versuche der Beamten, das Tier mit Pfefferspray angriffsunfähig zu machen, scheiterten. Ein schließlich verständigter Jäger erlegte den Fuchs, der in dem Wohnhaus mindestens 10.000 Euro Schaden angerichtet hatte.

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noen.at vom 26.06.2008

Bär brach in Hollenstein eine Bienenhütte auf

HOLLENSTEIN / Forscher werden feststellen, ob Meister Petz nur durchgewandert oder im Ybbstal heimisch geworden ist.

Meister Petz ist wieder im Ybbstal unterwegs. Deutliche Spuren hinterließ ein Braunbär in der Nacht vom 19. auf 20. Juni im Oberen Ybbstal. „Der Bär brach beim Neuberg Häusl in mein Bienenhaus ein und raubte an die 15 Kilogramm Honig“, sagt Imker Johann Pesendorfer, der fünf seiner acht Bienenvölker hier stationiert hat. Das Interessante an dem Einbruch des Bären ist, dass er quasi die Tür zur Bienenhütte aufgebrochen hat. „Meine Frau ist ganz stolz auf den Bären, weil er so zivilisiert durch die Eingangstür und nicht einfach durch die Wand eingebrochen ist“, schmunzelt der pensionierte Revierförster der Bundesforste.

Pesendorfer hat unmittelbar nach Entdeckung der Tat des Bären den Bärenanwalt Dr. Georg Rauer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde verständigt. „Der Bärenanwalt hat Haare sichergestellt, mittels derer er einen DNA-Test machen lassen wird“, so Pesendorfer. Der Pächter des angrenzenden Neuberg Häusls, Andreas Schnabel, hat noch von keinem Bären-Vorfall in der Gegend gehört. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Bär nur auf Durchreise war. Derzeit sind drei Bären in Österreich aktiv. Ob es sich um einen wandernden Bären oder einen den Forschern bekanntes Individuum gehandelt hat, wird erst der DNA-Test mit Sicherheit zeigen. 

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orf.at vom 26.06.2008

Schonfrist für Kormorane wurde aufgehoben  

Im Landtagsauschuss ist am Mittwochvormittag beschlossen worden, die ganzjährige Schonfrist für Kormorane aufzuheben. Die Oppositionsparteien SPÖ und Grüne lehnten diesen Beschluss von ÖVP und FPÖ ab.
                                                                      
Von 1.000 auf 350 Vögel

Die Kormorane hätten sich so stark vermehrt, dass die Fischerei gefährdet sei, so das Argument von ÖVP und FPÖ. Alle Vergrämungsaktionen wie etwa das Fällen der Brutbäume hätten wenig gebracht.
 
Die Zahl der Kormorane soll nun durch eine zeitlich noch festzulegende Bejagung von derzeit rund 1.000 Vögeln auf etwa 350 reduziert werden.

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"Österreich" vom 16.06.2008

Mörder von Artstetten ist Jagdnarr  

Schon einmal drehte Herbert P. durch - Gewehre konfisziert, doch: Behörde gab ihm Waffen zurück. Der passionierte Jäger Herbert P. drohte seiner Frau nicht zum ersten Mal mit Mord.

Niederösterreich. Herbert P., der Sonntag früh seine Ehefrau mit zwei tödlichen Schüssen in den Hals aus einem Jagdgewehr ermordete, war bei der Bezirkshauptmannschaft kein unbeschriebenes Blatt. Dem ortsbekannten Hitzkopf wurden 2005 sämtliche Jagdwaffen entzogen. Der Grund: er hatte seine Frau, die sich gerade von ihm getrennt hatte, gedroht, sie umzubringen. Die Bezirkshauptmannschaft hat damals reagiert und ihm seine Langwaffen weggenommen. Allerdings: "Er hat alle Waffen nach einem psychologischen Gutachten wieder retourbekommen", so Karl Nestelberger, Kriminalreferent der Bundespolizeidirektion Melk.

Bezirkshauptfrau Dr. Elfriede Mayrhofer, die gestern sofort am Tatort war, wollte dazu aber nicht Stellung nehmen.

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orf.at vom 15.06.2008

Jäger in Neustift tödlich verunglückt 

Nur noch tot ist Sonntagfrüh ein 31-jähriger Jäger aus Neustift aufgefunden worden. Der Mann war seit Samstagabend vermisst. Er dürfte im steilen und nassen Gelände ausgerutscht und abgestürzt sein.

Angehörige schlugen Alarm

Der 31-jährige Berufsjäger der Gemeinde Neustift war am Samstag in den Morgenstunden zur 1.800 m hoch gelegenen Falbesoner Ochsenalm aufgebrochen, sein Auto ließ er in der Nähe stehen.

Als der Jäger spät abends immer noch nicht nach Hause gekommen war, schlugen die Angehörigen Alarm. Hüttenwirte hatten das abgestellte Auto gesehen und dies ebenfalls der Polizei gemeldet, sagt der Neustifter Alpinpolizist Martin Mitterdorfer:

Schwierige Suche

"Zuerst haben die Angehörigen gesucht, gegen 1.00 Uhr ist dann eine Vermisstenanzeige gemacht worden. Anschließend ist die Bergrettung Neustift mit elf Mann und einem Suchhund ausgerückt und hat mit der Suche begonnen. Das Gelände ist mit Felsen durchsetzt und steil, dadurch war die Suche sehr schwierig. Gegen 6.00 Uhr hat man den Jäger tot aufgefunden."

Jäger dürfte ausgerutscht sein

Der 31-jährige dürfte ausgerutscht und im steilen und Gelände an die 40 Meter abgestürzt sein. Dabei hat er sich tödliche Verletzungen zugezogen, sagt Mitterdorfer.

Die Ermittlungen sind abgeschlossen. Der Mann hinterlässt eine Lebensgefährtin, erst vor kurzem hatten die beiden ein Haus gebaut.

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kurier.at vom 14.06.2008

"Brunos" Bruder ist ertrunken 

Auf der Flucht vor der Trentiner Forstwache stürzte der Braunbär über eine Böschung und kam im Molvensee ums Leben.

Im Molvenosee im südtirolerischen Trentino ist ein Bär eines Ansiedelungsprogrammes ertrunken. Bei dem Tier dürfte es sich um einen Bruder von "Problembär" JJ1, besser bekannt als Bruno, handeln, der mittlerweile ausgestopft in einem Münchner Museum ausgestellt ist.

Der Braunbär sollte auf Beschluss des zuständigen Ministeriums in Rom von der Forstwache betäubt und mit einem Halsband mit Peilsender versehen werden. Auf der Flucht vor den Beamten stürzte der Bär am Freitag über eine Böschung in den See. Das Tier ertrank aus noch ungeklärten Gründen. Bären sind normalerweise gute Schwimmer.

Genuntersuchung

Beim Jungtier handelt es sich vermutlich um einen der Söhne der aus Slowenien stammenden Bärin Jurka. Eine von den Behörden angeordnete genetische Untersuchung soll Gewissheit bringen.

Im Rahmen des Naturschutzprojektes "live ursus" wurden in den vergangenen Jahren mehrere Bären im Brentagebiet ausgesetzt. Auch Bruno war Teil dieses Projektes. Das Tier hielt sich im Mai 2006 im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet auf. Während seiner Streifzüge schlug er Haus- und Nutztiere. Daraufhin wurde er von der bayerischen Regierung als "Problembär" eingestuft, der eine Bedrohung für Menschen darstellt. Trotz Tierschützer-Protesten wurde er zum Abschuss freigegeben. Drei Wochen lang versuchte man, ihn lebend zu fangen. Am 26. Juni 2006 wurde er schließlich in Bayern erlegt.

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"Vorarlberger Nachrichten" vom 12.06.2008

Jagdverbot für Feldhasen? 

Der Thurgauische Tierschutzverband fordert ein Verbot der Bejagung von Feldhasen, die nicht nur im Kanton vom Aussterben bedroht sind.

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"Kleine Zeitung" vom 12.06.2008

Rabenvögel sind zum Abschuss freigegeben 

Erleichterung bei der Jägerschaft und den Landwirten: Elstern, Krähen und Raben, die Schaden anrichten, dürfen in Zukunft wieder bejagt werden. Die Landesregierung hat die gewünschte Bewilligung erteilt.

Nach geltendem EU-Recht sind Rabenvögel - dazu zählen Raben, Elstern und Eichelhäher - vollkommen geschützt (die Kleine Zeitung berichtete). "Sicherlich zu Unrecht", meint Bezirksjägermeister Matthias Zitzenbacher. "Bei uns weist diese Vogelart eine überdurchschnittliche Population aus. Ein Fehler, zu dem es seinerzeit bei den EU-Beitrittsverhandlungen gekommen ist, der Jahr für Jahr Probleme bringt."

Bis zum EU-Beitritt Österreichs wurde das geschützte Federvieh kontinuierlich bejagt. In der Folge musste dann aber alljährlich um eine Abschussbewilligung angesucht werden. Sie ist jedoch problemlos erteilt worden. "Auch damit konnten wir und die Landwirtschaft leben. Es gab genau festgelegte Schon- und Schusszeiten, der Bestand blieb ungefähr gleich", so Zitzenbacher. Diese Regelung musste entsprechend den Vorgaben aus Brüssel allerdings ausgesetzt werden. Eine komplette Schonung der Rabenvögel hätte aber zu einer überbordenden Population dieser Tierart geführt.

Damit wäre nach Ansicht von Jägern und Bauern "Gefahr in Verzug" gewesen. Die Vögel richten nämlich nicht nur enorme Schäden in der Landwirtschaft an, sie suchen ihre Opfer auch in der Fauna und dezimieren somit Niederwild und Singvögel. Denn speziell Elstern und Eichelhäher sind Nesträuber. Sie greifen auch junge Hasen und Fasane an.

Siloballen

Besonders jetzt, während der Heuernte, durchlöchern die Krähenvögel mit ihren harten Schnäbeln Siloballen. Der Inhalt wird dadurch unbrauchbar.

Deshalb bemühten sich Werner Pressler, Obmann der Bezirksbauernkammer, und Bezirksjägermeister Matthias Zitzenbacher um eine naturschutzrechtliche Genehmigung zum Abschuss der Rabenvögel. Die Bewilligung ist nun vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung erteilt worden. Unter Einhaltung strenger Auflagen und unter bestimmten Voraussetzungen können zur Schonung des Niederwildes und der Singvögel, aber auch zur Erleichterung der Landwirte Raben, Elster und Eichelhäher wieder bejagt werden. Nebel- und Rabenkrähen dürfen vom 1. Juli 2008 bis 31. März 2009, Elstern und Eichelhäher vom 1. August 2008 bis 15. März 2009 geschossen werden. Zitzenbacher appelliert an seine Jagdkameraden: Sie sollen von dieser Regelung Gebrauch machen und künftig die Population in Grenzen zu halten.

"Siloballen gelten zwar als schon eingebrachtes Erntegut. Entstehen daran Schäden, werden sie vom Jagdausübungsberechtigten nicht bezahlt. Wir sehen es jedoch als unsere Aufgabe, durch die Bejagung derartige wirtschaftliche Einbußen der Bauern zu verhindern", erklärt der Bezirksjägermeister.

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sueddeutsche.at vom 10.06.2008

Brummbrumm 

Ein Besuch in Tirol, wo ORF und BR die Geschichte von Bär Bruno verfilmen Gleich kommt der Bär. Das Filmteam auf der Tiroler Kögl-Alm hoch überm Achensee bereitet schon mal alles vor. Einer kramt nach Gummibärchen und schneidet Äpfel in maulgerechte Stücke. Zur Belohnung. Ein anderer lädt sein Gewehr. Für alle Fälle. Dann: Auftritt Trapper, ein neun Jahre altes, gräulich-braunes, gerade mal hüfthohes Knuddelwesen, das normalerweise im Circus Paul Busch seine eigene Nummer hat, jetzt in berühmte Tatzenspuren treten soll und laut seinem Trainer Henry Spindler wegen des ungewohnten Naturerlebnisses besonders gut aufgelegt ist. Zwei Dutzend Kameras klicken. Im Hintergrund strahlt das Karwendelgebirge filmplakatartig in der Morgensonne. Und als der Bär, der genau genommen eine Bärin ist, mit seiner flauschigen Pfote in den Holztrog eines Brunnens patscht, dass es spritzt, ist die Verzückung auf dem Höhepunkt:

"Oh, mein Gott, wie unfassbar süß!", entfährt es einer Reporterin bei diesem organisierten Besuch am Drehort. Regisseur Xaver Schwarzenberger sinniert der Bemerkung kopfschüttelnd nach: "Ja, und ein Tier dieser Größe hat ganze Landstriche in Entsetzen gestürzt."

Mit ähnlich starkem Grausen haben bärenmüde Bruno-, Knut- und Flocke-Geschädigte vor ein paar Wochen die Nachricht aufgenommen: Der Österreichische Rundfunk (ORF) und der Bayerische Rundfunk (BR) verfilmen die Geschichte von JJ1 alias Bruno, dem 2006 illegal aus Italien ins bayerisch-tirolerische Grenzgebiet eingewanderten Problembären. Eine Komödie soll es werden, mit zuschauerfreundlicher Romantik und tierischem Happy End. "Der Bär ist los! Die Geschichte von Bruno" erzählt von der hysterischen Jagd wildgewordener Bürokraten auf den befellten Marodeur. Dabei verknallen sich eine übereifrige Umweltaktivistin (Nadeshda Brennicke), ein verzweifelter Zoodirektor (Harald Krassnitzer) und ein kerniger Bärenexperte (Fritz Karl).

Geplanter Sendetermin ist im Frühjahr 2009. Selbst tierliebe Menschen fragen sich: Muss das wirklich sein?

Unbedingt! Sagen die Filmemacher. Der Stoff - "eine Politkomödie der Sonderklasse" - schreie geradezu nach einer filmischen Umsetzung. Brunos Schicksal bewegte Millionen von Menschen, das soll nun noch einmal vor dem Fernseher gelingen. Regisseur Xaver Schwarzenberger und Drehbuchautor Felix Mitterer jedenfalls sind ein bewährtes Team mit Hang zu alpenländisch verwurzelten Rebellentypen. Unter anderem haben sie zusammen bereits das Leben von Andreas Hofer verfilmt - "ein anderer Tiroler Freiheitsheld, der am Ende erschossen wurde", wie Schwarzenberger sagt. Wobei er gleich mal klarstellt, welche Position er im posthumen Diskurs um den Schädling JJ1 beziehungsweise den unschuldig ermordeten Bruno einnimmt. Drehbuchautor Felix Mitterer ist ohnehin ein Fachmann in Sachen irrer Alltag. Unter anderem hat er die legendäre ORF/NDR-Serie "Piefke-Saga" ersonnen, die sich der tragikomischen Abgründe zwischen Österreichern und den bei ihnen urlaubenden Deutschen annimmt. Von Bruno erfuhr der in Irland lebende Grimme-Preisträger vor zwei Jahren an einem Flughafenkiosk - noch am selben Tag reichte er seinen Buchentwurf beim ORF ein.

"Die Geschichte von Bruno ist schon an sich Realsatire", sagt Mitterer.

Im Film kommen dann auch einige der wahren Skurrilitäten vor: finnische Trapper mit kostspieligen Elchhunden. Ein bayerischer Indianer-Darsteller von den Karl-May-Festspielen, der Bruno im Unterholz zur Aufgabe überreden will. Ein nächtlicher Spaziergang des Bären durch Kochel mit Verschnaufpause direkt vor der Polizeistation. Und natürlich heillos überforderte Politiker. Die Reden des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber hat Mitterer aber umgetextet. "Ich musste seine Worte abschwächen", sagt der Autor, "sonst hätte sie mir kein Zuschauer geglaubt."Der ehemalige Umweltminister Werner Schnappauf, damals am ärgsten in der Kritik, kommt im Film überhaupt nicht vor. Er werde aber reichlich zitiert, versichert Mitterer.

Unterdessen sind auch die Tierschützer wieder aktiv. Sie prangern die Haltung der Film-Bären an. "Lächerlich", nennt das Regisseur Schwarzenberger und verweist auf streng kontrollierte Drehauflagen. Die zwei Hauptdarsteller-Weibchen leben in der Nähe des Drehorts extra zusammen mit drei Männchen in einem Freigehege, "damit sie sich wohlfühlen", wie der Tiertrainer Henry Spindler sagt. Und Harald Krassnitzer, der sich beim medialen Bärenkraulen durch besonders innige Hingabe hervortut, hebt das Projekt auf die Meta-Ebene: "Der Film entlarvt die Unfähigkeit, in einer zunehmend ökonomisch orientierten Welt mit Tieren in ihren natürlichen Lebensräumen umzugehen."

Die Bruno-Darstellerin Trapper frisst derweil Gummibärchen und schweigt.

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orf.at vom 10.06.2008

Hund rettet schwer verletzten Jäger

Seinem gut erzogenen Hund verdankt ein Jäger aus dem Bezirk Freistadt sein Leben. Der 59-Jährige war mit einem morschen Hochsitz abgestürzt und schwer verletzt liegengeblieben. Sein Hund schaffte es, ihm das Handy zu bringen.

Beim Sturz zog sich der Jäger schwere Rücken- und Wirbelverletzungen zu. Wie so oft war der leidenschaftliche Jäger Sonntagfrüh auf den Hochsitz geklettert. Das morsche Gerüst brach aber plötzlich unter ihm weg. Der 59-Jährige stürzte acht Meter tief hinunter, schlug auf dem felsigen Gelände auf und zog sich dabei schwere Rücken- und Wirbelverletzungen zu.  

Bewusstsein verloren

Irgendwie schaffte er es noch, an sein Handy zu kommen. Als er gerade die Nummer seines Sohnes wählen wollte, verlor er aber das Bewusstsein. Das Telefon glitt ihm aus der Hand und schlitterte mehrere Meter die Felswand hinunter.

Der Hund gehorchte und brachte das Handy zum Verunglückten. 

Wenig später kam der Mann zwar wieder zu sich, wegen seiner schweren Verletzungen konnte er sich aber kaum bewegen. In dieser Situation war sein treuer Jagdhund die letzte Rettung. Der Mann befahl seinem vierbeinigen Begleiter, das Handy zu bringen. Und das Tier gehorchte tatsächlich. 

Abtransport mit Rettungshubschrauber

Der Jäger konnte seinen Sohn zu sich an die Unfallstelle lotsen. Der Verletzte wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Linzer UKH geflogen.

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orf.at vom 07.06.2008

Keine Weibchen für Braunbär Moritz

Oberösterreichs letzter Braunbär Moritz bekommt vielleicht doch nicht drei Weibchen. Niederösterreich und die Steiermark verweigern möglicherweise die Zustimmung für die Auswilderung zusätzlicher Braunbären.

Rettung vor dem Aussterben

Drei Weibchen wurden für Moritz beim Bärengipfel beschlossen und in den nächsten zwei bis drei Jahren sollen insgesamt zehn Braunbären in den nördlichen Kalkalpen in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark ausgewildert werden. Mit dieser Maßnahme sollten die Braunbären in Österreich vor dem neuerlichen Aussterben gerettet werden.

Die neuen Bären gibt es allerdings nur, wenn auch die angrenzenden Bundesländer Niederösterreich und die Steiermark zustimmen, und die fühlen sich keineswegs an das Bärengipfel-Ergebnis aus Oberösterreich gebunden.

Verschwundene Bären

Aus dem Büro des zuständigen Umwelt- und Agrar-Landesrates Plank in Niederösterreich heißt es etwa, man habe vom Bärengipfel in Linz überhaupt erst aus den Medien erfahren. Außerdem solle zunächst geklärt werden, was aus den bisher 30 verschwundenen Braunbären in den nördlichen Kalkalpen geworden ist - das Bundeskriminalamt ermittelt ja schon seit Monaten und hält illegale Abschüsse für möglich.

Den Bärenschwund klären und parallel Bären auswildern hält man in Niederösterreich jedenfalls für keine gute Idee. Denn dann könne es ja sein, dass es in einigen Jahren wieder keine Bären gebe.
 
Steirer fühlen sich überfahren

In der Steiermark ist man sich bewusst, dass man Bären aussetzen muss, um ihren Bestand für die Zukunft zu sichern. Allerdings fühlt man sich im Büro vom zuständigen Umweltlandesrat Wegscheider vom Bärengipfelergebnis in Oberösterreich ebenfalls ein wenig überfahren.

Landtagssitzung in Graz

Auch hier will man zunächst wissen, ob die Jäger am Verschwinden der vielen Pelztiere in den letzten Jahren Schuld sind, um mit ihnen Vereinbarungen zum Überleben der neuen Bären treffen zu können. Sonst habe die Lösung des Problems keinen Sinn, heißt es. Kommenden Dienstag werden die Bären jedenfalls Thema in der Landtagssitzung in Graz sein.

Bitte Warten

Für den einsamen Moritz und sein Liebesglück heißt es unterdessen: Bitte Warten. Ohne Zustimmung aus Niederösterreich und der Steiermark darf er keine Bärenfamilie gründen. Auch seinem alten Vater Djuro in Niederösterreich bleibt eine Gefährtin bis auf weiteres untersagt.

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"Salzburger Nachrichten" vom 05.06.2008

Anzeige wegen Marderfalle

Wanderer entdeckten qualvoll verendetes Tier

Flachau (SN). Eine grausige Entdeckung machten Wanderer auf der Frauenalm bei Flachau: ein wahrscheinlich nach Tagen qualvoll verendeter Marder in einer Kastenfalle an der Außenmauer einer Skihütte. Die grüne LAbg. Heidi Reiter schaltete den Tierschutzbeauftragten des Landes, Alexander Geyrhofer, ein. Die Jagd mit Kastenfallen ist nicht grundsätzlich verboten, der Jäger müsste aber mindestens einmal täglich nachsehen. Geyrhofer sagt, er werde Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft erstatten.

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orf.at vom 05.06.2008

Keine Schonzeit mehr für Kormorane

Kormorane dürfen erstmals früher als bisher abgeschossen werden. Naturschutzlandesrat Erich Haider hat einer Angleichung an die in Bayern üblichen Abschusszeiten zugestimmt.

Abschusszeit erst im Oktober


In Oberösterreich waren Kormorane bisher ab Oktober, in Bayern aber schon ab Mitte August jagdbar. Das hatte zur Folge, dass ganze Kormoranschwärme von Bayern nach Oberösterreich geflohen sind.

Europaweite Regelung gefordert

Landesfischermeister Karl Wögerbauer verlangt aber nach wie vor eine europaweite Regelung. Vor allem müsse erlaubt werden, die in Nordeuropa brütenden Vögel bereits während der Brut zu stören.

Von 20.000 auf zwei Mio. Tiere

Wie brennend das Problem ist, zeigt der Umstand, dass es in Europa vor 15 Jahren 20.000 Kormorane gegeben hat. Derzeit wird ihre Zahl aber schon auf zwei Millionen geschätzt. In Oberösterreich dürften es 2.000 Vögel sein.

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"Vorarlberger Nachrichten" vom 03.06.2008

Kein Platz für Bären und Wölfe

Ansiedlung in Vorarlberg würde früher oder später problematisch werden. Wildtiere könnten in Vorarlberg leben, aber nicht die Menschen mit den Wildtieren. DI Hubert Schatz, Wildbiologe

Bregenz. "Nichts gegen Bären und Wölfe, aber die Ansiedlung dieser Wildtiere in Vorarlberg würde dazu führen, dass der Wolf zum 'Problemwolf' und der Bär zum 'Problembär' werden würde." Das ist die Bilanz eines Gesprächs zwischen Jagdaufsehern in Vorarlberg und Vertretern des World Wildlife Funds (WWF) am Wochenende im Bregenzerwald.

"Vorarlberg ist einfach zu klein, um Bären oder Wölfen eine dauerhafte Heimat geben zu können", erklärt DI Hubert Schatz, Wildbiologe des Landes Vorarlberg. Das Land sei vom Arlberg bis zum Bodensee ziemlich dicht besiedelt, eine Kollision zwischen Mensch und Tier früher oder später unvermeidlich. "Die Wildtiere", so Schatz, "könnten hier leben, aber die Menschen nicht mit den Tieren."

"Positive Gespräche"

Für Christoph Walder vom WWF waren die Gespräche mit den Jagdaufsehern dennoch "sehr positiv": "Jägerschaft und Land Vorarlberg sind sehr aufgeschlossen und kooperativ. Ein 'Fall Bruno' wie in Bayern wird sich in Vorarlberg nicht ereignen." Der Braunbär Bruno wurde erschossen.

Der WWF rechnet damit, dass Bären und Wölfe aus der Schweiz und Südtirol auch nach Vorarlberg kommen. Man will rechtzeitig informieren und "humane" Lösungen finden.

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" Kronen Zeitung" vom 02.06.2008

Jäger retten Bambis vor Mähtod

Ein Tierschutztrupp kann mit Infrarotgerät in einer Woche siebzig Rehkitze bergen

Jährlich sterben zur Mähzeit 4000 Rehkitze und 2000 Hasenjunge auf den Wiesen. Im Mühlviertel haben es sich deshalb engagierte Jäger zur Aufgabe gemacht, Bambis vor dem schrecklichen Tod zu retten. Sie suchen stundenlang die hohen Gräser so ab, wie Manfred Freller aus Neumarkt im Mühlkreis.

Zu Beginn der Mähzeit Anfang Mai gibt es noch nicht so viele Rehkitze. Doch Bauern mit Pferden beginnen mit dem Heuen erst jetzt im Juni, wenn die Wiesen schon voll Bambis sind. "Wir müssen immer bei den Landwirten fragen, wann sie mähen und ob wir vorher die Wiesen durchsuchen dürfen", erzählt der engagierte Jäger Manfred Freller.

Gerüstet mit Infrarotgeräten machen sich die ehrenamtlichen Rettungstrupps auf die Suche nach den im hohen Gras versteckten Wildtierbabys. In einer Mähsaison, die etwa eine Woche dauert, finden die Jäger meist bis zu siebzig Jungtiere. Diese werden dann eingefangen und nach der Mahd wieder freigelassen, wo sie schnell von ihren Muttertieren gefunden werden. Hasen jedoch haben da etwas weniger Glück bei der Suchaktion: "Hasenjunge sind so klein, dass sie auch am Infrarotgerät kaum zum Erkennen sind. Da ist es doch eher nur Glück, wenn wir welche finden", so Freller.

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"Der Standard" vom 28.05.2008

"Geschäfte werden nie bei der Jagd abgeschlossen"

Der jagende Lobbyist Martin Standl im STANDARD-Interview: Die Politik spielt in der Welt der Waidmänner immer eine "gewisse Rolle"

Vertrauensfördend bis hin zu einer „persönlichen, intimen Nähe“ sei das Jagen. Die Politik spiele in der Welt der Waidmänner immer eine „gewisse Rolle“, verrät der jagende Lobbyist Martin Standl im Gespräch mit Markus Rohrhofer.

STANDARD: Der Grüne Peter Pilz legte dem Innenministerium-Untersuchungsausschuss eine Einladung zur Wildsaujagd an Mitglieder des ehemaligen Kabinetts Strasser vor. Wundert Sie die Aufregung rund um das ÖVP-Halali?

Standl: Ich will das nicht beurteilen. Aber Fakt ist halt, dass Grüne nicht zur Jagd eingeladen werden. Es gib keine grünen Jäger – halt, doch: die Nationalratsabgeordnete Gabriela Moser ist eine Jägerin. Aber prinzipiell werden Grünen-Politiker eher zum Essen eingeladen.

STANDARD: Wie politisch ist die Jagd in Österreich?

Standl: Die Politik spielt immer eine gewisse Rolle. Das liegt aber nicht an einer besonderen Befindlichkeit Österreichs, sondern einfach an den Strukturen: Die Wirtschafts-Community ist sehr klein. Und natürlich hat die Kombination Jagd, Wirtschaft und Politik historisch viel mit der verstaatlichten Industrie zu tun.

STANDARD: Inwiefern?

Standl: Die größten Unternehmen in Österreich, die in staatlicher Hand waren, hatten auch stattliche Jagden. Und das ist zu einem großen Teil bis heute so. Die Bank Austria hat zum Beispiel die alte CA-Jagd noch, wo jetzt die Italiener jagen gehen. Viele größere Unternehmen in Österreich pachten eine eigene Jagd und laden Geschäftspartner oder Mitarbeiter ein.

STANDARD: Große politische Entscheidungen oder wichtige Geschäfte werden hierzulande also im Dickicht ausgehandelt?

Standl: Nein. Geschäfte werden nie bei der Jagd abgeschlossen. Das ist ein absolutes Tabu, an das sich jeder echte Jäger hält. Es geht vielmehr um ein Zusammengehörigkeitsgefühl, man teilt bei der Jagd ein außergewöhnliches, archaisches Erlebnis. Die Gebirgsjagd zum Beispiel ist eine Oase der Stille und Ruhe. Es entsteht eine persönliche, fast intime Nähe, und das schafft gegenseitiges Vertrauen. Und Vertrauen ist bekanntlich der fruchtbarste Boden für ein jedes Geschäft.

STANDARD: Werden etwa in der Politik bestimmte Themen bereits im Vorfeld für eine Jagd ausgemustert?

Standl: Das spielt sicher eine Rolle. Man darf aber nicht mit dem primären Vorsatz arbeiten, einen Deal machen zu wollen. Die Jagdethik muss im Vordergrund stehen. Wer sich nicht daran hält, findet auch keinen Platz in der Jägerschaft – egal ob Vorstandsvorsitzender oder Landwirt. Jagen ist kein Sport, Jagen ist kein Handwerk, Jagen ist Passion.

STANDARD: Würden Sie einem aufstrebenden Jungpolitiker raten, den Jagdschein zu machen?

Standl: Ich würde es ihm nur dann raten, wenn kein geschäftlicher Vorsatz dahintersteckt und er sich für die Natur und das Wild begeistern kann.

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"Der Standard" vom 28.05.2008

Vom Hegen und Pflegen der guten Kontakte

Der diskrete Charme des Waidwerks sei gesprächsfördernd, sagen Insider. 

Jagdausflüge haben in der vergangenen Zeit einen üblen Beigeschmack bekommen - Eine Bestandsaufnahme


Mit der Bemerkung, er gehöre nicht zur „Jägerclique“ ließ der oberösterreichische Polizeichef Andreas Pilsl am Montag im Innenministerium-Untersuchungsausschuss aufhorchen. Von angeblichen Jagdeinladungen des Rüstungslobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly an Mitarbeiter von Innenminister Strasser habe er deshalb nichts gewusst, sagte Pilsl. Ein bekennendes Mitglied der Jagdgesellschaft ist hingegen die Tiroler Landesrätin Anna Hosp (VP), zuständig für Raumordnung und Naturschutz. Ihr werden immer wieder Jagdausflüge nachgesagt, die von Unternehmern mit „einschlägigen Interessen“ kommen sollen, gerüchteweise vom Zillertaler Liftkaiser Heinz Schultz aus Uderns.

Anna Hosp gibt im Standard-Gespräch zu, dass sich „Menschen auf der Jagd näherkommen“. Vor allem das „Tottrinken“ nach der Jagd sei „gesprächsfördernd“. Sie überlege aber ganz genau, von wem sie sich „auf einen Abschuss“ einladen lasse. Beeinflussbar in ihren Entscheidungen sei sie keineswegs. Für die Kontaktpflege nutze man auch die Landesjagd im Pitztal. Hosp: „Viele Industrielle sind auch Jagdpächter, das kann für den Wirtschaftsstandort Tirol nur gut sein.“ Georg Willi (Grüne): „Problematisch wird das dann, wenn Jagdbekanntschaften zu besseren Verhandlungsergebnissen kommen als Nichtjäger.“

"Ohne wirtschaftliche Hintergedanken"

Im Gegensatz zu Hosp ist Michael Manhart, Chef der Skilifte Lech und Vorarlberger Landesjägermeister, Gastgeber „ganz ohne wirtschaftliche Hintergedanken“. Dass der Vorstand des regionalen Jagdverbandes ausschließlich aus Unternehmern, angeführt vom Fruchtsafterzeuger Franz Rauch, besteht, der Liechtensteiner Treuhänder Herbert Batliner in Lech zur Pirsch lädt, habe, so Manhart, nichts mit Geschäften zu tun. Es verbinde einzig das Interesse an Natur und Wild. Mehr als ein Hobby ist die Jagd für den niederösterreichischen Landesjägermeister und Raiffeisen-Boss Christian Konrad, der mit Geschäftspartnern und Politikern, wie etwa Landwirtschaftsminister Josef Pröll (ÖVP), auf die Pirsch geht.

In der Zentralstelle der österreichischen Jagdverbände hört man den Vorwurf der Cliquenwirtschaft nicht gerne. Die Jagd sei kein Privileg der Wichtigen und Reichen, die 116.000 Jäger stammten aus allen Berufsgruppen, sagt Generalsekretär Peter Lebersorger. „Mit Anfüttern oder Korruption“ habe man nicht mehr Probleme als „andere Branchen“. Viele Einladungen werde man nun aber überdenken, sagt Lebersorger. „Es würde uns schon sehr wundern, wenn man bei sportlichen oder kulinarischen Einladungen Ausnahmen machen würde und nur die Jagd übrigbleibt.“ Die wenigsten der 900.000 Abschüsse seien „geschäftliche“.

Wirtschaftsfaktor Jagd

Rund 475 Millionen Euro setzt die Jägerei jährlich um. Den Löwenanteil machen Lohnkosten aus, aus Pachten werden 54 Millionen erlöst, das erlegte Wild hat einen Wert von 29 Millionen Euro. Zum Wahlkampfthema wird die Jagd immer wieder, wenn es um Neuvergaben der 11.670 Jagdgebiete geht. Wie in Salzburg 2004: Der spätere Wahlverlierer, Landeshauptmann Franz Schausberger (VP), hatte versucht, große Teile des Lungauer Riedingtals zum Habitatschutzgebiet samt Betretungsverbot zu erklären. Als bekannt wurde, dass die Sperre nicht zugunsten bedrohter Tierarten, sondern zugunsten eines deutschen Jagdherren erfolgen sollte, musste Schausberger den Plan fallenlassen. Auch im Vorfeld der Salzburger Landtagswahlen im März 2009 spielt ein 800 Hektar großes Jagdgebiet im Südosten des Tennengebirge eine Rolle. Dieses wurde von den Bundesforsten an den Holzindustriellen Peter Kaindl verkauft. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und die SP brachten eine Klage auf Rückabwicklung des Geschäftes ein: Mit der Jagd hätten die Bundesforste rechtswidrig auch die im Tennengebirge vermuteten strategischen Wasserreserven verscherbelt.

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"Kronen Zeitung" vom 28.05.2008

Drei Weibchen für Atterseebär "Moritz" 

Einigung beim Runden Tisch in Linz:
Oberösterreichs Vorzeigebär "Moritz" bleibt kein einsamer "Petz" auf Wanderschaft. Lange hat es gedauert - nun haben sich die Interessensvertreter beim Bärengipfel einigen können: Er bekommt sogar gleich drei slowenische Bräute. Wann die Weibchen eingebürgert werden, kann jedoch noch nicht gesagt werden.

"Das ganze Projekt - also die Einbürgerung von zehn Bären in den Ländern Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark - wird etwa zwei bis drei Jahre dauern", erklärte Agrarlandesrat Josef Stockinger nach der Diskussion am Runden Tisch. Für Oberösterreich sind drei Weibchen geplant, während in den anderen Gebieten auch Männchen angesiedelt werden sollen. "Moritz ist noch jung, sein Streifgebiet ist 1250 Quadratkilometer groß. Drei Weibchen sind angemessen für ihn" so Bärenanwalt Walter Wagner. Die Bären werden aus Slowenien eingesiedelt und jeweils etwa 10.000 Euro kosten. Sie bekommen alle, einen Sender, um sie im Auge behalten zu können. Sollte ein Bär zum Problem werden, könnte man ihn zum Abschuss freigeben.

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orf.at vom 27.05.2008

Biber in Eisenfalle geraten und ertrunken

Im Brunnbach bei Kirchdorf ist am Dienstag ein toter Biber gefunden worden. Der Biber ist Teil des Tiroler Biber-Wiederansiedelungsprojekts. Er dürfte mit seiner Pfote in eine verbotene Eisenfalle geraten und qualvoll ertrunken sein.

Wiederansiedelungsprojekt.

Etwa zehn Biber leben im Brunnbach. Experten des Ansiedelungsprojektes vermuten aber, dass der Fallensteller es nicht auf die seltenen Biber, sondern auf die uferschädigenden Bisamratten abgesehen hatte. Im Rahmen des Wiederansiedelungsprojektes finden sich derzeit etwa zehn Biber im Bereich des Unterländer Brunnbaches. 

Biberpate Andreas Goldberger

Einer der um den Biber mittrauert, ist Skisprung- und Dancingstar Andreas Goldberger. Er war im vergangenen Jahr dabei, als in Erpfendorf der erste Biber entdeckt wurde.

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"Salzburger Nachrichten" vom 27.05.2008

Lostag für letzten wild lebenden Bären Moritz

Beim "Bärengipfel" soll geklärt werden, ob weitere Tiere ausgesetzt werden

Linz. Heute, Dienstag, ist ein Lostag für Oberösterreichs letzten wild lebenden Braunbären Moritz. Beim "Bärengipfel" im Linzer Landhaus soll eine Entscheidung darüber fallen, ob er eine Braut bzw. weitere Artgenossen bekommt oder nicht. Auf Einladung von Agrarlandesrat Josef Stockinger (ÖVP) beraten ab 14 Uhr Interessenvertreter aller betroffenen Gruppen.

Die Bärenpopulation in den Nördlichen Kalkalpen steht seit dem Verschwinden des letzten Weibchens vor dem Aus. Bei der Frage, wie viele Exemplare die Region verträgt, liegen die Vorstellungen aber noch auseinander: Während der Bärenanwalt der Österreichischen Bundesforste, Walter Wager, für eine Auswilderung von zunächst vier Weibchen und einem Männchen aus Slowenien eintritt, will Stockinger seine Entscheidung von den Fachgesprächen abhängig machen. Neben Landwirtschaftskammer, Jägerschaft und Grundbesitzern nehmen unter anderem auch der Bärenanwalt, der WWF und das Institut für Wildtierkunde an dem Runden Tisch teil. Im Anschluss an das Gespräch wird die Entscheidung bekannt gegeben.

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"Die Krone" vom 27.05.2008

"Moritz"hofft auf viele Bräute! 

Bärengipfel entscheidet heute, ob "Petz" ein oder gar mehrere Weibchen bekommt:

Bekommt unser Vorzeigebär "Moritz" eine oder - wie es sich Experten wünschen - gar mehrere Bräute? Darum geht es heute, Dienstag, beim "Bärengipfel" mit Agrarlandesrat Josef Stockinger. Eine als Stimmungsbarometer dienende Fachtagung lief vor zehn Tagen ja bereits sehr gut. Denn da gab es ein klares "Ja" zu mehr Bären.

"In Oberösterreich brauchen wir mindestens drei Bärinnen. Aber es geht ja auch um die anderen Bundesländer. In den Kalkalpen sollten mindestens zehn Weibchen angesiedelt werden", erklärt der "Bärenanwalt" Walter Wagner. Erst vor zehn Tagen fand in Linz die Fachtagung "Land der Bären, zukunftsreich?" statt. Dort gab es wie berichtet - ein klares "Ja" zu mehr Braunbären. Beim heutigen Bärengipfel lädt Landesrat Stockinger Interessensvertreter von Jagd, Landwirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zum runden Tisch ein. Thema: keine, eine oder gar mehrere Bärinnen für Atterseebär "Moritz". Die Bärinnen sollen in den nördlichen Kalkalpen angesiedelt werden. Derzeit leben in diesen 600 Kilometer langen Gebirgszügen nur zwei Männchen: Braunbärpapa "Djuro" (19) in Niederösterreich und sein Sohn, der oberösterreichische Lieblingsbär "Moritz" (7).

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"Die Presse" vom 26.05.2008

Jagen in Wien: „Nirgends schwieriger“  

Die Jäger der Bundeshauptstadt sehen sich selbst als eine Art Eliteeinheit ihres Berufsstandes. Das Interesse ist groß: Niemals zuvor legten mehr Wiener die Jagdprüfung ab als heute.

Wien steht im öffentlichen Bewusstsein nicht wirklich für im Morgennebel röhrende Hirsche und Jäger, die dem Wild nachstellen. Damit tut man einer gar nicht so kleinen Personengruppe Unrecht: Die Jäger der Bundeshauptstadt leisten im Vergleich zu vielen ihrer Kollegen aus den Ländern nämlich Schwerstarbeit. Und auch der Wiener Bürgermeister vergibt an jene, die es mutmaßlich verdienen, regelmäßig sogenannte Repräsentationsabschüsse in den städtischen Revieren.

Einem hochrangigen Kabinettsmitglied des Innenministeriums wurde – wie berichtet – eine ebensolche Ehre zuteil. Liegt ganz Wien im Jagdfieber? Zumindest die Zahl der Interessenten für die Jagdprüfung steigt deutlich an. „Die Presse“ fragte nach, was es in Wien mit der Jagd auf sich hat, wer wie viel für Abschüsse zahlt (oder auch nicht) und warum am Zentralfriedhof bereits seit Jahrzehnten das ganze Jahr über Schonzeit ist.

Insgesamt erlegten Wiens Jäger im Auftrag der Bezirksämter – diese erstellen die jährlichen Abschusspläne – in der vergangenen Saison 3253 Stück Wild (Auszüge: siehe Grafik). Die Jäger selbst sprechen in diesem Zusammenhang stets von müssen, nicht von wollen. Weil natürliche Fressfeinde selten sind, schreibt das Jagdgesetz zur Verhinderung einer Überpopulation die Bejagung der insgesamt 32 Reviere vor. Ausgenommen: bebaute Regionen, intensiv genutzte Naherholungsgebiete (Donauinsel, Wienerberg, etc.) und Friedhöfe.

„Nirgendwo sonst ist die Jagd schwieriger“, glaubt Andreas Januskovecz, Leiter des Forstamts (MA49), das im Stadtgebiet mit 29 Berufsjägern 100 Quadratkilometer Jagdrevier zu bewirtschaften hat. Zum einen sei es in freier Wildbahn einfacher, das Wild überhaupt aufzuspüren, zum anderen sei dort die Gefahr, Wanderer oder Radfahrer zu verletzten oder gar zu töten, viel geringer. „Es ist alles andere als einfach, im Nationalpark Donauauen auf Wildschwein-Jagd zu gehen und dabei gleichzeitig die Sicherheit von 600.000 jährlichen Besuchern zu garantieren.“

Neben jenen des Forstamts gibt es in Wien nur wenige Reviere, wo noch gejagt wird. Die wichtigsten Eigentümer sind die Bundesforste (Region Sofienalpe) und das Stift Schotten (Region Amundsenstraße). Kleinere Grundbesitzer müssen sich zu sogenannten Jagd-Genossenschaften zusammenschließen, wie beispielsweise in Floridsdorf.

2500 Euro für einen Keiler

Um die Reviere in Wien und den den Quellschutzgebieten in Niederösterreich und der Steiermark (zusätzliche 340 Quadratkilometer) bewirtschaften zu können, verkauft der Magistrat auch Abschüsse an Privatpersonen. Knapp 20 Prozent aller Abschüsse werden so „erledigt“. Zum Wohle des Stadtbudgets. Der Abschuss eines ausgewachsenen Keilers kostet bis zu 2500 Euro, ein kapitaler Hirsch ist für 2000 Euro zu haben. Frischlinge fallen mit 100 Euro pro Abschuss fast schon in die Kategorie Schnäppchen. Zu bekommen ist so eine Lizenz zum Töten über ein schriftliches Gesuch beim Forstamt, das dem Interessenten dann ein Angebot legt. Im Preis inkludiert ist die vorgeschriebene Begleitung durch einen Berufsjäger der Stadt. Nur fünf bis zehn Abschüsse pro Jahr sind „gratis“. So oft nämlich lädt der Bürgermeister Bekannte oder Geschäftspartner auf Repräsentationsabschüsse ein.

Während den „Kunden“ solcher Abschüsse nur Erinnerungen und Trophäen bleiben, verdient die Stadt auch mit dem Fleisch gutes Geld. Einige hundertausend Euro sollen zuletzt durch den Verkauf von Wildbret eingenommen worden sein. Genaueres will die MA49 demnächst dem Gemeinderat berichten.

6000 Wiener jagen in NÖ

Dass sich die Jagd in Wien immer größerer Beliebtheit erfreut, zeigen die Anmeldungen für die Jagdprüfung des Landesjagdverbandes. Nach 50 im Jahr 2006 und 100 im Vorjahr rechnet Landesjägermeister Günther Sallaberger 2008 mit 160 Nennungen. Ein Drittel davon sind Frauen, die langsam in eine traditionelle Männer-Domäne eindringen. Insgesamt waren im Vorjahr 830 Personen im Besitz einer Wiener Jahresjagdkarte. Davon stammten 57 aus dem Ausland. Die meisten Wiener gehen in Niederösterreich auf die Jagd – ihre Zahl wird auf knapp 6000 geschätzt.

Echtes Jägerlatein ist übrigens das Gerücht, dass am Zentralfriedhof regelmäßig zum Halali geblasen wird. Der letzte Schuss fiel dort am 20. Jänner 1987. Damals ließen acht Hasen, drei Kaninchen und zwölf Fasane ihr Leben. „Natürlich haben wir auch heute noch Beschwerden von Grab-Eignern wegen Schäden, die durch verirrtes Wild verursacht wurden“, sagt Erhard Rauch, Geschäftsführer der Friedhöfe Wien. Heutzutage lasse man jedoch die Zeit diese Probleme lösen. „Das Wild lebt ja nicht ewig.“

Auf einen Blick

Auf Wiener Landesgebiet gibt es 32 Jagdreviere. 100 Quadratkilometer davon werden durch das Forstamt (MA49) bejagt. Weitere nennenswerte Reviere gehören etwa den Bundesforsten oder dem Stift Schotten.

Abschüsse in der Jagdsaison 2006/2007 in Wien
 
1194 Wildschweine 
588 Fasane 
347 Hasen 
317 Rehe 
164 Muffelwild 
143 Enten 
109 Füchse 
75 Tauben 
74 Wiesel 
70 Rotwild 
64 Damwild 
31 Marder 
20 Iltisse 
20 Dachse 
 
Quelle: Statistik Austria

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kleinezeitung.at vom 21.05.2008

Jäger ärgern Pilzesammler 

Kampf den Pilzdieben. 23 Osttiroler Hegemeister fordern in einer Resolution Verschärfung der Pilzbestimmungen wie in Südtirol.

Die Jagd nach "Funghi" ist bei unseren Nachbarn aus Italien zum Volkssport geworden. Massenweise Schwammerlsucher aus dem Süden schwärmten vor allem im vergangenen Sommer in Osttirol aus.

Resolution

Die heimischen Jäger wollen nicht mehr länger Scheuklappen aufsetzen, sondern für mehr Ordnung im Unterholz sorgen. In einer Resolution an die Tiroler Landesregierung fordern die 23 Hegemeister aus dem Bezirk Lienz eine Verschärfung der Pilzschutzverordnung.

Kreislauf ist gestört

"Vor allem die Bejagung des Rotwildes wird durch das Pilzesammeln und den ohnehin bestehende Druck auf Erfüllung der Abschusspläne stark beeinträchtigt beziehungsweise ist in bestimmten Gebieten gar nicht mehr möglich", zeigt Bezirksjägermeister Martin König auf, der massive Klagen von den Jagdausübungsberechtigten zu Ohren bekommt.

Organisierte Gruppen

Vor allem das Hochpustertal wird von den "Funghi-Klaubern" überschwemmt. König führt dies auf die Verschärfung der Regelungen für das Pilzesammeln in Südtirol zurück. Dort muss man in den Gemeinden für acht Euro einen Schein lösen. Dieser berechtigt das Pflücken von einem Kilogramm pro Person und Tag. "Wir müssen einfach was unternehmen. Wir haben es hier mit organisierten Gruppen zu tun, die sich damit den Urlaub finanzieren", versteht König die Welt nicht mehr, der auch über einzelne Ruhegebiete nachdenkt.

Zusammenarbeit

"Es muss weiters ein Zusammenspiel zwischen Tourismus, Jägerschaft und Grundbesitzern geben", so König, der von Tiroler Landesregierung in Ansehung an die Südtiroler Pilzbestimmungen eine diesen angepasste oder ähnliche Regelung fordert.

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Leserbrief 
"Kleine Zeitung" vom 16.05.2008 

Fuchs in Falle: Anzeige gegen Jäger 

Abgesehen davon, dass für jeden gesunden Menschenverstand es sich hier um Tierquälerei handelt, ist die von Burgstaller-Gradenegger aufgeführte Begründung für den Einsatz der Fallenjagd und der Bejagung des Fuchses im Allgemeinen falsch. Der Fuchs ist nicht der, der den Bestand anderer Wildtierarten bedroht. Dazu ist er gar nicht in der Lage. Er ernährt sich vorwiegend von Mäusen und Käfern. Gelegentlich gehört ein kranker Hase oder ein Zuchtfasan zu seiner Beute. Gesunde und in der Natur aufgewachsene Wildtiere erwischt er nicht. Daher nennt man ihn auch die "Polizei des Waldes". Was die Bevölkerung großteils nicht weiß, ist dass z. B. Fasane zu Tausenden in Fasanerien nur zum Zwecke des Abschusses gezüchtet werden und dann kurz vor Treibjagden in die freie Natur ausgesetzt werden. Jedes Jahr werden über 1 Million Wildtiere in Österreich erschossen, davon alleine über 190.000 Fasane. Bei diesen Zahlen wird deutlich, dass nicht der Fuchs sondern ausschließlich der Jäger der ist, der die Wildtierarten extrem bedroht.
Nachdem die Tollwut nahezu ausgerottet ist, muß nun der Fuchsbandwurm bzw. die Räude als Argumentationsmäntelchen herhalten, damit die Jägerschaft weiterhin Spaß an ihrem Hobby haben können.

Dr. Christian Nittmann, Wien

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kleinezeitung.at vom 16.05.2008

Fuchs in Falle: Anzeige gegen Jäger

Fallenjagd sorgt für Wirbel unter Kärntner Tierschützern. Jäger, der Fuchs in Lebendfalle fing, wird angezeigt. Jägerschaft verweist auf strenge Bestimmungen.

Für heiße Diskussionen unter Tierschützern sorgt ein Jäger, der in einem Wald bei Pischeldorf einen Fuchs in einer Lebendfalle gefangen und das Tier später getötet hat (die Kleine berichtete). Von Tierquälerei ist die Rede, nicht zuletzt deshalb, weil Spaziergänger angaben, das gefangene Tier bereits am Pfingstmontag gesehen zu haben. Der Jäger sei aber erst am Dienstag zur Falle gekommen, nachdem die Polizei verständigt worden war. "Er hat damit seine Kontrollpflicht verletzt. Dem Fuchs wurden unnötige Qualen zugefügt. Daher werde ich Anzeige gegen den Jäger erstatten", sagte gestern Tierschutzombudsfrau Marina Zuzzi-Krebitz.

Kein Protokoll

"Die Polizei, die vor Ort war, hat kein Protokoll erstellt, da kein strafrechtlicher Tatbestand vorlag", erklärte Freydis Burgstaller-Gradenegger, Juristin der Kärntner Jägerschaft. Sie geht darüber hinaus davon aus, dass der Fuchs - wie der Jäger angab - krank war. "Es gab genügend Indizien. Das Tier ist nicht geflüchtet, obwohl die Falle mehr als 20 Minuten offen stand." Außerdem sei ein Jäger in der Lage, eine Erkrankung zu erkennen.

Bestimmungen

Burgstaller-Gradenegger wies darauf hin, dass das Aufstellen von Fallen in Kärnten ganz rigiden Bestimmungen unterliegt. Fallen kommen vor allem dort zur Anwendung, wo Raubwild wie der Fuchs schwer zu bejagen ist, den Bestand anderer Wildarten wie Auer- und Birkhahn, Fasan, Rebhuhn oder Junghasen extrem bedroht oder Krankheiten wie Fuchsbandwurm oder Räude übertragen kann. "Die Fallenjagd ist daher auch im Interesse der Öffentlichkeit", so Burgstaller-Gradenegger.

Genehmigungspflichtig

Das Verwenden von Totfallen ist genehmigungspflichtig. "Davon gibt es in Kärnten maximal zehn Stück", erklärte Burgstaller-Gradenegger. Aber auch Jäger, die Lebendfallen aufstellen, müssen strenge gesetzliche Bestimmungen einhalten. "Der Jäger hat eine Aufsichtspflicht. Wird diese nachweislich nicht erfüllt, so gibt es sicher Konsequenzen", betonte Landesjägermeister Ferdinand Gorton.

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"Kleine Zeitung" vom 15.05.2008

Fuchsfalle empört Tierschützer

Polizeieinsatz im Wald. Jäger sagte, Tier sei an Räude erkrankt gewesen.

PISCHELDORF. In einem Waldstück bei Pischeldorf entdeckte am Montag ein Spaziergänger eine Lebendfalle mit einem darin gefangenen Fuchs. Der Mann erzählte einer Bekannten von seinem Fund, und diese wiederum alarmierte Heidi Lepuschitz, die Leiterin des Tierheimes Garten Eden in Klagenfurt. "Am Dienstag gegen Abend bin ich dorthin gefahren. Das Tier saß in der Falle, war völlig verängstigt und halb verdurstet", schilderte Lepuschitz gestern ihre Eindrücke.

Die Tierschützerin wandte sich an die Polizei, woraufhin Beamte der Polizeiinspektion Pischeldorf in das Waldstück fuhren. Auch Aufsichtsjäger Andreas Stadler wurde gerufen.

In der Folge wurde die Falle geöffnet, der Fuchs allerdings kauerte weiterhin in einer Ecke. "Er war in Panik. Auch das Katzenfutter, das ich dem Tier angeboten habe, wurde nicht angenommen", erklärte Lepuschitz. Der Jäger hingegen hatte einen anderen Eindruck. "Beim Fuchs handelte es sich um ein altes Männchen, das an Fuchsräude erkrankt war. Ich habe meine Pflicht erfüllt und das Tier von seinen Qualen erlöst", sagte Stadler und betonte, täglich in seinem Revier Kontrollen durchzuführen.

Wie später festgestellt wurde, wog der Fuchs nur mehr etwas über vier Kilo. Wie es das Gesetz vorschreibt, wird der Kadaver jetzt veterinärmedizinisch untersucht. Der Wald gehört zum Tollwutsperrgebiet.

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ots.at vom 15.05.2008

Vassilakou fordert Vorlage von Häupls Jagdgästeliste  

Anfrage der Grünen Wien im Wiener Gemeinderat geplant

Wien (OTS) - Die Klubobfrau der Grünen Wien, Maria Vassilakou, fordert Bürgermeister Häupl auf, seine "Jagdgästeliste" zu veröffentlichen und kündigt eine diesbezügliche Anfrage im Wiener Gemeinderat an. Laut Medienberichten handelt es sich immerhin um bis zu 10 sogenannte "Repräsentations-Abschüsse" pro Jahr, die auf Einladung des Bürgermeisters erfolgten.

"Häupl der sich als Gallionsfigur im Kampf gegen die schwarz-blaue Bundesregierung feiern ließ, fraternisierte im Hintergrund mit hochrangigen Vertretern dieser Regierung. Es wirft ein schiefes Licht auf die politische Kultur der SPÖ, wenn man einerseits Innenminister Strasser öffentlich angreift wegen des eklatanten Abbaus von Polizeipersonal in Wien, andererseits aber den Kabinettschef ebendieses Ministers, Christoph Ulmer, zur selben Zeit mit Jadgdgeschenken beglückt", so Vassilakou.

"Nun drängt sich die Frage auf, wer sonst noch mit solchen und ähnlichen Jagd-Geschenken bedacht wurde. Wir fordern jetzt die Bekanntgabe aller Gäste, die von Häupls Gnaden im Wiener Lainzer Tiergarten ihr Jagdglück versuchen durften", so Vassilakou abschließend.

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"Die Presse" vom 15.05.2008

Jagdsaison für verbotene Geschenkannahme

Teure Geschenke für Beamte in Form von Jagdeinladungen sind in Österreich offenbar gang und gäbe. Bisher setzte nur das Dienstrecht Schranken, nun verbietet auch das Strafrecht die Geschenkannahme.

WIEN. Mit einem angeschossenen Wildschwein ist nicht zu spaßen. Das wissen die Jäger im Lainzer Tiergarten. Noch dazu ist das Wiener Naherholungsgebiet für jedermann zugänglich. Drei Wochen lang suchten sie also eifrig nach dem waidwunden Keiler. Drei Wochen nachdem Christoph Ulmer, damals Kabinettschef von Innenminister Ernst Strasser (ÖVP), das Tier nicht voll getroffen hatte.

Am 20. Dezember 2002 schrieb Andreas Januskovecz, Forstdirektor der Gemeinde Wien, endlich das erlösende E-Mail: „Ich darf Ihnen mitteilen, dass der von Ihnen beschossene Keiler gestern Abend (19. Dez.) von Oberförster L. (ca. 300 Meter von der Stelle entfernt, wo Sie das Stück beschossen haben) erlegt wurde. Damit wurde Ihre Jagd bei uns im Lainzer Tiergarten (wenn auch etwas verspätet) erfolgreich abgeschlossen; es liegt ein kapitaler Keiler!“

2700 Euro für einen Keiler

Der kapitale Keiler für Ulmer aus dem stadteigenen Revier war ein persönliches Geschenk des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl (SPÖ). Dessen damaliger Präsidialchef Wolfgang Müller intervenierte beim Forstdirektor. „Solche Repräsentations-Abschüsse kommen gelegentlich vor“, sagte ein Sprecher der Stadt Wien am Mittwoch auf Anfrage der „Presse“. Fünf bis zehn Mal pro Jahr erteile der Bürgermeister die Lizenz zum Töten. Normalerweise schlägt die Stadt Kapital aus den kapitalen Keilern. „Bis zu 2700 Euro kostet ein Abschuss eines Wildschweins“, sagte der Sprecher.

Verbotene Geschenkannahme?

Fünfeinhalb Jahre später steht der „kapitale Keiler“ wieder auf. Der Grüne-Abgeordnete Peter Pilz veröffentlichte den E-Mail-Verkehr. Er sieht in den Jagdausflügen von Ulmer und anderen Kabinettsmitarbeitern einen Verstoß gegen das Beamtendienstrecht. „Es geht um verbotene Geschenkannahme“, sagt Pilz zur „Presse“. Es gebe ein System der „Geber und Nehmer“, kritisiert er. Denn Jagdausflüge von Ministeriumsmitarbeitern sind keine Seltenheit. Wie die „Presse“ berichtete, lud auch der Waffenlobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly Mitarbeiter des Innenministeriums – das gleichzeitig ein schwedisches Rechtshilfeansuchen gegen Mensdorff zu prüfen hatte – regelmäßig zur Jagd ein.

„Minister muss anzeigen“

Genau hier wird es für Innenminister Günther Platter haarig. Auf Kosten eines Lobbyisten jagen zu gehen könnte eine Verletzung der Dienstpflichten dieser Beamten darstellen. Und die müsste Platter als Dienstbehörde erster Instanz anzeigen, sagt Bernd-Christian Funk, Professor für Staatsrecht in Wien, zur „Presse“.

Landeshauptleute, die auf „Repräsentations-Abschüsse“ einladen. Beamte in Ministerien, die sich auf Jagden einladen lassen – ist das schon Korruption? Heute würden die Jagdausflüge klar gegen das Gesetz verstoßen. Anfang des Jahres trat eine Strafrechtsnovelle in Kraft, die derartige Geschenke für Beamte unter Strafe stellt (siehe Seite 2). Zuvor hätte nur eine „Gegenleistung“ der Beamten – worauf es in den erwähnten Fällen keinerlei Hinweise gibt, einen Amtsmissbrauch dargestellt.

„Das Problem in Österreichs Politik ist weniger die direkte Bestechung, sondern das mangelnde Bewusstsein für Unvereinbarkeiten. Dafür hat man kein Sensorium, da findet man nichts dabei“, kritisiert der Politikwissenschaftler Hubert Sickinger. Er sitzt im Beirat von Transparency International, einem Verein, der gegen Korruption kämpft.

„Rein privat“

Seinen „Repräsentations-Abschuss“ in Lainz habe er damals sogar rechtlich prüfen lassen, betont Christoph Ulmer im Gespräch mit der „Presse“. Für die Jagd habe es auch keinerlei politische Zugeständnisse gegeben.

Die Jagdausflüge bei Mensdorff-Pouilly, dem Gatten der früheren ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat, waren für Ulmer „rein privat“. Wie berichtet lud der Waffenlobbyist Mensdorff immer wieder aktive und ehemalige Kabinettsmitglieder auf sein Landgut ins burgenländische Luising ein. Manchmal flog die Jagdgesellschaft auch nach Schottland. Zwei Autostunden nördlich von Edinburgh liegt Mensdorffs Landsitz Dalnaglar Castle. Tagsüber wurden Rebhühner gejagt, abends gab es „ein nettes Abendessen im schönen Rahmen“, erinnert sich Ulmer.

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"Die Presse" vom 10.05.2008

Jagen in Schottland: Die Jagdausflüge der Ministersekretäre

Mitarbeiter des Innen- und Agrarministers ließen sich vom Waffen-Lobbyisten Mensdorff-Pouilly auf die Jagd nach Schottland einladen. Der Verdacht auf unerlaubte Geschenkannahme steht im Raum.

Es war ziemlich kalt, weil die Heizung nicht richtig funktioniert hat“, erinnert sich der einstige Jagdkamerad. Ansonsten waren die Jagdgesellschaften auf Schloss Dalnaglar in Schottland durchaus angenehm. Nicht jeder kommt ohne weiteres in das mondäne Anwesen des Grafen Mensdorff-Pouilly hinein. Wer das Schloss in den Highlands für ein Wochenende mieten möchte, bezahlt 15.000 Pfund (19.000 Euro). Soviel mussten die Kabinettsmitglieder des Innen- und des Landwirtschaftsministers natürlich nicht bezahlen. Sie wurden vom Grafen eingeladen. Und einige der engsten Vertrauten der Minister ließen sich nicht zweimal bitten.

Diese „unerlaubte Geschenkannahme“ der jagdsportlichen Art dürfte zwar Juristen zufolge nicht gegen das Strafrecht verstoßen. Auf jeden Fall handelt es sich aber um einen schweren Verstoß gegen das Beamtendienstrecht. Politisch hochbrisant ist die Affäre allemal. Denn Mensdorff-Pouilly ist nicht nur Jäger, sondern auch Gutsbesitzer und einer der bekanntesten Waffen-Lobbyisten des Landes.

Verdacht der Bestechung

Da sind gute Kontakte ins Landwirtschaftsministerium, aber vor allem ins Innenministerium Gold wert. Schließlich ist das Innenministerium für das Kriegsmaterialiengesetz zuständig. Es bewilligt die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Kriegsmaterialien.

Seit Anfang 2007 gibt es einen weiteren Anknüpfungspunkt zwischen Mensdorff-Pouillys Waffengeschäften und dem Ministerium. Seit dieser Zeit ermittelt nämlich der Stockholmer Sonderstaatsanwalt Christer van der Kwast gegen Mensdorff-Pouilly wegen des Verdachts der Bestechung. Es ging um den Kauf von „Gripen“-Kampfflugzeugen für die Armeen Tschechiens und Ungarns. Mensdorff weist die Vorwürfe zurück.

Im Zuge dessen läuft ein Amtshilfe-Verfahren mit Österreich. Die Wiener Staatsanwaltschaft hat einen Akt angelegt. Sollte in Österreich Amtshilfe geleistet werden, dann würden die Ermittlungen im Bundeskriminalamt des Innenministeriums stattfinden – und dort würden auch die schwedischen Akten eintreffen, an deren Inhalt Mensdorff-Pouilly großes Interesse haben könnte.

Doch selbst nach dem Amtshilfe-Gesuch aus Skandinavien war die Jagdleidenschaft der Ministeriums-Waidmänner ungebrochen. Regelmäßig traf man sich auf Mendsdorff-Pouillys Anwesen im südburgenländischen Luising.

„Dalnaglar Castle“ in Glenshee wiederum, zwei Autostunden von Edinburgh in den Highlands gelegen, kaufte er über seine ungarische Firma MPA.

Der „Graf“ aus Österreich

„Die Presse“ hat sich im Zug ihrer Recherchen in Glenshee umgesehen. Diskret ist bezüglich Dalnaglar ebenso eine Untertreibung wie exklusiv. In der nächst gelegenen Kleinstadt Blairgowrie ist das Schloss sowie sein österreichischer Besitzer fast unbekannt. Und wer es kennt, der assoziiert damit festliche Anlässe zu stattlichen Preisen. „Ach, heiraten Sie?“, lautete die Gegenfrage der Frühstückspension-Betreiberin Joan Wilson an den „Presse“-Redakteur, als dieser nach Dalnaglar fragte. Auf der Weinkarte findet sich übrigens auch ein „Welschriesling, Trocken, 2002 Gräflich Mensdorff-Pouilly“.

Doch wie gesagt: Dalnaglar ist entlegen. Auch die drei Immobilienmakler in Blairgowrie erinnern sich nur, dass es „in jüngerer Zeit mal am Markt war“, aber privater Hand verkauft worden ist. In der Redaktion des Bezirksblättchens „Blairgowrie Advertiser“ weiß man nichts über Dalnaglar.

Rund 35 Kilometer weiter, über verschlungene Bergstraßen und an einsamen Gehöften vorbei, wo man hinter jeder Kurve für einen Fasan oder ein Hochlandrind bremsen muss, liegt der Skiort Spittal of Glenshee. Die Kellnerin im dortigen Gasthaus kennt Mensdorff-Pouilly. „Er ist ein Graf. Kommt während der Jagdsaison regelmäßig, auch mit Gästen.“

Einmal pro Jahr aufs Schloss

Acht Jagden gab es 2007 auf Dalnaglar Castle, hieß es auf Anfrage der „Presse“ aus Mensdorff-Pouillys Büro. Einer der schottischen Jagd-Gäste war Wolfgang Gattringer. Bevor er als Manager bei Alcatel anheuerte, war er Kabinettsmitarbeiter des Innenministers. Im Gespräch mit der „Presse“ sagt Gattringer zu den Jagsausflügen „gar nichts“.

„Diese Schottland-Flüge fanden in der Regel einmal pro Jahr statt. Es nahmen meist zehn Personen daran teil“, erinnert sich ein ehemaliger Jagdkamerad. Welche Personen konkret dem Jagdhorn des Grafen gefolgt sind, darüber herrscht betretenes Schweigen.

Fest steht, dass in den Kabinetten der ÖVP-Innenminister Ernst Strasser, Liese Prokop und Günther Platter eifrig auf die Pirsch gegangen wurde. Christoph Ulmer, einst Strassers Kabinettschef, hat selbst eine Jagd gepachtet. Und zu Mensdorff-Pouilly, so wollen ehemalige Kollegen wissen, verbinde ihn „fast eine Vater-Sohn-Beziehung.“ Ulmer arbeitete nämlich einst im Büro von Mensdorff-Pouillys Gattin Maria Rauch-Kallat, als diese noch Generalsekretären der ÖVP war. Seit dieser Zeit verbindet Mensdorff-Pouilly und Ulmer eben nicht nur ihre gemeinsame Jagdleidenschaft. Auch Philipp Ita, Ulmers Nachfolger als Kabinettschef, schoss dem Vernehmen nach so manchen Bock.

Haidinger will nun auspacken

Doch nicht überall im Innenministerium wurde das jagdliche Schießen mit Achselzucken goutiert. Einer fand die Sache nicht korrekt und machte sogar offiziell Meldung: Es war der frühere Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Herwig Haidinger.

Doch Haidinger, dessen Vorwürfe zu einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss geführt haben, stieß auf taube Ohren und auf eine Mauer des Schweigens. So war es ihm bekanntlich auch ergangen, als er auf Ermittlungsfehler im Fall Kampusch intern aufmerksam machte.

Am Dienstag wird Haidinger übrigens wieder vor dem Ausschuss aussagen. Im Gespräch mit der „Presse“ kündigte er an, auch über die „Jagdgesellschaft“ im Innenministerium auspacken zu wollen.

Was wusste Platter?

Und dann könnte es eng für Innenminister Günther Platter (ÖVP) werden. Wusste er von den fröhlichen Jagdausflügen seiner engsten Mitarbeiter? Und vor allem: Wusste er von den Anschuldigungen des früheren BKA-Chefs? Und wenn ja: Warum wurden diese unter den Tisch gekehrt?

Im Ausschuss sitzt der Grüne Peter Pilz. Auch er hat die Fährte der Kabinetts-Waidmänner aufgenommen. Er stieß auf ein E-Mail aus dem Jahr 2002. Darin schrieb der damalige Kabinettschef Ulmer an Strasser und seine Kollegen: „Samstag (...) Riegeljagd, danach Abendessen im Schloss.“ Tags darauf hatte Mensdorff die Waidmänner des Ministers zur „Saujagd (auf das von der vortägigen Riegelwild über gebliebene/verletzte Wild – evtl. auch ein paar Frischlinge, sozusagen zum ,Aufwärmen‘)“ eingeladen, berichtet der „Standard“.

Ulmer sagt, er könne sich nicht erinnern, an derartigen Einladungen seines Duz-Freundes teilgenommen zu haben.

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APA vom 09.05.2008

Sicherheitssprecher Peter Pilz sieht in Einladung zur Wildsau-Jagd verbotene Geschenkannahme 

Eine Einladung zur Jagd an das Kabinett von Ex-Innenminister Ernst Strasser (V) per E-Mail vom März 2002 durch den Geschäftsmann Alfons Mendsdorff-Pouilly erregt den Grünen Sicherheitssprecher Peter Pilz. Er sieht mit der Einladung des Ehemanns der ehemaligen Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) zur Wildsau-Jagd das Delikt der verbotenen Geschenkannahme für Beamte erfüllt. Und für jene Beamte, die der Einladung gefolgt seien und noch im Innenministerium tätig sind, müsse es ein Disziplinarverfahren geben, so Pilz im "Standard".

Strasser selbst kann sich an ein derartiges E-Mail, das dessen damaliger Kabinettschef Christoph Ulmer an den Ressortchef sowie seine Kollegen geschickt haben soll, nicht erinnern. "Sollte es existiert haben, ist es ein gestohlenes E-Mail und zu gestohlenen E-Mails spricht nur mein Anwalt", so Strasser.

In besagtem Mail heißt es u.a. "Samstag (...) Riegeljagd, danach Abendessen im Schloß". Für Sonntag habe Mensdorff die Minister-Mannschaft zur "Saujagd (auf das von der vortägigen Riegelwild übergebliebene/verletzte Wild - evtl. auch ein paar Frischlinge, sozusagen zum ,Aufwärmen')" geladen. Nachmittags sollte es dann zur "eigentlichen Jagd" auf Niederwild kommen, heißt: "Fasane, Rebhühner".

Ulmer kann sich nicht erinnern, teilgenommen zu haben, "ich gehe öfter jagen". Auch Mathias Vogl, Leiter der Rechtssektion im Innenministerium, kann sich nicht erinnern, ob er an der Jagd teilgenommen habe, sieht aber "nichts Verwerfliches". Eingeladen sei auch Philipp Ita, Kabinettschef unter Innenministerin Liese Prokop (V) gewesen. Oskar Gallop, unterdessen Landespolizeikommandant von Tirol, will keinen Kommentar abgeben, "weil es Strafanzeigen im Zusammenhang mit diesen Mails gibt, da man diese Daten offensichtlich rechtswidrig erlangt hat. Solange dieses Verfahren läuft, kommentiere ich das nicht."

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"Kurier" vom 07.05.2008

Gourmets auf der Pirsch 

Zur Eröffnung der Wildbretsaison lud der Niederösterreichische Landesjagdverband ins „Dreimäderlhaus" nach Münchendorf.

Hier schießt man gerne einen Bock. Der Herr Landesjägermeister Christian Konrad hatte nach Münchendorf ins "Dreimäderlhaus" gerufen, und obwohl Petrus seine Tränen auf den edlen Lodenjankern und Dirndln vergoss, so wollte doch die Spitze aus Politik, Wirtschaft und Medien dem edlen Jagdbuffet habhaft werden.

Fit mit der Flinte
Ein Auszug aus der Speisekarte: Rohschinken vom Wildschwein, Maibock im Kürbismantel, Butterschnitzel vom Reh und - ja, auch Waidmänner gehen vom langen Sitzen auf dem Hochstand in die Breite - kalorienarme Variationen vom Grünspargel. Frage an Maria Rauch-Kallat, selbst fit mit der Flinte, ob eigenhändig Erlegtes auch besser schmeckt? "Besser nicht, aber ich weiß, wann ich es eingefroren habe“, so die Gutsherrin des Jagdschlosses Luising im Burgenland, die täglich bis zu 20 Münder stopfen muss. "Deswegen essen wir das ganze Jahr über Wild aus der eigenen Jagd. Ich selber koche aber nicht, da meine Kochkünste über die Jahre in der Politik etwas im Dornröschenschlaf versunken sind." Aufkochen lässt auch profile Hausgeber Christian Rainer - von der Mikrowelle. "Ich und kochen? Da bevorzuge ich lieber das Wildschwein im Knorr-Sack." Bei Gastgeber Christian Konrad bringt seine Frau Rotraut den Kochlöffel zum Schwingen. "Meine Frau und meine Mutter haben schon immer hervorragendes Wildbret gekocht. Was ich erlegt habe schmeckt mir aber nicht, denn ich schieße nur alte Stücke.“

Erste am Buffet
Zwei der drei Mäderln, Hans Taschler, Christian Konrad; Christian Rainer ist Wild nicht wurscht.

Muss üben
Die Kochkünste von Maria Rauch-Kallat sind etwas eingerostet. Egal, sie hat ja eine Köchin.

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orf.at vom 03.05.2008

Wild & zart: Maibock hat Saison

Er ist jung, wild und heiß begehrt: der Maibock! Das erste Wild des Jahres ist besonders zart. Das Küchen-Geheimnis serviert ihn unter einer Kruste, die nach Wald und Wiese schmeckt.

In aller Munde


Der Maibock ist der Inbegriff von gesundem Fleisch: artgerecht in freier Natur aufgewach
sen, stressfrei getötet und ausgesprochen zart. Kein Wunder, dass dieses Wild so beliebt ist. Der Maibock hat wieder Saison, auch im Restaurant Knappenstöckl bei Schmankerlwirt Christoph Wieser und seinem Küchenchef Stefan Szelenyi.

Fleisch in der Pfanne

Wildbret gehört bekanntlich grundsätzlich zu den gesündesten Fleischarten. Beim Maibock kommt noch dazu, dass er besonders fettarm ist. Dennoch ist der Anteil an wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren hoch.

Möglichst naturbelassen

Es gelte, die Spezialität möglichst naturbelassen auf den Teller zu bringen, so Küchenchef Stefan Szelenyi. Schließlich sei der Maibock ein echtes Gustostück. Daher schmecke er am besten rosa gebraten. Hobbyköche nehmen moderne Technik zur Hilfe, nämlich Backofenthermometer oder Kerntemperaturmesser.

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orf.at vom 25.04.2008

Pellegrino - kein Problembär

Leckereien für italienischen Genussbären Pellegrino, der italienische Bär, schätzt offensichtlich das "Dolce Vita". Schon seit Jahren frisst er sich in Kärnten satt.

Eindeutig bestätigt haben sich die Berichte des italienischen Wildbiologen Paolo Molinari, dass sich der Bär Pellegrino derzeit in Kärnten aufhält. Und zwar treibt sich Pellegrino (was so viel bedeutet wie "der Umherirrende") auf der Egger Alm im Gailtal herum - die Kleine Zeitung berichtete exklusiv.

Auf den Fersen

Kurt Zollner, Pächter des Jagdreviers auf der Egger Alm, ist selbst dem Meister Petz auf den Fersen. "Der Bär kommt schon seit fünf Jahren in unser Revier. Er ist ein treuer Stammgast", so Zollner. Bereits am 12. April hat er den Bären im Bereich der Kersnitzen auf der Egger Alm ausfindig gemacht.

Italienischer Feinschmecker

Pellegrino ist offensichtlich ein Genießer, "denn er ist wie im Vorjahr in unsere Futterstelle für das Rehwild eingedrungen und hat sich dort sattgefressen", schildert Zollner, der es dem Bären aber nicht weiter übel nimmt. Von 14. auf 15. April hat Pellegrino einer weiteren Futterstelle in 1650 Meter Höhe einen Besuch abgestattet. "Ich habe die Bärenspuren verfolgt, sie haben exakt zwei Meter an einer aufgestellten Fotofalle vorbeigeführt", so der Gödersdorfer Waidmann.

Fotogen

Auch Wildbiologe Paolo Molinari vermutete bei dem kürzlich gelandeten Schnappschuss eines Bären auf der Egger Alm, dass es sich um eben jenen Bären handelt, der bereits vor einem Jahr in die Foto-Falle getappt war. Durch die Nachforschungen von Kurt Zollner konnte dies nun eindeutig bestätigt werden: Es war Pellegrino.

Futterstellen

In den Tagen nach dem 15. April bediente sich Meister Petz auch noch bei zwei anderen Futterstellen. "Die Spuren zeigen, dass sich der Bär nicht ständig in Kärnten aufhält. Er zieht sich regelmäßig auf die italienische Seite zurück", so Zollner. Hier gibt es Richtung Pontebba ein großes Gebiet, in dem keine Jagd stattfindet. "Der Bär hat dort seine Ruhe", sagt Zollner.

Kein "Prolembär"

Im Gegensatz zu manchem seiner Artgenossen handelt es sich bei Pellegrino um keinen Problembären, sondern eher um einen Genussbären. Auch Molinari spricht vom friedlichen Verhalten des 200-Kilo-Tieres. Nun will Zollner eine weitere Kamera in der Futterstelle montieren. Vielleicht holt sich Pellegrino ja noch einen Nachschlag?

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Leserbrief 
"Kronenzeitung" vom April 2008 

Frauen auf der Pirsch

Mit "Lust und Leidenschaft" gehen Frauen auf die Pirsch. Die Jagd ist keine reine Männerdomäne mehr. Ist es emanzipatorisch, Tiere nachzustellen, sie der Lust wegen zu töten?
Der Artikel ließ es vermuten, von objektiver Rechtierstattung kann keine Rede sein. Das Tierleid und der gewaltvolle Tod unzähliger Individuen, die bei der Jagd verletzt oder getötet werden, wird verharmlost, die Jägerinnen "heroisch" mit geschultertem Gewehr u. a. bei einer Treibjagd auf Fasane und Hasen oder versteckt im Hochsitz auf das Opfer lauernd dargestellt

Versteckt auf das Opfer zu warten ist ebenso feige, wie Fasane nur zum Zwecke des Jagdspaßes zu züchten und abzuknallen! Mit Naturverbundenheit hat das nichts zu tun. Tiere zu beobachten oder Fotos zu machen wären hier unblutige Alternativen und zudem umweltfreundlicher, da die JägerInnen immer noch die Natur mit ihren Bleischrotpatronen verschmutzen. Doch um Naturschutz (der sich ohne Waffen verwirklichen lässt) geht es den JägerInnen nicht. Es ist primär die Lust am Schießen, die Lust am Töten, die PolitikerInnen, JournalistInnen, Geschäftspersonen und sogar LehrerInnen zur Waffe greifen lässt. Ist es ein Gefühl von Macht, wenn der Körper des wehrlosen Opfers von Kugeln zerrissen wird?

Läuten hier nur bei mir die Alarmglocken? Während Tier- und Menschenmütter um ihre Kinder bangen, die absichtlich oder (im Falle von Menschenkinder) unabsichtlich erschossen werden könnten, werden Jägerinnen besonders "mütterliche Hegerinnen" genannt. Ist es also "mütterlich", wenn JägerInnen Tiere heranzüchten, sie füttern und sie dann letztendlich töten, um sich die Trophäen stolz an Hauswand, Hut oder sonstwohin zu stecken?

Daniela Kolano, Traun

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orf.at vom 24.04.2008

Kriminalität - Wilderer bei Verkehrskontrolle überführt 

Im Bezirk Imst meldet die Polizei einen ersten Erfolg bei ihrer Jagd auf Wilderer. Seit gut drei Jahren hatte es im Raum Imst, Nassereith und Mieminger Plateau zahlreiche ungeklärte Fälle gegeben.

Bei Fahrzeugkontrolle Spielhahn entdeckt

Bei einer Routinekontrolle auf der Ötztalstraße bei Umhausen am Dienstagabend entdeckten die Polizisten im Kofferraum des angehaltenen Fahrzeugs einen toten Spielhahn.

Der Autofahrer, ein 24-jähriger Ötztaler, wird nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wegen Verdunkelungsgefahr in Haft genommen. Die Polizei durchsuchte die Wohnung des Mannes und wurde fündig: Sechs Langwaffen, darunter ein verbotenes Gewehr mit Schalldämpfer.

Mann legte erstes Geständnis ab

Inzwischen ist der mutmaßliche Wilderer, er besitzt übrigens einen Jagdschein, wieder auf freiem Fuß. Der Ötztaler legte ein erstes Geständnis ab: Den Spielhahn und zwei weitere Fälle von Wilderei gab er zu. Damit ist die Polizei am Zug. Der Imster Bezirkspolizeikommandant Hubert Juen erklärte gegenüber Radio Tirol, jetzt beginne die Kleinarbeit, um dem Mann weitere Taten nachzuweisen. Juen ist zuversichtlich, dass das seinen Leuten auch gelingen wird.

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Leserbrief 
"Kronenzeitung" vom 20.04.2008 

Bärendrama um "JJ3"

Nun ist es traurige Gewissheit! Auch der ca. 2 1/2 Jahre alte Bruder von Bruno wurde, diesmal von Schweizer "Waidmännern", ins Jenseits befördert. Eine glanzvolle Leistung Ein Tier, das seinem Instinkt nachgeht und sich auf Futtersuche begibt, gewissenlos abzuknallen. Ich bin (war) geprüfter Jagdaufseher und musste die Jagd aufgrund einer Körperbehinderung aufgeben. Vorerst schmerzte es, in der Natur nicht mehr so mobil sein zu können, aufgrund der beschämenden Vorkommnisse bin ich jedoch froh, nicht mehr der "Jagdlobby" anzugehören, wo teilweise unter obskuren Gedankengängen (möglicherweise alkoholgeschwängerten?) das Waidwerk ausgeübt wird. Ich legte sowohl Jagdkarte als auch das Jagdaufseherrecht zurück. Im Rückblick eine Art "Erlösung", denn was in puncto "Jagd" unter den Teppich gekehrt wurde und wird, lässt einen Natur- und Tierfreund und -schützer nur erschaudern! Gott sei Dank gibt es auch Jagden, die waidmännisch und mit Ethik bewirtschaftet werden. Aber Negativberichte überdecken alles. Ein wahrer Naturfreund wäre froh, einen Bären (wie dieses Jungtier) im Revier zu haben. Der Schaden wird sowieso großzügig gutgemacht. Jägern im Format der bayrischen JJ1-Killer und Schweizer JJ3-Beseitiger gehört die Jagdberechtigung auf Lebenszeit entzogen; es sind Personen, die auf alles schießen, was von verantwortungslosen Beamten zum "Risiko" erklärt wird. Eine Schande! 
Waidmannsheil und schämt euch!

Christoph Hirschberger, Vomp

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orf.at vom 19.04.2008

2007: Jahr der schweren Jagdunfälle

Der Landesjagdverband hat beim Landesjägertag am Samstag eine zwiespältige Bilanz gezogen: Einerseits verzeichnet man einen rekordverdächtigen Abschuss beim Niederwild, andererseits hat es 2007 die schwersten Jagdunfälle gegeben.

Maßnahmen um Unfälle zu vermeiden

Das vergangene Jahr war das schwärzeste Jahr seit der Gründung des Verbandes im Jahr 1949, bestätigt Landesjägermeister Christian Konrad.

Es habe bedauerlicherweise viele Unfälle gegeben, zum Teil auch mit Todesfällen. Diesen Punkt wolle man sich nun zum Schwerpunkt setzen.

Obwohl eine Reihe von Maßnahmen zur Reduzierung der Jagdunfälle bereits vorgenommen wurde, wie Signalkappen und Signalwesten, aber auch freiwilliges Übungsschießen, bedauert Konrad, dass die Jäger die Maßnahmen nicht wie gewünscht akzeptiert hätten.

Positive Bilanz beim Niederwild

Eine andere Sorge gilt der ständig wachsenden Population an Wildschweinen, die vor allem im Raum Gföhl und im Dunkelsteinerwald große Schäden anrichten. Sie sollen verstärkt bejagt werden.

Positiv dagegen ist die Bilanz beim Niederwild: 2007 sind doppelt so viele Hasen erlegt worden wie 2006 und um 70 Prozent mehr Fasane.

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"Kurier" vom 18.04.2008

Ötscherbär Djuro bekommt vorerst kein neues Weibchen 

Frühlingserwachen - Tierfreunde und Bärenforscher können vorerst durchatmen. Zumindest die beiden Leittiere der zusammengeschrumpften Bärenpopulation in den nördlichen Kalkalpen, der Ötscherbär Djuro und sein umtriebiger Sohn Moritz im Salzkammergut haben den Winter offenbar bestens überstanden.

Dieser Tage tappte der 1993 als Stammhalter ausgesetzte und als sehr vorsichtig geltende Djuro in eine Fotofalle. Dabei zeigte er sich zwar nicht von seiner besten Seite, konnte aber nicht verbergen, dass er das Winterlager als wohlgenährter stattlicher Bär verlassen hat.

Das Bangen und Hoffen der WWF-Bären-Experten gilt nun der Bärin Elsa. Sie könnte im Mai, wie es in früheren Jahren schon vorkam, mit Jungen auftauchen. Das wäre eine typische scheue Verhaltensweise, hofft auch der WWF-Bärenprojektleiter Christoph Walder. Leider war die Existenz der Bärin im gesamten vergangenen Jahr über Spuren nicht mehr eindeutig nachweisbar gewesen.

Klärung

Klare Richtlinien gibt der neue NÖ-Naturschutzlandesrat Josef Plank in der Problematik rund um die plötzlich verminderte Bärenpopulation vor. Solange nicht geklärt sei, warum sich der Bestand binnen weniger Jahre von 30 Tieren auf nur mehr wenige Exemplare dezimiert habe, werde er der Aussetzung von neuen Tieren nicht zustimmen, so Plank im KURIER-Gespräch. In NÖ will er einen runden Tisch mit allen am Bärenprojekt beteiligten Institutionen einberufen.

Keine neuen Erkenntnisse verbuchten die Beamten des Bundeskriminalamts und der NÖ Kriminalabteilung. Sie waren im Vorjahr in dem Bären-Krimi zu Hilfe geholt worden. Den illegalen Abschuss eines Tieres durch einen Jäger aus Türnitz konnten sie aufdecken.

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Leserbrief 
an die "Kleine Zeitung" vom 17.04.2008 zum Artikel vom 16.04.2008

Schweizer töteten Brunos Bruder

Wahrscheinlich erübrigt sich in Zukunft jegliche Diskussion, ob wir Bären in unseren Wäldern möchten oder nicht. Es wird zwar immer großartig von Wiederansiedlungsprojekten gesprochen, kaum verhält sich ein Bär jedoch gemäß seiner Art, wird er erschossen. In Rumänien funktioniert das Zusammenleben Mensch-Bär. Selbst in der Stadt Brasov, wo die Tiere im städtischen Abfall wühlen, sicherlich keine Ideallösung, spricht niemand vom Abschuss. Wagt jedoch in unseren Breiten ein Bär seine Nase außerhalb des Waldes zu recken, wird er erlegt oder bestenfalls lebenslang eingeknastet.
Ersparen wir uns doch in Zukunft dieses scheinheilige Gerede um die Wiederansiedelung großer Beutegreifer, sie haben in unserer tierfeindlichen Gesellschaft ohnehin keine Chance mehr.
 
Marion Löcker
Österreichischer Tierschutzverein

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Leserbrief 
an die "Niederösterreichische Nachrichten" vom 16.04.2008 zum Artikel 

"Wir müssen auch die Wildtiere schützen"

Ohne Frage sind Wildtiere gegen eventuell wildernde Haushunde zu schützen. Es erstaunt nur, dass die Jäger wieder versuchen sich als Tierschützer darzustellen, die sie de facto nicht sein können. Bodenbrüter wie Fasane oder Rebhühner und deren Küken aber auch Rehe und Hasen mit ihre Jungen sind nicht durch Hunde besonders bedroht, sondern durch die Jäger selber. Jährlich töten Jäger laut Statistik Austria die enorme Zahl von 280.000 Rehe, 192.000 Fasane, 190.000 Hasen. Hier stellt sich die Frage wer der mit Abstand die größte Bedrohung für unsere Wildtiere ist, die Jäger oder einige wenige wildernde Haushunde? Es wird wieder einmal offenbar, dass die Jäger mit jeglichen Mitteln versuchen ihr bereits angeschlagenes Image aufrecht zu erhalten.

Dr. Christian Nittmann
Initiative zur Abschaffung der Jagd

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Leserbrief 
an die "Niederösterreichische Nachrichten" vom 16.04.2008 zum Artikel 

"Wir müssen auch die Wildtiere schützen"

Es ist selbstverständlich, dass alle Hundebesitzer darauf achten müssen, dass keine Wildtiere gestört oder sogar getötet werden. Immer müssen jedoch die Hunde herhalten, wenn es um gefährdete Jungtiere geht, wieviele Tiere sterben im Vergleich im Strassenverkehr? Wieviele Tiere werden im Vergleich erschossen? Die Anzahl der durch Hunde getöteten Tiere ist verschwindend klein und die Aussage des Obmanns der Jagdgilde Neulengbach Josef  Hinterkirchner ist falsch, der Jagdaufseher ist nicht verpflichtet, einen wildernden Hund zu erlegen, sondern lediglich dazu berechtigt, schlimm genug, denn diesbezüglicher Missbrauch ist an der Tagesordnung.

Marion Löcker
Österreichischer Tierschutzverein

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"Niederösterreichische Nachrichten" vom 15.04.2008

"Wir müssen auch die Wildtiere schützen" 

AUFRUF / Die Neulengbacher Jägerschaft appelliert an die Hundebesitzer, ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen.

REGION WIENERWALD / "Bei Haustieren schauen wir auf den Tierschutz, aber wo ist der Tierschutz bei den Wildtieren? Sie müssen genauso geschützt werden", betont Josef Hinterkirchner.

Durch freilaufende Hunde komme es immer wieder zu Problemen, so der Obmann der Jagdgilde Neulengbach, Ollersbach und Umgebung: "Gerade jetzt ist es besonders problematisch für die Wildtiere, die ihre Jungen aufziehen."

Bodenbrüter wie Fasane oder Rebhühner und deren Küken aber auch Rehe und Hasen mit ihre Jungen seien besonders bedroht. Daher appelliert die Jägerschaft an die Hundebesitzer, die Vierbeiner an die Leine zu nehmen.

Hinterkirchner betont: "Die Jäger wollen keine Hunde töten. Aber wenn ein Hund hinter Wild her ist, muss er reagieren. Der Jagdaufseher ist laut Jagdgesetz dazu verpflichtet, einen wildernden Hund zu erlegen." Neben dem Jagdgesetz gilt auch das Polizeistrafgesetz, in dem die Hundehaltung im öffentlichen Raum genau festgelegt ist. Hundehaltern, die ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen, drohen bis zu 7000 Euro Strafe.

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noen.at vom 09.04.2008

Cobra stürmte Haus!

PRESSBAUM / Ein 44-jähriger Pressbaumer würgte seine Frau und bedrohte sie mit dem Umbringen: Die Frau flüchtete mit Sohn.

Weil der Ehemann sie gewürgt und mit dem Erschießen bedroht hatte, flüchtete am Sonntag eine Pressbaumerin mit ihrem 10-jährigen Sohn. Ein Kleinkind (3) befand sich allerdings noch im Haus bei seinem rabiaten Vater (44).
Die verängstigte Frau erwartete die Polizei gegen 21 Uhr auf dem Penny-Markt-Parkplatz. Die Beamten fuhren wenig später beim Haus vor: Der Pressbaumer - ein Jäger - reagierte allerdings weder auf Anrufe noch auf das Klopfen.

Da sich im Haus auch Waffen befanden, wurde schließlich die Einsatzeinheit „Cobra“ und eine Hundestreife alarmiert. Von der Staatsanwaltschaft wurde in der Zwischenzeit die Genehmigung für eine Hausdurchsuchung erwirkt. Um Mitternacht stürmte die Eliteeinheit schließlich gewaltsam das Wohnhaus. Der 44-Jährige wurde leicht alkoholisiert im Bett vorgefunden. Das dreijährige Kind lag ebenfalls wohlbehalten in seinem Bett. Im Haus wurden insgesamt sieben Gewehre, ein Revolver und drei Messer beschlagnahmt. Der Pressbaumer wurde aus dem Haus gewiesen und Anzeige erstattet. Außerdem wird er in Zukunft keine Waffen besitzen dürfen.

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orf.at vom 08.04.2008

Stier aus Fleischhauerei entkommen

Dienstagfrüh ist ein Stier aus einer Fleischhauerei in Mauerbach (Bez. Wien-Umgebung) entkommen. Das Tier sollte geschlachtet werden. Es irrte zwei Stunden umher, unter anderem auch auf der Autobahn. Ein Jäger erlegte den Stier.

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"Kleine Zeitung" vom 08.04.2008

Neue Bären braucht das Land - Auswilderungen geplant 

"Gipfelgespräch" im Mai.

LINZ. Das Problem ist bekannt: In den Nördlichen Kalkalpen, wo es einmal eine richtige Bärenpopulation gegeben hat, leben mittlerweile nur noch zwei Zottel - der siebenjährige Moritz im Salzkammergut und sein 19 Jahre alter Vater Djuro in Niederösterreich. Der Rest ist spurlos verschwunden.

Das sei "Liebhaberei" und habe mit Artenschutz nichts zu tun, so der Bärenanwalt der Österreichischen Bundesforste, Walter Wagner.
"Bärenmanagement ist eine Herausforderung, man sollte sie annehmen." Er tritt für eine Auswilderung von zunächst vier Weibchen und einem Männchen sowie später eventuell fünf weiteren Tieren in Nordostösterreich ein.

Oberösterreichs Agrarlandesrat Josef Stockinger zeigt sich grundsätzlich nicht abgeneigt, möchte aber nur zwei oder drei Exemplare in die oberösterreichische Wildnis entlassen. Eine Entscheidung soll nächstes Monat fallen: Am 27. Mai lädt Stockinger Interessenvertreter von Landwirtschaft, Jagd, Wissenschaft und Verwaltung zu einem "Bärengipfel" ein.

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kleinezeitung.at vom 26.03.2008

Immer weniger Bären in nördlichen Kalkalpen 

Insgesamt 35 Bären wurden seit 1989 in den nördlichen Kalkalpen gezählt. Nur zwei sind noch da. Den Grund für das Verschwinden der Bären kennt man nicht.

Als der Braunbär vor 19 Jahren im Gebiet zwischen Ötscher und Hochschwab wieder heimisch wurde, sorgte er für viele Emotionen: Euphorie bei den Naturschützern, Skepsis bei den Jägern, und Ablehnung bei der Bevölkerung, denn zu Beginn gab es genug Bärenbegegnungen nahe von Siedlungen.

Immer weniger Bären

Aber das ist lang vorbei, der WWF hat im Vorjahr nur noch von zwei Bären genetische Spuren gefunden. Auch die Jäger bestätigen, dass es um die Bären still geworden ist. "Ich hatte öfter Begegnungen mit Bären. Das gibt es jetzt nicht mehr", sagt Harald Lasinger, Obmann der Jagdschutzvereins-Zweigstelle Mariazeller Land. Auch von anderen Jägern wurde schon lange keine Bären-Sichtung gemeldet.

Futterquelle versiegt 

Jetzt wäre übrigens die Zeit dafür. Wenn die Bären hungrig aus dem Winterschlaf erwachen, machen sie sich gern über die Wildfütterungen her. Aber da in den letzten Jahren die Zahl der Futterstellen deutlich verringert worden ist, ist auch diese Futterquelle weitgehend versiegt. Die Jäger vermuten, dass die Bären ganz einfach weitergezogen sind. Dass sie von Jägern erlegt worden sind, wie immer wieder gemunkelt wird, kann sich Lasinger nicht vorstellen: "Eine Begegnung mit einem Bären ist ein großes Erlebnis. Jeder Jäger freut sich darüber und käme kaum auf die Idee, zu schießen."

Strenger Schutz

Dazu kommt der strenge Schutz, unter dem die Bären stehen. Und es wäre für einen Jäger sehr schwer, einen Abschuss geheim zu halten, so Lasinger: "Ein Bär hat mehr als 150 Kilo, wie soll man den unbemerkt abtransportieren?" Auf die Frage, ob ihm die Bären fehlen würden, antwortet Lasinger diplomatisch: "Jedes Ding hat zwei Seiten. Sie sind eine Bereicherung der Natur, aber sie haben auch viel Schaden angerichtet."

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orf.at vom 26.03.2008

Präparierter Bär "Bruno" wird präsentiert 

Der ausgestopfte Braunbär "Bruno" wird heute im Münchner Museum Mensch und Natur bei einer Pressekonferenz erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Morgen ist er dann für alle Besucher zu sehen, das Museum erwartet einen Ansturm von Neugierigen. Tierschützer haben bereits zu einer Mahnwache aufgerufen.

Kaum Scheu vor Menschen

Der junge Bär war im Sommer 2006 aus dem italienischen Trentino über Österreich nach Bayern eingewandert. Er war der erste Bär in Freiheit, der nach 171 Jahren wieder seine Tatzen auf deutschen Boden setzte. Doch mit seiner mangelnden Scheu vor Menschen wurde er den Behörden zu gefährlich. Nachdem alle Versuche, ihn zu fangen, scheiterten, ließen sie "Bruno" erschießen.

Italien forderte "Auslieferung"

Der Abschuss hatte ein internationales Medien-Echo ausgelöst, vor allem Italiener stornierten Urlaube in Bayern. Zeitweise verlangte Italien sogar die "Auslieferung" des toten Bären als gebürtigen Italiener. Brunos Kadaver wurde monatelang an einem geheimen Ort tiefgefroren aufbewahrt, bevor das Museum Mensch und Natur endgültig den Zuschlag für seine Ausstellung erhielt.

Mit Spannung wird erwartet, welche Haltung "Bruno" dort einnimmt: In der vergangenen Woche hatte das Museum erstmals Bilder des präparierten Bären veröffentlicht, die jedoch nicht zeigen, ob der Bär sitzt, liegt oder steht.

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orf.at vom 21.03.2008

Giftköder in Höflein entdeckt 

In Höflein (Bezirk Bruck/Leitha) ist ein Nest mit verbotenen Giftködern gefunden worden. Am 12. März wurden zwölf mit dem Pestizid Carbofuran präparierte Hühnereier gefunden, berichtete die Umweltschutzorganisation WWF am Freitag.

Gefahr für Greifvögel

Schon 2007 und 2004 wurde in Höflein Giftköder ausgelegt. 2004 seien dabei laut WWF sieben Rohrweihen in Höflein einem Giftleger zum Opfer gefallen.

Die präparierten Eier seien diesmal am Rande eine Windschutzstreifens platziert gewesen. Greifvögel hätten das Gifteier-Nest leicht finden können, denn zur Zugzeit im März werde das Gebiet zwischen Donau, Leitha und dem Neusiedler See von vielen dieser Tiere durchwandert, so die Angaben des WWF.

"Was immer der Täter bezweckt haben mag, er schreckt jedenfalls nicht davor zurück, seltene und streng geschützte Wildtiere zu vernichten", meinte Bernhard Kohler vom WWF Österreich.

Carbofuran oft als Giftköder verwendet

Carbofuran sei in den vergangenen Jahren immer wieder missbräuchlich zur Herstellung von Giftködern für Tiere verwendet worden. Das Gift ist in der EU mittlerweile verboten. Es ist für Menschen sehr gefährlich, bei Tieren verursacht es einen qualvollen Tod. Vor allem im Spätwinter und zu Frühjahrsbeginn würden Anschläge auf Wild- und Haustiere verübt werden, so der WWF. Köderfunde oder Verdachtsfälle sollten der WWF-Gifthotline (Tel. 0676-4446612) oder dem NÖ Landesjagdverband (Tel. 0664/ 925 50 70) gemeldet werden.

Jägerschaft für harte Maßnahmen

"Wir sind an einer raschen und vollständigen Aufklärung höchst interessiert. Die österreichische Jägerschaft lehnt den Einsatz von Giftködern strikt ab und wird auch vor harten Maßnahmen gegen allfällige schwarze Schafe nicht zurückschrecken", meinte Peter Lebersorger von der Zentralstelle der Landesjagdverbände zu dem nun bekannt gewordenen Fall.

Als Täter kämen Hunde- oder Katzenhasser in Frage, aber auch Jäger, die damit Füchse oder Marder beseitigen wollen, weil diese den Hasen- oder Rebhuhnbestand verringern, sagt Walter Hovorka vom Landesjagdverband.

Acht Seeadler sind in den vergangenen acht Jahren Opfer der Giftköder geworden. Die Polizei ermittelt bereits seit Jahren gegen den unbekannten Täter, bisher aber ohne Erfolg.

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nachrichten.at vom 17.03.2008

Jäger im Clinch mit Braunauerin 
„Wir sind sicher keine Rambos!“
 

BRAUNAU. Astrid Fuchs macht ihrem Ärger Luft. Jäger hätten im Garten ihrer Tante zahme Hausfasane geschossen. Als hysterisch bezeichnet sie Jagdleiter Hermann Sveda.

„Es wurden Fasane geschossen, die wir schon seit Jahren haben, die sich viel in unserem Garten aufhalten und die wir auch füttern“, beklagt Fuchs aus dem Stadtteil Ranshofen. Besagter Vorfall habe sich Anfang Dezember abgespielt. Nachdem sie über den Rechtsweg offenbar nichts ausrichten konnte, wendet sie sich an Land&Leute.

„Sie haben die Tiere von unserem Grund weggetrieben und am Bahngelände beziehungsweise einen Vogel vor meinen Augen, im Garten meiner benachbarten Tante, geschossen“, schildert sie entsetzt. Sie habe die Jäger darauf hingewiesen, dass es sich um ihre Tiere handelte, die sich seit vielen Jahren im Garten beziehungsweise in der Nähe aufhalten. „Anstatt zu reagieren, haben sie alle nur gelacht. Es wurde im verbauten Gebiet, wo ständig Leute unterwegs sind, herumgeschossen. Ein Jäger hat einem wegfliegenden Fasan sogar in Richtung Straße nachgeschossen, ohne zu beobachten, ob nicht plötzlich ein Auto kommen könnte.“

Jagdleiter Hermann Sveda bleibt bei den Anschuldigungen die Spucke weg: „In ganz Braunau gibt es keine Beschwerden, nur eben bei der Frau. Sie ist etwas schwierig. Ich habe versucht mit ihr zu reden. Sie hat sich aber furchtbar hysterisch aufgeführt. Wenn sie sagt, dass es sich um ihre Fasane handelte, nur weil die Tiere manchmal beim Voglhäusl mitnaschen, irrt sie sich.“

Es habe auch kein Jäger den Garten der Frau oder den der Tante betreten. Das Jagdgebiet grenze direkt an die Grundstücke an. „Wie gesagt, es hat deswegen aber noch nie Probleme gegeben. Wir schießen auch nicht unkontrolliert herum. Wir sind sicher keine Rambos. Grundsätzlich wird das Jagdgesetz eingehalten.“ – „Das stammt noch aus Zeiten Görings“, entgegnet Astrid Fuchs.

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orf.at vom 13.03.2008

Braunbär Bruno bald in Museum zu sehen 

Viel Aufregung hat es vor zwei Jahren um den Bären Bruno gegeben. Inzwischen hat der berühmte Braunbär sein letztes Zuhause gefunden. In München soll er nach Ostern erstmals öffentlich ausgestellt werden.

Museum will nicht Pilgerstätte werden

Nach einer langen Jagd durch das Trentino, Tirol und Bayern wurde der Bär vor zwei Jahren in den bayerischen Alpen erlegt. Im Münchner Museum „Mensch und Natur" in Schloss Nymphenburg wird er nun ausgestellt. Das Ziel des Museums ist es aber nicht, zu einer Pilgerstätte für Bruno-Fans zu werden.

Die Popularität Brunos will die Museumsleitung vielmehr nutzen, um auf die Problematik von Wildtieren in dicht besiedelten Gebieten aufmerksam zu machen. Zudem soll die Bevölkerung über den Umgang mit Wildtieren aufgeklärt werden.

Sonderausstellung in Tirol möglich

Sonderaustellungen in Tirol sind noch keine geplant, für die Zukunft aber durchaus möglich, sagt Museumsdirektor Michael Apel. Ab Donnerstag nach Ostern ist der Bär im Münchner Museum zu sehen.

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"Kurier" vom 09.03.2008

Tiroler Biber bekommen eine Beauftragte zur Betreuung 

Betreuung - Eine eigene Biberbetreuungs-Stelle hat das Land Tirol eingerichtet. Das gaben LR Anna Hosp und Hermann Sonntag vom WWF bekannt.

Zur Biberbeauftragten wurde die Biologin Nadin Egger bestellt.
Schon 1990 sind die Biber nach fast 200 Jahren nach Tirol zurück gekehrt. Mittlerweile siedeln die Nagetiere wieder in 32 Revieren am Inn und seinen Zuflüssen, am Lech und an der Großache.

Biber sind geschützte Tiere. Ihre Anzahl ist in Tirol in den vergangenen Jahren auf rund 50 bis 60 angewachsen. Für eine gesunde Population fehlen allerdings noch Jungtiere. Da haben die Tiroler Biber anscheinend noch Schwierigkeiten, ihren Nachwuchs großzuziehen. Erst im Frühjahr konnte der WWF die ersten in Tirol geborenen Biber nachweisen. Zuvor waren Jungtiere aus Bayern zugewandert.

Vier Biber wurden 2007 bei ihren Wanderungen überfahren. In Zukunft sollen elektrische Zäune die Tiere besser schützen.

Die Biberbeauftragte, Nadin Egger, ist für die Kontrolle der Reviere zuständig, für die Umsetzung von Schutz- und Sofortmaßnahmen sowie für Öffentlichkeitsarbeit.

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"Salzburger Nachrichten" vom 05.03.2008

Verbotene Waffen auf der Messe 

Polizei beschlagnahmte nach Hinweis Teleskop-Abwehrstöcke

Salzburg. Ein aufmerksamer Messebesucher verständigte am vergangenen Freitag die Salzburger Polizei, dass auf einem Messtand bei der "Hohen Jagd" verbotene Waffen feilgeboten werden.

Von den Polizeibeamten wurde schließlich festgestellt, dass es sich dabei um Metallschlagstöcke handelte, welche unter der Bezeichnung "Teleskop-Abwehrstöcke" angeboten wurden.

Diese Instrumente wiesen in Ruhestellung eine Länge von 20 Zentimeter auf und konnten durch eine geschickte Handbewegung auf eine Länge von 60 Zentimeter ausgefahren werden. In arretierter Form lässt sich diese Waffe als Schlagstock verwenden und war laut Exekutive als Fortentwicklung zwischen Stahlrute und Totschläger als verbotene Waffe einzustufen.

Der Inhaber des Messestandes wird laut Darstellung der Salzburger Polizei nach den Bestimmungen des Waffengesetzes angezeigt.

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"Salzburger Nachrichten" vom 05.03.2008

Kostbar  

Die Firma Schering aus Ferlach erfüllt de geheimen Wünsche von Jägern, die nicht auf die Geldbörse schauen müssen. Ein Kipplaufbüchse kostet bis zu 1 Mill. Euro. Hervorragende Präzision ist bei diesem Preis eine Selbstverständlichkeit. Die Jagdwaffe besticht mit ihren Einlegearbeiten und Schnitzereien aus Elfenbein. Zum Einsatz kommen aber auch Verzierungen aus Gold und Brillanten. Katrin Scheiring präsentierte die vermutlich teuerste Büchse der Welt - einen Kippblockstutzen 308 Winchester, an dem zehn Jahre gearbeitet wurde. Auch Sportschütze Luca Mayr aus Saalfelden konnte das Stück bei der "Hohen Jagd" in die Hand nehmen.

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"Kleine Zeitung" vom 02.03.2008

"Miteinander ist gefragt"  

Traditionell treffen sich die Jäger alljährlich zum Bezirksjägertag. Heute ist es in Leibnitz soweit - inklusive Trophäenschau.

Der Andrang im Kulturzentrum Leibnitz wird heute zweifelsohne groß sein, immerhin treffen sich die Weidmänner und Weidfrauen des Bezirkes Leibnitz zum alljährlichen "Bezirksjägertag". Dabei wird vor allem Bilanz über das abgelaufene Jagdjahr gezogen. Und die fällt laut Bezirksjägermeister Rudolf Gaube auf jeden Fall sehr positiv aus: "Die Jäger haben ihre Hausaufgaben ebenso wie zahlreiche Fleißaufgaben erfüllt. Es gab glücklicherweise keine nennenswerten Probleme zwischen Jägern und der nichtjagenden Bevölkerung. Und die Zusammenarbeit zwischen Jägern, Kammer, Behörde und Tierschutz war vorbildlich. Und das ist gut so, denn es kann nur miteinander gute Arbeit geleistet werden."

Schwerpunkte waren die Arbeit mit Kindern und Schulen (Gaube: "Hier geht es darum, das Verständnis Wald-Wild-Mensch zu fördern."), die Jung- und Aufsichtsjägerausbildung, das Hundewesen sowie die Verbesserung, Erhaltung und Wiederherstellung des Lebensraumes für das Wild. Hierzu zählen etwa diverse Förderungen durch die Landesjägerschaft, wie etwa das Wintergetreide, die Stoppelfeldaktion oder die Anlage von Wildäckern mit spezieller Hasenbiomischung. "Das zeigt Wirkung, etwa wurde der Feldhasenbestand in solchen Bereichen deutlich vermehrt", freut sich Gaube.

Probleme hat die Jägerschaft immer wieder mit den Rabenvögeln, deren Bestand in den letzten Jahren stark zugenommen hat. "Das hat damit zu tun, dass einerseits der Tisch reichlich gedeckt ist und andererseits die Bejagung schwierig ist", weiß Gaube. Vermehrte Schäden an Mais- und Kürbispflanzen, Siloballen, Weingärten, Fasan- und Singvögelgelegen sowie bei Jungfasanen und Junghasen sind die Folge. Dazu kommt, dass die bislang gültige Schusszeiten-Verordnung der BH Leibnitz nur mehr bis 31. März gilt.

Die Hausaufgaben - wie Gaube meint - wurden auch erledigt. Etwa wurde der Abschussplan beim Rehwild zu 99,9 Prozent erfüllt. Probleme bereitet nach wie vor der hohe Fallwildanteil trotz Gegenmaßnahmen wie Reflektoren, Duftzäune oder Stolperdrähte. 976 Stück Rehwild verendeten 2007 im Straßenverkehr. 32 Rehe wurden von Hunden gerissen.

Positiv wirken sich auch die seit Jahren durchgeführten Impfaktionen mittels Köder aus. Der Bezirk ist tollwutfrei.

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"Kleine Zeitung" vom 01.03.2008

Braunbären: Da waren's nur noch zwei 

Nächste Hiobsbotschaft für die österreichischen Bären: Es dürften nur noch zwei Männchen übrig sein.

Die Bärenpopulation in den nördlichen Kalkalpen zwischen der Steiermark und Niederösterreich steht nun endgültig vor dem Aus. Zu dieser Bilanz kommen WWF und FIWI (Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Uni

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Presseinformation Die Grünen Landtagsklub vom 27.02.2008

Neues Jagdgesetz sieht Polizeibewachung bei Treibjagd vor

Vlasich: Das ist eine Beschneidung der freien Meinungsäußerung!

In der morgigen Landtagssitzung soll die Novelle des Jagdgesetzes beschlossen werden. Die vorliegende Gesetzesnovelle sieht vor, Treibjagden in Zukunft polizeilich überwachen zu lassen. Der §106 Abs.3 der Novelle richte sich gegen JagdgegnerInnen, die in letzter Zeit vermehrt bei Treibjagden gegen selbige demonstriert haben, heißt es aus dem Grünen Klub.

Joko Vlasich, Menschenrechtssprecher der Grünen, sieht darin einen Verstoß gegen  den Artikel 10 der Menschenrechtskonvention. Vlasich: "Dieser Passus ist offensichtlich darauf ausgelegt, den JagdgegnerInnen die Möglichkeit zu nehmen, sich zu Kundgebungen gegen die Treibjagd zusammen zu finden. Somit wird das Recht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt. Wir Grüne sehen darin eine Beschneidung der Meinungsäußerung und lehnen die Gesetzesnovelle ab."

Das Jagdgesetz wird eigentlich wegen der Bekämpfung der Stare novelliert. "Die Novelle wird  seitens ÖVP und SPÖ missbraucht, um in einem Aufwaschen gleich die JagdkritikerInnen bei der Ausübung der freien Meinungsäußerung zu beschneiden. Dass für die Kosten dieser Polizeieinsätze auch noch die Allgemeinheit aufkommen soll, schlägt dem Fass den Boden aus", kritisiert Vlasich.

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"Die Presse" vom 26.02.2008

Wölfe haben ein echtes Image-Problem 

Es gibt in Österreich immer wieder Sichtungen – aber keine dauerhafte Ansiedlung.

Nicht besser als den Bären geht es in Österreich den Wölfen. Sie wurden im 19. Jahrhundert ausgerottet: Einerseits haben Industrialisierung, Bevölkerungszunahme und Zersiedelung den geschlossenen Lebensraum für Wölfe immer stärker beschränkt, andererseits sind diese Tiere auch gnadenlos gejagt worden. „Wölfe haben Nutztiere gerissen; für jeden erlegten Wolf haben Jäger eine Prämie erhalten“, berichtet Karl Sirowatka, Geschäftsführer des steirischen Landesjagdverbandes.

Aus dem Ausland wanderten zwar in den letzten Jahren immer wieder Tiere zu, sie wurden aber entweder illegal erlegt oder blieben nicht lange. 1996 kam es in Oberösterreich zu einer Sichtung und in Folge zum Abschuss eines Wolfes, 2002 in der Nähe von Bad Ischl. 2007 war ein Wolf im Gailtal zu Besuch, blieb aber nicht in Kärnten. Auch im niederösterreichisch-steirischen Grenzgebiet wurde ein Wolf gesichtet.

Tatsache ist: Österreich ist umgeben von Ländern, in denen die Tiere auf dem Vormarsch sind. Rudel werden in Italien, aus der Schweiz und Frankreich gemeldet, sogar im deutschen Bundesland Sachsen gibt es seit 2001 nicht nur Einzeltiere, es werden auch regelmäßig Welpen geboren.
„Wölfe müsste man hierzulande gar nicht aktiv aussetzen, man müsste sie nur besser vor dem Abschuss schützen,“ sagt Petra Kaczensky vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde. Dazu ist Österreich übrigens auch durch internationale Abkommen verpflichtet: durch die Berner Konvention, ein Abkommen des Europarates über den Artenschutz, und durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU.

Füchse in Zaum halten

„Leider haben Wölfe ein viel schlechteres Image als Bären. Bären sind – auch durch Knut und Fu Long – emotional positiv besetzt,“ so Kaczensky. Außerdem würden die Wölfe von Jägern als Jagdkonkurrenz angesehen. Was insofern fragwürdig ist, als die Wildregulierung regelmäßig als Hauptaufgabe der Jagd angeführt wird. So ist etwa der Fuchsbestand in Österreich relativ hoch. „Einerseits weil sie ein hohes Reproduktionspotenzial haben, andererseits weil die Tollwut praktisch ausgerottet ist.“ Gäbe es Wölfe in Österreich, würden diese den Fuchsbestand in Zaum halten – da es sie nicht gibt, tun das die Jäger.

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"Die Presse" vom 26.02.2008

Gentests zeigen: Die Bären verschwinden  

Der alte Ötscherbär und drei aus Slowenien importierte Tiere hatten 31 Nachkommen. Heuer werden aus dem Winterschlaf aber nur mehr vier Bären erwachen.

Zwölf Bären lebten 1999 in den Niederösterreichisch-Steirischen Kalkalpen – Nachkommen des alten Ötscherbären und von drei aus Slowenien importierten Wildfängen. 31 Jungbären wurden seitdem geboren, doch heute leben nur mehr vier Braunbären in ganz Österreich: Ein Weibchen und drei Männchen. Wohin sind die restlichen Tiere verschwunden?

Diese Frage stellen sich die vier österreichischen Bärenanwälte sowie eine Gruppe Wildtierforscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Nicht immer lässt sie sich so eindeutig beantworten wie im Falle jenes Jungbärens, der ausgestopft im Keller eines Jägers gefunden wurde. „Klar ist, dass die 31 Bären nicht alle eines natürlichen Todes gestorben sind. Auch abgewandert sind sie nicht – sonst hätte man auf den Wanderrouten Spuren entdeckt,“ sagt Petra Kaczensky, die am Institut für Wildtierkunde für Großräuber zuständig ist. „Wir haben es hier wohl mit illegalen Abschüssen zu tun. Nachweisen können wir diese leider selten. Einmal hatten wir eine Bärin mit Sender am Halsband, die immer wieder Rapsölkanister aufbrach. Nach einiger Zeit war es aus mit den Schäden – aber auch der Sender war verstummt. Sie ist höchstwahrscheinlich erlegt worden.“

Drei Möglichkeiten gibt es, um den Bären-Bestand zu kontrollieren: Die Auswertung von Bärenmeldungen aus der Bevölkerung, das Verfolgen von Pfotenabdrücken oder Losungen durch die Bärenanwälte oder das genetische Monitoring. „Dazu lassen wir gesammelte Bären-Haare oder Losungen im Labor für Molekulare Systematik am Naturhistorischen Museum Wien analysieren – wir können die Spuren so eindeutig Individuen zuordnen. Außer der Größe oder einem Sender am Halsband gibt es sonst wenige Möglichkeiten, einen Bären zu identifizieren,“ meint Georg Rauer, Bärenanwalt für NÖ und die Steiermark.

Von den Spuren her hat Rauer alle Braunbären im Ötschergebiet gekannt. „Das Genetikprojekt hat uns die Augen dafür geöffnet, dass Bären verschwinden. Und es macht uns klar, dass bei so geringer Population die genetische Diversität abnimmt. Von Generation zu Generation gehen Alle verloren.“

Um die Bärenpopulation in Österreich zu erhalten, müssten Tiere importiert werden, etwa aus Slowenien. „Aus eigener Kraft wird sich unsere Bärenpopulation nicht mehr erholen“, sagt Chris Walzer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde. Mindestens 50 Bären seien nötig, um eine überlebensfähige Population zu haben, meint Rauer. „Um auch die genetische Vielfalt langfristig sicher zu stellen, müsste darüber hinaus Anschluss an die Bärenpopulation in Slowenien gegeben sein.“

Der Lebensraum ist in Österreich zweifellos für Bären geeignet. Auf 25.000 Quadratmetern wäre Habitat für 500 Bären vorhanden. Und das Gefahr- bzw. Schadenspotenzial, das eine Bärenpopulation mit sich bringen würde, ist gering – wenn es ein wirksames Bärenmanagement und die Bereitschaft der Bevölkerung gibt, sich auf Bären in Wäldern einzustellen. Denn Bären ernähren sich hauptsächlich vegetarisch bzw. von Kadavern, die sie im Frühjahr finden. „Natürlich kommt es hin und wieder vor, dass sie ein Schaf reißen oder einen Bienenstock plündern. Aber das könnte man durch Elektrozäune verhindern. Und gerade im niederösterreichisch-steirischen Grenzgebiet gibt es ohnehin kaum freie Schafhaltung“, sagt Kaczensky.

Der größte Feind der Bären sind die Jäger. Für Raue sind vier Gründe denkbar, wieso Jäger Bären schießen. „Einerseits gibt es viele Bauernjäger, die prinzipiell gegen Bären sind. Dann gibt es Jäger, die einen geschossenen Bären als Trophäe sehen. Hin und wieder werden Bären mit Wildschweinen verwechselt. Wildschweine breiten sich stark in Bärengebieten aus, sie werden bei Nacht gejagt. Da kann so eine Verwechslung passieren – natürlich gibt das aber kein Jäger zu. Und viertens bereiten Bären Jägern manchmal Unannehmlichkeiten.“

„Ansprechen und langsam zurückgehen“

Zu diesen Unannehmlichkeiten gehören aufgebrochene Rapsölkanister (die zum Schmieren von Motorsägen oder Fahrzeugen im Wald lagern), aufgebrochene Reh-Fütterungen oder ein gestörter Kirr-Betrieb. „Kirren bedeutet, dass die Jäger Futter auslegen, um Hirsche in ihr Revier zu locken – an sich eine verbotene Praktik. Bären finden das Futter und fressen es auf. Die Jäger können sich darüber offiziell nicht aufregen, aber es ist ein Konfliktpunkt,“ sagt Rauer. Für die anderen, die „offiziellen“ Schäden gibt es Entschädigungszahlungen. „Jeder Jäger hat eine Pflicht-Haftpflichtversicherung, die auch Bären-Schäden bezahlt.“

Um eine Wiederansiedlung zu ermöglichen, sei es jedenfalls wichtig, ein reibungsloses Zusammenleben zwischen Mensch und Bären zu fördern. „Die Diskussionen um den Problembären Bruno vor zwei Jahren haben schon geholfen, den Bärenschutz ins Gespräch zu bringen. Und den Behörden klarzumachen, dass ein Bärenmanagement nötig ist, um Konflikte zu vermeiden. Außerdem gibt es seitdem einen besseren Austausch im Alpenraum. Bruno kam ja von Italien über Österreich nach Bayern.“

Und was empfiehlt die Wildtierspezialistin Wanderern, die im Wald einem Bären begegnen? „Sie können sich freuen, dass sie so eine Begegnung haben! Wenn man den Bären überrascht, sollte man halt nicht schreiend auf ihn zurennen. Man sollte ihn ansprechen und langsam zurückgehen.“

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"Kleine Zeitung" vom 24.02.2008

Wo kein Bär los ist 

Nur noch vier Braunbären sind in Österreich beheimatet. Ihre Art ist wieder vom Aussterben bedroht.

Der Hunger treibt sie bald aus ihren Höhlen. Die Winterruhe hat ohnehin lange genug gedauert. Ab April machen sich die ersten Braunbären auf die Suche nach frischem Grünzeug, Beeren oder Knollen - schließlich sind sie eher Vegetarier als Fleischfresser. Da kann schon mal der süße Honig oder das Rapsöl im Kanister eines Forstarbeiters den Menüplan aufbessern. Wenn dann noch eine volle Futterkrippe mit "Rehmüsli" in der Waldeslichtung auftaucht, ist Meister Petz dankbar für die prompt servierte Mahlzeit. Doch an diesen Schmankerln sollte sich der Bär besser nicht vergreifen und schon gar nicht daran denken, Frischfleisch in Form eines Schafes zu genießen.

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"Salzburger Nachrichten" vom 22.02.2008

Lostag für Bären 

"Bärengipfel" über Wiederansiedelungsprogramm

Berthold Schmid Linz, Salzburg (SN). Am 16. Mai könnte sich in Linz entscheiden, ob es in Zukunft im Salzkammergut mehr als einen wild lebenden Braunbären geben wird. Agrarlandesrat Josef Stockinger (ÖVP) wird an diesem Freitag mit Vertretern der Jägerschaft, der Landwirtschaftskammer und Experten von Tierschutzorganisationen zu einem "Bärengipfel" zusammenkommen.

"Bei diesen Gesprächen werden Mensch und Natur im Vordergrund stehen, wobei hier natürlich auch die Akzeptanz auf breiter Basis wesentlich ist. Ob der Bär beziehungsweise der Ansiedelungswunsch seine Berechtigung haben kann und wie weit der Lebensraum gehen soll", sagte Josef Rathgeb, Büroleiter von Landesrat Stockinger.

Derzeit halten sich nur noch drei Bären in Österreich auf: zwei im Ötschergebiet und Bär Moritz momentan im Salzburger Postalmgebiet. Sie stellen den Rest von einst 34 Bären dar. Der Großteil der Tiere dürfte abgeschossen worden sein. Um die Population wieder in Gang zu bekommen, müssten Weibchen aus Slowenien oder der Slowakei angesiedelt werden. Eine Vorstellung, die in Salzburg bereits auf Ablehnung gestoßen ist.

Agrarlandesrat Sepp Eisl (ÖVP) gönnt Bär Moritz wohl ein Gastrecht, eine aktive Ansiedelung weiterer Bären kann er sich jedoch nicht vorstellen.

Naturschutzreferenten aus der Steiermark und Niederösterreich stehen einem Wiederansiedelungsprogramm noch skeptisch gegenüber: Sie wollen vorerst den Verbleib der verschwundenen 31 Bären geklärt wissen und regen eine europaweite Lösung für den Erhalt der Braunbären an.

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orf.at vom 22.02.2008

Sepp Eisl: Kein Weibchen für Braunbär Moritz

Agralandesrat Sepp Eisl (ÖVP) ist gegen die Aussetzung eines Bärenweibchens für Braunbär Moritz. Das siebenjährige Tier hat sein Revier im Salzkammergut und wechselt des öfteren ins Postalmgebiet nach Salzburg.

Braucht Bewilligung für weitere Bären
"Moritz nimmt ganze Gebäude auseinander"


Eisl sagt, dass es für eine Ansiedelung eines weiteren Bären eine Bewilligung brauche. Und die sei im touristisch stark genutzten Salzkammergut gut zu überlegen. Denn statt Winterschlaf zu halten, hätte Moritz jüngst für Schäden gesorgt.

"Er hat vorwiegend bei Fütterungen immer wieder alles zertrümmert, das heißt, da hat er schon sehr grob gewütet und teilweise ganze Gebäude auseinander genommen", meint Sepp Eisl.

Auf Dauer nicht glücklich mit einem Weibchen?

Eisl befürchtet außerdem, dass sich Moritz auf Dauer mit einer Artgenossin nicht verstehen würde.

"Man muss wissen, dass das Verhalten einer Bärin, vor allem wenn sie Junge hat, nochmals ein intensiveres ist. Das heißt auch aggressiver ist. In Wirklichkeit ist auf Dauer auch ein Bär mit einer Dame nicht glücklich, sondern die wollen schon ein gewisses großes, eigenes Umfeld haben", erklärt der Agarlandesrat.

"Dulden Moritz als Gast"
40 Bären in Österreich - 700 in der Slowakei


Und Eisl sagt weiter: "Von Salzburger Seite wollen wir keine Bären aktiv einsetzen, wir dulden es aber sehr wohl, wenn manchmal einer zu Gast bei uns ist und von Oberösterreich herüber kommt, wenn er dabei keine allzu großen Schäden anrichtet."

In ganz Österreich gibt es heute etwa zwischen 30 und 40 Braunbären. Zum Vergleich: alleine im Nachbarland Slowakei leben rund 700 Bären, in Slowenien schätzt man die Anzahl der Tiere sogar auf bis zu 800 Exemplare.

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orf.at vom 22.02.2008

Landtag beschließt Bekämpfung der Stare

Stare dürfen wieder aus den Rieden vertrieben werden. Das hat der Landtag beschlossen. Außerdem ist eine Änderung im Jagdgesetz eingebracht, die die Exekutive anweist, aktiv bei Jagdstörungen durch Aktivisten einzugreifen.

Vertreibung mit allen Mitteln

Jetzt ist es fix: Stare dürfen wieder mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln aus den Weingärten vertrieben werden.

Im Vorjahr hatte der Europäische Gerichtshof wegen mangelnder Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinien alle Bekämpfungsmaßnahmen gegen Stare verboten. Den Winzern drohten dadurch große Ertragseinbußen.

Flugzeuge, Knallkörper und Schüsse

Jetzt sind Vertreibungsmaßnahmen mit Flugzeugen und Knallkörpern wieder erlaubt, sagt Agrarlandesrat Nikolaus Berlakovich. Sollte das nichts nützen, sei es durch eine Verordnung im Jagdgesetz auch erlaubt, selektiv Tiere zu schießen, weil die Population ohnehin groß sei.

Exekutive zum Einschreiten verpflichtet

Ein zweites heißes Eisen waren im Vorjahr die Jagdstörungen durch Aktivisten und Jagdgegner. Bisher waren bei Störungen der Jagd die Jagdschutzorgane - also Aufsichts- und Revierjäger - allein für die Feststellung der Übertretung und das Anzeigen an die Bezirksverwaltungsbehörde zuständig.

Sollte der Landtag die Änderung im Jagdgesetz beschließen, dann sei die Exekutive bei Jagdstörungen zum Einschreiten verpflichtet und müsse die Betreffenden anzeigen und bei der Bezirksverwaltungsbehörde melden, erklärt Berlakovich.

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"Salzburger Nachrichten" vom 21.02.2008

Bärenbaby erwünscht 

Braunbär Moritz überwintert derzeit im Postalmgebiet. Mit einer importierten Bärin aus Slowenien könnte er in Salzburg bald für Nachwuchs sorgen, so der Bärenanwalt.

Salzburg (SN). Moritz, der einzige Braunbär, der wild im Grenzgebiet von Oberösterreich-Salzburg-Steiermark herumzieht, hält derzeit noch seinen Winterschlaf im Gebiet der Postalm. Bärenanwalt Walter Wagner im SN-Gespräch: „Moritz hat im Dezember seine Höhle in Gosau verlassen und ist nach Salzburg gezogen. Er wird demnächst aufwachen. Im Vorjahr war es am 20. März.“

Auf den siebenjährigen Braunbären, der aus Slowenien zugewandert ist, dürften demnächst freudige Überraschungen zukommen. Es ist geplant, eine Bärin aus seiner früheren Heimat – wahrscheinlich im Frühsommer – zu importieren. „Dann könnte es Nachwuchs geben“, so Günter Wagner.

Die Bedingungen im Salzkammergut seien für Bären derart gut, dass auch eine Drillingsgeburt nicht ausgeschlossen sei. Noch fehlten jedoch einige politische Entscheidungen, wie im Bärenprogramm vorgegangen werden soll.

Nach Darstellung von Günter Wagner leben in Österreich nur noch drei Braunbären: Moritz im Salzkammergut sowie die vierjährige Bärin Elsa und der 20-jährige Djuro im Ötschergebiet. Vor Jahren seien es noch 34 Bären gewesen. Dann habe ein rätselhafter Schwund der Tiere eingesetzt.

Verdacht: Die Bären wurden abgeschossen

„Wenn ein Bär abwandert, hinterlässt er Spuren“, sagte der Bärenanwalt. „Wir haben keine gefunden. Es gibt nur eine einzige plausible Erklärung: Zumindest der Großteil der Tiere muss abgeschossen worden sein.“

Für seinen Verdacht kann der Bärenanwalt auch Beweise und deutliche Indizien vorlegen: So habe man Ende des Vorjahres im Bezirk Lilienfeld in einem Haus einen geschossenen zweijährigen Bären gefunden. Das zuvor etwa 70 Kilogramm schwere Tier sei stümperhaft präpariert worden. Zudem seien nachweislich zwei Bären verschwunden, die mit Peilsendern versehen waren. Ein Tier gar mit zwei Stück.

„Bären und Sender sind unauffindbar. Das kann kein Zufall sein, dass bei zwei Sendern gleichzeitig die Batterien ihren Geist aufgeben“, argwöhnte Walter Wagner.

Das plötzliche Verschwinden von Dutzenden Bären hat, wie berichtet, auch das Bundeskriminalamt in Wien beschäftigt. Es richtete gar eine Sonderkommission ein, um das Schicksal der bedrohten Bären zu erforschen. Die Erfolge bis heute sind gleichsam Null.

„Jetzt stehen wir vor der Situation, dass es nur noch drei Bären, davon ein einziges Weibchen, gibt. Wenn Elsa etwas passiert, bleiben nur zwei Männchen übrig. Es wäre ein schöner Neubeginn, wenn Moritz wie geplant für Nachwuchs sorgen könnte“, sagte der Bärenanwalt. Gefahren für die Bevölkerung sieht Wagner keinesfalls: „In Slowenien leben rund 400 Braunbären und dort gibt es keine Probleme mit den wild lebenden Tieren.“

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"Niederösterreichische Nachrichten" vom 19.02.2008

Toter Hase als Autostopper  

Jeder Unfall mit einem Wildtier muss gemeldet werden! Die Mitnahme des Tieres ist verboten.

NIEDERHOLLABRUNN / Ein an den Hinterläufen an einem Brückengeländer im Gemeindegebiet von Niederhollabrunn aufgehängter toter Feldhase erregte das Interesse der Tierschützerin Ursula Hofer. Sie informierte die Polizeiinspektion in Großmugl. Das Ansinnen von Hofer, das Tier mitzunehmen, um die Todesursache feststellen zu lassen, wurde ihr von der Exekutive untersagt: "Das wäre Wilddiebstahl gegenüber den ansässigen Jägern und somit strafbar", erklärt einer der diensthabenden Beamten. Einen jagdlichen Sinn im Anbinden des Tieres konnte selbst Bezirksjägermeister Josef Fritz nicht finden. Die vermutete Absicht, den Hasen als Lockmittel für Raubwild zu verwenden, wäre denkbar. In der Nähe einer Straße wäre das aber nicht ganz ungefährlich und verantwortungslos. Bei dieser Gelegenheit seien die Bestimmungen für einen Unfall mit Wild zusammengefasst:

Bei jedem Unfall mit Sachschaden (Wild ist eine Sache) muss dies mit dem Geschädigten abgeklärt werden. Bei Wild ist das der zuständige Jäger. Ist der Jäger nicht bekannt, übernimmt dies die Polizei. Dabei genügt ein Anruf bei der Polizei mit Angabe der persönlichen Daten und des Unfallorts. Es ist nicht notwendig, bis zum Eintreffen der Beamten zu warten. Die Polizei verständigt dann die Jägerschaft. Diese sorgt für die weiteren Schritte.

"Wenn das Auto beschädigt ist und eine Versicherung zahlen soll, dann kommen die Autofahrer zu uns. Ansonsten bekommen wir meistens keine Information, wenn ein kleines Tier - Hase oder Fasan - auf der Straße liegt", schildern die Beamten.

"Das Entfernen des Wildes vom Unfallort ist Wilddiebstahl, das Nichtmelden ist Fahrerflucht. Beides ist strafbar."

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nachrichten.at vom 13.02.2008

Gmundnerin nach Abschuss ihres Hundes verärgert: Jäger wehrt sich 

OHLSDORF. Ausgesprochen verärgert, aber mehr noch verzweifelt ist eine Gmundnerin, deren Hund erschossen wurde. Das Tier soll in Ohlsdorf beim Wildern auf frischer Tat erwischt worden sein. Das bezweifelt die Besitzerin.

Der siebenjährige Golden-Retriever-Rüde Timmy war ursprünglich als Geschenk an die 1999 in Vöcklabruck geborene Monaco-Prinzessin Alexandra gedacht gewesen, doch weil deren Eltern Ernst August und Caroline sich nur selten auf ihrem Gut in Grünau aufhalten, fand das Tier in einer Gmundnerin seine Besitzerin. Die Frau ist 24 Stunden am Tag an ein Sauerstoffgerät angeschlossen. Für sie war Timmy ein "sozialer Hund, freundlich und im ganzen Viertel beliebt".

Ein Bekannter ging öfter mit dem Rüden spazieren. So auch am Faschingssonntag in Ohlsdorf. Dort soll er Rehen nachgehetzt haben. Ein Jäger wurde Zeuge des Vorfalls und erschoss den Hund. "Unvorstellbar, dass Timmy gewildert hat", meint seine verzweifelte Besitzerin. "Er hat sich doch sogar vor einer aufflatternden Ente gefürchtet." Die Frau ärgert sich maßlos über den, wie sie sinngemäß sagt, Willkürakt.

Der betroffene Jäger wehrt sich: "Ich bin im Recht, daran besteht kein Zweifel." Er habe im Sinne des Jagdgesetzes gehandelt und sei seiner Verpflichtung nachgekommen, als er den Golden Retriever wildernd angetroffen habe, und das zum zweiten Mal, wie der Ohlsdorfer betont. Daher habe er den Abschuss getätigt. "Der Hund hat sich so verhalten, dass ich handeln musste."

Dass sich der Waidmann geirrt haben könnte und den falschen Hund traf, schließt der Betroffene definitiv aus. Er habe Zeugen, dass Timmy bereits öfter gewildert haben soll, sagt der Mann, der sich zudem rechtliche Schritte wegen Rufmords überlegt. In seiner Heimatgemeinde seien nämlich Zettel plakatiert worden, auf denen er spöttisch als "Superjäger" betitelt und im Text diskreditiert worden sei.

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"Kurier" vom 01.02.2008

Seeadler abgeschossen: Jäger steht unter Tatverdacht 

Ermittlungen - Wie erst gestern bekannt wurde, ist kurz vor Jahresende bei Bernhardsthal, Bezirk Mistelbach, ein seltener Seeadler getötet worden. Ein Arzt will am 30. Dezember beobachtet haben, wie der Vogel von einem Baum geschossen wurde. Sekunden später soll der mutmaßliche Schütze den Kadaver in seinen Pkw verstaut haben und sei davongerast.

Unter dringendem Tatverdacht steht ein Bundesbeamter, der Jäger und Hegeringleiter ist. Der Mann gab gegenüber der Polizei an, dass er zwar eine Nebelkrähe erlegt habe aber keinen Adler. Die Krähe konnte er nicht vorweisen. Später erklärte er, dass er die Krähe schon am 29. Dezember geschossen hatte.

Auch als der KURIER den Jäger mit dem Vorfall konfrontierte, blieb er bei dieser Version. Eine Blutanalyse, die am Tatort sichergestellt werden konnte, ergab jedoch, dass es sich eindeutig um Adlerblut handelt. WWF, Birdlife und der NÖ Landesjagdverband verurteilen die illegale Tat scharf. Gegen den mutmaßlichen Schützen läuft eine Anzeige.

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"Tiroler Tageszeitung" vom 29.01.2008

Für Problembären wird es in Tirol eng 

Neues Jagdgesetz regelt Vorgangsweise bei der Bärenjagd.

Innsbruck - Im Juni 2006 war in Tirol der Bär los. JJ1 alias Bruno zog eine Spur der Verwüstung durch das Land. Sogar finnische Bärenjäger hefteten sich auf die Fährte des Trentiner Problembären. Ende Juni gab Bayern den Befehl zum Abschuss, Bruno wurde schließlich von bayerischen Jägern erlegt. Heftige Proteste aus Italien und von Tierschützern waren die Folge.

Um künftig einen gesetzlich geregelten Ablaufplan zu haben, sollten wieder Prob-lembären in Tirol auftauchen, hat das Land jetzt eine Novelle des Jagdgesetzes ausgearbeitet. "Wir sind dem Bärenmanagement beigetreten, die Gesetzesänderung wurde in enger Absprache mit dem Bärenmanagement formuliert", betont der zuständige Landesrat Anton Steixner (VP).

Künftig wird es vor allem möglich sein, die Jagd nach den Bären in allen Revieren durchzuführen - die Pächter bzw. Eigentümer müssen das dulden. "Bei Bruno versagte uns ein Pächter in seinem Terfener Revier die Jagd auf Bruno", betont Steixner.

Die "besonderen Maßnahmen zur Hintanhaltung von Schäden durch Bären" im Detail:

*Problembären: Sollte von einem Bären Gefahr ausgehen und es keine andere Lösung geben, kann die Landesregierung geeignete Personen nach Anhören des Landesumweltanwaltes, des Tierschutzombudsmannes und des Landesjägermeisters ermächtigen, das Tier aufzuspüren und mit einem Sender zu versehen.

*Aufspüren, Einfangen, bzw. fachkundige Tötung: Die Landesregierung kann zum Aufspüren, Einfangen bzw. erforderlichenfalls zur fachkundigen Tötung ermächtigen. Steixner: "Letzteres hoffen wir natürlich nicht, aber es hat der gesetzlichen Klarstellungen benötigt." Willkür werde es keine geben, denn das Land verpflichtet sich, darauf Bedacht zu nehmen, dass die Population der Bären in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet dennoch ohne Beeinträchtigung in einem günstigen Erhaltungszustand verweilen kann.

Bereits diese Woche soll das neue Jagdgesetz im Landtag beschlossen werden.

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orf.at vom 26.01.2008

Toter Jäger erst nach Stunden entdeckt

Bei Neustift im Stubaital ist am Samstag ein Jäger mit seinem Auto tödlich verunglückt. Das Auto wurde von einem Wanderer in einem Waldstück entdeckt.

Geländewagen geriet ins Rutschen
Der Jäger war in den frühen Morgenstunden mit seinem Geländewagen vermutlich zur Wildfütterung aufgebrochen. Auf der Forststraße zur Fallbesoner-Ochsenalm rutschte der knapp 60-Jährige von der Fahrbahn ab und stürzte mit seinem Auto sich mehrmals überschlagend in den Wald. Dabei wurde der Jäger aus dem Auto geschleudert und getötet.

Die Polizei vermutet, dass der Geländewagen aufgrund der vereisten Fahrbahn ins Rutschen geriet und abstürzte.

Das Auto wurde erst Samstagmittag zufällig von einem Wanderer entdeckt, der die Rettungskräfte verständigte. Diese konnten aber nur mehr den Tod des Jägers feststellen.

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krone.at vom 15.01.2008

Drei Kärntner knallten Hunderte Tiere ab

100 Rehgeißen, 50 Füchse, 40 Marder, 300 Vögel, Niederwild. Die Liste der sogar in der Schonzeit, nachts und mit grausamen Waffen illegal erlegten Tiere ist lang. Viele der Gräueltaten hat der 36-jährige Hauptangeklagte in Tagebüchern dokumentiert. „Das meiste ist erfunden“, behauptet er jetzt. „Mit Wilderei habe ich nichts zu tun!“

Ganz in Weiß vor Gericht
Im Fasching verkleidet er sich zwar als Wilderer, vor Gericht trägt er aber, wie um seine Unschuld zu untermauern, ein weißes Sakko und weiße Schuhe. Anders tritt da sein mitangeklagter Vater auf. Waidmännisch, grünes Jopperl, Gamsbarthut. Geständig ist aber auch er nicht. „Alles Blödsinn“, sagt er, „ich bin ein richtiger Jäger.“

Trophäen, Fleisch, Fotos, Waffen - all das wurde auf einem Familienanwesen gefunden. All das deutet auf Wilderei in großem Stil hin. „War es auch“, gibt der mutmaßliche Komplize zu. Er ist geständig, bedauert und nimmt die neun Monate bedingt an. Der Prozess gegen Vater und Sohn dauert noch.

„Ist das noch eine k. u. k. Wildererromantik, oder was hat Sie angetrieben?“, will der Richter von dem einzigen Geständigen von drei Beschuldigten wissen. „Es war halt ein Kick zu schießen“, sagt der junge Lavanttaler. Und geschossen wurde auf alles, was vor die mit Schalldämpfern versehenen und abgesägten Jagdbüchsen kam.

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orf.at vom 11.01.2008

Scharfe Kritik an Hüttenjagd mit Uhus

Der Vorarlberger Tierschutzombudsmann Erik Schmid hat die sogenannte Hüttenjagd scharf kritisiert. Dabei werden Uhus als Lockvögel eingesetzt. Schmid forderte die BH Dornbirn auf, die geltende Bewilligung zu widerrufen.

Die sogenannte Hüttenjagd

Bei der Hüttenjagd wird der Todfeind der Krähen, der Uhu, als Lockvogel auf einen Pflock angebunden und in freier Wildbahn ausgesetzt. Dann sammeln sich zahlreiche Krähen auf umliegenden Bäumen oder Drähten und drohen dem Uhu, allerdings attackieren sie ihn in der Regel nicht. Von einer getarnten Hütte aus sind die Krähen dann aber für den Jäger ein leicht zu treffendes Ziel.

Nachtaktiver Vogel

Für diese Art der Krähenjagd muss es allerdings hell sein. Tierschutzombudsmann und Landesveterinär Schmid kritisiert, dass es für einen nachtaktiven Greifvogel wie den Uhu aber sehr schwierig sei, sich am Tag mit Todfeinden auseinandersetzen zu müssen.

"Hier wird ein nachtaktiver Wildvogel stundenlang angebunden und den Angriffen seiner Todfeinde ausgesetzt", so Schmid in einem Schreiben an die Bezirkshauptmannschaft Dornbirn. Bei der Beizjagd mit Falken oder Habichten hingegen hat Schmid keine tierschutzrechtlichen Bedenken.

"Tierschutz komplett unberücksichtigt"

Er habe bereits vor 20 Jahren als Amtstierarzt massiv gegen eine Bewilligung zur Hüttenjagd Stellung genommen, so Schmid. Dass diese - in Vorarlberg einzige - Bewilligung heute noch Gültigkeit habe, sei ihm vollkommen unverständlich: "Offensichtlich ist hier die Entwicklung des Tierschutzes in den letzten 20 Jahren komplett unberücksichtigt geblieben."

"Mülldeponien beseitigen"

Diese Art der Jagd sei jedoch nicht nur in höchstem Maße tierschutzrechtlich bedenklich, sondern auch ineffektiv, so Schmid weiter. Die um sich greifende Krähenplage könne nicht mithilfe jagdlicher Methoden gelöst werden. Vielmehr müsse das Problem durch die Beseitigung von Mülldeponien angegangen werden, schreibt Schmid.

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"Niederösterreichische Nachrichten" vom 07.01.2008

Illegale Jagd auf Rehböcke 

Im Kamptal wird ein Hirsch erlegt, laut Tierschützern kein Einzelfall.

BEZIRK KREMS / Schwere Vorwürfe erhebt ein Tierfreund gegen Jäger aus dem Bezirk: Einige Weidmänner würden im Zuge von Wildschwein-Riegeljagden auch Rehe schießen. Ebenso sollen Rehböcke erlegt worden sein, obwohl diese zurzeit vor dem Abschuss geschützt und außerdem ohne Geweih schwer von Geißen zu unterscheiden sind.

In Fernitz wurde vor wenigen Tagen ein Hirsch unerlaubt erlegt: Der Schütze hat sein Vergehen aber selbst angezeigt. Ihm droht der Jagdkartenentzug.

Der Landesjägermeister-Stellvertreter DI Erhard Brandstetter verteidigt:
"Gegen Wildschweine sind die Riegeljagden gut organisiert, und in der Regel wird nur Schwarzwild zum Abschuss freigegeben. Im Fall Fernitz unterstützen wir den Jäger nur in einer Hinsicht: Jagdkartenentzug."

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kleinezeitung.at vom 06.01.2008

Hund geriet in Falle: Frauerl angezeigt

Angeleinter Hund in Falle schwer verletzt. Frauchen ließ Fangeisen aufschneiden. Jäger droht nun mit einem Prozess.

Meine Hündin war an der Auslaufleine. Nahe dem Ort Weitensfeld in Liebenfels geriet Sally bei einem Spaziergang in eine Schwanenhalsfalle. Es war schrecklich. Der Hund röchelte und japste. Ich konnte die Falle nicht öffnen. Erst ein telefonisch herbeigerufener Bekannter konnte das Tier mit einer Rohrzange befreien. Sally hat überlebt, leidet aber an verletzten Stimmbändern und einer verengten Luftröhre", schildert die Micheldorferin Barbara Engl einen Vorfall vom 15. Dezember.

Genehmigungspflichtig. Mittlerweile ermittelt die Polizeiinspektion Liebenfels in dem Fall, denn: "Fallen dieser Art müssen genehmigt sein. Ich habe die Falle mitgenommen, weil sie keine Nummer hat", sagt Engl.

Verfahren läuft. Der zuständige Fallensteller und Aufsichtsjäger Walter Ruttnig weist diesen Vorwurf zurück. "Die Falle wurde zerstört. Das Teil, auf dem die Nummer eingeschlagen war, fehlt, weil die Falle aufgebrochen worden ist. Meine Anzeige wegen Diebstahls wurde von der Polizei aber in Sachbeschädigung umgewandelt. Das Verfahren läuft."

"Warntafeln waren aufgestellt". Bezirksjägermeister Hans Drescher will zum laufenden Verfahren nichts sagen, stellt aber fest: "Wenn ein Hund in eine Falle gerät, ist für die Öffentlichkeit immer der Fallensteller schuld, nie der Hundehalter. Auch wenn der Hund an der Leine war: Warntafeln waren aufgestellt, und es ist auch zu prüfen, ob Frau Engl auf einem Wanderweg oder im freien Gelände unterwegs war."

Tollwutschutz. Von den rund 2700 Jägern des Bezirks St. Veit dürfen 40 Fallen stellen. Sie haben die entsprechende Ausbildung. Auf 100 bis 400 Fänge pro Jahr schätzt Drescher die Erfolgsquote. "So werden Füchse, Marder und Iltisse gejagt. Auch als Tollwutschutz ist diese Art der Jagd gerechtfertigt", sagt Drescher. Ruttnig gilt unter Kollegen als besonnen. Er übt die Fallenjagd seit 40 Jahren aus.

Gefahr für Kinder. Sally war der zweite Hund, der in eine seiner Fallen tappte. Barbara Engl, die selbst aus einer Jägerfamilie stammt, geht jetzt an die Öffentlichkeit, um wachzurütteln: "Wäre ein Kind in die Falle geraten, wäre es schwer verletzt worden."

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