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 Jagd in der Presse 2018 

noen.at vom 01.08.2018

Rehbock verfolgt und ausgerutscht: Jäger abgestürzt

Hollenstein. Einen 71-jährigen Jäger musste die Bergrettung am Dienstag in Hollenstein aus unwegsamem Gebiet bergen.

Der Waidmann hatte einen Rehbock angeschossen und war dem verletzten Tier, das die Flucht ergriff, gefolgt. Seine Suche verlief jedoch ergebnislos. Als der Jäger dann in dem sehr steilen Gelände wieder absteigen wollte, rutschte er aus und fiel einen Abhang hinunter.

Er blieb schwer verletzt in einem Bach liegen. Zum Glück war der 71-Jährige aus Säusenstein (Gemeinde Ybbs/Donau) mit einem Jagdkollegen unterwegs, der den Unfall beobachtete und sofort die Rettung alarmierte. Er leistete dem Verunglückten auch Erste Hilfe.

Die Bergrettung und der Gemeindearzt von Lunz, der ebenfalls alarmiert worden war, bereiteten den Mann auf den Transport vor. Aufgrund der Schwere der Verletzungen wurde er vom Rettungshubschrauber Christophorus 2 ins Landesklinikum Amstetten geflogen.

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kleinezeitung.at vom 06.07.2018

Jäger (80) schoss 25-Jährigen an: Geldstrafe

80-jähriger Unglücksschütze hatte auf einen flüchtenden Hasen gefeuert und einen 25-Jährigen getroffen. Der erlitt bleibende Schäden an der Netzhaut.

Mit einer Diversion in Höhe von 1100 Euro ist am Freitag im Landesgericht Ried ein 80-jähriger Jäger davon gekommen. Er hatte vorigen Herbst versehentlich einen 25-jährigen Kollegen angeschossen. Das Opfer wurde durch die Schrotkugeln an Kopf und Beinen getroffen. Er erlitt bleibende Schäden an der Netzhaut.

Bei einer Treibjagd in St. Peter am Hart (Bezirk Braunau) war es zu dem Unfall gekommen. Der Unglücksschütze, der bereits seit mehr als 50 Jahren Jäger ist, hatte zweimal auf einen Hasen gefeuert, der auf der Flucht zwischen den beiden 50 Meter auseinanderstehenden Männern durchgelaufen war. Dabei traf er allerdings seinen jungen Kollegen, der schwere Verletzungen davon trug. Da der Angeklagte geständig, unbescholten und zum Zeitpunkt der Tat nicht alkoholisiert war, schlug das Gericht gleich zu Beginn der Verhandlung die Diversion vor. Man einigte sich auf 1100 Euro, die der Sohn des 80-Jährigen sofort beglich.

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derstandard.at vom 03.07.2018

Schuldspruch wegen Drahtfalle für Biker

Sechs Monate bedingt wegen versuchter schwerer Körperverletzung fasste ein Jäger aus, der Mountainbiker mit Draht stoppen wollte

Ried – "Es war dumm und ich hab halt nicht 'denkt" – Wolfgang G. sitzt an diesem sonnigen Nachmittag sichtlich geknickt im schwarzen Anzug vor Richterin Claudia Lechner. Der brisante Grund dafür, dass der leidenschaftliche Jäger den Hochstand mit der Anklagebank am Landesgericht Ried tauschen musste, liegt gut zwei Monate zurück.

Anfang Mai wurden dem 47-Jährigen der offensichtlich regelmäßige Besuch von Mopedfahrern und Mountainbikern im Revier zu viel. "Bitte, das ist eine Privatstraße, und dauernd wurde das Wild aufgescheucht", versucht sich Wolfgang G. zu rechtfertigen. Der Leiharbeiter zog aber nicht etwa den Gang zu den Behörden in Erwägung, sondern entschied sich für Selbstjustiz.

Auch Wildkamera installiert

Laut Anklage spannte der Jäger in einem Wald in Neukirchen an der Enknach ein vier Meter langes, dünnes Drahtseil in einer Höhe von 1,65 Meter zwischen zwei Bäumen. Auf beiden Seiten deponierte er am Boden noch einen längeren Ast. Das heimtückische Vorhaben abrunden sollte dann ein Bild aus einer ebenfalls angebrachten Wildkamera.

Im Prozess zeigte sich Wolfgang G. am Dienstag dazu weitgehend geständig, bestritt aber zunächst eine Verletzungsabsicht. "Ich wollte doch nicht, dass wer zu Sturz kommt oder sich verletzt. Mir ist es darum gegangen, dass der Mopedlenker stehen bleibt und ich ein ordentliches Foto krieg'n nicht so ein verwischtes." Richterin Lechner erinnerte den Angeklagten dann daran, dass dieser in der polizeilichen Einvernahme durchaus angegeben hatte, einen entsprechenden Sturz einkalkuliert zu haben. "Es war der größte Fehler meines Lebens. Es tut mir unglaublich leid."

"Das Leben am Hals ist sehr dünn"

Im Prozess ist da der Moment gekommen, an dem es Staatsanwalt Alois Ebner ganz offensichtlich reicht: "Herr Verteidiger, warum redet ihr Mandant heute so herum?" Und dann direkt an den Angeklagten gerichtet: "Wenn es nur um das Aufhalten gegangen wäre, hätten sie auch eine deutlich sichtbare Absperrung machen können. Sie wissen schon, was ein Drahtseil in dieser Höhe anrichten kann, oder? Der Tod ist da sehr nahe und das Leben am Hals sehr dünn."

Dass an dem Maitag im Grünen kein lebensbedrohender Unfall passierte, ist lediglich dem Zufall geschuldet. Die geladene Zeugin schildert im Prozess, dass sie aufgrund des Astes auf dem Boden vom Bike gestiegen sei. "Und dann habe ich so zwanzig Zentimeter vor mir plötzlich den Draht gesehen." Richterin Lechner setzt nach: "Wäre es möglich gewesen, mit dem Rad über den Ast zu fahren?" Die Zeugin will das nicht ausschließen: "Aber ich hätte mich eher nicht getraut."

Jagen als Hobby

Wolfgang G. versucht dann im Prozessverlauf erneut, Besitzansprüche geltend zu machen: "Frau Richterin, das ist ein Privatgrundstück ..." Lechner: "Das haben Sie bereits erwähnt. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, sich an die Behörden zu wenden. Dann hätte man wahrscheinlich ein entsprechendes Schild aufgestellt. Ihre Variante der Selbsthilfe war die denkbar ungünstigste."

Verteidiger Johann Postlmayr verweist dann unmittelbar vor der Urteilsverkündung auf die Unbescholtenheit seines Mandanten. Und: "Er muss jetzt schon damit leben, dass ihm sowohl der Jagdschein als auch die Waffenbesitzkarte entzogen wurden. Jagen war sein großes Hobby."

Richterin Lechner lässt die Unbescholtenheit und das Geständnis in die Urteilsfindung einfließen, folgt aber dennoch dem Antrag der Staatsanwaltschaft. "Sie haben eine große Gefahr geschaffen – und den Draht sich selbst überlassen." Das rechtskräftige Urteil: sechs Monate bedingt auf drei Jahre und 2.000 Euro unbedingte Geldstrafe.

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ots.at vom 03.07.2018

WWF fordert sachliche Wolfs-Lösungen statt Abschuss-Fantasien

Wolf ist weder reißende Bestie noch Kuscheltier, sondern EU-weit streng geschützte Art – Herdenschutz ausbauen, angemessen entschädigen, Information verstärken

Wien (OTS) -
Die Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) fordert in Sachen Wolf eine Rückkehr zur Sachlichkeit und kritisiert die negative Stimmungsmache einzelner Interessensvertreter. „Der Wolf ist weder reißende Bestie noch Kuscheltier, sondern eine EU-weit streng geschützte Art. Daher braucht es rechtskonforme Management-Konzepte mit Herdenschutz-Maßnahmen und Entschädigungen“, sagt WWF-Artenschutz-Experte Arno Aschauer in Reaktion auf jüngste Aussagen der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. „Anstatt Ur-Ängste vor dem bösen Wolf zu bedienen, müssen international bewährte Lösungen auch in Österreich ausgebaut werden. Wer nur nach der Flinte ruft, lässt auch die betroffenen Landwirte allein im Regen stehen. Rechtswidrige Abschussfantasien lösen kein einziges Problem“, betont Aschauer.

Der WWF fordert von der Politik ein rechtskonformes Wolfs-Management mit konkreten Herdenschutzprojekten sowie höheren und rascheren Entschädigungszahlungen für betroffene Landwirte, falls Schäden auftreten. Parallel dazu braucht es deutlich mehr Forschung, Information und Beratung sowie eine bessere überregionale Zusammenarbeit der Bundesländer. „Das erwartet sich auch die Mehrheit der Bevölkerung, die den Wolf kein zweites Mal ausrotten will“, verweist Aschauer auf positive Umfragen zur natürlichen Rückkehr des Wolfs nach Österreich. Über 70 Prozent der Österreicher stehen dem Wolf positiv gegenüber und erwarten, dass die Politik für ein konfliktfreies Miteinander sorgt, wie Umfragen zeigen. 

Fakten zum Wolf

„Ängste und Sorgen müssen ernst genommen werden, aber mit Panikmache ist niemandem geholfen. Fakt ist: Wölfe, die in freier Wildbahn aufgewachsen sind und dort leben, sind dem Menschen nach allen vorliegenden Erkenntnissen grundsätzlich nicht gefährlich“, erläutert Aschauer den aktuellen Stand der Forschung. Wölfe sind klug und vorsichtig und weichen Menschen grundsätzlich aus. Trotzdem wird es dort, wo sie regelmäßig leben, früher oder später zu Beobachtungen kommen. Das ist völlig natürlich, und bei einer Reviergröße von 15.000 Hektar wird immer ein Gehöft oder eine Siedlung in einem Wolfsrevier liegen. In Deutschland hat sich in 20 Jahren kein einziger Unfall mit Wölfen ereignet. Im Gegensatz dazu beißt alle paar Minuten ein Hund einen Menschen (ca. 3000/Jahr, die im Spital behandelt werden müssen). Auch Kühe oder Wildschweine verletzen Wanderer, und immer wieder gibt es sogar Tote.  

Vergrämung bzw. Tötung von Problemwölfen wäre schon jetzt möglich

Falls es tatsächlich Probleme mit auffälligen Wölfen geben sollte, wäre die Vergrämung bzw. im Ernstfall die Tötung bereits jetzt möglich, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden. „Dafür brauchen aber keine EU-Gesetze geändert und Wölfe pauschal zum Abschuss freigegeben werden“, betont der WWF-Experte unter Verweis auf geltende Managementpläne. Auch was den Schutz von Weidetieren anlangt, müsse man die Kirche im Dorf lassen. Im letzten Jahr gingen 21 der insgesamt rd. 378.000 Schafe in Österreich (Zahlen aus 2016) auf das Konto von Wölfen; denn zu 99 Prozent frisst der Wolf Wildtiere. Österreich hat eine so hohe Wilddichte, dass die wenigen Wölfe vergleichsweise sehr wenig erbeuten. Die Abschusszahlen bei Rehen, Hirschen, Wildschweinen und Gämsen liegen jährlich bei ca. 390.000 Tieren.

Für den in Österreich äußerst seltenen Fall einer Wolfsbegegnung, sollte man Ruhe bewahren. Normalerweise tritt ein Wolf, der entdeckt wird, schnell und leise die Flucht an. Um das Risiko von Unfällen zu minimieren, sollten dennoch einige Verhaltensweisen im Zusammenleben mit den Wildtieren beherzigt werden, die genauso für den Umgang mit anderen Wildarten, die wehrhaft sind oder Krankheiten übertragen können, gelten, wie etwa Wildschwein oder Fuchs. „Das heißt: Wölfen nicht nachlaufen, Wölfe nicht anfüttern und deren Wurfhöhlen nicht aufsuchen“, erklärt Aschauer. 

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vgt.at vom 25.05.2018

Nach Gerichtsurteil: Mayr-Melnhof als Landesjägermeister und Jagdschutzorgan untragbar

Es ist rechtskräftig: Mayr-Melnhof hat rechtswidrig mit Gewalt einem Tierschützer die Videokamera entwendet und sie nicht zurückgegeben – Strafverfahren wegen Raub.

Das Landesverwaltungsgericht hat rechtskräftig geurteilt, dass Mayr-Melnhof mit Gewalt rechtswidrig einem friedlichen Tierschützer die Videokamera entwendet und ihn dabei an der Hand verletzt hat. Für die gesamte Gewaltanwendung von Mayr-Melnhof zusammen mit zwei anderen Tätern hat dem Gerichtsurteil nach keine Rechtfertigung bestanden. Landläufig wird so ein Verhalten als Raub bezeichnet. Nun ist die Staatsanwaltschaft am Zug, entsprechend Anklage zu erheben. Weiters hat das Gerichtsurteil klar aufgezeigt, dass Mayr-Melnhof als Zeuge die Unwahrheit gesagt hat. Auch das ist strafbar. Und nicht nur das. Es beweist auch, dass Mayr-Melnhof überhaupt nicht mehr glaubwürdig ist. Daher stellt sich nun auch aufgrund dieses rechtskräftigen Urteils die Frage, ob ein Mensch als Landesjägermeister und Jagdschutzorgan tragbar ist, der friedlichen Bürgern mit Gewalt Gegenstände entwendet und vor Gericht die Unwahrheit sagt. Ein Mensch mit Anstand würde unter solchen Bedingungen von sich aus zurücktreten, doch damit ist bei Mayr-Melnhof nicht zu rechnen.

Momentan verhandeln die Koalitionspartner in Salzburg über eine gemeinsame Regierung. Thema dabei ist das Gatterjagdverbot und das Natura 2000 Gebiet in der Antheringer Au, wo Mayr-Melnhof sein Jagdgatter betreibt - das letzte aktive in Salzburg - und dabei völlig die Natur zerstört. Übergangsbestimmungen für das anstehende Gatterjagdverbot betreffen also nur ihn. In wieweit muss man auf einen Mann Rücksicht nehmen, der gerichtlich bestätigt friedlichen Bürgern mit Gewalt Gegenstände entwendet und vor Gericht die Unwahrheit sagt? Welche Investitionen in sein Jagdgatter müssten durch eine Amortisierungsfrist berücksichtigt werden? Der VGT fordert ein sofortiges Gatterjagdverbot mit einer minimalen Übergangsfrist für Mayr-Melnhof, wie es im Lainzer Tiergarten in Wien vorgezeigt wird. Dort will man bis Ende 2020 den Jagdgatterbetrieb aufgelöst haben.

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DIE ZEIT No 8 / 2018

Angst vor der wilden Sau

von Fritz Habekuss

Das Problem mit dem Wildschwein: Es kann nichts dafür, dass es so zahlreich ist. Das Wildschwein macht nur, was Wildschweine nun einmal tun, wenn man ihnen ein Schlaraffenland bietet, eines mit unbegrenztem Zugang zu kalorienreichem Futter und ausreichend Schutz vor Gewehrkugeln. In diesem Schlaraffenland schlägt sich das Wildschwein den Bauch voll, und es pflanzt sich munter fort. Zwei Würfe mit bis zu zehn Frischlingen sind drin – pro Jahr. Zwar schossen die Jäger, die praktisch ihre einzigen Feinde sind, allein in der vergangenen Jagdsaison fast 600.000 Tiere. Trotzdem schaffen sie es nicht, die Bestände zu reduzieren.

Die Wildsau, sie fühlt sich wohl in der deutschen Kulturlandschaft, zwischen nahrhaftem Mais und Raps, deren Anbaufläche zuletzt stark angestiegen ist. Es gibt eine Menge Menschen, die der Meinung sind: viel zu wohl. Denn das, womit sich das Schwarzwild den Bauch vollschlägt, hat einst der Bauer gesät. Er hat es gedüngt und gepflegt. Und er findet, dass er ein Recht hat, am Ende etwas zu ernten. Was man verstehen kann.

Dieser Streit um das Wildschwein ist alt. Neu ist, mit welcher Vehemenz er gerade jetzt geführt wird. Grund dafür sind nicht durchwühlte Äcker, es ist eine Seuche. Sie könnte jeden Moment die deutsche Grenze von Osten her überqueren. Sie wird ein wenig lieblos abgekürzt mit den drei Buchstaben ASP – furchterregender ist sie, wenn sie ausgeschrieben wird: Afrikanische Schweinepest.

Die Seuche ist der Grund, warum Europa so heftig wie schon lange nicht mehr über das Wildschwein streitet, warum Tabus gebrochen, Forderungen aufgestellt und Notfallhandbücher geschrieben werden. Es gibt eine Menge Menschen, die Angst vor dem haben, was passieren wird, wenn die Afrikanische Schweinepest erst einmal in Deutschland angekommen ist. Und es gibt Menschen, die versuchen, diese Angst zu instrumentalisieren und ihre Ziele durchzusetzen, unabhängig von der Seuche, nur scheinbar mir ihr verknüpft.

Das ASP-Virus tötet in Europa nahezu jedes Schwein, das sich infiziert hat, und zwar binnen weniger Tage. Weil das so ist, wird seit ein paar Monaten zur massenhaften Jagd auf Wildschweine geblasen – allerdings nur sprichwörtlich, das Jagdhornwesen ist in Deutschland auf dem Rückzug.

Jäger sollen es richten mit der Afrikanischen Schweinepest

Robert Hagemann ist da eine Ausnahme, seit ein paar Monaten lernt er Jagdhorn spielen, zusammen mit zwei seiner Söhne. Er lebt in der Prignitz, im Nordwesten Brandenburgs, in einem Dörfchen namens Bullendorf. Sein Hof liegt im Nachbarort Kuhsdorf, und er kommt nicht so oft zum Üben, wie er eigentlich sollte. Hagemann hat im Moment viel zu tun. Er mästet etwa 8500 Schweine, bewirtschaftet 350 Hektar, baut gerade eine neue Futtermittelmischanlage, hat 25 Angestellte, und vor ein paar Wochen brannte eine Scheune komplett aus. Brandstiftung, Schaden im siebenstelligen Bereich, die Versicherung will nicht zahlen. Und jetzt will auch noch ein Reporter mit ihm auf die Jagd gehen.

»Ich mache das nur Ihnen zuliebe«, sagt Hagemann und zieht sich die gefütterten Stiefel über. Es ist eine Nacht Anfang Februar, der Mond scheint hell hinter dünnen Wolken. Schweinesonne, wie die Jäger sagen, weil sie dann genug sehen können, um den Tieren nachzustellen. Wildschweine gelten als klug und anpassungsfähig – und sind in manchen Teilen Deutschlands eine Plage.

Jäger wie Robert Hagemann sollen es richten mit der Afrikanischen Schweinepest. Die Überlegung ist: Dünnt man die hohen Wildschweinbestände nur weit genug aus, kann sich das Virus nicht weiter verbreiten, und Deutschland bleibt von der ASP verschont. Dass es kaum einen seriösen Experten gibt, der dieses Szenario für wahrscheinlich hält: geschenkt. Die Frage sei nicht, ob die ASP die Grenze überqueren wird. Die Frage sei, wann. Denn auf den wahrscheinlichsten Übertragungsweg haben die Jäger keinen Einfluss.

Die Wildsau fühlt sich wohl bei uns

350 Kilometer ist das Virus momentan noch von der deutschen Grenze entfernt. Zuletzt machte es im Sommer einen Sprung über mehrere Hundert Kilometer ins tschechische Zlín. So weit läuft kein Schwein. Schon gar nicht, wenn es mit einer tödlichen Seuche infiziert ist.

Der Überträger war also jemand anders: der Mensch. Wahrscheinlich versteckte sich das Virus in einem Stück Rohwurst – hergestellt aus einem erkrankten Schwein, auf eine Stulle mit Butter gelegt, nicht ganz aufgegessen, achtlos aus dem Autofenster geworfen, von einem Wildschwein gefunden und gefressen.

All die Wildzäune an Autobahnen, die kippsicheren Mülleimer an Rastplätzen, die Warnschilder: Sie haben diese Verkettung von unglücklichen Zufällen nicht verhindern können. Und so zittern nun die Schweinehalter, die Betreiber von Schlachthöfen, die Wurstfabrikanten, die Futtermittelzulieferer vor dem Seuchenfall. Menschen wie Robert Hagemann.

Es ist zehn Uhr abends, Hagemann ist in das dunkle Grün der Jäger gekleidet. Er zieht eine Mütze über, nimmt seine Waffe und das Fernglas von der Kommode im Flur. Dann steigt er in seinen Pick-up. Das Ziel ist ein abgeernteter Maisacker nicht weit entfernt von seinem Hof. Auf dem letzten Kilometer schaltet er das Licht aus. Es ist hell genug, um die Umrisse der Straße zu erkennen. »Schließen Sie die Tür leise. Dann folgen Sie mir. Gehen Sie direkt hinter mir, und sprechen Sie nicht«, sagt Hagemann.

70 Prozent aller Wildschweine töten? »Unmöglich«, sagt der Jäger

2007 kamen die ersten Meldungen, die ASP habe Europa erreicht. Mit einem Schiff landete das Virus in Georgien an, in nachlässig entsorgtem Müll. Schon nach ein paar Monaten machte es den Sprung über die Grenze nach Russland, kurz darauf tauchte es Hunderte Kilometer weiter im Norden auf, 2011 dann bei St. Petersburg. 2013 schien die Seuche sich totgelaufen zu haben, doch dann flammten die Infektionen wieder auf. 2014 überquerte die ASP im Baltikum zum ersten Mal die EU-Grenze und wanderte weiter nach Polen. 2015 setzte sie sich in der dortigen Wildschweinpopulation fest. Zuletzt sprang die ASP im Sommer 2017 nach Tschechien.

Und jetzt? Geht es nach dem mächtigen Bauernverband, sollen Jäger wie Robert Hagemann die Bestände um 70 Prozent reduzieren. »Praktisch unmöglich, vor allem mit der Büchse«, hatte Hagemann gesagt. Und jetzt, in dieser wunderbaren Schweinesonne über dem abgeernteten Maisacker zwischen Mesendorf und Kuhsdorf, sieht man auch, warum.

Eine Stunde ist mittlerweile vergangen. Hagemann ist vorangegangen, den Feldweg entlang. Sein Gewehr hat er geschultert. Alle paar Minuten bleibt er stehen und sucht mit dem Fernglas den Feldrain ab. »Das Problem bei Schwarzwild ist, dass man nie weiß, wann die Sauen kommen. Und ob«, hatte er zuvor im Auto gesagt. Jetzt stellt er sich in den Schatten einer Eiche. Und wartet.

Die ASP kommt ursprünglich aus Afrika, Lederzecken übertragen das Virus. Für die dortigen Warzenschweine ist es ungefährlich, für die in Europa heimischen Wild- und Hausschweine nicht. Hierzulande ist die Seuche tödlich. Während in Afrika die Immunsysteme der Wirtstiere Tausende Jahre Zeit hatten, sich an den Erreger anzupassen, trifft er in Europa seine Opfer unvorbereitet. Gelangte hier ein Virus in einen Stall, etwa an den Stiefeln eines Arbeiters, wäre das fatal. Der Hof würde zur Hochsicherheitszone erklärt, alle Tiere würden gekeult.

Stroh gibt es in den Anlagen nicht; es könnte kontaminiert sein

Die ASP in heimischen Schweineställen – es ist das Horrorszenario der deutschen Schweinewirtschaft, die 27,6 Millionen Tiere in ihren Ställen stehen hat. Dabei haben moderne Anlagen längst Hygieneprozeduren, die denen in vielen Krankenhäusern überlegen sind.

Zu Hagemanns Ställen haben außer ihm jeweils nur vier Mitarbeiter Zutritt. Bevor sie eine der Anlagen betreten, müssen sie sich duschen, Straßenkleidung ablegen und Arbeitskleidung anziehen. Verlassen sie den Stall, ziehen sie sich wieder komplett aus und stecken die Arbeitskleidung in die Waschmaschine. Außerdem sind die Anlagen abgezäunt, sodass ihnen kein Wildschwein nahekommen kann. Stroh gibt es im Inneren nicht; es könnte kontaminiert sein.

Weit wahrscheinlicher als ein Ausbruch in einem Maststall ist, dass irgendwann, irgendwo in Deutschland ein Wildschwein wegen der ASP tot umfällt. Doch selbst wenn kein einziges Hausschwein betroffen wäre, zeitigte ein solches Ereignis umgehend Folgen. Länder wie China würden den Import von deutschem Schweinefleisch sofort unterbinden. Die deutschen Produzenten blieben auf ihren Tieren sitzen, das Überangebot ließe die Preise stürzen, Tausende Betriebe könnten die Einbußen nicht verkraften, eine 27-Milliarden-Euro-Industrie geriete ins Wanken.

Dieses Szenario ist wahrscheinlich. Oder lässt es sich verhindern, indem man großflächig zur Jagd auf Wildschweine bläst? Kaum.

Es waren keine Wildschweine, die das Virus von Afrika nach Georgien verschleppten. Es waren keine Wildschweine, die es über Tausende von Kilometern in Russland verteilten. Es waren Menschen.

Sie verbreiteten eine für sie medizinisch harmlose Krankheit, die nun zur ökonomischen Bedrohung wird. Dass das passiert, lässt sich in einer Welt der offenen Grenzen und des globalisierten Welthandels praktisch kaum verhindern: Mehr als 40
000 Containerschiffe befahren die Ozeane, über 1,1 Milliarden Kraftfahrzeuge die Straßen dieser Welt. Jahr für Jahr überqueren dreieinhalb Millionen Lkw aus Polen die deutsche Grenze und mehr als eineinhalb Millionen aus Tschechien. Allein das sind fünf Millionen Möglichkeiten für das Virus, als blinder Passagier zu reisen. Ob und wie schnell sich Seuchen verbreiten, ist ein komplexes Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Und die Erfahrung lehrt: Was passieren kann, wird irgendwann passieren.

Im Fall der ASP wirkt sich die Globalisierung doppelt verheerend aus – sie hilft, die Seuche zu verbreiten und den Schaden zu verstärken. Denn die deutsche Schweineindustrie ist stark vom Export abhängig (siehe Grafiken). Ein großer Teil des in Deutschland produzierten Fleischs wird nicht hierzulande gegessen, sondern nach Asien verschifft.

Abgesehen davon, dass es mit gegenwärtigen Jagdtechniken unmöglich ist, 70 Prozent der Tiere zu töten – man könnte den Erfolg einer solchen Maßnahme kaum überprüfen. Keiner weiß, wie viele Wildschweine es gibt. Der Deutsche Jagdverband spricht von 300
000 Tieren, was Experten wie die Ökologin Milena Stillfried vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung für »völlig unterrepräsentiert« halten.

Das Berliner Institut ist ein interessanter Ort, um eine andere Perspektive auf das ASP-Thema zu bekommen – und eine Ahnung davon, welche Ängste im Spiel sind, wenn über die Bekämpfung gesprochen wird. Hier hatte vor 15 Jahren die Reproduktionsforscherin Katarina Jewgenow eine Idee. Die Wildschweine waren damals noch kein so großes Problem wie heute. Trotzdem war offensichtlich: Es gibt zu viele von ihnen. Jewgenow, eine zierliche Frau mit Kurzhaarschnitt, hatte damals verfolgt, wie man Zootiere von der Fortpflanzung abhält. Weil überzählige Tiere sonst hätten getötet werden müssen, verabreichten die Zoos ihnen lieber Verhütungsmittel.

Die wichtigste Aufgabe der Jäger in Deutschland ist die Populationskontrolle

Jewgenow ist eine geachtete Expertin auf dem Gebiet der Reproduktion von Tieren. Sie wollte dieses Konzept an Wildschweinen ausprobieren. Dass das Verhütungsmittel funktionieren würde, wusste man längst. Als Präparat mit dem Namen Improvac ist es seit 2009 in Europa zugelassen. Bauern behandeln damit Eber, um deren markanten Geruch zu unterdrücken. »Bei den Tieren bilden sich die Hoden zurück. Das Präparat ist wie eine chemische Kastration«, sagt Jewgenow.

Bei dem Mittel handelt es sich um Antikörper, die das bei Säugetieren universelle Hypophysen-Hormon GnRH hemmen. »Wir wollten die Tiere impfen und herausfinden, wie sich ihr Verhalten ändert«, sagt Jewgenow.

Und?
»Keine Ahnung. Wir haben das nie getestet.«
Wieso nicht?
»Weil wir das nötige Forschungsgeld nicht bekommen haben.«
Warum nicht?
»Na, weil das aus Vorbehalten abgelehnt wird. Aus den Vorbehalten, die Jäger haben!«

Katarina Jewgenow erzählt von Anträgen, die sie an Ministerien schrieb, und von Telefonaten, die sie führte. Nie erhielt sie eine offizielle Antwort. Nur hintenherum erfuhr sie, dass man ihr Projekt partout nicht fördern will, bis heute nicht. Der interne Druck, der durch die Interessenvertretung der Jäger aufgebaut worden sei, sei zu groß. Man wolle das nicht riskieren. Jewgenow erzählt: »Ein ehemaliger Kollege an einer Hochschule sagte mir: ›Fachlich würde ich das genau so machen. Aber als Jäger werde ich alles tun, um das zu verhindern.‹«

Man muss sich das so vorstellen: Da arbeitet eine gut bezahlte Forscherin an einem öffentlichen Institut und entwickelt ein Konzept für ein Problem, das seit Jahren von allen Seiten lauthals beklagt wird. Aber dieses Konzept wird nicht einmal auf seine Tauglichkeit erprobt – weil die Widerstände einer einzelnen Interessengemeinschaft zu groß sind.

Die Vorbehalte der Jäger kann man nachlesen. Sie stehen in einschlägigen Magazinen und auf Websites. Man sorge sich um die Qualität des Wildbrets, heißt es da (für den Einsatz bei Mastschweinen ist das Präparat längst zugelassen). Man wolle keine Hormone in der Wildnis ausbringen (das Präparat ist ein Antikörper, kein Hormon). Zuletzt nannte der Sprecher des Deutschen Jagdverbands den Vorschlag eine »Utopie« – verzichtete allerdings auf Argumente.

Was nicht offen gesagt wird, sondern nur hinter vorgehaltener Hand: Die wichtigste Aufgabe und damit der bedeutendste Grund, warum Jäger in Deutschland so viele Privilegien genießen, ist die Populationskontrolle. Und diese Aufgabe könnte Jewgenows Impfung zum Teil übernehmen. Die Professorin betont zwar wohlweislich, dass das Präparat nur lokal und zeitlich begrenzt eingesetzt werden könnte. Dennoch sehen viele Jäger darin einen Angriff auf ihre Existenz. Die Ängste einer Lobby reichen in Deutschland also aus, um eine mögliche Lösung nicht einmal auszuprobieren.

In Polen übernehmen Spezialeinheiten der Polizei die Arbeit der Jäger

Auf der Pirsch in Brandenburg sind inzwischen eineinhalb Stunden vergangen. Robert Hagemann hört etwas. Ein heiseres Bellen dringt aus dem Wald – ein Warnlaut. »Haben Sie den Bock schrecken gehört? Wahrscheinlich kommen sie jetzt, die Sauen«, flüstert Hagemann. Zehn Minuten später sieht er die Rotte auf einer Wiese, zehn, fünfzehn Tiere, schwarze Punkte auf dunkelgrauem Grund.

»Siehst du was? Komm!«, sagt er flüsternd, das formelle Sie hat er fallen gelassen. Sein Körper steht unter Spannung. Im Laufschritt nähert er sich der Wiese, optisch verborgen von Büschen, geruchlich vom Gegenwind. Als er zu einem Bach kommt, steigt er hinunter in den Graben. Gebückt läuft er voraus, legt sich auf den Boden. Späht durch das Fernglas und die Optik seines Gewehrs. Rappelt sich wieder auf, späht wieder.

Würde Hagemann ein totes Schwein in seinem Revier finden, brächte er eine Probe des Kadavers zur Veterinärbehörde des Landkreises. Die würde sie ans Landeslabor in Frankfurt (Oder) weiterleiten. Ermittelte das einen positiven Befund, klingelte das Telefon von Sabine Kramer.

Das steht im Büro der Amtstierärztin Kramer in der Kreisstadt Perleberg. Sie würde zuerst den Landrat anrufen. Dann das brandenburgische Justizministerium, das auch für Verbraucherschutz zuständig ist. Ihr Amt würde Kramer im Seuchenfall weitreichende Befugnisse geben. Zuerst würde sie das Gebiet um den Fundort, an dem Robert Hagemann das tote Schwein gefunden hätte, in Zonen einteilen: eine drei bis vier Kilometer breite Kernzone, einen bis zu 20 Kilometer breiten gefährdeten Bereich und darum herum noch einmal eine großzügige Pufferzone. Dort würde dann angestrebt, 90 Prozent der Wildschweine durch gürtelförmige Drückjagden und sogenannte Saufänge – große Fallen, mit denen sich ganze Rotten fangen lassen – zu töten. So lauten die Empfehlungen des Friedrich-Loeffler-Instituts, das für Tierseuchen zuständig ist.

Im Stall und auf dem Acker
Interview mit dem DLG- Präsidenten


In der Kernzone müssten alle Kadaver gefunden und geborgen werden, eventuell würde außerdem jegliches Schwarzwild geschossen werden – in Polen übernehmen das gerade Spezialeinheiten der Polizei. Frauen und Männer in Schutzanzügen würden die Wälder durchstreifen, auf der Suche nach toten Tieren. Bräche die ASP in einem Stall aus, müsste Kramer anordnen, den Bestand komplett zu keulen. Es wären Szenen wie aus einem Katastrophenfilm.

»Was im Seuchenfall passieren würde, ist nicht schön, aber man muss in diesem Fall verschiedene Güter gegeneinander abwägen«, sagt die Amtstierärztin. Und dann entscheiden, wie man vorgeht.

Viele Bundesländer haben Maßnahmen erlassen, um die Jagd zu erleichtern. In Brandenburg ist es mittlerweile erlaubt, eine künstliche Lichtquelle zu benutzen, um die Schweine zu schießen. In Niedersachsen, dem Zentrum der Schweineproduktion, werden dreieinhalb Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. Hamburg hat die Schonzeit aufgehoben und zahlt Jägern 100 Euro für die Kadaver verendeter Tiere. Baden-Württemberg erlaubt den Einsatz von Nachtzieltechnik. All das hilft auch vielen Ackerbauern, die schon seit Jahren von den Jägern fordern, mehr Schweine zu schießen. Ihre Angst gilt weniger der ASP als Rotten, die Felder durchwühlen. Doch wegen der Seuche werden ihre Forderungen plötzlich erhört – selbst wenn diese Maßnahmen auf das Virus wenig Einfluss haben.

Robert Hagemann liegt auf seiner Jagd in der Prignitz unterdessen noch immer im Graben und sucht durch sein Fernglas nach der Rotte. »Siehst du sie noch?«, fragt er nach einer Weile. Nein. Die Rotte ist verschwunden. Robert Hagemann, der Schweinehalter, der Landwirt, der Jäger – er geht an diesem Abend ohne Beute nach Hause. Für die Wildschweine ist es eine gute Nacht.

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wildbeimwild.com vom 17.02.2018

Italien: 115 Jagdopfer in der Saison 2017/18

Über die Jagd in Italien gibt es wirklich auch nur Schlechtes zu berichten, betrachtet man den Fakt, dass verschiedene Tierarten wegen der Jagd ausgestorben oder sehr stark dezimiert wurden. Oder, dass nicht heimische Tierarten von Jagdgesellschaften in die Natur eingeführt wurden und somit das ökologische Gleichgewicht gestört haben, welches schlussendlich auch dem Menschen selbst geschadet hat, z. B. das Wildschwein.

Aber Jagd heisst in Italien auch Verletzung des privaten Grundbesitzes, dank eines veralteten Artikels 842 des Zivilgesetzes, welches die Jäger autorisiert, ohne jegliches Einverständnisses der Besitzer in fremdes Gut einzudringen. Und es ist auch ein Übergriff auf das unantastbare Stimmrecht, welches den Bürgern verbietet, dazu Stellung zu nehmen, wie das Beispiel der Region Piemont zeigt.

Die Jagd ist auch die einzige Sportart, welche Menschen verletzt und tötet. Wie jedes Jahr, hat der Verband der Jagdopfer, welcher seit dem Jahr 2007 aktiv ist, am Ende der Jagdsaison (31. Januar) ein Dossier mit den Jagdwaffen-Opfern zusammengestellt.

Nachstehend die Daten der Jagdsaison (2017/2018)

Zivile Nichtjäger: 34, davon 24 verletzt und 10 Tote
Jäger: 81, davon 60 verletzt und 20 Tote
Total 85 Verletzte und 30 Tote.
3 Opfer waren minderjährig, davon 2 verletzt und 1 getötet.

Am meisten Jagdunfälle sind in der Region Kampanien im Südwesten von Italien mit 15 Opfern zu verbuchen. Gefolgt von der Toskana, Lazio und Puglia. Nicht bekannt ist die Anzahl der getöteten Haustiere und geschützten Wildtiere; darunter Wölfe, Bären und Greifvögel. Hinzu kommen gefährliche Schussabgaben unweit bewohnter Siedlungsgebiete und Tonnen von Bleirückstände der Jagdmunition auf dem Lande oder Jäger, welche auf Tiere schiessen, die von Waldbränden flüchten.

Nachfolgend einige Zeitungsausschnitte, welche der Verband der Jagdopfer gesammelt hat: „Von einem Jäger beim Pilze- und Kastaniensammeln getötet“. „Schiesst von seiner Terrasse aus auf Vögel“. „Bär wurde erschossen“. „Wilderer auf Blässhühnerjagd, um Restaurants zu beliefern“. „Schüsse auf veganes Restaurant“. „Jäger schiesst auf Drohne“. Im Gegensatz dazu: „Jagdverbot in Siena am 20. Oktober während des Besuches vom Präsidenten Mattarella“.

Aber der Verband erinnert auch daran, dass, obwohl die Jäger immer weniger werden, sie immer noch von der Politik privilegiert werden, vor allem vom PD (partito democratico italiano) und der Lega. Im 2017, trotz der Empfehlung der Ispra, die Jagdsaison aufgrund der Dürre und der Brände zu beschränken, haben einige Regionen die Dauer der Jagdsaison nicht beschränkt, sondern im Gegenteil, sogar eine Vor- oder Nachjagd für einige Tierarten bewilligt.

Es ist eine alte Geschichte. Die Jäger haben Einfluss, aber auch die Waffenindustrie mit ihren Lobbyisten im Parlament und in den Regionen. Jäger und Waffenindustrie. Eine tödliche Mischung, welcher die Natur schädigt und Menschen tötet, schreibt Fabio Balocco vom ilfattoquotidiano.it.

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orf.at vom 09.02.2018

Heftiger Streit um zu viel Rotwild

In Bad Hofgastein (Pongau) spitzt sich der Streit um eine Wildfütterung für 150 Stück Rotwild zu. Die vielen Tiere würden für massive Waldschäden sorgen, Abschüsse seien nötig, fordern die Behörden. Der private Jagdleiter wehrt sich juristisch.

Die Bezirkshauptmannschaft (BH) verlangt wegen der Waldschäden im Angertal zwischen Stubnerkogel, Silberpfennig und Schlossalm nun vermehrt Abschüsse - auch in der Schonzeit. Vor allem weibliche Tiere müssten erlegt werden, weil der Bestand sonst außer Kontrolle gerate, sagen Experten. Statt derzeit 150 Stück Rotwild sollten nur noch 70 in dem Gebiet sein, schreibt die BH vor.

„Rotwild hat gleiches Lebensrecht wie wir“

Der im Angertal mit der Wildfütterung aktive Revierbesitzer und Jagdleiter Thomas Tscherne wehrt sich gegen die vorgeschriebenen Abschüsse: „Es ist wichtig, dass hier eine Bewusstseinsbildung stattfindet. Es geht um Kreaturen, die das gleiche Lebensrecht haben wie wir Menschen. Und es gibt auch Eigentumsrechte, die regeln, dass ich hier herauffahren darf, mit wem ich will.“

Er würde die Vorgaben der BH nicht grundsätzlich ablehnen, so Tscherne: „Wenn es Sinn macht, und vor allem, wenn es einer objektiven Befundaufnahme entsprechen würde.“

„Zu viel Wild erhöht Naturgefahren“

Im Sommer zeigen sich die Schäden an den Bäumen in diesem Revier laut Fachleuten der Behörde deutlich. 90.000 Jungbäume haben die Bundesforste nach dem Föhnsturm vor 16 Jahren gepflanzt. Durch Wildverbiss würden sich diese Bäume nicht entwickeln, heißt es. Sie hätten jeweils mehrere Wipfel, die Stämme seien geschält.

Ohne stabilen Baumbestand im steilen Bergland bestehe künftig die Gefahr von Hangrutschungen und Lawinen, sagt Hannes Üblagger, Leiter der Bundesforste im Pongau: „Der Wald hat hier Priorität. Es handelt sich um Schutzwald der höchsten Stufe. Und wir müssen diesen Schutzwald um jeden Preis wieder erneuern.“

Schickt BH eigene Jäger in die Region?

Der Streit ist nun voll entbrannt. Jagdleiter Tscherne bezweifelt die Objektivität der Bezirkshauptmannschaft. Dort sprechen die Fachleute schon davon, dass möglicherweise eigene und ortskundige Jäger ins Angertal aufbrechen müssen – um das überschüssige Rotwild zu erlegen. Der Experte für Forstbau- und Jagd, Franz Hoffmann, ist der zuständige Behördenchef auf der BH in St. Johann: „Diese Möglichkeit wird man ins Auge fassen müssen.“

Der Streit geht nun in die nächste Runde. Das Landesverwaltungsgericht ist die nächste Instanz für eine Entscheidung. Die Zeit dränge, heißt es bei den Behörden. Denn im Angertal nehme die Zahl des Rotwildes mittlerweile um 50 Stück pro Jahr zu.

„Waldverjüngung katastrophal“

Auch Landesforstdirektor Michael Mitter hat sich den Zustand des Bergwaldes und den Wildverbiss im Angertal näher angesehen: „Die Lage bei der Waldverjüngung nach den Windwürfen vor 16 Jahren und der Borkenkäferplage muss man in dieser Gegend leider weiterhin als katastrophal bezeichnen.“

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oe24.at vom 07.02.2018

Hund durch verbotene Falle getötet

Ein Jäger soll verbotene Totschlagfallen im Burgenland aufgestellt haben.

Eine auf einem Acker in Zurndorf (Bezirk Neusiedl am See) aufgestellte verbotene Falle ist einem sechsjährigen Spitzmischling zum Verhängnis geworden. Der Hund geriet mit der vorderen Pfote in die sogenannte Totschlagfalle und konnte trotz Operation nicht mehr gerettet werden. Die Polizei bestätigte am Mittwoch.

Der Vorfall hatte sich bereits am 25. Jänner zugetragen. Ein 35-jähriger Jäger aus dem Bezirk steht im Verdacht, zwei Totschlagfallen in der Ortschaft aufgestellt zu haben. Er wurde angezeigt.

Laut einem Online-Bericht der "bvz" dürfte es auch in Kleinpetersdorf (Gemeinde Großpetersdorf, Bezirk Oberwart) zu einem Fall von Tierquälerei gekommen sein. Dort war am Montag ein Hund gestorben, nachdem er vermutlich einen vergifteten Köder gefressen hatte. Die Polizei bestätigte jedoch auf Nachfrage nicht, ob das Tier tatsächlich vergiftet wurde.

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noen.at vom 12.01.2018

Schuss löste sich – Enkel (19) getroffen

Mit seinem Jagdgewehr hantierte der 87-jährige Großvater aus Oberndorf an der Melk am vergangenen Donnerstagabend.

Dabei dürfte er übersehen haben, dass sich noch eine Patrone im Lauf befand. Beim Entspannen der Waffe löste sich plötzlich ein Schuss. Die Kugel ging durch die Türe durch, wurde dabei so abgelenkt, dass der 19-jährige Enkelsohn, der sich im Nebenzimmer aufhielt, vom Projektil getroffen wurde.

Die Familie verständigte sofort den Notruf, der wiederum kurz nach 17 Uhr auch die Polizei informierte.

„Der 19-Jährige wurde mit Verletzungen unbestimmten Grades mit den Notarzthubschrauber ins Universitätsklinikum St. Pölten geflogen. Dort konnte man aber rasch Entwarnung geben. Die Verletzungen waren nicht lebensgefährlich. Der Bursch kam relativ glimpflich davon“, heißt es seitens der Polizei.

Der Großvater wurde bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

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kurier.at vom 07.01.2018

Vermisster Jäger in Kärnten tot aufgefunden

Ein 73-jähriger Kärntner, der seit Donnerstag vermisst worden war, ist am Samstag im Bezirk Hermagor tot aufgefunden worden. Der Mann war auf der Jagd gewesen und kehrte nicht nach Hause zurück. Seine Angehörigen fanden ihn in unwegsamem Gelände. Nach Angaben der Polizei gab es keine Hinweise auf Fremdverschulden.

Der Kärntner ging am 4. Jänner allein auf die Jagd in den Motschnikgraben in seiner Heimatgemeinde Gitschtal. Nachdem er am Samstag noch immer nicht zurück war, begann sich seine Familie Sorgen zu machen und suchte ihn. Um die Mittagszeit fanden die Angehörigen den 73-Jährigen im unwegsamen Gelände in Weißbriach, wo er mittels Seilwinde und Polizeihubschrauber geborgen werden musste.

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