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 Jagd in der Presse 2019 

orf.at vom 22.5.2019

Hochrangiger Polizist soll Frau geohrfeigt haben

Ein hochrangiger Kärntner Polizist soll im März in einem Wald mit einer Frau wegen ihrer laufenden Hunde in Streit geraten sein. Dabei soll der Polizist sie geohrfeigt haben. Er bestreitet die Vorwürfe und versieht weiter seinen Dienst. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die Frau war mit zwei frei laufenden Hunden unterwegs, der Polizist, der auch Jäger ist, mit einem. Der Mann wollte, dass die Frau ihre Hunde anleint. Die Frau soll gemeint haben, das werde sie tun, wenn er auch seinen Hund an die Leine nimmt. Es kam zu einer Auseinandersetzung, im Zuge derer der Mann der Frau eine Ohrfeige versetzt haben soll - was er bestreitet. Sie erstattete Anzeige.

Die Polizei sei immer dem Gesetz verpflichtet, daher gebe es keine Unterschiede in Ermittlungen, egal ob sie sich gegen einen Privatmann oder gegen einen Kollegen richten, heißt es aus der Landespolizeidirektion zu dem brisanten Fall. Die Frau habe auf dem Oberkärntner Polizeiposten zuerst lediglich von einem Jäger gesprochen, der ihr eine Ohrfeige versetzt habe. Als ihr Fotos der örtlichen Jäger vorgelegt wurden, habe sie den hochrangigen Polizisten erkannt. Um Befangenheit zu vermeiden, sei das Landeskriminalamt mit den Ermittlungen beauftragt worden, sagte Polizeisprecher Rainer Dionisio.

Aktuell noch keine Suspendierung

Für die Frau und ihren Anwalt Alexander Todor Kostic besteht trotzdem zumindest eine schiefe Optik. Grund ist ein Foto, das vor kurzem in einer Zeitung abgebildet war, sagte der Anwalt. Ein Mann auf dem Foto sei der Verdächtige, der andere der Leiter des Ermittlungsteams. Todor Kostic stellte daraufhin einen Antrag an die Oberstaatsanwaltschaft Graz, die Ermittlungen aus Kärnten abzuziehen, „weil es nicht sein kann, dass Personen, die mit dem Verdächtigen per du sind und von der selben Polizeibehörde stammen, den Sachverhalt objektiv aufklären können. Das stellen wir in Zweifel.“

Im Zweifel, sagte Kostic, sollte der verdächtige Polizeibeamte außer Dienst gestellt werden. Es gebe aktuell keine Suspendierung, sagte Polizeisprecher Rainer Dionisio. Das Landeskriminalamt ermittle unparteilich.

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vol.at vom 10.05.2019

Vorarlberg: Umstrittene Treibjagd auf trächtige Tiere hat Folgen

Bregenz/Fontanella - Nach einer umstrittenen Treibjagd in Fontanella (Bezirk Bludenz) sollen zwei der Beteiligten aus der Vorarlberger Jägerschaft ausgeschlossen werden. Die Verfahren gegen zwei Mitglieder, einen Vorarlberger und einen Schweizer, stünden vor dem Abschluss, bestätigte Gernot Heigl, Geschäftsführer der Vorarlberger Jägerschaft, einen Bericht von ORF Radio Vorarlberg.

Am 30. März soll der damalige Pächter in einem Revier, das zum 1. April neu verpachtet wurde, mit rund zehn aus der Schweiz und Vorarlberg stammenden Helfern bei hohem Schnee eine Treibjagd mit Hunden veranstaltet haben. Dabei sollen Wildtiere in der ohnehin schwierigen Winterzeit unnötig beunruhigt und etwa acht Stück Gams-, Rot- und Rehwild zur Strecke gebracht worden sein. Einige davon waren offenbar trächtig.

Die Vorarlberger Jägerschaft hatte das Vorgehen scharf verurteilt. Der respektvolle Umgang mit der Kreatur sei oberste Prämisse, dieser Grundsatz sei besonders in Hinblick auf den Muttertierschutz "aufs Gröbste verletzt" worden. Eine Treibjagd auf hochträchtige Tiere sei "moralisch höchst verwerflich", so Landesjägermeister Christof Germann bei Bekanntwerden des Falls. Er kündigte Ausschlussverfahren gegen beteiligte Mitglieder der Vorarlberger Jägerschaft an.

Der Ausschluss-Beschluss stehe nun unmittelbar bevor, so Geschäftsführer Gernot Heigl am Freitag im Vorfeld der Generalversammlung in Nenzing (Bezirk Bludenz). Dass der Pächter inzwischen ein neues Revier im Bezirk Bludenz gepachtet habe, bestätigte Heigl gegenüber der APA. Die Vorarlberger Jägerschaft sei aber - anders als in anderen Bundesländern - keine Körperschaft öffentlichen Rechts, sondern ein Verein, in dem auch nicht alle Jäger Vorarlbergs Mitglied seien. Daher liege die Entscheidung, ob die Jagdkarte der Beteiligten - eine Voraussetzung für die Pacht eines Reviers - eingezogen werde, bei der Bezirkshauptmannschaft, die den Fall ja bereits prüfe.

Gegen weitere Teilnehmer der Treibjagd prüfe zudem der Schweizer Jagdverband mögliche Konsequenzen. Auch bei der Bezirkshauptmannschaft Bludenz wird der Fall laut ORF weiter untersucht, noch lägen aber nicht die Stellungnahmen aller Beteiligten vor.

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orf.at vom 09.05.2019

Gänsegeier abgeschossen - Wilderei vermutet

Ein Gänsegeier ist am Mittwoch in St. Gallenkirch im Montafon von einem Unbekannten abgeschossen worden. Experten vermuten Wilderei. Gänsegeier sind streng geschützt.

Der Gänsegeier wurde laut Polizei kurz nach 8.00 Uhr mit einem Gewehrschuss getötet. Nach Angaben von Jagdaufseher Hermann Mattle wurde dem Vogel in den Rücken geschossen, während er vermutlich gesessen ist. Der Geier düfte sich nach dem Schuss noch in die Luft erhoben haben und dann in seinem Todeskampf auf dem Dach aufgeschlagen sein.


Zeugen werden gesucht

Beim Sturz auf das Hausdach wurden die Dachziegel stark beschädigt. Im Eternitdach ist ein rund 80 Zentimeter großes Loch entstanden. Das Tier hat eine Spannweite von fast 2,70 Meter und ein Gewicht von 9,34 Kilogramm.

Das getötete Tier dürfte einem Wilderer zum Opfer gefallen sein, vermutet Mattle, zuständig für den Jagdschutz in St. Gallenkirch. Der Schütze ist bisher unbekannt, die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden (Polizei Gaschurn, Tel: 059/1338103).

Streng geschützt

Geier sind strengstens geschützt und dürfen auf keinen Fall geschossen werden. Nach Angaben des Wildbiologen Hubert Schatz genießen die Gänsegeier nicht nur in Vorarlberg, sondern europaweit über die Vogelschutzrichtlinie absoluten Schutz. Denn die Tiere sind sehr nützlich. Rund 50 ihrer Art wurden vergangenen Sommer in Vorarlberg gezählt.

Stolze Tiere

„Keine Ahnung, was einen Menschen bewegt, so ein stolzes Tier zu töten,“ sagt Schatz. Der Kadaver des Tieres wurde bereits nach Innsbruck gebracht. Dort soll geklärt werden, ob tatsächlich die Schussverletzung zum Tod des Gänsegeiers geführt hat.

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Beitrag in der ORF TV-Thek


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orf.at vom 08.05.2019

Keine Wildfütterung - Ergebnis überrascht

Es ist ein jahrzehntelanger Streit, ob man Wildtiere im Winter füttern soll oder nicht. Ein Waldbesitzer hörte vor sieben Jahren mit dem Füttern auf. Das Experiment wurde wissenschaftlich begleitet und ergab Überraschungen: Nicht mehr tote Tiere, aber Schälschäden wurden weniger.

Die Meinungen zum Thema Füttern gehen weit auseinander. Der Tierschutz will keine verhungernden Tiere in starken Wintern, Jäger und Forstwirte streiten darum, was dem Baumbestand schadet. Das Forstgut Foscari startete ein Experiment, das von dem Wildökologen Horst Leitner begleitet wurde. Das Gut ist 10.000 Hektar groß, das Revier reicht vom Drautal 30 Kilometer Richtung Westen, etwa von Feistritz bis zum Weißensee. Schon vor zehn Jahren wurde überlegt, die zusätzliche Fütterung von Rotwild im Winter einzustellen.

Vorbild war Italien

Forstdirektor Martin Straubinger sagte dazu, nach dem Zweiten Weltkrieg sei das Rotwild gehegt worden, in einem bis eineinhalb Jahrzehnten seien die Bestände stark angestiegen. Die Eigentümerfamilie Foscari kommt aus Italien, wo kaum Rotwild gefüttert werde. Trotzdem hätten sich die Bestände massiv ausgeweitet, so Straubinger.

Dann kam Wildökologe Leitner ins Spiel: „Ich habe gemeinsam mit dem Forstmeister die Idee geboren, dass es Sinn machen würde, das Projekt genau zu monitoren, zu schauen, wie das Wild auf die Fütterungsauflösung reagiert und wie es mit dem Wald ausschaut.“ Zuerst wurden Wald und Wildbestand untersucht, 2012 wurde mit der Fütterung aufgehört. Die vier großen Holzfutterstellen stehen noch, blieben aber leer.

Schälschäden zurückgegangen

Laut Leitner habe man drei Fallen gebaut, Rotwild gefangen und mit Sendern versehen, die die Daten über die Bewegungsmuster in Leitners Büro übermitteln. Fünf Jahre, fünf Winter lang wurde das Wild genau beobachtet. Forstdirektor Straubinger sagte, man habe ja nicht gewusst, wie das ausgehe, es sei nicht vorhersehbar gewesen. Andere Wildbiologen hätten das Schrecklichste prognostiziert. „Das ist alles nicht passiert.“ Die entscheidende Frage war für den Forstbetrieb, ob die Schälschäden an den Bäumen zunehmen würden. Denn die Stämme verlieren damit an Wert.

Das Ergebnis sei überraschend, so Straubinger. „Die Schälschäden in unseren Wäldern sind zurückgegangen. Die Konzentrierung der dominanten Art des Rotwilds um die Fütterungsstellen fällt weg, sie suchen sich andere Überwinterungsplätze.“ Die Tiere hätten dadurch auch weniger Stress und Kämpfe, wenn sie sich mehr verteilen. Stress führt dazu, dass sich niederrangige Tiere dann auch über die Bäume hermachen.

Wild suchte sich eigene Winterplätze

Horst Leitner verfolgt die 25 besenderten Tiere am Computer. Man kann die Wanderungen durch das Revier genau sehen, so Leitner: „Es war ja nicht absehbar, wie sich das Rotwild durch das Revier bewegen und verhalten wird. Entgegen der Befürchtungen hat das Rotwild rasch gelernt, dass kein Futter mehr bei den Fütterungen vorhanden ist. Die Fütterungsstadel sind noch da, das Wild hat zwar vorbeigeschaut, manche kennen auch mehrere Standorte. Sie sind aber dann weitergewandert, um zu überwintern.“

Sie hätten sich Plätze mit weniger Schnee und in Südlagen gesucht und seien auch im Altholz zu finden gewesen, so der Wildbiologe. Laut Leitner sind keine Tier abgewandert. Nachbarreviere hätten ebenfalls mit der Fütterung aufgehört, es waren insgesamt elf.

„Fütterung hinterfragen“

Man rechnet, dass es fünf bis sechs Stück Rotwild pro hundert Hektar Wald gibt. Diese Zahl sei seit der Untersuchung unverändert. Die Fallwildzahlen schwanken je nach Winter, so Leitner. Eindeutig gab es nicht mehr tote Tiere im Vergleich zu Gebieten, in denen gefüttert wurde. Man müsse sich auch in anderen Regionen fragen, was die Fütterung bewirken solle. Doch eins zu eins lasse sich das Experiment wohl nicht übertragen, so der Wildbiologe.

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wildbeimwild.com vom 17.04.2019

Hobby-Jäger erschießt Hund vom Nachbarn

Es gibt keine Verbände mit Rechtsstatus, deren Mitglieder dermaßen in der Kriminalität verwurzelt sind, wie die Hobby-Jäger in den Jagdgesellschaften.

Im November vergangenen Jahres bat ein Hundehalter im Bezirk Feldkirchen seinen Nachbarn – einen Hobby-Jäger – seinen Berner Sennenhund zu erschiessen. Der Waidmann soll das Tier auf dem Grundstück des Hundehalters an einem Baumstumpf angebunden und mit der Schrotflinte beschossen haben. Weil der Hund nach dem ersten Schuss nicht sofort verendete, musste er die Flinte erneut laden und das jaulende Tier erlösen. Spaziergänger wurden auf den Vorfall aufmerksam und erstatteten Anzeige.

Polizei deckt weitere Vergehen auf

Im Zuge der Ermittlungen der Polizei wegen Tierquälerei sollen dem Hobby-Jäger auch mehrere Übertretungen des Jagdgesetzes nachgewiesen worden sein. Darüber hinaus war der 67-Jährige zum Zeitpunkt der Abschüsse nicht im Besitz eines gültigen Jagderlaubnisscheines für das Jagdgebiet„, so die Polizei.

Anzeige eingegangen – Entscheidung steht aus

Ein Sprecher der Bezirkshauptmannschaft Kärnten bestätigte den Eingang einer entsprechenden Anzeige bei der Waffenbehörde. Man prüfe den Vorgang intensiv. Zum Fall selbst möchte die Behörde aus Datenschutzgründen vorerst keine weiteren Aussagen treffen.

Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen Tierquälerei und Übertretungen nach dem Jagdgesetz. Ob dem Mann eventuell die Jagdberechtigung entzogen wird, entscheidet die Kärntner Jägerschaft. In Kärnten werden Jagdkarten vom Bezirksjägermeister ausgestellt. Die Jägerschaft übernimmt in Fragen, die die Jagdberechtigung betreffen, die Aufgaben einer Behörde.

Hund aus Bequemlichkeit „entsorgt“

Richter Pöllinger, selbst Hundefreund und Kenner, ja sogar Richter bei Hundebewerben: „Da wurde ein alter Hund einfach entsorgt – aus reiner Bequemlichkeit.“ Um Kosten für das Tierheim oder den Tierarzt zu sparen.
Zehn Jahre war „Bella“ ein treuer Hofhund. Umso teurer wird die Strafe: Herrchen wie Jäger müssen jeweils 3600 Euro bezahlen und bekommen auch noch sechs Monate bedingt wegen Tierquälerei aufgebrummt. Beide kamen ohne Anwalt – was wohl mit dazu beitrug, dass sie ein denkbar unglückliches Bild machten – und haben die Strafe trotzdem angenommen. Wir sind sowieso die Blöden“, sagt einer.

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noen.at vom 02.04.2019

Taskforce gegen Vogel-Vergifter

Vergiftungsfälle und Schussattacken: Niederösterreich ist trauriger Spitzenreiter bei Attacken gegen Greifvögel.

Seeadler, Rotmilane, Mäusebussarde: Sie alle wurden in den vergangenen Wochen in den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach tot aufgefunden. Bei den meisten liegt der Verdacht auf Vergiftung nahe. Erst in der Vorwoche hat sich bei einem im Waldviertel im Jänner tot aufgefundenen Seeadler der Verdacht einer Carbofuran-Vergiftung bestätigt. Einem toten Mäusebussard, der bei Haringsee entdeckt wurde, fehlten die Fänge, ein weiteres Exemplar wurde bei Ottenthal abgeschossen. Der Wiener Tierschutzverein hat mittlerweile 3.000 Euro zur Ergreifung der Täter ausgesetzt.

Hotspot Weinviertel

Laut Vogelschutzorganisation „BirdLife“ ist Niederösterreich trauriger Spitzenreiter bei der Greifvogelverfolgung. Seit 2010 wurden rund 70 Greifvögel vergiftet und ebenso viele illegal abgeschossen. BirdLife geht von einer noch höheren Dunkelziffer aus. Die meisten Tiere werden im Weinviertel getötet. Trauriger Tiefpunkt war Windisch-Baumgarten 2016 mit mehr als 30 toten Greifvögeln. In Großenzersdorf wurden in diesem Jahr bereits rund zehn Greifvögel und ebenso viele Säugetiere vergiftet. Allein zehn tote Rotmilane wurden in den letzten Jahren im Raum Zisterdorf gemeldet. Je ein Kaiseradler wurde 2016 bei Tulln und 2015 bei Zwingendorf vergiftet. 37 Rohrweihen wurden 2015 in Stronsdorf abgeschossen.

Sylvia Scherhaufer, Generalsekretärin des Landesjagdverbandes, nennt den Gifteinsatz gegen Wildtiere „offenen Rechtsbruch, den der Verband auf das Schärfste verurteilt. Es widerspricht den Grundsätzen der Jagd und Weidgerechtigkeit“.

Das Täterprofil

Die Ausforschung ist laut Polizei oft schwierig. Die wenigen überführten Täter hatten aber laut BirdLife einen jagdlichen Hintergrund. „Es geht oft um ein veraltetes Naturverständnis, dass Greifvögeln und anderen Beutegreifern keinen Platz einräumt. Greifvögel werden für geringe Niederwilddichten verantwortlich gemacht, obwohl der Wandel der Landwirtschaft oder Straßenverkehr die Hauptgründe sind. Nicht zuletzt auch die Jagd selbst. Leider wird vonseiten mancher Jäger öffentlich Stimmung gegen Greifvögel gemacht“, sagt Matthias Schmidt, Greifvogelexperte von BirdLife. Dass die Beutegreifer Konkurrenten der Jäger wären, sei falsch. „Hasen machen nur einen geringen Teil der Nahrung von Mäusebussarden aus, trotzdem ist er das häufigste Opfer.“

Dass solche Taten unter dem Vorwand passieren, das Niederwild zu schützen, bestätigt Josef Friedl, Leiter des Bereichs Umweltkriminalität im Landeskriminalamt. Die Täter, sagt er, sind meist männlich und kennen die Gegend, in der sie wildern, „wie ihre Westentasche“.

Die Vorgehensweise

Meist werden Greifvögel mit Planzenschutzmitteln wie dem Insektizid „Carbofuran“ vergiftet. Die lilfarbenen oder farblosen Carbofuran-Kügelchen sind seit 2008 in Österreich verboten.

Auf eine derartige „vorsätzliche Gefährdung des Tier- und Pflanzenbestandes“ stehen übrigens bis zu zwei Jahre Haft.

Taskforce als Gegenstrategie

Die Jägerschaft unterstützt bei Giftverdachtsmeldungen die Polizei, sei es durch die rasche Anzeige, bei der Beweissicherung oder mit Expertise. Aufgrund der Häufung der Vergiftungsfälle ist eine Taskforce von Jagdverband, Behörde und Polizei geplant, die Mitte April ihre Arbeit aufnehmen soll.

Seit 2003 engagieren sich die Umweltschutzorganisation WWF und der Landesjagdverband mit der Aktion „Vorsicht – Gift“ gegen das illegale Auslegen von Giftködern. Seither ist die Zahl an ausgelegten Ködern zurückgegangen. Scherhaufer: „Wir appellieren an die Jägerschaft und Spaziergänger, tote oder verletzte Tiere zu melden.“

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wildbeimwild.com vom 08.03.2019

Italien: 80 Jagdopfer in der Saison 2018/19

Über die Jagd in Italien gab es auch in der letzten Jagdsaison nur Schlechtes zu berichten, betrachtet man den Fakt, dass verschiedene Tierarten wegen der Jagd ausgestorben oder sehr stark dezimiert wurden. Oder, dass nicht heimische Tierarten von Jagdgesellschaften in die Natur eingeführt wurden und somit das ökologische Gleichgewicht gestört haben, welches schlussendlich auch dem Menschen selbst geschadet hat, zum Beispiel das Wildschwein.

Aber Jagd heisst in Italien auch Verletzung des privaten Grundbesitzes, dank eines veralteten Artikels 842 des Zivilgesetzes, welches die Jäger autorisiert, ohne jegliches Einverständnisses der Besitzer in fremdes Gut einzudringen. Und es ist auch ein Übergriff auf das unantastbare Stimmrecht, welches den Bürgern verbietet, dazu Stellung zu nehmen, wie das Beispiel der Region Piemont zeigt.

Die Jagd ist auch die einzige Sportart, welche Menschen verletzt und tötet. Wie jedes Jahr, hat der Verband der Jagdopfer, welcher seit dem Jahr 2007 aktiv ist, am Ende der Jagdsaison (1. September – 31. Januar) ein Dossier mit den Jagdwaffen-Opfern zusammengestellt.

Nachstehend die Daten der Unfälle in der Jagdsaison (2018/2019)

* Zivile Nichtjäger: Total 27 Opfer, davon 18 verletzt und 9 Tote
* Jäger: Total 53 Opfer, davon 41 verletzt und 12 Tote
* Total 80 Opfer, 59 Verletzte und 21 Tote.
* 2 Kinder wurden verletzt

Im Jagdgebiet gab es 13 Tote und 50 Verletzte (davon 2 Kinder), also 63 Opfer. Ausserhalb des Jagdgebietes gab es 8 Tote und 9 Verletzte, also 17 Opfer. Davon sind 7 Tote und 7 Verletzte keine Jäger, sondern Zivilpersonen.

Am meisten Jagdunfälle sind in der Region Kampanien im Südwesten von Italien mit 15 Opfern zu verbuchen. Gefolgt von der Friuli, Lazio und der Lombardei. Nicht bekannt ist die Anzahl der getöteten Haustiere und geschützten Wildtiere; darunter Wölfe, Bären und Greifvögel. Hinzu kommen gefährliche Schussabgaben unweit bewohnter Siedlungsgebiete und Tonnen von Bleirückstände der Jagdmunition auf dem Lande oder Jäger, welche auf Tiere schiessen, die von Waldbränden flüchten.

Das Verfassungsgericht in Piemont machte letztes Jahr zudem klar, dass der Jagd aus Umwelt- und Tierschutz-Gesichtspunkten kein positiver Wert zuerkannt werden kann.

Aber der Verband erinnert auch daran, dass, obwohl die Jäger immer weniger werden, sie immer noch von der Politik privilegiert werden, vor allem vom PD (partito democratico italiano) und der Lega.

Es ist eine alte Geschichte. Die Jäger haben Einfluss, aber auch die Waffenindustrie mit ihren Lobbyisten im Parlament und in den Regionen. Jäger und Waffenindustrie. Eine tödliche Mischung, welcher die Natur schädigt und Menschen tötet.

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ots.at vom 14.02.2019

Expert_innen auf VGT-Pressekonferenz: es gibt viel zu viele jagdliche Wildtierfütterungen

VGT kritisiert Instrumentalisierung des Tierschutzes durch die Jägerschaft: verheimlichte Kehrseite der Fütterung ist der Massenabschuss im Herbst und ein viel zu hoher Jagddruck

Wien (OTS) -
Anlässlich der breiten Diskussion zur Gatterjagd, die bundesweit in Verbote mündete, sah die Jägerschaft offenbar die Notwendigkeit, ihr Image aufzupolieren. Dazu nutzte sie den heftigen Schneefall im Jänner in Österreich und verkaufte ihre massiven Winterfütterungen als den besseren Tierschutz. Manche Tierschützer_innen fielen darauf herein. Dabei hat gerade die Problematik Jagdgatter gezeigt, was für Tiertragödien die Fütterungen mit sich bringen. Nicht nur, dass sich die durch die Fütterungen überhohen Bestände in den Gattern ihre eigene Lebensgrundlage, den Wald, völlig zerstören. Zwingend kommt es im Herbst dann zu den großen Massakern auf der Treibjagd. Und das ist der eigentliche Grund dieser Fütterungen, nicht der Tierschutz: um möglichst viele kapitale Trophäenträger zum Abschuss im Revier zu halten.

Der VGT versucht daher, mehr Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen und lud für heute 3 anerkannte Expert_innen zu einer Pressekonferenz über die jagdlichen Fütterungen trophäentragender Wildtiere ins Cafe Landtmann:

Der ehemalige langjährige Jäger und Amtstierarzt, Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer, erzählte von den Jagdausflügen mit seinem Vater aus seiner Kindheit, als noch nicht gefüttert wurde. Und dennoch haben die Rehe und Hirsche damals die viel schneereicheren Winter überlebt. Er warnte vor der Domestizierung der Wildtiere durch die Fütterungen und forderte, dass ab dem 21. Dezember jede Jagd zu ruhen habe. In anderen Ländern ohne Revierjagdsystem würde die Jagdzeit deutlich kürzer sein. In Österreich dagegen werde das ganz Jahr über gejagt.

Universitätslektor i.R. der Veterinärmedizin Dr. Hans Frey erinnerte daran, dass es früher neben Reh und Hirsch auch den Elch, zwei gewaltige Wildrinderarten und Wildpferde in unseren Breiten gegeben habe, und dennoch sei eine erhebliche Artenvielfalt an Bäumen und anderen Vegetationsformen möglich gewesen. Doch Flora und Fauna würden heute nur mehr auf wirtschaftlich und jagdlich nutzbare Arten reduziert. Der Rothirsch habe Kultstatus. Auch er selbst sei in jungen Jahren von der Jägerschaft unter Druck gesetzt worden, jagdkritische Erkenntnisse aus der Ökologie zu verschleiern, damit die Jagd auf große Trophäenträger ungestört fortgeführt werden kann.

Zuletzt sprach Wildbiologin Dr. Karoline Schmidt und bezeichnete die Fütterungen als Gift. Sie würden nicht nur zu einer Zerstörung des Waldes, sondern auch zu großen Nachteilen für die gefütterten Wildtiere selbst führen. Erstens steige mit der Populationsgröße der Jagddruck und natürlich die Anzahl der erschossenen Tiere, und zweitens würde man damit die Hirsche und Rehe in naturwidrige Verhaltensweisen drängen, wie Nachtaktivität, frühe Flucht vor dem Menschen und den Aufenthalt in ungeeigneten Biotopen. Hirsch und Reh seien gut an den Winter angepasst und könnten ihn auch ohne Fütterung überstehen, wenn die Populationsgrößen angepasst wären und die Tiere im Winter nicht durch die Jagd gestresst würden.

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch will der Jägerschaft ihre Tierliebe nicht glauben: „Warum werden nur Hirsch und Reh, aber nicht z.B. Wildschwein oder Fuchs gefüttert? Alle Tiere haben im Winter größere Probleme, sich zu ernähren. Stattdessen werden Füchse ganzjährig geschossen. Und das völlig sinnlos, wie das Beispiel der Stadt Wien zeigt: da hat man auf 58.000 ha die Fuchsjagd völlig eingestellt, mit positiven Auswirkungen auf die Natur. Die rücksichtslose Fuchsjagd auch im Winter zeigt: die Fütterung von Reh und Hirsch dient bloß dem Trophäenkult, aber sicher nicht dem Tierschutz.

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tt.com vom 15.01.2019

Kroatischer Geistlicher schoss anderen Jäger an

Zagreb (APA/AFP) - Bei einer Wildschweinjagd hat ein kroatischer Bischof daneben geschossen und einen 64-jährigen Mann schwer verletzt. Das Unglück habe sich am Freitag während eines organisierten Jagdausflugs im Osten des Landes ereignet, berichtete die Zeitung „Vecernji List“ am Dienstag. Der Geistliche habe mit seinem Gewehr das Ziel verfehlt und stattdessen einem anderen Jäger in den Oberschenkel geschossen.

Gegen den 58-jährigen Schützen, der eigentlich einen Keiler habe treffen wollen, werde ein Strafverfahren eingeleitet, berichtete die Polizei. Das Opfer sei mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus in Zagreb gebracht worden, der Mann sei aber nicht in Lebensgefahr.

Die Diözese veröffentlichte eine Erklärung zu dem Vorfall. Darin hieß es, der Bischof bringe „sein tiefes Bedauern über das, was passiert ist, zum Ausdruck und wünscht dem verletzten Jäger eine schnelle Genesung“. Aus Kirchenkreisen hieß es: „Das ist etwas Ungewöhnliches und so etwas ist in der jüngsten Geschichte unserer Kirche noch nie passiert.“

Örtlichen Medien zufolge ist der Bischof als eifriger Jäger bekannt. In Online-Netzwerken erntete der katholische Geistliche wegen des folgenreichen Fehlschusses zumeist Kritik. „Das passiert, wenn Priester ein Gewehr halten, statt am Altar zu bleiben... Amen!“, schrieb eine Frau auf Facebook. Ein Mann wetterte: „Was tut ein Bischof bei der Jagd? Gottes Geschöpfe töten? Ist das nicht gegen seinen Dienst und den Glauben, den er predigt?“

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tagesschau.de vom 03.01.2019

Südafrika will umstrittene Löwenzucht für die Jagd verbieten

Das südafrikanische Parlament will die Löwenzucht zum Zwecke der Jagd verbieten.

Im Bericht der ARD-Sendung „Tagesthemen“ geht es um die Praxis, dass Hobbyschützen oft auf fast handzahme Tiere schießen – und die werden auf „Löwenfarmen“ eigens für die Jagd gezüchtet. Es gibt dem Bericht zufolge rund 200 Farmen in Südafrika. Die Züchter bezeichnen ihr Geschäft als lukrativ, auch weil sie Knochen und Fleisch ins Ausland weiterverkaufen können: „Nichts bringt mehr ein als ein Löwe.“

Doch mit der Zucht und dem Knochenhandel soll jetzt Schluss sein: Das Parlament forderte die Regierung in Pretoria auf, beides zu unterbinden. Der Parlamentarische Ausschuss für Umweltfragen verweist darauf, dass die Praxis nichts mit Tierschutz zu tun habe. Die Öffentlichkeit sehe die industrielle Löwenzucht als unmoralisch an.

Es ist noch offen, ob die Regierung mitmacht. Jäger, Züchter und Reservatbetreiber wollen ein mögliches Verbot der Löwenzucht anfechten.

Die Züchter halten dagegen: Wenn man die Zucht einstellen würde, holten sich viele Jäger stattdessen wilde Löwen. Wenn man züchte, gebe es wenigstens keine Wilderei.

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