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 Jagd in der Presse 2019 

noen.at vom 02.04.2019

Taskforce gegen Vogel-Vergifter

Vergiftungsfälle und Schussattacken: Niederösterreich ist trauriger Spitzenreiter bei Attacken gegen Greifvögel.

Seeadler, Rotmilane, Mäusebussarde: Sie alle wurden in den vergangenen Wochen in den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach tot aufgefunden. Bei den meisten liegt der Verdacht auf Vergiftung nahe. Erst in der Vorwoche hat sich bei einem im Waldviertel im Jänner tot aufgefundenen Seeadler der Verdacht einer Carbofuran-Vergiftung bestätigt. Einem toten Mäusebussard, der bei Haringsee entdeckt wurde, fehlten die Fänge, ein weiteres Exemplar wurde bei Ottenthal abgeschossen. Der Wiener Tierschutzverein hat mittlerweile 3.000 Euro zur Ergreifung der Täter ausgesetzt.

Hotspot Weinviertel

Laut Vogelschutzorganisation „BirdLife“ ist Niederösterreich trauriger Spitzenreiter bei der Greifvogelverfolgung. Seit 2010 wurden rund 70 Greifvögel vergiftet und ebenso viele illegal abgeschossen. BirdLife geht von einer noch höheren Dunkelziffer aus. Die meisten Tiere werden im Weinviertel getötet. Trauriger Tiefpunkt war Windisch-Baumgarten 2016 mit mehr als 30 toten Greifvögeln. In Großenzersdorf wurden in diesem Jahr bereits rund zehn Greifvögel und ebenso viele Säugetiere vergiftet. Allein zehn tote Rotmilane wurden in den letzten Jahren im Raum Zisterdorf gemeldet. Je ein Kaiseradler wurde 2016 bei Tulln und 2015 bei Zwingendorf vergiftet. 37 Rohrweihen wurden 2015 in Stronsdorf abgeschossen.

Sylvia Scherhaufer, Generalsekretärin des Landesjagdverbandes, nennt den Gifteinsatz gegen Wildtiere „offenen Rechtsbruch, den der Verband auf das Schärfste verurteilt. Es widerspricht den Grundsätzen der Jagd und Weidgerechtigkeit“.

Das Täterprofil

Die Ausforschung ist laut Polizei oft schwierig. Die wenigen überführten Täter hatten aber laut BirdLife einen jagdlichen Hintergrund. „Es geht oft um ein veraltetes Naturverständnis, dass Greifvögeln und anderen Beutegreifern keinen Platz einräumt. Greifvögel werden für geringe Niederwilddichten verantwortlich gemacht, obwohl der Wandel der Landwirtschaft oder Straßenverkehr die Hauptgründe sind. Nicht zuletzt auch die Jagd selbst. Leider wird vonseiten mancher Jäger öffentlich Stimmung gegen Greifvögel gemacht“, sagt Matthias Schmidt, Greifvogelexperte von BirdLife. Dass die Beutegreifer Konkurrenten der Jäger wären, sei falsch. „Hasen machen nur einen geringen Teil der Nahrung von Mäusebussarden aus, trotzdem ist er das häufigste Opfer.“

Dass solche Taten unter dem Vorwand passieren, das Niederwild zu schützen, bestätigt Josef Friedl, Leiter des Bereichs Umweltkriminalität im Landeskriminalamt. Die Täter, sagt er, sind meist männlich und kennen die Gegend, in der sie wildern, „wie ihre Westentasche“.

Die Vorgehensweise

Meist werden Greifvögel mit Planzenschutzmitteln wie dem Insektizid „Carbofuran“ vergiftet. Die lilfarbenen oder farblosen Carbofuran-Kügelchen sind seit 2008 in Österreich verboten.

Auf eine derartige „vorsätzliche Gefährdung des Tier- und Pflanzenbestandes“ stehen übrigens bis zu zwei Jahre Haft.

Taskforce als Gegenstrategie

Die Jägerschaft unterstützt bei Giftverdachtsmeldungen die Polizei, sei es durch die rasche Anzeige, bei der Beweissicherung oder mit Expertise. Aufgrund der Häufung der Vergiftungsfälle ist eine Taskforce von Jagdverband, Behörde und Polizei geplant, die Mitte April ihre Arbeit aufnehmen soll.

Seit 2003 engagieren sich die Umweltschutzorganisation WWF und der Landesjagdverband mit der Aktion „Vorsicht – Gift“ gegen das illegale Auslegen von Giftködern. Seither ist die Zahl an ausgelegten Ködern zurückgegangen. Scherhaufer: „Wir appellieren an die Jägerschaft und Spaziergänger, tote oder verletzte Tiere zu melden.“

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ots.at vom 14.02.2019

Expert_innen auf VGT-Pressekonferenz: es gibt viel zu viele jagdliche Wildtierfütterungen

VGT kritisiert Instrumentalisierung des Tierschutzes durch die Jägerschaft: verheimlichte Kehrseite der Fütterung ist der Massenabschuss im Herbst und ein viel zu hoher Jagddruck

Wien (OTS) -
Anlässlich der breiten Diskussion zur Gatterjagd, die bundesweit in Verbote mündete, sah die Jägerschaft offenbar die Notwendigkeit, ihr Image aufzupolieren. Dazu nutzte sie den heftigen Schneefall im Jänner in Österreich und verkaufte ihre massiven Winterfütterungen als den besseren Tierschutz. Manche Tierschützer_innen fielen darauf herein. Dabei hat gerade die Problematik Jagdgatter gezeigt, was für Tiertragödien die Fütterungen mit sich bringen. Nicht nur, dass sich die durch die Fütterungen überhohen Bestände in den Gattern ihre eigene Lebensgrundlage, den Wald, völlig zerstören. Zwingend kommt es im Herbst dann zu den großen Massakern auf der Treibjagd. Und das ist der eigentliche Grund dieser Fütterungen, nicht der Tierschutz: um möglichst viele kapitale Trophäenträger zum Abschuss im Revier zu halten.

Der VGT versucht daher, mehr Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen und lud für heute 3 anerkannte Expert_innen zu einer Pressekonferenz über die jagdlichen Fütterungen trophäentragender Wildtiere ins Cafe Landtmann:

Der ehemalige langjährige Jäger und Amtstierarzt, Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer, erzählte von den Jagdausflügen mit seinem Vater aus seiner Kindheit, als noch nicht gefüttert wurde. Und dennoch haben die Rehe und Hirsche damals die viel schneereicheren Winter überlebt. Er warnte vor der Domestizierung der Wildtiere durch die Fütterungen und forderte, dass ab dem 21. Dezember jede Jagd zu ruhen habe. In anderen Ländern ohne Revierjagdsystem würde die Jagdzeit deutlich kürzer sein. In Österreich dagegen werde das ganz Jahr über gejagt.

Universitätslektor i.R. der Veterinärmedizin Dr. Hans Frey erinnerte daran, dass es früher neben Reh und Hirsch auch den Elch, zwei gewaltige Wildrinderarten und Wildpferde in unseren Breiten gegeben habe, und dennoch sei eine erhebliche Artenvielfalt an Bäumen und anderen Vegetationsformen möglich gewesen. Doch Flora und Fauna würden heute nur mehr auf wirtschaftlich und jagdlich nutzbare Arten reduziert. Der Rothirsch habe Kultstatus. Auch er selbst sei in jungen Jahren von der Jägerschaft unter Druck gesetzt worden, jagdkritische Erkenntnisse aus der Ökologie zu verschleiern, damit die Jagd auf große Trophäenträger ungestört fortgeführt werden kann.

Zuletzt sprach Wildbiologin Dr. Karoline Schmidt und bezeichnete die Fütterungen als Gift. Sie würden nicht nur zu einer Zerstörung des Waldes, sondern auch zu großen Nachteilen für die gefütterten Wildtiere selbst führen. Erstens steige mit der Populationsgröße der Jagddruck und natürlich die Anzahl der erschossenen Tiere, und zweitens würde man damit die Hirsche und Rehe in naturwidrige Verhaltensweisen drängen, wie Nachtaktivität, frühe Flucht vor dem Menschen und den Aufenthalt in ungeeigneten Biotopen. Hirsch und Reh seien gut an den Winter angepasst und könnten ihn auch ohne Fütterung überstehen, wenn die Populationsgrößen angepasst wären und die Tiere im Winter nicht durch die Jagd gestresst würden.

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch will der Jägerschaft ihre Tierliebe nicht glauben: „Warum werden nur Hirsch und Reh, aber nicht z.B. Wildschwein oder Fuchs gefüttert? Alle Tiere haben im Winter größere Probleme, sich zu ernähren. Stattdessen werden Füchse ganzjährig geschossen. Und das völlig sinnlos, wie das Beispiel der Stadt Wien zeigt: da hat man auf 58.000 ha die Fuchsjagd völlig eingestellt, mit positiven Auswirkungen auf die Natur. Die rücksichtslose Fuchsjagd auch im Winter zeigt: die Fütterung von Reh und Hirsch dient bloß dem Trophäenkult, aber sicher nicht dem Tierschutz.

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tt.com vom 15.01.2019

Kroatischer Geistlicher schoss anderen Jäger an

Zagreb (APA/AFP) - Bei einer Wildschweinjagd hat ein kroatischer Bischof daneben geschossen und einen 64-jährigen Mann schwer verletzt. Das Unglück habe sich am Freitag während eines organisierten Jagdausflugs im Osten des Landes ereignet, berichtete die Zeitung „Vecernji List“ am Dienstag. Der Geistliche habe mit seinem Gewehr das Ziel verfehlt und stattdessen einem anderen Jäger in den Oberschenkel geschossen.

Gegen den 58-jährigen Schützen, der eigentlich einen Keiler habe treffen wollen, werde ein Strafverfahren eingeleitet, berichtete die Polizei. Das Opfer sei mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus in Zagreb gebracht worden, der Mann sei aber nicht in Lebensgefahr.

Die Diözese veröffentlichte eine Erklärung zu dem Vorfall. Darin hieß es, der Bischof bringe „sein tiefes Bedauern über das, was passiert ist, zum Ausdruck und wünscht dem verletzten Jäger eine schnelle Genesung“. Aus Kirchenkreisen hieß es: „Das ist etwas Ungewöhnliches und so etwas ist in der jüngsten Geschichte unserer Kirche noch nie passiert.“

Örtlichen Medien zufolge ist der Bischof als eifriger Jäger bekannt. In Online-Netzwerken erntete der katholische Geistliche wegen des folgenreichen Fehlschusses zumeist Kritik. „Das passiert, wenn Priester ein Gewehr halten, statt am Altar zu bleiben... Amen!“, schrieb eine Frau auf Facebook. Ein Mann wetterte: „Was tut ein Bischof bei der Jagd? Gottes Geschöpfe töten? Ist das nicht gegen seinen Dienst und den Glauben, den er predigt?“

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tagesschau.de vom 03.01.2019

Südafrika will umstrittene Löwenzucht für die Jagd verbieten

Das südafrikanische Parlament will die Löwenzucht zum Zwecke der Jagd verbieten.

Im Bericht der ARD-Sendung „Tagesthemen“ geht es um die Praxis, dass Hobbyschützen oft auf fast handzahme Tiere schießen – und die werden auf „Löwenfarmen“ eigens für die Jagd gezüchtet. Es gibt dem Bericht zufolge rund 200 Farmen in Südafrika. Die Züchter bezeichnen ihr Geschäft als lukrativ, auch weil sie Knochen und Fleisch ins Ausland weiterverkaufen können: „Nichts bringt mehr ein als ein Löwe.“

Doch mit der Zucht und dem Knochenhandel soll jetzt Schluss sein: Das Parlament forderte die Regierung in Pretoria auf, beides zu unterbinden. Der Parlamentarische Ausschuss für Umweltfragen verweist darauf, dass die Praxis nichts mit Tierschutz zu tun habe. Die Öffentlichkeit sehe die industrielle Löwenzucht als unmoralisch an.

Es ist noch offen, ob die Regierung mitmacht. Jäger, Züchter und Reservatbetreiber wollen ein mögliches Verbot der Löwenzucht anfechten.

Die Züchter halten dagegen: Wenn man die Zucht einstellen würde, holten sich viele Jäger stattdessen wilde Löwen. Wenn man züchte, gebe es wenigstens keine Wilderei.

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